Ausgabe 
7.9.1940
 
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Der ungarische Vormarsch in Siebenbürgen.

B u d a p e st, 7. Sept. (Europapreß.) Am 6. Sep­tember besetzten die ungarischen Truppen einen un­gefähr 25 bis 30 Kilometer tiefen Streifen, der sich von der ungarisch-rumänisch-russischen Dreiländerecke im Osten zu dem Punkt im Westen erstreckt, wo die alte ungarische Ostgrenze in die neue Siebenbürger Grenze abzweigt. Das ungarische Staatsoberhaupt, Reichsverweser Nikolaus Hort Hy von Na­gy b a n y a, der selbst aus dem jetzt rückgegliederten Teil Nordsiebenbürgens stammt, ist in der Haupt­stadt seines eigenen Geburtsgaues, Szatmarne- m e t i, an der Spitze seiner Honved eingezogen. Etwa 30 000 Menschen bereiteten ihm einen jubelnden Empfang.

Der 6. September erhielt seine besondere Bedeu­tung durch die Rückgliederung von Großwar­dein, einer der schönsten ungarischen Städte. Auf dem Hauptplatz wurde der einziehende Reichs- Verweser von der Bevölkerung empfangen.

Der Thronwechsel in Rumänien.

Die Armee auf König Michael vereidigt.

Belastete Politiker des alten Regimes ausgebootet oder in Hausarrest.

B u k a r e st, 6. September. (DNB.) Dem gestern schon durch Europapreß gemeldeten Beschluß der Abdankung König Carols ging eine Be­sprechung des Ministerpräsidenten General A nto­ne s c u mit dem Führer der Eisernen Garde, Horia Sima, voraus, nach deren Beendigung sich General Antonescu zu einer Besprechung mit dem König ins Schloß begab. Um 6 Uhr morgens dankte der König ab. Um 9.15 Uhr wurde durch den ru­mänischen Rundfunk und durch Extrablätter die Abdankungsproklamation des Königs verbreitet. In dieser Proklamation gab König Carol seinem Wil­len Ausdruck, alle Gefahren für sein Land zu ver­meiden und seinem Sohn, den er so sehr vom ru­mänischen Volk geliebt wisse, die Herrschaft zu über­geben. Zugleich richtet König Carol an das rumä­nische Volk die Bitte, dem neuen König mit dem vollkommensten Vertrauen und mit der wärmsten Liebe zu begegnen.

Am Freitagvormittag hat König Michael I. im Thronsaal des Bukarester Schlosses vor Minister- vräfident General Antonescu, dem Patriarchen oer orthodoxen Kirche Rumäniens, N i c o d i m, und dem Oberpräsidenten des Obersten Kassattons- und Justtzhofes, Radulescu, den Eid abgelegt. Un­mittelbar darauf legte Ministerpräsident General Antonescu den Eid auf den neuen König ab. Mi­nisterpräsident General Antonescu hat folgen­den Aufruf erlassen, der ebenfalls durcb den Rund­funk und Extrablätter verbreitet würbe.Die an der Spitze des Staates gemachte Ordnung verlangt auch unten Ordnung. Nur Ordnung kann die Antwort fein, die heute die Nation auf den voll­zogenen Akt gibt. Keine Erschütterung! Es genügt! Die Jugend hat Blut vergossen und viel ge­litten. Auch ich habe gelitten. Aber Blut kann nicht mit Blut zurückgekauft werden und Leiden nicht mit neuen Leiden. Der liebt nicht sein Land, ehrt nicht feine Nation und respektiert nicht die gegenwärtige Stunde, der so etwas tut. Keine Gewalt gegen nie­mand. Um so weniger gegen unschuldige Soldaten nnd Polizisten, die ihre Pflicht erfüllen. Dies wäre ein Verbrechen, das ich sofort streng bestrafen werde. Damit die Ordnung nicht erschüttert wird und kein innerer Feind die innere Unordnung ausnützen kann, stellt die Kundgebungen ein und laßt nicht Provokateure in Euren Kundgebungen das oberste Gesetz, die Disziplin, verletzen. Rumä­nen! Jugend! Beachtet die Lehren, die das Geschick uns gegeben hat und handelt danach."

An die Armee wandte sich Antonescu mit fol­gendem Aufruf:König Carol II. hat heute abge­dankt. Kronprinz Michael hat den Thron der Könige Rumäniens bestiegen. In diesen Zeiten der Er­schütterung beruhigen sich unsere Herzen, die. in der Hoffnung vereint sind, die eine ganze Nation in das neue Rumänien setzt. Die Armee schwört Treue dem neuen König Mi­chael I. Der Gott unserer Ahnen und der tapfe­ren Fürsten dieser Nation möge ihm helfen, daß seine Herrschaft nur würdige Taten, Sieg und Ruhm sei, und daß ihn immer die Liebe und das Vertrauen seiner Untertanen umgebe. Soldaten! Die

Armeen mären immer die ersten, die den Treueid für den Thron abgaben. Deshalb haben noch heute, in welcher Lage immer sich die Truppen befinden sollten, alle bis 13 Uhr spätestens a u f den neuen König den Treueid zu leisten. Die Durchführung des Befehls ist sofort zu melden.

Die Regieruna hat den rumänischen Botschafter bei der französischen Regierung in Vichy, Fria- n a s o v i c i, und den erst unlängst ernannten Ge­sandten in Moskau, den gewesenen Außenminister Gafencu, abberufen. Der Oberpräsident des Obersten Kassations- und Justizhofes, Radulescu, der seinerzeit an der rechtlichen Untermauerung des autoritären königlichen Regimes maßgeblich beteiligt war, wurde abgefetzt. Zu seinem Nachfolger wurde der Richter am Obersten Kassationshof L u p i ernannt. Ferner wurde auch der Bukarester Ober­bürgermeister, General Dombrowski, seines Postens enthoben. Der Leiter des Geheimdienstes der Polizei, M o r u s o f f, ist verhaftet worden. Fer­ner wurde Hausarrest gegen eine Anzahl von politischen Persönlichkeiten verhängt, die alle tragende Stützen des vergangenen Systems waren, die meisten von ihnen Mitglieder der Regierung Calinescu.

König Michael.

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Kronprinz Michael ist nun trotz seines jugendli­chen Alters von noch nicht 19 Jahren zum zwei­tenmal König geworden. Er wurde am 4.3a- nuar 1926 nach einer der Thronverzichterklärungen

seines Vaters zum Thronfolger und am Todestage eines Großvaters, König Ferdinand I., am 20. Juli 1927 zum König ausgerufen. Der junge König ist am 20. Oktober 1921 als Sohn des damaligen Kronprinzen Carol und der Prinzessin Helene von Griechenland geboren. Während Carol dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen entstammt, war der Vater der Prinzessin Helene dem Hause Schleswig- Holstein und ihre Mutter als Schwester Kaiser Wilhelms dem Hause Hohenzollern entsprossen. Seinen Namen erhielt der König zur Erinnerung an den rumänischen Wojwoden Michael Viteazul, Michael den Tapferen, der ein Großrumänien durch die Vereinigung aller Rumänen erstebt hatte. Mi­chael hat eine so sorgfältige Erziehung und Ausbil­dung erhalten, wie es unter den wechselnden Ver­hältnissen seiner Jugend möglich war. Die Er­ziehung wurde zuerst von seinem Vater, dann von dem Regentschaftsrat zusammen mit seiner Mutter, schließlich wieder von seinem Vater geleitet. Dieser legte Wert darauf, ihn schon in sehr jungen Jahren einen Blick in die Welt außerhalb seines Vater­landes und in mancherlei europäische Probleme tun zu lassen. So nahm er den Sohn häufig auf seine Auslandsreisen mit. Arn 24. November 1938 war der damalige Thronfolger Michael zusammen mit König Carol zu einem Besuch beim Führer auf dem Obersalzberg.

Das Echo in Belgrad.

B elgrad, 6. Sept. (ÄNB.) Die Abdankung König Carols von Rumänien wird in Jugoslawien als logische Folge einer von Carol selbst mitverschul­deten Entwicklung betrachtet. Auch spricht man da­von, daß sich der Meuchelmord an Codre- anu, dem Führer der Eisernen Garde, nun an dem Mann räche, der diese Bluttat vielleicht hätte verhindern können. Zugleich zeiae sich, daß eine in den nationalen Kräften des Volkes verwurzelte Be­wegung, wie die Eiserne Garde, auf die Dauer nicht unterdrückt werden konnte. Allerdings habe es Ru­mänien heute viel schwerer, die innere Erneuerung durchzuführen, als wenn König Carol, der auch im jugoslawischen Volksmund den Beinamen der Treulose" hat, schon vor zwei Jahren diesen Schritt getan hätte. Diplomatische Kreise halten Ca­rol für mitverantwortlich für die zweideutige Rolle, welche die rumänische Politik bis in die jüngste Zeit gegenüber den Achsenmächten gespielt hat. Schließ­lich meint man in Belgrad, daß jetzt wohl auch der Weg für eine völlig durchgreifende Erneuerung des rumänischen Lebens frei sei, weil mit Carol hoffentlich auch der verderbliche Einfluß der Jüdin L u p e s c u und ihres ganzen Klüngels ver­schwinde. Nationalistische Kreise Jugoslawiens hof­fen, daß mm auch gewisse längst angekündigte Maß­nahmen in Jugoslawien endlich Wirklichkeit werden. Dor allem dürfte der von einzelnen Re- gierungsmitgltedern immer wieder hintertriebene Entwurf eines Judengesetzes jetzt beschleunigt zur Beratung kommen.

Cürovln

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Einige Kilometer von der alten Grenze entfernt, in der Nähe von Ermihalyfalva, erreichten die un­garischen Marschkolonnen die ehemalige rumä­nische Verteidigungslinie, ein breit an­gelegtes System von Betonbefestigungen, Tankfal­len, Drahtverhauen und Wassergräben. Selbst die Landstraße ist dort durch Betonbauten eingeengt, so daß der Vormarsch der schweren Kraftwagen ver- langsamt werden mußte. Nagybanya, das am 6. September ebenfalls rückgegliedert wurde, ist durch den Namen des Reichsverwesers bekannt. Es ist eine alte Grubenstadt mit reichen geschichtlichen Verbindungen zu Deutschland.

Die Süddobrudscha.

Sofia, 6. Sept. (Europapreß.) Ein offizielles Kommunique über die rumänisch-bulgarischen Ver­einbarungen zur Rückgabe der Süd-Dobrudscha liegt noch nich vor.

Der Ministerrat Hat am Donnerstag zweimal ge­tagt, am Vormittag und am späten Abend. Nach der zweiten Sitzung begab sich der Abgesandte der Abordnung wieder nach Craiova zurück. Abends hielt der Führer der Dobrudscha-Bewegung in Bul­garien, P e n a k o f f, im Rundfunk eine Rede an das bulgarische Volk, in der er die große Bedeutung der Süddobrudscha für Bulgarien hervorhob. Er unterstrich, daß die Süd-Dobrudscha nun ohne Blutvergießen an Bulgarien zurück- gelangt fei. Damit sei das letzte Hindernis für gute bulgarisch-rumänische Beziehungen beseitigt worden. Bulgarien sichere sich ein moralisches Ka­pital, das sich für die weitere Entwicklung auf dem Balkan noch auswirken werde. Das BlattUtro" schreibt, die Verhandlungen in Craiova würden keine weite re n Verzögerungen erleiden. Man könne die Verhandlungen schon jetzt als beendet betrachten.

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Beachten Sie diese 10 wichtigen Regeln für den Verfrachter!

lte Güterwagen schnellsten» de- unt> entladen. Rückgabe der wagen mög­lichst vor Ablauf der Ladefristen: Uber- schceitung der Ladefrist hat Ausfall, wertvollen Laderaums zur Zolge.

1. wagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen. Ange- botene Lrfatzwagen verwenden, selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damit verbunden sind.

3. Pünktliche An- o. Abfuhr der Güter, mit der De- und Entladung sogleich nach wagenbereirstellung beginnen.

4# §ür Güterwagen gibt es setzt keine Sonntagsruhe. Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. Zür eingegangene Güter besteht die Pflicht zur Entladung an Sonntagen.

S» Güterwagen beim Be- und Ent­laden nicht beschädigen. Lademaße inne- Holten. Güter ordnungsmäßig und be- triebsstcher verladen.

6, Durch zweckmäßige Ladegeräte und Hilfsmittel das Be- und Entladen er­leichtern.

7» Auslastung der wagen bis zun» Ladegewicht und nach Möglichkeit setzt (m innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg tzber die am wagen angeschciebene Tragfähigkeit. Raumersparnis durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz be­sonders durch sachgemäßes und über­legtes verladen sperriger Güler.

N. Nicht mehr Güter zu gleicher Zeit beziehen, als rechtzeitig entladen wer­den können.

9« Entladung sogleich beim Eingang der Versandanzeige des Absender« oder bet der voraoisierung durch die Güter- abfentgung oorbereiten. ZuHrwerke und Ladepersonal schon Im voraus für die Zeit der bevorstehenden Entladung frei- halten.

lOe Frachtbriefe und sonstige Begleit­papiere sorgfältig ausfüllen zur ver» Meldung von 3erlaufen.

Am ausfchaeiörv»aufhrbea aaö Unma wieder kfaJ

Auf jeden Handgriff kommt es an!

An 3rbeitohräften Herrscht jetzt bei uns mangel Das darf aber <üd)t zu Stockungen bei der Be- und Entladung von ißüter» «oagen führen. Unser Ziel muß vielmehr sein. Güterwagen jetzt noch schneller als zuvor zu be- und entladen, um auf diese Weise mehr Wagenraum zur Befriedigung des dringenden Bedarfs zur Verfügung zu haben. Jeber entbehrliche Hand­griff must erspart, mechanische yllfsmlttel müssen überall dort eingesetzt werden, wo es möglich ist. dem Menschen die Arbeit ju erleichtern oder ganz abzunehmen, vielfach bringen

hehelfsmästige Wittel, wie Laderutschen. Bollen, laufende Lander usw. schon wesentliche Erleichterungen.

Setzen Sie Ihrem Organisationstalent und der vereinten Erfindungsgabe 3hres Unternehmens das Ziel, den Güter­wagenumlauf so stark als möglich zu beschleunigen. Schon wenn nut eine Beschleunigung des Wagenumlaufs um 10% erreicht wird, stehen taufende, |a zehntausende Wagen zu­sätzlich zur Verfügung.

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