Ausgabe 
12.3.1940
 
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Grimm-Feier der Universität Gießen

zufließen.

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I» diesem Augenblick erschien wieder Spike hinter I benserfahrungen und bewegten sich zumeist um die r tür: b flSftstüdjtige Knabe schien auf das Stoffe Liebe. Kartensp^l, Pf°rber°nn-n und A koh

CHLORODONT

der Xür; der geschäftstüchtige Knabe schien auf das Ende des Diktats gewartet zu haben. Er hatte übri­gens eine scheußliche, erschreckende Art, durch Türen zu gehen. Zuerst wehte immer sein Kops wie eine rote Stichflamme herein, und dann schob er den Körper durch einen erstaunlich schmalen Spalt nach. Wenn man schräg hinter der Tür sah, durch die er eintrat, sah man überhaupt nicht, daß er sie ge­

big zum Aeußersten. Der Feldwebel Otto Wie- ch e r s, in Gießen unter dem NamenOtto-Otto" bekannt, wußte mit vielen Scherzen von einer Num­mer des Programms zur anderen überzuleiten, und hielt damit die enge Verbindung zwischen Bühne und Publikum. Die Soldaten dursten den Abend als einen großen Erfolg buchen. Darüber hinaus dürfte dem Winterhilsswerk ein stattlicher Betrag

karten müssen von L... --------.

der Verwaltungsstelle in nachstehenden Dienststun-. den abgeholt werden: Dienstag, Mittwoch, Don­nerstag und Freitag von 16 bis 17 Uhr und Sams­tag von 14.30 bis 15.30 Uhr.

(gez.) Küche Töpelmann, Untergaustchrerin.

Wichtig ist es, datz wir die Zähne jeden Abend vor dem Schlafengehen wirklich gewissenhaft reinigen.

öffnet hatte. , ri . .

Zwischen Spike und Fräulein Skelton bestand eine grimmige Feindschaft. Sie hatte keine besonderen Ursachen, sie war einfach vorhanden wie eine Feind­schaft zwischen Feuer und Wasser.

Hach, Sie werden auch von Tag zu Tag knuspri­ger, Fräulein Skelton!" seufzte der Lümmel, als das würdige Fräulein an ihm vorbeirauschte.

Fräulein Skelton schlug kräftig zu; aber Spike war viel zu schnell er bückte sich, und die gut­gezielte Ohrfeige ging ins Leere.

Na, Herr Parker, was nehmen wir denn heute zum Frühstück? Weiche Eier? Harte Eier? Schinken, Sardellen, Lachs oder 'n Stückchen kaltes Fleisch, nne?" Spikes wasserblaue Augen liefen dabei hurtig über den Schreibtisch.Aha, sauber ausgeschnitten - wirklich sauber! Haben Sie's gemerkt, daß ich Ihnen den Brieföffner geschliffen habe? Die Luder sind ja für gewöhnlich stumpf wie rost ge Nagel... begann, unter den Umschlägen zu wühlen und angelte zuletzt Parkers Papierkorb nut dem Futz unterm Schreibtisch hervor.

Aber der Papierkorb war leer.

Na wo ist denn bloß der Brief aus Deutschland geblieben? Sie wissen doch, Herr Parker: Der wo den Adlerkopp obendrauf hatte Und den langen Aus­druck ... Wie hieß er doch gleich? »Besucht das schöne Deutschland!« ..." . . mf..

Parker sah den Knaben Spike nut einem Blick an, als wünsche er sich nichts sehnlicher, als ihm den Kragen umdrehen zu dürfen.

Und Spike, der em sehr fernes Gefühl dafür batte, wann die Lage brenzlig wurde, hupfte einen ^Der^Brief tst^bei den Akten!" äußerte Parker in einem Tonfall, der jede weitere Erörterung dieser Angelegenheit ausschloß Für den Bruchteil einer Sekunde sah es so aus, als beabsichtige er, noch eine feiner berühmten Ansprachen an Spike hlnzuzu- Msen. Siö enthielten den Auszug Parkersther Le-

BOM.-WerkGlaube und Schönheit"

Betr. Märzschulung.

Die Märzschulung für die Führerinnen der Gie­ßener BDM.-Werk-Gruppen findet am Mittwoch, 13. März, um 20 Uhr statt. Antreten im Hof der Untergaudienststelle. Die Schulung für die Führe-

nach der Adresse dieser Renate Naumann auf diese Weise ein bißchen hinauszögerte, für zwei oder drei Wochen vielleicht ... Nun? Und wenn man diese zwei ober drei Wochen dazu benutzte, eine kleine Reise nach Deutschland zu unternehmen ... Nun? Und wenn man sich dort dieses häßliche graue Ent­lein einmal ansähe, das unter seinem armfeligen Gefieder die herrlichsten Ansätze zu einem stattlichen Schwanenkleid trug ... Nun? .

Als Fräulein Antonie Skelton m Parkers Zimmer trat, war der Brief mit dem gelben Um- chlaq verschwunden. Parker selber sah wie ein Fieberkranker aus, und seine Hände flatterten em wenig, als er zu seinen Notizen griff.

Aber Fräulein Skelton bemerkte es nicht; sie bemerkte Männer überhaupt nicht Ihr Blick schnellte zwar, wenn Parker mit ihr sprach, zu ihm hinüber, blieb aber stets wie eine Nürnberger Schere auf einem unsichtbaren Widerstand stoßend, ohne ihn zu treffen, einen halben Meter vor seinem Gesicht stehen.

Fräulein Skelton nahm vor der Maschine Platz und spannte ein Blatt ein. In ihrer Haltung lag etwas von der aufmerksamen Bereitschaft eines Kla­vierspielers, der auf den Einsatz des Dirigenten ^Und' Parker diktierte. Dreiviertel Stunden lang sprach er nur mit den kurzen Unterbrechungen, die das Einspannen neuer Blättev erforderte

Als er endlich schwieg, richtete sich Fräulein Skel­ton etwas höher auf.Ist das alles? fragte fie mit ^Es"w^r^eine Frage, die sich nach jedem Diktat wiederholte, aber heute schien Parker sie zum ersten­mal zu hören, und sie traf ihnwie em leichter NadelstichHm?" fragte er argwöhnisch.

Ob das alles ist?" wiederholte Fräulein Skelton ein wenig schrill und mit deutlichen Lippenbewe- qunqen, als spräche sie zu einem Schwerhörigen.

Natürlich!" antwortete Parker.

Fräulein Skelton erhob sich; ße spannte die schwarze Wachstuchhaube über die Maschine und be­gann, die Briefe in einer grünen Ledermappe zu ^Parier heftete die Durchschläge an die emgelaufe- nen Schreiben.Sie können übrigens gehen, Frau­lein Skelton", sagte er, ohne aufzublicken,icf| muß sowieso mit Mister Watson ein paar Lore sprechen und kann bei dieser Gelegenheit die Briejö zum Untertreiben gleich Mitnehmern

Au der am Svnntag, 17. März, stattfinbenben Jugendfilmstunde wird gruppenweise um 8.45 Uhr in der Schanzenstraße angetreten. Die Eintritt s- d-en HJ.-Theaterring-Mädeln auf

w^Jch bin ja schon unterwegs!" murmelte der und schlängelte sich durch die Tür.

Parker lauschte auf das Geräusch von Spikes sich entfernenden Schritten. Auf seiner Stirn standen Schweißttopfen. Was für ein gründlicher Irrtum, dachte er, während er sich die Schläfen trocknete, daß der Pfad der Tugend dornia und der Weg der Sünde breit und bequem zu beschreiten sei!

Ein Glockenzeichen ertönte. Es klang wie, ge­dämpfter Trommelwirbel, da der Glockenklöppel nicht auf eine Metallschale, sondern gegen eine dünne Hartholzschale rasselte. Es war das Zeichen für Fräulein Skelton, bei Herrn Jeremias Watson mit der Unterschriftenmappe anzutreten.

Einen kleinen Moment Geduld, bitte!" sagte Parker halblaut. Er erstarrte für einen Augenblick zu völliger Bewegungslosigkeit und hob nur den Kopf wie ein sichernder Hirsch. Niemand näherte sich ... Er beugte sich über den Schreibtisch und ritz die Schublade halb auf.

Der Brief lag neben dem gelben Umschlag ganz °°Wohin damit? In die Brusttasche ...Er faltete den Briefbogen rasch zusammen und schob ihn m den Umschlag. Aber sein Versuch, den Brief emzu- stecken, mißglückte; das Format.des Brieses war für die Brusttasche zu groß Den Umschlag ­ten? Lieber nicht. Man setzte dabei den Snef der Gefahr des Verknitterns aus, und er mutzte neu aussehen, wenn er hier eintraf. Das Datum konnte man ohne weiteres mit einer ^lQnJfrcr.^ der Post entschuldigen. (Fortsetzung folgt.)

Diesmal schienen die Briefmarken an der Reche zu sein, aber Parker verzichtete darauf und begnügte sich mit einem kurzen Befehl:Zwei weiche Eier im Glas und eine Scheibe Schinken!"

Es gehörte nämlich zu Spikes hauptsächlichsten Obliegenheiten, den Angestellten des Hauses aus einer kleinen, nahe gelegenen Speisewirtschaft das Frühstück zu holen.Zwei weiche Eier im Glas unb eine Scheibe Schinken!" wiederholte ^r mur­melnd und strich langsam zur Tür ab, dabei schielte er verstohlen zu Parker zurück.

Parker stand an fernem Schreibtisch und tat, als ob er beschäftigt fei.ßos! Nun mach schon, daß du wegkommst!" fuhr er den Jungen ungedul-

«olöemfflolMbtr».

Komanoon^orJIBicrnaW.

6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)

Allan Parker griff noch einmal zu dem Brief aus Deutschland. Renate" Naumann, kurz vor Ausbruch des großen Krieges geboren, jetzt also ein paar Jahre über zwanzig - fraglos das beste Alter um i bie es erfreuliche Erbe anzutreten ... "Renate! Parker sprach den Namen halblaut vor sich hin und lauschte mit geschlossenen Augen seinem Klang.

Er versuchte, sich die Trägerin dieses Namens vorzustellen, aber die achtzigtausend Pfund verwirr­ten seine Einbildungskraft, und ein fast unheimliches Bewußtsein schob sich zwischen den Namen und das nebelhafte Klangbildnis dieser jungen Dame: das Bewußtsein, daß er, Allan Parker, in diesem Augen­blick der einzige Mensch auf der Welt war, der den Namen einer Millionenerbin kannte; den Namen einer Frau, die von ihrem Glück selber noch nichts ahnte, heute nicht und morgen nicht, und fo lange nichts wußte, bis der Briefwechsel Zwischen..London und München den Anwälten Watson tue Möglichkeit gäbe, sich mit ihr in Verbindung zu setzen.

Allan Parker hatte plötzlich das Gefühl einer fast entsetzlichen Stille. Es war, als feien alle Geräusche der Büros und der Straße eingefroren. Sogar die hämmernde Uhr auf feinem Schreibtisch schien ver­stummt zu sein; aber er sah, unfähig, sich zu rühren, und mit allen Dingen des Raums wie m einem Glasblock eingeschmolzen, daß der Sekundenzeiger sich bewegte und die Zeit mit .eiligen, immer eiligeren Rucken vorwärtsschob. .. e.r.,

Und er wußte, daß in wenigen Minuten, punk -ch um halb elf, Fräulein Antonie Skelton, °°^rcht, erschreckend reizlos und mit Heinen H°-nfchilden aus den Fingerkuppen, aber l>crorLat?cl^itt^ ihm gegenüber Platz nehmen und ihn m t chrem schrillenBitteausfordern wurde, mit seinen Diktaten in die Maschine zu beginnen.

Parker' starrte auf die Uhr, und der große Ae'ger wanderte über die Minutenstriche. In semem Gesicht lag die ungeheure Spannung eines Schachspielers, den äußerste Zeitnot zum entscheidenden Zuge brängfe. Menn man diesen Brief «"s Deutschland nun nicht unterschlug, nein, wenn man ihn nur hur einige Zeit zurücklegte und dis Nachforschungen

wies dies an verschiedenen Beispielen aus Bis­marcks Reden.

Allerdings habe es in der deutschen Geschichte und in der sprachlichen Entwicklung auch Rück­schläge und Niedergänge gegeben. Bis zur Zeit der Landsknechte seien die Ausdrücke für Krieg und Kampf in unserer deutschen Sprache kerndeutsch gewesen. Erft als die deutschen Heere nach Italien und Frankreich geführt wurden, sei eine Fülle der fremden Worte mitgebracht worden. Der 30jährige Krieg habe eine besonders schlimme Verwelschung der deutschen Sprache mit sich gebracht. Er habe die deutsche Sprache geradezu verwüstet. Von allen Heerführern der damaligen Zeit habe Wallenstein das schlimmste Deutsch geschrieben. Auch als Lud­wig XIV. sein Heer neu auf baute und andere Na­tionen ihm darin zu folgen gezwungen mären, wurde auch die deutsche Sprache für das Kriegs­und Heerwesen stark beeinflußt. Zur Zeit eines Friedrich des Großen hätte die vaterländische Sprache eine Bereinigung erfahren Können, zudem sich einige Dichter sehr darum bemühten, aber der Hang Friedrichs des Großen zum Französischen ver­hinderte dies. Erft durch Clausewitz, Roon, Mvltke usw. st ei es damit besser geworden. Im Weltkrieg sei die Sprache des Soldaten wieder klar deutsch und kraftvoll geworden. In der Gegenwart seien die Bemühungen darauf gerichtet, die Sprache von fremdem ÄZust völlig zu reinigen, eine finnkräftige und anschauliche Ausdrucksweife zu gewinnen und die Wörter mit neuen Gemütswerten zu erfüllen. Das Schielen nach englischem und französischem Wesen habe aufgehört. Die deutsche Stärke komme auch im Wort machtvoll zum Ausdruck, und die Sprache des Führers, wie auch die Sprache des Oberkommandos der Wehrmacht seien berufen, in die Zukunft zu wirken. Die Sprache sei, so schloß der Redner feinen Vortrag, der Spiegel der Natton, und die Sprache der Deutschen sei die Ernte der ganzen Zeit.

rinnen der Mädelgruppen findet ebenfalls am 13. März um 19.30 Uhr im Möserheim statt.

Gruppe la, Sport und Gymnastik.

Der nächste Dienst findet am heutigen Dienstag, 12. März, 20 Uhr, im Möserheim statt.

Bunter Abend im Stadttheater.

Die Soldaten eines Ersatzbataillons, das unserer Stadt Gießen besonders nahesteht, bereiteten gestern (in der Zusammenarbeit mit der NSG. ,-Kraft durch Freude") mit einem Bunten Abend im Stadt- theater allen Besuchern eine große Freude. Heber drei Stunden lang hielten die Soldaten ihre Gaste in Atem und überraschten sie immer wieder mit ihren Einfällen, mit den Spezialtalenten, die ihnen zur Verfügung standen, und ließen imbei auch den Humor zu Worte kommen.

Schon von der musikalischen Seite her war die Dortragsfolge großartig ausgebaut. Das Orchester, in erfreulich starker und harmoniischer Besetzung (unter der Leitung von Schütze Markwardt), wartete mit Märschen, Walzern, mit Potpourri und mit den bekannten ungarischen Tänzen Nr. 5 und 6 non Brahms auf, begleitete ferner die soldatischen Darbietungen und sicherte sich stärksten Beifall. Einen besondreren Erfolg errang das Orchester, als es plötz­lich als Stimmungskapelle auftrat und das Lied vomAbend auf der Heide" auf sehr originelle Weise zu Gehör brachte. Stürmisch wurde die Wie­derholung gefordert. Auch gesanglich wurde viel ge­boten. Die Schützen Königshoser, Färber und Brunn fangen ausLa Bohöme", aus Gasparon:" und aus demWildschütz" und fanden Viel Beri nderung ihrer sttmmlichen Mittel. Der anhalter e Beifall zwang auch sie zu mancher Wie- berh olung. Auch einige Instrumental-Virtuosen führten die Soldaten vor. Der 18jährige Schutze Schmidt-Bernhard schmetterte das Lied Stolzenfels am Rhein" auf der Trompete, Schütze Busse maß wartete mit einem Saxophon-Solo aus, und der Unteroffizier R amming erwies sich als Virtuose auf dem Tylophon. Schütze Wengst und andere zeigten sich als Künsller auf der Geige. Ehrliche Bewunderung fand der Kautschukakt vom Oberschützen Dorenwendt. Moritatensänger traten auf und schufen in ihren Liedern drastisches Gießener Lokalkolorit; schließlich aber strapazierte der Schütze Lochmann mit seiner Nachahmung desReichssenders Runxendorf" die Lachmuskeln

Aus der Stadt Gießen.

Das Jungvolk rüst!

NSG. Die Werbetrommel des Jungvolks ruft die Zehnjährigen zum Dienst in der jüngsten Gliede­rung der Partei. An die Eltern ergeht der Ruf, ihre Jungen und Mädel zur Meldestelle zu schicken, damit sie sich in die Jugend des Führers emglie- dern. Und erwartungsfreudig und dienstbereit stehen diese Zehnjährigen selbst da. Sie sind stolz darauf, daß sie nun bald genau wie die älteren Ge­schwister oder Kameraden Dienst tun dürfen, daß auch von ihnen schon eine Leistung verlangt wird. Gewiß, die tatsächliche Arbeit, die solch ein zehn­jähriger Junge leisten kann, wird gering fein, aber darauf kommt es ja gar nicht an, sondern wichtig ist die Bereitschaft zum Helfen, die Sorgfalt, mit der jeder Dienst erfüllt wird und der große Stolz unserer Jüngsten, daß auch sie gebraucht werden. So wachsen schon die Jüngsten ganz selbstverständ­lich in die feste Gemeinschaft des Volkes. Und well das notwendig ist, ruft die Partei durch die Hitler- Jugend in diesen Tagen wieder die Elternschaft auf, ihr die Jungen und Mädel zu schicken. Wie der Dienst ist, das erzählen die Pimpfe und Jungmadel selbst am besten und lebendigsten. Sport und Spiel, Schulung, Fahrt und Lager wechseln in bunter, doch zielbewußter Reihenfolge ab und werden den jun­gen Menschen so formen, daß er vor allen Fragen des Lebens bestehen wird und vor allem durch das Erlebnis der Kameradschaft nie vergißt, was er der Gemeinschaft des Volkes schuldig ist.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 20 bis 23 UhrTosca". Gloria- Palast, Seltersweg:Weißer Flieder". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Das jüngste Gericht.

Offo Zöllner (Trier) dirigiertlosca.

Die letzte Aufführung der OperTosoa" wird dirigiert von Otto S ö l l n e r (Trier), der sich da­mit als Gast aus Anstellung vorstellt.

Der Glücksmann meldet:

Wieder ein SOO-THart-Oetvinn gezogen!

** Fünfziger-Vereinigung 1889/1939. Arn Samstag waren die Fünfziger 1889/39 im GaschosBurghof" in Gießen zujammengekommen. Alterskamerad (9. 93 raun begrüßte die Alterskame­raden. Kamerad M ü ll e r gab sodann einen Rückblick auf die Fünfziger, die nicht alt, sondern jung feien. Dies zeige schon die große Anzahl der Träger des deutschen Ehrenkle>Des, die unter den Fünfzigern sind. Gemeinsam gesungene Lieder sowie ernste und heitere Dorttäge ließen die Stunden schnell ver­gehen.

** Wild - und Katzenfelle sind be­schlagnahmt Vielfach wird nicht beachtet, daß folgende Wi'ldfelle beschlagnahmt sind: Felle von Iltissen, Stein- und Baummardern, Bisam, Maul­würfen, Ottern, Wieseln, Eichhörnchen, Hamstern und Katzen (ausgenommen Scheckenkatzen). Diese Felle dürfen von Förstern, Jägern, Züchtern und sonstigen Fellbesttzem nur an Felleinzelhändler, Fellsammler oder Kürschner und von diesen nur an Rauchwaren­großhändler verkauft werden. Alle anderen Verkaufe sind unstatthaft, ebenso die Verwendung von Wild­fellen für den eigenen Bedarf.

Vorschußverein Grünberg.

r+ Grünberg, 8. März. Der Vorschußverein Grünberg veröffentlichte soeben seinen Geschäftsbe­richt für das Jahr 1939, fein 77. Geschäftsjahr. Die Entwicklung der Genossenschaft ist im ab gelaufenen Jahre wieder günstig gewesen. Der Umsatz mit über 13 Millionen RM. erfuhr gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung von 1,2 Millionen. Die Bilanz­summe hat die Millionengrenze überschritten und steht mit 1 076131,21 RM. rund 100 000 RM. höher als die vorjährige. Die Zahlungsbereitschaft tritt wieder besonders stark in Erscheinung. Es be­tragen die flüssigen Mittel Ende 1939: Kassenbe­stand, Postscheck und Reichsbankguthaben 23 543,89

Am Sonntagabend wurde in der Gaststätte hes­sischer Hof" wieder ein 500-Mark-Gewinn der Reichswinterhllfe-Lotterie gezogen. Die glückliche Gewinnerin, eine Angestellte in einem staatlichen Betrieb konnte den Gewinn bereits in Empfang nehmen. Es war dies der sechste 500-Mark-Gewinn, der in Gießen gezogen worden ist. Es lohnt sich also, einmal 50 Pfennige zu opfern!

liHemelnW M Statt öattö Steaöe

Achtung! KdF.- Sport.

Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18.

Für Frauen: 995V

Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerstraße.

Für Männer und Frauen:

Hallensport (insbesondere Hallenspiele) jetzt Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr, Goetheschule. Nicht wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr.

Kinder-Gymnastikkurs ist an einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamk.

Neu! Für Frauen und Männer: Schwimmen von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr.

DOM.-tlntergau 116 Gießen.

Jugendfilmslunde.

RM., Wechselbestand 14 380,35 RM., Bankguthaben 75 520,14 RM., Wertpapierbestand 370 576,24 RM., das sind insgesamt 484 020,62 RM. Dieser Betrag weist gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung um 100 000 RM. auf. Die Ausleihungen werden mit 594 723,45 RM. ausgewiesen. Im Berichtsjahre wurden 24 neue Kredite im Gesamtbeträge von 78 000 RM. bewilligt. Insgesamt werden 381 Kre­dite mit 594 723,45 RM. angegeben. Das Wechsel- geschäft ist stark zurückgegangen. Es wurden einge- 50gen 427 Wechsel im Gesamtbetrag von 125 300 RM. gegenüber 1166 Wechsel im Betrage von 225 000 RM. im Vorjahre. Das Bankguthaben bei den Zentralkasse beträgt 75 520,14 RM., außerdem wird hier eine Deteiliaung mit 2000 RM. Aktien an derselben ausgewiesen. Das Bankgebäude steht mit 10 000 RM. zu Buch, während sein Einheits­wert bedeutend höher ist.

Eine gute Entwicklung zeigen auch die Spareinlagen, sie werden mit 698 214,41 RM. angegeben und weisen somit eine Zunahme von rund 75 000 RM. gegnüber dem Vorjahre auf, eine Steigerung um rund 26 000 RM. weisen auch die Guthaben in laufender Rechnung auf, die einen Stand von 142 330,63 RM. zeigen. Die Rücklaaen werden mit 75 570 RM. ausgewiesen, die Geschäfts­guthaben der Mitglieder betragen 85 795,84 RM. und der Haftsummenzuschlag 48 409,75 RM., so daß die Kasse über ein Eigenkapital von 209 775,59 RM. verfügt. Die Ruhegehalts- und Unterstützungsrück­lage wird wieder mit dem vorjährigen Stand von 25 000 RM. angegeben. Das Wertberichtigungs­konto stellt sich infolge Abschreibungen auf 44 517 RM. Die Unkosten sind entsprechend der Steige­rung des Geschäftsumfanges etwas gestiegen, lie­gen aber noch unter dem vom Verband auf gestell­ten Durchschnittssatz. Der Reingewinn beträgt 4703,33 RM., der neben Zuweisungen an den Re­servefonds eine Dividende von 5 v. H. (wie im Vor­jahre) auf die berechtigten Geschäftsguthaben brin­gen soll. Der Mitgliederstand betrug Ende 1939 450 gegenüber 445 am Ende des Vorjahres.

Verkehrsprobleme in Schotten.

Schotten, 9. März. In seiner gestrigen Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Problem der Erweiterung der Hauptdurchgangs- straße, der Adolf-Hitler-Straße. In Verbindung mit dem Umbau des von Heinrich Hainbach erworbe­nen Anwesens wird eine Erweiterung des Burger- ass vorgenommen werden. Das kleine, angren- e Neben haus wird, wie manches andere vor­springende Haus in dem engen Teil der Adolf- Hitler-Straße, verschwinden bzw. umgebaut werden müssen. Die Stadt kauft für Erweiterunaszweck das Hamburgersche Häuschen auf. Die Märkte der Stadt, besonders der Pfingst- und Sommermarkt, werden in der gleichen Weise wie in den früheren Jahren durchgeführt. Mit dem Pfingstrnarkt am 3. Pfingstfeiertag wird wieder eine Prämiierung verbunden werden.

Landkreis Gießen.

V* Ruppertsburg, 8.März. Auch in un­serer Gemeinde besteht eine Gruppe des Deutschen Roten Kreuzes. Es gehören chr 12 geprüfte Sama­riterinnen und ein Sanitäter an, die eifrig bemüht sind, sich weiter auszubilden und zu helfen, wo es nötig ist. Die Gruppe veranstaltete nunmehr unter der Führung ihrer Leiterin Frl. Emma B ö ch e r eine Werbung, die vollen Erfolg hatte. Es konnten 61 neue MiDieder für eine Ortsgemeinschaft ge­worben werden.

Kreis Büdingen.

g Schotten, 9. März. Eine Kundaebung fand Dienstag in der Turnhalle hier statt, bei der Obersturmbannführer Piechteler aus München in überzeugenden Ausführungen zur Kriegslage sprach Die NS.-GemeinschaftKraft durch

Zu einer interessanten Vortragsveranstaltung ge­faltete sich die Grimm-Feier unserer Universität, )ie gestern abend im Kunstwissenschaftlichen Institut eine stattliche Zahl von Zuhörern vereinigte. Pro- essor Dr. Rauch begrüßte die Vertreter der Wehr­macht und insbesondere die studentische Jugend. Er prach von der deutschen Geschichte und von der Tatsache, daß einst auch die Arbeitsleistung des deutschen Volkes in diesem Kriege (sowohl des Heeres als auch die der Heimat, die der Front die wirtschaftliche Grundlage zu geben hat) feftge- halten und einer Nachwelt überliefert werden müsse. Auch die Forschung müsse weiter gehen; sie sei lebenswichtig und notwendig für die Zukunft. Der Redner erinnerte sodann an die Brüder Grimm, in deren Zeichen die germanistische Forschung stehe.

Sodann sprach Professor Dr. Alfred Götze über das ThemaDeutscher Krieg und deutsche Sprache". Er stellte feinen Ausführungen voraus, daß der jetzige Krieg, nicht nur ein Krieg gegen England und Frankreich fei, sondern auch gegen die englische und französische Sprache. Als Krieger seien die Germanen in die Geschichte eingetreten, sie feien es gewesen, die das römische Weltreich zerstörten, sie sorgten für die Ausbreitung der deutschen Sprache in Europa, und viele Worte des germani­schen Sprachschatzes seien von Romanen und Kel­ten übernommen worden. In der Zeit der deut­schen Reformation, der Zeit einer großen geistigen Anspannung, sei die Sprache zum großen Aus­drucksmittel geworden. Viele Worte wurden habet dem kriegerischen Wortschatz entnommen, eine Tat­sache, die besonders in Luthers Trutzlied zum Aus­druck komme. So wurde in der Folge auch die Sprache der geistigen Arbeit mitbestimmt von der Ausdruckswelt des Krieges und des Kampfes. In der jüngeren Vergangenheit sei es Otto von Bis­marck gewesen, der die deutsche Sprache bereicherte. Auch er habe seine Wortbilder aus Der kämpferi­schen Ausdrucksweise genommen. Der Redner be-