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Nr. 4 «es Blatt

190. Jahrgang

Freitag,ö.Zanuar 1940

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Kriegssparen.

Die totale Kriegführung fordert ganz selbstver­ständlich die Einordnung jedes Angehörigen der deutschen Nation in die Front. Während der Sol­dat kämpft, ist die Heimatfront die stärkste Stütze des Soldaten, und ihre totale Einigkeit zeigt sich darin, daß sie sich bedingungslos den Geboten der Stunde unterordnet. Die Organisierung der deut­schen Wirtschaft und die Rationierung der Lebens­mittel geht Hand in Hand mit der Steigerung der Produktion zum Zwecke der Selbstversorgung und der in diesem Kriege zum erstenmal gelungenen Sicherung unseres Rohstoffbedarfes aus dem fest­ländischen Raum, aus Rußland, dem Balkan usw. Damit war eine Hauptspekulation der englischen Plutokratie, nämlich Deutschland durch wirtschaft­liche Methoden mederzuringen, von vornherein ge­scheitert. Die neuen Wirtschaftsgebilde, wie sie Deutschland und Italien darstellen, sind auf dem Prinzip aufgebaut, wonach die Wohlfahrt aller das oberste Gesetz ist und jedes Vergehen gegen dieses Kardinalgesetz als volksschädlich er­barmungslos bekämpft wird.

Das macht die Stärke dieser neuen aufstreben­den Wirtschaftsmächte aus, es verwickelte sie aber in Kämpfe mit den plutokratischen Mächten, vor­nehmlich England, das zuerst Italien im Abessinien­krieg vergeblich mit wirtschaftlichen Zwangsmaß­nahmen niederzuringen versuchte und jetzt das gleiche hoffnungslose Experiment am größten ge­schlossenen Wirtschaftsraum Europas, am deutschen Volk, mit der gleichen sicheren Aussicht des Miß­lingens unternimmt. Die totalregierten Staaten Deutschland und Italien haben dem Geld und dem Liberalismus, innerhalb dessen lediglich der Be­sitzende auf Kosten des Nichtbesitzenden den Aus­schlag gibt, das Prinzip der Arbeit und Leistungsfähigkeit entgegen gestellt, denn die Arbeit allein schafft die Werte. Sie werden inner­halb des totalen Systems gleichmäßig verteilt, und gerade gegen dieses System führt die englische Plu­tokratie den Kampf der Vorgestrigen mit den Mit­teln von vorgestern. England fuhrt den Kampf gegen die neuen Ideen, gegen den Gemeinnutz für den Eigennutz, und gleichzeitig gegen die neue Bewertung der Arbeit und des Arbei­ters, wie sie mit ihrer sozialpolitischen Fürsorge dem Gedankengehalt des Nationalsozialismus 'ent= spricht.

Arbeit am Ganzen schafft also die Werte, gegen die die Plutokratien kämpfen. Arbeit schafft nach nationalsozialistischer Auffassung alle Werte und damit auch das Geld und nicht umgekehrt, wie die Engländer wähnen. In England und Frankreich hat man die Währung aus plutokratischen Gründen ab­gewertet, wobei gerade die kleinen Sparer und klei­nen Vermögen verloren gingen. Das deutsche natio­nalsozialistische Prinzip aber will die Sicherung der Währung durch vermehrte Ar- beitsmöglichkeit, und dieser Grundsatz hat dazu geführt, daß wir jede Inflation konsequent ablehnen und vor allem mit dem Kriege nicht die Notenpresse zur Vermehrung des GelduiMauss über die Produktionsgrenzen hinaus anstellten, also eine Inflation als das größte Uebel betrachten, das einem Volke geschehen kann. In Frankreich hat der plutokratische Finanzminister R e y n a u d kürzlich gesagt, noch hoffe er, die Inflation zu ver­meiden, aber in Wirklichkeit steckt Frankreich schon in einer Jnflatton und England baygt um sein Pfund, wie aus der letzten Rede seines Ueberfee- handelsministers Husion deutlich hervorgeht.

Bei uns ist die Sache so: die Heimatfront ist wirt­schaftlich so gerüstet und organisiert, daß sie der militärischen Stärke ebenbürtig ist. Wir versorgen nicht nur die Kriegsfront mit allem Notwendigen, sondern sind auch in der Lage, unseren Außen­handel oder, genauer gesagt: Austauschhandel, durch­aus aufrecht zu erhalten. Die gesteigerte Produktion auf allen Sektoren der Kriegswirtschaft hat nun selbstverständlich zur Folge, daß die Kaufkraft der Innenfront nicht voll befriedigt werden kann, da die Rationierung von Lebensmit­teln und Gelwauchsgegenständen dem ein Paroli entgegensetzt. Die überschüssige Kaufkraft, das sind Einkommen, die nicht voll ausgenutzt werden können, gehören nun auf das Bank- und Sparkonto, damit sie zur Kriegesfinanzierung weitere Verwendung finden können. Der Kriegs­sparer ist also eine der wertvollsten Vorbedingungen der Kriegführung bis zum Siege. Wir alle können nicht mehr jo gut leben wie in Friedenszeiten. Wir müssen unsere Scherflein auf dem Altar des Dater- landes opfern und da setzt die bewußte Erzie­hung zum Kriegssparen ein.

Die Staatsführung hat zwei Wege, um die Kriegsfinanzierung zu sichern. Der eine Weg ist der der Steuererhöhung,.die gleichmäßige Ver­teilung der Lasten, der andere das Hineinpresfen der nicht zur Anlage kommenden Gelder in die Kriegswirtschaft. Die Steuererhöhungen fin­den ihre Grenze in der Belastungsmöglichkeit. Wenn die Steuern zu hoch werden, erschlagen sie die Produktion. Unsere nationalsozialistische Staats­und Wirtschaftsführung hat daher den anderen Weg gewähll und will daher zum Kriegssparen aufrufen. Dadurch wird nicht nur die vagabundie­rende Kaufkraft gehemmt, sondern direkt für die Allgemeinheit und das Ziel, den Sieg über die plutokratischen Gewalten im Dienst an der Allge­meinheit und damit für jeden Einzelnen fruchtbar gemacht.

Wir sind gerade dabei, eine besondere Art des Kriegssparens zu entwickeln, um das Sparen noch wirksamer zu gestalten und die Spartätigkeit zu fördern", sagte Reichswirtschaftsminister Funk in Salzburg. Der Kriegssparersolle nicht enttäuscht sondern belohnt werden". Das ist die Methode, auf

Giraffe Lenkung der Kriegswirtschaft.

Generalfeldmarschall Göring höchste Instanz in allen kriegswirischafilichen fragen.

Berlin, 4. Jan. (DNB.) Ein Aufsatz des Staatssekretärs Körner in der ZeitschriftDer Dierjahresplan" weist darauf hin, daß die Um­stellung der hochentwickelten deut­schen Wirtschaft auf den Krieg zweifel­los eine der schwersten Aufgaben der letzten Monate war. Die Umschaltung, die Reichswirtschaftsminister Funk als Generalbevollmächtigter für die Wirt­schaft durchführte, stelle eine organisatorische Lei­stung größten Ausmaßes dar. solange der Krieg dauert, wird die Wirtschaft Operationsgebiet bleiben. Hier müssen die vorhandenen Kräfte Be­triebe, Arbeiter, Rohstoffe und Verkehrsmittel jeweils gemäß den wechselnden Anforderungen der Kriegsführung zu Lande, zu Wasser und in der Luft gelenkt werden.

Gleichzeitig ist es notwendig, den brutalen Me­thoden der englischen Blockade durch überlegene Schachzüge zu begegnen. Dementsprechend muß die Kriegswirtschaftspolitik elastisch und schlag-! kräftig, erfinderisch und wagemutig im Aufspü­ren neuer Mittel und Wege, hart und konsequent in der Verfolgung des großen Zieles der siegreichen Reichsverteidigung fein. Um diesen Ansprüchen ^zu genügen, sind drei Voraussetzungen unerläßlich:

1. Klare Befehlsgewalt und straffste autoritäre Lenkung der gesamten Kriegswirt­schaft;

2. laufende engste Zusammenarbeit sämt­licher Stellen, die mit kriegswirtschaftlichen Fragen beschäftigt sind, und zwar in Partei und Staat;

3. Disziplin und verständnisvolle Mitarbeit des ganzen Volkes, der Schaffenden als auch der Verbraucher.

Aus diesen Gründen hak sich Generalfeldmar­schall Göring auf die Initiative von Reichs­minister Funk hin entschlossen, eine weitere Vereinheitlichung in der Lenkung der Wirtschaftspolitik herbeizuführen. Der General­feldmarschall nimmt die Leitung der Kriegs­

wirtschaft ganz in die Hand. Mit anderen Worten: der Beauftragte für den Vierjahresplan wird höchste krieg s- wirtschaftliche Instanz; der Auftrag des Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft, des Reichsministers Funk, liegt dagegen bei der Wirtschaftspolitik und der Kriegsfinanzierung im engeren Sinne, entsprechend den Aufgaben des Reichswirtschaftsministeriums und der Reichs­bank.

Der Generalfeldmarschall beabsichtigt keineswegs ein neues Amt für Kriegswirtschaft aufzubauen. Behördliche Ueberorganifation hat sich stets nach­teilig ausgewirkt. Um die Zusammenarbeit zu ge­währleisten, werden alle in die Kriegswirtschafts- Politik eingeschalteten obersten Reichsbehörden in einem Generalrat zusammengefaßt. Diesem ge­hören an die Staatssekretäre des Beauftragten für den Vierjahresplan, des Reichswirtschaftsministe- riums, des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, des Reichsarbeitsministeriums, des Reichsverkehrsministeriums, des Reichsministeriums des Innern und des Reichsforstamtes; ferner der Reichskommissar für die Preisbildung, der Chef des Wehrwirtschaftsamts im Oberkommando der Wehrmacht sowie ein Beauftragter des Stellver­treters des Führers der NSDAP.

Nach Bedarf kann der Generalrat durch Vertreter des Reichsfinanzministeriums ober der Reichsbank und der Generalbevollmächtigten des Vierjahresplanes erweitert werben. Den Vorsitz führt ber Generalfeldmarschall; mit seiner Vertre­tung hat er Staatssekretär Körner beauftragt. Der Generalrat ist eine Arbeitsgemeinschaft, die bie wichtigsten Fragen klärt und bie Richtlinien für ihre Lösung festlegt. Die Durchführung ber ein­zelnen Maßnahmen bleibt nach wie vor ben zu­ständigen Ressorts überlassen, bie über bie geeig­

neten Fachkräfte und ben notroenbigen Verwal­tungsapparat verfügen.

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Die Bedeutung der neuen Regelung liegt in ber ft raffen Lenkung ber Kriegswirtschaft durch G ene r al selb ma rschall Göring, ber schon als ber Beauftragte für den Dierjahresplan bie wirtschaft­lichen Kräfte des deutschen Volkes einheitlich aus- gerichtet und die Ernährung und die Versorgung Deutschlands mit lebenswichtigen Rohstoffen inner­halb der Reichsgrenzen gesichert hat und nunmehr als höchste kriegswirtschaftliche Instanz alle wirt­schaftlichen Kräfte auf das stärkste mobilifie- ren und auf bas schärfste konzentrieren wird, um bie siegreiche Verteidigung des Reiches von der wirtschaftlichen Seite her unbedingt zu sichern. D ie mit der neuen Regelu n g an geordnete Zusammenarbeit aller mit Wirtschaftspolitik beschäftigten Ressorts, die sich praktisch so auswir­ken wird, daß regelmäßig die Mitglieder des Ge­ne r a l r a t e s zusammentreten, ist ein weiterer, sehr wesentlicher Fortschritt. Diese Zusammenarbeit ist bie Voraussetzung bafür, daß schnell gear­beitet und entschieden wird, daß büro­kratische Hemmungen ober Bebenken beseitigt unb alle vermeidbaren Härten ober Unstimmigkeiten von vornherein ausgeschaltet werden. Dafür bürgt vor allem bie unter ber ftroffen Lenkung des Generalfeldmarschalls vor sich gehende Zusammenarbeit. Der Generalselbmarschall wird, wenn er längere Zeit von Berlin abmefenb ist, mit feiner Vertretung in den grundsätzlichen Fragen der Wirtschastspolitik Reichswirtschaftsminister Funk beauftragen. In allen laufenden Dienstgeschäften bleibt es bei der Vertretung durch Staatssekretär Körner. Die Neuregelung berührt weder die Funktionen des Ministerrates für die R ei ch sve r t eid i gu n a , der bie oberste Aus­richtung der R e ichs verkeim gungspo littk vornimmt, nach ändert sie etwas an der Einrichtung ber Re ich s v e rt eid i gu n g s k o mm i s s a r e.

deren nähere Einzelheiten jeder Deutsche mit Recht begierig ist. Es gilt, alle, vor allem auch die über­schüssigen Mittel mobil zu machen, um den Sieg über die plutokratischen Gewalten zu sichern. E. S.

Oer Krieg ein sozialer Konflikt

Rom, 5. Ian. (Europapreß.) Ob man nun van Kriegführenden, Neutralen oder Nichtkriegführenden spreche, schreibtP o p o l o b' I t o l i a", bie Wahr­heit sei, baß in den gegenwärtigen Konflikt direkt ober indirekt alle Völker verwickelt worben seien. Der Klassenkampf in den einzelnen Nationen, ber sich um materielle Interessen abgespielt habe, sei zum gleichartigen Kampf der Völker geworden. Auf der einen Seite ständen die proletarischen Völker, die reich an Kindern, an Arbeitskräften, an Intelligenz unb an Lebenskraft, aber arm an Lebensraum, an Rohstoffen unb Hilfsquellen feien; auf ber anderen Seite aber machten sich die Her­renvölker breit, bie auf leicht errungenen unb geraubten Schätzen säßen. Sie seien bie unbe- lehrba r en Aussauger unb taub gegenüber jebem Versuch einer Revision ber bestehenden inter­nationalen Ordnung. Von diesem Gesichtspunkt be­trachtet, so schreibtPopolo d'Jtalia" weiter, sei der gegenwärtige Konflikt nichts anderes als ein s o - zialer Konflikt. Solange in einer Nation die sozialen Klassen nicht bie Möglichkeit bes reibungs­losen Zusammenlebens erhalten, sei nicht an Frie- ben in ber Nation zu denken. Diese Zusammenarbeit müsse auf der Grundlage ber gerechten Verteilung ber Ausgaben unb ber Interessen erfolgen. Aber auch in Europa werbe nicht Frieben herrschen, so­lange es Völker gebe, die z u viel besäßen unb solche, bie z u wenig hätten.

(Simon oibi Inflaiionsgefahr für Enaland gu

Amsterdam, 5. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Daß die Gefahr der Jnflatton für England in bedrohliche Nähe gerückt ist, hat Schatzkanzler Sir John Simon jetzt selbst beftätigt. Nach einer Reuter­me lbung wurde eine Beamtenabordnung bei ihm wegen Erhöhung der Beamtengehälter vorstellig. Simon erklärte dieser Vertretung, eine automatische Erhöhung der Bezüge angesichts der erhöhten Le­benshaltungskosten führe zu der schweren Gefahr einer Inflation. Die Regierung prüfe die Be­zahlung ber öffentlichen Beamten im Hinblick auf andere Gehaltserhöhungen, man solle aber bie enormen finanziellen fiaften bes Krie­ges bedenken unb bie schwere Jnflationsgefahr, bie eine automatische Anpassung ber Gehälter an bie Preise mit sich bringen würde. Schließ­lich versuchte Simon bie Beamtenabordnung durch vage Andeutung einer künftigen Gehaltserhöhung beim weiteren Ansteigen ber Preise unb bie billige Versicherung, baß die Regierung alles tue, umun­nötige Erhöhungen" ber Lebenshaltungskosten zu verhindern, zu trösten. Ein beachtlicher Zynis­mus dieses leitenden Herrn ber Plutokratenkaste! Erst bricht eine Clique satter Verbiener den Krieg vom Zaun unb wenn die Sache schief zu geben be­ginnt unb man mit ben heraufbeschworenen Schwie­rigkeiten nicht fertig wird, bann wälzt man bie Lasten ab auf bie Schultern ber Irregeführten. Echt englisch!

Britischer Zerstörer auf eine Mine gelaufen und gesunken

Rom, 4. Januar. (DRV.) Rach einer Meldung des italienischen Rundfunks vom 30. Dezember 1939 ist der britische ZerstörerViscount" in der Rordsee auf eine Mine gelaufen und gesunken. Der Zerstörer hatte eine Was­serverdrängung von 1120 Tonnen und eine Ge- schwindigkeit von 35 Seemeilen. Seine Bestückung bestand aus vier 10,2-cm-Geschühen, sechs Tor­pedorohren, vier MG.s und Flak. Er stammt aus dem Baujahr 1917/18.

Die britische Admiralität verheimlicht Schiffsverlufie durch Wneutresser!

Berlin, 4. Januar. (DNB.) Die britische Ad- mirafität versucht, Schiffsverluste durch Minentref­fer geheimzuhalten. Der Kapitän eines neu­tralen Dampfers, der längere Zeit an ber eng­lischen Ostküste auf ber Reede von Blyth liegen mußte, hat an einem einzigen Tage beobachtet, wie drei englische Dampfer von je 2000 bis

3000 Tonnen Größe auf Minen liefen und in die Lust flogen. Er hat hiervon in einem neutralen Hasen dem Kapitän eines deutschen Dampfers Mitteilung gemacht, der jetzt nach der Rückkehr in bie Heimat ben Vorfall, ben die bri­tische Admiralität vergeblich zu verheimlichen suchte, gemeldet hat. Auch aus diesem Vorfall ergibt sich, daß bie britischen Schiffsverluste höher sind, als bie Engländer zu geben, und auch bie Ergebnisse ber amtlichen deutschen Statistik noch übertreffen, da in dieser Minenzuschläge nicht enthalten sind.

Deutsche Flieger Über Paris.

Berlin, 4. Jan. (DRV.) Der Londoner Rund­funk gibt am Donnerstagabend zu, daß deutsche Flieger auf ihren Erkundungsflügen über französi­schem Boden bis nach Paris gekommen sind. Um diese Tatsache schmackhafter zu machen, behaup­tete er, daß auch die englisch-französischen Luftstreit- krasle ihre Erkundungsflüge fortsehen und auf deut­sches Gebiet eingedrungen seien, vergaß aber hinzu­zufügen, daß ein nach Deutschland geflogenes eng­lisches Flugzeug bei Aachen abgeschossen wurde.

10 Minuten Lustkampf am Westwall.

Auch hier wachen unsere Läger.

Am W e st w a 11, 4. Jan. (PK.) Es vergeht fast kein Tag, an dem ber Engländer nicht versucht, bie beutsche Grenze zu überfliegen. Aber immer wieder muß er, ber an sich tapfere Gegner, ber Ueberlegenheit beutfdjer Jäger wei­chen unb kann bie ihm gestellte Aufgabe nicht er­füllen, weil bie deutsche Abwehr ihm Einhalt ge­bietet. So meldete der Heeresbericht am Mittwoch, daß am 2. Januar wieder einmal drei englische Bomber vor der deutschen Küste abgeschossen wur­den Am 3. Januar wurde am Westwall ein eng­lischer Bomber vom Typ Blenheim abgeschossen. lieber diesen neuerlichen Abschuß unb Erfolg un­serer Jäger erfahren wir folgendes:

Eine Kette deutscher Jäger flog um bie zehnte Morgenstunde des 3. Januar am Westwall Sperre. Der Führer ber ersten Maschine bemerkte plötzlich eine Maschine 500 Meter über sich, bie er sofort einwandfrei als feinblidjes Flugzeug er­kannte. Durch ein verabredetes Zeichen machte er feine Kameraden auf die feindliche Maschine auf­merksam. Sie nahmen nun sofort den Engländer an. Der Gegner wehrte sich tapfer unb versuchte, dem deutschen Angriff durch fliegerisches Können zu entgehen. Aber bie Wendigkeit unserer Messerschmitt, nerbunben mit dem front­erfahrenen Fliegen unserer Jäger unterband jede Dispositionen des (Engländers. Im Verlauf von 10 Minuten war der Kampf ent­schieden. Der Engländer war schwer getroffen. Er facfte aus der großen Höhe im Steilflug ab.

Es muß gesagt werden, daß er in dieser schwierigen Kampflage noch versuchte, die nahe belgische Grenze zu erreichen. Die deutschen Jäger drehten nach Abschuß vor der Grenze wieder ihrem Heimat­ort zu, während die englische Maschine auf bel­gischem Boden zerschellte. Auch dieser neueste Erfolg unsere Jäger ist wieder ein Beweis dafür, daß die deutschen Grenzen durch die Abwehr unserer Luftwaffe unüberwindlich sind. Wie lange noch will das englische Volk seine besten Flieger opfern? (Rtz)

Der Wehrmachisbericht vom Donnerstag.

Britisches Kampfflugzeug bei Aachen abgeschossen.

Berlin, 4. Jan. (DRB.-Funkspruch.) Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen zwischen Mosel und Pfälzer Wald etwas stärkeres Artillerie st orungs- feuer als an den Vortagen. Auch die Späh­trupptätigkeit war reger.

Die Luftwaffe führte Crkundungsflüge gegen Frankreich und über der Rordsee durch. Ein bri­tisches Kampfflugzeug wurde Mittwoch früh in der Gegend von Aachen nach Heberfliegen luxemburgischen Hoheitsgebietes von einem deutschen