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3m französischen Jndochina

.Pousses" in Jndochina

als an-

zunächst die Abschaffung des Achtstundentags für die Aufbauarbeit des Landes hinderlich kündigte.

nun der gesamte Arbeitsmarkt der Kontrolle der neuen norwegischen Regierung unterliegt. Die Um­bildung der Gewerkschaften in eine der Deutschen Arbeitsfront ähnliche Organisation wird vorbereitet. Die Festsetzung der Arbeitslöhne und der Arbeits­zeit untersteht ausschließlich dem Sozialminister, der

Regierungsbaute'n gemahnten mich an Frankreich, aber das andere war echt orientalisch. Die zierlichen werden die Rickschas

Neuer Gchwertadel.

Als der Führer am Tage des Kriegsbeginns von der Möglichkeit einer Nachfolgerschaft in der Füh­rung des deutschen Volkes und Reiches sprach, nannte er zuerst Hermann Göring und Rudolf 5) e ß und fuhr dann fort:Für den Fall, daß auch Parteigenossen Heß etwas zustoßen sollte, werde ich durch Gesetz nunmehr den Senat berufen, der dann den Würdigsten, das heißt, den Tapfersten, aus seiner Mitte wählen soll!" Würde ist also dem Führer gleichbedeutend mit Tapferkeit. Würde entsteht nicht durch ein impo­nierendes Aeußere, durch Kleidung, Beruf, Her­kommen, Stand und Besitz, sondern Würde ent-" steht nur durch den vollen Einsatz der eigenen Person für ein hohes Ideal. Auf dieser Erkenntnis beruht das nationalsozialistische Füh- »erprinzip, und auf der Anwendung dieses Prinzips beruht der Erfolg des Kampfes, den die nationalsozialistische Bewegung um die Macht im Staate geführt hat, ebenso wie der einzigartige Siegeszug der deutschen Wehrmacht im gegen­wärtigen Krieg. Indem die Tapfer st en ohne Rücksicht auf ihre sonstigen Lebensverhaltnisse vor die Front gestellt und ausgezeichnet wurden, ritz ihr Beispiel die übrigen Kämpfer mit sich fort und schuf jene unerhörte Gesamtleistung, welche die Welt heute bewundert.

Gerade in den letzten Tagen haben wir wieder die Namen von Männern kennengelernt, die, ohne zum Offizierkorps zu gehören, mit dem Rit­terkreuz ausgezeichnet wurden. Das ist durchaus ein revolutionärer Vorgang, denn wenn auch das WortFreie Bahn dem Tüchtigen" in der liberalistischen Aera viel gebraucht wurde, so fand es seine Anwendung doch nur auf die beden­kenlosen Egoisten im Wirtschaftskampf, nicht aber auf das soldatische Leben. Noch in seiner letzten Rede hat der Führer diesen Unterschied hervor­gehoben, als er sagte:Ich weiß nicht, wie oft man auch früher das napoleonische Wort aussprach, daß jeder Soldat den Marschallstab im Tornister trage. Das war damals nicht wörtlich zu nehmen. Denn es war ja einst normal für einen Soldaten gar nicht denkbar, diesen Weg zu beschreiten. Das alles hat sich heute geändert, bis nach oben hinauf. Wenn einst der höchste Orden nur einem Offizier gegeben werden konnte, dann kann ihn heute ein tapferer Unteroffizier oder Mann genau so tragen!" So entsteht heute ein neuer Schwertadel, der Durch sein vorbildliches tapferes Leben auf Generationen hin­aus den Geist der Wehrhaftigkeit im deutschen Volke erhalten wird. H. Ev.

Nachwuchslenkung.

Pousse-pousse" oder kurzwegPousse" genannt die von flinken braunen Kuns in weißen Anzügen gezogen wurden, und die mit anamitischen Ponys bespannten verdecktenMalabars", die in Saigon die Stelle der Droschken vertreten, die fliegenden Speisehändler mit ihrem monotonen Ruf: ,jNebo! oh! Nebo! oh!, das bunte indochinesische Men- schenaewimmel, die Tamarindenbäume, die die Straßen flankieren, die Palmenhaine und die tro­pische grelle Blumenpracht, dazu der rote Latent- Boden, der einen reizvollen Gegensatz zu der üppi­gen Vegetation bildet, erschienen mir wie ein Mär­chen aus Tausend und eintr Nacht.

Die Franzosen nennen die Hauptstadt von Co­chinchinadie Perle des fernen Ostens", aber es herrscht eine infernalische Hitze, die von 11 bis 3 Uhr jeden Verkehr lahmlegt und die Stadt wie ausgestorben erscheinen läßt. Die Mittagsmahlzeit fällt schon auf 11 Uhr, nach derselben versinkt die ganze Stadt in einen schweren Tiefschlaf. Es wird still auf den Straßen wie in der zweiten Hälfte der Nacht. Die Fenster sind geschlossen. Die Läden aller Fenster, die keine Glasscheiben besitzen, hat man zu- gezogen gegen die Sonnenstrahlen. Jedermann streckt |id) im Dämmerlicht des Hausinnern auf fein Lager. Draußen flimmert die Glut eines tropischen Mittags in der Leere der Straßen und Plätze. Der Ort hat etwas Verzaubertes.

Der Franzose, besonders der Pariser, ist kein er­pichter Auswanderer, aber verläßt er die Heimat, dann bleibt er seinen alten Gewohnheiten treu und will das traditionelle heimische Leben nicht missen. So hat sich auch unter der brennenden Sonne und den Palmen Hinterindiens das typische französische Leben eingebürgert. Vom Absinth bis zum Cham­pagner, vom Cafä Chantant bis zur Oper, von der pettte Fille bis zur grande Cocotte. Das konnte man beobachten, wenn man in den kühleren Abendstun­den durch die Rue Catiant, die Hauptverkehrsader, bummelte oder dem interessanten Korsoleben auf dem Boulevard Noredom, derTour de l'Jnspec- tion", wie es in Saigon heißt, seine Aufmerksam­keit schenkte. Da gab sich ganz Saigon ein Rendez­vous und bot Gelegenheit, die Creme der anamitt- schen BautSe's in prächtigen Toiletten und Gespan­nen zu beobachten. Wie in allen tropischen Ländern, so spielt sich das Hauptleben in Saiaon erst in den frühen Nachtstunden ab. In den zahlreichen Restau­rants und Caf6s herrscht bis nach Mitternacht reges Leben und Treiben. F. Baumann.

Partei und Staat sind mit dem Problem beschäf. tigt, angesichts des Rückganges der Zahl der Schul- entlassenen und des gleichzeitig steigenden Kräfte- bedarfs der Wirtschaft eine totale Nachwuchs» Planung für 1941 durchzuführen. Der Geburten- rückgang der Jahre 1920 bis 1933 führt 14 Lahre später, also 1934 bis 1947, zu einem Rückgang der männlichen Schulentlassenen von 620 000 in 1934 auf 440 000 in 1947. 1940 hatten wir noch 550 000 männliche Schulentlassene, 1941 sind es nur noch 530 000. Dazu kommt die einseitige Zusammenbal­lung der Berufswünsche unserer Jugendlichen auf einzelne Modeberufe; so wollten z. B. 1939 über 100 OOOJugendliche mehr in die beliebten Berufe der Metallwirtschaft und der kaufmännischen Büro­angestellten hinein, als überhaupt Ausbildungsstel- len zur Verfügung standen. All dies zwang zur Nachwuchslenkung. Der Krieg hat keinen Rückgang in der Berufsausbildung gebracht. Während die Zahl der besetzten männlichen Lehr- upd Anlern­stellen 1939 rund 430 000 betrug, ergibt sich für 1940 eine Zahl von rund 423 000. Der Rückgang entspricht dem der Schulentlassungen. Nachwuchs­verteilung 1941 macht der Referent für die wichtig­sten Berufe: Wegen des Mangels landwirtschaft­licher Fachkräfte muß eine Steigerung des Nach­wuchses für landwirtschaftliche Dauerkräfte ange­strebt werden. Auch im Bergbau muß der Zustrom erheblich gesteigert werden, ebenso im Beruf des Maurers. Auch hier wird darauf zu achten fein, den Nachwuchs für den selbständigen Kaufmann zu sichern. Neben der Wiedererweckung des alten Brau­ches im Handwerk, den Lehrling in Kost und Woh­nung zu nehmen, ist eine Schaffung von Lehrlings­heimen notwendig. Je stärker der Nachwuchsruck- gang ist, um so wichtiger wird die Güte der Aus- 6ilbung. Schwierigkeiten entnstehen aber oft bei namentlichen Anforderungen durch die Betriebe. Es erscheint nicht angebracht, die Eignung eines 14jährigen durch behördlichen Stempel zu bestim­men. Deshalb sind die Arbeitsämter angewiesen, die Zustimmung bei namentlichen Anforderungen auch -dann nicht zu verweigern, wenn das Arbeits­amt die Eignung an sich nicht für gegeben hälE Das Arbeitsamt teilt feinen Standpunkt dem Be­triebsführer mit. Verbleibt er trotzdem bei der Ab­sicht der Einstellung, so kann er bei späterer Nicht­eignung, wenn der Lehrvertrag gelost werden muh, schadenersatzpflichtig fein.

Landjugendaustausch mit acht Ländern.

Die Einrichtung des Landjugendaustauschs soll es Jungbauern und Jungbäuerinnen ermöglichen, sich auf fremden Höfen im In- und Ausland zu unterrichten. 1939 wurde der Landjugendaustausch mit Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Lettland, Holland, Italien unb Ungarn durchae- fiihrt. Nach der Schweiz konnte 1939 nur ein em­siger Austausch vermittelt werden. Von den Ausge- tauschten waren rund 24 v. H. Sieger im Reicys- berusswettkampf. Alle waren Angehörige der HI. Es findet auch eine Vermittlung von Volksdeut­schen und Ausländern in das Reich statt. Ein gro­ßer Tell setzte sich aus Junggärtnern zusammen. Im innerdeutschen Austausch zwischen den Landes­bauernschaften ist die Zahl der ausgetauschten Jungbauern und Jungbäuerinnen, Kindern von Landarbeitern, Gärtnern usw. von 22 im Jahre 1933 auf 902 im Jahre 1939 gestiegen. Innerhalb der einzelnen Landesbauernschaften ist der Austausch von

berte Stabschef Lutze den Kampf der SA. Der deutsche Mensch sei nur durch Aufklärung und Ueberzeugung für den Führer gewonnen worden. Der SA.-Mann lege durch Marschieren sein Be­kenntnis zum Führer ab. Opferbereit, wehrbereit, stillschweigend erfülle er seine Pflicht. Seinen star­ken Glauben müsse er auf alle Volksgenossen über­tragen. Der SA.-Mann und der.-Wehrmann, der freiwillig den Dienst der vormilitärischen Aus­bildung auf sich genommen habe, helfe dem Führer am Aufbau des neuen Deutschlands.

Der Franzose nennt gana Hinterindien Jndochina, doch umfaßt bas französische Jndochina, das jetzt einer japanischen Besatzungsarmee geöffnet worden ist, nur fünf Gebiete: Tongkin mit der indo­chinesischen Hauptstadt Hanoi, A n n a m tnit der Hauptstadt Hus, Cochinchina mit der Haupt­stadt Saigon, C a m b o d j a mit der Hauptstadt Phnompenh und Laos mit der Hauptstadt Lao- kay/Dazu kommt das am 10. April 1898 von China an Frankreich abgetretene Gebiet von Kuang- t s ch u - w a n mit den Inseln Tonhei, Jsle des Aigret- tets (Silberreiher-Jnsel) und Nao-chou. Insgesamt umfaßt das französische Jndochina 720 000 qkm, also eineinhalbmal den Umfang Frankreichs selbst. Was seine Produkte und Nutzbarkeit betrifft, bildet es einen ungeheuer wertvollen Besitz, denn außer dem Reis, dem wichtigsten Artikel, kommen Mais, Pfef­fer, Tee, Kaffee, Zuckerrohr, Baumwolle, Seiden­zucht, allerlei für die Oelindustrie wichtige Pflan­zen (Kokospalme) und der Kautschuk-Baum in Be­tracht.

Cochinchina war der erste Teil in Jndo­china, auf welchen Frankreich die Hand legte. Den Weg dazu hatte schon vor der französischen Revo­lution der Missionsbischof Pigneau de B6- thaine gebahnt, dessen Verdienste ein Denkmal in Saigon verewigt. Er veranlaßte den Prinzen Nguyen-anh (den späteren Könia Goa Song), sich zur Erlangung des Königsthrones 1787 an Frankreich anzulehnen. Frankreichs Hilfe verpflich­tet den Schützling natürlich, und man würde es nicht schwer gehabt haben, diese Verpflichtung wei­ter auszunutzen, wenn nicht die Reoolutton und die

Oie Stabilisierung Ostasiens. Matsuoka über die Stellung der Westmächte zum Chinakonslikt.

T o H o , 7. Oktober. (DNB.) Der japanische Mini­sterpräsident Fürst Konoye gab den Provinz­gouverneuren Richtlinien für die Stärkung der in­neren Front und für die neue nationale Struktur. Das japanische Volk sei schrittweise vorzubereiten, allen kommenden Schwierigkeiten geschlossen ent­gegenzutreten. Die Regierung wende dafür sorgen, daß das Land in den höchsten nationalen Verteidi­gungszustand gesetzt werde.

Außenminister Matsuoka stellte fest, daß bis­her gewisse Staaten immer wieder versucht hätten, Japans Politik und seine zwangsmähigen Aufgaben innerhalb Ost-Asiens zu unterdrücken. Japan wolle keine Annektierung von Gebieten, keine Unter» nunb Aussaugung der Völker Ost-Asiens, wie rüge europäische und amerikanische Staaten getan hätten. Japan wolle vielmehr die Völker st-Asiens von diesem Druck befreien, und mit ihnen auf der Grundlage gemeinsamer Wohl­fahrt zusammenarbeiten. Der Zusammenstoß in China zeige zwei verschiedene Auffassungen: Japan wolle die Stabilisierung Ostasiens durch friedliche Zusammenarbeit, während Tschiangkaischek die Sta- bflisierung mit der Front gegen Japan zum Ziele habe. Solange der Chinakrieg dauere, seien die Interessen fremder Mächte unvermeidbar berührt, besonders, wenn diese Interessen den japanischen Operationen im Wege stünden. Wenn daher fremde Mächte ihre Interessen zu schützen wünschten, dann sollten sie an einer baldigen Beilegung des Kon­fliktes interessiert sein. Doch immer noch unterstütz­ten fremde Mächte Tschiangkaischek, um den Krieg zu verlängern. Die japanische Regierung verfolge jetzt mit größtem Interesse, ob England die Straße durch Burma wieder öffnen werde. Japan wolle mit keinem Lande Streitigkeiten, müsse aber jeden Versuch entschieden zurückweisen, den Frieden Ost­asiens zu stören, was zur Kriegsverlängerung bei­trage. Zu den japanisch- russischen Beziehungen stellte der Außenminister fest, daß es bei der heuti­gen Weltlage falsch wäre, wenn sich beide Mächte im Fernen Osten streiten würden. Die Mißver­ständnisse sollten daher sofort beseitigt und die schwebenden Probleme geklärt werden. Es gelte auf ein großes Ziel zusammenzuarbeiten.

Günstige Ernährungslage Italiens.

Rom, 7. Okt. (Europapreß.)Baltimore Sun", Times" undNews Chronicle" hatten in Betrach­tungen über die italienische Ernährungslage düstere Voraussagen gewagt. Daß solche Betrachtungen in keiner Weise gerechtfertigt sind, können alle bestäti­gen, die in Italien leben. Wie jetzt Professor La­ss r z a, Ordinarius an der Universität Catania, vor der Auslandspresse ausführte, ist die Ernäh­rungslage Italiens auch nach der verringerten dies- jährigen Weizenernte und nach der vorsorglichen Fettrationierung durchaus günstig. Der Aus­fall an Weizen wird durch die Mehrernte an Mais, Reis und Kartoffeln mehr als ausgeglichen. Die Rationierung für einzelne Lebens­mittel erfolgte, um auch den ärmeren Volksschichten eine ausreichende Kalorienzahl zu sichern. Ander­seits galt es, den erhöhten Bedarf der Wehrmacht zu befriedigen und Reserven für künftige Zeiten anzuhäufen. Jede andere Interpretation der Ernäh­rungslage Italiens läßt bewußt die Tatsachen außer Acht. _____________________________________________

Entfernung der Juden aus der holländischen Verwaltung.

Amsterdam, 7. Oktober. (DNB.) Der General­sekretär im holländischen Innenministerium hat im Auftrage des Generalkommissars für Verwaltung und Justiz verordnet, daß den holländischen Ver­waltungsorganen sowie öffentlich-rechtlichen Körper­schaften in Zukunft keine Personen mehr angehören dürfen, die Mischer Abstammung sind. Das gleiche gilt von allen privatrechtlichen Vereinen und Stif­tungen, an denen der Staat, eine Provinz, eine Gemeinde ober eine andere öffentliche Körperschaft beteiligt ist. Diejenigen Personen, die ganz ober teilweise Mischen Blutes find, bürfen in Zukunft keine amtlichen und auch keine ehrenamtlichen Stel­lungen bekleiben. Als Nichtjuben werben biefer An- orbnung zufolge biejenigen Personen angesehen, von benen keiner der vier Großeltern Mitglied ober auch nur vorübergehenb Mitglieb einer Mi­schen Gemeinbe war. Gleichzettig hat ber General- jefretär bie hollänbischen Prooinzialverwaltungen aufgeforbert, eine Liste ber noch in ihren Diensten stehenben jübischen Beamten einzureichen.

kapelle, roanbelt unter Palmen und Bananen, lacht, plaubert und scherzt. Den Hintergrund hübet bie an die Pariser Notre Dame erinnernde Kathe­drale.

Interessante Stätten sind auch bie am Großen See gelegene Pagode des mächtigen Bubdha mit dem Götzendenkmal uni) biePagode ber Raben" sowie ber TempelWab-mien". Im Tempelhof be­findet sich eine Anzahl großer steinerner Schild­kröten mit 82 Gedenktafeln, die den Namen bedeu­tender anamittscher Schriftgelehrten tragen. In der Umgebung erregt noch eine Pagode Aufmerksamkeit: die der beiden Schwestern Tung, die als die Ton- kinesischen Jungfrauen von Orleans bezeichnet wer- den, weil sie im ersten Jahrhundert bie Chinesen besiegt haben.

Der Hauptverkehr spiell sich in ber Rue be Frame unb auf ber längsten Straße, bem Boulevard Gam- betta, auch in der nach dem ersten Zivilgouverneur Tontins und in Hanoi verstorbenen Politiker und Gelehrten Bert benannten Rue Paul Bert, die mit ber Rue be la Paix in Paris verglichen wirb, ab. Originell ist die (Einteilung der Straßen in Berufs­bezirke. Sv gibt es eine Bambusmattenstraße, eine Hutstraße, eine Fächer- und eine Kupferstrabe. Die Stabt setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem Quartier Frankens, ber Cits Jnbigene (Eingebore­ne nst ad t) und ber Zitabelle. Am interessantesten ist natürlich die Eingeborenenstadt, wo die Anamiten unb Chinesen hausen.

Hanoi ist Landeshauptstadt, aber es wird von Saigon bei weitem übertroffen. Die blau-weiß­roten Farben, das verschlungene R. F. (Röpublique Frangaise) sowie das Militär und die pompösen

Aufmarsch derEisernenGarde in Bukarest.

Bukarest, 7. Okt. (Europapreß.) Die rumä­nische Hauptstadt stand am Sonntag im Zeichen des Aufmarsches ber Eisernen Garde vor bem Minister­präsidenten General Antonescu. Reiche Be­flaggung gab ber Stabt ein festliches Gepräge. Neben der rumänischen Flagge sah man bie deut­schen, italienischen, spanischen unb japanischen Far­ben. Der beutsche unb ber italienische Gesandte sowie ber japanische und ber spanische Geschäfts­träger waren anroefenb. Auch Abordnungen der Auslandsorganisation der NSDAP., des Fascio unb der spanischen gelange waren vertreten.

Die Kunbgebung auf bem Patriarchatsplatz würbe eingeleitet durch eine Rede des Führers ber Eiser­nen Garde, Horia Sima. Er führte aus, Gene­ral Antonescu, ber heute bas Grünhemb zum ersten Male angezogen habe, trüge es schon seit langem in seinem Herzen. Er habe mit ber Garde Gelitten, besitze denselben Opfergeist und das gleiche Lauterkeitsgefühl und habe wie sie an den Sieg der Wahrheit geglaubt. Zum Schluß versicherte j)oria Sima den Ministerpräsidenten ber unver­brüchlichen Treue einer Million Grünhemden. Gene­ral Antonescu erklärte, das ganze Volk müsse sich in den neuen Ideen ohne Haß unb Rache zu­sammenfinden. Antonescu nahm den Gardisten den Schwur ab, im Geiste (Eobreanus zum höchsten Opfer bereit zu sein, um bie Einheit bes Volkes unter bem angestammten Königshause und ber Führung des Ministerpräsidenten zu gewährleisten. Dann nahm General Antonescu vor bem Denkmal Michaels des Tapferen den Vorbeimarsch von etwa vierzigtau- fenb Garbisten aus bem ganzen Lande ab.

napoleonische Zeit all dergleichen in den Hinter­grund gedrängt hätten. Erst 1858 ging Frankreich von neuem vor. Die Handlungen des damaligen ein­heimischen Fürsten T u d u c boten bie Handhabe. Durch Den Vertrag von 1862 wurde ein vorläufiges Einvernehmen erzielt, doch kam ber definitive Ab­schluß erst mit der völligen Annexion im Jahre 1867 zustande.

Die Provinz T o n f i n, auf die China 1885 ver­zichten mußte, war lange Zeit das Schmerzenskind Frankreichs. Die berüchtigtenPavillons noirs, dieSchwarzflaggen" genannten chinesischen Re­bellen, die Anhänger der Taipina-Revolutton ge­wesen und sich später auf anamitisches Gebiet und in bas Gebirge der Provinz Aun-nun geflüchtet hatten, machten den Franzosen arg zu schaffen. In Frankreich hieß es damals, bas Land sei beruhigt, unb nur kleinere Banben, bie in ben französischen Zeitungen alsVoleurs de vaches charakterisiert wurden, riefen dort Unruhen hervor. In Wirklichkeit war es um die Sicherheit des Landes fo schlecht bestellt, daß bieKuhbiebe" wagen konnten, ihre Raubzüge bis in die unmittelbare Nachbarschaft Haiphongs auszudehnen.

Als sich diese Vorgänge wiederholten und in Frankreich bekannt wurden, begann den Franzosen die Wahrheit zu dämmern. Schließlich kam es so­weit, daß Ende der achtziger und Anfang der neun­ziger Jahre der Name Tonkin in Frankreich über­haupt nicht mehr genannt werden durfte. Jules F e r r y kam über den Tonkin-Stein zu Fall, unb seine Gefühle für das Land trugen ihm ben Spott­namenLe Tonkinois" ein. Die Franzosen konnten die 15 000 Mann nicht vergessen, die in den Jahren 1883 bis 1885 in Cyina zugrundegegangen waren. Die Tonkinfrage hatte einen Rattenkönig von Mi­nisterkrisen zur Folge. Aber trotzdem, und obwohl das Volk schon die Freigabe des Landes forderte, trat bald ein Umschwung in der öffentlichen Mei­nung ein. Heute steht in Haiphong ein Standbild Ferrys, auf dem die Worte zu lesen sind:Je revendique fierement le titre de Tonkinois (Ich beanspruche stolz den Titel ,-der Tonkinese").

In der am Roten Fluß gelegenen Hauptstadt Hanoi. Der schönste Punkt Hanois ist ber am Bert-Platz gelegenePetit Lac". Mitten im See auf ber Jabe-Jnsel steht eine kleine Pagode, die ein Wallfahrtsort der anamitischen Gelehrten ist. Am Eingang erhebt sich ein großer Obelisk mit einem Pinsel aus Stein und einem Tintenfaß. Um den See ziehen sich die Regierunasbouten hin. Der Place Paul Bert" bildet das Rendezvous der Elite Hanois. Man lauscht den Klängen der Militär-

Erntedankfest der Deutschen in Norwegen.

Oslo, 7. Okt. (Europapreß.) Dor der Univer­sität in Osld fand bas Erntebankfest ber Deutschen in Norwegen statt. Vertreter aller Wehrmachtsteile, Abteilungen bes Reicbsarbeitsbienstes, bie Deutsche Kolonie in Oslo, mehrere norwegische Staatsräte unb Tausenbe von Norwegern wohnten der Feier bei. ßanbesfreisleiter Spanaus wies auf bie Be- beutung der Arbeit des Landvolkes in Deutschlands Existenzkampf hin und ließ Reichskommissar T e r- b o v e n das symbolische Erntegeschenk überreichen. Der Reichskommissar zeigte in seiner Ansprache, welche entscheidende Rolle die landwirtschaftliche Eigenerzeugung eines Landes in ber Behauptung feiner Freiheit unb Ehre spielt. Jede Tonne Ge­treide, Kartoffeln ober Gemüse sei ein Blockabe- brecher gegen (Englanb. Der beutsche Bauer* habe bah er großen Anteil am Endsieg über bas Pluto- kratische System Englanbs, nach besten Untergang bie Völker Europas in einer gerechten Verteilung der Güter leben würden. Die Feier, in deren Rahmen auch Darbietungen bes Reichsarbeitsbien- stes unb des Balletts ber Hamburger Staatsoper stattfanden, machte auf Deutsche wie auf Norweger einen tiefen Eindruck.

Eine Arbeitsfront in Norwegen.

Kopenhagen, 7. Okt. (Europapreß.) Nach der Eingliederung der norwegischen Gewerkschaf­te n in bas neue Staatsfystem haben auch bie nor­wegischen Arbeitgeberverbänbe sich ber Regierung Quisling zur Verfügung gestellt, so baß

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