Eichener Anzeiger
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Der deutsche Vormarsch in Belgien und Holland.
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. Angriff auf breitester Front.
Führerhaupf quarlier. 10. 7Nai (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Angesichts der unmittelbar bevorstehenden feindlichen Kriegsausweitung auf belgisches und holländisches Gebiet und der damit verbundenen Bedrohung des Ruhrgebiets ist das deutsche West Heer am 10. 5. bei Morgengrauen z u m Angriff über die deutsche We st grenze auf breitester Front angelreten. Gleichzeitig hat die Luftwaffe mit großem Erfolg die feindlichen Flugplätze angegriffen und mit starken Verbänden zur Unterstützung des Heeres in den Lrdkampf eingegrlf- fe n. Um die Gesamtoperationen der Wehrmacht zu leiten, hat sich der Führer und Oberste Befehlshaber an die Front begeben.
Feindlicher Widerstand im Grenznahe gebrochen.
Berlin, 10. Mai. (DRB.) Das OKw. gibt bekannt: Die deutschen Gruppen haben heute um 5.30 Uhr die holländische, luxemburgische und belgische Grenze überschritten. Feindlicher Widerstand in Grenznähe wurde überall im scharfen Zugriff, vielfach im engsten Zusammenwirken mit der Luftwaffe, gebrochen. Ein deut- f ch e s U-Boot Hal im Seegebiet vor Terschelling ein britisches U-Boot versenkt. Ein deutsches Schnellboot versenkte im Laufe von Operationen in der Rordjee einen feindlichen ZeUtörer durch Torpedo- schutz.
Die Ml erreicht.
Maastricht und MalmedH in deutschertzand
B e r l i n, 10. Mai. (DRV.) Die deutschen Truppen haben in den ersten Rachmittagsstunden die Vssel erreicht und die Maas auf holländischem Gebiet an mehreren Stellen überschritten. Maastricht und die Brücken überden Albert-Kanal westlich der Stadt find in unterer Hand. Malmedy ist genommen. Welker südlich haben durch Luxemburg vorgehende Truppen die belgische Grenze überschritten.
Wirkungsvoller Bombenangriff auf feindliche Flugplätze.
Berlin, 10. Mai. (DRB.) Die deutsche Luft- roa f f e startete beim Morgengrauen des 10. Mai mit starken Verbänden aller Art zum Einsatz gegen Westen und landete zahlreiche Einheiten auf belgischen und holländischen Flugplätzen. Die Flugplätze und ihre Umgebung wurden in kurzer Zeit in die Hand der deutschen Luftwaffe gebracht. Die in 0 ff - und Mittelfrankreich gelegenen Flugplätze waren das Ziel überraschender deutscher Bombenangriffe, die Flugzeuge und Flughäfen zerstörten und grohe Brände hervorriefen. Die Flugplätze Saint Omer, Vitry-le-Fran- x o i 5 und Metz wurden- nachhaltig zerstört.
Rachdem die belgische Regierung englische und französische Truppen ins Land gerufen und die holländische Regierung den Kriegszustand zwischen Holland und Deutschland erklärt hat, wurden die deutschen Luftangriffe auch auf militärische Ziele Belgiens und Hollands ausgedehnt. Dabei wurden unter anderem auch die Flugplätze von Antwerpen und Brüssel erfolgreich mit Bomben belegt.
Verbände der Luftwaffe unterstützten das Vorgehen des Heeres und waren maßgeblich an der Einnahme eines der stärksten belgischen Forts beteiligt, hierbei zeichneten sich be- sonders durch Kühnheit und Schneid der Haupt- mann Koch und Oberleutnant Witzig aus. Der Führer und Oberste Befehlshaber verlieh diesen beiden Offizieren das Ritterkreuz zum Eifer- tien Kreuz.
Seine deutschen Jombemmgnffe auf offene Städte.
Verwundung englischer Zivilisten durch eigenen Flak.
B e r l i n, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Bei Einflug der deutschen Luftwaffe nach Zeigten, Holland, Nordostfrankreich und beim Ueberfliegen der Sudostküste Englands wurde nach bisher vorliegenden Meldungen lebhaftes Flak-Feuer an vielen Stellen gegeben. So berichtet z. B. Reuter-London, daß am Freitag früh an der T h e m f em ün - düng der Lärm des schweren Feuers bte Bevölkerung in Schrecken setzte, die sich schnell auf bte Straße begab, um einen Blick von ben angreifenden Flugzeugen zu erhaschen. Die Blitze ber Zersprln- genben Granaten waren für bie Zuschauer deutlich sichtbar. m t
Trotz dieser Meldung, daß die Bevölkerung a u f die Straßen statt in die Luftschutzräume eilte, verbreitet Reuter sowohl wie havas wiederholt die Nachricht, daß Zivilpersonen durch Angriffe der deutschen Luftwaffe verletzt worden seien. Die deutsche Luftwaffe hat strengen Befehl, keine Bomben au f o s fene Städte zu werfen; sie hat nur milltarls cy e Ziele angegriffen. Die Neugier der Bevöl
kerung aber bringt es mit sich, daß durch die herunterfallenden Spreng st ücke der feindlichenFlak - Abwehr auch Zivilpersonen verletzt werden. Flak-Granaten, die nicht in der Luft krepiert sind, sind mit ihrem vollen Gewicht heruntergefallen und haben einzelne Häuser zerstört. Es ist nicht verwunderlich, daß derartige Einschläge von Flak-Granaten mit Bomben verwechselt werden. Von amtlicher Seite wird nochmals betont, daß Bombenangriffe auf offene Städte bisher von der deutschen Luftwaffe nicht erfolgt sind.
Lustangriff auf die offene Giadi Freiburg.
Zeder Bölkerrechtsbruch wird seine Vergeltung finden.
Berlin, 10. Mai. (DRV.) Am 10. Mai haben drei feindliche Flugzeuge die offene Stadt Freiburg im Breisgau, die völlig außerhalb der eigenen Operationen liegt und keine militärischen Anlag en aufroeiff, mit Bomben angegriffen. Die Bomben
fielen in der inneren Stadt nieder und töteten 24 Zivilpersonen.
Zur Vergeltung dieses völkerrechtswidrigen vorgehens wird die deutsche Luftwaffe in derselben Welfe antworten. Von jetzt ab wird jeder weitere planmäßige feindliche Bombenangriff auf die deutsche Bevölkerung durch die fünffache Anzahl von deutschen Flugzeugen auf eine englische oder französische Stadt erwidert werden.
Lazarette werden nicht angegriffen!
Berlin, 10. Mai. (DNB.) havas Paris verbreitet bie Behauptung, baß bei beutschen Luftangriffen auf bie Festung Antwerpen ein Militärlazarett zerstört worben sei. Diese Melbung ist frei erfunben. Der Führer und Oberste Befehlshaber ber deutschen Wehrmacht hatstrenge Befehle erlassen, offene Stäbte, nichtmilitärische Ziele unb insonderheit bie durch bas Genfer Rote Kreuz gekennzeichneten Lazarette, Krankenhäuser usw. nicht anzugreifen.
ilm Sein ober Nichtsein.
Die deutschen Truppen haben auf breitester Front die Westgrenze überschritten. Die ersten Kämpfe haben bereits zur Besetzung wichtiger feindlicher Flugplätze in Holland, Belgien und Nordfrankreich geführt. Der erste belgische Widerstand bei Maastrich, Maeseyck ist nach Durchschreiten des vorgelagerten hollänbischen Gebietszipfels unb nach bem lieber» gang über den Zuliana-Kanal gebrochen und im wirkungsvollen Zusammenarbeiten aller Waffengattungen ber Uebergang über die Maas erzwungen worben. Der Führer hat sich zur Leitung ber Gesamtoperationen zu seinen Truppen an die Front begeben. Aus seinem Aufruf an die Wehrmacht weiß bas deutsche Volk, daß es nun in die entscheidende Phase dieses Krieges eingetreten ist, in dem es um die primitivsten Lebens- unb Daseinsrechte ber deutschen Nation geht. Das deutsche Volk weiß auch, daß dieser Kampf, der nun, worauf auch in der italienischen Presse besonders- hingewiesen wird, auf den eigentlichen Kriegsschauplatz zurück- gekehrt ist, gewaltig und schwer sein wird. Denn nun trifft die deutsche Wehrmacht auf ihren eigentlichen Gegner, der sich bisher mit Erfolg bemüht hatte, andere Völker für sich bluten zu lassen.
Wir wissen aus dem Weltkrieg, daß Belgier unb Franzosen durchweg ausgezeichnete Soldaten sind, bie von einem sorgfältig ausgebildeten Offizierskorps geführt werben. Wir wissen auch, baß ber Englänber zäh zu kämpfen versteht. Der beutschen Wehrmacht tritt jetzt auch ein mit allen mobernen Waffen bes technischen Krieges gut ausgerüsteter Gegner entgegen. Zudem wirb auch ber neue Kriegsschauplatz an sich natürliche unb künstliche Schwierigkeiten bieten, bie keinesfalls unterschätzt werben dürfen. So wirb bas sorgfältige lieber» schwemmungssystem, mit bem bie Niederlande ihr sonst völlig offenes Gebiet seit Jahrhunderten zu schützen trachten, bie beutsche Wehrmacht vor ganz neue Aufgaben stellen. Belgien seinerseits hat bie natürlichen Verteidigungsmöglichkeiten, bie bas vielfach burch Höhenzüge zerschnittene Lanb bietet, noch burch ein großartiges Festungssystem verstärkt. Wir können bie Stärke ber belgischen Festungen Lüttich unb Namur noch aus bem Weltkrieg. Deutsche Truppen unter Emmich unb Luden-- b o r f f holten sich vor Lüttich im August 1914 bie ersten Lorbeeren. Seitbem ist bas Festungssystem nach mobernen Grunbsätzen ausgebaut worben, und wir wissen aus bem aufschlußreichen Bericht bes Oberkommanbos ber Wehrmacht, baß bieses Festungssystem ausschließlich gegen bie beutsche Grenze orientiert war. So ist Lüttich zur stärksten Festung bes europäischen Kontinents ausgebaut worben, und südlich ber Maas bieten bie Höhenzüge ber Ardennen, die ebenfalls durch kleinere Werke stark befestigt sind, außerordentlich gute Verteibigungsmöglichkeiten.
Auch die Luftwaffe, die in den ersten Monaten des Weltkrieges ja noch keine wesentliche Rolle spielte, wird, wie sich schon gestern gezeigt hat, in ganz anderem Maße auch in den Erdkampf eingreifen. Anders als in Polen trifft nun bie Luftwaffe auf einen gut ausgerüsteten und durchweg schneidigen Gegner. Wenn auch die deutsche Luftwaffe nach dem Willen des Führers lediglich auf militärische Ziele angesetzt wird, so zeigt doch schon der Angriff feindlicher Bomber auf die offene Stadt Freiburg, die außerhalb der deutschen Operationen liegt unb keinerlei militärische Anlagen aufzuweisen hat, baß ber Feind anscheinend nicht gesonnen ist, in gleicher Weise wie wir die Zivilbevölkenw^
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