kratie vergreisten und verhärteten englischen Empire durch neue, junge, zukunftsreiche europäische Völker und Kräfte.
Vergebens hat man im übrigen in London sich eine Nacht lang bemüht, die übel zugerichtete englische Fassade durch Lügen wieder etwas schmucker erscheinen HU lassen. Nur drei kur^e Nachtstunden lang ließ die Welt sich, soweit sie hinhörte, mit der Phantasmagorie von der Rückeroberung dreier norwegischer Häfen durch englische Angreifer unterhalten. Noch in der Nacht selbst hielt die englische Propaganda es doch für gut, diese ihre Wunschträume' selbst zu- widerrufen. Offenbar hatte man begriffen, daß der Rückschlag in die unvermeidliche Lächerlichkeit dieser Lügen in der Welt mehr Schaden für England anrichten müsse, als das vorübergehende Vergnügen der Einwohner wert fein konnte. — Dafür erfand der Londoner Rundfunk dann den Kinderschreck von dem „deutschen Anschlag auf Island und Grönland", der aber „durch konzentrische Angriffe der verbündeten Flugwaffe vereitelt" wurde. Kann vor so viel ironischer ,Hilfe" noch ein Auge in Dänemark und Norwegen trocken bleiben? Wie erst, wenn die Londoner Funkjuden dem deutschen Komplott gegen den Südpol auf die Spur kommen werden?
Vielleicht stärkt es den Londonern und Parisern ein wenig den Mut, wenn wir sie nebenbei darauf aufmerksam machen, daß es doch noch, und zwar in der Schweiz, einige Neutrale gibt, die auch jetzt noch und jetzt wieder die Sache der Westmächte mit dem Federhalter aufkitzeln möchten. Man mag es immerhin notieren, daß ein Blättchen wie die Thurgauer Zeitung schreibt, es habe sich jetzt Deutschland aller moralischen Vorteile beheben, die ihm die Neutralitätsverletzung der Alliierten in die Hand gespielt habe. Welcher Vorteile? Will die Thurgauer Flotte etwa gegen Engeland fahren? Ein bißchen happiger das famose Journal de Gen6ve. Es renkt die aus den englischen Fugen gegangene Welt wieder ein. „Die Alliierten, welche die Achtung vor dem internationalen Recht sehr weit getrieben haben, während Deutschland dieses Recht unaufhörlich mißbraucht hat, werden unbeugsam die ihnen zugefallenen neuen Aufgaben in Angriff nehmen und weder Norwegen noch Dänemark rm Stich lassen", — Zum übrigen!
Andere Neutralen sehen die Dinge anders an. Am allerwenigsten läßt die amerikanische Presse sich in ihrer Beurteilung der Dinge durch die englischen Lügen beirren. Selbst ein Blatt wie die anglophile „New Aort Times" schildert die hilflose Bestürzung in London. Das Hearstblatt „New Port Daily Mirror" nennt das Geschehene „unvermeidlich" und stellt fest, daß Deutschland i:n Reckt" ist, daß „England selbst verkündete, es könne in diesem Krieg keine Neutralität geben, und die Neutralen müßten am Krieg aeaen Deutschland teilnechmen". — Der „Philadelphia Jnquircr" meint spöttisch, jedenfalls fei es nicht Hitler gewesen, der die Zeit verpaßt habe, sondern England. Die übrige Hearstpresse urteilt noch schärfer: Die Engländer hätten wieder einmal geschlafen. „New Dork Dailn News" sieht den strategischen Vorteil ganz ausschließlich auf Seiten Hitlers. „New York Post" meint, die skandinavischen Ereignisse verschafften Deutschland gewaltige und vielleicht entscheidende Vorteile, die es den neuesten Fehlern der
Oie Besetzung -er Zitadelle in Kopenhagen.
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Der erste Punkt, der in Kopenhagen von den deutschen Truppen besetzt wurde, war die Zitadelle. — Unser Bild zeigt deutsche Soldaten unmittelbar nach der Besetzung innerhalb der Zitadelle.
(PK.-Brennert-Scherl-M.)
Auch Englands fliegende Schlachtschiffe Munübemmdbar
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An zwei aufeinanderfolgenden Tagen konnte das Oberkommando der Wehrmacht den Abschuß eines der Fernaufklärungs-Flugboote vom Muster „Sunderland", der sogenannten „fliegenden Schlachtschiffe", melden. Das Flugzeug, das unser Bild zeigt, ist ein viermotoriger Fernaufklärer, der mit mehreren beweglichen Maschinengewehren ausgerüstet und mit 6 bis 8 Besatzungsmitgliedern bemannt ist. Er erreicht eine mittlere Stundengeschwindigkeit von 320 Kilometer bei einer Gesamtflugstrecke von ungefähr 3000 Kilometer. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
fehlerreichen Politik Chamberlains zu verdanken habe; der britische Nachrichtendienst, auf den England so stolz gewesen sei, habe auf der ganzen Linie versagt. In Schweden, wo man ja der Sache am nächsten ist, schreibt „Göteborgs Morgenpost" zu dem Ergebnis der unglücklichen Politik Churchills und Reynauds den Satz: „Der Dienst, den England behauptete, Skandinavien mit seinen Kriegsmaßnahmen an der norwegischen Küste zu leisten, wurde für uns alle hier oben im Norden ein entsetzlicher Dienst. Wir sind sehr wenig dankbar für diese Hilfe." Nach all dem ist wähl kein Zweifel, wo heute der Katzenjammer herrscht, von dem die englische Presse gestern schon glaubt sprechen zu sollen.
Der Glaube an den Sieg.
Dr. Goebbels
sprach zu den Berliner Propagandisten.
Berlin, 11. April. (DNB.) Auf einer Tagung der Propagandisten des Gaues Berlin der NSDAP, gab Reichsminister Dr. Goebbels einen lieber» blick über die Lage. Der sicherste Garant für den endgültigen Erfolg sei die Haltung des deutschen Volkes, das in klarer Erkenntnis der Absichten unserer Feinde fest entschlossen sei, den Kampf'nicht anders als mit einem entscheidenden Sieg zu beenden.Sie, die ihr Wissen über Deutschland aus den trüben Quellen jüdischer Emigranten bezogen hätten, wären zu spät zu der Ansicht gekommen, daß sie das deutsche Volk in einem Augenblick mit Krieg überzogen, in dem ihnen Deutschland militärisch, wirtschaftlich und in seiner geistigen Führung weit überlegen sei. Dreihundert Jahre hindurch hätten England und Frankreich es immer wieder verstanden, das deutsche Volk innerlich aufzusp alten, wenn es auch nur versucht habe, seine Lebensrechte gellend zu machen. Heute aber gebe es in Deutschland nur ef n einiges Volk, das auf eine einzige Stimme höre. Das sei das geschichtliche Verdienst der nationalsozialistischen Bewegung. Doll Vertrauen blicke Deutschland heute auf den Führer. Er werde sein Wort wahrmachen, daß dieser Krieg mit dem glänzendsten Sieg unserer Geschichte enden werde. Der Partei falle die Aufgabe zu, das Verständnis für die große Auseinandersetzung mit den westlichen Plutokratien im Volke immer mehr zu vertiefen. Sie. mässe dem ganzen Volk helfen und dienen. Auch in kritischen Zeiten müsse die unbeirrbare Gläubigkeit der Parteigenossen die ganze Ra- tton mit unversiegbarer Kraft und Stärke erfüllen. Kleine politische Nachrichten.
Das amerikanische Staatsdepartement gab am Mittwoch bekannt, daß es einen Bericht des USA.« Gesandten in Kopenhagen, Ray Atherin, erhalten habe, in dem dieser mitteilt, die Verhältnisse in Kopenhagen seien normal.
Deutsche „Siger' machen dem „unbesiegbaren ©unöcrlonö^ den daraus *......(PK.) In den frühen Morgenstunden
waren die ersten deutschen Flugzeuge des Tiger- Geschwaders auf dem Flugplatz in Oslo gelandet und hatten nach Ueberminbung des aufflackernden Widerstandes den Platz beleat. Den ganzen Tag landeten dann laufend Kampfflugzeuge und Kurier- maschinen. Alles verlief vollkommen planmäßig. Plötzlich erschien wieder ein großes Flugzeug, das als eine viermotorige deutsche Maschine angesehen wurde. Die deutschen Jäger auf dem Osloer Flugplatz unterhielten sich daher in Seelenruhe weiter. Erst als das Flugzeug näher kam, rief plötzlich einer: „Mensch, das ist ja ein viermotoriges Sunderland-Flugboot, eine englische Maschine!" Sofort eilten Oberleutnant H. und sein Rottenkamerad Leutnant L. zu ihren Jagdmaschinen. Hinein, Start und dem Gegner nach
war eins. Unseren schnellen Mefferschmittjäaern zu entkommen, hatte der Engländer natürlich keine Chance. Etwa 15 Kilometer vom Osloer Flugplatz entfernt, waren die Jäger bereits auf Schuß- weite am flüchtenden Feind. Der wollte fein Dasein allerdings so teuer wie möglich verkaufen und schoß aus allen Rohren. Das schreckte aber die deutschen Jäger nicht. Beim ersten Anflug erhielt der Engländer schon eine Trefferserie. Beim zweiten beschoß Oberleutnant H. das Flugboot mit solchem Erfolg, daß es in der Luft förmlich aus ein« anderdrach. Ein Mann der Besatzung versuchte mit dem Fallschirm abzusprinaen, zerschellte aber am Boden. Damit fand die britische Aufklärung über Oslo ein rasches Ende, und das Tiger-Geschwader, das als erstes am Morgen auf dem Osloer Flugplatz gelandet war, hatte am selben Tage seinen ersten Luftsieg gegen einen Engländer über norwegischem Boden erfochten.
Italienische Betrachtungen.
Rom, 12.April. (Europapreß.) Die italienische Presse läßt es nicht fehlen an sarkastischen und ironischen 53emertungen über das krampfhafte Sich- Winden der westlichen Regierungen, die sich bemühen, die Tragweite der deutschen Erfolge zu oer» kleinern. Diese Erfolge hätten in Wahrheit die Regierungsmänner niedergeschmettert und fast des Atems beraubt. „Ganz ohne Atem", so spottet das Blatt Musiolinis, der „Popolo d'Jtalia", „sind sie aber doch nicht geblieben, denn man muß zugeben, daß die rednerischen Kundgebungen in London und Paris sofort eingesetzt haben? Das Blatt schildert die Bemühungen Chamberlains, das Vorgehen Deutschlands nicht als Repressalie gegen das Legen von Minen in den norwegischen Territorialgewässern gelten zu lassen. Die Großartigkeit der Operationen beweise eine weit zurückliegende Vorbereitung. „Als ob es eine Schande für Deutschland wäre", so spottet „Popolo d'Jtalia", „Voraussicht bewiesen und gegen alle eventuellen lieber« raschungen sich gesichert zu haben. Ebenso könnte man Herrn Chamberlain einen Vorwurf daraus machen, in Erwartung eines überraschenden Regengusses seinen Regenschirm mitgebracht zu haben. Immerhin", so spottet das Blatt weiter, „nicht einmal das interalliierte Oberkommando ist überrascht worden. Auf die Landung der Deutschen in Norwegen hat das Oberkommando in der Tat mit der Gegenlandung Reynauds und Dala-
biers in London geantwortet, die sofort nach Downing Street Nr. 10 gerannt sind, um zu fragen: Und jetzt? Was werden wir jetzt tun?^
Unter der Überschrift „Die Wirklichkeit" legt „Giornale d'Jtalia" drei Tatsachen fest, die sich nach sieben Monaten Kriegführung Englands und Frankreichs gegen Deutschland ergeben haben. Zu Beginn des achten Monats des von England und Frankreich gewollten Krieges zeige sich, daß die Initiative in den kriegerischen Operationen fest in der Hand Deutschlands sei. Zum zweiten sei die neue und kühne unter außergewöhnlich schwierigen Verhältnissen durchgeführte Kriegshandlung eine siegreiche Herausforderung der behaupteten englisch- französischen Vorherrschaft auf den Meere n. Der Schlag fei hart für die englische maritime Tradition, für das Prestige der imperialistischen Demokratien und für ihre Kriegspläne. Trotz dem riesigen Machtaufgebot fei d i e englisch-französische Blockade nicht wirksam. Zum dritten beweise die hereinbrechende deutsche Reaktion auf die englisch-französische Blockade im Gegensatz zu allen Behauptungen und Illusionen, daß der Krieg noch immer mit Männern und Waffen und nicht durch Banken und Aufkäufen der Waren auf den Weltmärkten durchgeführt wer- den müsse. Diese Wahrheit gebe dem Krieg seine Moral, den Völkern einen heroischen Sinn der Geschichte und chrer Schicksale zurück.
Englands Oeffentlichkeit soll sich in Geduld fassen.
Das die römische presse aus London und Paris berichtet.
Die englischen diplomatischen 93 er ■ treter auf dem Balkan, die augenblicklich in London weilen, sind im Laufe des Mittwoch zweimal zu Besprechungen zusammengekommen. Den Vorsitz führte jeweils Dlockademinister Croß.
Die schwedische Generalpostverwallung teilt mit, daß die Po st Verbindungen mit Dänemark, England und Frankreich abge- b r o chen worden sind. Alle Post nach diesen Ländern lagert in Schweden. Dagegen geht der P o st - verkehr mit Norwegen weiter. Die Flug» Verbindung von Malmö nach Berlin und Amsterdam ist eingestellt worden. Die Fähre Trälleborg — Saßnitz verkehrt weiterhin.
Rom, 12. April. (Europapreß.) In Berichten chrer Korrespondenten beschäftigt sich die römische Presse mit der Stimmung in den Weststaaten London, so berichtet der Korrespondent des „öa° voro Fascista", sei voll Erwartungen über den Ausgang der Operationen an den norwegischen Küsten. Die englische Presse fließe von günstigen Nachrichten über; jedoch die Oeffentlichkeit verhalte sich zurückhaltend und zeige sich nicht leichtgläubig. Die sorgenvollen Erwartungen hätten sich vermehrt, als die deutschen amtlichen Widerlegungen der übertriebenen Meldungen von Erfolgen eingetroffen seien. Das ganze- Interesse
Londons konzenttiere sich auf die militärischen Ereignisse; die politischen Fragen seien ganz in den Hintergrund gedrängt, und auch für die Konferenz der diplomatischen Vertreter Englands in Südost- euröpa zeige sich nur geringstes Interesse.
Lord Halifax, so berichtet der Korrespondent der „Tribuna", habe eine vor allem an die Neutralen gerichtete Rede gehalten. Er habe jede Absicht der Westmächte von einer Landung in Skandinavien abgestritten, warnend den Finger erhoben und gemahnt, das was Norwegen heute zugestvßen sei, auch anderen Staaten zustoßen könne, „wenn sie sich nicht entschließen werden, rechtzeitig Hilfe zu
verlangen, statt zu warten, bis es zu spät ift" Selbst wenn Norwegen sich mit Deutschland einigen sollte, so t)abe Halifax erklärt, würden die West« Mächte in der Ueberxeugung, daß ein derartiger Entschluß nur unter dem Druck der Ereignisse gefaßt worden fei, doch nicht auf ihren Beschluß ver- zichten, Widerstand zu leisten im Namen Norwegens, das nicht in der Lage fei, sich zu verteidigen.
Churchills Rede hat, wie der Londoner Vertreter der „Agenzia Stefani" meldet, die Erwartungen des englischen Volkes enttäuscht. Um so mehr als die Zeitungen in ihren Prophezeiungen bereits von einem vernichtenden und entscheidenden englischen Seesieg gesprochen hätten, während Chur- chill erklärt habe, daß die Operationen s i ch noch sehr lange hinziehen könnten. Die gleiche Enttäuschung habe die Tatsache ausgelöst, daß weder englische noch französische Truppen in Norwegen hätten gelandet werden können und daß der Nachschub der deutschen Truppen durch die britische Flotte nicht habe unter- bunben werden können. So wird die Ungeduld der englischen Bevölkerung über das Ausbleiben amtlicher Nachrichten über die Kampfhandlungen an der norwegischen Küste immer größer. Der Rundfunk verbreitet in jeder Nachrichtensendung eine Mahnung an die Bevölkerung, sie solle sich gedulden. Die britische Flotte-dürfe nicht funken, um dem Gegner nicht ihre Stellung zu verraten.
Im Leitartikel schneidet der a i l y H e r a l d" die Frage an, wie die Besetzung Norwegens überhaupt möglich gewesen sei. Zum großen Teil seien die Truppen über See gekommen und England beherrsche doch die See. Außerdem habe Chamberlain so stark mit der Möglichkeit einer Einbeziehung Norwegens in den Krieg gerechnet, daß er bereits vor drei Wochen öffentlich im Parlament davor gewarnt habe. Wie fei es somit möglich gewesen, daß die Nazis chre Pläne so vollständig haben durchführen können, ohne daß England früher eingegriffen habe? Die Stimmung sei sehr ernst. Die Regierung könne jetzt bittere Worte hören. So äußere man beispielsweise, daß Chamberlain erst kürzlich erklärt habe, daß Deutschland den Anschluß verpaßt habe.. Die jüngsten Ereignisse hätten jedoch den Beweis erbracht, daß Deutschland nach sorgfältiger Planung blitzartig Zuschläge, während England im Denken zu langsam sei.
Im französischen Senat, so schreibt der Pariser Korrespondent der „Tribuna", habe sich Rey - n a u d im Schwünge seiner der Aufpulverung patriottscher Gefühle gewidmeten Rede zu einem wertvollen Einaeständnis hinreißen lassen. Er habe den Mangel an Voraussicht bei den Westmächten zugegeben und eingestanden, ,Haß Deutschland den Westmächten zuvor gekommen fei". Reynaud habe ausdrücklich den englisch-französischen Plan der Landung in Norwegen eingestanden. Damit würden auch alle nachfolgenden „moralischen" Bedenken Reynauds über die Verantwortung der vollzogenen Tatsachen hinfällig.
Gedrückte Stimmung in Paris.
Genf, 11. April. (Europapreß.) Die Stimmung in Paris ist, wie hier verlautet, heute mehr denn je geteilt, während die ossiziellen Stellen selbstverständlich Optimismus zur Schau tragen, steht die Oeffentlichkeit ganz unter dem Eindruck der Ungewißheit des Ausgangs des Gegenzuges der j Westmächte in Skandinavien. Die Pariser Presse, I die vor den militärischen Maßnahmen Deutschlands ] in Skandinavien so siegesgewiß war, ist am Don- 1 nerstag voller dunkler Kommentare, in 1 denen unterstrichen wird, daß man vorläufig noch ] nichts sagen, sondern nur-hoffen könne, I daß die Aktion im Norden zugunsten der Westmächte auslaufe. So schreibt de Kerillis in der „Epoque", es sei unmöglich, mit Sicherheit die Ereignisse ein» zuschätzen. Das Geschehen sei in vollem Gange. • ■ Sichere und vollständige Nachrichten fehlten noch. Man müsse die Nerven bewahren, den Mut Hoch- Halten und mit größter Kaltblütigkeit abwarten.
Reynaud hat den Donnerstag fast ständig mit Beratungen verbracht. Am Vortage hatte der Außeiiminister den nach zweimonattgem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten wieder in Paris eingetroffenen amerikanischen Botschafter '93 ul litt empfangen und Unterredungen mit dem französi- chen Gesandten in Sofia, Blondel, dem französischen Botschafter in Moskau, Daggiar, sowie >em türkischen Botschafter in Paris, Eokin, gehabt. Am Mittwoch hatte Reynaud auch Besprechungen mit dem Kriegsminister Daladier und dem Generalissimus G a m e l i n. Der außenpolitische Kammerausschuß drückte den Wunsch aus, daß Reynaud ihm sobald wie möglich Rede und Antwort stehen möge. Im ,^Jour" schreibt der Abgeordnete Fernand Laurent, der schon in den letzten Tagen täirbig Kritik an der Regierung Paul Reynaud jeübt hatte, die Verantwortlichen könnten die (Ent- chuldigung der Ueberraschung nur bis zu einem gewissen Grade geltend machen. Die Auslegung der Minen in den norwegischen Territorialgewässern ei ein Akt gewesen, dessen Rückwirkungen man hätte genau ooraussehen können. „Solche historischen Tage" seien für Frankreich stets Tage der Enttäuschung.
Schaffende Lugend im Krieg.
Trotz des Krieges brauchte das nattonalsoziali- stische Deutschland keine feiner sozialen Leistungen fallen zu lassen, sondern hat diese auf einzelnen Gebieten sogar noch verstärken können. Die berufstätige Jugend erfährt chre Betreuung in der Jugendarbeit der Deutschen Arbeits- ront. Das Jugendschutzgesetz gilt nach wie vor. Einschränkungen, besonders bezüglich der Arbeitszeit, sind wieder so weit behoben worden, daß das Jugendschutzgesetz nahezu seinen Vorkriegsstand^wie- der erreicht hat. Die Heranziehung zur Mehrarbeit darf nur in „dringenden Fällen" erfolgen. Das Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront hat schon immer den Standpunkt vertreten, daß das Ausbil- dungsoerhältnis Jugendlicher kein Arbeits-, sondern ein Erziehungsverhältnis ist. Der Betriebsführer trägt die Verantwortung für die Ausbildung. der berufstätigen Jugendlichen. Elternabende und Elternbesuche, die der Betriebsführer veranlaßt, geben auch den Eltern die Möglichkeit, ich von dem Leistungsstand ihrer Jungen und Mädel zu überzeugen, wodurch sie wieder Gelegenheit haben, in der freien Zeit die Lehrlinge zur (Er- § Weiterung ihrer Berufskenntnisfe anzuhalten. Zur Erhaltung eines gesunden Facharbeiternachwuchses ist von hohem Wert eine gute Gesundheitsführung. Wenn der Großbetrieb seine Jugendlichen einer laufenden ärztlichen Kontrolle unterzieht, so hat auch der kleine Betrieb dafür zu sorgen, daß seine Jugendlichen eine umfassende gesundheitliche Betreuung erfahren. Der Initiative des Bettiedsführers bleibt es überlassen, hier die jeweils richtigen Wege vorbeugender Maßnahmen zu gehen.


