gegenüber dem Partner Deutschland weg. Hier ist ein umfangreicher und von keinem Dritten zu störender Austausch von Ware gegen Ware jederzeit und solange möglich, als es im Willen der beiden Partner liegt. Das Wirtschaftsdenken in Gütern spielt also auch in diesem Verhältnis eine viel größere Rolle als es vielleicht im ersten Augenblick scheint. Darauf beruhen auch sehr wesentlich Festig' feit und Dauer dieses Verhältnisses. Wenn die Engländer dies nicht erkennen, so liegt es daran, daß sie noch immer im Gelddenken befangen sind und meinen, „Geld kittet".
Nichts läßt das besser erkennen als ihr Verhältnis zu Griechenland. Zwischen England und Griechenland bestehen, abgesehen von der griechischen Handelsflotte, kaum wirklich feste und naturgegebene Wirtschaftsbeziehungen. Dagegen ist Griechenland in hohem Maße finanziell abhängig von England. Dieses Land, das bereits dreimal bankrott gemacht hat, besitzt auch heute noch eine Schuldenlast von etwa 71 Milliarden Drachmen. Davon entfallen 53 v. f). auf England als Gläubigerland. Wichtige Staatseinnahmen sind den Engländern bis über das Jahr 2000 hinaus verpfändet. Mit diesen Mitteln gelang es England, die Griechen in feinen Krieg hineinzuziehen. Es hat damit allerdings nur einen Partner gewonnen, der sofort finanziell gestützt werden mußte. 20 Millionen P'und will England aufs erste dafür verwenden. Diese Summe wird aber bald nicht mehr ausreichm. Finanziell ist England durch diesen Bundesgenossen schon heute schwer belastet, was um so gefährlicher ist, als nach der Erklärung Lord Lothicms England selbst
bald am Ende seiner finanziellen Leistungsfähigkeit angelangt sein wird.
In der Türkei, wo die Verhältnisse ähnlich liegen, zeigt sich ein für Enaland höchst unangenehmer Zug zur Selbständigkeit insofern, als die Türkei den internationalen Derwaltungsrat der „Dette pudlique", der allein an Spesen für die Schuldenverwaltuna jährlich rund 600 000 Türkenpfund erforderte, beseitigt hat. Damit sind wieder einige eindringliche Pöstchen für Plutokraten verschwunden. Recht bezeichnend für das Versagen des Gelddenkens find aucy die Wirtschaftsnöte der Schweiz. Diese glaubte auf Grund ihres Kapitalreichtums ihre ikri'orgung mit überseeischen Waren dadurch sichern zu können, daß sie 17 griechische Handelsschiffe charterte. Diese Schiffe legten bisher in italienischen Häfen an. Jetzt ist es selbstverständlich damit aus, und damit ist auch di? schweizerische „Seeschiffahrt" erledigt, die man sich leisten zu können glaubte, weil man das Geld hatte. Die Folge ist eine schwere Hamsterpsychose in der Schweiz, die nun ebenfalls erkennen muh, daß Güter letzten Endes doch wichtiger sind, als Geld. Schließlich aber braucht man nur einen Blick nach Amerika zu werken, um zu erkennen, daß die Schwierigkeiten Der Erweiterung der Handelsbeziehungen zwischen USA. und Südamerika zum größten Teil auf der nicht vorhandenen gegenseitigen Ergänzung im Güteraustausch liegen. Alle Versuche, sie durch Anleiheaktionen zu beheben, müssen scheitern, weil die Zeit des Gelddenkms in der Wirtschaft endgültig vorüber ist. Geld kittet nlcht mehr.
Sie südamerikanischen Völker gegen die Merlassung von Stützpunkten. Dor -er Außenminister-Konferenz Argentinien-Uruguay.
Buenos Aires, 4. Dez. (Europapreß.) Der argentinische Außenminister R o c a bemerkte zu feiner Begegnung mit dem uruguayischen Außenminister G u a n t am kommenden Samstag, daß einige schwebende Probleme, darunter natürlich auch das der Verteidigung des Kontinents, besprochen werden würden. Ebenfalls würde die Mitte Januar stattfindende Regional-Konfe- V n 3 der La-PlatakStaaten in Montevideo erörtert werden. Argentinien müsse jetzt Stellung nehmen gegenüber den Bestrobungen zur Errichtung von Stützpunkten der Vereinigten Staaten an Stellen, die alle Zugangswege zum La-Plata- Beckon beherrschten.
„Die südamerikanischen Völker lehnen die lieber* lassung von Stützpunkten einstimmig ab", erklärte der Wortführer des Partida Nacional Uruguays, Senator Eduardo Victor Haedo, einem Journalisten, der ihn über die nordamerikani-'che Stütz- vunktpolitik, die durch den ablehnenden Beschluß des uruguayischen Senats in den Vordergrund gerückt ist, befragte. Die Ueberlassung von Stützpunkten auf uruguayischem Hoheitsgebiet an die USA. kompromittiere d i e Neutralität Uruguay a s, falls die USA. in den Krieg eintreten und Uruguay die Benutzung dieser Stützpunkte durch die USA. dulden sollte. Senator Haedo verwies auf die aus allen südamerikanischen Staaten eingegangenen Glückwünsche zu der entschiedenen Zurückweisung aller Pläne und Stützpunkte durch den uruguayischen Senat. Gleichzeitig unterstrich der Senator die enge politische 3urammenarbeit zwischen Spanien und den amerikanischen Republiken sowie die völlige Uebereinftimmung der Meinungen des Mutterlandes und der Nationen des amerikanischen Kontinents. „Heute wie immer", jagte Senator Hcledo, „ist der Begriff Ibero - Amerika kein kalter Ausdruck, sondern eine geistige Einheit, die unzerstörbar ist und weder durch die Entfernung noch durch die Zeit geschwächt werden kann. Darum hinterlassen die Stellungnahmen aus Spanien einen unübertrefflichen Eindruck. Niemals wird ein aktives und reines spanisches Wort in den amerikanischen Ländern schlecht klingen."
Die in Valparaiso erscheinende chilenische Zeitung „Opinion" sagt, die Versuche der USA., sich See- und Luftstützpunkte in Südamerika zu schaffen, zielte darauf hin, die Möglichkeit zu einer wirtschaftlichen Beherrschung der fübameri- konischen Republiken in die Hände zu bekommen. In erster Linie hätten diese See- und Luftstützpunkte von USA. der Kontrolle der südamerikanischen Re- publiken zu dienen, in zweiter Linie der noch grö
ßeren wirtschaftlichen Abhängigmachung Südamerikas ooh USA. durch den Verkauf von Waffen und Kriegsmaterial. Diese Stützpunkte würden unvermeidlich eine Verstärkung des wirtschaftlichen Eindringens und des Einflusses der USA. In den süd- amerikanischen Republiken zur Folge Hoden.
Costarica will nicht der Lasall derLlGA. werden.
Rom, 4. Dez. (Europapreß.) „Giornale d'Jta- lia" berichtet aus San Josö de (Softanca, daß eine Erklärung des ehemaligen Präsidenten I i m e n e 3 die USA. auffordere, sich mit einer guten Nachbarschaft zu begnügen und die Republik Co- ftarica nicht als einen den USA. unterworfenen Staat zu betrachten. Costarica könne den USA. nicht mehr geben, als was es schon gegeben habe, nämlich Meeresbuchten, Hafen- und Landungsplätze für F.ugzeuge. Die panamerikanische Straße, die Costarica durchquere, befinde sich vollständig in den Händen der Wehrmacht der USA. und bilde den Hauptverkehrsweg zwischen USA. und dem Kanal von Panama. Im Kriegsfälle müsse Costarica ohne irgendwelchen eigenen Nutzen die Folgen dieser Straße tragen. Diese Erklärung des ehemaligen Präsidenten Jimenez hatte in ganz Costarica tiefen Eindruck gemacht. Man macht Den USA. den Vorhalt, daß die Monroe-Doktrin den USA. mehr zu Förderung der eigenen Interessen als zur Verteidigung jener des amerikanischen Fell- lanbcs dienen, das von niemandem bedroht werde.
Zwei britische Kreuzer im Mittelmeer torpediert.
Rom, 4.Dez. (DRV.) Der ilaNenifche Dehr- machtberichl vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:
An der griechischen Front find wiederholte Angriffe zahlreicher feindlicher Verbände am zähen widerstand unserer Truppen gescheitert, die auch kräftige Gegenangriffe durchgeführt haben. Unsere Lustverbände haben die Aktionen der Truppen unterstützt, indem sie besonders in der Zone westlich von Erfeke heftige Vombar- dierungen durchsührten. Unsere Bomber griffen mit Erfolg die Hasen von Prevesa und waura an. Liner unserer Luftverbande hak bei einer Begegnung mit einer feindlichen, aus ?2U-Flugzeugea
Der Soldat und das Kind.
Lon Erich K?a la.
In irgendeiner Straße stehen sie: eine Kompanie Soldaten. Sie rauchen Zigaretten und machen Witze, mit und ohne Bart.
Halbwüchsige Jungen lehnen an den Häusern und recken die Brust heraus, als wollten sie damit dis Soldaten auf sich aufmerksam machen. Seht doch! Wir sind auch schon wer!
Dann kommt der Leutnant.
Stillgestanden! So stehen sie: sauber ausgerichtet; drei Züge; eine Kompanie Soldaten.
Was ist denn da unten beim dritten Zug los? Der Leutnant nimmt sich den linken Flügelmann aufs Korn.
Griese heißt das kleine Kerlchen. Alle haben ein wenig Angst um den Kameraden. Menschenskind! Mach doch keinen Mist da unten, denken sie.
Der Feldwebel, der den dritten Zug führt, bekommt einen schmalen Mund. Das ist gefährlich. Der Feldwebel wird sich den Kerl, der den dritten Zug auffallen läßt, nachher vornehmen, das ist sicher.
Und der Leutnant schaut immer noch in der Rich» hing des linken Flüaelmannes. Zum Teufel, meinen alle, ist der Griese denn wahnsinnig geworden! Ein Gewitter zieht über die Kompanie herauf. Die Angetretenen vergessen vor lauter angespanntem Warten das Lustholen. Endlich geschieht etwas. Ein dünnes Kinderftimmchen sagt: „Da! Herr Sol- bat! Nimm doch ..
Durch die Kompanie geht es wie ein Grinsen. gelbwebel R. hat keine schmalen Lippen mehr.
nd der Leutnant, tatsächlich, der Leutnant lacht. „So nehmen Sie schon!" ruft er dem linken Flu- gelmann zu.
Ein Befehl: Rechtsum! Die Kompanie marschiert.
Nun können sie sich endlich beim Nebenmann er- kundigen, was denn eigentlich mit dem Griese los war.
Ja, was war los? Dann sickert es durch, von hinten nach vorne. Gar nichts war los. Nur: ein kleine» Mädchen hat dem linken Flügelmann eine
Schachtel Zigaretten in die Hand schieben wollen. Das war alles.
Ein kleines Mädchen? So?
Und dann sieht sich jeder schnell mal um. Richtig, da steht es noch,, mitten auf der Straße, ein kleines Mädchen, und wfnkt.
Der neben mir lächelt den Rücken seines Vorder- rnannes an. Ich frage nicht. Ich weiß auch so: fein Kind ist ihm eingefallen.
Der Feldwebel kommt vorbei. Warum singen Sie nicht?
Da singt der neben mir. Zwischen zwei Strophen sagt er: sie heißt Suse ...
Soso, Suse ... Dann fingen wir wieder.
„Zeigen Sie mal We Zunge!'
23on Peter Peppermint.
Wenn man jemandem die Stirn zeigt, ist man entweder ein Trotzkopf oder man hat Rückgrat. Wenn man aber jemandem die Zunge zeigt, Dann ist man entweder ein Gassenrüpel, oder der andere ist der „Onkel Doktor". Von diesem letzten Fall soll Die Rede fein. Wir wissen ja alle, wie Das ist, wenn die Aufforderung „Zeigen Sie mal Ihre Zunge!" erfolgt. Man steht da vor einem seriösen Herrn, einem Manne der Wissenschaft, womöglich gar mit Bart, womöglich auch Professor und Geheimrat, und dem steckt man nun Die Zunge heraus. Offen gestanden: ich habe mich immer geschämt oder ich habe eine Ohrfeige erwartet. Aber nichts dergleichen kam, als lediglich ein ernster Blick mit dem mm: „Belegt! , und ich zog dann dieses be- bjekt des- nicht erfolgten Anstoßes wieder ein.
Es konnte natürlich auch sein, daß es nicht belegt war — bann erfolgte aber nur die freundliche Feststellung, nicht ohne eine zweifelnden Blick, daß kein Belag wahrnehmbar sei. Alles ganz gut und schön. Aber was würden Sie nun tun, wenn irgendein fremder Mann — ob mit oder ohne Bart, spiele dabei keine Rolle — etwa bei einem Fünf- uhrtee oder in Der Theaterpause zu Ihnen faoen würde: „Zeigen Sie mir mal Ihre Zunge!"? Sie würden sicherlich vor Wut oder Scham rot anlaufen. Sie würben nicht einmal nur jagen: „Hier ist nicht
Englands Tonnageforgen „groß und ernfi"
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Bucht zwei feindliche Kreuzer korpe- d i e r t.
In Oskafrlka beschoß ein feindlicher Kreuzer am 29. November die Anlagen von Alula. wa, einigen Schaden, aber keine Opfer zur Folge halle.
Am 1. Dezember torpedierte eines unserer Unter, seeboote im Atlantik einen feindlichen Zer. stör er.
bestehenden Formation über Tirana sechs davon brennend zum Absturz gebracht. Drei unserer Flugzeuge find nicht zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf 7Nirake (Clbaffan) abgeworfen, die zwei Frauen, ein Kind und einen Arbeiter getötet, aber keinen Schaden verurfacht haben.
Unsere Torpedoflugzeuge haben in der Suda-
Deutschlands Sympathie für den Aabhängigkeilskamps der arabischen Länder.
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fen: „Deutschland, das stets von Gefühlen btt Freundschaft für die Araoer erfüllt war, und bis den Wunsch hegt, daß sie gedeihen und glucklitz werben und den ihrer historischen und natürlichem Bedeutung entsprechenden Platz unter Den Völkern der Erde eiNnehrnen, hat seit Jahren den Äampi’ der arabischen Länder zur Erlangung ihrer Unabhängigkeit mit Interesse verfolgt. Die arabischen Länder können autz weiter b:i ihrem Bestreben, dieses Ziel zu erreichens auf Die volle Sympathie Deutschlands rechnen. Bei Abgabe dieser Erklärung befinbtil sich Deutschland in voller U eb er einftim- mung mit Dem verbündeten Italien."
Berlin, 4. Dez. (DNB.) England, das mit zu- nehmender Sorge sieht, daß die Sympathien Der von ihm unterdrückten arabischen Länder sich immer mehr den Achsenmächten zuwendet, von Denen sie die Befreiung von der englischen Gewalt- Herrschaft erhoffen, bemüht sich darum, diese Ent- wickrnng aufzuhalten und die Araber auf feine Seite zu ziehen durch die Verbreitung der Behaup- tung, die Achsenmächte hätten die Absicht, Die arabi- schon Länder zu besetzen und zu behalten. Um dieser böswilligen Propaganda entgegenzutreten und die arabischen Länder über Die Deutsche Politik ihnen gegenüber aufzuklären, hat Die deutsche Regierung durch den Rundfunk in arabischer Sprache folgen De Erklärung verbreiten las-
Lissabon, 4. Dez. (Europapreß.) Die steigenden Schwierigkeiten Englands, ausländische Seeleute für Die immer gefährlicher werdende Fahrt nach England zu gewinnen, ergeben sich deutlich aus den Berichten englischer Zeitungen, die Lissabon übrigens nur noch selten und mit großen Verspätungen erreichen. In einer Der letzten Nummern des „Sunday Expreß" wird darauf hingewiesen, daß norwegische, französische, belgische, holländische, polnische und chinesische Seeleute, Die auf Schiffen arbeiten, Die von und nach England fahren, weitaus höhere Löhne empfangen, als ihre britischen Arbeitskomeraden. Beamte Der „National Union of Seamen" vertreten die Auffassung, daß der Verband auf eine Vereinheitlichung Der Lohnsätze für ausländische und englische Seeleute Drängen sollte. Ein Beamter Dieser Gewerkschaft keilte mit, daß mit Ausnahme der Polen sämtliche ausländischen Seeleute fast um Das Doppelte bessergestellt sind als die Engländer. Auf einer Reise nach Den Vereinigten Staaten verdienen Die britischen Seeleute einen monatlichen Lohnsatz von rund 16 Pfund Sterling. Ein norwegischer Seemann würde zu diesem Lohn einen
Der Regierung totgeschwiegen. Der Nachrichtendienst hatte sich ebenfalls zu den neuesten Verlusten bisher nicht geäußert. Die Presse mußte die deutsche Meldung unterschlagen. Auf irgendeine Art Haden die Parlamentsmitglieder jedoch Kenntnis von dem neuen deutschen Schlag erhalten,' Denn Die Dienstagsi'zung des Unterhauses stand merklich unter Dem Einfluß Der englischen Tonnagesorgen, von Denen Der englische Nachrichtendienst zur gleichen Stunde erklärte, sie seien „groß und e r n ft", wie die Minister Croß und Greenwood in der letzten Zeit verschiedentlich zugegeben Haden. Einige parlamentarische Fragesteller zeigten sich überaus nervös. Man rechnet Damit, daß die Zahl der deutschen Unterseeboote in Der nächsten Zeit beträchtlich steigen wird, und fürchtet eine noch weitere Aus- utzung Der französischen Kanalhäfen, die nach eng- ischer Ansicht Der Ursprung aller Tonnageforgen ist.
Man scyeint geneigt zu Tein, im Sinne Der Churchill-Deutung Die U-Boot Gefahr in bezug auf Die Ernährungslage viel ernster zu seh'en als Die Luft- aefahr. Die englische Oeffentlichkeit wird über Die Einzelheiten Der fortschreitenden Tonnageoerminde-
mittel würden im nächsten Jahre aus England völlig verschwinden. Die zur Verfügung stehenden Dampfer müßten nach England wich, -tätigere Ding? bringen als gewisse Nahrungsmittel. Nach Ueberfee mußten Die Fahrzeuge sogar außer Kriegsmaterial auch noch Nahrungsmittel transpor- 0 tieren, um engli'che Soldaten und Seeleute zu Der. W 001 proDiantieren. Unter diesen Umständen habe ec l//*' sich gezwungen gesehen, Die Abtretung von Tonnage l|W für kriegswichtige Zwecke zu billigen. ipM
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Kriegsrisikozuschlag von ungefähr 15 1 ohne mit Diesem, an portugiesischen Lebensverhäll» Pfund Sterling empfangen. Der Weg, auf Dem nisten gemessen, phantast sch hohen Lohnangebot dis diese Zuschläge gezahlt werden, ist nicht uninter-1 geringste Gegenliebe zu finden.
der Ort!", nein, Sie würden Dem Mann, auch wenn er bei Ihnen privat erschiene oder Sie an einen verschwiegenen oder saaen wir besser: weniger Der Oeffentlichkeit zugänglichen Ort bestellte, einfach Die Zunge nicht zeigen. Nein, Sie hüten Ihre Zunge wie Die indischen Nabobs ihre Sck-atzkammern.
Ganz anders wird Die Sache, wenn Der Mann dann erklärt hat, er sei Arzt. In Dem Augenblick braucht er gar nicht um den Einblick in Ihre Zungenanlage zu bitten, nein. Sie recken ihm Ihre Zunge förmlich von weitem entgegen. Ohne daß er Sie um die Entschleieruna Ährek Geheimnisse gebeten hat, stecken Sie plötzlich die Zunge raus und sagen: „Hä Doktä, is meihe Tsnge ää?", was bei einbehaltener Zunge bedeuten würde: „Herr Doktor, ist meine Zunge belegt?"
So. Die Zunge sollte nur ein Beispiel fein. Ein Beispiel für Das Vertrauen, das mir einem Menschen entgegenbringen, Der Arzt ist. Haben Sie sich Das einmal klargemacht? Das Verhältnis von Arzt und Patient gibt es eigentlich nur einmal auf per Welt. Es geht ja nicht bloß um Die Zunge. Das ist eigentlich so schön, dieses Vertrauen, Daß es vor den verborgensten leiblichen, und Das ist noch viel wichtiger, feelifcken Dingen nicht Haltmacht. Stel- len Sie sich doch bloß vor: Sie kommen zu einem Mann, Den Sie nie gesehen haben, Dessen Namen Sie nie gehört haben — es sei Denn, er hieße Müller oder Schmidt —, und Sie gehen von ihm wie von Dem besten Freund. Und selbst Ihrem besten Freund haben Sie nicht so viel erzählt, wie diesem fremden Mann.
Und wenn Sie die Tür hinter sich geschlossen haben. Dann haben Sie Diesen Ihren neuen Freund längst nicht so gut kennengelernt wie er Sie. Er weiß auf einmal von Ihrer Eitelkeit, ihm ist Ihr Temperament bekannt geworden, und er weiß unter Umstanden in Ihren Familienverhältnissen Bescheid. Ist das nicht merkwürdig?
Wie ist Das auf Ihrer Seite? Wir wollen ehrlich sein: tief befriedigt sind Sie nicht immer von Der neuen Begegnung. Ihre Erkrankung ganz beiseite — haben Sie sich schon einmal klargemacht, wie bedeutungsvoll in Ihrem Verhältnis zu Dem neuen Arzt fein Aussehen ist? Sie wissen doch, daß Sie sich einen gewichtigen Greis mit einer riesigen Horn-
essant. Der Kriegsrisikozuschlag werd nämlich be« Seeleuten von ihren eigenen Emigra. tionsregierungen ausgezahlt, die ihrerseits wieder durch Die Abmachungen, Die sie mit! Der britischen Regierung getroffen haben, gedeckt! sind.
Es ist nun aber nicht damit zu rechnen, daß die „alliierten" und neutralen Seeleute sich mit einec Herabsetzung ihrer Heuersätze einverstanden erkläre« würden. Es ist ohnehin trotz Der Löhne kaum möglich, die AuslänDer in der Englandfahrt zu halten. In neutralen Häfen, beispielsweise in Lstsaboi^
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Stockholm, 4 Dez. (Europapreß.) Die Sprengung eines englischen Konvois von mindestens 15 Frachtdampfern sowie eines Hilfskreuzers werden von Der Londoner Admiralität ebenso wie in denen
Ü! in forbm kn g? ssch s tipiln, bir bl । Sinnt kad)te tiilun
rung im dunkeln gehalten. In Ministerreden und Botrachtunaen Des Nachricktendienstes wird jedoch immer wieder die Notwenoigkeit einer weiterem Sparsamkeit im Verbrauch und einec strafferen Rationierung aller Lebens» mittel hervorgehoben. Es vergeht kein Tag ohn« neue Rationierungsbekanntmachungen. Dor einige« Tagen wurde sogar ein neues Kartenschema be- (anntgegeben, das Dazu angetan fein soll, die Ausgabe von Rationierungsbonds „zu rationieren'. Man will 33 v. H aller Karten einsparen, tmi! Das Papier z u knapp geworden ist. — Auch Nahrungsmittelminister W 0 0 l t 0 n bereitete bas englische Volk in einer Rundfunkansprache auf noch schärfere Rationierungsmaßnabmen für das kommende Jahr vor. Unwichtige Nahrungs
brille Dorftellen, als Sie klopfenden Herzens empor* stiegen? Und Dann war Das ein junger for che« Mann, Der auf allen neuen Wegen feiner Wi stn» schäft fabelhaft Beschrid wußte! Oder als Sie e nein jungen, vielleicht barschen Mann im „Onkel Doftor* vermuteten, trat Ihnen ein Durchaus in allen Sätteln Des Lebens aerechter jovialer Mann entgegen!! Haben Sie sich schon mal klargemacht, wie dick« erste Begegnung mit Dem Arzt wichtig für alles ifc was Sie mit ihm besprechen wollen? Es könnte so* gar sein, Daß es von dieser ersten Begegnung ab- hängt, was Sie erzählen und was Sie verschweigeiu.
Und Der Onkel Doktor? O, er weiß sicher oom dieser ersten Begegnung zu erzählen, er kennt di« Verantwortung, die diese erste Minute mit siH bringt.
Zurück zur Zunge. Wie wäre Das nun, wenn Dir* ses Verhältnis selbstverständlichen Vertrauens siH sein wenig über Den mcD-riinischen Bezirk und üben Den Selbsterhaltungstrieb hinaus verbreitete? Nichä, daß einer dem anderen Die Zunae zeigen solle — Das wäre ein Bild, wie es seltsamer Der Höllen" Bruegbel ncht ersinnen könnte — nein, wenn viel!' mehr der Mensch vom anderen wissen würde, 08 er einen Belag auf irgendeiner Stelle seines ganzen, Jchs hat? Vielleicht, daß einer doch mehr Aerzt« unter den Mitmenschen entdeckt, als er sich träumen, ließ, und daß ein anderer den Beruf zum Arzt in, sich doch klarer erkennt. Nicht zu jenem Arzt, dell ein Studium hinter sich und damit Das Recht hott andere zu behandeln, erst recht nicht zum Kurpfuscher, der mit Medikamenten herumwurstelü. nein, zum Arzt im Sinne Des vertrauenden Freue des Der anderen ...
„Zeigen Sie mir mal Ihre Zunge!" Wir habe» noch nicht ermähnt, Daß Das eine Weinigkeit jw kosten pflegt. Dieses Zun-ge-Herausstrecken wäru demnach doch eine Beleidigung, Die eine Strafe ein? bringt? Ich sehe. Das ist doch eine unklare Sachs, und die Höhe dieser Gebühr zu regeln, ist nicht untere Aufgabe. Wir wollen nicht hoffen, Daß Das Honorar einen Einfluß auf Die Gestaltung Des Verhältnisses zwischen Arzt und Patienten hat — u?™ bann: ich ließe mir auch etwas bezahlen, wenn iH belegte Zungen ansehen sollte! Da find mir den» doch belegte Brote lieber ...
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Auch Rekordheueln locken nicht zur Englandfahrt, k
verlassen allwöchentlich Seeleute der von England in Den Krieg gehetzten kleineren Nationen ihre , Schiffe, um — ohne sich Durch Die von Der eng- • lischen Presse und Dem englischen Rundfunk üben . hie deutsche Besetzung verbreiteten Schauergeschichte« . .H abschrecken zu lassen — in ihre H e i m a t $u- t,t . in rückzukehren. Noch schwieriger ist es, neu- trale Seeleute für Die EnglanDsahrten zio 1. ®ir k gewinnen. Englische ReeDereioertreter bieten bei- Vl- ™ spielsweise portugiesischen Seeleuten 5) e u erfühl bis zu 45 Pfund Sterling, zusätzlich einer Lebensversicherung in Höhe von 500 Pfund Sterling,,


