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durch diese Besetzung Schwedens wären Eng­land und Frankreich in der Lage gewesen, Deutschland von den schwedischen Erzzusuhren abzuschneiden. Die englisch-französischen Trup­pen sollten dann auf dem schnellsten Wege in Skandinavien nach Süden vor st otzen und von Horden nach Deutschland einfal­ten. Bereits seit einiger Zeit hat die Reichs­regierung Nachricht, dah sich auf dem ganzen Gebiet Norwegens englische und französische General- und Admiralstabsoffiziere zur Fest­stellung und Vorbereitung von Landungsplätzen und zur Planung des Vormarsches nach Süden befinden.

Die Reichsregierung war bereits über diese Pläne seit längerer Zeit im Bilde, der Welt aber kommt erst jetzt, nach dem ohne Warnung erfolgten Ein­bruch in das neutrale Norwegen, der ganze unge­heuerliche Zynismus und die Brutalität, mit der England und Frankreich hier im friedlichen Norden einen neuen Kriegsschauplatz gegen Deutschland auf- richten wollten, mit seiner ganzen Tragweite zum Bewußtsein. In der englisch-französischen Note an die norwegische Regierung vom 8. April wird ein neues internationales Gesetz prokla­miert, wonach einem Kriegführenden das Recht zu­steht, eine Aktion zu unternehmen, die der durch die ungesetzliche Handlung des Feindes geschaffenen Lage gerecht wird. Diese These haben wir uns zu eigen gemacht: England hat Skandinavien vergewaltigt, und auf diesen internationalen Rechtsbruch hat nun-

Die Westmächte wollten ganz Skandinavien besetzen! Eine Erklärung -es Reichsaußenministers an -ie Auslandspreise.

Am Vormittag des ereignisreichen 9. April gab Reichsaußenminister von Ribbentrop tm Bundes- ratssaal des Auswärtigen Amtes vor der Auslandspresse eine Erklärung zu dem deutschen Memo­randum an die dänische und norwegische Regierung ab. Unser Bild zeigt (rechts) Reichsaußenminister von Ribbentrop während seiner Ausführungen. (Scherl-Bilderdienst°M.)

hören. Alle kehren in ihre Wohnungen zurück und nehmen ihre gewöhnliche Arbeit wieder auf. Die­jenigen, die schon die Stadt verlassen haben, werden hiermit aufgefordert, wieder zurückzukehren. Diese Anordnung wird im Hinblick auf die neuen Verhält­nisse gegeben.

Wie bekannt wird, hat nur ein Teil der nor­wegischen Regierung in den Dienstag­vormittagsstunden Oslo verlassen und sich nach H a m a r begeben. Verschiedene Minister haben die Notwendigkeit der Lage erkannt und sind in der norwegischen Hauptstadt verblieben, um die Fühlung mit der deutschen Gesandtschaft aufrecht­erhalten zu können. Wie weiter berichtet wird, haben sich in den frühen Stunden des Dienstagnach­mittags, nachdem bereits wieder eine weitgehende Beruhigung eingetreten war, zwei der nach Hamar gegangenen Minister nach Oslo zurückbege­ben und sich mit den dort verbliebenen Kabinetts­mitgliedern zusammenaefunden. Wie man hört, bil­ligen die jetzt in Dslir weilenden Mitglieder des nor­wegischen Kabinetts die Politik des Rumpfkabinetts in Hamar nicht, das trotz der Erfahrungen, die Polen und ' Finnland mit der Beistandspolitik der englischen Regierung gemacht haben, in völliger Verkennung der Situation das Schicksal Norwegens zum Objekt englischer Machenschaften werden lassen will. Die in Oslo anwesenden Minister haben eine neue Regierung unter Führung von Didkun Quisling gebildet.

Reue norwegische Regierung in Oslo

Erneute deutsche Warnung vor sinnlosem Widerstand.

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waren die Besatzungen eingestiegen Hun^^e sol­cher Flugzeuge nahmen in den frühen D M^nstun- den Kurs nach Norden. Ueberall erwärm..gsvolle Gesichter, alle waren wohlgemut Manch lustige Scherze machten ihre Runde, wenn auch das Haupt­gespräch selbstverständlich um dasWohin" ging. Dazu war, solange wir uns auf der Strecke' be­fanden, natürlich nichts zu sagen Bald gaben sich auch die Neugierigsten mit unserem Flug ins Blaue zufrieden, bis dann die Küste Norwegens in Sicht kam. Da wußte jeder Bescheid Einmal, weil plötzlich hervorbrechende Sonnenstrahlen ein male­risches Bild der Steilküste vor unsere Augen zau­berten, dann aber auch, weil alle darauf gespannt waren, was die nächsten Minuten nun bringen würden. Nun entscheidet sich das Entweder Oder. Wir haben seit heute morgen keinen Rundfunk mehr gehört und wissen also noch nicht, ob uns und unseren Truppen ein warmer oder kalter Empfang blüht.

Wir fliegen landeinwärts, überall begegnen uns deutsche Maschinen. Da, der Flugplatz ist bereits £u sehen. Unten ein Gewimmel von Menschen. In ledem Bauernhof, den wir Überfliegen, schauen die Menschen zu uns herauf. Jetzt die Landung. Auf herrlicher Landebahn rollen wir aus. Türen öffnen sich, die Fliegersoldaten des Großdeutschen Reiches stehen auf norwegischem Boden, bereit und entschlossen, den Frieden dieses norwegischen Landes gegen die rechtsbrecherischen Aktionen Englands zu sichern. Dr. Weinschenk.

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O s l o , 9. April. (DNB.) Der deutsche Gesandte Dr. Bräuer empfing am Dienstag Vertreter der norwegischen Presse und gab ihnen einen neuen Appell, den er heute Vormittag an die norwegische Regierung gerichtet hatte. Er t lautet:

,Zn Wiederholung des Appells von heute morgen möchte ich die norwegische Regierung mit allem Ernst nochmals darauf Hinweisen, daß norwegi­scher Wider st and gegen die von uns eingelei­tete Aktion völlig sinnlos und nur geeig - n e t ist, die Lage für Norwegen auf das ernsteste w verschlimmern. Ich wiederhole, daß Deutsch­land nicht die Absicht hat, durch seine Maßnahmen die territoriale Integrität und politische Unab­hängigkeit des Königreichs Norwegen jetzt oder tn Zukunft anzutasten."

Der Gesandte wies mit Nachdruck darauf hin, daß die deutschen Maßnahmen in Dänemark in planmäßiger glatter Durchführung ohne Kampf­handlung vonstatten gingen. Die dänische Regierung habe zwar aus formellen Gründen protestiert, habe über sachlich die deutschen Forderungen angenom­men und verständnisvoll chre Neutralität unter den kchutz Deutschlands gestellt. Zum Schluß erklärte Dr. Bräuer, daß Eoakuierungsmaßnahmen wenig zur Beruhigung des Landes beitragen könnten. Der Polizeikommandant von Oslo gibt im Einverständ­nis mit dem deutschen Befehlshaber bekannt: Die begonnene Evakuierung hat sofort aufzu-

Berlin, 9. April. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gab am Dienstagvormittaa vor den Berliner Vertretern kr Auslandspresse folgende Erklärung ab:

Der gestrige englisch-französische Einbruch in die norwegische Neutralität bedeutet den flagran­testen Rechts - und Neutralitätsbruch, btr denkbar ist. Er reiht sich würdig an die Reihe unzähliger derartiger englischer Neutralitätsoer- legungen, von der Beschießung Kopenhagens im Jahre 1807 durch die englische Flotte bis zum heu­tigen Tage. Der Einbruch Englands und Frank­reichs auf norwegisches Hoheitsgebiet kam für Deutschland nicht überraschend. Wie Sie aus der Note der Reichsregierung an die nor­wegische und dänische Regierung gehört haben, ist ks Ziel Englands und Frankreichs, Deutschland von seinen nördlichen Erzzufuhren abzuschneiden unb in Skandinavien einen neuen Kriegsschauplatz zu errichten, um Deutsch­land von der Flanke von Norden aus anzugreifen.

Der gestern erfolgte Einbruch in die Ter - rilorialgewäffer durch INinenlegung and warnungslofe Versenkung der gesamten küflenfchiffahrt durch England und Frankreich ist erst der erste Teil des der Reichsregie­rung bekannten britischen Planes. Der zweite Teil sollte nach der Reichsregierung vorliegen­den Informationen unmittelbar darauf durch­geführt werden. Er bestand in der Besetzung ganz Skandinaviens, d.h. Dänemarks, Norwegens und auch Schwedens, denn nur

en Halt, als die Spitze auf leichten Widerstand stieß. Kurz darauf erschienen der dänische Kommandant von Hadersleben mit einem Offizier und bat um eine Unterredung. Freundlich wurde er empfangen und freundlich teilte er mit daß er nur feinem Befehl nachgekommen sei und sich' gewehrt habe. Er war aber durchaus der Ueberzeu- äung, daß weiterer Widerstand zwecklos fei und kam der Aufforderung des Generals mit einem deutschen Parlamentär zurückzufahren und die Stadt zu übergeben, nach. Er machte unbedingt den Eindruck eines schneidigen Offiziers. Kurz dar­auf zogen mir auch in Hadersleben ein, von der Be­völkerung umjubelt und mit Liebesgaben bedacht.

(jerhard Schad.

Der Flug ins Vlaue.

........ 10. April. (DNB.) PK. Das war wirklich ein Flug ins Blaue. D. h. nur soweit es sich um den Bestimmungsort handelte. Im übrigen flogen wir Stunde um Stunde im milchigen Nebelschlamm. Inzwischen sind wir gelandet: Dort, wohin uns der Befehl des Führers rief! Gelandet mit Soldaten, um fi(r alle Zeiten den britischen Neutralitätsverletzungen im Norden ein Ende zu bereiten.

Das war ein Hochbetrieb in den letzten Stunden, die wir noch in der Heimat verbrachten. Maschinen starteten, Maschinen landeten, und heute, beim Morgengrauen, tönte der Marschtritt unserer Flie- gersoldaten über das Rollfeld. Eine Stunde später

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