Ausgabe 
9.3.1940
 
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ltt. 59 zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (vberheffen)

y./iv. März 19^0

Aus der Siadi Gießen.

Ehrenmale der Heimat.

Es geschieht vielen, die, noch ganz gefangen vom Tempo und der eigenen Konzentration auf den regen Verkehr, auf der Straße von Frankfurt nach Gießen fahren, daß sie sich angevufen fühlen, wenn sie die ersten Häuser von Klein-Linden, dem neuen Vorort unserer Stadt, passiert haben. Ganz plötzlich, und wenn auch nur für kurze Augenblicke, rückt ein Ehrenmal in das Blickfeld, einen Soldaten dar­stellend, überlebensgroß und in Stein gehauen eine lebendige Mahnung an die Opfer des Welt­krieges. Es hat den Anschein, als sei das Denkmal nicht nur als Mahnmal für die Klein-Lindener ge­schaffen. Hunderte, ja Tausende fahren täglich daran vorbei, sehen das klare StandbiD, und wohl die meisten werden daran erinnert, daß hier eine Ge­meinde ihrer gefallenen Söhne gedenkt. Und viele

Nie Illustrierte des Gietzener Anzeigers

fällt heute aus als Folge von Güterverkehrs­einschränkungen. Sie können nicht ohne Ein­fluß auf die Papierbeschaffung sein, so daß die Illustrierte vorübergehend einmal nicht er­scheinen kann Die Bezieher werden um Ver­ständnis gebeten für diese besondere Lage, die nur von kurzer Dauer sein wird.

Verlag des Gießener Anzeigers

von denen, die hier täglich und gerade jetzt, in einer Zeit der Entscheidungen, vorbeisahren, bemerken auch jenen großen Zug der kämpferischen Entschlos­senheit, der sich in der Haltung dieses steinernen Soldaten ausdrückt, der am Strome des Verkehrs steht und mahnt, eines großen Opfers eingedenk zu sein *

Es gibt aber auch ein Kriegerehrenmal in unserer Heimat, das wohl in gleichem Gedanken wie jenes Ehrenmal in Klein-Linden, so doch auf ganz andere Art zu uns spricht. Hoch oben auf der Herchenhainer Höhe, umrauscht von niedrigen Kiefern, im Sommer umwogt von hellroten Weideröschen, steht das Ehrenmal, das der Vogelsberger Höhenclub seinen Kameraden gewidmet hat. Kaum je unterbrochene Stille herrsch um dieses Ehrenmal, kaum ein Mo­tor beeinträchtigt den Frieden, der dort oben herrscht, nur das Jubilieren der Vögel ist um die Steine, die, aus dem heimischen Boden gewonnen, roh behauen, fast zyklopisch, den gefallenen VHC.ern zum Ehrenmal aufgerichtet wurden. In ernster und ungestörter Besinnlichkeit widmet man hier manchen Gedanken dem Opfer der Söhne un­serer Heimat. Alljährlich einmal finden sich die VHC.er an diesem Ehrenmal zu einer Feier ein und gedenken ihrer gefallenen Kameraden.

In unserem kleinen Nachbarstädtchen Lich steht das Ehrenmal aus hellem, grauen Stein vor den dunkel aufragenden Stützpfeilern der Marienstiftskirche. Im Frühling und im Sommer, wenn die Bäume auf dem Kirchenvorplatz belaubt find, zittern Son­nenkringel über den Stein mit feiner etwas bizarren Ornamentik und dem Ritter Georg, der hier als Symbol des Kampfes gegen einen heimtückischen Feind dargestellt ist. Immer sind Kinder um das Denkmal, denn aus dem stillen Platz vor der Kirche ind sie ferne den Gefahren des Verkehrs. Hier betreiben sie ihre mancherlei Spiele. Um das Denk­mal bekümmern sie sich dabei weniger, denn es ist ihnen vertraut und eben gewohnte Umgebung. Und doch würde manches der Kinder, wollte es die Namen der Gefallenen von Lich zusammenbuchstabieren, viel­leicht gar den Namen finden, den es selbst trägt..

Das Denkmal steht schön in seiner Umgebung. Alte Häuser säumen den Platz. Gegenüber dem Ehrenmal steht das Textorsche Haus mit seinen reichen Schnitzereien und kündet deutsche Geschichte. Auch das Ehrenmal bedeutet Geschichte, und zwar große deutsche Geschichte einer nahen Vergangen- heit.

Don einem neuen Ehrenmal wäre vielleicht noch zu sprechen. Unter Gewitterschauern und Sonnen­schein wurde es im Sommer des vergangenen Jah­res eingeweiht: das Ehrenmal von Krofdorf-Glei­berg! Es steht am Weg zur Burg Gleiberg, und wer dem Mal einige Minuten der Betrachtung wid­met, wird sich seiner Eindrucksgewalt nicht entziehen können. Ein Soldat steht da, den Stahlhelm in der Hand, leicht geneigten Hauptes, so, als stehe er am Grabe eines Kameraden, und mit einem Ausdruck in den Zügen, der Trauer und Entschlossenheit zu­gleich ist, jene Entschlossenheit, die sagen will, daß er im nächsten Augenblick den Helm aufsetzen und fester binden wird, daß er weiterkämpfen wird für Freiheit und Ehre des Reiches. Das glles verstehen wir heute besonders gut.

Der Künstler, der das Ehrenmal schuf, steht so, wie viele andere, an der Front und erlebt das, was er im Ehrenmal gestaltete, mit vielen Kameraden selbst und unmittelbar. N.

Tageskalender für Samstag.

Stadttheater: 20 Uhr Tanzgastspiel Manon Ehr- fur und Rolf Jahnke. Gloria-Palast, Selters- weg:Angelika". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Der Feldzug in Polen". Oberhessischer Kunst- vercin: Ausstellung im Stadttheater von 17 bis 18 Uhr. Alterskameradschaft 1883 bis 1933: Jahreshauptversammlung imBayerischen Hof".

Tageskalender für Sonnlag.

Stadttheater: 19 bis 22 UhrTosca". Gloria- Palast, Seltersweg:Angelika". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Feldzug in Polen". Ober­hessischer Kunstverein: Ausstellung im Stadttheater von 11 bis 13 Uhr.

Tanzgastspiel im Stadttheater Gießen.

Am heutigen Samstagabend findet ein einmaliges Tanzgastspiel der Solotänzer der Staatsoper Ber­lin statt. Manon Ehr für ist einem Teil des Gie­

ßener Publikums bereits bekannt. Sie hat im ver­gangenen Jahre beim festlichen Abend des Goethe- bundes mit großem Erfolg getanzt. Nun kommt sie mit ihrem Partner Rolf Jahnke. Das Tanzpaar wird Einzel- und Duotänze zeigen. Am Flügel Maria Karamkarian, eine Pianistin, die jahrelang den russischen Sänger Schaljapin beglei­tet hat. Außer Miete! Anfang 20 Uhr. Ende 22 Uhr.

Neue Ausgabestellen für Volksgasmasken.

Der sich täglich steigernde Absatz an Volksgas­masken hat die Einrichtung weiterer Derpassungs- stellen notwendig gemacht. Neben der Verpajsungs- stelle im LagerEinhorn", Lindenplatz, sind noch folgende Stellen geschaffen worden:

Liebig st raße 19, in den Räumen des RLB.

K a i s e r a l l e e 3 4, in den Räumen des NSV.- Ortsgruppenamtes.

Dort werden jeden Montag- und Donnerstag­nachmittag von 15 bis 17 Uhr Gasmasken verpaßt. Die Bevölkerung wird gebeten, ab Montag, 11. d. M., diese Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Auch Gasmasken können gekauft werden, jedoch müssen Unterlagen über Einkommensverhältnisse usw. zur Hand sein. Die Einrichtung weiterer Gasmasken- Ausgabestellen ist in Aussicht genommen.

*

** Standesamtliche Fortbildungs­kurse in Gießen. In den nächsten Tagen werden wieder in den verschiedenen hessischen Krei­sen Fortbildungskurse für Standesbeamte durchge­führt, die sich bis in den Anfang Mai hinein er­strecken. Die Lehrgänge, die von der Verwaltung des Gaues Hessen des Reichsbundes der Standes­beamten durchgeführt werden, finden der Reihe nach in Erbach i. O., Bensheim, Darmstadt, Offenbach, Dieburg Wvrms, Mainz, Alzey, Friedberg, Gie­ßen, Lauterbach, Alsfeld und Nidda statt. Zur Besprechung steht die Dienstanweisung für die Standesbeamten und ihre Aufsichtsbehörden.

Aufruf!

NSG. Das erste Winterhilfswerk 1939/40 geht zu Ende. Dem opferfreudigen Einsatz jedes Volks­genossen, sowie der unermüdlichen Bereitschaft aller Helfer ist es zu verdanken, daß dieses Werk der Gemeinschaft als Zeichen des entschlossenen Willens zum Siege in der Geschichte des deutschen Volkes fortleben wird.

Der letzte Opfersonntag, am 10. März 1940, er­wartet noch einmal von jedem Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau die höchste Opferbereitschaft.

England hat diesen Krieg gewollt. Wir werden ihm am Sonntag wieder einen Beweis her Haltung unseres Volkes geben, an dem es erkennt, daß es diesen Krieg nie gewinnen kann.

Heil Hitler!

gez. Haug, Gaubeauftragter für das Kriegs-Winterhilfswerk im Gau Hessen-Nassau.

Grün-Weißen stellen eine Elf, in der nur der Sturm aus Spielern der ersten Mannschaft besteht. Dis übrigen Spieler werden teilweise erstmalig eingesetzt. Da die Platzmannschaft über gute Kräfte verfügt, den Grün-Weißen der schmale Platz nicht zusagt, ist der Ausgang des Spieles nicht vorauszusagen.

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Tv. Londorf 1. Jugend VfV.-R. 2. Jugend.

Die Jugendlichen fahren nach Londorf, um sich dort im Bannmeisterschaftsspiel den Londorfer Spie­lern zu stellen. Die Platzherren, die körperlich stärker sind, werden den Gießenern keinerlei iSegesaus« sichten einräumen.

Fußball um die Kriegsmeisterschast.

Für den morgigen Sonntag sind folgende Spiele vorgesehen:

Ehringshausen Sportfreunde Wetzlar Naunheim Rodheim 05 Wetzlar Steinberg.

Das Treffen Ehringshausen Sportfreunde Wetzlar ist als Lokaltreffen zu werten. Beide Geg­ner sind gleichwertig. Rodheim fährt nach Naun­heim und wird dort um eine Niederlage nicht herumkommen. Das bedeutendste Spiel ist die Begegnung 05 Wetzlar Watzenborn-Steinberg. Die Wetzlarer sind auf eigenem Platze gefürchtet. Der Ausgang dieses Spieles ist offen. Die Burg- folmser sind ausgeschieden.

Wehrmachtelf VfB.Reichsbahn Auswahlelf.

Die Grün-Weißen benutzen den spielfreien Sonn­tag, um in einem Freundschaftsspiel in Alten-Buseck gegen eine Soldatenmannschaft anzutreten. Die

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 1. Jugend Heuchelheim 1. Jugend.

Am morgigen Sonntag treffen sich auf denk Sportplatz der Blauweißen beide Jugendmann- schäften zum fälligen Bannmeisterschaftsspiel. 19006 Jugend, die am vergangenen Sonntag einen hohen Sieg eringen konnte, wird es diesmal nicht leicht haben, einen Sieg über den Tv. Heuchelheim zu erringen, denn Heuchelheim hat seine alte Mann­schaft zur Stelle. 19005 Jugend wird in derselben Ausstellung antreten, wie am letzten Sonntag. Dec Ausgang des Spieles wird erst mit dem Schluß­pfiff entschieden sein.

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Gießen, den 9. März 1940.

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In tiefer Trauer: Familie Albert Lub nebst allen Angehörigen.

Allendorf/Lahn, den 8. März 1940.

Die Beisetzung findet am Sonntag, dem 10. März, nachmittags um 3XU Uhr statt.

Die trauernden Hinterbliebenen : Familie Marie Luh Wwe. Familie Heinrich Blaß Familie Eckhardt-Zörb.

Großen-Linden, Gießen. Hochelheim, den 9. März 1940.

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Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres Heben Entschlafenen danken wir allen.

Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Tode meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir unseren aufrichtigsten Dank. - Insbesondere danken wir allen für die ehrenden Nachrufe an seinem Grabe.

Achtung!

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Wenn ja, dannein.Vorar- Universalavva- rat. Monatsrate v. 6 RM. auftv. Unverbindl.Vor- fübrung, auch außerhalb, durch Generalvertrtg. August Wagner, Kaiserallee 141.

Unser Hans-Jürgen

ist heute im zarten Alter von 9 Wochen für immer von uns gegangen.

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Bekanntmachung.

Sämtliche Rechnungen, die durch Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1939, d. h. in der Zeit vom 1. April 1939 bis 31. März 1940, ent- standen sind bzw. noch entstehen, sind sofort, späte­stens jedoch am 22. März 1940, bet den unterzeich­neten Verwaltungen einzureichen. Bei späterer Ein­reichung der Rechnungen ist mit einer erheblichen Verzögerung der Bezahlung der Rechnungen aus technischen Gründen zu rechnen. 1136D

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Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen Worte beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sprechen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Philipp Eisenhuth und Kinder.

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Im Namen aller Hinterbliebenen:

Dr. med. A. Heil, prakt. Arzt.

Johannette Feiger Wwe., geb. Gehrke

und Kinder.

Nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied gestern früh im Alter von 41 Jahren meine liebe Frau, die gute Mutter meines Kindes,

unsere Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante

Danksagung.

Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem schweren

Verluste unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen danken

auf diesem Wege aufs allerherzlichste

Die Beisetzung findet auf Wunsch der Verstorbenen am 10. März in ihrer

Heimat statt

Frau Clementine Heil

geb. Hartung.

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