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Atter Besitz.

Von Margarete von Olfers.

Es hat jedesmal einen eigentümlichen Reiz, wenn in einer Landschaft zwischen den Baumkronen eines alten Parks ein Landsitz auftaucht, so heimlich ver­borgen und einladend zugleich, väterlich über den Dorfhäusern thronend, die sich in der Mark massiv und wohlhäbig die Landstraße entlang gestellt haben ...

Nicht weit der Havel taucht in dem flach gebrei­teten Land hinter den Baumkronen einer alten Lindenallee das geteilte Dach eines barocken Her­renhauses auf, überragend Dorf und Kirchlein und die Fachwerkbauten der Wirtschaftsgebäude. Es lenkt den Blick der auf der Ehausfee Vorüberkom­menden je-desmal auf sich. Autos halten ihre eilige Fahrt an:Wer wohnt da?" Riesige erzgegossene Katzen sitzen auf dem Hoftor, halten eine Maus rm Mauldas sind die Wappentiere der Kattes, des Geschlechtes, das dies hinter Bäumen verbyr- gene Herrenhaus bewohnt.

Es gibt wenig märkische Familien, die so alt lind wie die Kattes. Ihre Geschichte ist älter als die oer Mark selbst, nicht aber wendischen, sondern alt­germanischen Ursprungs sind sie, warenFreie" undRichter", Herren über die Wenden seit alter Zeit, tapfer, gewandt und klug wie ihr Wappen­tier, dem deutschen Vaterlande in Treue und Hin­gabe verbunden.

Durch das Hoftor führt der Weg an der Garten­mauer entlang und eine Steintreppe zum Haus hinauf. Es lacht das lustige Mondgesicht am Tür­drücker der eichenen Tür, es begrüßt freundlich, und hinein geht es in die Halle, die einst durch das ganze Haus bis zur Gartenseite einen einzigen riesigen Raum bildete, nun aber, noch immer ge­räumig genug, nur das Treppenhaus umfaßt, die breiten gescheuerten eichenen Treppen, die rechts und links yeraufführen zu den oberen Räumen mit den beauemen zum Schluß gerundeten Stufen.

Es steht eine alte Uhr im Treppenhaus mit prachtvoll üppigem barockem Gehäuse, hebt schnur­rend, surrend an zum Schlag und klimpert dann eilig ein zierliches Menuett hinterdrein.

Die Tür aeht auf zum Ahnensaal, vom Garten her dringt die Nachmittagssonne m den Raum, wirft warmes Licht auf die Bilder der Kattes, ein grüngoldenes spielerisches Licht, das den Ge­sichtern der Ahnen etwas merkwürdig Lebendiges, Bewegtes gibt.

Da ist der Hans Christoph von Katte, der Er­bauer des Schlosses, jung und lebenslustig. Er trägt die Uniform der sächsischen Gavdekürasstere. Der Feldmarschall von Katte, in wundervoller Haltung den prächtigen roten Samtmantel um die Rüstung legend, Lebenswille und Energie in dem vornehmen aber nicht schönen Gesicht. Neben ihm hängt ein Ovalbilid seiner ersten Frau, einer Gräfin War­tensleben. Sie hat ein schmales zartes Gesicht, die geschwungenen dunklen Brauen^ geben den nach­denklichen braunen Augen etwas Erschrecktes. Wie eine «Änsitive sieht sie aus, braune Locken fallen auf ihre Schultern, und der weiße Hals steigt blumenhaft aus dem rötlichen Samt des ausge­schnittenen Kleides.

Diese zarte Frau ist nicht alt geworden, durch den frühen Tod aber ist ihr das schwerste Schick­sal erspart geblieben, das einer Mutter zuteil wer­den kann das Ende des geliebten Sohnes zu erleben. Er hat noch zu ihren Füßen gespielt, der kleine Hans Hermann, ein lebhafter temperament- voller Junge, der die nachdenklichen braunen Au­gen der Mutter hat. Sonst aber zeigt das Bild des Freundes Friedrichs des Großen viel Aehnlich- keit mit dem Vater, dem Feldmarschall. Dieselbe Energie und das dem Leben Aufgeschlossene ist in dem Gesicht des Jünglinas, ein Lächeln umspielt die vollen Lippen, ein sieghaftes furchtloses Lächeln. Mein Schicksal ist beneidenswert", scheint es zu sagen,mir ward der Heldentod vergönnt, ver­gönnt mein Leben für den größten der Hohen- zollern hinzugeben beklagt nicht meinen frühen Tod".

Golden liegt die Mittagssonne auf den Bildern schöner, rosig geschminkter Damen, gleitet über die Puderperücken, Goldbrokat kostbarer Kleider leuch­tet auf. Die eine dieser Damen muß eine Blumen­freundin gewesen sein, sie hebt mit zierlicher Hand­bewegung blaue Hyazinthen und Maiglöckchen an den Ausschnitt ihres goldenen Kleides.

Eine andere zeigt sich als zärtliche Mutter und umfängt liebkosend chre beiden Kinder. Unter die­sen Damenporträts hat sich ein echter Pesne ge­funden. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist auch das verblaßte Pastell einer jungen Dame, die ein Tafchentüchlein an das zarte Gesichtchen drückt, unter den gesenkten Lidern aber recht kokett den Beschauer anblickt. Dies ist ein Fräulein von Kalden, die alle Ursache hat, sich der Nachwelt so tränenreich zu zeigen. Zwei junge Kattes, Stief­brüder des Enthaupteten, so wird erzählt, entbrann­ten gleichzeitig in heißer Liebe zu dieser jungen Durne; das Schwert mußte entscheiden, wer sie be­sitzen sollte, aber beide erlagen den im Duell er­littenen Wunden, und das schöne Fräulein von Kal­den blieb trauernd zurück.

An den Enden des Saals ist je ein Kamin, auf einem der breiten Marmorsimse liegt eine ernste Reliquie der Kattes, ein scharf geschliffenes Schwert, ein Richtschwert. Auf seiner fein ziselierten Flach­seite stehen die Sprüche:Die Herren steuern dem Unheil Ich executiere ihr Endurteil." Und: Wenn ich das Schwert hi heben, wünsch ich dem Sünder das ewige Leben."

Dieses Schwert wurde einst zur Hinrichtung des jungen Hans Hermann benutzt. Die Kattes aber haben es später erworben und hüten es eine ehrenvolle Reliquie, kein Andenken der Schmach, in ihrem Haus. Eine Glastüre führt auf eine breite Treppe in den Garten hinab. Das schmiedeeiserne Treppengeländer schmückt graziöses Blattgerank, und Mars und Minerva, zwei steinerne Barockfiguren halten oben Wacht. Vögel nisten in dem reich mit Kriegsornamenten geschmückten Frontispiz, fliegen zirpend aus und ein.

Unten blüht es noch in leuchtenden Farben. Auf dem Rabattenweg liegt ein großer Ball, hier haben Kinder gespielt. Zwei stramme Jungens kommen herangelaufen, ihre blonden Haarschöpfe leuchten in der Sonne, ihr Lachen klingt in die feierliche Stille des Ahnensaals. Sie kommen verwildert und staubig vom Felde, die Jungens, sie sind auf dem Trecker gefahren, haben mitgeholfen junge Spros­sen des uralten Geschlechtes, blühendes Leben und verheißungsvolle Zukunft.

oder 41 oder 42, sondern im Jahre 1943 ober 44 würde dann Englanddie Tonnage besitzen, um große Truppentransporte zu verschiffen, die wir dann über die Ozeane zu schicken haben". Denn dann sei England so weit, bann beginne die Offen­sive. Im Jahre 1943 ober 1944, wenn die B-Boote unb bie beutschen Bomber England die Möglichkeit gegeben haben, die englische Produktion zu ent- wickeln, die jetzt allerdings gestört ist.

Eigentlich dürfte nämlich nach den Prophezei­ungen Churchills überhaupt kein deutsches U-Boot mehr vorhanden sein. Bereits am 1. Oktober 1939 rief er emphatisch:Wir haben bie Ozeane und wir haben die Sicherheit. Das dritte wichtigste Er- eignis bleibt, daß der U-Bootkrieg gegen das Leben Englands sich bisher erfolglos erwiesen hat. Die britische Flotte jagt die U-Boote Tag und Nacht". Am 12. November 1939 sagte Churchill:Wir haben die U-Boote unter die Kontrolle bekommen, die U-Boote haben einen schweren Zoll zahlen müs­sen. Die erste Phase des Krieges haben wir be­reits gewonnen." Am 27. Januar 1940 aber sagte er wörtlich:Mindestens die Hälfte der U-Boote, mit denen der Feind den Krieg begann, ist zerstört worden und die Neubauten sind bisher weit hinter den eigentlichen Schätzungen zurückgeblieben." Und jetzt? Die in zahllosen Reben versenkten ober durch die berühmten englischen Erfindungen zer­störten deutschen U-Boote sind eine furchtbare Gefahr, wie Churchill selbst bezeugt, und wer­den nach seiner Meinung noch furchtbarer werden. Gibt es eine vernichtendere Selbstentlarvung als diese Worte des falschen englischen Propheten? E. 8.

Plutokratische Vermögen.

In nordamerikanischen Grundstücken angelegt.

Mailand, 6. Nov. (Europapreß.)Regime Fascista" entnimmt der nordamerikanischen Zeitung New Bork Saturbay Evening Post", baß bie englische Königsfamilie einen Teil ihres Vermögens für alle Fälle in nordamerika- nifchen Grunb stücken angelegt habe. Wei­tere englische Persönlichkeiten hätten gleichfalls hoch- werttge Grundstücke in Neuyork erworben. Die reicheren Emigranten hätten bereits seit geraumer Zeit den flüssigen Teil ihrer Kapitalien in Sicher­heit gebracht. So seien auch Gebäude der berühm­ten Fifth Avenue in englischen Besitz gekommen. Die Königin Wilhelmine von Holland be- sitze ein ganzes H ä u s e r v i e r t e l im schönsten Teile Washingtons. Die Geländekäufe der eng­lischen Aristokratie dauerten trotz des Ausfuhrver­botes der englischen Valuta an, weil die britischen Plutokraten ihre Kapitalien rechtzeitig in den Ver­einigten Staaten in Sicherheit gebracht hätten. Zweifellos könne des Vertrauen der leitenden Kreise in den Sieg lIroßbritanniens nicht besser veran­schaulicht werben. Die Armen bagegen, so führt das italienische Blatt aus, die Tag und Nacht bie beut- schen Bombardierungen aushalten müßten, hätten alle Folgen der verbrecherischen Polittk der Chur- chill, Eben. Dufs-Äroper usw. zu erleiden. Man dürfe jedoch der Duldsamkeit eines Volkes nicht zu­viel trauen. Auch das gutmütigste Tier könne toll­wütig werden.

Englische Bomben auf jugoslawische Stadl.

Rom, 6. Nov. (DNB.) Zu der von ausländischer Seite gemeldeten Bombardierung der in Südserbien an der griechischen Grenze gelegenen Stadt Mo­rr ast ir durch unbekannte Flugzeuge erflärt die Agentur Stesani, daß sicheren Unterlagen und Be­legen zufolge bie angreifenben Flugzeue eng­lische Blenheim-Bomber waren. Es sei von britischer Seite ber Versuch unternommen wor­den, Italien biese unqualifizierbare Bombardierung zuzuschreiben. Dieser Versuch ist vollkommen fehl- geschlagen. Italien hat am gleichen Tage in der fraglichen Gegend eine einzige Bombardierung, nämlich bie ber griechischen Stabt Phlorina, durchgeführi. Die italienischen. Behörden sind im Besitze von Aufnahmen, die unzweideutig beweisen, daß das getroffene Ziel tatsächlich Phlorina ist, eine Stadt, bie leicht auf Grunb ihrer Lage in der Nähe von Seen und anderer charakteristischer Gelänjie- punkte erkannt werden kann. Die italienische $5onv vardierung von Phlorina hat um 16.30 Uhr statt­gefunden, während die Bombardierung von Mo- nastir gegen 13 Uhr erfolgt sein soll. Ein Bomben­angriff auf Monastir könne also nur von Englän­dern unternommen worden sein. Italien habe zu

Jugoslawien sehr herzllche Beziehungen, und es sehe darauf, sie weder trüben zu lassen noch zu trüben.

Zu den englischen Behauptungen, italienische Flugzeuge seien mit griechischen Hoheits­zeichen über griechischem Gebiet geflogen, wirb erklärt, auch bie Englänber wüßten, daß die italie­

nischen Flugzeuge als Erkennungszeichen am Flugzeugschwanz ein weißes Kreuz trügen. Daß dieses Kreuz dem in der griechischen Flagge ähnele, ermächttge aber niemand zu dem Manöver, bas van der englischen unb griechischen Presse ver­sucht worben sei.

SollMndvergewaliiglwerden?

bon unserer Beniner Schriftleitung.

Es fällt auf, daß der irische Freistaat neuerdings in den Reden britischer Politiker und in den Auslassungen der britischen Presse immer häufiger genannt wirb. Die dabei zutage tretenbe Tendenz ist ziemlich eindeutig. Hören wir, was Winston Churchill in seiner letzten Unter- Hausrebe zu diesem Punkte sagte:Die Tatsache, laß wir die Süd - unb Westküste Irlands ür die Versorgung unserer Flotten und unserer Flugzeuge nicht verwenden unb badurch den Handel nicht schützen können, durch den sowohl Ir­land wie auch Großbritannien leben diese lat- ache ist eine sehr schwere und sehr schmerzhafte Bürde für uns, eine Bürde, die niemals auf unseren Schultern hätte lasten dürfen." Mit anderen Wor­ten: Churchill gibt seinem Bedauern Ausdruck, die irische Neutralität nicht schon längst gebrochen unb das Land militärisch besetzt zu haben. Nun pflegen englische Minister solche Selbstbezichtigungen nicht auszusprechen, besonders nicht in Kriegs- und Notzeiten, wenn sie nicht entschlossen sind, denFeh­ler" alsbald wieder gut zu machen ... Nicht um­sonst verzeichnete auch der offizielle Reuterkom- mentar bie Tatsache, daß mehrere Abgeordnete bie Meinung ausdrückten,bie Lage wäre bestimmt an» bers, wenn Jrlanb seine Flottenstützpunkte Groß­britannien zur Verfügung stelle". Nicht umsonst wurde ber aus Irland stammende Unterhäusler T i n k e r bemüht, an de Valera und das irische Volk zu appellieren, sie sollten doch ihre gegenwär­tig neutrale Haltung noch einmal einer Prüfung unterziehen. Deutlicher konnte wohl die englische Absicht nicht unterstrichen werben, Luft- unb Flöt- enstützpunkte für die britische Kriegführung in Ir­land zu gewinnen. Da man nun aber in London so gut wie in Berlin weiß, daß die Regierung Ir­lands ihre Neutralität unbedingt aufrechterhalten und sie nötigenfalls, wie de Valera wiederholt er­klärte, mit allen Machtmitteln verteidigen will, so kann den jetzigen Anspielungen Churchills und Genossen nur der Charakter einer erpresserischen Drohung zuerkannt werden. Es sollte uns nicht wundern, wenn demnächst auf der Liste der von England mißbrauchten und vergewalttgten Länder ein neues Opfer zu verzeichnen Ware. Ev.

mundete gab. Weitere Bombeneinschläge bei San Vito bei ftormanni hatten acht Tote und sechs Ver­wundete zur Folge.

Die griechische Bevölkerung flieht aufs Land.

Rom, 7. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die mit dem Diplomatenzug über Belgrad aus Griechenland ein- getroffenen Italiener bestätigen die Nachrichten über die chaotische Lage in Griechenland. Die grie­chische Bevölkerung fluchtet aus Den Städten aufs Land, vor allem in Richtung nach Süden und auch in die Hauptstadt Athen, das bisher von den italie­nischen Flugzeugangriffen verschont geblieben ist. - Auch in der griechischen Hauptstadt herrscht die größte Unordnung. Es fehlt an Perkehrs- Mitteln. Die Geschäftsleute halten trotz der gegen­teiligen Weisungen des MinisterpräMienten Metaxas ihre Läden geschlossen. Die italienischen Flüchtlinge klagen über Mißhandlungen ihrer Landsleute durch die aufgehetzte griechische Bevöl­kerung, die in ganz Griechenland nicht nur Häuser unb Geschäfte der Italiener, sondern auch italieni­sche Schuleinrichtungen und sogar Konsulate zu stürmen versucht. Im Piräus mußte der italieni­sche Konsul sein Konsulat mit dem Revolver gegen eine wütende Volksmenge verteidigen. In Kreta hielt der Inspektor der faschistischen Organisatton mit einer Hand voll Schwarzhsmden das Haus des Fascio gegen den Ansturm einer wütenden Menge. Zahlreichen Italienern gelang es, in das Gesandtschaftsgebäude in Athen zu flüchten. Sie konnten von dort rm Diplomatenzug die Fahrt nach der Heimat antreten. Die anderen Italiener wur­den verhaftet und in Konzentrationslager gebracht, die meist in unmittelbarer Nähe van Militärzentren und kriegswichtigen Anlagen errichtet wurden.

Emir Abdullah in Kairo.

S t o ck ho l m, 6. Nov. (Europapreß.) Emir Ab­dullah von Transjordamen ist zu einem Besuch in Kairo eingetroffen. Da sich Kriegsminister Eden noch in Kairo aufhält, muß der Reise des Emirs besondere Bedeutung beigemessen werden. Eden

Zeitschristen.

Freude am Leben", Bilderzeitschrift des Reichsbundes für Biologie, Verlag Hugo Berrnühler, Berlin-Lichterfelde. Die vorn Bundesletter des Reichs­bundes für Biologie, Dr. Walter Grelle, herausgege­bene, sorgfällig ausgestattete unb vorzüglich rebigierte Monatsschrift bringt dem Naturfreunde mit jedem neuen Heft eine Fülle lebendigen Wissens, unmittel­barer Anschauung und vielfältiger Anregungen. Der Stoff ist unerschöpflich wie das natürliche und kreatürliche Leben selbst. So untersucht im Leit­aufsatz des Novemberheftes Professor Otto Großer die Beziehungen zwischen Erbanlagen und Körper­bau und beleuchtet die anatomischen Grundlagen menschlicher Individualität, lieber Geschlechter im Pflanzenreich berichtet an Hand guter Bildbeigaben ber Münchner Dozent Dr. Fritz Geßner. Dr. G. von Frankenberg stellt als neues deutsches Süßwasser­tier in Wort unb Bild eine zierliche Garnele vor. Für die Erhaltung der Schöpfräder als technischer Kulturdenkmäler in der fränkischen Landschaft setzt sich Dr. H. Dohrer ein. Ein besonders hübscher, reich bebildeter Beitrag von Dr. habil. Fritz Steiniger schildert das Ausfliegen junger Uferschwalben. Diel Interessantes und Neues bietet wie immer die Rubrik kleine Beiträge aus allen Gebieten". Buch­besprechungen, ein Ueberblick über die einschlägigen Neuerscheinungen unb die beliebte Preisfrage schlie­ßen das Heft ab.

Stockholm, 6. Nov. (Europapreß.) London er­lebte vom 5. zuan 6. November die berühmte Guy- Fawkes-Nacht im Luftschutzkeller. Es handelt sich um den 3 0 4. Lu s ta l a r m, den Lon­don in dios-vm Krieg erlebte. In früheren Jahren war ganz London in der Guy-Faweks-Nacht zur Er­innerung an die Pulververschwörunia unter König Jakob I. 1605 von explodierenden Feuerwerkskör­pern und Raketen erleuchtet.Allehanda" berichtet aus London, daß die deutschen Lustangriffe sowie das Feuer der englischen Bobenabwehr der Stadt doch ein anderes Aussehen verliehen hätten, als dies vor Ausbruch des Krieges der Fall ge­wesen sei. Die Bevölkerung habe sich in dieser Guy- Faweks-Nacht das Feuerwerk sparen können. Der britische Nachrichtendienst teilte mit, daß die An­griffefrüyer begannen als gewöhnlich". London hatte von den späten Nachmittagsstunden bis zum Mittiwochmorgen einen durchgehen­den Luftalarm, zahlreiche Bombenflieger zeig­ten sich über ber Stadt. Nicht nur London wurde angegriffen, fonbern auch bie Midlands, Ostengland sowie Ostschottland. Eine Stabt in ben Midlands erlebte in der Nacht nicht weniger als drei grö­ßere Angriffe. Auch der südenglische Kriegshafen Southampton ist am Mittwochabend von star­ken deutschen Fluaformationen angegriffen worben. Rätselraten herrscht in Londoner Militärkreisen über die Taktik ber beutschen Luft­waffe. Es wird erklärt, die deutschen Maschinen kämen von ganz anderen Stützpunkten als früher und flögen ihre Ziele aus anderer Richtung als wie bisher an.

Die finnische WochenschriftSvenska Botten" weift auf einen Artikel der englischen Zeitschrift News Statesman and Nation" hin. Dort sei in äußerst scharfer Form auf die Mißständ e in dem schwer heim gesuchten London und die wach­sende Welle des Pessimismus unb der Kriegsmüdigkeit hingewiesen. Die Pfarrer aus Eastend berichten, daß an sie fortlaufend unan­genehme Fragen über den Krieg gerichtet würden; wann das Elend vorüber fei, wieviel Tote es ge­geben habe, bas seien bie üblichen Fragen, aber nie­mand forme sie beantworten. Zu Taufenden seien die Leichen noch unter den Ruinen begraben, in zahlreichen abgebrannten Gebäuden feien viele um- gekamrnen, die man niemals identifizieren könne.

Heber die Stärke ber deutschen Luftangriffe im allgemeinen und in den letzten Tagen im besonde-

London in der Guy-Iawkes-Nacht.

Ans den Höhen des pindns.

MienifcherWehrmachtbericht.

Rom, 6. Rov. (DRV.) Der italienische Wehr- machlberichl vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:

3m Epirns-Abschnitt und auf den höhen des Pindns find die Operationen im Gange. Feindliche Angriffsversuche nördlich des ka- pestica-Pasies, und zwar den südlichen Ausläufern des Presba-Sees, find unter Mitwirkung der Luftwaffe, die die Verbindungswege und die feindlichen Kolon­nen unter heftiges Feuer nahm, zurückgefchlagen worden. Die Brücke über den Isthmus des Presba- Sees wurde unterbrochen, feindliche Kraftwagen unter MG.-Feuer genommen und Truppenkolon- neu mit Volltreffern zersprengt.

Unsere Ftiegerverbande bombardierten ferner Straßenkreuzungen im Gebiet von Janina, Met- zovo, die Bahnstation von Phlortn, wobei die Bahnlinie unterbrochen wurde, sowie die Flottenstützpunkte Pylos (Ravarino), Py- räus, Argosiolion sowie die milltärischen Ziele auf Korfu.

Ein feindliches U-Boot versuchte einen Angriff auf einen unserer im mittleren Mitlelmeer auf Fahrt befindlichen Geleilzüge. Liu zum Geleit gehörendes

ren liegen wieder einige charakteristische Berichte vor. So äußerte ber amerikanische Botschafter in London, Kennedy, der sich gegenwärtig in Washington aufhält, in einer Erklärung gegen­über der amerikanischen Agentur INS., London beziehe von den Deutschenfürchterliche Hiebe". Der Londoner Vertreter des. Madrider ABC", Calvo, sagte in einer Schilderung über den Nachtangriff zum 5. November: Die Luft war durch Das Getöse erfüllt, bie Häuser zitter- t e n und schwankten, als ob sie den Vetts- tanz hätten. Seine Umgebung habe er am nächsten Morgen nicht mehr wiedererkannt; denn, so schreibt Calvo:Meine Straße ist nicht mehr meine Straße". Der amerikanische Publizist Dewitt Mackenzie (New Port Sun") hält die Ernäh­rungslage Englands fürwenig zufriedenstellend" und erklärt, die englische Admiralität müsse, wenn sieder Wahrheit nahekommen wolle" sicher mehr als die bisher von ihr eingestandenen Verluste von 2,6 Millionen BRT. Handelsschiffsraum zugeben.

Die größte Gefahr dieses Winters sind nicht die Bomben, sondern dieEpidemien", schreibt Göteborgs Handels- unb Schiffahrtszeitung" aus London. Das schwedische Blatt erklärt, die Menschen in den Schutzräumen seien nicht mehr so apathisch wie früher, sondern versuchten eine gewisse Ord­nung zu halten. Die Seuchengefahr fei indessen groß, und selbst die Aerzte hätten zugegeben, baß die Gesundheit der Kinder durch den lan­gen Aufenchalt unter der Erde unterminiert wer­den müßte. Die in Lonbon zurückgebliebenen Kin- ber feien nervös geworden unb herunterge­kommen. Ein bekannter englischer Psychiater , soll erklärt haben, daß die Nerven der Kinder buch­stäblich zerfetzt würden. Die psychologische Wirkung ber Bombardements sei ernster als bie physische. Die Kinder bekommen weder frische Luft noch Schlaf, noch regelmäßige Mahlzeiten. Masern und Scharlach breiten sich heftig aus. Wenn dasfo bis zum März wettergehe, werden die Bet­ten in ben Krankenhäusern für bie Epibemiekran- ken nicht ausreichen. Die Menschen bieten 400 bis 500 Pfund Sterling für alte Wochenend­wagen, die neu 200 Pfund kosteten. Die Nach­frage nach neuen Autos übersteigt die Produk­tion. Tausende von Menschen haben sich in derarti­gen Autos niedergelassen und wohnen verhältnis­mäßig sicher in einem gewissen Abstand von Lon­don und anderen gefährdeten Gebieten entfernt."

Torpedoboot griff in raschem Manöver an und versenkte es.

In Rordafrika verfolgten unsere Schnell­kolonnen den Feind bis 50 Kilometer südöstlich von Sidl Varani. Feindliche Flugzeuge warfen er­folglos Bomben auf das Fort Maddalena und Gar ul Grein, wo es drei Verwundete gab.

In Ostafrtka zogen sich feindliche Panzer­wagen, die in der Gegend des Sciuscaib-Gebirges auf unsere Kolonnen stießen, zurück und ließen einen Offizier tot auf dem Gelände. Einige indische Gefangene fielen in unsere Hände.

Ein Jagdflugzeug vom Gloucester-Typ wurde von unseren Jagdfliegern bei Matemma abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge bombardierle im Roten Meer unter militärischem Schuh fahrende Fracht­dampfer.

Bei feindlichen Luftangriffen auf Lherin gab es einen Toten und zwei Verwundete, bei Kisimayo und bei Gerille weder Opfer noch Sachschaden.

Feindliche Flugzeuge haben in der vergangenen Rächt versucht, Reapel zu erreichen, wurden aber von der prompt einsehenden Luftabwehr zum Ab­drehen gezwungen. Einige Bomben, die bei Surbo, einem Dorfe in der Provinz Lecce, fielen, haben zwei Häuser zerstört, wöbe! es sechs lote und vier Ver-

Zum 125. Geburtstage und zum 35. Todestage des Malers Adolf von Menzel, die beöde in dieses Jahr fallen, bringt die Monatsschrift ,Kunst dem Volk" (Herausgeber: Professor Heinrich Hoff­mann; Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) einen Gsdenkaufsatz von Fritz Hansen mit einer Reihe von Reproduktionen, unter denen sich die verhält­nismäßig wenig bekannte maleri che Kostbarkeit ,Zunge Dame, bet der Lampe lesend^ befindet. Ein sehr reizvolles, durch die Jahrhunderte hin ergie­biges ThemaDie Musik in der Malerei" behandelt Dr. Walter Buchowiecki an Hand charak­teristischer, z. T. hochberühmter Gemälde; die Linie führt von Giorgione, Terborch und Grünewald bis zu Schwind unb Menzel.