Nr. 210 Zweites Blatt
Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger sür Gberhesien! vonnersiag.Z. September 1940
Aus dem Reiche der Krau.
klopft und ausgebürstet worden ist. Wenn es sich um eine Arbeitsuniform handelt, wird sie am anderen Tag in einer Badewonne in einer gutwarmen Lauge durchgewaschen, danach gespült und zum Schluß auf einen Bügel zum Trocknen aufgehängt. Die gute Paradeuniform darf man natürlich nicht wafchen. Bei ihr genügt es, wenn man die Flecken nach dem Ausbürsten mit einem Fleckwasser entfernt.
Die Hausfrau muß auch alle Knöpfe nochsehen, die oftmals nur mit einer „heißen Nadel" angenäht worden sind. Äuch die Nähte und die vom Soldo- ten an seiner Kluft selbst geflickten oder ausge
besserten Stellen können durch die liebevolle Pflege der Hausfrau erheblich verbessert und verschönert werden.
Und zum Schluß noch ein paar Worte über die Stiefel. Alle Soldaten pflegen gerade die Stiefel selbst besonders liebevoll, da gutes Schuhwerk nun einmal mit zu den Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit des Soldaten gehört. Die kräftigen Arbeitsstiefel werden gut eingefettet, damit sie geschmeidig und wasserundurchlässig bleiben. Die Hausfrau tut aber gut daran, die Schuhe und die Stiefel ihres Urlaubers nur nach den Angaben des Soldaten zu behandeln Soldat Heinz Bergmann.
<Ä)as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
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Der schönste weibliche Zerns.
Presse-Empfang im Kaiser-Hotel, zu dem das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes geladen hatte. An unserem Tisch saß eine DRK.-Schwester in der kleidsamen, praktischen Tracht der Wehrmachtsschwester. „Ja, es bedeutet doch viel Entsagung und Opferfreude, wenn ein junges Mädchen den Schwesternberuf erwählt", meinte einer aus der Tischgesellschaft. Unsere freundliche Tischbenossin in der Schwesterntracht wurde beinahe böse: Sehen Sie, diese anerkennend gemeinte Bemerkung höre ich und hören wir Schwestern alle bei jeder Gelegenheit, und sie kränkt uns immer ein bißchen, weil sie das Wesen unseres Berufs durchaus verkennt. Es steckt darin noch eine Erinnerung an alte Zeiten, in denen ein vom Leben enttäuschtes Mädchen der Welt entsagte und im Nonnenschleier sich demütig dem niedrigen Dienst an Elenden und Kranken widmete. Es ist aber doch ganz ander s ; gerade mir Schwestern des DRK. finden in unserem Beruf eine Erfüllung unseres Frauentums und Freuden, die kaum ein anderer weiblicher Beruf gewährt. Die vielen von uns, die geheiratet haben, erklären übereinstimmend, daß sie für die Haushaltführung und Pflichten einer Hausfrau und Mutter, die beste Vorbereitung im Schwesternberuf empfangen haben.
„Ja, aber die jungen Mädchen werden lieber Stenotypistin, weil sie da mehr Geld verdienen, als die zehn Mark Taschengeld als Lernschwester. Sie rechnen dabei freilich meist falsch, aber es ist nun mal so." — Gewiß rechnen sie falsch, lautet daraus die Antwort. In der Lehrzeit wird ja in den meisten Berufen nichts gezahlt, manchmal sogar Lehrgeld genommen. Bei uns ist die Ausbildung und Fortbildung unentgeltlich, und die DRK.-Schwester hat überhaupt keine wirtschaftlichen Sorgen, denn sie erhält freie Station und Dienstkleidung, Barbezüge bis 65 RM. und außerdem Urlaubsgeld. Schwestern in leitenden Stellungen bekommen Funktionszulagen. Der Urlaub beträgt schon für die Lernschwester in den IV2 Ausbildungsjahren und in dem darauf folgenden praktischen Jahr drei Wochen und danach 30 Tage jährlich.
Hier mußte die Unterhaltung abgebrochen werden, denn es begann der offizielle Teil mit einer kurzen Einleitung von DRK.-Generalhauptführer Professor Dr. Stahl. Er rühmte darin die Schwester als unentbehrliche Mitarbeiterin des Arztes, die den zur Heilung unbedingt notwendigen Gesundheitswillen beim Verwundeten upd Kranken wecke und aufrechterhalte. Die Generaloberin des DRK., Freifrau von Oertzen, belegte dann mit beweiskräftigen Gründen und Tatsachenmaterial das, was unsere freundliche Tischgenossin schon angedeutet hatte. Sie konnte über viele Beweise der Liebe und Anhänglichkeit berichten, die unsere verwundeten Krieger in diesen Tagen „ihrer" Schwester bekundet haben. Unsere Schwestern wissen, daß das Deutsche Rote Kreuz glücklich ist, wenn die Schwestern in der freien Zett und im Urlaub schöne Geselligkeit erleben, ihre besonderen Interessen pflegen können und Freude an der Kunst und Natur haben. Sie sollen nicht lebensabgewandt sein. Unsere Schwestern, die jetzt den Einsatz in Kriegs- und Feldlazaretten, Lazarettzügen und auch auf Lazarettschiffen erlebten, sie werden auf alles verzichten, auf diesen Einsatz niemals. Einmal so unmittelbar Führer und Volk zu dienen, den tiefernsten Kampf des nationalsozialistischen Deutschlands um seine Freiheit mitzuerleben, das ist das, was sie nie wieder missen können. Höhepunkte wie diesen Kriegseinsatz kann es im Frieden kaum geben, aber mit unverminderter Wahrhaftigkeit steht da? Wort „notwendig" auch im Frieden über unserer Arbeit. Auch im Frieden müssen und wollen wir unsere kranken Soldaten in den Standortlazaretten pflegen, die Arbeit in den Fliegerhorsten und in den Universitätskliniken, in den kommunalen Krankenhäusern und den DRK.-Anstalten tun. Ein Teil der DRK.-Schwestern geht in die Kolonien, aber über all dieser Arbeit steht das Wort: „notwendig!" Die neuen deutschen Gebiete kommen dazu, der Dienst an der Volksgesundheit wächst. Wir haben geeignete Frauen bitter nötig, die mit uns gemeinsam diesen Dienst erfüllen wollen. Je mehr von ihnen den Weg in den Schwesternberuf finden, mit der richtigen Einstellung dazu, desto besser können wir mitarbeiten an dem großen Bau des Reiches!
Wenn der Soldat auf Urlaub kommt...
Ein richtiger Soldat versteht es natürlich auch, feine „Klamotten" in Ordnung zu halten. Jetzt im Kriege ist es allerdings nicht immer so ganz einfach, da es ihm oftmals an den notwendigen Hilfsmitteln und einer entsprechenden Gelegenheit fehlt. Die Wäsche und die Uniform unsere^ Soldaten ist darum für die Hausfrau immer Mnn, wenn der Soldat auf Urlaub kommt, ein besonders dankbares Arbeitsfeld. ,
Fangen wir zunächst einmal mit der Leibwäsche an. Wenn es sich um wollgemischte Normalwasche handelt, wird sie gut wurm gewaschen. Die einfache Normalwäsche dagegen wird über Nacht einge= weicht und dann bis zum Kochen gebracht. Danach läßt man sie im Kessel noch eine Viertelstunde ziehen, spült die Wäsche aus und trocknet die Sachen wie üblich. Das Drillichzeug kann man in der gleichen Weise behandeln; für besonders schmutzige Sachen empfiehlt es sich, sie in einer Lauge aus einem fettlösenden Reinigungsmittel — wie man sie seit langem zur Pflege der Berufswasche verwendet — einzuweichen und darin zu kochen. Damtt der Anzug wieder glatt wird, bügelt man ihn in noch etwas feuchtem Zustand.
Ein besonderes Kapitel sind die Strumpfe, die nicht nur ordentlich schmutzig sind, fonbern auch „beachtliche" Löcher aufroeifen. Zunächst wascht man sie in einer warmen Waschlauge — man kann zu diesem Zweck die gebrauchte Lauge der Trikotwasche nehmen —gut durch. Besonders schmutzige Strumpfe werden gegebenenfalls zweimal gewaschen; 3um zweiten Male keine alte Lauge ■ nehmen, sondern eine frische bereiten. Da Wolle meistens etwas ilzig geworden ist, gibt man dem ersten Spulwas- er einen Schuß Essig oder entsprechend weniger Es- ig-Essenz und dem zweiten Spülbad dann etwas Salmiakgeist hinzu. — Das Stopfen der Locher erfolgt wie üblich; sehr große Schaden evtl mit einem Stück altem Strumpf flicken!
Die Uniform kommt zunächst einmal eine Nacht nach draußen, nachdem sie recht gründlich ausge-
Die drei heute skizzierten Herbst- mäntel sind aus festen, warmen W 011st 0 f- f e n gearbeitet, — der sportliche praktische Mantel in der Mitte in Ulsterform mit losem Rückengurt, die beiden äußeren i n t a i l - lierter Gehrockform für alle Zwecke. — Von letzterem ist der linke aus einem getragenen schwarzen Herrenmantel gearbeitet, von
Jetzt gibt es junge Maiskolben!
Unsere guten wirtschaftlichen Verbindungen zum befreundeten Italien und zu den Balkan-Ländern bringen uns Hausfrauen so erfreulich viele Ueber- raschungen an Gemüsen und Früchten, die wir sonst nicht so recht verwendet haben, wie jetzt die grünen Paprika-Schoten und die jungen Maiskolben. Aber ... wie werden sie denn nun auch zubereitet? Gar nicht so schwer! Gekochter Mais: Wir lösen von den Kolben die Blätter und die Fäden und kochen sie in leichtgesalzenem Wasser in ungefähr 20 Minuten gar, denn die Körner sind ja noch milchweiß-zart. Man kann sie mit frischer Butter zu Tisch geben und, wie es in südlichen Landern üblich ist, die Körner mit den Zähnen von den Kolben abknabbern. Aber... hm... „Butter"! Es geht aber auch genau so gut mit einer Tomatentunke oder auch Kräutertunke, denn beide schmecken gut zp den frischen Körnern!
Maiskolben aus dem Rost oder Grill geröstet: Nach dem Entfernen der Blätter und Fäden die Kolben einmal längs durchschneiden, die Körnerseite mit Butter bestreichen und auf dem Rost oder Grill bräunlich rösten. Aber das Abknabbern der Körner ist ja nicht jedermanns Sache, und es spart auch an Butter, wenn wir die Maiskörner dünsten oder in einer Tunke fertig machen. Don den gekochten Maiskolben werden die Körner ausgelöst und in wenig Fett und etwas Brühe noch einmal kurz gedünstet. Oder wir machen uns eine helle Tunke mit entrahmter Frischmilch und lassen die ausgelösten Körner aus den gekochten Kolben darin eine Zeitlang mehr ziehen als kochen. Die Tunke nur vorsichtig mit Salz und etwas Zitronensaft abschmecken.
Mais-Bällchen: Die von den gekochten Kolben ausgelösten Körner mit einer sehr dick gehaltenen weißen Tunke mischen, mit Salz und etwas Paprika würzen, auf 500 Gramm Masse 2 Eier zugeben, Bällchen oder Bratlinge formen und diese in der Pfanne backen. Wenn der Teig zu weich ist, Semmelbrösel zugeben.
Mais kreolisch, eine sehr würzige Angelegenheit! 2 Eßlöffel feingehackte Zwiebeln und 2 Eßlöffel feingeschnittene oder gehackte, gut entkernte Paprika-Schoten in Fett so lange dünsten, bis die Zwiebeln weich sind, dann 4 Eßlöffel Mehl darüber stäuben, 6 Eßlöffel dicke Tomatentunke dazu, aut verrühren, dann die Körner von 2 gekochten Maiskolben zufügen, als Gewürz Salz und gehackte Kräuter und alles zusammen 10 Minuten dünsten lassen. Entweder gibt man das Gericht in dieser Form zu Tisch, oder man fügt noch 2 Eier hinzu, streicht die sehr dick gehattene Masse auf
dem sogar der schwarze Samtkragen übernommen ist.
Der Mantel rechts ist aus dunkelblauem Wollstoff, seine Taschen sind blind aufgesetzt, die blauen Steinnußknöpfe durch- geknöpft und die schmalen Schulterteile den Aermeln angeschnitten. H.
Weißbrotscheiben, die in Fett in der Pfanne gebacken werden. We.
• Rezepte.
Tomatenmark in Flaschen. Sehr reife Tomaten werden gewaschen, in Viertel geschnitten, zerdrückt und langsam zum Kochen gebracht. Dann streicht man sie durch ein feines Sieb, kocht den Brei unter Rühren etwas ein und füllt ihn kochend heiß in heiße Flaschen, die man sofort verschließt und verlockt.
Gewürzgurken in Scheiben. 3 kg Gurkenscheiben, % Liter Weinessig, % Liter Wasser, 125 g Salz, 200 g Zucker, 750 g Zwiebelscheiben, 6 Blüten Dill, Estragon, 2 Lorbeerblätter, 2 Eßlöffel Meerrettichwürfel, 2 Liter Kochessig. Grüne Gurken mit wenig Kernen schälen, in dicke Scheiben schneiden, die Zwiebel in dünne Scheiben dazu, mit dem Salz gut vermischen und 3 Stunden stehen lassen. Dann das Wasser abtropfen lassen, mit 2 Liter kochendem Essig übergießen und zugedeckt bis zum nächsten Tag stehen lassen. 4 Tage hintereinander den Essig abgießen, auskochen und kochend wieder über die Gurkenscheiben gießen. Dann wieder abtropfen lassen, die Gurken mit allen Zutaten in einen Topf einschichten, mit Wasser verdünntem Weinessig kochend übergießen, einen Senfbeutel auflegen und nach dem Erkalten zubinden.
Rotkraut mit Apfelfülle: IV4 Kilogramm Rotkraut, 2 große, saure Aepsel, 1 große Zwiebel oder entsprechend Porree, 80 Gramm Speckstreifen, etwas Fett zum Anbraten, Prise Zucker, Salz, Essig, 1 Tunkenwürfel, etwas Wasser ober Wein. Die Krautblätter mit Essigwasser brühen und eine Viertelstunde ziehen lassen und mit den geviertelten gezuckerten Aepfeln, den Speck- ftreifen und den in feine Stifte geschnittenen Zwiebeln ober Porreeringen füllen, recht feste Wickel barauf machen, in Mehl wälzen unb anbraten. Dann füllt man mit Wasser ober Kochwein auf, schmeckt nach Salz ab unb gibt kurz vor bem Garwerden ben gut zerbrückten Tunkenwürfel zu.
Zwetschenauflaus: 175 Gramm Grieß, Liter Milch, Salz, 1 bis 2 Eier, Zucker, evtl, etwas abgeriebene Zitronenschale. Von Grieß und Milch kocht man einen festen Brei unb rührt so lange, bis sich die Masse vom Topfe löst. Eier unb Zucker werden schaumig gerührt, mit Zittonenschale unb Salz abgeschmeckt unb mit ber etwas abgekühlten Masse vermischt. Das vorbereitete Obst wirb eingezuckert unb in bie gefettete Auflaufform gelegt, ben Leig darüber geben und im Backofen backen.
Das Schulkind und sein Arbeitsplatz.
Dem Schulkind einen Arbeitsplatz zu beschaffen, an bem es ungestört unb ohne störenb auf bie sonstigen Belange bes Hauses einzuwirken, arbeiten kann, macht manchen Eltern viel Kopfzerbrechen, be- fonbers bann, wenn bie Wohnung an unb für sich schon beengt ist. Hat man einen Wohnraum zur Verfügung, ist's nicht ganz so schwieria, als wenn bie Wohnküche allein Aufenthalts- unb Arbeitsraum ber Familie ist. Aber selbst ber Wohnzimmertisch wirb immer wieber für hauswirtschaftliche Zwecke benötigt; ben Tisch in ber Wohnküche aber kann bie Hausfrau fast gar nicht — unb sei es auch nur für eine knappe Stunbe — entbehren. Hinzu kommt noch, baß ber große Tisch nur in ben seltensten Fällen so nah unb günstig zum Tageslicht steht, baß bas Kinb an ihm seine Schulaufgaben machen kann, ohne künstliches Licht zu benötigen ober sich, ohne solches, bie Augen zu Derberben. Für bas Kind aber ist bas Arbeiten bei gutem Tageslicht im Hinblick auf bie Schonung ber Augen ebenso wichtig wie die Notwenbigkeit, ungestört unb ohne häufiges Hin- unb Herrücken an biese ober jene Tischecke sich seinen Schulaufgaben nähmen zu können.
Einen guten Ausweg bietet ein Klapptisch, ber tunlichst bireft unter bem Fenster angebracht wirb. Wohl in jebem Haushalt läßt sich so ein Klapptisch anbringen, zumal er in Der Zeit, ba bas Kinb ihn nicht für feine Aufgaben benötigt, heruntergeklappt werben kann unb so keinen Platz raubt. Die Kosten solchen Klapptisches find nicht hoch, unb bie Anbringung burch ben Schreiner verursacht kaum Schmutz ober andere Störungen des Haushalts. Ein Vater, der über einiges handwerkliches Geschick verfügt, kann solchen Klapptisch ohne viel Mühe selbst Herstellen. Eine Holzleiste (etwa 3 :3 Zentimeter stark) wird in Tischhöhe unter dem Fenster fest angeschraubt (Holzdübel vorher einsetzen!) und zu beiden Seiten durch gleichstarke stehende Leisten, die auch fest auf die Wand geschraubt werden, abgestützt. An den stehenden Leisten werden innen mit je einem Scharnier oben und unten bewegliche Auflagestützen (bestehend aus einer waagerechten und senkrechten Leiste mit Querverbindung) befestigt. Die Tischplatte, etwa 80 bis 100 Zentimeter lang und 50 Zentimeter breit, wird am besten auf die ganze Länge mit einem Bandscharnier versehen und mit Holzschrauben fest an der waagerechten Leiste angebracht. Beim Herunterklappen werden die Auflegestützen nach innen der Wand zu gedreht. Die herunterhängende Tischplatte, die mit Linoleum beklebt ober farbig gestrichen werben kann, Derberft bie Seitenstützen wie überhaupt bie ganze Konstruktion biese? Aushilss-Arbeitstisches, für besten Benutzung, wenn man ihn erst einmal hat, sich zunehmend Möglichkeiten einfteilen werben. Fr.
Eine kleine Küchenlist?
Manche Gewürze sind bei uns jetzt etwas knapp geworden, Diele ausländische nicht mehr erhältlich, so daß die kluge Hausfrau sich erst recht darum bemühen muß, die vorhandenen gut und sorgsam anzuwenden. Nun gibt es aber so manchen Würzstoff, den wir noch nicht so recht gefunden haben, z. B. das Bittermandelaroma in den Kernen non Kirschen, Aprikosen und Pfirsichen sowie sonstigen Pflaumen. ,Wir schlagen die Steine mit kurzem kräftigen Hammerschlag auf und nehmen den mandelartigen Kern heraus. Aprikosenkerne sind sehr aromatisch, auch die oon der Sauerkirsche. Mit diesen Kernen können wir süße Speisen, Kuchen und Tunken vorzüglich — und auch noch ganz ohne Kosten! — würzen, müssen allerdings sachgemäß und sehr oorsichtig damit umgehen, denn der gute Duft und Geschmack stammt oon einem ätherischen Del in diesen Kernen, das nur in ganz geringen Dosen unbedenklich ist. Für eine Tunke oder einen Krem oon % Liter Milch Der» wenden wir nur 6 Aprikosenkerne oder 10 Kirschkerne, die wir etwas aufschneiden, Yi Stunde lang in der kalten Milch ziehen, dann mit aufkochen lassen, um sie jetzt wieder aus der Milch abzu- seihen. Sie dürfen nicht mitgegeffen werden! Für einen Kuchenteig machen wir es so, daß wir etwas reichlicher Kerne in der zum Kuchen erforderlichen Milch ziehen und bann einmal aufkochen lassen, ab seih en und bie Milch nun oerwen- ben. Man wird erstaunt sein, wie stark dieses Aroma nach Bittermandel ist. Für die Bereitung oon Marmelade und Gelees können wir auch die Kerne aus den Steinen der betreffenden Fruchtart oorteil- haft mitkochen. Wir rechnen auf 1 Pfund Marmelade oielleicht oier zerkleinerte Aprikosenkerne ober 6 bis 8 Kirschkerne. Das Eingemachte bekommt auf biese Weise einen besonders starken und charakteristischen Geschmack. Wendelmuth.
Sie UnfoUgefabren beim Fensterputzen.
Es ist nötig, die Hausfrauen immer wieder auf die Unfallgefahren hinzuweisen, die sich beim Fensterputzen für die die Arbeit verrichtende Person ergeben und ihnen selbst empfindliche Haftpflichtlasten eintragen können. Ein Fall mag für viele ein Beispiel und eine Warnung sein. Im Herbst v. I. erteilte eine Hausfrau ihrer erst 16jährigen Hausangestellten den Auftrag, die Fenster der Wöhnung zu putzen und dabei auch die äußeren Rahme n abzuseifen. Bei dieser Arbeit stürzte das Mädchen ab und verletzte sich schwer. Für den erlittenen Schaden machte es die Wohnungsinhaberin haftbar. Diese lehnte die Haftung ab, weil das Mädchen unvorsichtig gewesen sei und den Unfall selbst verschuldet habe. Das Landesarbeitsgericht Hamburg stellte dagegen in einem Lokaltermin fest, daß das Mädchen, um die auf getragene Arbeit auszuführen, auf das äußere Fensterbrett habe treten müssen, wobei es weder angefeilt noch ihm sonst eine Hilfsstellung geleistet worden sei. Bei seinem jugendlichen Alter habe es auch die Gefahr nicht richtig einschätzen und den Auftrag ablehnen können. Von einer Fahrlässigkeit der Jugendlichen könne keine Rede fein. Ein solcher Auftrag hätte ihr von Rechts wegen überhaupt nicht erteilt werden dürfen. Nach allen Umständen bejaht das Gericht die volle Haftpflicht der Arbeitgeberin und verurteilte sie zum vollen Ersatz des dem Mädchen erwachsenen Schadens.


