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Gegen den Angeklagten St. wurde mit Rücksicht auf die Strafhöhe Haftbefehl erlassen.

Amtsgericht Gießen

Der O K. in Gießen-Wieseck hatte einen Straf­befehl über drei Monate Gefängnis und 75 RM. Geldstrafe erhalten. Er hatte am 24. September 1939 gegen 21.30 Uhr beim Befahren der Möser- strahe in Gießen-Wieseck mit seinem Motorrad durch sein Verhalten den Soziusfahrer R. geschä­digt, indem er mit dem Fahrzeug gegen einen auf der Straße liegenden Steinhaufen fuhr, wodurch R. vom Sitz geschleudert wurde und einen Schädel­bruch erlitt; unter erheblicher Wirkung geistiger Ge­tränke am Verkehr teilgenommen; ein Fahrzeug Klasse I geführt, ohne vorschriftsmäßigen Führer­schein zu besitzen. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Die Beweisaufnahme er­gab aber seine Schuld. Mit Rücksicht darauf, daß die Grenze des Alkoholgenusses nur um ein ge­ringes überschritten war, und mit Rücksicht auf die Strahenv^rhältnisse wurde der Angeklagte wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit einer Uebertretung der Straßenverkehrsordnung zu einer Geld st rase von 10 0 R M. verurteilt. Die Geldstrafe mit 5 RM. wegen des Führerscheins wurde aufrechterhalten.

Der P. S. aus Inheiden war wegen fahrlässiger Brandstiftung angeklagt. Er hatte in der Nacht vom 2. zum 3. Januar in dem Herbergsraum in Stein­bach einen Ofen überheizt, wodurch ein Zimmer­brand entstand. Der Schaden beträgt etwa 190 Reichsmark. Der Angeklagte war geständig. Mit Rücksicht auf die Vorstrafen wurde er zu einer G e - fängnisstrafe von drei Monaten ver­urteilt.

Oer »Vater der Darmstädter Studenten" gestorben.

SPD. Darmstadt, 11. Febr. Kurz nach sei­nem 83. Geburtstag ist in Darmstadt der Geheime

Turnverein Wieseck hält Lohresrückschau.

Am Samstag hielt der Turnverein Wieseck seine gut besuchte Generalversammlung ob. Vereinsführer D a u p e r t gab einen kurzen Rückblick über das Vereinsleben im vergangenen Jahre. Die Kame­raden und die verschiedenen Abteilungen haben sich voll und ganz einaefetzt. Ernst S ch ö f s m a n n er­reichte seine Zulassung zu den Reichswettkämpfen der Nachwuchsturner und konnte in Gera den 41. Platz belegen. Die Turner und Turnerinnen wirk­ten bei der WHW.-Veranftaltuna des Kreises 8 in Watzenborn-Steinberg und bei der Jubelfeier des Turnvereins Hausen mit, Sänger unb Turnerinnen unterstützten die Vereine in Lollar und Leidenhofen bei chren seitlichen Veranstaltungen. Turnwart Bettin wurde das Lehrwarteabzeichen verliehen, er betätigt sich im Kreis 8 als KreiSlehrwart und Vertreter des Kreisturnwarts. Bei Eintritt wärme­ren Wetters wird der Betrieb in einfacher Form wieder ausgenommen. Mt den Kameraden an der Front steht der Verein in reger Verbindung. Mit einem Hinweis auf die geplanten Veranstaltungen in diesem Jahre, mit dem Dank an seine Mtarbei- ter und der Aufforderung zu besonderem Einsatz schloß er seine Ausführungen.

Der Oberturnwart erwähnte die vielen Mann­schafts kämpfe, das gute Abschneiden der Turner in den Ginzelwettkämpsen und den Einsatz unserer

Baurat Dr.-Jng. e. h. Dr. h. c. Otto Berndt, ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt und ihr Ehrensenator, gestorben. Die wichtigsten Lehrgebiete des Verstorbenen, der 1892 seine Lehrtätigkeit an der Technischen Hochschule Darmstadt ausgenommen und alle Angebote an an­dere Universitäten abgelehnt hatte, waren Eisen­bahnmaschinenbau, Verbrennungkraftmaschinen und Materialkunde, für die er die Materialprüfungsan­stalt errichtete. Mehrmals Rektor, sind unter seiner aktiven Mitarbeit die Institute für Gerbereichemie, für Zellulosechemie und für Hochspannungstechnik entstanden. Die Fest- und Turnhalle der Hochschule trägt nach dem Stifter ihren Namen, der vorbild­lichen Hochschul-Schihütte in Riezlern war er ein großer Förderer. Seine Sorge um das Wohl der Studierenden trug ihm den BeinamenVater der Studenten" ein. In Anerkennung seiner wissen­schaftlichen Verdienste ernannten ihn die Universität Frankfurt und die Technische Hochschule Karlsruhe zum Ehrendoktor.

Gefängnis für Fälschung eines Bezugscheins.

LPD. Darmstadt, 11. Febr. Wer sich bewußt gegen die Gemeinschaft vergeht, darf nicht mit Milde rechnen, auch wenn er keinen Vermögensoorteil für sich aus seiner Tat erlangte. Das mußte eine junge Frau aus dem Odenwald erfahren, die, als die Be­zugscheine eingeführt wurden, sich schnell noch einiges anschaffen wollte. Sie erhielt auf Antrag auch so­fort zwei Bettücher zusätzlich genehmigt. Drei Wochen später wollte sie auch zwei Bettbezüge und Stoff für zwei Hemden für ihren Mann. Ihr wur­den jedoch nur ein Bettbezug und drei Meter Hem­denstoff bewilligt. Daraufhin fälschte sie den Bezug­schein auf zwei Bezüge und sieben Meter Stoff um. Natürlich kam der Schwindel sofort heraus. Vor dem Richter erklärte sie jetzt, daß sie sich der Schwere ihrer Tat nicht bewußt gewesen sei. Die junge Frau kam noch gut davon, sie erhielt drei Monate Gefängnis.

S.Upori

Turner in der Kreisriege und der Turnerinnen bei den verschiedensten Anlässen. Er gab bekannt, daß die Turner am Dienstag und Freitag und die Tur­nerinnen am Mittwoch in Gießen gemeinsam mit den Gießener Vereinen turnen können.

Gesangswart Gustav Weller konnte ein erfreu­liches Bild von der Jahresarbeit der Sänger geben und hofft auf outen Besuch der Singstunden. Die Kasse ist in Oronung und der Voranschlag ausge­glichen.

Geehrt wurde der noch aktive Kamerad Heinrich Keller durch eine besondere Urkunde für seinen Einsatz als Turner und seine gesangliche Betätigung. Weiter wurden die Kameraden Otto Michel, Heinrich Weller und Heinrich Keller zu Ehren-, mitgliedern ernannt und ihnen Urkunden für 50- jährige und den Turnern Karl Erb und Karl Christ solche für 25jährige Dereinszugehörigkeit ausgehändigt.

Da in diesem Jahre keine WHW.-Veranstaltung in dem üblichen Rcchmen ^durchgeführt wird, wur­den durch eine Sammlung bei den Dereinsmitglie- dern über 100 RM. aufgebracht, so daß 120 RM. dem Winterhilsswerk zugesührt werden können. Die nächste Zusammenkunft soll gemeinsam mit den Kameraden der Gießener Turnvereine in Gießen erfolgen. Im Anschluß an die Versammlung erfreute Kameradin Erna Oßwald durch Musikstücke. Einige Schmalftlme fanden wieder aufmerksame Zuschauer.

Arbeitstagung des ASM. in Gießen.

Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.

schäft ,Fräst durch Freude" als Veranstalter ge­bührt dankbare Anerkennung für diesen schönen Wochenausklang.

Kreishandwerkerschast als Helfer.

Rechtsberatung

und Einziehung von Handwerkerforderungen.

In einem an die Handwerkskammern gerichteten Runderlaß vom 24.1.1940 ordnet der Reichswirt­schaftsminister im Einvernehmen mit dem Reichs­minister der Justiz folgendes an:

Die Rechtsberatung der Handwerker kann wie bis­her von den Kreishandwerkerschaften im Rahmen ihrer Zuständigkeit ausgeübt werden. Eine Prozeß- vertretung vor den Gerichten darf jedoch ebensowenig übernommen werden wie das Beantragen von Zah­lungsbefehlen bei den Gerichten. Im Rahmen der Einziehunastätigkeit hat ein etwaiger Hinweis auf irgendwelchen amtlichen Charakter der Einziehungs­stellen bei den Kreishandwerkerschaften, ebenso jede Werbung für diese zu unterbleiben. Im Geschäfts­verkehr ist für die Einziehungsstelle die Bezeichnung Gütestelle der Kreishandwerkerschaft ..." zu ver­wenden. Gebühren erhebt die Einziehungsstelle von demjenigen, der die Einziehung beantragt hat. Ein Erfolgshonorar darf aber mit der Antragsstelle nicht vereinbart werden. Die Abwälzung der Gebühren auf den Schuldner ist entsprechend der auch für die Jnkassobüros vorgesehenen Regelung unzulässig. Als Vorzugsschaden können von der Einziehungsstelle nur Auslagen für Porto ufw. im Namen des Auf­traggebers gefordert werden.

Fundgeqenstände und Hinderlohn.

Daß die ehrlichen Finder nicht so selten sind, wie manche meinen, darüber wissen die amtlichen Fund­stellen zu berichten, bei denen zahlreiche gefundene Sachen eingeliefert werden, ohne daß die Verlierer sie abholen oder ihren Verlust angemeldet haben. Nach §965 des BGB. sollen Fundstücke sofort der Polizei angezeigt bzw. dem Verlierer, wenn dieser, wie bei Ausweispapieren, Briefen, Zeugnissen usw., zu ermite-tln ist, übergeben werden. Bei Fundsachen kommt ein Finderlohn von 5 v. H. bis zum Werte von 300 RM. und vom Mehrwert ein solcher von 1 v. H. in Frage. Aber auch Gegenstände von we­niger als 3 RM. Wert bedürfen der Anzeige bei der Polizei, so daß also die Annahme, man dürfe sie einfach behalten, irrig ist. Erst wenn sich nach einjährigem Aufbewahren der Besitzer nicht gemel­det hat, geht der Gegenstand in den Besitz des Fin­ders über.

Dinge, die nur für den Eigentümer einen Wert haben, wie Pässe, Photographien usw., unterliegen einem den wirklichen Wert gewöhnlich erheblich übersteigenden Finderlohn, der sich nach billigem Ermeßen und nach den mehr oder weniger großen Umständen richtet, die die Wiederbeschaffung der­artiger verlorener Sachen für den Besitzer bedeu­ten würde. Dies trifft insbesondere für Wertpapiere, Aktien oder dergleichen zu. In diesen Fällen dürfte nach dem Begriffbilligem Ermessen" beispiels­weise bei gefundenen Wertpapieren in Höhe von 50 000 RM. ein Finderlohn von 1 v. H. und bei noch höheren Werten ein solcher von vielleicht Vi d. S). der Ablösung des Gerechtigkeitsgefühls ent­sprechen.

Weniger bekannt dürfte sein, daß irgendwelche Dinge, die man in Schalterräumen von Behörden, Geschäftszimmern oder in öffentlichen Derkehrsmit- teln findet, sofort an die betreffende Behörde oder deren Angestellte abzuliefern sind, ohne daß ein Finderlohn beansprucht werden kann.

Die Pflicht zur Aufbewahrung entfällt bei solchen Fundstücken, die raschem Verderb ausgesetzt sind, oder deren Aufbewahrung unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen. Solche Sachen läßt man gemäß § 966 des BGB. öffentlich versteigern, wobei der Erlös an die Stelle der Sache tritt, wahrend der Finder außer dem Ersatz der Unkosten Anspruch auf angemessenen Finderlohn hat.

Monatsappell der ehem. 416er.

Die Kameradschaft ehemaliger 116er hielt am Samstag imAuerhahn" ihren Februar-Appell ab, zu dem Kameradschastsführer Hans Bill auch Feldgraue begrüßen konnte. Zunächst gedachte der Kameradschaftsführer der in den letzten Tagen ver­storbenen Kameraden: Oberst a. D. Otto Naumann und Oberzugschaffner a. D. Karl Schneider, Gießen- Wieseck. Hierauf wurden die eingegangenen Feld­postbriefe verlesen. Propagandawart Kam. Roe­der gab ein Dankschreiben von Oberst Herrlein an die alten Kameraden bekannt, in dem sich dieser er­freut über die kameradschaftliche Verbundenheit aus- . spricht. Kameradschaftsführer Bill konnte dem Ka- meraden Phil. Glaub eine Ehrenurkunde des Landeskriegerführers für besondere Auszeichnung im Fcchtwesen übermitteln. Anschließend wurden einige organisatorische Fragen besprochen. Kam. Unteroffi­zier Becker überbrachte die Grüße seiner Kamera­den und berichtete über seine Erlebnisse im Einsatz im Westen.

** Verkehrssünder. In der Zeit vorn 2. bis 8. Februar schritt die Polizei gegen Kraftfahrzeug­führer mit 3 Anzeigen und 6 gebührenpflichtigen Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeugführer mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung, gegen Rad­fahrer mit 7 gebührenpflichtigen Verwarnungen und gegen Fußgänger mit 3 gebührenpflichtigen Derwar- nnngen ein.

Strafkammer Gießen.

Die Verhandlung gegen die M. B. in Kirtorf wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Ver­sicherung und gegen den K. St. in Kirtorf wegen Verleitung hierzu, über die wir bereits wiederholt berichteten, wurde am Samstag fortgesetzt.

Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den St. eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten und Erlaß Haftbefehls, gegen die B. unter Zubilligung mildernder Umstände eine Ge­fängnisstrafe von zehn Monaten.

Beide Verteidiger beantragten Freisprechung, da die Schuld nicht erwiesen sei.

Die Angeklagten würben schuldig erkannt, und zwar die M. B. der wissentlich falschen Abgabe eines eidesstattlichen Derficheruna, der K. St. der Anstiftung zur Abgabe einer eidesstattlichen Ver­sicherung. Es wurden verurteilt: M. B. zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten, K. St. zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, sowie Ab­erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren.

Bei der Angeklagten M. B. wurde die seitherige Unbestrastheit, sowie der Umstand, daß sie die Ver­führte ist, strafmildernd berücksichtigt. Bei dem An­geklagten K. St. wurde die Vorstrafe wegen Ver­leitung zum Meineid straferschwerend berücksichtigt.

Der NSMeichsbund für Leibesübungen, Kreis 8, .hielt am Samstagnachmittaa im HotelBayerischer 1 Hof" eine Arbeitstagung ab, 3u der die Kreisfach- warte, die Kreismitarbeiter und die Ringführer aus den 12 Ringen des NSRL. im Kreis 8 nahezu voll­zählig erschienen waren. Auch die Banne der HI. waren vertreten. Mit dieser Arbeitstagung wurden die führenden Mitarbeiter des Reichsbundes aus den Kreisen Gießen, Alsfeld, Weülar und Dillen­burg erfaßt und mit den Aufgaben vertraut ge- macht, die für die Zukunft zu erfüllen sind. Der der­zeitige stellvertretende Kreisführer Hans Stein hieß die Kameraden willkommen und übermittelte zunächst die Grüße des Kreisführers Dr. Schäfer, des Kreisdietwarts Dr. Römer und des Kreis- fportwarts Mohr, die unter den Fahnen und an der Westftont stehen. Der Versammlungsleiter ge­dachte aber auch der vielen anderen Kameraden, die an der Front stechen. In kurzer Erinnerung sprach er dann von dem großartigen Verlauf des Kreisfestes in Grünberg, von der Entwicklung, un­mittelbar nach dem Fest, er schilderte, wie bald nach Kriegsausbruch besonders in den Fachämtern Fuß­ball und Handball die Arbeit wieder aufgenommen wurde, wie aber auch bei allen Mitarbeitern in den anderen Fachämtern der Wille bestimmend fei, die Arbeit des Reichsbundes mit allen Kräften und mit allem Idealismus fortzuführen.

Im Verlauf der Versammlung berichteten zunächst verschiedene Fachwarte aus ihren Arbeitsgebieten. Kreisfachwart Daupert vom Fachamt Turnen wies auf die zwar vorhandenen Schwierigkeiten hin, betonte aber, daß vor allem die Jugend intensiv an das Geräteturnen herangeführt werden müsse. Bannfachwart F o n ti u s versprach in diesem Sinne feine Mitarbeit von der Hitler-Jugend her.

Für das Fachamt Fußball berichtete Kamerad Michel. Er konnte erfreulicherweise mitteilen, daß im Fußball wieder ein reger Spielbetrieb herrsche, wenngleich zahlreiche Jugendliche in die aktiven Mannschaften eingestellt werden mußten.

Kreisfachwart L u h konnte aus der Handball­bewegung ebenfalls Erfreuliches berichten, wenn­gleich natürlich auch in den Handballmannschaften viele Kameraden feylen. Er sprach von den Kämp­fen um den Lahnpokal, von der Tatsache, daß die Mannschaften unseres Kreises nunmehr zur Gau­klasse gehören, ferner von den bisher ausgetragenen Spielen um die Kriegsmeisterschaft, die in den letz­ten Wochen zwar eine Unterbrechung erfahren muß­ten, aber sofort, wenn die Platzverhältnisse wieder günstiger sind, fortgesetzt werden.

Für das Fachamt Schilauf berichtete Kreisfach- mart 2) ö r f n e r von den mit großen Erfolgen durchgeführten Kreisschiwettkämpfen, bei denen in diesem Jahre 90 Wettkämpfer am Start waren, gegenüber manchmal nur 30 Teilnehmern in den Vorjahren. Er sprach von der Absicht, auch an den

nächsten Sonntagen noch einige Wettkampfveranstal­tungen durchzuführen.

Inzwischen war als Vertreter der Gauführung des NSRL. der stellvertretende Gauamtmann Beuermann angekommen, der die Kameraden im Auftrag der Gauführuna herzlich begrüßte. Er berichtete dann in großen Zügen über die Arbeit, die im Kreis geleistet wird, er sprach von den Ab­sichten für die Zukunft, von den Ausgaben für die Arbeit im Interesse der Ertüchttgung der Jugend und gab verschiedene Richtlinien für die Gestaltung der Arbeit unter den gegebenen Verhältnissen. Er­freulicherwerse konnte er mitteilen, daß für die Ar­beit im Gau und in den Kreisen wieder umfang­reichere Mittel zur Verfügung stehen. In ausführ­lichen Darlegungen beschäftigte sich der Redner dann mit Neuerungen, die in absehbarer Zeit vom Orga­nisatorischen her getroffen werden. Er forderte fer­ner zum Einsatz für das Winterhilfswerk auf, er­innerte aber auch an die Opferveranstaltungen, die für den Reichsbund für Leibesübungen durch geführt werden und seiner eigenen Arbeit dienen sollen. Für das Krieaswinterhilfswerk hoffe man im ©au, daß auch in diesem Jahre und unter den veränderten Umständen die gleichen Summen, wie in den Vor­jahren erreicht werden möchten. In kurzen Zügen referierte der stellvertretende Gauamtmann auch noch über die Form der Veranstaltungen des Jah­res. Träger der Veranstaltungen sollten vor allem die Ortssportgemeinschaften sein. In jedem Ort solle vor allem ein Turn-- und Sporttag veranstaltet wer­den, an dem alle Fachämter teilnehmen. Auch in­nerhalb der Ringe sollen Wettkämpfe durchgeführt werden. Von einer größeren Gauveranstaltung wird Abstand genommen.

Aus der Versammlung war eindeutig der Ein­druck und die Gewißheit zu erkennen, daß bei allen Fachwarten und ihren Mitarbeitern die Bereitschaft vorhanden ist, mit allem idealistischen Einsatz die Sache des Reichsbundes und damit der deutschen Leibesübungen in unserer Heimt zu fördern. Wenn auch viele der seither führend tätigen Kameraden an der Front stehen, so sind doch Überall die älteren Sportkameraden, wie auch die jüngeren angetreten, so daß um die edle Sache keine Sorge gehegt zu werden braucht.

Der stellvertretende Kreisführer Stein schloß die Arbeitstagung mit einem eindringlichen Appell zur energischen Mitarbeit und mit hoffnungsvollen Worten für die zukünftige Entwicklung.

Im Anschluß an die Versammlung der Kreisfach­warte, ihrer Mitarbeiter und der Ringführer fand auch eine Versammlung der Vereinsführer statt, zu der sich insbesondere die Vereinsführer aus Gießen und Umgebung eingefunden hatten. Der stellvertretende Gauamtmann Beuermann um­riß auch vor den Vereinsführern die grundsätzlichen Gedanken für die Weiterarbeit und forderte zu

opferfreudiger Mitarbeit auf. Für den BDM. wurde zu einzelnen Fragen Stellung genommen und xu« gesichert, daß für eine enge und reibungslose Zu­sammenarbeit mit dem NS.-Reichsbund für Leibes­übungen alles getan werde, um so dafür zu sorgen, daß Sie körperliche Ausbildung auch der weiblichen Jugend nicht vernachlässigt werde. U. a. wurde be­kanntgegeben, daß Kamerad Franz Sauer zum Ringführer für Gießen bestimmt wurde.

Ooppelveranstal.ung auf dem Sportplatz der Spva. 1900.

VfB.Reichsbahn I Io. Rodheim-Krofdorf I 2:0 (1:0).

Das Spiel mußte auf dem Nebenplatz der Spiel- Vereinigung 1900 ausgetragen werden. Die Gäste konnten sich besser auf dem kleinen Platz zurecht­finden und zeigten sehr gute Leistungen, sie entpupp, len sich als sehr stark; es war nur schade, daß sie nur 10 Mann zur Stelle hatten. Die Grün-Weißen pielten nicht so gut wie sonst und nahmen das Spiel ehr leicht, was sich stark bemerkbar machte. Das Spiel wurde mit Rücksicht auf das Treffen 1900 gegen Wehrmacht nur zweimal 30 Minuten durchgeführt. Die Gäste hatten Anstoß und griffen mächtig an, doch die Hintermannschaft ließ keinen Erfolg zu. Aus der Gegenseite wurde zwar schön tombiniert, doch wagte man selten einen Torschuß. Die Grün-Weißen hatten etwas mehr vom Spiel, jetzt fielen auch kräf­tige Torschüsse, doch war der Torwart vorerst nicht zu schlagen. Nach 20 Minuten gelang es Ehmann, durch feinen Kopfstoß den Führungstreffer zu er­zielen. Kurz darauf knallte Godglück an die Latte, dann war Pause. Jetzt hatten die Grün-Weißen die bessere Seite, und Angriff auf Angriff wurde vor­getragen, aber ohne Erfolg. Auf der Gegenseite brachte ein Durchbruch beinahe ein Tor, der wuchtige Schuß ging aber an die Latte. Einen Handelfmeter verschoß Lehrmund, bis es Godglück auf eine Vor­lage von links gelang, das zweite Tor zu schießen. Mit diesem Erfolg schien man zufrieden zu fein. Die Gäste haben durch dieses Spiel viel Sympathie er­worben.

1900 Dehrmachlsmannschasi 4:2.

Beide Mannschaften beginnen ttotz der teilweise ungünstigen Platzverhältnisse mit großem Eifer. In der 10. Minute heißt es 1:0 für die Blau-Weißen. Eine Kombination des Jnnensturmes bringt das Leder bis an den Strafraum, die Vorlage von Pe­chaufcheck verwandelt Balz unhaltbar. Die Gäste ge­raten hierdurch etwas aus dem Konzept, was die Platzbesitzer geschickt ausnutzen, denn wenig später ist es wieder Balz, der aus einer ähnlichen Situa­tion auf 2.0 erhöht. Die Gäste geraten weiter ins Hintertreffen. Die Hintermannschaft ist verwirrt, und als die Uhr die 18. Minute anzeigt, steht das Spiel 3:0 für 1900. Abermals war Balz der Schütze. Die Blau-Weißen drängen immer noch. Wieder ist Balz mit einer feinen Vorlage im Strafraum, doch dies­mal steht der Pfosten im Weg. Kurz darauf vergibt Heuser eine klare Chance. Eine Flanke von Günther verschießt er wuchtig, anstatt überlegt einzulenken. Allmählich machen sich die Soldaten aus der Um­klammerung frei, und als ihr Linksaußen auf 3:1 verkürzt hat, verteilt sich das Spielgeschehen auf beide Teile. Ehe die Gäste auf 3:2 heran kommen, haben die Bbau-Weißen zwei klare Chancen aus­gelassen. Einmal ist es Pechauscheck, der zu lange zögert, während Kraft Pech hat, als er eine schul­gerechte Flanke von Heuser glatt neben den Pfosten köpft. In der zweiten Hälfte läßt das Spiel etwas an Schnelligkeit nach, ohne an Interesse zu ver­lieren. Torerfolge kommen auch nicht mehr zustande, wie vor der Pause, da beide Hintermanschaften jetzt voll auf der Höhe sind. Lediglich Heuser ist noch vom Glück begünstigt, als er einen Eckball direkt zum Tor verwandeln kann.

Die Gäste hatten verschiedene talentierte Spieler in chren Reihen, so die beiden Verteidiger, die ge­samte Läuferreihe und die linke Sturmseite. Bei 1900, die mit Heeg (VfB.-R.), Goß, Hain, Karstens, Jäger, Garch, Günther, Pechauscheck, Kraft, Balz, S antraten, klappte es wieder einmal nach

Kurze Sportnotizen.

Die Reichs-Schiwetttärnpfe der Stu- deuten wurden am Freitag in Oberfchreiberhau mit dem 18-lcm-Langlauf begonnen. Die beste Zeit kies der Altakademiker Sohmisch (Breslau) mit 1:24:44,8 Std. In der Klasse der Studenten siegte Gerl (München) mit 1:24:52,4 Stunden.

*

Auf der Mammut-Sprungschanze hi Planica (Jugoslawien) soll im Anschluß an die jugoslawische Sprunglausmeisterschaft (3. März) wieder einSchi-Fliegen" durch geführt werden. Weltmeister Sepp Bradl stellte bekanntlich vor Jah­ren auf dieser Riesenschanze mit 107 Meter einen Weltrekord" auf. Deutschland wird auch diesmal in Planica vertreten fein.

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Börse.

Frankfurt a. M., 10. Februar. Don der Kundschaft erfolgten in etwas größerem Umfange Käufe in Aktien. Etwas lebhafter als an den Vortagen gingen Verein. Stahl um, die 2,40 v. H. anftiegen auf 109,90, auch die übrigen Montaw werte lagen 0,50 bis 1,50 v. H. höher, darunter Rheinstahl, Mannesmann, Hoesch und Ilse Genuß. Deutsche Erdöl wurden 2 v. H. höher mit 152 ge- fragt. Am Elektromarkt traten AEG. mit 129,75 (128,25) und Licht & Kraft mit 163 (161,25) stärker hervor. Verhältnismäßig still lagen IG.-Farben Mit uno. 175. An den übrigen Märkten gingen die Schwankungen kaum über 0,50 v. H. hinaus. Auch imVerlaufe blieb die Haltung fest, so daß vielfach noch leichte Erhöhungen eintraten. JG.-Farben 175,50 nach 175, AEG. 130,25 nach 129,75, Deutsche Erdöl 152,50 nach 152, Bemberg 141,90 nach 141,50, Daimler 131 nach 130,50 usw. Verein. Stahl jedoch nur knapp gehalten mit 109,75 nach 109,90. Die Börse schloß zwar ruhig, aber fest.

Am Rentenmarkt wurden vor allem wie­der Pfandbriefe und Reichsschatzanweisungen ge­fragt. Altbesitzanleihe mit 140,85 gut gehalten, Reichsbahn-VA. 0,25 v. H. ermäßigt auf 128. Un- notierte Renten wenig verändert.

Der Freiverkehr hatte kein besonderes Ge­schäft. Tagesgeld unv. 1,75 v. H.

Schweinemarkt in Alsfeld.

* Alsfeld, 12. Februar. Auf dem heutigen Ferkelmarkt kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 28 bis 30 RM. pro Stück. Der Markt wurde geräumt

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