Montag, y Dezember RO
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)
Tagungen alter Soldaten in Gießen
NSG.
ver
der
mo- bis des
ihrer jungen Kameraden wurden. So fei auch den Fachabteilungen die Betreuung der jungen erblin- dct-en Kameraden übertragen worden.
Anschließend wurde von dem Gauobmann mitge- teilt. daß die Fahrtbescheinigungen für die Reichsbahn auch für 1941 gültig sind, daß die Dersicherun- gcn für den Führerhund und auch alle anderen Erleichterungen unverändert bestehen bkeiben. Mildem Treugrutz an den Führer und Obersten Befehlshaber und mit besten Wünschen für die ?“*■"*“ wurde das Kamerad'chaftstreffen beschlossen.
Die Titelrolle, den Vogelhändler Adam aus Tirol, fang Herr Reuland; er legte den Nachdruck auf die urwüchsige Naivität des gebirglerischen Naturburschen, verzichtete erfreulich auf dick aufgetragene Sentiments und brachte gesanglich die Paradestücke der Partie, das berühmte Austrittslied, die „Rosen aus Tirol", und auch das Nachtigallenlied zu unmittelbar ansprechender Wirkung. — Gerti Bogt als Briefchristel war ihm eine temperamentvolle Partnerin, gesanglich frisch, darstellerisch gelockert und auch tänzerisch in bester Form. Gabriele Pos« sinke spielte bei Wahrung der gebotenen repräsentativen Haltung eine jugendliche Kursürstin, bie Temperament und Sinn für Humor bewies. Herr Heinz Müller stattete den Baron Weps mit der oft bewährten Komik des ältlichen Operetten-Kava- liers aus. während die Herren L a p o r t e und B o s n y mit dem grotesken Profesforen-Duett stürmische Heiterkeit ernteten. (Doch sollte man sich vor allzu heftigen Uebertreibungen hüten, die sich im Possenhaften verlieren.) Hella Henzky als altjüngferliche Ho'dame Adelaide und Herr Zahn als Graf Stanislaus in vielen Nöten feien ferner vom Ensemble genannt.
Das Haus war ausverkaust, wenn wir recht ge- fthen haben; der Beifall knatterte in Rollsalven;
Borno tuen.
Tageskalender für Montag.
kämpf prozentual die zweite Stelle. Die Krieger- kameradschaft 1874 kam mit 438 Ringen innerhalb
den. Der Intendant hat im Programmheft einige Bemerkungen zu seiner Inszenierung mitgeteilt und darauf verwiesen, daß der ..Vogelhändler" mit Musik und Handlung sich ebenso an Auge und Ohr wie an das Gemüt des Publikums wende; so hielten sich in der Wiedergabe Gefühlsseligkeit und ein ungemein volkstümlicher Humor die Waage, wurden Schaufreudigkeit und musikalische Erwartung in gleicher Weise befriedigt.
18.30 Uhr Weihnachtsausstellung im Foyer Stadttheaters.
Gießener Vortcagsrlng.
Im Rahmen des Gießener Vortragsringes
mit den Hauptdarstellern erschien zum Schluß auch Intendant. Hans Thyriot
daß man je in dem natürlichen Schwellen irgendwo einen Bruch feststellen könnte. Durch diese begnadeten Mittel läßt sich Konstantin S a d k o nicht zu einer Selbstgeltung des Stimmlichen verleiten. In weiser.Oekonomie setzte er sich ein, wie es der Vortrag fordert. Bei ihm zeigt sich die russische Volks- seele in ihrer unendlicken Tiefe des Gefühlslebens, der Zug zum mystischen Durchleben des Leidens seines Volkes.
Und hier erwies sich der Künstler als der große Gestalter, nicht in der Form eines Podiumsvir- tuosen, sondern mit jeder Faser an dem augenblicklichen Erleben des Vorzutragenden innerlich beteiligt und sein EinzelerlSben mit dem Volkserleben in engster Bezogenheit gleichstellend. So wurde der Gesang der Wolga-Schlepper zu einem Symbol des Leidensweges des russischen Volkes, das einen bis zum Innersten packen und ergreifen konnte, wenn man dabei S a d k o ansah mit der bohrenden Tiefe seiner dunklen Augen, fast dämonisch erregt und so zum Künder einer realen Unmittelbarkeit werdend. Oder wenn dann in Sten'ka Razin jede einzelne Strophe mit ihrem Ausdruck mimisch plastisch erstand und die dem Außenstehenden nicht immer eingänglichen Gegensätze des russischen Dolkscharak- ters zwingend unmittelbar verdeutlichte; solche Augenblicke bleiben unvergessen.
Diese Einblicke ergänzten sich durch den ,Hopak" von M u s s o r g s k i in seiner erdgeborenen Realistik und den bestimmenden Akzenten des Kehrreims. Nach der Arie des Lensky aus der Oper „Eugen Onegin" konnte man nur bedauern, S a d k o nicht auf der Bühne zu sehen, so stark drängte sich seine Gestaltungsgabe im Verein mit den beherrschten musikalisch gesanglichen Ausdrucksmitteln den Hörern auf. Die tiefe Innerlichkeit, das Heimatsgefühl in den „Glocken" von Kalinnikow, wie die religiöse Inbrunst in der Evangelimann-Szene ergriffen ebenso wie die Versunkenheit und Hingabe im „Gebet" von Himmelschern a.
Frau R i t s ch e l gab seinem Vortrag am Flügel wichtige Stütze, und im Mitgehen trug sie wirkungsvollen Anteil an dem Abend. Ein nicht endenwollender Beifall rief den Künstler fast unzählige Male auf das Podium zurück; er dankte mit italie- nischen und spanischen Gesängen als Proben ausgeglichenster glänzender Belcanto-Kunst. Man muß Konstantin S a d k o Dank abstatten nicht nur für den Abend allein, sondern daß er in so selbstloser Weise seine so prächtigen Gaben in den Dienst des Winterhilfswerkes stellte, Dr. Hermann Hering.
Mitteln die Dolksbildungsstätte Gießen, der Goethe- Bund Gießen und die Kulturelle Vereinigung am Donnerstag, 12. Dezember, in der Neuen Aula der Universität wiederum eine besonders bedeutsame Veranstaltung. Der Reiseschriftsteller Dr. Colin Roß wird über das Thema „Das neue Asien" sprechen und seinen Vortrag durch zahlreiche Lichtbilder illustrieren. Ein äufgeschlossener, vorurteilsloser, groß empfindender Mensch, der „mit den Augen des Deutschen und dem „Wisien des Kosmopoliten" unterwegs ist. So sieht Colin Roß die Welt.
Ortszeit für den 10. Dezember.
Sonnenaufgang 9.26 Uhr, Sonnenuntergang 17.10 Uhr. — Monduntergang 4.19 Uhr, Mondaufgang 15.15 Uhr.
verdunketungszeik
in der Woche vom 8. bis 14. Dezember: 17.05 bis 9.20 Uhr.
Weihnachtsspende Gießener Mädels in einer Ausstellung.
Der BDM. in Oberhessen hat Weihnachtssachen hergestellt, die den Kindern der ins Reich heimge- kehrten Deutschen aus Wolhynien als Wechnachts- gabe zugedacht sind. Die Mädel des Gießener Mädel- und Iungmädel-Untergaues 116 hatten einen Teil ihrer angefertigten oder zusmnmenge- tragenen Spielsachen und praktischen Gegenstände für das Kr.egs-WHW. uno die Wolhynien-Deut- sch en a m gestrigen Sonntag im Zeichensaal des Gymnasiums ausgestellt, um den Eltern Gelegenheit zu geben, die von ihren Mädeln gebastelten, ae- klebten, genähten oder sonstwie angefertigten schönen Sachen einmal in einem größeren Rahmen zu sehen. Da die Volksdeutschen aus Wolhynien gewissermaßen nur ihr Herz ins Reich 'm'tgebracht haben, hehlt es ihnen an allen praktischen Dingen und vor allem an Spielsachen für ihre Kleinen. Die Mädel haben daher allerlei Töpfe in verschiedenen Größen und aus verschiedenem Material und auch holzgeschnitzte Gebrauchsgegenstände für die Küche, vor allem Löffel für verschiedene Zwecke zusammengetragen, mit denen sie den Frauen eine Freude bereiten werden. Für die Kleinsten wurden bunte Unterhaltungsspiele geklebt, kleine Häuschen angefertigt, handfeste Eisenbahnzüge und Tierfiguren aus Holz hergestellt und u. a. auch aus Wachsleinwand gefertigte abwaschbare Tiere geschaffen. Die Werkgruppe überrascht put sehr sauber gearbeiteten, aus Holz gedrehten und aufstellbaren Figuren. Für die großen Kinder stehen Puppen-
Als Dirigent wirkte Kapellmeister A p e l t, der die dynamischen Schattierungen der Partitur leb- haft herausarbeitete und ihre mancherlei melodischen Reize, stets im engen Kontakt mit dem Bühnenvorgang, wohlabgetönt zum Klingen brachte. Vortreffliches leistete, wie stets, Herr Löffler als Bühnenbildner, der nicht nur die Hauptschauplätze farbig und räumlich mit Geschmack entworfen, sondern auch für die reliefartig eingeführten Zwischenszenen lustige, bunte Borhangsolien geschaffen hatte. Um die reichhaltige neue Kostümausstattung hatte sich Herr Endlich verdient gemacht. Auch die Tanzgruppe unter Führung von Irmard T r ö m e l war vielseitig und abwechslungsreich beschäftigt und lockerte das ohnehin bewegte Bild in willkommener Weise auf.
Kassel, die mit nur 423 Ringen die Gaumeisterschaft errang. „
Sodann überreichte Kameradschaftsführer Dohn den Kameraden Glebe (142 Ringe) und Geld- bach (141) die Sieaerplakette für die 1. Wieder- » Kamerad Heinrich Appel erhielt die gölte Kameraden Döhn, Ludwig und Zipp erhielten die silberne und die 'Kameraden K u n e r t, Stieber und Harbauer die bronzene Ehren- nabel. Die vier Meisterschützen erhielten die Aermel- abzeichen für Meisterschützen.
Kameradschaftsführer D ö h n hielt schließlich einen interessanten Lichtbildervortrag über den Anteil der Luftwaffe an dem Kampf gegen England. Kamerad Oberleutnant Fischer berichtete anschließend noch in sehr interessanter Weise über'seine Erlebnisse im Felde.
____ ,Kraft durch Freude": 19.30 Uhr im Gloria-Palast, Seltersweg: Meisterabend froher Unterhaltung. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Wo die Lerche singt" (nur Nachmittagsvorstellung). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herz modern bliert". — Oberhessischer Kunstverein: 17.30
Gießener Gtadttheater.
Zeller: „Der Bogelhändler".
„Der Dogechändler" von Karl Zeller, der von jjaus aus Jurist war und später k. und k. Mmiste- rolrat im Wiener Unterrichtsministerium wurde, if vor fünf Jahren zuletzt im Stadttheater gegeben öcrben. Die Operette stammt aus dem Jahre 1891 inb ist (neben bem „Obersteiger") weitaus das betonteste unb beliebteste Werk Zellers, das vor einiger Zeit einer gründlichen Neubearbeitung (sog. Münchener Fassung) unterzogen würbe unb sich nanmehr fast ein halbes Jahrhundert lang nicht nir auf den deutschen Bühnen behauptet, sondern sich darüber hinaus als eines der unverwüstlichsten uib zugkräftigsten Repertoirestücke im Bereiche der klassischen Wiener Operette immer wieder bewahrt hrt. Zur Popularisierung des Stückes trug übrigens inniger eine vor Jahren vorgenommene Verfilmung rs vornehmlich der Rundfunk bei, der sich oft unb Arn der musikalischen Glanzstücke und Parade- Pnrtien aus dem „Vogelhändler", in erster Lime
„Rosen aus Tirol", erinnert. ♦
Das Originallibretto stammt von M. West und Held nach einer Idee von Biäville und tt'jrbe später von Brückmann und Dueben« f-ldt einer Umgestaltung unterzogen, bie seiner- zit auch hier gegeben worben ist. Die Ereignisse Isielen zu Beginn bes 18. Jahrhunberts, woraus sich vor allem für bie Kostümausstattung riizoolle Anregungen unb Möglichkeiten ergeben, Jib beruht auf einem volkstümlich ausgeschmuckten Lebes- und Derwechslungsspiel, dessen opexetten- itafjig unverbindlich unb leicht geschürzte Hanb- limgsfäben bie berb-länbliche Tiroler Berg- und ^uernwelt mit dem hösischen Prunk und der gravitätischen Eleganz einer Duobez-Resibenz bes Ro- h8o in lebhaften Kontrastwirkungen verbinben. ^ß sich zum Schluß bie obligate Verwirrung mit btr Wiedervereinigung des voreilig entzweiten lue- bspaares, des Vogelhändlers Adam und der Chri« stl von der Post, zu allgemeiner Heiterkeit und Zu- stedenheit löst, bedarf kaum der Erwähnung.
Die Inszenierung der Operette unter Leitung desIn- ttnbanten Hans Walter Klein brachte eine mit oe- btutenbem Aufwand vor allem an Szenenbildern uib Kostümen bewerkstelligte neue Ausstattung; es
auch sonst nicht gespart worden und Chor, 6:<itifterie und Tanzgruppe merklich verstärkt wor-
llr.291 Zweites Blatt
KameraoschaftStreffen der oderhessischen Kriegsblinden.
Am gestrigen Sonntag kam hier im „Frankfurter Hof" Der Bezirk Gießen des Bundes erblindeter Krieger in der NSKOV. vor seiner endgültigen Ueberführung in die NSKOV. noch einmal zusammen. Gauobmann Joses Kranz aus ^Friedberg hieß dabei den k. Kreisamtsleiter der NSKOV. des Kreises Wetterau, G r a o e l i u s , Gießen, willkommen, der die Grüße des Kreisleiters der NSDAP., Kreis Wetterau, unb bes Gauamtsleiters der NSKOV. überbrachte. Nach stillem Gedenken für die Gefallenen begrüßte Gauobmann Kranz die Kameraden und ihre Angehörigen, die aus dem Gebiet von Marburg, dem Wetzlarer Bezirk und aus Oberhessen erschienen waren. Von noch 39 • Mitgliedern war der größte Teil erschienen, was der Gauobmann als einen Vertrauensbeweis für seine und seiner Mitarbeiter Arbeit bezeichnete.
Wichtiafter Punkt der Tagesordnung war der Bericht für bie Auflösung des Bunde- erblinbeter Krieger unb bie Ueberführung seiner Mitglieder als Einzelmitglieber in bie NSKOV. Gauobmann Kran § berichtete darüber u. a., baß auf Wunsch bes Führers alle schicksalsmäßia zusammengehören- ben Krieger zu einer großen Gemeinschaft zusarn- menzusühren seien. Deshalb erfolgte nun die Auflösung bes alten Bundes unb bie Ueberführung seiner Mitglieder in bie NSKOV. Bei ber Ueberführung sicherte ber Reichskriegsopferführer den erblindeten Kameraden weitgehende Berücksichtigung ihrer Selbstverwaltung zu. Kriegsblinde werden in bie Reichsführuna und in bie Gauamtsleitungen aufgenommen, und auch in ben örtlichen NSKOV.- Führerfchaften -sollen nach Möglichkeit Vertreter aufgenommen werden. Die bisherigen Bezirke werden ■ als Fachabteilunaen im Gau weitergeführt. Die Erholungs- unb bie Arbeitsfürsorae wirb in bisheriger Weise erhalten bleiben. Im Bezirk Gießen werden bie bisherigen Zusammenkünfte als periodische Arbeitstagungen abgehalten. Gauobmann Kranz ermunterte feine Karneraben, nun als Mitglieder der örtlichen NSKOV.-Karnerabschaften zu beweisen, baß sie sich mit den schenben Kameraden schicksalsverbunden fühlen. Schriftführer Franz Adam verlas dann die entsprechenden Berichte unb Anorbnungen.
Der k. Kreisamtsleiter ber NSKOV. im Kreis Wetterau, G r a v e l i u s (Gießen) begrüßte die neuen Kameraden in dem großen Bunde, in den sie schon längst hineingehört haben. Als Kamerad unter Kameraden sollen sie hier den besseren Anschluß an die Volksgemein'chaft finden. Er erzählte von seinem eigenen Schicksal, das ihn als Kriegsgef-ange- neu nach Sibirien verschlagen hatte und durch 17 Spitäler führte, in denen er das Leid kennen lernte. Er betonte, daß es für die Kriegsblinden besser sei, einer großen Kameradschaft anzugehören, da dann ber Staat besser für sie sorgen könne, als bisher. Die NSKOV. in jebem Orte stelle einen Verbindungsmann zur Partei, so daß sich ein enger Anschluß an bie große Volksgemeinschaft ergebe, ber für den einzelnen nur vorteilhaft sein könne. Er forberte bie Kriegsblinden auch auf, in bie Ehr en sturme ber NSKOV.-Kamerad chasten einzu- trcten, um dadurch zu beweisen, daß sie wieder ins Glied zu ihren Frontkameraden eingetreten sind.
Gauobmann Kranz dankte Kamerad Gravelius rür die vertrauensvollen Worte und hob hervor, daß d'e Kameraden des alten Krieges heute nicht mehr die zu Betreuenden sind, sondern Betreuer
Lieder- und Arienabend Konstantin Gadko.
Einer der wichtigsten Zugänge zur russischen Volksseele ist das Volkslied und im weiteren eame die spezifisch russische Musik. Es ist bezeichnend für die Entwicklung der russifchen Musik, daß sie mit ihrer schöpferischen Fähigkeit im Augenblick volk- hafter Selbstbesinnung einsetzt. Wenn Glinka, einer der ersten, die für national-russische Musik eintreten, sich äußerte: „das Volk schöpft, wir arrangieren nur", so betont er als wichtigste Quelle die russische musikalische Volkskunst, das Volkslied, den Volkstanz. Wenn dann die originellste Persönlichkeit unter ben russischen Musikreformern, ben Novatoren, Mobest Mussorasky, unbelastet burd) Tradition zu einer eigengefetzlichen Harmonisierung und Stilisierung ber russischen Nationalmusik gelangt, so steht ihm bie naturalistische Wahrheit unb Klarheit bes Ausbrucks als Ziel vor Augen.
^ür biete Tatsachen zeugte der Lieder- und Arienabend von Konstantin Sabko. In ben An- fünbigungen ging ihm ein Ruf voraus, ber zu stärksten Erwartungen berechtigte. Das Erleben des Abends aber übertraf sie um ein Beträchtliches. Denn Sabko ist von ber Natur ungemein glücklich veranlagt. Der slawische Schädel bietet günsticsste Resonanzoerhältnisse, und so konnte man hier eine Schönheit der Stimme in vollster Klangpracht genießen; frei von allen nur denkbaren Hemmnissen, wie sie auch noch bei anerkannten Sängern bisweilen zu treffen sind. Die Tonevolutionen im Fortissimo strahlen raketengleich auf im weit geführten melodischen Bogen, niemals dabei die Grenze des Schönen und des Organs je berührend oder gar überschreitend. Hier konnte man den so selten anzutrefsenden Fall rückhaltslos bewundern, daß ein Tenor im Bereich b^r Quarte einen Schwellton in höchster Vollendung hören ließ. Und dennoch ebenso bedeutunasvoll stimmliche Werte gibt Sabko gerade in den schwebenden Klängen seiner mezza voce. Sammetweich und doch männlich, mit dem Schimmer der Obertöne verbreitet sie sich im Raum, aber ebenso plötzlich unb überraschend für den Hörer weitet sie sich zum glanzvollen Schwingen des Forttssimo, ohne
Artilleristen-Kameradschast 1895 Gießen.
Einen sehr interessanten 2lbend verlebten die zum Monatsappell am Samstag im Kameradschaftsheim „Hefsischer Hof" zahlreich erschienenen alten Soldaten m der Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen. Der besondere Wert bes Appellabenbs ging aus ben Berichten hervor, bie von Kameraden aus dem Felde, die gegenwärtig hier auf Urlaub weilen, über ihre Erlebnisse und ihre Beobachtungen in Feindesland gegeben wurden. Kameradschaftsführer Müller konnte als Angehörige der Artilleristen- Kameradschaft die Urlauber Oberleutnant Adolf Fischer und Regierungsinspektor der Luftwaffe Wittich, ferner als Gast von der Infanterie den Kameraden Major Petri, einen alten Gießener, begrüßen.
Im Anschluß an einige dienstliche Mitteilungen, des Kameradschaftsfül)rers, die rasch erledigt waren, erzählten die Frontkameraden Wittich, Fischer unb Petri von ihren großen Erlebnissen im Westen unb im Norben. Dabei würben ben alten Solbaten, bie biesmal nur zu Hause ihre Pflicht für Volk unb Vaterlanb erfüllen können, vielseitige interessante Ueberblicke unb Ausschlüsse über Fragen unb Dinge gegeben, bie uns alle bewegen, wobei bas Interesse an ber Waffe ber alten Artilleristen be- sonbers im Vorbergrunbe stanb. Daher folgten die einstigen Kämpfer von 1914/18 auch mit höchster Anteilnahme biesen Berichten von brauhen, aus der jüngsten Zeit und von den ruhmreichen Kämpfen unserer siegreichen Wehrmacht. Alle Hörer waren ben berichtenden Kameraden herzlich bankbar für die aufschlußreichen Mitteilungen, unb bem bankbaren Gefühl ber Zuhörer gab ber Kameradschasts- führer in treffenben Worten Ausbruck.
An ben bienstlichen Teil bes Abends schloß sich noch für kurze 'Zeit die übliche kameradschafttiche Geselligkeit an.
Knegerkameradschast von 1874.
Die Kriegerkamerabschaft von 1874 hielt am gestrigen Sonntagnachmittaa im „Burghof" chren letzten Monatsappell in biefem Jahre ab, ber gut besucht war. Kamerabschaftsführer D ö h n stellte dem Appell ein Wort des Stellvertreters bes Führers voran, in bem ber Siegeswille zum Ausbruck gebracht wirb. Nach dem Treugruß an ben Führer unb Obersten Befehlshaber würbe ben Gefallenen unb Verstorbenen ein ehrendes Gedenken gewidmet. Der Kameradschaftsführer würdigte dabei besonders die Verdienste des verstorbenen Fechtwartes unb Fahnenträgers ber Kameradschaft, Kamerab Ludwig Meyer. Weiterhin gedachte er der verstorbenen Kameraden Langstroff und Polizei- kommissar a. 2): Kimmel. Dem Kameraden Sani- täisrat S ch 1 i e p h a k e, der ein reges Mitglied ist, wurden zum 80. Geburtstag die Glückwünsche der Kameradschaft übermittelt.
Don den eingegangenen Feldpostbriefen wurden die Grüße des ^-Kameraden Lutz und des Pro- pagandawartes Oberleutnant Adolf Fischer hervorgehoben. Kamerad Hugo Hartmann, ber ben einberufenen Kameraben Felbpostpäckchen schicken wird, wurden Spenden an Zigarren, Zigaretten, Gebäck und Geld überreicht. Die Kameradschaft sammelt Rundfunkapparate, Grammophone und Schallplatten für die Soldaten.
Schießwart Merlau berichtete über gute Ergebnisse ber Schießbeteiligung. Nachdem bie Kameradschaft für die Erringung der Kreisschießmeister- schaft bereits eine Meisterbüchse erhalten hat, wurde jhr jetzt für die erfolgreiche Beteiligung am Gauwettkampf, bei dem sie im Kreis an erster Stelle stand, ein Obelisk als Wanderpreis zuerkannt, ber dem Kamerabschaftsführer überreicht würbe. Der Gauverband Fulda-Werra erreichte im Reichswett-
Aus der Stadt Gießen.
Vögel im wintetlichen Garten.
Richt nur bei Rauhreif oder Schneefall leuchtet latgeniäUige Schönheit aus allen Gartenw.nkeln, t-, gibt auch andere Reize im winterlichen Garten, b>nen wir mehr Beachtung schenken sollten, als es ,'wöhnlich geschaht. Schon ohne unser Zutun ist jiDer Garten mehr ober weniger beleot von Kleinvögeln ber oerschiebensten Art. Gewiß, so Mast wie im Sommer sinb sie nicht, aber lach gehören sie zum Garten, ben sie von Zeit zu jeit immer wieder besuchen. Mal ist es der tzchwarm Sperlinge, der in bie bichte Hecke flüchtet tot ben Raubrittern ber Luft, dann ist es ein Reisenoolk, bas seinen Streifzug etwa burd) bie flirtenfolonie uns zu Gesicht bringt, ober es sinb zu- bauliche Gimpel (Dompfaffen) unb Ammern, bie nichtgeschnittenen Stauben nach Samen suchen; t> kommt auch bie schwarze Drossel mit ihrer>brau- _'N Schwester, ber Amsel, sich einanber bie Utzten eeren unserer Ziersträucher streitig machenb. Hin nd wieder ist ber Garten Rastplatz für durch- ijenbc Wintergäste, braunbrüstige Bergfinken, eifarbige Stieglitze (Distelfinken), schlanke, scheue ingdrosseln, droll ge Dohlen, Braunellen, Baumuser, Goldhähnchen oder noch Zaunkönige, deren ohl sich je nach der Landschaft vermehrt oder ver- lindert.
Immer aber ist dies beschwingte Dölklein eine luefle reinster Freude, die um so stärker sprudelt, mehr wir den Wert der Wintervögel als ©arten» zmuck begreifen. Vom badenden, trinkenden und rütenben Vogel wissen wir bas, beobachten ihn ets mit aewisier Anteilnahme unb rechnen ihn eudig unserm Garten zu; da werben wir halb erstehen, Anteil zu nehmen art ber Sorge, die aus nn Warten aufgeplufterter Spatzen, bem Trippeln >r Haubenlehre im Schnee, bem Pochen bes Spech- s, bem Gezänk ber Hänflinge, bem Kopfüber-Kopf- -iter ber Meisen und dem arteigenen Benehmen 1 ber anderen gefiederten Kreaturen spricht; die arge ums tägliche Sattwerden, ber Kampf ums afein.
Sind es also die vitalsten Lebensäußerungen, men wir den belebenden Sch^muck unserer an Zinterschönheit oft so armen Gärten verdanken, ist damit schon an^ezeigt, wie wir diese mitunter ur zufällige Verschönerung unserer Pflanzunben i einer reichen, andauernden Zierde gestalten fön« en: Lassen wir die gefiederten Gesellen das finden, as sie suchend zu uns führte! Dazu können wir ns ber betonten Futterapparate - und ähnlicher inricbtungen bedienen. Wir werden aber noch viel -ter selbst bastelnd Futtergerät schaffen und wer- >n neben der selbstverständlichen Zweckmäßigkeit -sonders darauf bedacht sein, daß wir unseren >arten durch Anlage eines Futterplatzes verschö em möchten. Wenn wir mit dem Herzen uns bie» ■t Sache widmen, können wir geradezu Triumphe ■ iern: bann frißt das Rotkehlchen aus dem Napf m Schoß, ja aus ber Hand, dann zeigt ber Specht licht am Fender, wie er bie Walnuß leert, bann hwirrt's im Geäst ber fahlen Bäume, unb so ein dies Haus m t all seinem Bewuchs wird von schar- Ht Aeuglein ganz gründlich untersucht und von slcwürm fachkundig gesäubert.
Man lernt unter ben höchstens nützlich geschätzten, in st aber weniger beachteten Tierlein Unterschiebe rod) Charakter unb Temperament machen. Da ist üclleicht in einer Stunde verzehrt, was für ben p.nze.a Tag bestimmt war. Ein Me'.slein mit einem terfrüppelten Fuß kann kein Hanfkörnlein auf- äcken. Unb bas ba ohne Schwanz schleppt bie für len Specht bestimmte Nuß weg! Gar sprachlos steht nan bem Kirschkernbeißer gegenüber, lieber Kleiber jibt’s immer was zu lachen, während man per- i.blid) zu ergründen sucht, zu was es die bisiigen jänflinge g'bt. Und wenn man das „Gehabe" der toglein — ihre Sprache — zu deuten versteht, dann reiß man auf einmal, daß das Krüppelmeislein soquettchten Hanf braucht, daß die Nuß nicht an? ^brachen sein darf, daß der Kleiber öfter kommt, r?nn er größere Samen, Kürbis ober Sonnen- i-umenferne finbet.C. K.
.............. — v.Mtyv.* ....^rhalb küchen, für bie Jungen Solbaten, Eisenbahnen unb Zukunst des Gaues auf ben sechsten Platz, mit einem Ring Kraftwagen aller Art zur Verfügung. Einen größe- j Differmz vor ber Kamerabschaft ehern. 167er in I ren Raum nahmen die praktischen Gegenstände für


