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Niemand glaubt England mehr.
das das
NSG. Das Führerkorps der Partei, ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände des Gaues Hessen-Nassau hatte sich am Sonntag zu einem Appell versammelt, auf welchem ihm der weltanschauliche Stand des Nationalsozialismus im gegenwärtigen Lebenskampf des deutschen Volkes vermittelt wurde. In der Gauhauptstadt Frankfurt sowie in Wiesbaden sprachen Gauleiter und Reichsstatthaller Sprenger und der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP., Stellvertretender Gauleiter Schmidt.
Rom, 11. Febr. (Europapreß.) Das Blatt Mussolinis, „Popolo d'Jtalia", schreibt: In seiner jüngsten Rede hat Kriegsminister Stanley gepredigt, daß alles, was es in der Welt Gutes gibt, nämlich demokratische Ideale, unsterbliche Grundsätze, Kultur, menschliche Würde, ewiger Friede, sich natürlich mit England identifiziere. Er hat auch die Schallplatte vom Jahre 1914 laufen lassen, nämlich, daß England keine materiellen Erwerbungen anstrebe und für das Wohl aller, also auch des deutschen Volkes, kämpfe. Als ob die Bewahrung des zu Unrecht „Erworbenen" zumindest der Wiedereroberung desselben nicht gleichkäme! Wie im Jahre 1914 Belgien, wird heute P o - len als idealer Beweggrund für das Eingreifen Englands angegeben.
Doch die Aufnahme dieser Behauptung unterscheidet sich kraß von jener des Jahres 1914. Damals glaubten viele England, doch heute
Schwierigkeit der Anweisung aus Gefahrgründen bedingter Kurse. Indem man die Handelsschiffahrt von den üblichen Wegen abweichen läßt, ihre Verkehrsdichte also gewissermaßen zerfasert, gewährt man ihr in Mancher Hinsicht eine nicht zu verkennende Sicherheit gegen feindliche Angriffe. Die Brennpunkte des Verkehrs schaltet man jedoch auf diese Weise keineswegs aus. Sie bleiben vielmehr in unverminderter Stärke bestehen, weil die Schiffahrt, wie die naoigatorischen Verhältnisse nun einmal liegen, sie nicht vermeiden kann, soll Vernunft nicht zur Unvernunft werden. Als solche Brennpunkte sind für die britische Flagge nach eigenem Eingeständnis anzusehen: die Kapverdischen Inseln, Pernambuco, Gibraltar, das Kap der Guten Hoffnung, der Golf von Aden, Kap Galle (Süd-Ceylon) und Singapore. An diesen Punkten kann nur die Bereithaltung stärkerer militärischer Kräfte Schutz gewähren. Daß die britische Flotte sämtlichen Anforderungen dieser Art gerecht werden kann, ist ausgeschlossen. Unter- allen Umständen liegen die Dinge so, daß es einem tatkräftigen Angreifer jederzeit möglich ist, sein
Tag bereit zu sein, als Soldat Adolf Hitlers für die Größe und Einheit des germanischen Reiches deutscher Nation."
Der Appell schloß mit den Liedern der Nation und den Klängen des Engelland-Liedes. Mit der festen Zuversicht des Sieges klang es „Die Knechtschaft dauert nur noch kurze Zeit", und wie eine auf das Ziel gerichtete Fanfare erhob es sich in der Me
lodie „Denn wir fahren gegen Engelland". Ein ge» lobender Gruß an die Männer in der Front der Wehrmacht: das deutsche Volk wird sich ihres Einsatzes würdig erweisen. Die Partei hat dafür die Bürgschaft übernommen. Auch im Gau Hessen- Nassau steht ihre Organisation und Arbeit fest verwurzelt in der Tradition der Kampfzeit und ihres Sieges.
Berlin, 10. Februar. (DNB.) Das Auswärtige Amt hat unter Verwertung des neuen umfangreichen Beweismaterials soeben die zweite ergänzte Auflage der mit umfassendem Urkundenmaterial und mit zahlreichen Origmalfoto-Kopien versehenen Dokumentensammlung „Die polnischen Greueltaten an den Volksdeutschen in Polen" erscheinen lassen. Hierzu wird amtlich verlautbart:
Die künstliche Versailler Gründung der polnischen Republik hatte chre gesamte Politik gegenüber dem Deutschtum im Raume des neuen Staates von Anfang an auf eine systematische Ausmerzung des deutschen Dolksteiles gerichtet. So ist in den Jahren seit 1919 der weitaus größte Teil des gesamten Deutschtums von feinen uralten deutschen Siedlungsstätten im Osten von den Polen vertrieben worden. Ein Beweis, mit welcher Schnelligkeit und Systematik diese Vertreibung der Deutschen vor sich ging, ist die Feststellung des Warschauer Forschungsinstitutes für Nationalitätenfragen, daß bereits im Jahre 1931 eine Million De utf che in Polen von Haus und Hof vertrieben worden war. Auch das deutsch-polnische Abkommen vom Januar 1934 brachte nicht die erwartete Aenderung, sondern im Gegenteil noch eine Verschärfung der planmäßig die ganzen Jahre hindurch betriebenen nationalistischen polnischen Hetze, des Terrors der polnischen chauvinistischen Verbände und der Der- gewaltigung und Quälpraxis der polnischen Behörden. Die polnische Regierung betrachtete dieses Abkommen als einen bequemen Deckmantel, hinter dem sie ihre willkürlichen Dertreibungsmaßnahmen gegen die Deutschen ungestört fortsetzen, ja n o ch verschärfen zu können glaubte.
Die britische Blankovollmacht führte öa^u, daß man in Warschau ohne jedes moralische Bedenken nicht nur dem etwas naiven kriegerischen Imperialismus gegen das Deutsche Reich freien Lauf ließ, sondern ebenso auch dem wilden Treiben der von Presse und Rundfunk bis zum Wahnwitz angefeuerten Akteure der Vergewaltigung gegen die deutsche Volksgruppe und gegen alles Deutsche. Durch die in Polen ein-esetzten Spezialkommissionen der deutschen Regierung sind in den gesamten bis 1918 deutschen Gebieten sowie in dem jetzigen Generalgouvernement Polen bereits Hunderte von Massengräbern lokalisiert worden. Von diesen konnte wegen Einbruch des Winters nur ein
Das Führerkorps der RGOAP. des Gaues Heffen-Aaffau zum Appell angetreten
Vorgehen auf derart zahlreiche Punkte anzusetzen, daß die Abwehr auf äußerste Schwierigkeit stößt.
Deutsches Ll-Boot versenkte 38000 25 RX Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 11. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mn der Westfront vertief der Tag ruhig.
Die deutsche Luftwaffe setzte trotz Schtechtwetters ihre Aufktärungstätigkeit gegen Großbritannien fort. Ein britisches Borpoften- boot wurde versenkt. Alle Flugzeuge kehrten unversehrt zurück.
Wie durch Sondermeldung bereits bekanntgegeben, hat ein von Fernfahrt zurückgekehrtes deutsches U-Boot die Versenkung von 38 0 0 0 Brt, zum Teil wiederum aus Geleitzügen, als Gesamtergebnis feiner Tätigkeit gemeldet.
Oie Blutschuld.
Kurz vor Jahresschluß erschien die amtliche Dokumentensammlung über die polnischen Greuel. Sie erbrachten den Nachweis, daß allein im Bromberger Bezirk und seiner Umgebung 5 437 Volksdeutsche grausam ermordet worden sind. Es wurde gleich hinzugefügt, daß diese Zahl sich noch täglich erhöhte, weil immer neue Gräber gefunden werden, und Tausende von Vermißten spurlos verschwunden sind. Nachdem die Verwaltung der früheren Ostprovinzen und des Generalgoruvernements eingerichtet ist, konnte die Fahndung nach Ermordeten und verschollenen Deutschen planmäßig fortgesetzt werden. Bis jetzt steht leider fest, daß im früheren polnischen Staate 58 000 Volksdeutsche entweder ermordet oder verschleppt wurden, sodaß sie bis heute noch nicht gefunden werden konnten. Trotz der Hindernisse des stt-ngen Winters sind bis« her die Gräber von 12 000 ermordeten Deutschen aufgedeckt worden. Die Endzahl der Opfer ist überhaupt nicht festzustellen, da sie sich in die entferntesten deutschen Siedlungen verteilen. Die Grausamkeit des polnischen Pöbels unter der Anführung staatlicher Funktionäre hat alles Maß überstiegen. Die Verantwortung für diese Blutschuld tragen aber nicht so sehr die polnischen Mörderbanden, die zum Teil aus Analphabeten und asozialen Elementen bestanden, sondern die Engländer, die den Polen Mut gemacht haben, gegen das Deutschtum zu kämpfen. Bis zuletzt hat der Londoner Rundfunk Warschau zum erbitterten Widerstand aufgefordert, angeblich, weil die Hilfe der Verbündeten unter« wegs war. Noch am 15. September 1939 meldete die polnische Telegrafenagentur, daß die Verteidigung Warschaus mit Hilfe der Zivilbevölkerung, der Frauen und Kinder, heldenhaft fortgesetzt" wurde. Diese polnische Bevölkerung hat auf England gehört und hat sich für London geopfert.
Jetzt fühlt sich die englische Presse bemüßigt, fo etwas wie eine Verteidigung der polnischen Massenmorde zu versuchen. Die „Times" schreibt, in Brom- berg hätten die Deutschen einen Putsch versucht, als ihre Truppen in der Nähe waren, sie hätten aus den Häusern auf die Polen geschossen. Daraufhin
Das Totenseld der Volksdeutschen in polen
Bisher über 58 000 Opfer des polnischen Mordterrors.
immer stehen mag, immer werde er als Nationalsozialist handeln. Vor allem dort, wo die Partei zur Hilfe der Bevölkerung und zur Unterstützung des Staates im Dienste von Sofortaufgaben stehe, werbe sie immer dafür Sorge tragen, daß Ungerechtigkeiten vermieden werden und das Recht durch den Gemeinnutz diktiert wird. Sie wird damit dem Führer Helsen, unserem Reich die Stellung zu erringen, die ihm kraft seiner Leistung und seines Könnens gebührt.
Der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP., Stellvertretender Gauleiter Schmidt, stellte besonders heraus, daß das Bekenntnis des deutschen Volkes zur revolutionären Idee der Gemeinschaft den Haß und die Wut der jüdischen Plutokratien heraufbeschworen habe. Das Weltjudentum führe seinen erbitterten Kampf gegen das deutsche Volk, weil dieses im Nationalsozialismus seine geistig- seelische Freiheit und damit sein Leben wiedergewonnen habe. Dieser Anspruch auf em von uns selbst geordnetes und gestaltetes völkisches Leben m Freiheit und Ehre hätte niemals Anlaß des Krieges zu sein brauchen. „Wir haben den Krieg nicht gewollt, wenn die anderen ihn uns jedoch zum Schicksal gemacht haben, dann bekennen wir uns zu ihm als einem heiligen Krieg. Front und Heimat wissen heute, daß sie in der größten Stunde unseres Volkes dazu berufen sind, der deutschen Geschichte Sinn und Erfüllung zu geben. Heute gibt es für jeden Deutschen keinen größeren Stolz und keine größere Würde als die, jeden Tag bereit zu sein im opjervollen Einsatz für unser Volk, leden
Der Gauleiter verwies auf die Notwendigkeit dieses Appells. Die Lücken, die im Führerkorps der Partei dadurch entstanden seien, daß der größte Teil seiner Angehörigen im Felde stehe, machen es notwen- gabengebiete neu eingerückten Führer die richtige Blickrichtung für ihren Einsatz erhalten. Auch während des Krieges werde kein Gebiet der Parteiarbeit vernachlässigt werden. Der der Partei von jeher zugewiesene Auftrag der Volkführung erlaube keinen Verzicht auf Arbeiten und Aufgabenstellungen, die mit diesem vom Führer zu Kriegsbeginn wiederholten Auftrag zusammenhängen. Die in den Jahren vor dem Kriege durchgeführte Aufgabenteilung zwischen der Partei, ihren Gttederun- gen und angeschlossenen Verbänden erweise sich gegenwärtig als ein harmonischer Zusammenklang. Treue, Disziplin und Opferwilligkeit seien es gewesen, die die nationalsozialistische Bewegung groß gemacht habe. Diese Tugenden gelte es auch heute einzusetzen. Die Partei werde damit stets das Vorbild des deutschen Volkes sein. Wo der einzelne Parteigenosse in seinem Einsatz auch ' - immer werde er als Ratio-
Werk „Imperium Britannicum“, „eine Schöpfung i des Meeres und der Schiffe." Noch ist die Luftfahrt i nicht so weit, daß sie die Ozeane militärisch be- i herrscht. Somit steht die Seekriegführung auch in 1 unseren Tagen auf bedeutsamem Posten, und es kann nur dazu dienen, das Verständnis für ihre um- fassenden Aufgaben dadurch zu wecken, daß wir uns f kurz und bündig mit der Frage beschäftigen: Welche Zufahrtswege führen nach England?
lieber das atlantische Weltmeer laufen : vier solcher Straßen, und zwar nach Kanada und Nordamerika, nach Westindien und Zentralamerika, nach Südamerika und nach dem Kap der Guten Hoffnung. Der Verkehr auf der Sttaße England-Kanada ist im Herbst besonders dicht wegen Verfrachtung der kanadischen Weizenernte. Von W e st i n d i e n und Mexiko werden vornehmlich Bananen, Oel und Zucker bezogen, lieber die südamerikanische -Straße läuft in erster Linie Fleisch. Vom Kap der Guten Hoffnung kommen Nahrungsmittel, Baumwolle und Rohstoffe herauf, die größtenteils bereits den Weg von A u stra li e n her zurückgelegt haben. Auf den vier atlantischen Straßen waren an einem Stichtage jüngstvergangener Zeit nicht weniger als 1852 Schiffe von 3000 Tonnen oder darüber unterwegs, die sich nach Schiffsarten wie folgt verteilten: 1111 Fahrgastdampfer, 269 Fahrgast- und Fracht- dampfer, 661 Frachtdampfer, 592 Trampdampfer, 219 Oeldampfer. Die Durchschnittsgröße der Schiffe betrug 5770 Tonnen.
Brennpunkte britischer Schiffahrt sind ferner das M i 11 e 1 m e e r und das Rote Meer. Durch sie geht der Verkehr nach Ostafrika, Indien, Malaya, Australien, Neuseeland, China, Japan und zahlreichen Inseln des Stillen Ozeans. Auf den Handelswegen des Indischen Ozeans, die vorwiegend in das Rote Meer und später ins Mittelmeer einmünden, verkehrten am Stichtage eines früheren Termins 596 britische Schiffe von über 3000 Tonnen. Im Stillen Ozean waren am gleichen Tage 411 Schiffe gleicher Größe unter dem Union-Jack anzutreffen.
Diese Zahlen beweisen deutlich, daß es für die britische Admiralität keineswegs eine leichte Aufgabe darstellt, allenthalben die schützende Faust zu zeigen. Wer einwendet, das Vorhandensein derart 'zahlreicher Versorgungsquellen stelle sine große Sicherheit dar, man brauche den Handel aus den bedrohten Gewässern nur auf andere Straßen umzuleiten, der verkennt das Wesen und die Eigenart der Schiffahrt vollständig. Der Sättigungsgrad einer Handelsstraße hängt nicht von den verfügbaren Frachten oder dem verfügbaren Schiffsraum ab, sondern in erster Linie von der Aufnahme-, Lande- und Löschfah t g ® feit der an den einzelnen Straßen liegenden Hafen. Schon in Friedenszeiten halten sich Verkehrsdichte und Umschlagmöqlichkeit ungefähr die Waage. Ein plötzlich gesteigerter Verkehr kann daher nur in Ausnahmefällen bewältigt werden. Jede Überlastung eines Handelsweges hat zur Folge, daß mehr oder minder zahlreiche Schiffe auf Enlladung ober Beladung warten müssen, was nicht nur kostspielig ist, sondern auch in Widerspruch zur Oekonomie der Schiffsraumausnutzung steht. Wie sehr die Hafenzeit eines Schiffes durch Ueberlastung des Verkehrs verlängert wird, hat der Weltkrieg immer wieder, und zwar recht drastisch bewiesen. Die Ausfuhrziffern sanken allein aus diesem Anlag zum Teil bis auf 50 v. H. Die Umleitung des Handels stellt somit alles andere, nur kein Mittel Dar, das fähig ist, die Gefahr einer starken Verkehrsstockung zu beseitigen. Man muß vielmehr zu ganz anderen, einschneidenden Maßnahmen schreiten.
In erster Linie bietet sich hier das „Geleitzugsystem" in Verbindung mit dem „au 5 = weichesystem" an, worunter die Vermeidung der Friedensschiffahrtssttaßen zu verstehen jf • Geleitzugsystem hat sich während des Weltkrieges mit gewissen Einschränkungen — Verzögerung des Verkehrs, weil die Schiffe immer wieder sammeln müssen und an die Fahrsttlse des langsamsten Schiffes gebunden find — bewährt. Dem Au d) system, das nicht etwa mit der U ml e i t u n g Schiffahrtswege zu verwechseln ist,sondern nur• e mehr oder minder starkes Ab weichen von d Hauptverkehrsstraßen bleutet, haften jedoch erhebliche Mängel an; als da fmd: Wege Verlängerung, Erhöhung des .Brennstoffverbrauch,
Teil geöffnet werden. Bereits hierbei hat sich die Ziffer der identifizierten Leichen auf 12 857 erhöht. Erft im Frühjahr wird es möglich fein, den gesamten Umfang der über das Deutschtum seit Kriegsbeginn hereingebrochenen Katastrophe festzustellen und die Ermordeten auszugraben und zu identifizieren. Die beim Chef der Zivilverwaltung in Posen errichtete Zentrale zur Auffindung und Bergung Volksdeutscher ist -damit beauftragt, eine genaue Statistik nur der feit Kriegsausbruch vermißten Deutschen aufzustellen. Diese Statistik umfaßt bereits eine Namenslifte von insgesamt mehr als 45 000, die zu den bereits identifizierten 12 857 noch hinzu kommen. Es ist mit Gewißheit damit zu rechnen, daß von diesen 45 000 niemand mehr am Leben ist, sondern daß sie wie die anderen Deutschen eines grausigen Todes gestorben und in den noch nicht geöffneten Massengräbern verscharrt sind. Die Gesamtziffer der bisher seit Kriegsausbruch in Polen ermordeten Opfer beträgt also bereits heute über5800 0. Nicht nur im Posener Land und im Bezirk Bromberg befinden sich diese Opfer, sondern das Totenfeld des deutschen Volkstums erftrectt sich auch auf den schlesischen und mittelpolnischen Sektor. Auch hier wurden Tausende unb ab er lau« sende von Deutschen, hierbei Kriegsausbruch von ihrem Heimatort verschleppt wurden, beim Zusammenbruch der polnischen Wehrmacht und des vol- nischen Staates haufenweise, wo sie gerade auf Dem Marsch waren, mit Maschinengewehren zusammengeschossen.
Aber dieses letzte und schauerlichste Austoben des polnischen Terrors war nur der Abschluß einer zwanzigjärigen Orgie der Vergewaltigung und Vernichtung. Zahllose der in diesen 20 Jahren von Haus und Hof vertriebenen Deutschen sind elend zugrunde gegangen. Ein großer Teil kam in Deutschland in einem fo heruntergekommenen Gesundheitszustand an, daß er die Flucht aus der polnischen Hölle nur kurze Zett überlebte. Zahllose deutsche Menschen sind in den turbulenten Jahren der polnischen Besitzergreifung gewaltsam beseitigt worden, ohne daß sich irgend eine Stelle in der Welt um ihr Schicksal gekümmert hat. Wenn einst die enbgüli figen Ziffern über diese Massenausrottung des deutschen Volkstums in Polen bekanntgegeben werden, wird die Welt mit Enftetzen gewahr werden, in welche verbrecherischen Hände sie das Schicksal eines großen Telles des deutschen Volkes gelegt hatte«
glaubt ihm niemand mehr. Wie heute England Chamberlains, war angeblich auch Handeln des Englands des Ministerpräsidenten Asquith nicht von materiellen Bestrebungen be- ftimmt, sondern „nur von großmütigen Absichten". Auch damals waren die Kriegsziele Englands ideal und selbstlos. Und zwar so sehr, daß König Georg V., der vielleicht hieran glaubte, an der Front von Flandern durch das ungeheure Gemetzel von Schauder erfüllt, seinem Hoskaplan zurief: Welch schreckliche Tragödie! Hoffen wir, daß es der Staat verstehen wird, mit reinen Händen daraus hervorzugehen! „Statt dessen", sagt „Popolo d'Jtalia", „hat er sich die Hände mit einigem kolonialen Raub beschmutzt, und heute möchte er, um, wie damals, ,mit reinen Händen' aus dem Konflikt hervorzugehen, sich die Hände nicht im eigenen, sondern im Blut der anderen waschen!"
Englands Znsahrlflkaßen.
Von Kapitän zur See
Professor von Waideyer-Harh.
Die Ereignisse des Seekrieges, insonderheit unsere Leistungen im Handelskrieg, rücken Fragen des Seeverkehrs und der Seegeltung stark in den Mittelpunkt des Interesses. Die britische Inselwelt hängt, einer Spinne vergleichbar, in den Maschen eines Riesennetzes, das Abenteuerlust, Seefahrtdrang, Gier nach Besitz, glückliche Kriege und eine weitschauende Politik über den gesamten Erdenrund geworfen haben. Was sind Die britischen Inseln? Ein kleiner Landblock, Europa vorgelagert, dem Atlantischen Weltmeer zugewandt. Und doch: in London schlägt noch immer das Herz d e s britischen Weltreiches, so peinlich auch die Tochter st aaten auf die Wahrung ihrer Selbständigkeit achten. Man spürt es in Australien wie in Kanada, daß das Mutterland versorgt und unterstützt werden muß, soll das Empire mit feinen engen Handelsverflechtungen nicht auseinanderfallen, soll das britannische Netz unzerreißbar bleiben. Die Seewege nach England sind die Dräger des Zusammenhalts; sie zu schützen und zu behüten, stellt daher heute wie früher die Hauptaufgabe der groß britischen Kriegführung dar. „Das englische Imperium ist", so heißt es bei Otto Graf in feinem


