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Aus Oer engeren Heimat

(Nachdruck verboten!)

6. Fortsetzung.

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Aber das ist ja jetzt Hohn! Ludwig geht hin und

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KRIE^WINTERHILES WERK

Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin

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Verdienste um die Kameradschaft auch für das neue Jahr zum Kameradschaftsführer bestimmt. Dabei wurde ihm der herzliche Dank aller Kameraden für feine unermüdliche und allezeit opferfreudige Tätig­keit im Dienste der Kameradschaft und für seine vorbildliche Pflege der Kameradschaft und der Tra­dition zum Ausdruck gebracht. Kamerad M ü l l e r sprach den Kameraden seinen Dank aus für die er­neute Bekundung ihres Vertrauens und dankte zu­gleich allen feinen Mitarbeitern und den Kameraden für die eifrige Unterstützung, die sie ihm im ver­flossenen Jahre bei seiner Arbeit zuteil werden ließen. Er verpflichtete zugleich alle Kameraden, weiterhin alle Kraft für die Ziele der Artilleristen- Kamerädschaft einzusetzen. Der langjährige stellver­tretende Kameradschaftsführer, Kamerad Peter En­ders, kann dieses Amt wegen Ueberlastung in fei­nem Behördendienst und mit Rücksicht auf seine Gesundheit künftighin nicht mehr versehen. Der Kameradschaftsführer sprach Kamerad Enders den herzlichen Dank aller Kameraden für seine bisherige

Der. Stahlwerke mit 106,40 rund 0,40 v.H. fester. Schwächer nannte man dagegen Harpener mit minus 0,50 v.H. Don den übrigen Werten sind Adlerwerke mit einer Steigerung von 1,25 v. H. auf 103,25 zu erwähnen, während BMW. unverändert lagen. IG.-Farbenindustrie wurden mit 173,75 um 0,75 d. 5). über letztem Kurs gehandelt. Freundlich lagen auch Metallgesellschaft und VDM.

Am Rentenmarkt besteht weiterhin gute Nachfrage nach Pfandbriefen. Liquidationspfand-

briefe kaum verändert. Don den festverzinslichen Freiverkehrswerten hörte man späte Schuldbuch­forderungen mit 99,90, Kommunalumschuldung nut 95,40 und Steuergutscheine I mit 99,60 bis 99,62 kaum verändert.

Der Freiverkehr lag still, Rastatter Waggon wur­den zu 47 (46) gesucht, Els. Bad. Wolle zirka 94, Growag 88 nach 87. Tagesgeld unverändert 1,75

Lahreshaupiappell der Artilleristenkameradschast 1895 Gießen

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Weißt du es?"

Du sagtest es."

Ich sagte es nicht. Man muß die Verwirrung eines Herzens nicht notwendig Betrug nennen."

Du gefällst dir in der Rolle der Duldenden!" Unter ihrem Blick brach er ab. Das war ja alles ganz unwichtig.Julia", hob er an,du hast gesagt, du liebst mich. Denke über Ludwig, wie du willst, und wie dein gutes Herz es dir befiehlt. Aber vergiß nicht, daß wir beide, du und ich, noch am Leben sind. Daß wir von unserer Liebe nicht reden dürfen wie von etwas Totem. Eie lebt und ist in mir jedenfalls

bings durch den Ausbruch des Krieges wieder etwas beeinträchtigt wurde. Der Kassenbericht wies einen Reinen Ueberschuß aus, die Kasse wurde in bester Ordnung befunden. Im Vorstand gab es keine Veränderungen. Dereinsführer Hermann wird auch fernerhin den Verein leiten. Dberturn- wart Amend gab bekannt, daß demnächst der Turnbetrieb wieder ausgenommen wird. Die Kame­raden Wilhelm Schneider, Otto Kraft, Wil­helm Stroh und Adolf Stroh wurden mit der silbernen Ehrennadel des Vereins für über 25jäh- riae Mitgliedschaft ausgezeichnet. Für das Winter­hilfswert wurden 13,10 RM. gesammelt. Kamerad­schaftliche Aussprache beschloß den Abend. Gaufilmstelle der NSDAP, zeigte dieser Tage im Saale von Wolf den FilmHeimat", Die Veran­staltung war sehr gut besucht.

Er nahm ihre Hand und schien seine Wange damit zu kühlen.

Ich habe es gewußt, Julia, daß du mich liebst. Ich habe es gefühlt. Es konnte das nicht geben; ein Gefühl, so groß und so gewaltig konnte unmöglich im Leerlauf enden. In den dunkelsten Stunden und sie waren nicht selten fjabe ich gewußt: ein­mal werden wir zusammenkommen. Ich hätte nicht gesprochen. Das war ein Gelübde. Ich fühlte, ich konnte bei dir nur verlieren, wenn ich von meiner Liebe zu dir sprach. Aber jetzt ist der Bann gebrochen. Jetzt wissen wir beide, wie es um uns steht und ich bin glücklich."

Er atmete auf, als falle eine tatsächliche Last von seiner Brust.Jetzt sind mir die Hände nicht mehr gebunden. Jetzt kann ich handeln."

Was willst du tun, Gerhart?" Sie erschrak.Du darfst nichts tun!"

O doch!" Er lachte siegesgewiß. Sein fester Mund bog sich im Trotz.O doch, Julia, jetzt kann ich etwas tun. Ich mache dich frei."

Gerhart, das darfst du nicht. Ludwig liebt mich, trotz allem liebt er mich. Es würde ihn zerbrechen."

Ludwig?" Es war als höre er den Namen er­staunt zum erstenmal.Was geht mich mein Bruder Ludwig an! Hat er in den sechs Jahren sich einmal nach mir umgeschaut? Rede mir nicht von Ludwig, der sich jetzt schon ganz gut zu trösten weiß." Er hielt inne. Ihm fiel etwas ein.Oder liebst du ihn "

Ich habe ihn gern."

Gern haben ist gar nichts. Gern hat Ludwig seinen Papagei Asmus, und ich mein Pferd. Hier geht es um ganze Gefühle! Und darum wird in dieser Angelegenheit heute noch Klarheit geschaffen!"

Er lief durchs Zimmer; sein Fuß schleppte über­haupt nicht mehr nach. Es mußte eine Nervensache fein. Der ganze Mann war völlig verändert. Er blühte auf. Julia sah es. Ihr Herz schlug ihm ent­gegen.

Gerhart, du darfst kein Wort sagen von dem, was wir gesprochen haben!"

Er blieb vor ihr stehen. Seine Halsadern preßten sich vor und zeichneten sich ab.Alles werde ich ihm jagen", stieß er hervor,alles! Immer war er der Aeltere, der Bessere, der Klügere, der Liebling aller. Ich stand zurück. Ich mußte nach Amerika gehen, als das Geld nicht mehr reichte. Für ihn war Platz an Mutters Kamin. Ich muhte mein Lebenlang schwer arbeiten, oh, es tut mir nicht leid, ich stelle nur fest. Mein Bruder Ludwig faß und spielte mit Kunst- gegenständen. Er ordnete Gemälde ein, rubrizierte hundert tot Dinge, bekam einen Namen und An- wurde Innen«vchitektr AntuMtäten- und

Antek Zibilla handelte eigentlich mit Teppichen. Tber im Laufe der Zeit waren andere Artikel dazu gekommen; heute machte er Geschäfte mit allem, was nicht niet- und nagelfest war. Er beschaffte Perserbrücken, Ritterrüstungen, Gobelins; er verlieh Geld und nahm es wieder ein, nachdem es sich in wenigen Monaten nahezu verdoppelt hatte; er Der- witzelt^ telephMitztts, sich In LMehgujerü hexunv

Irgendein sinnloser Zorn packte ihn, er riß sie un­sanft am Arm und rief viel zu laut:Warum hast du nicht gewartet!" Er legte den Kopf gegen ihren Arm und brach ab.

Sie fuhr mit der freien Hand über fein Haar. Zu verderben war an der Frisur sowieso nichts. Sie schaute ins Leere, als sie sagte:

Da kommt ein Mann aus Amerika und schreit: warum hast du nicht auf mich gewartet! Wußte ich denn, daß es dich gab? Warum gingst du nach Amerika!"

Er richtete sich auf.Julia, wenn ich vor Ludwig gekommen wäre, Julia sage in dieser einzigen Mi­nute die volle Wahrheit, hättest du mich geliebt?"

Es war einen Augenblick still. Die Sekunden tropften ab wie Wachsperlen von einer Kerze, die zu heftig flackert. Dann sagte Julia ganz langsam, als wollte sie einstehen können für jedes Wort:Ich habe dich geliebt von der ersten Minute an, als ich dich sah. Ich erkannte sofort den Irrtum meines Lebens, als ich dich neben Ludwig sah. Aber da war es zu spät. Ich schwieg. Ich nahm mein Herz in beide Hände und hielt es fest. Wo war Ludwigs Schuld? Er durfte nie etwas erfahren, dachte ich. Dafür wollte ich leben, und dafür lebte ich. Es ge«

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Feld gegangen. Die älteste der hochbetagten Frauen wird in diesem Jahre das 90., zwei andere werden das 88. und eine wird das 87. Lebensjahr vollenden. Dagegen sind es hier nur 6 Männer, die das 80. Jahr überschritten haben. Fünf dieser Mäner sind noch sehr rüftig, einer von ihnen, der Maler Heinrich Hardt, ist in den letzten Wochen noch nach Gießen und zurück gelaufen.

Kreis Wetzlar.

[U Wißmar, 2. Febr. Der hiesige Turnver­ein hiell im DereinÄokal bei Gastwirt Wolf ferne Generalversammlung ab. Dereinsführer Her­mann begrüßte die Kameraden, insbesondere die Urlauber im feldgrauen Ehrenkleid, und erstattete dann den Jahresbericht. Dem Bericht war zu ent­nehmen, daß das Jahr 1939 für den Verein sehr vielversprechend begann und ein Aufschwung im turnerischen Leben zu verzeichnen war, der aller­

horchte, schnappte etwas auf und nutzte Gelegen­heiten aus.

Er war klein; fein Gesicht war schief seit der Ge­burt. Auf der Backe bis zum Hals herunter zog sich ein rotes, gesprenkeltes Muttermal. Es fah aus, als sei er mit einer Säure oder ätzenden Flüssigkeit be- jpritzt worden, und die Stelle heile jetzt langsam ab- Sie blieb aber, wie sie seit Jahren war.

Antek Zibilla saß in seinem Zimmer hinter dem Laden in der Friedrichstraße. Es war ein Hinter­haus, in dem er wohnte. Den Laden entdeckte daher kaum jemand, nur Kenner fanden den Weg zu Antek Zibilla, und das war durchaus im Sinne Zibillas. Laufkundschaft konnte er nicht gebrauchen.

Er machte tagsüber stets die Tür nach dem Laden zu, so daß er in seinem sogenannten Büro im Halb» dunkel, jedenfalls im Dämmerlicht saß. Wenn ein Kunde in den Laden kam, schlug eine Klingel cm, die nicht zu überhören war.

Der Raum war blau von zahllosen verrauchten Zigaretten. Zibilla rauchte wie ein Narr, und seine Besucher, alles beeilte, nervöse, aber gut gekleidete Leute, denn ihr Aussehen war ihr einziges Kapital, taten es ihm gleich.

Er erhob sich und schloß hinter dem neuen Be­sucher, der da eben mit einer Verbeugung einge­treten war, die Ladentür.Bitte, setzen Sie sich", sagte er.

Der Mann fiel aus dem Rahmen der sonstigen Besucher. Er war zwar europäisch gekleidet, aber jeder erkannte in ihm sofort den Orientalen. Das Gesicht war gut geschnitten. Die mandelförmigen Augen hatten einen tierhaften Blick und erinnerten an Gazellenaugen.

Nun setzen Sie sich schon, Herr ... Wie war doch der Name?"

Sie werden den Namen immer wieder Der* gessen", sagte der Perser. ,Zch heiße Fech W Aftab und komme, um den Buddha zurückzuholen.

Antek Zibilla nickte. Des Persers Augen leuch' teten auf. Wer Zibilla hatte nur so vor sich hinge- nickt.Ganz schön", sagte er,ich würde Ihnen das Schnitzkästchen mit der Buddhafigur auch gern wie1 derverkaufen. Ich fjabe es aufgearbeitet, Scharniere geölt, den Lack aufgeftischt und den Buddha, er war wohl aus Bronze, blankgeputzt. Als ich fern? war, fand ich sofort einen Käufer." Er zuckte di< Achseln.Wie ich Ihnen schon am Telephon sagte leider nichts zu machen. Der Buddha ist weg. Lak Ihnen viel daran? Ihr Bruder, der ihn mir JW kaufte, legte offenbar gar keinen Wert darauf.

Der Perser funkelte bedrohlich mit den Augem Mein Bruder hatte kein Recht an dem Kästchen ( tagte er erregt Aortje^M Wm

Mitarbeit aus und teilte mit, daß er Kamerad En- ders in dankbarer Würdigung feiner Verdienste zum ständigen Mitglied des Beirats bestelle. Als neuen stellvertretenden Kameradschaftsführer be. stimmte er sodann den Kameraden Heinrich F a h. r e n b a ch , der das Amt in soldatischem Pflicht- bewußtsein annahm mit der Versicherung, daß er allezeit seine ganze Kraft für die Erfüllung dieses Amtes einsetzen werde. Für das Amt des Schrift­führers wird vorläufig ein Stellvertreter bestimmt werden. Das Amt des Kulturwarts wird während der Kriegsdauer von einem Kameraden vertretungs­weise mitverwaltet werden.

Sodann übermittelte der Kameradschaftsführer eine Reihe neuer Grüße von der Front, die Käme- roden durch Karten und Briefe von draußen geschickt haben. Kam. Oberleutnant S u n d h e i m berichtete hierauf den Kameraden in fesselnder Schilderung einges von dem Erleben an unserer Westfront. Einige kleinere interne Angelegenheiten wurden nach den Vorschlägen der Kameradschastsführung glatt erledigt. Hierauf schloß der Kameradschafts« führer den Appell mit einer Ansprache, in der er die Kameraden an ihr eigenes Kriegserleben wäh­rend der Weltkriegsjahre erinnerte und zum Aus­druck brachte, daß der alte Weltkriegssoldat, der den Krieg kennengelernt habe und dessen Bedeutung für den einzelnen Soldaten und für die Volksgemein­schaft richtig zu würdigen wisse, auch zu dem jetzigen Kriege von selbst die richtige Einstellung habe und in unwandelbarer soldatischer Treue, sowie in vor­behaltlosem Glauben zu unserem Führer Adolf Hit- [er stehe. Im vollen Vertrauen auf den Führer und auf unsere herrliche Wehrmacht glaube der alte Weltkriegssoldat fest an den Sieg unserer Waffen, und er sei stets bereit, an seiner Stelle alles zu tun, was zur Erringung unseres Sieges beitragen könne. Mit dem Gruß und Treugelöbnis an den Führer wurde der Appell in der üblichen Weise geschlossen.

Gießen-Klein-Linden.

Der Führer hat dem Lehrer Heinrich Möller für mehr als 40jährige treue Dienste das goldene Treudienst-Ebrenzeichen verliehen. Mit dem silbernen Treudienst-Ehrenzeichen für mehr als 25jährige Dienstzeit wurden die Lehrer Gustav Otto und Hermann Rau ausgezeichnet.

Kraftfahrer, helft das Wild schonen!

LPD. Bübingen, 4. Februar. Eine berechtigte Mahnung ist seitens des Landratsamts Büdingen an die Kraftfahrer ergangen. In dieser Veröffentlichung wird zum Ausdruck gebracht, daß sich die Fälle mehren, in denen auf den durch die ausgedehnten Waldungen des Büdinger Umlandes führenden Stra- ßen RehevonKraftfahrern überfahren und teils getötet teils schwer verletzt wurden und nachher einsam verluderten. Die Kraftfahrer werden aufgerufen, bei Fahrten durch diese Waldungen Rücksicht auf das gegenwärtig sehr notleidende Wild zu nehmen und bet Wild­wechseln Vorsicht beim Fahren malten zu lassen.

Zigeuner wegen Hühnerdiebstahl festgenommen.

Groß en-Linden, 5. Febr. Hier würben von her Gendarmerie mehrere Zigeuner, unb zwar zwei Männer, zwei Frauen unb zwei Kinder, [e ft genommen, die sich in Allenborf an der Lahn durch Hühnerbiebstabl in einem Grundstück unliebsam bemerkbar gemacht hatten. Die Verhafteten wurden zur weiteren Untersuchung nach Gießen gebracht, wo die Ermittlungen über das bis­herige Wirken der Zigeunergesellschaft noch im Gange sind.

Landkreis Gießen.

T Gr en-Li nden, 8. Febr. Unsere Mit­bürgerin Katharine Weber, geb. Muhl, feiert am 6. Februar ihren 8 0. Geburtstag. In Großen- Linden sind z. Zt. 12 Frauen, die das 80. Lebens­jahr vollendet haben, und alle find Witwen. Zum Teil sind die Frauen noch verhältnismäßig rüstig, einige sind im vorigen Jahre noch zur Mitarbeit ins

Rundfunkprogramm

Dienstag, 6. Februar.

6.10 Uhr: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichsfenders München. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Landvolk, merk' auf! 8.15: Gymnastik. 9.15: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.30; Schulfunk (Oberstufe). Aufbau im Osten (V).Die Ordensstadt Thorn und im deut­schen Dorf Slomsk an der Weichsel". 10: Frohe Weisen. 11: Kammermusik. 11.50: Stadt und Land Hand in Hand. 12: Aus einem Rüstungsbetrieb: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemein- IchaftKraft durch Freude". 12.30 bis 12.40: Nach­richten. 13: Musik am Mittag. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Breslau. 14: Nachrich­ten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.45: Neues für den Bücherfreund. 16: Nachmittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg. 17: Nachrichten. 17.10: Musikalische Kurzweil. Ausfüh­rung: das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 18: Ruf ins Land: Berichte des Landes- ernährungsamtes. 18.25: Nach des Tages Arbeit. Dazwifchen:18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nach- richten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsenber. Dazwischen 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15; Nachrichten.

Rhein-Mainische Börse.

Stimmung freundlich.

Frankfurt a.M., 3. Febr. Die Wochenschluß, börfe verlies in durchaus freundlicher Haltung. Die Umsätze hielten sich allerdings in engen Grenzen. Interesse zeigte sich am Aktienmarkt, vor allem für Dt. Linoleum, die ihre Aufwärtsbewegung um 2,50 v. H. auf 146,50 fortsetzen konnten. Am Elektromarkt nannte man Licht und Kraft weiter fest zirka 152,50 nach 152. Montanaktten lagen etwas unterschiedlich, überwiegend weiter leicht er­höht, so Mannesmann um 0,90, Rheinstahl um 0,50,

Jahre, Eichweg 5; 16.1. Ludwig Ockel, ohne Beruf, 71 Jahre, Plockstraße 14; 16. 1. Otto Eschbach, Werkmeister, 64 Jahre, Crednerstraße 29; 16. 1. Ida Schürmann, geb. Fischer, ohne Beruf, 80 Jahre, Wernerwall 31; 16. 1. Ida Christ, geb. Kuhn, ohne Beruf, 39 Jahre, Klinikstraße 10; 17. 1. Christian Sauer, Schneidergehilfe, 78 Jahre, Neuen Baue 7; 17. 1. Georg Scheerbarth, Dr. med., 51 Jahre, Rödgen er Straße 22; 18. 1. Adam Schmitt, Post- assistent a. D., 71 Jahre, Johannesstraße 9; 19. 1. Maria Hommerich, Ordensschwester, 69 Jahre, L-ie- bigstraße 24; 19. 1. Luise Noll, geb. Mengel, ohne Beruf, 88 Jahre, In Löbers Hof 8; 19. 1. Katha­rina Eberle, geb. Hartmann, ohne Berus, 86 Jahre, Schottstraße 3; 19. 1. Marie Wahl, geb. Henkel, ohne Berus, 77 Jahre, Stephanstraße 32; 21. 1. Otto Diehl, Postassistent, 63 Jahre, Aulweg 38; 20. 1. Theodor Schwieder, Apotheker, 70 Jahre, Moltkestraße 1; 21. 1. Adam Becker, Kirchendiener, 77 Jahre, Marburger Straße 15; 20. 1. Marie Wagner, geb. Wißner, ohne Beruf, 51 Jahre, Am Riegelpfad 52; 23. 1. Karl Hofmann, Schreiner, 77 Jahre, Dammstraße 47; 24. 1. Anna Zimmer­mann, geb. Westrich, ohne Berus, 71 Jahre, Sel­tersweg 27; 24. 1. Karl Hahn, Schreinermeister, 83 Jähre, Löberstraße 17; 25. 1. Paul Kammler, Arbeiter, 63 Jahre, Asterweg 12; 24. 1. Martha Schwarz, geb. Geyer, ohne Beruf, 52 Jahre, Stephanstraße 44; 28. 1. Wilhelm Belke, Biblio­theksdirektor a. D., Professor, Dr., 86 Jahre, Goeche- straße 69; 27. 1. Elise Schopbach, Büglerin, 83 Jahre, Wernerwall 9; 27. 1. Georg Wallenfels, Kaufmann, 72 Jahre, Marktplatz 21; 29. 1. Heinrich Borschel, Bürodiener a. D., 70 Jahre, Linden- platz 1; 29. 1. Hans Nöller, 2 Jahre, Werrastraße 9; 30. 1. Karoline Heiler, geb. Hübinger, 88 Jahre, Friedensstraße 41; 30. 1. Lina Roß, geb. Rausch, ohne Beruf, 75 Jahre, Teufelslustgärtchen 5.

♦♦ Städtische Bücherei. Im Januar sind 2063 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf Literaturgeschichte 4, Zeitschriften 33, Gedichte und Dramen 9, Erzählende Literatur 1221, Jugendschrif- ten 332, Länder- und Völkerkunde 110, Kulturge- schichte 1, Geschichte und Biographie 186, Kunstae- schichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 100, Heer- und Seewesen 32, Haus- und Landwirtschaft 6, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschaft 22 Bände.

Es war wieder eine große Zahl von alten Sol­daten, die sich in der A r t i 11 e r i st e n - K a m e - rodschaft 1895 Gießen am Samstagabend frn Kameradschaftsheim .Hessischer Hof" zum I ah - reshauptappell versammelten. Einige Kame­raden der aktiven Wehrmacht, die sich zur Zeit hier auf Urlaub befinden, nahmen an dem Abend teil und bekundeten dadurch, daß die Verbindung zwi­schen den alten Artilleristen und der akttven Truppe in engster Weise besteht. Kameradschaftsführer M ü 11 e r gab dieser Tatsache in seinen Bearüßungs- worten besonderen Ausdruck. Weiter machte er die Mitteilung, daß der von allen Kameraden hochge­schätzte Kamerad Heinrich Siebert wegen hohen Alters und Krankheit sein Amt als Schriftführer leider nicht mehr wahrnehmen forme; während lan­ger Jahre hat Kamerad Siebert in vorbildlichem Eifer und in größter Gewissenhaftigkeit dieses Amt geführt und sich dadurch große Verdienste um die Kameradschaft erworben. In dankbarer Anerkennung dieser mustergültigen Arbeit werde Kamerad Sie­bert weiterhin der Führerschaft ehrenhalber als ständiges Mitglied angehören.

Im Jahresbericht des Kameradfchaftsführers kam zum Ausdruck, daß das oerfloffene Jahr 1939 für die Artilleristen-Kameradschaft dank eifriger Mit­arbeit aller Kameraden wiederum ein ftuchtbares geworden ist. Die Kameradschaft habe sowohl zah­lenmäßig, als auch an innerer Stärke zugenommen. Der Krieg habe selbstverständlich auch die Kame­radschaft berührt; eine ganze Reihe von Kameraden stehe wiederum aktiv in der Wchrmacht, während die daheimgebliebenen Kameraden ihre Kraft in verschiedenster Weise in den Dienst unserer Volks­gemeinschaft stellen. Der Jahresbericht wies dann u.a. auf die Veranstaltungen im verflossenen Jahre hin, ebenso auf die Pflege der kameradschaftlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Angehörigen der Kameradschaft, ferner auf eine Reihe von Vor­trägen, die an den Kameradschaftsabenden geh al- ten wurden und stets großes Interesse fanden. Wei­ter wurde der im Felde stehenden Kameraden ge­dacht, denen die Kameradschaft durch öftere Sen­dungen ins Feld, insbesondere auch durch Liebes­gabensendungen anläßlich des Weihnachtsfestes, ihre Verbundenheit bekundete. Ebenso wurden die herz­lichen Beziehungen erwähnt, die die Kameradschaft der alten Artilleristen mit unserer aktiven Gießener Artillerie-Abteilung verbinden. Mit besonderer Ge­nugtuung wurde schließlich noch die Tatsache hervor­gehoben, daß auch im verflossenen Jahre die Pflege der guten Kameradschaft und der alten soldatischen Tradition für die Artilleristenkameradschast eine be­sondere Aufgabe war, die mit gutem Erfolg erfüllt wurde und auch weiterhin als vornehme Verpflich­tung gilt.

Die finanzielle Grundlage der Kameradschaft fft, wie aus dem Bericht des Rechners Kamerad Ste­phan hervorging, gut. Trotz Steigerung mancher Ausgaben, die zwangsläufig bedingt war, konnte dank weiser Sparsamkeit in anderer Hinsicht die Kasse am Jahresende einen erfreulichen Abschluß verzeichnen. Der Kameradschaftsführer sprach Ka­merad Stephan herzlichen Dank aus für seine mustergültige Kassenführuna und Rechnerarbett, durch die der Kameradschaft ein sehr wesentlicher Dienst geleistet wurde. Gestützt auf das volle Ver­trauen der Kameradschaft wird Kamerad Stephan auch im neuen Jahre das Amt des Rechners ver- fehen.

Einstimmig würbe sodann durch Zuruf Kamerad­schaftsführer Müll e r in Würdigung feiner großen

Kunsthändler und bekam dich. Ich ging leer aus. Ich lag in Mexiko am Straßenrand mit Indios, zog als Tramp von Philadelphia nach Westen. Aber ich sah, wie man es im Leben machen muß, um voran­zukommen. Ellbogen muß man gebrauchen, sonst wird man beiseitegestoßen. Langsam arbeitete ich mich hoch. Ich baute den Abschnitt VI, den schwersten der Goldenen Brücke von Frisco. Ich verdiente. Ich kam nach Deutschland heim. Noch einmal ein Rückschlag, als ich dich sah und merkte, daß ich wieder zu spät gekommen war. Aber das war mir nur ein An­sporn. Ich wußte, wenn es einmal so weit sein würde, mußte ich etwas hinter mich gebracht haben. Da arbeitete ich. Eisern. Aus dem Vorarbeiter wurde der Bauleiter. Heute führe ich die ganze Strecke, Bau und Planung schon der nächsten. Tausend Leute, die genau wissen, daß ich für sie einstehe, wie sie es für mich tun. Ich war zufrieden. Dir darf ich es sagen, Julia. Nur eins war noch da. Das Herz, verstehst du. Es lief bei alledem leer wie eine ver­gessene Zementtrommel. Aber auch das ist nun anders. Das Leben beginnt!"

Er tat eine Handbewegung, als stoße er eine häß­liche Vase vom Tisch.

Ludwig wird entthront. Der Spuk ist aus!" Gerhart, wie sprichst du! Ich wußte nicht, daß du

Ludwig hassest."

Ach", sagte er,Julia, Liebste, ich wußte es ja selber nicht bis zu dieser Stunde. Ich merke es jetzt erst, wo es um dich geht." Er setzte sich wieder hin. Langsam hob er den Kopf. Ihre Blicke trafen sich. Sie zogen sich an. Langsam folgten die Köpfe. Es schien, die Augenpaare hypnotisierten sich. Aber im letzten Augenblick gab sich Gerhart Carlotti einen Ruck und stand auf. Er riß sich los.

Nein", sagte er,ich habe nie gestohlen. Ich will es auch am letzten Tag nicht. Verstehst du mich, Julia?" Er sah sie bittend an. Sie hatte Tränen in den Augen. Ihre Hand kam herauf und stteichelte die seine, die da herabhing.Ach, wie gut verstehe ich dich", sagte sie.Das sind ja alles genau so meine Kämpfe gewesen."

Sie spürte in dieser Minute, da sie voreinander zurückwichen, waren sie sich nahe wie nie zuvor.