Dienstag, 3. Dezember MO
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
r. 28b Zweites Blatt
Oie pflanzenwunder rings um Gieß'n
,(£r-
er
quark ist nicht, wie vielfach irrtümlicherweise genommen, nur in der 4. Dersorgungswoche,
an
genommen, nur in der 4. Dersorgungswoche, sondern während des ganzen Dersorgungszettraumes von vier Wochen gültig. Bei einer Zusammenballung des Verbrauchszeitpunktes auf die letzte Der-
Befr.: Theaterring.
Aas technischen Gründen muß in unserem Lheaterplan folgende Aenderung vorgenommen Derben:
Die Arbeitsgemeinschaften „Biologie" und „Ernährung aus dem Walde" des NS.-Lehrerbundes hielten als Abschluß der im Laufe des Jahres durch- geführten Lehrwanderungen am Sonntag eine gemeinsame Versammlung im früheren Forsttnsttmt
Termin gegeben.
Die 7. Veranstaltung im 16er-Rina mit der Operette „Der Vogelhändler" findet nicht am Freitag, fcem 10., sondern am Samstag, dem 11. Januar 1941, statt. 5378V
Die für Samstag, den 7. Dezember 1940, vorge- chene 6. Vorstellung im 16er-Ring mit dem Lust- piel „Dr. med. Hiob Praetorius" findet erst am 1. Dezember statt. Die für diesen Tag festgelegte )per „Madame Butterfly" wird an einem späteren
** Ortsgruppe Gießen-Süd. Am morgigen Mittwoch, 4. Dezember, 20 Uhr, findet in der Aula der Universität ein Generalmitgliederappell der Ortsgruppe Gießen-Süd mit Pg. Vieth (Friedberg) als Redner und anschließener Verpflichtung neueingetretener Pg. und Pgn. statt.
** Der Bezugsabschnitt für Speise-
„33000km Knegöabenteuer in Asien." Ein Vortragsabend im Gießener Boitragsring.
worden ist.
23 o I cf stellte nach einer Pause die geistige Brücke her zwischen jenen Jahren seines Kämpfens und Ringens fern von derHeimat.um die Erdölfelder Rußlands bis zu der Gegenwart unserer Tage, in der wiederum das Erdöl ein weltgeschichtlicher Faktor in der kriegerischen Auseinandersetzung mit England ge-, worden ist. Dabei kennzeichnete er die gewaltige und grundlegende Veränderung der Lage auf beiden Fronten, die auf unserer Seite ihr besonderes und den deutschen Endsieg gewährleistendes Merkmal durch die Festigkeit der deutschen Volksgemeinschaft und den hohen ethischen Wert der Kameradschaft aller deutschen Menschen erhalt. Auf dieser Grundlage, so schloß der Vortragende seine mit großem Beifall aufgenommenen Darlegungen, werde Deutschland den Endsieg gegen England erreichen und damit auch den mohammedanischen Ländern und Völkern zur Befreiung aus der englischen Knechtschaft verhelfen.
aber, wie die Polizei arbeitet, um den Verbrechern das Handwerk zu legen und sie unschädlich zu machen. Was die Gegenpartei jenseits der Volksgemeinschaft betrifft so sieht man dagegen ganz unmißverständlich, daß jemand, der sich mit solchen Leuten einläßt, nicht auf Gnade zu rechnen hat: wer erst einmal so weit den Boden unter sich verloren hat, für den gibt es kein Zurück mehr, sondern nur noch das Zuspät, rühmlosen Tod ober schwere Zuchthausstrafe. Wer es noch nicht wissen sollte, wird ferner baran erinnert, daß in vielen Fällen ein Verbrechen das andere nach sich zieht; in diesem Falle: wie Falschmünzerei und Erpresser- tum nah beieinander wohnen. Auch: wie leicht ein Unbeteiligter, Unschuldiger und Ahnungsloser hin- einfaUen ober, noch schlimmer, in einen gefährlichen Wirbel von Verdacht und Verbrechen hineingerissen werden kann. (Die Leidtragenden sind hier allermeist die sogenannten kleinen Leute.) Und endlich: wenn man einmal in eine peinliche ober zweideutige Situation geraten ist, soll man nicht aus Angst ober Scham schweigen, fonbern sofort Anzeige erstatten. —
Im Vorprogramm läuft eine reichhaltige neue Wochenschau: Erdbeben in Rumänien; an ber italienischen Front in Afrika; ber Führer in Wien, Ciano unb Suner auf dem Obersalzberg, Antonescu und Tuka in Berlin; Besuch beim Arbeitsdienst; der Reichsmarschall an der Kanalküste; Bombenangriff auf Coventry; Kapitänleutnant Kretschmer versenkt einen Handelsdampfer. Hans Thyriot.
Noch ein Tangentialschuß.
Man schreibt uns: Als ich Kleists Geschichte von einem Tangentialschuß (Feuilleton vom Donnerstag, 28. November) las, kam mir lebhaft ein gleiches Ereignis in Erinnerung. Es sind 45 Jahre her, als mein Hoftor heftig auf- unb zugeschlagen wurde und das Mädchen einer befreundeten Familie mich aufgeregt aufforderte, gleich zu kommen, der vierjährige Sohn sei von einem älteren Jungen geschossen worben. Ich fand die Mutter vor einem Sofa kniend, auf dem mit entblößtem Oberkörper der keuchenden Junge saß. Die Knaben hatten einen seit langem verschwundenen Revolver gefunden und damit gespielt. Mitten in der Brust saß die Einschußwunde. Ich sagte: Gevatterin, beruhige dich, es kann nicht schlimm sein, denn wenn das Herz getroffen wäre, lebte er nicht mehr, und wenn die Lunge getroffen wäre, müßte er Blut speien, aber er atmet ja doch kräftig, wenn auch durch Kugelstoß auf der Brust etwas heftiger. — Als der Hausarzt tarn unb den Körper untersuchte, rief er plötzlich: Hier sitzt sie, hier auf dem Schulterblatt. — Tatsächlich fühlte man ganz deutlich dort die Kugel. Nach zwei Tagen wurde sie herausgeschnitten und hinterließ weiter feine unangenehmen Folgen. Der Junge hatte eine ziemliche Fettschicht zwischen Rippen und Haut, und in dieser Schicht war die Kugel im Halbkreis herumgelaufen unb schließlich drin steckengeblieben. Der Schuß war schräg von vorne gekommen und war dadurch in die Leitbahn der Fettschicht geraten. Wäre er stark von vorne gekommen, bann hätte er sicher die Fettschicht und die Rippen durchschlagen. So aber ist bas Geschoß genau, wie es in ber Geschichte von Kleists Tangentialschuß heißt, zwischen Rippe und Haut um den ganzen Leib herumgeglitscht und, da es nicht die Kraft eines Jnfanteriegeschosses, sondern nur eines Revolvers hatte, fterfengeblieben.
F. Schick, Pfarrer i. R., Gießen.
Am gestrigen Montag abend veranstaltete der Gießener Vortragsring — Dolksbildungsstätte Gießen, Goethe-Bund und Kulturelle Vereinigung (früher Kaufmännischer Verein) — in der Großen Aula der Universität einen Vortrag des Kriegsberichterstatters Herbert V o l ck, der über das Thema „3 3 0 00 km Kriegsabenteuer in Asien" sprach.
Der Vortragende stellte in den Vordergrund seiner Darlegungen den schon vor dem Weltkriege 1914/18 und besonders in jenen Jahren geführten Kampf um das Erdöl, bei dem die Oelfelder in Rußland und in Vorderasien von besonderer Bedeutung waren und es auch heute noch sind. In diesem Zusammenhänge kennzeichnete er Englands Raubpläne gegen die russischen und türkischen Oel- gebiete, die es mit allen Mitteln an sich zu bringen versuchte und zum Tell (in Kleinasien) sich auch gestohlen hat. In dieses weltweite Ringen um Die Oelfelder spannte er seine Erlebnisse in den Weltkriegsjahren ein, die er auf seinen geradezu abenteuerlichen Fluchtwegen aus russischer Kriegsgefangenschaft hatte. Er war als deutscher Fliegeroffizier bei einem Flug über Brest-Litowsk abgeschossen worben und in russische Kriegsbefangenschaft geraten. Nach Tomsk, tief in Sibirien, gebracht, nahm von dort aus sein abenteuerliches Leben seinen Anfang. Der Vorttagende schilderte die markantesten Abschnitte dieser Jahre, die ausgefüllt waren mtt Internierung im Kriegsgefangenenlager, abenteuerlicher Flucht durch den sibirischen Winter bis in die Mongolei hinein, erneute Gefangennahme durch Kosaken, neuen Zwangsaufenthalt im Militärgefängnis in Irkutsk, wieder Ausbruch und Flucht bis in den Kaukasus und in die Gebiete am Kaspischen Meer. Von all diesen Ereignissen gab der Vortragende eine Schilderung, die in vielen Stücken wie ein Abenteurerroman größten Fo/mais klang und sich nach den Darlegungen des Redners dennoch in Wirklichkeit ereignet habe. Er erzählte weiter von
frauenführung und der Reichskommissar für Altmaterialoerwertung rufen dich, auf: Gib die Altstoffe deines Haushaltes Deinen ober den Nachbar- finbern mit zur Schule! So kannst du weiterhin im Kleinen mithelfen am Gelingen eines großen Werkes."
Reich sbahnoberiekretär a. O.
H. Schle'.fer t-
Im 68. Lebensjahr verstarb der weit üb'er Ober- Hessen hinaus bekannte Reichsbahnobersekretär a. D. Heinrich Schleifer. Der Verstorbene, der aus Braunfels gebürtig war, diente bei dem „gelben" 7. Badischen Jnf.-Rgt. 142 in Mülhausen im Elsaß und war dann im Elsaß bei der Eisenbahn tätig. Während des Krieges war er am Bahnhof Dietenhofen beschäftigt. 1919 wiesen ihn die Franzosen aus, worauf er an den Gießener Bahnhof kam. Hier baute er den Eisenbahnstreifendienst auf, der nach der Inflation besondere Bedeutung hatte. Mehr als 10 Jahre leitete er diesen Dienst, der rund 400 Kilometer Bahnanlagen zu betreuen hatte, gleichzeitig war er an führender Stelle im Bahnschutz tätig. Schleifer war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der „Bereinigung gelbe Brigade" im Bezirk Wetzlar-Dillenburg, die die Angehöriger der ehern. Regimenter 112/142 umfaßte. Die Technische Nothilfe, ber er als Ausbilder diente, zeichnete ihn mit dem goldenen Nothelferabzeichen aus. Der Reichstreubund und der Kyffhäuserbund, denen er mehr als 40 Jahre angehörte und bei denen er lange Jahre hn Vorstand mitarbeitete, überreichten ihm ihre Ehrenzeichen. Für feine 40jäh- rige Tätigkeit an der Reichsbahn erhielt er außer den Dienftausze'chnungen' auch einen Glückwunsch des Führers und später das goldene Treudienstehrenzeichen verliehen. In seiner Vaterstadt Braunfels brachte Schleifer seine Schulkameraden zu Wiedersehensfeiern zusammen, die 1925 zum „1. Braunfelser Heimattag" führten, dem später ein zweiter folgte.
seiner Tätigkeit bei den Dolksstämmen am Kaspischen Meer und im Kaukasus, die ihn als „den Offizier Hindenburgs im Kaukasus" bezeichneten und sich ihm bei der Organisierung eines Aufstandes der Bergstämme gegen die russische Herrschaft im Jahre 1917 unterstellten. Weiter hob er hervor, daß damals zum großen Gegenspieler des englischen enteiT Dberft Lawrence wurde, der das Ziel
Agenten Oberst .
verfolgte, nicht nur die türkischen Oelfelder um Mossul in englische Hand zu bringen, was chm nach dem deutschen Niederbruch 'ja auch gelang, sondern der sich auch bemühte, die großen Erdölgebiete Rußlands im Kaukasus für England und dessen pluto- kratische Herrscherklique mit Beschlag zu belegen. Wie er (Volck) diesen englischen Machenschaften entgegenwirkte, schilderte der Vortragende ausführlich, und auch hier wieder offenbarte sich ein Ablauf der Ereignisse, der geradezu romanhaft abenteuerlich aussah, in seinem Abschluß durch den deutschen Zusammenbruch aber zu einer großen Tragödie ge«
ab. ... ,
Der Leiter vieler Wanderungen, Umverjitats« Professor Dr. Funk, gab noch einmal einen Überblick über die (grgebmffe dieser Wanderungen, die durch Feld und Wald rings um die Stadt geführt haben unb das Augenmerk auf manches Pflanzenwunder richteten. Diese Wanderungen erfolgten nach drei großen Gesichtspunkten, im Frühzahr wurden die Teilnehmer auf die kleinen, vornehmlich den Boden bedeckenden Pflanzen aufmerksam gemacht, die als Ersatz für Gemüse dienten, die sog. Wildgemüse; im Sommer galten die Wanderungen den größeren Pflanzen, deren Blätter als Tee-Ersatz Verwendung finden, und dabei wurden auch viele Mißbildungen und Krankheiten der Pflanzen aufgespürt; im Herbst dienten die Wanderungen der Vermittlung der Kenntnisse über die Beeren und die Pilze, wobei auch Mißbildungen, Giftpflanzen und giftige Pilze einer Bettachtung unterzogen wurden. Der praktische Gewinn dieser Wanderungen kam in dem erzieherischen Moment, in der Anleitung zur rechten Betrachtung der Natur zum Ausdruck, die für die Teilnehmer ein bleibender Wert ist.
An Hand zahlreicher bunter Pflanzenbilder erläuterte der Vorttagende dann noch einmal den größten Teil der bei den Wanderungen angetroffenen Pflanzen, um den Zuhörern das Aussehen, den Habitus, vor Augen zu führen und sie noch einmal auf den Verwendungszweck hinzuweisen. Dabei machte er vor allem darauf aufmerksam, daß die Blätter der Wildgemüse bei ihrem ersten Erscheinen, noch bevor die Pflanze Blüten aufweist, abgepflückt werden müssen, weil dann die Blätter noch eiweißreich sind- Bei der Vorführung der als Wild»- gemüse geeigneten Pftanzen machte der Vorttagende besonders auf die Brennessel aufmerksam, die in • viel größerem Umfange gesammelt werden müsse. Im Anschluß an diese Ausführungen zeigte Professor Funk noch mehrere Lichtbilder, aus denen die Standorte verschiedener Pflanzen ersichtlich wurden.
Nach dem Vortrag fand eine Führung durch einen Teil der Sammlungen des Instituts statt, die einen Einblick in die reichhaltigen Schätze der Pflanzensammlung ermöglichte. Wie Professor Funk hervorhob, besitzt das Institut so reichhaltige Sammlungen wie kein anderes im Reiche. Zum Abschluß machte er auf seine neuen wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiete der Lichtbleichungen bet den Pflanzen aufmerksam. Bei der Fülle der ausgelegten Pflanzen, unter denen die Sammlung über die Rassen der Pflanzen und die verschiedenarttgsten Gewächse in fremden Regionen zu seben waren, blieb eindringlich der Eindruck von der Wunderwelt im Pflanzenreich haften.
Giehen-Klein-Linden.
Der Geflügelzüchterverein Klein-Linden hielt am Samstagabend in der Wirtschaft von Rathenow eine Mitgliederversammlung ab, in der einleitend Der Vereinsschriftführer einen Bericht über die Versammlung der Kreisfachgruppe in Gießen gab. Die lokale Ausstellung, die als Werbegeflügelschau nahezu 100 Tiere zeigen wird, soll am 4. und 5. Januar 1941 im Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" abgehalten werden. Die Kreisausstellung, die am 11. und 12. Januar 1941 in Großen-Linden stattfindet, wird von dem hiesigen Verein stark be- , schickt werden.
Stadtthealer Gießen.
Am heutigen Dienstag wird Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe" wiederholt. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 12. Freitag-Miete.
Ortszeit für den 4. Dezember.
Sonnenaufgang 9.18 Uhr, Sonnenuntergang 17.12 Uhr. — Mondaufgang 12.53 Uhr, Monduntergang 22.58 Uhr.
Altstoff ist Rohstoff.
Der Reichskommissar für Altmaterialverwertung und die Reichsfrauenführung erlassen folgenden Aufruf: „Die weitere Durchführung des Vierjahresplanes erfordert die Mitarbeit des ganzen Volkes. Auch dich, deutsche Hausfrau, rufen wir zur Mitarbeit auf. Du kannst dein Scherflein in besonderem Maße beitragen, wenn du Darauf achtest, daß die in Deinem Haushalt anfallenden Altstoffe nicht verlorengehen. Insbesondere Knochen, Altpapier und Lumpen Dürfen nicht vernichtet, sondern müssen Der deutschen Rohstosswirtschaft wieder zugeführt werden. Die Schulsammlung gibt Dir dazu Die Möglichkeit. Jedes deutsche Schulkind ist verpflichtet, die Altstoffe des Haushaltes, insbesondere Knochen, Altpapier und Lumpen' jeDer Art (nicht aber Rasierklingen, Glasscherben, Konservendosen und Blechgefäße, Die nach wie vor in Den Mülleimer gehören) in Die Schulvorsammelstelle mitzunehmen. JeDes Deutsche Schulkind ist bereit, in Erfüllung des KriegsDienstes bei Dieser Aufgabe zu helfen. An Dir, deutsche Hausftau, liegt es, den Kindern die in deinem Haushalt anfallenden Altstoffe mitzugeben! Denke daran, daß seit langem viele Millionen Kinder sammeln. Diele Wenig ergeben ein Diel! Die alten Zeitungen, Tüten und Schachteln, die Knochen oder Die Stoffreste, Die an sich wertlos für Dich finD, werDen Durch Die Sammlung zu einem wertvollen Beitrag auch zum neuen Vierjahresplan. Deutsche Hausfrau! Die Reichs-
Hermann Pfeiffers Inszenierung wirD von einer sorgfältig ausgewählten unD verteilten Besetzung äußerst eindrucksvoll unterstützt: Rudolf Ferna u, unvergeßlich aus dem Film „Im Namen des Volkes", steht hier nicht so ausschließlich im Vordergrund wie damals, aber als Chef und Organisator der Bande ist er auch hier der gerissenste, gefährlichste, in der Wahl seiner Mittel ebenso intelligent rote hemmungslos operierende Gegner der Polizei: hinter sicherem Auftreten und scheinbar verbindlichen Formen verschleiern sich brutale Drohung und rücksichtslose Geroaltanroendung. Kirsten H e i b e r g : die schöne, junge, elegante Dame als Lockvogel. Hermann Speelmans und Oscar Sabo geben scharf umrissen zwei erpresserische Helfershelfer. Hermann Brix, vom begabten Nachwuchs, spielt, sehr überzeugend in seiner Bedrängnis und Angst, einen jungen Menschen, der den Verbrechern fast in Die Schlinge geht; unter Den mehr oDer minder getroffenen Opfern Der BanDe heben sich in wechselnDer Schattierung Die Gestalten von Theodor Loos, Jacob T i e D 11 e , Leo Meutert und Karin HimbolDt hervor. Auf Seiten Der sehr systematisch vorgehenden Polizei: Axel Monjö uvd Max Gülstorfs.
Zeitschriften.
— „Freude am Leben", Bilderzettschrift Des Reichsbundes für Biologie, Herausgeber Dr. Walter ©reite, Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichten- felde. — Das Dezemberheft der schönen und vielseitigen Zeitschrift für Naturfreunde wird eingeleitet von einem volkskundlichen Beittage, der mit interessanten Ausnahmen illustriert ist. Der Alpen- schriftsteller Walther Flaig schildert hier „Volk und Gebirge über drei Ländern", die Menschen der Silvretta, chre rassischen, völkischen und sprachlichen Bindungen im altgermanischen Lebensraum. — Ins Paläophytikum führt ein Aufsatz von Universitäts- Dozent Dr. Elise Hofmann, die an Hand einer Bildfolge von mikroskopischen Natururkunden das Pflanzenleben im Altertum unserer Erde vor Jahrmillionen beschreibt. Einen sehr reizvollen Beittag liefert, ebenfalls mit Naturaufnahmen, auf Grund eigener Beobachtungen, der Aufsatz „Am Uhuhorst im Hochgebirge" von Professor Dr. Trotz. — Ein natur- philosophisches Thema erörtert ein kritischer lieber- blick „Der Streit um den Kausalbegriff von Dr. Erich Schneider, angeregt von A. Mittaschs neuem Werk über Julius Robert Mayers Kausalbegriff.
— Das Weihnachtsheft Der „neuen (t n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) gedenkt zuerst unserer Soldaten. Wir fühlen mit ihnen in ihren Gedichten und in ihrem großen Gespräch über Heimat-Urlaub. — Weihnachten, Dem Deutschen Fest, ^werden Bilder, die den Aufsatz „Eine Eroberung des Win- ters" begleiten, gerecht. Dem deutschen Drang in die Ferne verleiht ein ausgezeichneter Aufsatz von Martin Kessel beredten Ausdruck. — Eine Arbeit des Wiener Kunsthistorikers Josef Sttzygowski — unter Beigabe von 4 wirkungsvollen Farbtafeln der frühen Böhmischen Tafelmalerei — gehört ferner zu den Weihnachtsfreuden, die uns das Heft beschert. Schöne Abbildungen über deutsches Kunst- hcmdwerk, die traditionelle „Geistige Ernte", in der bekannte deutsche Schriftsteller ihre stärksten Buch-- eindrücke des Jahres schildern, eine Novelle von Georg von der Bring mit farbigen Illustrationen, ein fesselnder Aufsatz vom Sinn der Aehnlichkett — wir sehen Kinderbilder Der Eltern gegenüber- gestellt Den Bildern der eigenen Kinder (im gleichen Alter) — und endlich die interessante und vielseitige Mode-Beilage machen Das Heft zu einem Mittler echter Weihnachtsvorfreude.
ft. b. F.-Sportamt.
Dienstags, von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr: Schwimmen. Volksbad.
Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Körperschule und Spiele für Männer und Frauen, Goetheschule (neben Hotel Schütz).
BornoNzen
lageskalender für Dienstag.
Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Kabale und Liebe". - Gloria-Palast (Seltersweg): „Das Herz der Königin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstr.): „Falschmünzer". — Oberhessis her Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Uhr Ausstellung m Foyer des Stadttheaters.
Aus der Stadt Gießen.
Stille Vorbereitungen...
Ueberraschungen müssen heimlich Dorbereitet wer- ;en, wenn sie gelingen sollen. Deshalb wird mtt cöhter Behutsamkeit vorgegangen, jo daß jetzt in llen Häpsern eine besondere Atmosphäre herrscht, die Familienmitglieder haben mit stillen Dorberei- ungen zu tun, und jeder trachtet danach, bei seinen iorbereitungen möglichst unbeobachtet zu bleiben.
Wenn der Vater beispielsweise in Der Abend- unkelheit von Der Arbeit nach Hause kommt. Dann harrt er vor Der Haustür mit Den Stiefeln be- onDers laut, manchmal räuspert er sich auch mal räftig. Diese Geräusche können nicht schaben, sie leiben bereits Den Ankommenden und alarmieren uf diese Weise Die Familienmitglieder in der Stube, later weiß es natürlich nicht positiv, aber es könnte L>ch sein, daß sie da drinnen mit Weihnachsarbeiten eschästigt sind. Es ist in der Tat so, daß sich seine euffäUigen Geräusche als nützlich erweisen. Die lochter stürmt jedenfalls spornstreichs aus ber fctube, um chre Weihnachtsüberraschung für ben toter in Sicherheit zu bringen. Es ist zwar nur (ine kleine Häkelarbeit, aber ber Vater wirb sich scher freuen, wenn er sie auf bem Gabentisch findet.
Nach bem Abenbessen holt sich ber Pater bie Puppenstube ber kleinsten Tochter hervor, bie seit iir^er Zeit auf geheimnisvolle Weise aus ber Spiel- cke verschwunben ist. Vater tapeziert mit großer Angabe jebes einzelne Zimmer. Wenn er bamit ?rtig ist, will er auch noch einige kleine Möbelstücke erstellen. Aber bannt ist Vaters Pensum noch nicht rlebigt. Er will auch noch einen Werkzeugkasten ir ben kleinen Sohn basteln. Wenn bloß bie Zeit icht so rasch verfliegen würbe. Währenb ber Vater ollauf beschäftigt ist, sitzt bie Mutter baneben unb rbeitet eifrig an Weihnachtsüberraschungen für ie Kinder. Und was ber Vater von ihr erhält, ist uch noch nicht fertig, aber baran kann sie nur achmittags arbeiten, wenn bie Lüft rein ist.
Ob bie Luft rein ist, hat jetzt in allen Familien roße Bebeutung. Nicht nur bort, wo Kinber stecken, uch bie Erwachsenen finb barauf bedacht, vorsichtig n operieren. Denn bas Geheimnis muß unter allen Imstänben gewahrt bleiben, währenb man sich nderseits auch von Fall zu Fall mit ben übrigen 'amilienmitgliebern beraten möchte. So kommt eine Kimmung zustcmbe, bie so reizvoll ist, baß uns iretwegen allein bie Abventswochen als besonders eimelig erscheinen. H. W. Sch.
üS'GMinWsl M Kraft vuMreM
„Falschmünzer."
Ein Terra-Film im Lichtspielhaus.
Mit diesem neuen Kriminalfilm setzt die Terra ungefähr Die Linie fort, die mit der „Mordsache Holm" und „Im Namen des Volkes" begonnen ourbe: man bemüht sich mit Erfolg, einer seit ben frühen Anfängen bes Fllms überaus beliebten Gattung eine grunbsätzlich neue Form zu geben, die unserer Zeit, ihren Auffassungen und ihren Einsichten in das Wesen eines Kriminalsalles entspricht; bas heißt: der Fall als solcher ist nicht Selbstzweck — was filmisch konsequent zum Kriminalreißer, in extremer Weiterentwicklung zur Glorifizierung des Verbrechers führen mußte — ftndern Beispiel im Sinne ber Polksaufklärung, Warnung unb Abschreckung. Der Fall wirb also krunbsätzlich nicht von Der Position bes Verbrechers cus betrachtet, sondern vorn Stanbpunkt ber Volksgemeinschaft unb bes Staates aus: biefer grunb= legenden Auffassung entspricht es wiederum, bah ttan keine wilben, mehr ober minder unwahrscheinlichen Phantasieprobukte verfilmt, sonbern einen nüchternen Tatdestanb zugrunde legt, wie er fch in Kriminalakten ausgezeichnet findet. Nach sollen Akten wurde Das Drehbuch von Per Schwenken und Walter Maisch geschrieben; Der Spielleiter Hermann Pfeiffer hat wieder einmal erwiesen, was man bei den Vorläufern dieses Films tareits beobachten konnte, daß der neue Kriminal- , flmftil keineswegs auf die außerordenllichen Span- rungsmomente zu verzichten braucht, die von leher timen Hauptanziehungspunkt in Stücken solcher Art lildeten. Diesmal handelt es sich um die höchst gemeingefährliche Derbrecherspezialität der Falschmünzer. Es kann hier gar nicht darauf ankommen, icn Gang der Handlung au skizzieren. Das mag sich her Besucher, Dem nichts ^von seinem wohlerworbe- ren Anspruch auf Spannung genommen werden ! stll, selber ansehen und habet sein Kombination^ iilent und seinen kritischen Blick prüfen, wozu sich mehrfach Gelegenheit bietet
*
Der Hervorhebung in diesem Bericht bedürfen legegen, wie uns scheint, etliche andere Gesichts- puntte. Zunächst und zur Beruhigung angstticher ' Gemüter: man sieht nicht, „wie es gemacht wird, cllso „abzugucken" gibt es hier nichts. Man steht


