Einzelbild herunterladen

Dienstag, I. Oktober 1940

(90. Jahrgang Ur. 252

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer btS8l/,Ubr desVormittags

Anzeigen-Preiser

Amelgenteil 7 Rvi. te mm bei 22 mm Heilenbreite# Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Heilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenitanel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25'/« mehr

Ersckerm täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießenerf>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Monats-Be^ugsvreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte - 1.80 Zusiellgebühr.. -.25 auch bei 4Ucktersckeinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlub 2251 Drahtanschrift:Anzeiger" Postscheck 1168« Tranks. M

Gießener Anzeiger

«.« General-Anzeiger für Oberhesfen "sät

zur Kriegserklärung konnte nichts den Londoner des englischen Luftmarschalls? davon abhalten, in der Zeit von 13 bis 14 Uhr | --------

sein Mittagessen einzunehmen. Nun soll das Mittagessen in die Zeit von 10.30 bis 11 Uhr vor-§ verlegt werden. Man plant die Arbeits- stunden in der Zeit zwischen 8 bis 16 Uhr zu absolvieren, well dann die Arbeiter und Angestell- .ten Londons noch eben Zeit haben, nach Beendi­gung der Arbeitszeit nach Hause zu kommen. Hotels und Restaurants werden auch ihre Arbeitszeiten ändern. Die LondonerPubs" (Stehbierkneipen), die nach dem englischen Gesetz nur in der Zeit von 12 bis 15 und 18 bis 23 Uhr Alkohol aus­schenken dürfen, wollen jetzt versuchen, eine Aende- rung dieser Ausschankzeiten zu erzwingen. Die Soupers in den feudalen Restaurants Londons sind nun auch eine Seltenheit geworden und haben an Beliebtheit verloren, weil es die Gäste jetzt vor­ziehen, ihre Zeit In den Luftschutzkellern zu ver­bringen .anstatt in den Speise-Sälen der großen Westend-Lokale. Zahlreiche Londoner Verkehrsmit­tel, wie Straßenbahnen und Autobusse, werden ihre Fahrpläne ebenfalls ändern, weil sich die Zeit der stärksten Belastung ebenfalls geändert hat.

Vergeltungsangriffe ohne Unterbrechung fortgesetzt

der Londoner Untergrundbahnhöfe liegen und von abends 9 Uhr bis morgens 6 Uhr darauf warten, daß der Luftalarm wieder abgeblafen wird. Bis

Moskau und der Dreimächtepakt.

Unveränderliche Friedens- und Neutralitätspolitik der Sowjetunion.

Der Wehrmachtsbericht vom Montag.

Berlin, 30. Sepl (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Vergeltungsangriffe auf London und kriegswichtige Ziele in England und Schott­land find ohne Unterbrechung fortge- fehl worden, Hauptangriffsziele waren wieder London und Liverpool. Sie wurden von ge­soffenen Verbänden und zahlreichen Einzelflug­zeugen bombardiert. Starke Zerstörungen und Grohfeuer zeigten die Wirkung auf wich­tige Ziele in den Hafengebieten beider Städte. Wei­tere Angriffe galten mehreren Häfen Süd- Lnglands. Ferner belegten Kampfflugzeuge in der Nacht die schottifchen Städte Aberdeen, Edinburgh und Leith mit Bomben schweren Kalibers. 3n den Midlands wurde ein beson­ders wichtiges Rüstungswerk im Tiefflug an­gegriffen. Ein Volltreffer schwersten Kalibers rich­tete in dem Werk große Zerstörungen an. Vor der englischen Ostküste gelang es, zwei Geleit­züge zu zersprengen.

Bei den gestrigen Nachteinflügen in das Reichs­gebiet gelangte der Gegner mit einzelnen Flugzeugen in die Mark Brandenburg, ohne jedoch bis zur Reichshauptstadt vordringen zu können. An einigen Orten im Westen wurden Bomben geworfen. Mili­tärischer Schaden entstand nicht. Der angerichtete zivile Sachschaden ist bedeutungslos. Dagegen wurden unter der Bevölkerung wieder zahlreiche Personen verletzt.

3n den Luftkämpfen des 29. September wurden 17 britische 3äger und 1 Kampfflug­zeug abgefchos sen Vier deutsche Flugzeuge find nicht zurückgekehrt. Der erwähnte Angriff auf das Rüstungswerk in den Midlands wurde von einem Kampfflugzeug unter Führung des Ober­leutnants von Butler durchgeführt.

London spürt die SeriWung der Angriffe.

Eine der wichtigsten Besonderheiten des Paktes be­steht darin, daß er offen die Einflußsphären der Vertragspartner anerkennt, sowie die Aufteilung dieser Sphären unter ihnen mit der Verpflichtung gemeinsamer V e r t e i d i - g u n g dieser Einflußsphären vor Uebergriffen dritter Staaten, vor allem Englands und der mit England in Zusammenarbeit stehenden Vereinigten Staaten. Gemäß dem Pakt wird Japan der großasiatische Raum eingeräumt und Deutschland und Italien Europa.

Eine andere wichtige Besonderheit des Paktes, so schreibt diePrawda" weiter, stellt der darin ent­haltene Vor be halt bezüglich der Sowjet­union dar. In dem Pakt heißt es:Deutschland, Italien und Japan erklären, daß das gegenwärtige Abkommen in keiner Weise den politischen Status berührt, der gegenwärtig zwischen den vertragschlie­ßenden Seiten und der Sowjetunion besteht." Diesen Vorbehalt muß man vor allem als eine Achtung der Vertragspartner gegenüber der Position der Neu­tralität verstehen, welche die Sowjetunion seit dem ersten Tage des Krieges durchführt. Man muß ihn weiter verstehen als eine Bestätigung der Kraffund Bedeutung des Nichtangriffspaktes zwischen der Sowjetunion und Deutschland und des Nichtangriffs­paktes zwischen der Sowjetunion und Italien. Die Prawda" schließt mit der Feststellung: Getreu ihrer Friedens- und Neutralitätspolitik kann die Sowjet­union auch ihrerseits bestätigen, daß diese Politik, soweit es von ihr cchhängen wird, unveränder- l i ch bleibt und bleiben wird.

und verschwiegen ...

Die mehr als 100 Millionen Untertanen des Tenno, di-e in einer durchschnittlichen Dichte von über 150 je Quadratkilometer die rund 680 000 Quadratkilometer des Jnsellandes und seiner fest­ländischen Besitzungen bevölkern, unterliegen der allgemeinen Wehrpflicht, die vom 17. bis zum 40. Lebensjahre dauert und je nach der Waf­fengattung 2 oder 3 Jahre aktiven Dienstes in der Truppe verlangt. Die vormilitärische Ju­genderziehung spielt eine große Rolle und umfaßt Jungen und Mädchen diese für Sama­riterinnen-, Luftschutz- usw. -dienste bereits im frühen Kindesalter.

In Frieden und Krieg stehen alle drei Wehr­machtsteile unter dem Oberbefehl des Kaisers. So- weit bekannt, umfaßte die Friedensarmee etwa 328 000 Offiziere und Mannschaften, die in eint Garde- und 16 Infanterie-Divisionen gegliedert sind und außerdem 4 Kavallerie- und 4 Schwere Ar­tillerie-Brigaden bildeten. Dieser Stand von 1937, also vor dem Beginn der entscheidenden Ausein­andersetzung mit China, erschien als unzureichend, und so wurde erklärt, man plane eine H e e res- re f o r m , an deren Ende 28 Infanterie-Divisionen vorhanden sein sollten, und insbesondere gedachte man ihrer'Ausrüstung mit neuzeitlichstem technischen Gerät aller Art erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken.

Zwar hat der noch immer nicht beendete Kampf mit Tschiangkaischek diesen Plan nicht Gestalt gewin­nen lassen; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß gerade die Erfahrungen des chinesischen Feldzuges die Erweiterung des Heeres und seine ständige Mo­dernisierung erheblich gefördert haben, was der Einsatz starker Fliegeroerbände, das Auftreten kampfkräftiger Panzereinheiten und manches andere Moment bewiesen hat. Und ebenso sicher ist es, daß beträchtliche Formationen nicht nur der aktiven Re­gimenter auf chinesischem Boden fechten, sondern auch ältere Jahrgänge. Wie hoch die Kriegs- stärke der japanischen Armee ist, weiß man nicht; sicherlich liegt sie bei einigen Millionen, da Jahr­zehnte hindurch immer neue Hunderttausende durch die Wehrpflicht erfaßt und ausgebildet worden sind.

Wenn man sich veranschaulicht, daß Japan vor dem noch anhaltenden Chinakonslikt eine Land­grenze von etwa 700 Kilometer Länge, gleichzei­tig aber Seegrenzen zu decken hatte, die mehrere Dutzend Male ausgedehnter sind, wird man begrei- . fen, daß man bis in die neueste Zeit hinein das

Stockholm,!. Okt. (Europapreß.) London er­lebte bis 18 Uhr am Montag vier Luftalarme. Ein offizielles KommumguL über die Aktivität der deutschen Luftwaffe über England am Montag ist vorläufig nicht ausgegeben worden. Es heißt ledig­lich, daß die deutschen Angriffe am Montag wieder sehr intensiv waren und große Formationen deutscher Bomber und Jagdgeschwader über Eng­land einflogen. Die vierte Woche der ununter­brochenen deutschen Angriffe gegen London endete in der Nacht zum Montag mit deustchen Operationen über der Londoner City und dem West- end der englischen Hauptstadt. Der Londoner Rund­funk bestätigte, daß mehr deutsche Maschinen als bisher das Absperr f. euer durchbrachen und über dem Zentrum erschienen. Die Bevölkerung Londons mußte wieder mehr als 8 Sinnden in den Luftschutzkellern zubringen. Die Sicht war schlecht, und ununterbrochener Regen peitschte die Luft, als die ersten deutschen Maschinen am Sonntag mehrere Stunden vor Mitternacht über London erschienen. Das gleiche Wetter herrschte noch, als die deutschen Bomber kurz nach Morgen­grauen den Heimflug antraten. Eine große Anzahl Spreng- und Brandbomben wurden, wie der Lon­doner Rundfunk zugibt, abgeworfen. Di e City hat Volltreffer erhalten, ein Großfeuer er­hallte die halbe Nacht hindurch das Nervenzentrum der englischen Finanzwelt. Ebenso rote m der City

London auch am Montag erfolgreich bombardiert.

38 feindliche Maschinen abgeschossen.

Berlin, 30. Sept lDRB.) London und ein­zelne Punkte der englischen S ü d k ü st e wurden im Laufe des Montag mehrfach erfolgreich von deutschen Kampfverbänden bombardiert. 3n London wurde feit 8 Uhr fünfmal Flieger­alarm gegeben. Bei den über Südengland sich entwickelnden Luftkämpfen wurden 3 8 feind­liche Mafchinen abgefchoffen. 14 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Rach einer späteren Meldung des Deutschen Rach­richtenbüros setzten deutsche Kampfverbände im Laufe des gestrigen Tages systematisch die Angriffe auf London und kriegswichtige Ziele in Südengland fort. Alle Kampfhandlungen verliefen für unsere Luft­waffe sehr erfolgreich. Sämtliche befohlenen Ziele wurden erreicht und mit Bomben schweren und schwersten Kalibers be­legt 3m Laufe des Tages entwickelten sich zahlreiche Luftkämpfe, die gleichfalls das Uebergewicht der deutschen 3 ä g e r ein­deutig bestätigten. Die Kampfhandlungen haben sich bis in die Abendstunden des 30.9. hin­gezogen.

VerlegunggesabrdeterF!uaplahe

Stockholm, 1. Oktober. (DNB. Funkspruch.) Der britische Rückzug aus Norwegen und wenige Wochen später aus Flandern sind gebührend als große britische Siege gefeiert worden. Aus einer militärischen Katastrophe machte man in seiner Ver­legenheit einen glänzenden Erfolg in der naiven Auffassung, bie Weltöffentlichkeit werde eine der­artig plumpe Verdrehung nicht abzuleugnender Tat­sachen gläubig hinnehmen. Dasselbe Verfahren wen­det Luftmarschall Sir PH. Joubert an, wenn er in seiner letzten Rundfunkansprache die V e r - legung der südetiglischen Flug-plätze ins Innere des Landes zu begründen ver-

Unfere Zusammenstellung von vor und nach einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf das strategisch bedeutende an der Sudkuste von Wales am Bristol-Kanal gelegene englische Erdöl-Depot Sroan ea aufgenommenen Bildern veranschaulicht eindrucksvoll tue zielsichere Wirkung der deutschen Aktion Links ein Blick auf die Oeltanks v or d em d eutf ch en An griff, rechts eine Aufnahme eines Fliegerbeobachters die kurze Zeit nach dem Bombenwurf gemacht wurde. Riesige schwarze Rauchwolken steigen über den Behältern zum Himmel. (PK.-Pressebildzentrale-M.)

und im Westen wurden auch in den Vororten Jn- dustrieanlagen -durch Volltreffer vernichtet Das englische Luftfahrtministerium hat bestätigt, daß die deutschen Angriffe in der Nacht jum Montag heftiger und vernichtender gewesen sind als die der letzten Zeit. In dem Bericht heißt es, daß drei Gebiete besonders betroffen wurden, Lon­don, die sog. Home Countries und Merseyside. Die Angriffe auf London hätten sich auf zahlreiche Stadtteile erstreckt. Durch Abwurf zahlreicher Brand­bomben seien Brände entstanden und Häuser wie Industrieanlagen vernichtet worden. In den Home Countries hätten die Nachtangriffe das gleiche Er­gebnis gehabt wie die Aktion gegen die Londoner City. In Merseyside wurden Industrieanlagen so bombardiert, daß sie entweder durch Brände ein­geäschert oder durch Bombeneinschläge in Trümmer gelegt wurden.

Die wohlhabende Bevölkerung des Londoner Westends hat die Massenflucht auf das Land angetreten. Die Zahl der leerstehenden Häuser im Westend wird immer größer, in den Hotels, die im Umkreis von mehreren Meilen in London liegen, ist es unmöglich, ein Zimmer aus­zutreiben. Wie groß die Furcht der Londoner vor den allnächtlichen deutschen Angriffen ist, geht dar­aus hervor, daß Tausende und Abertausende Abend für Abend auf gut Glück eine Reise in die Graf­schaften um London antreten, um sich dort in wild­fremden Wohnungen ein Nachtquartier zu erbitten und um am anderen Morgen wieder die Rückfahrt nach London anzutreten. Größer jedoch ist die Zahl der Menschen, die Nacht für Nacht eingehüllt in Decken, Säcken und Mäntel, auf den Steinfliefen

Moskau, 30. Sept. (DNB.) Die parteiamtliche P r a w d a" veröffentlicht einen Kommentar zum Berliner Dreimächtepakt, ? in dem es heißt: Am 27. September wurde in Berlin ein Pakt über ein Militärbündnis zwischen Deutschland, Italien und Japan geschlossen. Der Pakt ist für die Sow­jetunion nicht überraschend gekommen, weil er eine Formgebung der Beziehungen darstellt, die sich bereits zwischen Deutschland, Italien und Japan einerseits und England und den Vereinig­ten Staaten anderseits herausgebildet haben, wie auch deswegen, weil die Sowjetregierung von der deutschen Regierung Über den bevorstehenden Ab­schluß des Dreierpaktes vor feiner Veröffentlichung unterrichtet worden ist. Es besteht kein Zwei­fel, daß die letzten Tatsachen auf dem GebiÄ der Verstärkung und Ausdehnung der mi­litärischen Hilfeleistungen an Eng- landdurchdie Vereinigten Staaten für den Abschluß des Vertrages wichtig waren. Hierher Gehören die Uebergabe von Kriegsmarinestützpunk- en Englands auf der westlichen Hemisphäre an die Vereinigten Staaten, die Ausdehnung der Einfluß­sphäre der Vereinigten Staaten auf die südameri­kanischen Länder, die Zustimmung Englands, seine fernöstlichen und australischen Stützpunkte den Ver­einigten Staaten einzuräumen. Natürlich sind die Vereinigten Staaten formell nicht im Kriege auf der Selle Englands gegen Deutschland, Italien und Japan, jedoch verhalten sie sich faktisch so, als ob sie in ein und demselben Lager mit den militärischen Gegnern Deutschlands, Italiens und Japans auf beiden Hemisphären sich befänden.

sucht. Man ist nicht etwa von der Küste wegge­flüchtet, weil die deutsche Luftwaffe alle Flug­plätze und Hallenanlagen zertrümmerte, und weil man die Bodenorganisationen unter dem Ungestüm der deutschen Luftangriffe nicht zu halten vermochte, sondern nur, um rechtzeitig von den Küstenstationen über das Herannahen der deutschen Geschwader unterrichtet werden zu können (!). Nur da­durch, so meint Sir Ph. Joubert, sei es möglich, dem Gegnerin gleicher Höhe" entgegenzu­treten. Gibt es ein Eingeständnis von größerer Ueberzeugungskraft für die unstreitbare Tatsache, daß sich die RAF. in äußerst bedrängter Verteidi­gung befindet, als diese durchsichtigen Ausflüchte

Die japanische Wehrmacht

Erst nach der Mitte des vergangenen Jahrhun­derts hat das Kaiserreich Japan mit entschlossener Wendung den Schritt getan, der den Staat der Shogune aus seiner mittelalterlichen Erstarrung und zäh festgehaltenen Isolierung riß. Und in über- raschend kurzer Zelt hat Japan es fertiggebracht, nicht nur den Anschluß an die modernen Staaten Europas und Amerikas zu gewinnen, sondern sogar viele von ihnen zu überflügeln, und das selbst auf vielen Gebieten, die dem Gesichtskreis und dem Denken des Japaners von einst völlig fern lagen.

Hand in Hand mll dieser entschiedenen Kursände­rung vollzog sich eine grundlegende Umgestal­tung des Wehrwesens in Japan. Das Insel- reich verstand es, gerade im militärischen Sektor seines Lebens so melbewußt aufzubauen und die von ausländischen Vorbildern und Lehrern empfan­genen Impulse so gründlich in die Praxis umzu­setzen,, daß es in der Lage war, große Kriege gegen überlegene Gegner siegreich zu bestehen; es mag ge­nügen, hier an die bewaffneten Auseinandersetzun­gen mit China 1894/95 und mit Rußland 1904/05 zu erinnern, von denen namentlich der letz­tere die ganze Welt in Erstaunen über die nicht geahnte kriegerische Kraft Japans versetzte. Die Bahn aber, Die durch den Aufbau eines modernen Heeres in wenigen Jahrzehnten beschritten worden war, hat Japan seither nicht mehr verlassen. Dabei ist das Kaiserreich im Fernen Osten diejenige Groß­macht, von der man am wenigsten Einzelheiten ge­rade auf militärischem Gebiet kennt; denn alles das, was eine Angelegenheit der Landesverteidigung ist oder sein kann, wird vom Japaner aller Schich­ten als höchstes Geheimnis seiner Nation angesehen