arammgemäß mehrere Dergnügungsrei« fen nach Westindien durchzuführen. In Neu- york wurde das Schiff vom Ausbruch des Krieges überrafckt. Es gelang Kapitän Schroder mit dem Schiff, Neuyork zu verlassen und einen neutralen Hafen anzulaufen. Schon am 27. September kehrte der größte Teil der Besatzung mit der „Ozeank" glücklich nach Hamburg zurück. An Bord der „St. Louis" blieben 48 Mann, in der Hauptsache Deck- und Maschinenpersonal. Ende Dezember wurde die H e i m r ei s e nach Hamburg an» getreten. Die Fahrt dauerte mehrere Tage. Es herrschte außerordentlich schlechtes Wetter. Wiederholt fegten Schneeftürme über das Schiff hinweg, aber die Reife verlief glatt. Am Reu- fahrsmorgen wurde der Hamburger Hafen erreicht. Der Betnebsführer der Hapag, Dr. Hoffmann, sprach Kapitän und Besatzung die herzlichen Glückwünsche zur glücklichen Heimkehr aus.
Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch.
BetHn, 3. Jan. (DNV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Westfront geringe Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Grenzüberwachungs- und Aufklärungsflüge.
Bei dem Versuch, in die Deutsche Bucht einzufliegen, wurden drei britische Vickers-Wel- lington-Bombenflugzeuge modernster Bauart von deutschen Wesserschmitt Flugzeugen a b - geschossen. Auf deutscher Seite sind Verluste nicht eingetreten.
Die Berkehrsorganifation in der Kriegswirtschaft.
In der „Deutschen Volkswirtschaft" zieht Reichs- oerkehrsminister Dr. Dorpmüller eine Bilanz unserer Verkehrsorganisation in der Kriegswirt« schäft. Die Abwehr der Blockade und die Erfüllung der Aufgaben der Kriegswirtschaft sei 3U einem wichtigen Anteil ein Verkehrsproblem. Die Deutsche Reichsbahn hat es sich zur Pflicht gemacht, den Güter» und Personenverkehr mit dem neutralen Ausland trotz des Aufmarsches im Osten und Westen sofort nach Kriegsbeginn wieder zu normalifieren und weiter auszubauen. Sie hat neben den Eisenbahn Pionieren der Wehrmacht in den ehemaligen polnischen Gebieten ein großes Aufbauwerk durchgeführt und damit auch den Zugverkehr mit Sowjet-Ruß. land wieder in Gang gebracht. Trotz der starken Inanspruchnahme chres eigenen Güterwagenparks hat sie für Transporte aus den Ländern des Donauraumes und des Balkans den fremden Eisenbahnverwaltungen Güterwagen zur Verfügung gestellt. Der Güterverkehr über die Grenzbahnhöfe vollzieht sich heute mit allen neutralen Ländern in uneingeschränktem Maße. Als eine wertvolle Kraftreserve hat sich die Binnen» s ch i f f a h r t erwiesen. Im Straßenverkehr muß der Fahrzeugpark auf das rationellste eingesetzt werden. Nahverkehr und Berufsverkehr stehen hier an der Spitze. Minister Dorpmüller stellt fest, daß die Derkehrsorganisation ihre Bewährungsprobe bestanden hat. Wenn die erforderlichen Maßnahmen für den einzelnen auch oft große Härten brachten, so waren sie doch für das Ganze von unendlichem Nutzen. Durch die ständige und weiter gesteigerte Ver- mehrungdes Fahrzeugbestandes bei der Reichsbahn und der Binnenschiffahrt ist auch die Gewähr gegeben, daß von Monat zu Monat mchr Transportraum der Kriegswirtschaft zur Verfügung gestellt werden kann.
Fast neun Millionen Mark im »Kaperkrieg ver £3:*
Berlin, 3. Jan. (DNB.) Die von der HÄ. und dem BDM. am 16. und 17. Dezember 1939 unter dem Motto „Kaperkrieg der HÄ." durchgeführte 3. Reichs st raßen sammluna für das Kriegs-Winterhilfswerk stellt in ihrem Ergebnis der Opferfreudigkeit des deutschen Volkes und dem Sammeleinsatz der deutschen Äugend wieder das beste Zeugnis aus. Mit 8 980 692,43 RM. steigerte sich das Ergebnis der gleichen Sammlung des Vorjahres um 2 691 773,97 RM. gleich '*3 v. H. Insgesamt steigerte sich pro Kopf der Bevölkerung der Durchschnitt von 7,86 Pfennigen im Vorjahre auf 11,14 Pfennigen in diesem Jahre.
Nene Dergütnngsregelung für Quartierleistungen.
Der Reichsinnenminister hat eine neue Vergütungsregelung für die nach dem Reichsleiftungs- sesetz in Anspruch genommene Unterkunft er» lassen. Die Vergütungssätze find jetzt den Ortsklassen angepaßt worden, um den verschiedenen Preisverhältnissen gerecht zu werden. Die Vergütungssätze betragen für Mannschaften 30 bis 50 Rpf. täglich, für den Feldwebel 50 bis 70 Rpf. täglich, für Offiziere 55 bis 90 Rpf. für Pferde 20 bis 30 Rpf. Voraussetzung rft, daß Betten oder ähnliche Lagerstätten gewährt werden und die Unterbringung der Pferde in Ställen oder ähnlichen geschlossenen Räumen erfolgt. In der kalten Jahreszeit hat die Bedarfsstelle für jeden Tag, für den sie Heizung verlangt, einen Zuschlag von 30 Rfg. für jeden besonders geheizten Raum zu zahlen, bei besonders starkem Brennstoff- oder Lichtoerbrauch noch einen Sonderzuschlag. Für Massen quartiere ist, soweit Belegung auf behelfsmäßigen Lagerstätten erfolgt, eine angemessene Vergütung zu gewähren, durch die zum mindesten die Selbstkosten des Untertunftsgebers gedeckt werden. Verlangt ein Leiftungspflichtiger für die Unterkunft eine höhere Vergütung, so kann diese gezahlt werden, wenn er nachweist, daß seine notwendigen Aufwendungen nicht gedeckt sind. Die Vergütung ist nach Beendigung der Unterkunft zu zahlen, bei längerer Unterkunst wird monatlich abgerechnet. Die Neuregelung tritt am 1. Januar in Kraft.
Vergütung für Schtv sternhelferinnen und Helferinnen.
Viele tausend deutsche Frauen und Mädchen hoben sich in vorbildlicher Einsatzbereitschaft f ü r d i e Pflege Verwundeter und Kranker zur Verfügung gestellt. Sie sind, soweit sie die erforderliche Ausbildung in den Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes erhalten haben, teils in Lazaretten der Wehrmacht, teils in zivilen Krankenhäusern eingesetzt worden. Obwohl es sich um einen Ehrendien st am deutschen Volk handelt, kann und soll diesen
Deutsche als Forscher in aller Welt.
Wagemut und Erkenntnisdrang im Dienste der Wiffenschast.
Aus den Lebensblättern unserer großen Welt- wanderer und Erdforscher ließe sich eine ganze Kulturgeschichte schreiben. Wir Deutschen haben uns keine Fregatten mit seefahrenden Eroberern leisten können. Die Eroberung Venezuelas im 16. Jahrhundert, mit einigen hundert Mann im Dienste des Augsburger Kaufmannsgeschlechts der Wel° e r erfolgreich durchgeführt, ging bald wieder verloren. Auch die Ausrüstung einer Flottlle unter dem Großen Kurfürsten, die zur Landung an der afrikanischen Goldküste führte und in der Errichtung der Großen Friedrichsburg gipfelte, bildete eine Ausnahme. Die Besitzung ging wenige Jahrzehnte später wieder ein. Allzufrüh hat uns das Schicksal in einen zu engen Lebensraum geteilt, der immer aufs neue von anderen Völkern umbrandet wird und uns dauernd in Atem hält. So war uns immer auferlegt, Welterforscher zu sein, wo beglücktere Nationen sich zu eigenem Gewinn der Welteroberung widmen durften.
Im siebzehnten Jahrhundert warf das völkische Verhängnis des Dreißigjährigen Krieges tiefe Schatten auf das wissenschaftliche und künstlerische Leben. Viele Gelehrte suchten den „Kriegsläuften" zu entgehen, knüpften durch Vermittlung deutscher Fürsten Verbindungen mit ausländischen Hofen an und kehrten Deutschand den Rücken, um ihren gei° tigen Horizont zu erweiteren und die Wissenschaft |u bereichern. Das deutsche Fernweh bekam einen tarfen Auftrieb. Ihm haben mir hauptsächlich die Berührung Deutschlands mit dem vorderen Orient und dem tieferen Asien zu verdanken. Kulturgeschichtlich wichtig in biefer Zeit ist vor allem der Hofmathematikus und Bibliothekar des Herzogs Friedrichs III. von Holstein-Gottorp Adam 01 e a • r i u 5 (1599—1671). Dieser Mann reifte an den Hof des Zaren Michael Feodorowitfch nach Moskau, wo er die Forderung zu einer Expedition nach Persien erhielt. Nach einer außerordentlich gefahrvollen Wanderschaft durch Rußland gelangte er am 3. August 1637 in die persische Hauptstadt Jspahan. Hier hatte er während eines Aufenthaltes von fünf Monaten durch das Wohlwollen des Schahs Soft Gelebenheit, Land und Leute zu studieren. Das Ergebnis feiner mehr als sechsjährigen Fahrt veröffentlichte er 1647 in feiner sehr anmutigen und interessanten „Beschreibung der neuen Orientalischen Reise", die ihn zu einem der gelegensten Schriftsteller des Jahrhunderts machte.
Wenige Jahrzehnte darauf fetzt eine noch imposantere Persönlichkeit durch ihre Forscherleistung die Welt in Erstaunen: es ist der große Sohn der Stadt Lemgo Engelbert Kämpfer (1651—1716). Auch er mußte seine Arbeit unter fremdem Schutz leisten, weil die politischen Verhältnisse der Heimat dies notwendig machten. Durch einen glücklichen Zufall lernte Kämpfer in Schweden den berühmten deutschen Rechtsgelehrten Samuel P u f e n» darf kennen. Dieser verschaffte ihm die Stelle eines Sekretärs bei einer Gefanbtfchaft, die im Auf- trage des Königs Karl an die Höfe von Moskau und Jspahan reifte. Zu Schiff ging es die Wolga hinab zum Kaspischen Meer in das persische Land. In Persien übte er eine zeitlang die ärztliche Praxis aus und verdiente damit soviel Geld, daß er als Forscher kleine Abstecher auf eigene Kosten Halbinsel Apscheron, berühmt durch ihre Naphthaquellen und Schlammvulkane, von denen er als erster Europäer die ausführlichsten wissenschaftlichen Materialien sammelte.
Nach einem strapazenreichen Zug über die breite Kura, über öde Steppen und fruchtbares Ackerland wurde zuletzt die wilde und schluchtenreiche Hochfläche von Iran erreicht. Tag um Tag maß er Höhen und Tiefen des Landes. Nichts ließ er sich entgehen, vor alleem nicht das genaue Stu- bium der einheimischen Krankheiten, sobaß man mit Recht ihn zu den ersten Tropenärzten rechnen kann. Nach dem Abzug der schwedischen Gesandtschaft trat er als Oberchirurgus in die Dienste 8er holländischostindischen Kompagnie. Im Oktober 1689 betrat er die Insel Java, wo man ihm die Stelle eines Arztes für die Faktorei in Nagasaki anbot. Er griff mit Freuden zu: reizte es ihn doch, das nie betretene Wunderland Japan zu besuchen. Vier Wochen ging die Reise durch Siam, wo Kämpfer ein reiches Material über die Beschaffenheit des Landes, über feine Kultur und Religion sammelte. Endlich — im September 1690 — landete er bei Nagasaki auf dem Boden jenes Landes, das feit etwa hundert Jahren sich von allen Fremden abschlvß, Japan. Die Erforschung Japans wurde die wissenschaftliche Großtat Engelbert Kämpfers. Alle Schriften, die
in Europa bis zum Jahre 1854 (als Japan sich dem Eindringen europäischer Kultur nicht mehr verschloß) erschienen, schöpften zu neun Zehnteln ihre Kenntnisse aus dem Buche, das der Niedersachse Kämpfer über jenes Land geschrieben hatte.
Wenige Jahre darauf nimmt Carsten Niebuhr (1733—1815), der Vater des Historikers, als Geograph an einer vom dänischen König ausgerüsteten Expedition nach Arabien teil. Obgleich von seinen Gefährten einer nach dem andern stirbt, setzt er tatendurstig und entdeckerfreudig die Untersuchung fort, durchstreift sechs Jahre lang Syrien, Palästina, Persien und Arabien, sichtet nach seiner Rückkehr das umfangreiche Material und wertet es in der gro&angelegten „Beschreibung von Arabien" aus. Neben Niebuhr nehmen der Geograph Karl Ritter (1779—1859) und Philipp Franz von Siebold (1796—1866) einen Ehrenplatz in der Erdforschung ein. Siebold nimmt als Schiffsarzt an einer niederländischen Expedition nach Batavia teil und betritt in wichtiger Handelsmissivn auch Japan, das sich damals wieder sehr ftemdenfeind- lich zeigte.
Im neunzehnten Jahrhundert werden alle Unternehmungen zur Erschließung der Erde durch den ehrwürdigen Namen Alexander von Humboldt (1769—1859) überglänzt. Die Weltgeltung Humboldts erstrahlt nach wie vor in unvergänglichem Lichte. Genialität, wissenschaftliche Methodik und rastloser Fleiß verdichten sich in ihm zu einem einmaligen Typus. Aus kleinen Anfängen ringt er sich empor. Nichts überläßt er dem Zufall, alles weiß er sich sinnvoll anzuverwandeln. Stein um Stein fügt er zusammen, bis endlich der Wunderbau feines .Kosmos" entsteht. Wollte man fein Leben und feine Entwicklung anschaulich machen, so könnte es nicht treffenber geschehen als durch die Hebbelschen Worte:
Anfangs ist es ein Punkt, der leise zum Kreise sich öffnet, Aber, wachsend, umfaßt dieser am Ende die Welt ...
1798 ging er mit feinem französischen Freunde Bonpland nach Spanien, wo er sich einer Forschungsreise nach Jbero-Amerika anschloß, die ihn zunächst nach Venezuela führte. Er bestieg den Pik von Teneriffa, stellte die lange strittig gewesene Verbindung des Orinoko mit dem Amazonenstrom fest, bereifte das ganze Gebiet der Kordilleren, machte kartographische Aufnahmen, erforschte Vulkane und erklomm schließlich als erster Europäer den 5761 m hohen Chimborasso. Peru, Lima, Kolumbien, Ekuador und Mexiko wurden feine Hauptforschungsgebiete. 1806 landete Humboldt wieder in Europa, um in Paris die unerhörte Fülle feiner wissenschaftlichen Ergebnisse auszuarbeiten. 1829 rüstete er eine zweite große Expedition aus, um Rußland, den Ural, Sibirien, Turkestan und China seinem Jnteressenkreis einzubeziehen. 1845 erschien das Standard-Werk Humboldts, der ,K o s m o s", der bis 1862 in fünf Bänden vorlag und in fast alle Sprachen Europas übersetzt wurde. Wie bedeutsam Humboldts Weltgeltung ist, kann man rein äußerlich an der Tatsache ablesen, daß beispielsweise die Mineralogen ein Mineral „Humboldlt", die Botaniker eine Pflanzengattung nach ihm benannt haben. Die Geographen haben Humboldts Namen in einer der größten Meeresströmungen des Ozeans verewigt. Mehrere Hochgebirge Asiens, Australiens und Amerikas, off eie Gletscher, Einzelberge, Flüsse, Seen und Siedlungen der Neuen Welt künden seinen Ruhm — von vielen Denkmälern in den Städten der alten und neuen Welt zu schweigen!
Und auch in unseren Tagen ist deutsches Wanoer- tum und deutscher Forschergeist am Werke. Wer denkt dabei nicht an die deutschen Nanga-Parbat- Expeditionen! Wagemut und Erkenntnisdrang strebte im Dienste der Wissenschaft zu Asiens höchsten Gipfeln, um das Unbetretene betretbar zu machen! Und Wilhelm F i l ch n e r ? Seine Bücher über Asien haben unserer Generation durch den kühnen und kühlen Wirklichkeitssinn, der uns allenthalben hier entgegentritt, zu packen gewußt. Neben Sven H e d i n hat keiner den eigentümlichen Geist dieses Kontinents, insbesondere die Rätselhaftigkeit der Seele Tibets zu entschleiern vermocht wie Filchner dies tat. Wagemut, Tatsachensinn und idealistischer Schwung beseelen auch diesen Wanderer und Forscher, Hessen Wirken uns einen tiefen Einblick tun läßt in die Weltzusammenhänge der Völker und Kulturen des Ostens. D. S.
Frauen und Mädchen nicht zugemutet werden, diesen Dienst aus die Dauer unentgeltlich zu leisten. Soweit sie in Wehrmachtslazaretten beschäf- tiat werden, erhalten sie eine Vergütung nach der Dienstordnung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 26. August 1939. Zur Behebung von Zweifeln wird durch einen Erlaß des Reichsministeriums des Innern bestimmt, daß diese Dienstordnung auch der Besoldung der Schwefternhelferinnen und Helferinnen zugrunde zu legen ist, die in zivilen Krankenhäusern eingesetzt werden. Neben freier Wohnung unö Beköstigung werden danach Barbezüge gewährt, die je nach Alter 55 bis 104 RM. monatlich betragen. Die Barbezüge sollen jedoch jeweils 90 v. H. des Betrages nicht übersteigen, den eine auf Arbeitsvertrag :m aleichen Krankenhaus angefteilte voll ausgebildete Krankenschwester erhält. Die. Gebühren sind vom Träger des jeweiligen Krankenhauses zu zahlen. Da gegebenenfalls zu den zu zahlenden Bezügen auch 'Kinderzuschläge treten, ist dasür gesorgt, daß die im Dienst des deutschen Volkes em» gesetzten Schwesternhelferinnen und Helferinnen, des Deutschen Roten Kreuzes überall gleichmäßig und auskömmlich versorgt werden. Gleichzeitig trifft der Erlaß Vorsorge, daß der Einsatz von Schwesternhelferinnen und Helferinnen nur stattsindet, soweit berufstätige Krankenschwestern nicht verfügbar sind.
Eröffnung der Führerschule der Faschistischen DorH
Rom, 3.Jan. (Europapreß.) Der Duce eröffnete das ,Zentrum für die politische Vorbereitung der Jugend", die Führerschule der Faschistischen Partei. Er besichtigte die Räume des 180 Meter langen Marmvrpalastes, der auf dem Gelände des Forum Mussolini für diese Schule errichtet worden ist. Bei der Einweihungsfeier in der Aula hielt der stellvertretende Parteisekretär Mezzasoma eine Ansprache, in der er als das Ziel des Institutes bezeichnete, aus den Reihen der Parteiorganisationen die jungen Menschen auszuwählen, die Eignung ;3ur Führerrolle bewiesen. Das „Zentrum" wolle
eine Schule des Glaubens und der Erfahrung fein. Die Schule strebe das Ziel an, in 8er Jugend die Gaben zu vervielfältigen, die den Italiener Mussolinis auszeichnen müßten: Die arbeitsame und überlegte Disziplin; die Gewöhnung ans Gehorchen, ohne die man nicht das Vorrecht des Befehlens verdiene; die Unbeugfamfeit des Glaubens, der allein Berge versetzen könne; die Notwendigkeit des Opfers als unerläßliche Voraussetzung für jede Eroberung der Dinge durch Aufwärtsentwicklung als Lebensauffassung; die Freude am Kampf als höchstem Ziel der eigenen Existenz.
Italien wird sein autarkes Wirtschaftssystem verteidigen
Rom, 3. Jan. (Europapreß.) Der Direktor des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia", Gayda, befaßt sich mit Ausführungen des „Temps", in 8enen der autarken Wirtschaft der totalitären Staaten die Schuld an der gegenwärtigen Krise sowie an den politischen und wirtschaftlichen Konflikten in der Welt jugefdjrieben wird. Gerade das Gegenteil sei wayr, schreibt Gayda. Gerade Versailles sei die siegreiche und bedrohliche Behauptung der mächtigsten autarken Imperien der Welt gewesen. Denn in Versailles hätten die drei großen Demokratien Frankreich, England und die Vereinigten Staaten unter Ausschließung der lebenswichtigen Interessen der anderen Nationen die natürliche Vervollständigung ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Hegemonie gefunden.
Der „Temps" erhoffe, so schreibt Gayda weiter, eine Besserung Europas vom Kriege der Westmächte und erwarte davon das Ende der autoritären Staatsführungen und deren wirtschaftlicher Autarkie. Der „Temps" breche weiter eine Lanze für die Freiheit des Welthandels. Italien aber sehe die liebel der Welt nicht dort, wo sie der „Temps" zu entdecken scheine. Sicherlich sei es noch zu früh, über den Frieden und seine Form zu sprechen; gewiß aber sei, daß Italien, was immer stch ereignen möge, fein autarkes Wirtschaftssystem
verteidigen und nicht dulden werde, daß diese feine innere Ordnung angetastet werde, die einen wesentlichen Teil seines nationalen Lebens bilde. Die wirtschaftliche Autarkie bedeute für Italien den wichtigsten Sckutzwall gegen die wirtschaftliche und politische Überheblichkeit der anderen Großmächte; sie biete auch die Möglichkeit, der wachsenden Bevölkerung Italiens Arbeit zu geben. Frankreich müsse sich fragen, ob das Ende der italienischen wirtschaftlichen Autarkie nicht notwendigerweise die jetzt schon begründeten italienischen Forderungen steigern konnte hinsichtlich von Gebieten, die zur Bevölkerung und Arbeitsbeschaffung noch offen stünden.
Ein Opfer
des neuen englischen Minenfeldes.
Oslo, 4, Jan. (DNB.) Nach Mitteilungen, die die Zeitung „Dagen" (Bergen) über den Untergang des schwedischen Dampfers „Lars Magnus T r o z e 11 i" erhalten hat, ist das Schiff ein Opfer des neuen englischen Minenfeldes geworden, das in den letzten Tagen längs der Dfttüfte Englands von der Nordspitze Schottlands bis zur Themsemündung gelegt worden war. Das Schift war von Schweden nach einem nordenglischen Hasen
3 Vorteile beim Rasieren:
Wer sich vor dem Einseifen mit Niveo- Creme einreibt, hat drei Vorteile: ersten» ist das Rasieren angenehmer, zweitens wird die Klinge nicht so schnell stumpf und drittens tut man etwas für seine Haut.
Dosen und Tuben.- 22 H. bis 90 Pf.
^euierithoitig—hout
unterwegs. Es war aber über dieses Minenfeld noch nicht unterrichtet. Die Explosion habe sich 20 Seemeilen von Der Küste entfernt ereignet. Diese Position stimme mit der Außen- grenze des Minenfeldes überein, das in feiner ganzen Ausdehnung außerhalb der englischen Territorialgewässer liege.
Oer indische Kongreß beschließt »Widerstand gegen die britische Unterdrückung".
Kabul, 4. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Leitung des Indischen National-Kongresses hat nach einer Meldung Ser Zeitung „Bombay Chronicle" eine Entschließung angenommen, die den Willen des indischen Volkes kundgibt, sich mit den ihm verbliebenen Mitteln der britischen Unterdrückung zu widersetzen. In der Entschließung wird betont, die Vertreter des Kongresses seien sich bewußt, daß Indien nicht ohne beharrliche Anstrengungen seine Unabhängigkeit erreichen werde. Deshalb billige der Kongreß den zivilen Widerstand, der eine der Methoden des Kampfes für die Unabhängigkeit sei.
Aus aller Wett.
Sonderstempel der Reichspost.
Am Tage der Briefmarke, am 7. Januar 1940, wird von der Reichspost in einer Anzahl von Sonderpostämtern dieser Sonderstempel benutzt. Die Stempel zeigen das Bild eines blasenden kursächsischen Postillons bzw. die Danziger 6-Rpf.-Marke über einem Stahlhelm und einem Seitengewehr.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
Folgen des Winters in Dänemark.
Die dänische Luftfahrtgesellschaft hat Anstalten getroffen, um im Auftrage der Regierung eine Reihe isoliert liegender Inseln mit Proviant zu versorgen. Zahlreiche Inseln können bereits heute nicht mehr mit dem Schiff erreicht werden. Auf der Insel Bornholm liegt seit vier Tagen der gesamte Verkehr still. Versuche, mit Schneepfl'ügen die Straßen wenigstens für den Kraftwagenverkehr freizumachen, sind gescheitert. Am Mittwochmorgen wurde von Bornholm neuer Schneefall gemeldet. Auf Seeland, Jütland und Fünen mußte der Eisenbahnverkehr auf einigen Strecken eingestellt werden. Zum Teil mußten Züge freigeschau- felt werden. Schneepflüge befahren ständig die bedrohten Strecken; doch hat man bisher oft mehrstündige Verspätungen nicht verhindern können. Nach vielstündiger angestrengter Arbeit ist es gelungen, einen im Norden der Insel Seeland im Schnee steckengebliebenen Zug der Linie Hillervit —Trisvilde freizubekommen. Die achtzehn Fahrgäste waren gezwungen, die Nacht im Zug zuzu« bringen, da es einer Rettungskolonne nicht möglich war, an den eingeschneiten Zug heranzu- kommen. Man rechnet mit zunehmender Kälte und weiteren Schneefällen.
Zwei Weier Schnee in Norwegen.
West- und Nord-Norwegen, besonders aber die Geaend von Trondheim, sind am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch von so starken Schneefällen heimgesucht worden, wie man sie seit einer Reihe von Jahren nicht mehr erlebt Hai. Der gesamte Kraftwagenverkehr in und um Trondheim ist stillgelegt. Stellenweise sind im Laufe von zwölf Stunden zwei Meter Schnee gefallen. Die Schneeverwehungen waren bis zu fünf Meter hoch. Der Schnellzug von Trondheim nach Oslo hatte am Mittwochmorgen drei Stunden Verspätung. Bei weiterem Aichalten des Schneewetters ist eine völlige Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs mtt


