Br. 287 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)^^ttwoch, 4 Dezember 1940
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icht ben'ihren oder auswaschen. Wunden elastischen Pflasterver.
worden.
Hölle geführt
Volk.
Innenschau
Erster Hilfe": i. Wunden w
(Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehverstei- aerunashalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 45,5, Bullen 39,5 bis 49,5, Kühe 20 bis 46,5, Färsen 34 bis 49, Kälber 30 bis 57 Rpf. je '/- kg Lebendgewicht, Ziegen 16 bis 35 RM. pro Stück. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht fol« gende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr)
Oer „wilde Jäger"
Bon Or. Ludwig JRotb.
1,14 NM., bl (135 bis 149,5 kg) M4 b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 bis 99,5 kg) 1,02, e-4 (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (AUschneider) 1,12 g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Marktverlauf flott, alles zugeteitt.
Will Glatze und das Schuricke-Terzett
am 9. Dezember im Gloria-Palast in Gießen.
Pulver, kein Oel.
5 Innere Verletzungen. Sofort Arzt zuziehen. Nichts zu essen und zu trinken geben.
6. Brüche. Schienung des Gliedes durch Schie-
gettagenen Hauptthema beherrschen, gibt aber auch in den Seitengedanken _ Möglichkeiten verklärter Stimmungen wie auch höchster Aufwallungen; geradezu zauberhaft entschwindet der Satz.
Bruckner als Symphoniker
Zum bevorstehenden Konzert des Konzertvereins.
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X'X Gallenleiden
/f Der Erfolg der Trinkkur war fabelhaft, denn
»BVrC die Begleiterscheinungen,wie Appetitlosigkeit* Ui iXU)) Stuhlverhaltung, Kolik, seel. Depressionen usw. verschwanden eines Tages. Ich verlor ca. 14 Steine. Elisabeth Adams, staatl. aner-: kannte Masseuse. Wu.-Elberfeld. Wilbergstraße 10. 19.2.36. 25 große Flaschen RM. 14.-, 60 große Flaschen RM. 26.-, dazu Pfand. Lieferung frei Maua. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen 276»
at4 Verbrennungen. Brandblasen nicht öffnen. Brandbinde auslegen, darüber Debrand. Kein
es zur Schlußbestätigung.
Dr. Hermann Hering.
K atd,itetid).1onftrurH«n3uy^ieer m.- -°^^YL°Yaüs!trahlun«.
ÄS -Hrf.®b"<HawnA?t him^-ben'"°-n beruft l« MMIch-n" durch-1 ^chY'plätzlich'd«sm!teinem g-w°ltig-n G-Mih Vermutung nahe, als schaffe sich klanglich ^nc^n läßt den langsamen Satz vornehmlich vom I gezierte Haupt ihm zugewandt, und in den^tarn ttrie von selber die Form. Wenn wir u^2_——
Unsere Vorfahren waren ein jagdliebendes Caesar berichtet uns sogar: „Vita omnis in vena- tionibus consistit“, also: ihr ganzes Leben bestehe in Jagdzügen, und von den Sweben: „multum sunt in venationibus“, d h. sie sind häufig auf
Im Mer geborgen - die Deinen geschützt!
Das ist der Segen Deiner Lebensversicherung.
Gute Vorbereitung für den Winterurlaub
Gchitrocken- und Symnastik-Kurse bei KdF.
Dem Scherzo geht eine entwicklungsträchtige Einleitung voraus, wie sie auch als Norm für die späteren Symphonien gilt. Hier rückt Bruckner in die Nähe der oberösterreichischen Volksmusik, ganz besonders in dem von ländlicher Urtümlichkeit getragenen Trio. Das Finale wird geprägt durch ein Zyklopenhaft sich reckendes Thema der Posaunen; in Der zweiten Themengruppe bindet sich ein Bläserchoral mit anmutigen Bewegungen der Stteicher. Die weitere Entwicklung und ganz besonders die Durchführung läßt in mannigfachen Phasen sowohl höchsten klanglichen Auftürmens wie Momenten der Versunkenheit die Auseinandersetzung erleben. Zum Schluß tritt das Thema des Kopfsatzes in klanglichem Dur-Gepräge als Sieger auf den Plan, und in^ feierlicher Dehnung des unisono wird ...........
Sladtthealer Gießen.
Am heutigen Mittwochnackmittag wird das reizende Märchen „Rotkäppcyen" nach Gebrüder Grimm von Hermann Stelter wiederholt. Die Spielleitung hat Karl Volck, die musikalische Leitung Rudolf Loh. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Außer Miete. — Am Abend wird die erfolgreiche Komödie „100 000 000 Dollars" aufgeführt. Spielleitung: Hans Albert Schewe. Bühnenbild: Karl Löffler. 12. Mittwoch-Miete.
Ortszeit für den 5. Dezember.
Sonnenaufgang 9.20 Uhr, Sonnenuntergang 17.11 Uhr. — Mondaufgang 13.20 Uhr, Monduntergang 0.04 Uhr.
Erste Hilfe bei llnglücksfällen.
Dem „Unfall-Derhütungs-Kalender 1941" (Herausgegeben vom Amt Soziale Selbstverantwortung im Zentralbüro der DAF. und vom Reichsverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften) entnehmen wir folgende „Allgemeinregeln bei Leistung
In seinem gigantischen Symphomewerk, das den - !tentoen Beethoven in dem Ringen um den Äus- lieich zwischen Schicksalsnotwendigkeit und innerer Freiheit zeigt, geht der Sümpfet Beethoven als der nbliche Sieger Beethoven hervor Semen NackM- •im fiel die Aufgabe zu, neue Ansatzpunkte für lis Erfassen der symphonischen Form zu gewinnen, um nicht dem Epigonentum zu verfallen. Bei Schu- lirt etwa weitet sich die Symphonie aus den mu- jtolischen Bedingungen heraus unter Verzicht aus i» hermusikalische Anregungen. In der spateren Geir rativn bestätigt sich die Schwierigkeit der Auch «tbe; wir wissen, wie Brahms um das Problem lir Symphonie gerungen hat und sie mit mufita- Men formalen Mitteln zu befonderer Ausdrucks-
verleugnen. .. . -
Die Dritte, Richard Wagner gewidmete Symphonie in d-moll, die Bruckner im Jahre 1873 schrieb und die er später noch verschiedentlich umarbeitete, läßt als erste in der Reihen^lge der Werke die typische Gestalt der späteren Symphonien erkennen. Auch Richard Wagner entschied sich für dieses Werk in der Annahme der Widmung zu ungunsten der zweiten Symphonie.
frier schon erkennen wir, wie Bruckner dem Ganzen innerliche Einheit gibt durch ein blockhaft ein» faches Thema (Oktave, Quinte, Grundton), das im letzten Satz wiederkehrt und den Ausklang des Werkes bestimmt. Dieser heroische Gedanke wird durch die Trompete in den sich ausbreitenden Grunddreiklang des Orchesters hinelngefetzt. Die erste Entwicklung gipfelt in einem machtvollen unisono, monumental hingestellt; die zweite Themengruppe läßt er in vielfältiger Form instrumentaler Ge- sanglichkeit aufblühen, und die dritte ®etonEen= aruppe, dem ersten Thema in Tatkraft nahestehend, mündet in einem Choral der Blechbläser. Das Em- aanasthema bestimmt in feiner machtvollen Klang- lichkeit die Durchführung und wird entscheidend in der Coda, die sich auf einem langer^ Zeit wieder- kehrenden Baßthema aufbaut, und türmt sich zum
gen sei ein umstrahltes Kreuz erschienen. So sei er, der „wilde Jäger", zum Guten bekehrt worden.
Bekannt ist auch Graf Hackelbernd, der „Wilde Jäger", den Julius Wolff in seiner Weidmannsmär den Bolzen der Armbrust auf das Kreuz im Geweih schießen läßt. Zur ©träfe muß er ewig in Wuotans „Wilder Jagd" mitjagen.
Auch der große Ostgoten-König Theoderich, der „Dietrich von Bern" unserer Heldensage, ist zum „wilden Jäger" geworden. Er starb — als arianu scher Christ — im Jahre 526 und wurde zu Ravenna (der „Rabenstadt" der deutschen Heldensage) in dem von ihm selbst zu Lebzeiten errichteten Grabmal beigesetzt: Aber so groß war der Haß der „Rechtgläubigen" auf den „Ketzer", daß bald nach seinem Tode seine Asche aus dem Denkmal geholt und in alle Winde zerstreut wurde..In der Sage aber lebte das Andenken an den großen gotischen Heerkönig fort, von Geschlecht zu Geschlecht. Die „Rechtsgläubigen" aber verbreiteten bald nach seinem Tode das unsinnige Gerücht, er sei auf der Hirschjagd von einem Hirsche irregeleitet und in Die
h.'he führte.
Der Weg, den Anton Bruckner gegangen ist, mr mit einer Fülle von bittersten Enttäuschungen ^pflastert. Jeglichem Kampfeswillen abhold er- [ckint seine menschliche Natur frei von erkennbarem gviespalt. Sein Inneres ist voll erfüllt von dem ^wußtsein der Geborgenheit rn den Armen einer hiheren Macht, die sich seinen Augen in der um- gtbenden Natur kündet.
Dieses Erleben wertet Bruckner in fast tnsttnkt. Mßigem Gefühlsempfinden aus. Es scheint fast o, als wüchse alles das, wovon seine Seele voll ist, litt eigenen Kräften heraus und findet so st^e kqene Gestalt und Formung; wohl 'N Anlehnung ini einen überkommenen Plan, aber .nutzt nut der durchdringenden voraussehenden Geisteskraft des biwußt bildenden Architekten.
Es ist uns von der Schaffensweise Bruckners f dichtet worden, daß er am Klavier die Grund r^angsstellung für seine Werke gewann, gewis- lermaßen aus einem rauschartigen hmgegebenen r^rchleben des Musikalisch-Klanglichen.
Di°I-.Enkstehung;°r. entbehr. zunächst b«- straf-
Jagdzügen. Auch Tacitus bestätigt, daß sie, wenn sie nicht im Kriege sind, ihre Zeit viel mit Jagen verbringen, und ein solches Volk wird auch eine Jagdgottheit gehabt haben.
Wir wissen, daß die Römer die Götttn Diana, die Griechen Artemis als Jagdgottheit verehrten. Hubertus, den wir als Schutzherrn der Jäger an- sprechen, hat mit einer germanischen Gottheit nichts xu tun, denn er ist französischen Ursprungs und erst spät zu uns gekommen. Er war ein wilder Jäger, der Sohn Bertrands, des Herzogs von Guyenne Als er am „allerheiligsten Karfreitag", an dem es verboten war, Waffen zu tragen, dennoch jagte, habe der von ihm gehetzte Hirsch, wie die Sage be-
oder dritten Male die Bretter an den Füßen haben, sichern sich durch die Teilnahme an den sogenannten Schitrocken« und Schigymnasttkkursen eine wirkliche Urlaubsfreude, denn wenn man als Schisäugling ober wenig geübter Anfänger nach einem langen Jahr zum erstenmal wieder die langen Bretter, die nun einmal die Winterwelt bedeuten, an den Füßen hat, dann muß man manchen „Stern" mit in Kauf nehmen, . bevor die Hölzer wieder richtig laufen. Durch die Teilnahme an den Schikurfen, an dem Trockenkursus sowohl als an der Gymnastik, bekommt man wieder das Gefühl für Gleichgewicht und Brettlführung, gewöhnen sich die im Sommer vernachlässigten Muskelpartien an Beinen und Armen wieder an die mit Schiläufen verbundene Tätigkeit, und damit sind schon die ersten Urlaubstage im Schnee eine reine Freude.
Es wird aber auch im beschränken Umfang möglich sein, daß Anfänger, die noch nicht im Besitz einer Schiausrüstung sind und sie wahrscheinlich auch aus uns allen einleuchtenden Gründen in diesem Winter nicht käuflich erwerben können, doch in die Anfanasgründe des Schilaufens einbringen können, benn für ben Uebungsbetrieb in den KdF.« Trockenkurfen steht in den meisten Gauen eine gewisse Anzahl von Uebungsschiern zur Verfügung. Und für die Hebungen in der Halle sind zünftige Schiftiefel und die entsprechende Hose nicht unbedingt notwendig. Ein Paar derbe Schuhe und beispielsweise eine alte Trainingshose tun dort denselben Dienst.
Bei oberflächlichen Wunden elastischen Pflasterver- band, bei anderen Wunden Verbandpäckchen auf-, legen. Keine blutstillende Watte.
2. Blutungen. Nur bei spritzenden Schlagaderblutungen Abbinden des Gliedes, sonst Horst' lagerung und Auflegen von Verbandpäckchen, nach einer Stunde lockern. . - ' - ,
3 Augenverletzungen. Beide Augen, auch das unverletzte, zubinden. Eingedrungene Fremdkörper nicht entfernen. Bei Verätzung Auge sofort mit viel Wasser ausschwemmen. Schnell zum Augen-
Nach dem Eindringen des Christentums ließen die Priester den germanischen Sturmgott und Seelenführer Wuotan zum Führer des „wütigen Heeres", der „Wilden Jagd", werden. Nach anderen Sagen fei Karl der Große dem Zuge voraus geritten, und Held Roland habe die Fahne getragen. In der Lausitz zog „Dietbernt", im Altenburgischen Berndietrich; der große Ostgoten-König Theoderich von Bern, unter lautem Hallo-Ruf durch die Luft und verschwand im Berge. „Der Wode jagt", sagten sie in Pommern, Mecklenburg und Holstein, wenn der Sturmwind durch die Wälder tobte. Im westlichen Hannover war es der Wonjäger, im Sauerland der Woinjäger, der Woens-Jäger ober ber „Wilbe Jäger", ber Spuk trieb.
Immer ist dahinter der Götter-Dater Wuotan verborgen, denn an ihn knüpften sich noch vor wenigen Jahrzehnten die Vorstellungen vom wüten- ben Heer ober von ber wilden Jagd. Wie lebhaft müssen diese da erst in unseren germanischen Ahnen gewesen sein. So war Wuotan nicht nur ber Füh- rer ber „Milben Jagb" bei ihnen, sondern mit größter Wahrscheinlichkeit auch der JaAdgott. „Wuotan jagit" flüstern sie, wenn die Stürme brausten.
lenke mit feststellen. Am gebrochenen Glied weder ziehen, noch versuchen, es einzurenken.
7. (3ji s d e r g i f t u n g e n. Frische Lust schassen, Arzt holen, a) Nicht lungenschädigende Gase (Blut-, Nerven-, narkotische Gifte, Kohlenoxyd, Blausäure, Aether, Chloroform, Benzin- und Benzoldämpfe usw.) Den Oberkörper des Vergifteten entkleiden, in Decken einhüllen. Bewußtlosen keine Flüssigkeit einflößen. Handflächen und Fußsohlen bürsten oder reiben. Wenn der Veraistete nicht atmet, Wiederbelebung. b) Lungenscyädigende Reizgase (Chlor, Phosgen, mtrofe Gase, Schwefeldioxyd usw.) Den Vergifteten entkleiden. Die vergasten Kleider entfernen, ihn in Decken einhüllen. Den Gaskranken völlig ruhig halten, flach auf den Rücken legen. Künstliche Atmung ist verboten.
8. Ertrinken. Mund von Sand und Schlamm reinigen. Künstliches Gebiß entfernen. Den Derun glückten auf den Bauch legen, ihn beiderseits in ber unteren Rippengegend umfassen und hochheben, so baß Körper und Kopf nach unten hängen. Wiederbelebung.
9. Erfrieren. Die erstarrten Glieder vorsichtig mit Schnee oder kaltem Wasser reiben. Den Erfrorenen nicht in warmen Raum bringen. Langsame Erwärmung yerbeisühren.
10. Hitzschlag ober Sonnenstick. Kleidung öffnen. Stiefel und Strumpfe ausziehen. An schattigem Ort lagern. Bei blaurotem Gesicht Kopf hochlegen, bei blassem Gesicht Kops tief legen. Mit kühlem Wasser besprengen. Wenn keine Ätmung Wiederbelebung.
(Siebener Gcklachtviehmarkt.
WillGlahe.
Bei dem Gemeinschaftsabend, den die beiden Bereinigungen Will Glahe mit seinem Orchester und das Schuricke-Terzett am kommenden Montag veranstalten werden, gelangt ein mit besonderer Sorgfalt zusammengestelltes Programm zu Gehör. Will Glaste spielt mit seinem Orchester eigene Kompositionen, u. a. „Quecksilber", „Auf und Ab", „Im Gänsemarsch", Tonfilm- und Tanzschlager von Leur, Roland, Knümann, Kölscher und beschließt feine Vortragsfolae mit der von ihm zu einem ber populärsten Schlager gemachten „BöhmUchen Polka' von Veyvvda. Das Schuricke-Terzett wählt aus feinem Repertoire die populärsten und bekanntesten Lieder, die immer wieder zur Mehrung des Ansehens dieser Vereinigung beigetragen hoben, u. „Reisefieber", Lieder von Äreut)er, Bochmann, Sol- basen- und Volkslieder. Sorpohl Will Glahe, als auch Rudi Scsturicke werden auch als Solisten iir diesem Wend zu hören fein.
Dom Deutschen Roten Kreuz.
Am Sonntag üeranftaltefen die im Einsatz be3 Deutschen Roten Kreuzes tätigen Helferinnen und Angehörigen der Ortsgemeinschaft im großen Saale des .Klub" einen wohlgelungenen Kamerabschafts- nachmittag, der von über 250 Personen besucht war, Mit Dankesworten konnte die Bereitschaftsbienst- feiterin, DRK.-Haupthelferin Sophie Wolf, als Ehrengäste die Vertreter der Partes an chreü
an ihn als den unvergleichlichen genialen Orgel- improvisator von internationalem Ruf benken, so werben wir von hier aus zu allererst den Zug ber Brucknerschen Symphonie zum Monumentalen, Klanalich-Koloßhaften verstehen. Die einzelnen Keimzellen des Werkes, bie Themen, traten in ber überlieferten Form in innerer Bezogenheit, zueinander auf; bei Bruckner entwickeln sie sich als Themen- aruppen gleichsam vor unferm Ohr; die einzelnen großen Entwicklungsphasen läßt er gern durch musikalische Einschnitte sich verdeutlichen (@eneralpau- fen) Das Inhaltliche ist bei dieser Art der Ent- tehung aufs engste mit der klanglichen Eintteibung gebunden; erst durch sie gewinnen seine Themen den ihnen zustehenden eigenen Charakter Das orchestrale Gewand Bruckners ist sicher durch das Waanersche Orchesterbild weitgehend beeinflußt. Dennoch läßt sich die klangliche Ersahnma von der Orgel her und durch die heimatliche Volksmusik, die gerade saftige Klangwirkungen bevorzugt, nicht
Durch die große und schnelle Verbreitung des Wintersportes, vor allem des Schilaufens, hat der Winter, der für unsere Großväter noch die Jahreszeit der gemüllichen Ofen^cke war, viel von seinem Schrecken verloren und ist sogar in den Rang einer bevorzugten Urlaubszeit aufgeftiegcn. In diesem zweiten Kriegswinter werden wahrscheinlich noch viel mehr werktätige Volksgenossen als bisher ihren Urlaub antreten, da ja die Erfordernisse, die die Kriegswirtschaft an den werktätigen Deutschen stellt, ehr häufig im Sommer die Urlaubsgewährung mmöglich machten. Auf der anderen Seite ist jedoch die Notwendigkeit des Ausspannens von harter Arbeit dringlicher denn je und auch in vollem Umfang anerkannt worden.
Beim Pläneschmieden für den Urlaub im Winter wird sich die Frage erheben, was mit diesen kostbaren Tagen anzufangen sei. Für alle Anhänger und Freunde des Schilaufens ist diese Frage schnell gelöst. Die Antwort wird übereinstimmend lauten: Nichts als Schiläufen! Die Sportämter der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" haben in allen Kreisen des Rhein-Main-Gcbietes im Veranstaltungsprogramm für die nächsten Monate den Schilauf berücksichtigt, und zwar nicht nur für diejenigen, die in reinen Wintersportgehieten liegen, sondern auch alle die Kreise, die Flachland und Tiefebene umfassen, benn selbst für ben erfahrenen und geübten Schiläufer ist bie Vorbereitung auf den Schi-Urlaub eine wichtige Angelegenheit,_ die mit aller Sorgfalt und mit viel Eifer durchgeführt werden muß. Diejenigen aber, bie erst zum zweiten
Ins der Giadl Gießen.
Oie Bettflasche.
J)aft du nicht vergessen, bie Bettflasche zu fül° hfi?" So fragt ber besorgte Hausvater abends, < DWm es ins Bette gehen soll. „Natürlich habe ich ; trän gedacht. Auch Den Kindern habe ich sie einige $}tit ins Bett gelegt. Sie machen sich aber nichts : baraus."
$a, die Kinder wollen nichts von der Wärm- fssche wissen. Auch viele junge Leute behaupten, xg ginge ohne sie besser, man würde nicht verweich- ' I (ft Aber wenn sie in ein bestimmtes Alter kom- riln, bann freuen sie sich boch, wenn wenigstens ' cine' Stelle in bem kalten Bett recht gewärmt ist. D»s besorgt bie gute Wärmflasche. Es mag man» chic schon nachgebacht haben, warum eigentlich bie» |tj runbe Ding ben Namen „Flasche" erhalten hat.
Die Erklärung ist einfach. Dor einigen Jahr- «Inten nahmen unsere Voreltern (vielerorts gescheht es sogar heute noch) tatsächlich Flaschen, um ßmit ihr Bett anzuwärmen. Sie würben mit hei- fan Wasser oder auch mit Sand gefüllt. So ent» iKJab auch ber Name „Bettflasche", wie er noch in riden Dörfern gebräuchlich ist. Auch Steinkrüge ' Herben mit Wasser ober Sand gefüllt unb erhitzt yflh bienten dann als Wärmflasche.
Unser Nachbar hatte einmal ein großes Mißgeschick. Die Frau hatte am Abend die gut verschlossen Flaschen (mit Patentverschluß!) in ben Ofen geteilt unb wollte so das Wasser erwärmen. Die physikalischen Gesetze waren ihr aber nicht recht be- Smi, sonst hätte sie den Verschluß gelöst. Nun scheu sie alle in ber warmen Stube, arbeiteten et- jjs, lasen unb unterhielten sich. Da gab es plötz- lii> einen fürchterlichen Schlag. Die zwei Flaschen Wren geplatzt und hatten den ganzen Ofen aus» eiranbergeriffen. Es war ein Glück, daß niemand «cletzt wurde. Sie kamen alle mit bem Schrecken fopon. Die Frau Nachbarin hat nie wieder die ge- tönen Bettflaschen in den Ofen gestellt. Lieber «Ute sie doch das Wasser in einem Topfe erst 0oärmen und dann einfüllen.
i;$s waren aber nicht immer Flaschen, die jum Lwärrnen des kalten Bettes gebraucht wurden. Ziegelsteine, Basaltklumpen- und Marmorstücke ttirben im Ofen erhitzt und dann forgfältig in ein Dch geschlagen. So kamen sie in das Bett. Auch sj, wärmten gut und hatten ben Vorzua, daß sie nii)ts kosteten und auch kein Unheil anrichteten wie tt Flaschen.
.Heutzutage haben wir die Wärmflaschen aus Hpfer, Zinkblech ober aus Gummi. Sie werben alle !it Wasser gefüllt. Man sieht auch oft, baß sie ärfad) so in ben Ofen gestellt werden, damit sich bis Wasser erhitzt. Dabei darf natürlich nicht vereisen werden, den Verschluß zu entfernen, sonst gbt es dieselbe Geschichte wie bei unseren Nachbarn.
: 'Wir sollen bas Schlafzimmer aus Gesunbheits- ' «linben nicht Heizen. Aber das Bett darf schon m wenig gewärmt sein. Desto schneller schlafen Or ein. Alle Leute, bie an kalten Füßen leiden, ft,:uen sich auf ihre Bettflasche, und wenn so ein Achter Winter kommt, bann wollen wir auch die ßarmflasche nicht vergessen unb sie pfleglich be- hmdeln. Dafür tut sie uns gute Dienste. H,
Dornotizen.
Tageskalender für Mittwoch.
' Ortsgruppe Gießen-Süd: 20 Uhr in ber Aula der Snversität (Eingang Goethestraße) General-Mit- gl ederappell. Es spricht ber Bürgermeister ber &abt Friebberq, Pg. Vieth. -- Stabttheater: la bis 17.15 Uhr „Rotkäppchen"; 19 bis 21 Uhr R0000000 Dollars". — Gloria-Palast, Selters- ?g: „Das Herz ber Königin". — Lichtspielhaus,


