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52 in 1933 auf 810 in 1939 angestiegen. Auch im Kriegsjahr 1940 ist der Landjugendaustausch gut an- gelaufen, allerdings wurden begreiflicherweise weit­aus in der Mehrzahl Mädel ausgetauscht.

1OOOOO neue Arbeitsmaiden.

Ende September sind 100 000 Arbeitsmaiden nach Ableistung ihrer Dienstpflicht entlassen worden. Für sie sind 100 000 neue Arbeitsmaiden in die Laaer eingerückt. Die Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend enthalten normal 48 Arbeits­maiden. Lager mit mehr als 72 Arbeitsmaiden gibt es nicht mehr. Die Zahl der Gemusterten übersteigt das augenblickliche Fassungsvermögen der vorhan­denen Lager. Daher wurden die kriegswichtigen Unabkömmlichen" zurückgestellt, z. B. die Hausge­hilfinnen. Die Sorge für Gesundheit und Wohl der anvertrauten Gefolgschaft ist in den Lagern des RAD. nicht geringer als an irgendeiner anderen Stelle im Reich. Durch Luftangriffe in den mehr als 2000 Lagern ist nicht ein einziger Personen­schaden entstanden. Für oen Winter ist auch genü­gend Bekleidung, gute Verpflegung und Gesund­heitsfürsorge vorhanden. Die entlassenen Arbeits­maiden sind die besten Zeugen für den guten Ge­sundheitszustand. Allerdings ist der Anfang auch im Reichsarbeitsdienst schwer. Aber nur, was schwer errungen wird, ist wertvoll.

Oie Betreuung jugendlicher Strafgefangener.

Um die Fürsorge für die strafentlassenen jungen Gefangenen vorzubereiten, ist die Aufnahme in ein Jugendgefängnis dem Jugendamt, der Gauleitung der NSDAP. (Amt für Volkswohlfahrt, Stelle Jugendhilfe) und, um Gefangene unter 18 Jahren, auch der Gebietsführung anzuzeigen. Einige Wochen vor der Entlassung übersendet das Jugendgefängnis der Betreuungsstelle einen Schlußbericht, der eine charakterologische Beurteilung des Gefangenen, eine Darstellung seiner Fähigkeiten und Kenntnisse so­wie Vorschläge für seinen Arbeitseinsatz und seine weitere Betreuung enthält. Sofern der junge Ge­fangene nicht bereits durch die Anstaltsfürsorge in eine Arbeitsstelle vermittelt ist, übernimmt die Be­treuungsstelle zusammen mit dem Arbeitsamt die Vermittlung. Ausgabe für die Betreuungsstelle ist es, den entlassenen jungen Gefangenen vor neuen Straftaten zu bewahren und ihn in die Volksge­meinschaft Mrückzugliedern. Nach einem halben Jahre, sodann nach einem Jahre und nach einem weiteren Jahre berichtet die Betreuungsstelle an das Jugendgefängnis über die Führung des ent­lassenen Gefangenen. Bei den Ermittlungen und bei der Betreuung sind Maßnahmen zu vermeiden, die das Fortkommen des jungen Gefangenen oder Ent­lassenen gefährden. Ist das Elternhaus einwandfrei, so ist die' Betreuung mit besonders großer Zurück­haltung durchzuführen.

Studenten als Lehrer für den Osten.

Die Reichsstudentenführung hatte bis zum 15. Sep- zember 194E 100 Studenten und Studentinnen der Hochschulen für Lehrerbildung in neubesiedelten Ge­bieten des Regierungsbezirks Litzmannstadt einge­setzt. Damit wurden gleichzeitig 10 0 neue beut» s ch e Schulen im Warthegau begründet. Die Volksdeutschen aus Wolhynien und Galizien und die zurückgesiedelten Volksgenossen besitzen mit die­sem Zeitpunkt wieder die notwendige Anzahl deut­scher Elementarschulen. Da für die Hochschulen für Lehrerbildung das Semester wieder beginnt, müssen

nun Studenten aus anderen Fakultäten und vor­wiegend Studierende der Philologie, die früher zwei Semester an einer Hochschule für Lehrerbildung waren, in diesen volksdeutschen Schu­len als Ablösung der Lehrer-Studenten eintreten. Der Einsatz ist freiwillig, da nur Begeisterung und Opferwille diese Arbeit zu tragen vermögen.

Gasschlepper für die Landwirtschaft.

Der Generalbevollmächtigte für das Kraftfahr­wesen, Unterstaatssekretär im Reichsverkehrsministe­rium Generalmajor v. Schell, erklärt imDier- jahresplan", der Einwand, daß Deutschland ein Holzeinfuhrland sei und eine große Zahl von Holz­gasgeneratoren die vorhandenen Bestände bald verbraucht haben werde, habe sich nicht als stichhaltig erwiesen. Man habe nur die riesigen

Handwerk

Eine Unterredung mit

V

Der Leiter des Fachamtes der DAF.Das Deutsche Handwerk", Reichsamtsleiter S e h - nert, schilderte in einer Unterredung die soziale Lage des deutschen Handwerks und zeigte, auf welchem Wege die Deutsche Ar­beitsfront einen Beitrag zur Sicherung des deutschen Handwerks und zur Entfaltung feiner Leistungsfähigkeit geben will.

Vor wenigen Jahren noch stand das deutsche Handwerk vor einem Abgrund. Begünstigt durch den liberalistischen Gedanken der Gewerbefreiheit hatten hinzugekommene Berufsfremde durch ihre Pfuscher­arbeit den guten Ruf handwerklicher Leistung unter­graben. Das Handwerk selbst, ohne Selbstbewußt- sein und Vertrauen auf seine Kraft, hatte bei den verschiedensten politischen Parteien vergeblich Hilfe und Anlehnung gesucht. Wenige Jahre national­sozialistischer Führung haben genügt, um die Lage des deutschen Handwerks von Grund auf zu ändern. Die Teilnahme deutscher Handwerker an der Errichtung des Westwalles und ihr Einsatz im Kriege verdeutlicht diesen Wandel.

Bereits jetzt aber zeichnen sich in groben Umrissen die Aufgaben ab, vor deren Lösung die deut­sche Wirtschaft in' den kommenden Friedensjahren gestellt sein wird. Auch das Handwerk ist zur Mit­arbeit berufen. Und es wird um so mehr und besser aufbauende Arbeit zu leisten vermögen, je inten­siver es bereits jetzt an der Kräftigung seiner Lei­stungsfähigkeit arbeitet.

Nicht allein wirtschaftliche Maßnahmen, die die betriebliche Sachwelt betreffen, sondern vielmehr eine Synthese wirtschaftlicher Gestaltung und sozia­ler Arbeit am Menschen führt zur höchsten Lei­stungsentfaltung und Einsatzbereitschaft und damit auch zum sozialen Aufstieg.

Heute, so führte Reichsamtsleiter Sehnert aus, ist es eine der dringlichsten Aufgaben, das deutsche Handwerk bis zum letzten Handwerksmeister a n die Quellen seiner Leistungskraft zu­rückzuführen. Diese aber sind nicht Organisationen, ständisches Bewußtsein ober überkommene Traditio­nen, welche m Wahrheit nur Mittel zum Zweck sind. Die Quelle vielmehr ist bie Verwurze­lung im beutschen Volkstum und seiner Weltanschauung unb das Bewußtsein der großen Verpflichtung der Volksgemeinschaft gegenüber. Nur so kann das Handwerk seiner Aufgabe, ein deutscher Kulturträger zu sein, gerecht werden. Aber

Mengen von Abfallholz zu erfassen brauchen. Der Einsatz von Generatoren werde nicht nur bei Lastkraftwagen und Zugmaschinen, sondern auch bei der Binnenschiffahrt, in Schienenfahrzeugen, ortsbeweglichen Arbeitsmaschinen und stationären Anlagen erfolgen. Insbesondere sei damit zu rech­nen, daß die Landwirtschaft durch die Ent­wicklung von Gasschleppern schon im nächsten Jahr über eine beachtliche Zahl landwirtschaftlicher Gas­schlepper verfügen werde. An der gleichen Stelle teilt der Direktor der Gesellschaft für Tank- holzgewinnung und Holzabfalloerwertung, Kniese, mit, dgß ein Holzgasgeneratorfahrzeug jährlich durchschnittlich 80 Raummeter Generatorholz braucht und daß bei der steigenden Zahl neuer Generator­fahrzeuge allein für die nächsten 8 bis 9 Monate über 100 000 Raummeter Holz sicherzustellen sind.

im Ausstieg.

eichsamtsleiter Schmeri.

auch nur auf dem Wege, daß es alle Pflichten so- woyl in seiner Lebensführung als auch in seiner Arbeit getreulich erfüllt, kann es zu einem wohl fundierten Selbstbewußtsein gelangen.

Wir fordern vom Handwerk nicht nur, daß seine Werkstatt und seine Arbeit mustergültig sind, wir fordern von ihm, und das geht dem eben Gesagten voraus, daß sein Familienleben mustergültig ist. Es ist schlecht bestellt um die Zukunft des deutschen Handwerks, wenn in der Handwerkerfamilie, wie es leider hier und da zu beobachten ist, d e r W i l l e zum Kinde und damit der Wille zur Erhal­tung der Art fehlt. Und wie kann andererseits der Handwerker darüber klagen, daß es dem Hand­werk an Nachwuchs fehlt, daß der Jugendliche lieber in die Fabrik als in die Werkstatt des Hand­werkers geht, der selbst noch der Auffassung ist, daß seine eigenen Kinder etwasBesseres" werden müßten unb zu schabe für bas Handwerk seien.

Im Fe st halten an b e r Trabition sieht Reichsamtsleiter Sehnert zugleich eine Stärke unb eine Schwäche bes Handwerks. Eine Stärke inso­fern, als bas Bewußtsein bes Wertes früher ge­leisteter Arbeit Kraft zu neuer Arbeit zu geben ver­mag. Aber das Festhatten wird zu einer katastro­phalen Schwäche, wenn stures Festhalten am Al­ten die Beweglichkeit unb bie Anpassung an bie Forderungen ber Gegenwart und ihre Nottvenbig- feiten hemmt.

Die Durchführung zweier Aufgaben bezeichnete ber Leiter bes FachamtesDas Deutsche Hanbwerk" als besonders vordringlich.

1. Das Handwerk muß sich, sobald die wirtschaft­lichen Voraussetzungen dafür gegeben sind, weit­gehend aller Hilfsmittel der Technik be­dienen. Es muß sein Ziel sein, mit dem geringsten Aufwand menschlicher Arbeitskraft ein Optimum an Leistung zu vollbringen. Auf diesem Wege kann es ebenfalls der Nachwuchssorgen Herr werden.

2. Die Vielgestaltigkeit des Handwerks darf nicht das Bestehen von Zwergbetrieben rechtferti­gen. Diese Forderung kann leicht mißverstanden werden. Sie wendet sich keineswegs gegen den kleinen Einmannbetrieb. Sie wendet sich vielmehr in einer Zeit der Anspannung aller Kräfte dagegen, daß im Handwerk die Arbeitskraft wie auch die be­trieblichen Anlagen keine volle Nutzung erfahren.

Die Neuordnung der deutschen Welt, vor allem der Aufbau im Osten, stellt auch dem Handwerk

neue Aufgaben. Jy ber Bodenständigkeit bes Hanbwerks sieht Reichsamtsleiter Sehnert die Sicherheit des Handwerks begründet. Die Seß- haftmachung deutscher Handwerker im wie- bergewonnenenOsten betrachtet er neben ber bäuerlichen Ansieblung als den zweiten aroßen Fak­tor der völkischen Wiedergewinnung dieser von den Polen systematisch entbeutschten Gebiete. Diese Volkstumsaufgabe kann nur von den besten, lei- siunastüchtigsten Hanbwerkern erfüllt werben. Das Gesellenwanbern, bas bie Deutsche Arbeits­front nach bem Kriege erneut fördern wird, stellt einen Weg bar, Erfahrungen bes Hanbwerkers zum Allgemeingut zu machen. Des weiteren wirb die Deutsche Arbeitsfront bas Werkstattwanbern förbern. Das bebeutet, daß der Handwerker, insbe- sondere der aus ben metallverarbeitenden Berufen, auch einmal in einer inbuftriellen Werkstatt gear­beitet haben soll. Nicht ein Gegeneinander von In­dustrie unb Hanbwerk, sondern ein Nebeneinander unb wechselseitiges Ergänzen ist ber. Zukunft ber deutschen Wirtschaft dienlich. Der Handwerker aber wird um so mehr bie Grenzen und auch die Mög­lichkeiten jeines Handwerks kennen, wenn er mit den Arbeitsmethoden und Aufgaben der Industrie vertraut ist.

Ihr besonderes Augenmerk wird die Deutsche Ar­beitsfront auf die Verwirklichung wcchren sozia­len Gemeinschaftsgei st es im Handwerk richten. Der Gemeinschaftsgedanke lebt seit jeher im deutschen Handwerk. Bislang ist er im allgemeinen wenigstens darauf abgestellt gewesen, Handwerker zu einer Risikogemeinschaft zusammenzu­schließen. Das Handwerk muß heute dahinkommen, die Gemeinschaften als Ausgangspunkt einer regen Aktivität zu betrachten. In wirtschaftlicher Hinsicht ist dies bereits in Arbeits- und Liefergemeinschaften geschehen. Jetzt muß der Gedanke der sozialen Ge­meinschaft, verwirklich in Sozialgewerken, zum Durchbruch kommen.

Den Zusammenklang von Bestgestattung bes Ar­beitsplatzes und bester Menschenführung im Ver­trieb unb im privaten Leben bezeichnet Reichsamts­leiter Sehnert als die Grundlage der das Handwerk kennzeichnenden meisterlichen Werkarbeit.

Kleine politische Nachrichten.

In Berlin traf der bulgarische Landwirtschafts- mimfter Baarianoff ein. Zu seiner Begrüßung hatte sich auf bem Bahnhof Reichsminister Darr6 eingefunden. Bagrianoff nahm als Freiwilliger am Weltkrieg teil, ben er eine Zeitlang als Batterie­chef an der Westfront auf deutscher Sette mitmachte. Er kennt Deutschland auch aus ben Jahren seines landwirtschaftlichen Studiums in Deutschland.

*

Die britische Admiralität teilt mit, daß das Hilfs­schiffC o m e t" durch eine feindliche Mine ge­sunken ist.

Wie die Pressestelle ber deutschen Volksgemein­schaft in Rumänien mitteilt, werden durch die Um» sieblungsverhanblungen, bie am 8. Oktober zwischen ber beutschen unb ber rumänischen Regierung über die Umfieblung ber Deutschen aus ber Süd» bufomina beginnen, 45000 Volksgenossen be­troffen.

HaupUchcistleller: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter der HauptschrütteiterS: Ernst Blumschein. Berantwortlich sür Politii und Silber: Dr. Fr. W. Lange: fftr da» Feuilleton: Dr. HanS Thhriot; für Stadt Gießen, Provin?, Winichaft u. Sport: Ernsi Bmmschem.

Druck und Verlag Brühljche Unioertitairdruckeret R. Lange K.G. Vttlagsletter: Dr.-Ing. Erich Hamann- Anzeigenleiter' Han? Beck. iPer(mftoorti'"rfi ür den Inhalt der Arn einen- 5'beobnrfiümmpi VI.Nr.g.

03 04

Am Sonntagabend ist unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe

Margrit

im Alter von 16 Jahren von uns gegangen.

In tiefer Trauer:

Familie Franz Kalesky und Angehörige.

Gießen, Mannheim-Neckarau, den 7. Oktober 1940.

Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 9. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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