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der Anteilnahme am heimatlichen und völkischen

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bloßen Unterricht in den verschiedenen Fächern be-

öer] des

Ziel der Mittelschule erreichen können, und es be­stehen Vorkehrungen für den Uebertritt ans Volks-

Zuge ist

Vom neuen Schuljahr ob wird in allen Schulen

Neue Richtlinien für Volks- uni> Mittelschulen

arbeit).

Die Richtlinien treffen dafür Sorge, daß begabte Volksschüler noch nach dem 6. Dolksschuljahr durch Aufbau klassen^ in vier weiteren Jahren das

gedrungen sind und die mit den Forderungen des Lebens nichts zu tun haben, aus den Lehrpläneü ausgeschieden. Manches Reue, wie zum Bei­spiel E r >o l e h r e, wurde dafür ausgenommen. Im übrigen sind die Lehrpläne e l a st i s ch und ge­statten die individuelle Berücksichtigung der Bedürf-

Keine Kriegssinanzierung durch Geldentwertung

Reichsminister Funk vor dem Beirat der Reichsbank.

schränken, sondern ihre nationalsozialiiti- sche Erziehungsaufgabe (weltanschaulich, wehrgeistig, wehrpolitisch) tritt stärker hervor. Die Erziehung vom Leibe her" (durch Tur- .......i anderen Fächern.

Im übrigen sind alle Dildungsstoffe, die auf Grund überwundener Vorstellungen in die Volksschule ein­

freigesetzte Kaufkraft muß für die Kriegs­finanzierung methodisch eingefangen werden. Dies geschieht bei uns durch Steuern einerseits und durch Sparen anderseits. Denn auch das Sparkapital wird der Kriegsfinanzierung nutzbar gemacht. Die Kunst der Kriegssinanzierung besteht nun darin, trotz starker Erhöhung der Steuern die Sparkrast des Volkes zu erhalten. Mit finanztechnischen Methoden kommt man diesen Pro­blemen nicht bei. Wir lehnen es ab, den Kriea mit Preis- und Lohnsteigerungen, also mit einer offenen Geldentwertung, aber auch mit einer Kreditauswei­tung ohne gesicherte Produktionsausweitung und ohne Erhöhung der Produktivität der Wirtschaft, also durch eine versteckte Geldentwertung zu finan­zieren. Im Kriege ist es notwendiger denn je, den Leistungswillen und die Leistungen f e Ib ft auf allen Gebieten zu steigern. Hier­auf hat auch die Steuerpolitik Rücksicht zu nehmen.

Insbesondere wies Reichsminister Funk noch auf Das Problem hin, das durch die beschleunigte Auf- zehrung der Vorräte ohne die Möglichkeit alsbal­digen Ersatzes in steuerlicher Hinsicht entsteht. Würde man diese als Gewinne in den Bilanzen in Erscheinung tretenden Summen wegsteuern, so

beide wahrlich nicht fehlen lassen. Aber sie sind in Paris und London nur auf kalten Hohn, Ueder- heblichkeit und Argwohn gestoßen. Alle ins Einzelne gehenden praktischen Pläne zur endgültigen Ve- ft-iedung der Völker, die der Führer unter Verzicht auf manchen Rechtsanspruch ausgearbeitet und vor- gelegt hatte, haben als einzige Antwort nur eine neue Verschwörung der westlichen Plutokratien OTen Leben und Sicherheit des Reiches gefunden Man wollte keine Verständigung, man wollte den Kampf. Run,sie werden den Kampf bekommen , die ihn verblendet und wahnwitzig heraufbeschworen haben. Deutschlands scharfes Schwert wird den Kriegs­treibern in England und Frankreich ein l^chsvores Erwachen aus ihren perfiden Vernichtungstraumen bereiten. Dr. Fr. W. Lange.

Berlin, 4. Febr. (DRV.) Dom Reichs- [ erziehungsministerium sind soeben neue Bestim- mungen für Erziehung und Unterricht in D o l k s -1 schulen und Mittelschulen herausgebracht worden. Damit ist ein gewisser Abschluß geschaf­fen für die nationalsozialistische Neuordnung des gesamten Schulwesens, die seit einigen Jahren im

spräche und kann in den oberen vier Klassen wahl­frei noch eine zweite Fremdsprache lernen. In allen Fächern der Mittelschule rücken die Richt- linien von der systematisierenden Behandlung der Fächer ab zugunsten einer lebensnahen und prak­tischen Ausrichtung. Demgemäß werden neben den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern tech­nisch-merkliche Fächer stark betont (Werk­unterricht, Gartenbau, Kurzschrift, Maschinenschrei, den und bei den Mädchen Hauswerk und Hand­

nisse von Stadt und Land, von Jungen- und Mäd­chenschulen. Sie betonen die Forderungen der | stehen Vorkehrungen für Den uebertnt Schul- und Klaffengemeinfchaft und I und Mittelschule in die Höhere Schule.

B e rl i n, 2. Febr. (DNB.) Der vom Präsidenten der Deutschen Reichsbank, Reichswirtschaftsminister Funk, im Sommer vorigen Jahres berufene Beirat der Deutschen Reichsbank trat zu seiner ersten Vollsitzung zusammen. Für die Reichsbank, als der für das Geld- und Währungs­wesen verantwortlichen Stelle, ständen so erklärte Reichsminifter Funk heute zwei Probleme im Vordergrund: Das der Kriegsfinanzieruna und des Außenhandels. Es komme darauf an, zur Deckung der zusätzlichen Staatsausgaben im Kriege aus dem Volkseinkommen einen erheblichen Anteil dem zivilen Bedarf und der Erfatzinveftition zu entziehen, und diesen Anteil der Produktion von kriegsnotwendigen Gütern zuzu- fuhren. Durch die Rationierung aller lebensnotwen- digenGüter, die Kontingentierung der Rohstoffe, Lenkung des Arbeitseinsatzes, des Kredit- und Kapi- talstromes und des Außenbandeis von der kriegs­unwichtigen Produktion auf die kriegswichtige Pro­duktion und schließlich sogar durch Herstellungs- verböte wird diese Umstellung in der Verwendung des Volkseinkommens erreicht. Die durch die Ratio- nieruna und durch die starken Beschränkunaen in der Herstellung und Verwendung von Konsumgütern

dem Welt zu sein.

Gerade das Wissen um das Schicksal, das uns von unseren Feinden zugedacht ist, wenn wir in diesem uns aufgezwungenen Kampf versagen, gibt uns die Kraft, mit aller Entschlossenheit, der wir fähig sind, diesen Kamps aufzunehmen und durch- gufechten. Wir wissen, daß es dabei um eine welt­geschichtliche Entscheidung geht, um eine wahrhaft neue Lebensordnung unter den Völkern, die durch gerechte Verteilung der Güter dieser Erde einen auerchaften Frieden verbürgt. Aber er kann nicht errungen werden ohne die Sicherheit gegen jede Wiederkehr jener schmachvollen Frohn, in der uns und die andern jungen aufftrebenben Völker die internationale Plutokratie, für deren Interessen England und Frankreich zu Felde gezogen sind, ge­halten haben.Die heutige Generatton trägt Deutschlands Zukunft." Wir wissen es aus dem Munde des Führers und sind stolz darauf. Wir find vom Schicksal besttmmt, diesen Selbstbehaup- tungskampf unseres Volkes, der feine politische und sittliche Rechtfertigung in dem Lebensanspruch eines zu höchsten Kulturleistungen befähigten 80-Millio- nen-Volkes findet, durchzustehen bis zum Endsieg unserer guten Sache. Kein Kompromiß, keineZwi- schenlösung", die nur ein Vertagen der geschichtlich notwendigen Auseinandersetzung zwischen einer zum Leben drängenden jun'gen Welt mit neuen, zukunfts­trächtigen Idealen und den alten reaktionären

Mächten ausbeuterischen Schmarotzertums bedeuten würde. Zu einer Verständigung war zwanzig lange Jahre hindurch Zeit gewesen, nachdem das Versailler Diktat die vorgeblichen Hindernisse einer Verständigung beseitigt hatte und die Gründung der Genfer Liga eine neue Aera der Gerechtigkeit und des Friedens eröffnen sollte. Aber für den un­ersättlichen, voll Argwohn und Mißtrauen auf seinen zusammengeraubten Schätzen thronenden Imperialismus der wefttichen Plutokratten gab es weder eine Verständigung mit dem demokratischen, ausae plünderten und machtlos am)en liegenden Deutschland, noch mit dem andern Deutschland, dem durch Die nationalsozialistische Idee geeinten und aus eigener Kraft zu neuer gewaltiger Macht wie- der emporgestiegenen. An Versuchen dazu haben es

steckt, in dem unerschütterlichen Glauben an eine Zukunft unseres Volkes und in dem unbeugsamen Willen zum Sieg, der zu allem entschlossen ist und die klare und endgültige Durchsetzung unteres Rech- tes bringen wird, ohne die es keine Verständigung neben kann. Das ist die Voraussetzung für jene neue Ordnung Europas, für die wir kämpfen. Und in diesem Kampf fühlen wir uns eng verbunden mit allen jenen jungen Völkern, denen die imperiali­stischen Plutokratien ihren nach Dolkskraft und Lei­stung wohlbegründeten Anspruch auf ausreichenden Lebensraum und Anteilnahme an der Erschließung der großen Rohstoffquellen der Erde vorenthalten ha­ben. Länger als Drei Jahrhunderte haben wir wie die Italiener für die Außenpolitik Der Westmächte Den Prügeljungen machen unD hat unser Land für ihre Kriege Den Schauplatz abgeben müssen. Nun ist unter der genialen Führung eines Adolf Hitler das durch den Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk zu einer Weltmacht geworden, die nicht länger ge­willt ist, sich um ihr Lebensrecht betrügen zu lassen. Eine junge, selbstbewußte, arbeitsame Nation steht im Kampf gegen Die reaktionären Mächte satter Be­harrung, Die auf Lug und Trua ihre Weltherrschaft errichtet und sie zur brutalen Ausbeutung fremder Völker mißbraucht haben. Die Erkenntnis Der Ver- logenheit dieses plutokratischen Weltherrschaftsan­spruchs bricht sich auch jenseits Der deutschen Gren­zen Bahn. Man beginnt auch dort Die Scheinheilia- feit Der Phraseologie eines Chamberlain zu durch­schauen trotz aller Propagandakünste, mit denen Die frommen Briten den neutralen Völkern als Äriegsziel ihres Kreuzzuges gegen Das national- sozialistische Deutschland ein neues Europa des Frie­dens und Der Gerechtigkeit vorgaukeln möchten. Ihre

Geschehen. w ,

Die Mittelschule dientim Rahmen Des für alle Deutschen Schulen verbinDlichen Er- ziehungszieles ... den Erziehungs- und Berufs- beDürfiriffen jener Dolkskreife, in Deren Berufs- 1 arbeit sich Kopf- und Handarbeit vereinigen, und «Die im Stande find, leitende Gedanken schnell und sicher aufzufassen und fach- und sinngemäß auszu- des großdeutschen Reiches zum ersten Male in der , führen". Dieses Bildungsziel greift also weiter deutschen Geschichte nach Reichsgrundsätzen als die Volksschule. Der Mittelschüler geht Dafür erzogen und unterrichtet. Die Volksschule Darf sich auch zwei Jahre lönger zur Schule als der nach Den neuen Richtlinien nicht mehr auf den > Volksschüler. Er lernt E n g l i s ch als Pfllchtfremd-

sranzösischen Verbündeten waren unvorsichtig ge­nug, zu verraten, wie dies neue Europa aussehen soll. Sie kämpfen für die Schatten einer Vergangen­heit, in Der Die Raubideale eines Ludwia XIV. sich

'' lelzen mit Dem Größenwahn Der Generation Weltkrieges, Die in einem zweiten Krieg das

nachholen will, was sie in Versailles versäumt zu uum .

haben glaubt, um Deutschland wieder zu dem zu ncn unb Sport) steht über allen

machen, als was es ernst der Drelßigiahrige Krieg kJ. W. -----n-

hinterlassen hatte: einen geographischen Begriff, der für die Wiederherstellung der französischen Hege­monie über Den europäischen Kontinent kein Hemm­nis mehr beDeutet. UnD Die britische Plutokratie glaubt damit Den lästigen wirtschaftlichen Kontur- renten, dessen Intelligenz, Tüchtigkeit, Fleiß und Arbeitstempo das eigene Geldverdienen mühsamer und beschwerlicher machte, ebenso wie das nicht minder unbequeme Vorbild einer wahrhaft sozia­listischen Staats- und Volksgemeinschaft für immer beseitigen zu können, indem man Die Deutschen wie­der in Das Helotendasein herabdrückt, Das sie jahr­hundertelang geführt haben, gut genug, alsVolk Der Dichter und Denker" Der Kulturdünger der an-

mürbe man Substanz wegsteuern. Unter* Wirtschaft braucht Reserven, um unter den schwierigen Kriegsverhältnissen durchhalten und die nach Kriegsende notwendig werdende Wiederaus- füllung Der Vorräte aus eigenen Mitteln oder mit Hilfe Der Banken vornehmen zu können, weshalb auch grade Die Banken liquide gehalten werden müssen. Für Die Kriegsfinanzierung komme es Darauf an, Die sogenanntentoten Kassen" in einer volkswirtschaftlich und finanzpolitisch rich­tigen Form für Die Mehrausgaben Des Staates lebendig zu machen. Aber auf jeden Fall fei eine Illiquidisierung Der Wirtschaft hierbei zu vermei- Den. ,

Hinsichtlich Des Außenhandels betonte Reichsminifter Funk, daß heute Die Rohstoffe in ganz Europa vor GolD unD Devisen bevorzugt würden, Daß aber Die fein ft e Devise heute Die deutsche Qualitätsarbeit fei. Diese Devise müssen wir allerdings zunächst dazu ver- wenden, um unsere Feinde mit dieser überlegenen Waffe zu besiegen. Nach siegreicher Beendigung Des Krieges werde Die deutsche Qualitätsarbeit in ganz anderer Werse als früher in Der Lage sein, Die Stellung Der deutschen Wirtschaft in Der Welt und -Die Wohlfahrt des deutschen Volkes zu sichern.

Oie Nalkanbund-Konferenz.

Belgrad, 3. Febr. (Europapreß.) Die ersten Beratungen der Außenminister des Balkanbundes fanden im Belgrader Außenministerium unter Vor­sitz des rumänischen Außenministers Gafencu statt. Die vier Minister prüften Die Möglichkeiten, Den Frieden in Süd Osteuropa zu sichern und be­handelten Die Beziehungen Der Balkandund-Staa­ten zu den Großmächten. In Konferenzkreisen heißt es, daß Die Minister Die außerordentlich guten Be­ziehungen ihrer Staaten zu Italien feststellten. Hin­sichtlich Der kriegführenden Großmächte sei feftge- stellt worden, daß alle vier Balkanstaaten chre bis­herige Politik, Die als eine Gewähr für Die Er­haltung Des Friedens auf dem Balkan betrachtet werde, fortsetzen wollen.

Die jugoslawische Presse deutet nach wie vor Die Balkanbund-Konferenz als eine Kundgebung der Solidarität der vier Dalkanbund-Staaten und Der festen Entschlossenheit der Balkanvölker, hn gegen- ro tintigen europäisch en Konflikt den Frieden zu be­wahren.

Russische Angriffe in Rordfinntand

Helsinki, 2. Febr. (DNB.) Aus Nordfinnland wird von einem russischen Luftangriff auf R o v a n i e m i berichtet, bei dem trotz Abwehr durch Flak und Jagdflugzeuge schwerer Scha- Den angerichtet wurde. Infolge starker russischer Angriffe ist Die Nordfront bei Petsamo, Höyhen- järvi und Salla wieder in Bewegung geraten. Auch nordöstlich des Ladogasees haben erneut schwere russische Angriffe eingesetzt. Nach finnischen Berichten haben die Russen am 1. Februar zwei Flugzeuge eingebüßt. Auch im Abschnitt Summa hat eine heftige Offensive der russischen Truppen begonnen. Nach sechsstündiger Artillerievorbereitung ging die russische Infanterie zum Angriff über. Dabei wurden von Den Russen starke Panzer- s ch u tz s ch i l d e, eine völlig neue Schußwaffe, mit- geführt. Diese Schilde waren auf zwei Meter breite und Drei Meter lange Schlitten montiert, die von Kampfwagen im Schutze von Einnebelung vor- geschoben wurden. Starke Fliegerabteilungen unter­stützten Die angreifenDen Truppen. Die Kämpfe Dauern an.

Oer Reichsproiekior.

P r a g, 2. Febr. (Europapreß.) Die tschechische Presse würdiat anläßlich Des 67. Geburtstages Des Reichsprotektors Frei Herrn von Neu­rath besonders seine Tättgkeit als Wahrer Der Reichsinteressen im Protektorat, wobei die Blätter auf das große Vertrauen Hinweisen, Das die

Oie alle Tana.

Von Water Kruppa.

Am Abend Des Tages, an dem sie die alte Tana begruben, gingen der Pfarrer und der Vikar im Gespräch unter dem dichten Lauddach der Linden Des Walles und suchten nach einer Formel für Das abgerissene, seltsame Leben dieser alten, einsamen Frau. Abschließend sagte der Pfarrer, als die Män­ner einhielten, um sich voneinander zu verabschie­den:Sich selbst zu verlieren, ist ein unbesckreib- liches Unglück. Aber wer kann am Rande (eines Lebens sagen, er habe sich schon gefunden? Wie- viele Mauern richten wir uns auf, die uns von un­seren guten Nachbarn trennen! Und immer ist unser Blick rückwärts gewandt, immer wird alte Schuld neu erörtert und neu in Rechnung gestellt, immer wieder wird alles nach Den Standpunkten von gestern gewertet. Jeder kennt fein Unrecht, jeder sollte versuchen es gutzumachen und alles wäre gut. Vielleicht fänden wir dann die Stärke: unse­ren Brüdern siebenmal siebenzigmal vergeben zu können."

Das Häuschen der alten Tana stand au Füßen des Walles im Schatten des großen Michelturmes, klein und geduckt, mit müdem, geneigtem Giebel. Die alte Tana hielt es blank, Denn niemand sollte ihr nachreden können. Sie lebte rechtschaffen von ihrer Rente, und alle Umstände waren wohl dazu angetan, ihr einen friedevollen und zufriedenen Lebensabend zu gewähren.

Doch die alte Tana, die ein Leben hinter sich hatte, das reich war an Sorgen und Mühen, stellte sich auf die Schattenseite des Schicksals und war ihm gram. Sie hatte ein kühles Herz, Das nur die Leidenschaft Des Zornes kannte, aber diese In so großem Maße, daß es schien, als sei dieser Zorn, für den es kein Vergessen gab, das Feuer, das ihre Seele wärmte. Es lebten viele Kinder von ihr im Lande verstreut, besuchten sie bann und wann für eine kurze Zeit, und waren froh, wenn sie heim» kehren durften.

Die alte Tana, gewiß ehrsam und unbescholten, wachte argwöhnisch über ihre Ehre die, weil sie wie ein kostbares Kleid an allen Tagen und offensichtlich von ihr getragen wurde, ohne böse Absicht gar bald einen Flecken ober einen Riß bekommen konnte. Dor allem aber hielt sie barauf, daß jebermann ihr feine Anerkennung bezeige, unb ba bie Menschen vergeßlich und nachlässig sind, gab es viele, mit benen die alte Tana|e war. Hier vereinte sie alle ihre Kräfte zu einer unmenschlichen Härte, |o baß sie niemals jemandem vergab, sondern ihren Groll durch die Jahre hintrug, sich immer mehr unb mehr belub unb, als sie vollends alt wurde, sich zu ängsten

begann, sie könnte einen Groll vergessen ober ver­lieren.

In einer Ecke ihres kleinen Hofes, Der von alten Giebeln eng umschloffen war, lagen unter einem Holzdach sorglich gestapelt schone glatte Ziegel, Die ihr Mann Dort verwahrt hatte, um ge­legentlich Das Haus auszubessern. Aber er war hm- roeggeftorben, ohne seinen Plan ausführen zu kön­nen. Jetzt brauchte Die alte Tana Diese Ziegel, um chr Haus des Zornes au bauen. Auch ihren Kin­dern war sie böse, weil sie dies oder jenes getan, gesagt oder unterlassen hatten. Nichts sollte ver­gessen werden. Aber dazu taugte kein Papier. Die alte Tana wollte für jeden das Konto feiner Schuld führen, ehern, wie die Tafeln Gottes

Im Flur, neben der schmalen Bodentreppe, be­gann sie die Ziegel zu schichten und schrieb auf jeden einen Namen, auf den ihr Zorn gefallen war. Sie saß am Fenster und sann über die vielen vergange­nen Jahre nach, suchte Namen über Namen her­vor, über die längst Die Zeit hinweggewachsen war. Die Ziegel türmten sich zur Mauer in ihrem Hause und beengten den Raum. Ader die alte Tana legte Stein zu Stein. Alle ihre Kinder lagen schon da, die kaum noch in das Haus kamen, seit sie ihre Mauer baute und in Der Bitterkeit ihrer Gedanken stetig zu wachsen schien. Die Enkel, die alten Freunde und Nachbarn, soaar der tote Mann der alten Tana, jeder bekam seinen Stein. Mit ver­bissener Energie richtete sie eine Wand auf zwischen sich und der Helligkeit der Welt. So stark war diese Wand, daß sie um das ganze Haus gestellt war und niemand mehr sich Die Mühe gab, sie zu übersteigen.

Blank waren die Fenster Des Hauses, Der mes­singne Klopfer an Der Haustür blitzte golden, Blu­men blühten im Vorgarten hinter Dem grünen Sta­ket mit Den weißen Spitzen. Aber die Kinder gingen schnell und scheu vorüber, unD Die Erwachsenen deu­teten auf Das kleine Haus unD erzählten Den Frem­den von Der alten Tana, als einem Original Der alten Stadt. Die Flamme des Zornes sollte eines Tages jäh unb vernichtend erlöschen unb mit ihr bas bitter gewordene Leben Der alten Frau.

Es war ein grauer Regentag, das Walser rann über Die Scheiben unb gurgelte im Hofe in bie Tonne. Die alte Tana war nach einer Nacht mit schweren Träumen jäh erwacht, lag mit bleiernen Gliedern unb schmerzendem Kopf im Bett und hörte auf den Regen unb auf bie bumpfen Glockentöne im Michaelsturm. Mühsam unb ächzend kleibete sie sich an. Ihre Htinbe waren steif unb ungelenk, bas Licht ber Augen wurde schwächer Die Stube war noch voller Traum, unb bie alte Tana sprach mit zahnlosem Munbe vor sich hin, sprach zu den Träu­men, schalt mit Gestalten, die nur sie sehen konnte, unb gab Antwort auf Fragen, Die nur sie ver­

nahm. Sie ereiferte ftd> gewaltig, sparte nicht mit bösen Worten unb drohte mit ihren abgemagerten Armen diesem und jenem Schatten, der im Traume gekommen und noch in der Stube war, und für den ein gezeichneter Stein in der Mauer auf Dem Flur [tat. Ihr Zorn loderte immer höher, sie vergaß bas Ankleiden unb lief im Unterrock auf den Flur hin­aus, suchte taftenb, Das Gesicht dicht zu den Stei­nen gebeugt, reihauf, reihad. Hell flammte ihr Ge­dächtnis auf, sie rechtete mit Toten unb Lebenden und brach jäh ab, als sie zu bem Stein ihres Mannes kam.

Als sie ihre Mauer zu errichten begonnen hatte, war er, einer Der ersten, Dessen böse Worte unD Taten sie festhalten wollte, nun war es unbequem für sie, an ben Stein zu gelangen. Sie mußte sich tief bücken, hockte sich auf ben Fußboden, krallte sich eft an dem Stein, um ihn herauszuziehen. Es war chwierig, aber bie alte Tana ließ nicht nach. Sie keuchend vor der Mauer unb wanbte ihre ganze Kraft an. Ihre Finger bluteten, zerrten und zogen an Dem Stein. Gekrümmt lag sie auf dem Erd­boden, fiel triumphierend in ein Gelächter, als end­lich der Stein sich zu lockern begann, dem allein ihre wütende Geschäftigkeit galt.

Da begann die lose Mauer zu wanken, schwankte über der keifenden, alten Tana, neigte sich und fiel polternd über ihr zusammen.

Dein Leben gehört mir/'

Im Gloria-Palast wird auch im neuen Programm ein Film von beachtlicher künstlerischer Bedeutung gezeiat. Es handelt sich dabei nicht eigentlich wie Der Titel vermuten lassen könnte um eine mehr oder weniger schlichte Liedesgeschichte, sondern um ein Kriminalstück von gutem Rang, Das von einer steten Spannung getragen ist und erst in Den letzten Bildern aufatmenD entläßt. Dem Film lag ber RomanAkte Fabreani" von Frank F. B r a u n zugrunde. Wir freuen uns, in diesem Zusammenhang Darauf hinweisen zu können, daß vom gleichen Verfaffer zur Zett Der RomanDer Mann, der nicht genannt fein will" imGießener Anzeiger" zu lesen tft

Der Film beginnt sehr freundlich und beschwingt mit einem Atelierfest unter Kirschenblüten im ja­panischen Stil. Aber bald fallen Schatten in Die Szenen, Schatten, die von Spannungen zwischen einigen ber beteiligten Personen herrühren unb sich sehr rasch zu ernsten Konflikten verdichten. Eveline, die Tochter ber schönen Witwe Eva Tiedemann, bemüht sich angestrengt unb fast mit Gewalt um Briefe, die ihre Mutter in einem Irrtum Des Herzens unb zu zurückliegender Zeit an

den Geigenvirtuosen Fabreani aeschrieben hat, Der sich aber trotz einer Zurückweisung nach wie vor um sie bemüht, obwohl sich Frau Eva für einen anderen Mann entschieden hat. Am Tage nach bem Atelierfest und bei einer Motorbootfahrt stirbt Fabreani Durch Gift eines raschen Tobes. Die Kriminalpolizei nimmt sich Des Falles an, Frau Evas Tochter Eveline gerät unter Mordverdacht, 1 Eveline selbst ist sich im Zweifel, ob sie am Tode Fabreanis schuld sein könnte. Denn sie gab ihm ein Schlafmittel in ein für ihn bestimmtes Glas Kognak, weil sie hoffte, ihm im Schlafe die Briefe ihrer Mutter zu entreißen. Eine Wechselfälschung spielt plötzlich noch mit herein, und Die Verdachte weisen nach verschiedenen Seiten. Die Kriminal­polizei fleht vor immer neuen Rätseln. Sorgfältige Kreuz- und Querverhöre, Haussuchungen, chemische Analysen, falsche Verdachte, Selbstbezichtigungen und ihre Widerlegung lösen nun einander ab, bis schließlich eine hochDramattsche Rekonstruktion aller Vorgänge in der Villq Tiedemann, vor dem Antritt Der Motorbootsfahrt7 Die Lösung aller Fragen bringt. Die wir hier allerdings nicht vorwegnehmen wollen. Nur soviel sei gesagt, Daß Die endliche Lösung blitzartig manche Szene, Die man im Ablauf Des Films für unwichtig erachtet, erhellt und in ihrer Bedeutung rückschauend bewußt werden läßt.

*

Die Regie (Johannes Meyer), Die sich hier vor manche Schwierigkeit gestellt sah und Szene um Szene sehr sorgfältig auszuprägen hatte, wurde ber schwierigen Materie sehr geschickt gerecht. Das Hauptverdienst um den Erfolg Des Films liegt aber ohne Zweifel bei Der in allen Einzelheiten seriösen Darstellung. In Der Rolle der Eveline hat Karin & a r b t Die größte Aufgabe. Sie hat um ihrer Mutter willen in harter Gegnerschaft zu Fabrecmi zu stehen, sie muß auch alle Zweifel glaubhaft machen, die sie erfüllen müßen im Bewußtsein, viel­leicht Doch Fabreanis Tod verschuldet zu haben. Es gelang der Künstlerin ausgezeichnet, Das be­unruhigte Element Darzustellen, das Die Rolle von ihr verlangte. Dorothea Wieck erscheint als an- betungsmürbige und schöne Frau Eva in vorneh­mer Ruhe. Kcu?l Martell verlieh dem Geigen- virtuosen Fabreani manchen sympathischen Zug- Christian K o y ß l e r bestach als Regisseur Holsten durch Die Sicherheit seines Auftretens. Harald Paulsen als Kriminalkommissar Kilian wußte Durch den Ausdruck einer zartfühlenden Haltung allen ^Beteiligten gegenüber sehr für sich emzu- nhmen. Ivan P e t r o v i ch , Carsta L ö ck , Franz Schafheitlin, Ursula Deinert, Käte Haack und noch verschiedene andere setzten in kleineren Rollen allen künstlerischen Ernst ein. Die Photo­graphie diente der Sache mit gleicher Sorgfalt wie Darstellung und Regie. Heinrich Ludwig Neun«.

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