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Nr. 177
Erschein! täglich außer Smntags.
Dem Gießewr Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehenei Zamilien- blätler oiernnl in der Woche ltigelegt.
Rotattonsdmck u. Verlag der Bc ü h l'scheu Unioers.-B»ch- u.Stein- druckerei (Petfch Erben) Redaktion, Expedition und Truckerei:
Schulfratze 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Frrnsprechcnschluß Nr. 51.
Zweites Blatt. 152. Jahrgang
Donnerstag 31. Juli 19018
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger v '6*®7
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bezugspreis: monatlich75Ps., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprets: lokal I2PÜ auswärts 20 Pfg.
Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den An- zeigonteil: Hans Beck.
2>ie heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.
Die Ilucht in die HeffentlichKeit.
Mar schreibt uns aus Berlin, 30. Juli:
Zuni „Fall Löhning" ist noch nichts eingetroffen in der „Nordd. Allg. Ztg." Die „Flucht in die Oeffentlrchkeit", ru der sich der wider Willen pensionierte Provinzialsteuer- direktor entschloß, scheint an amtlichen- Stellen mit starker Verblüffung zu wirken. Einstweilen versuchen ein paar Pseudo-Lffiziöse die Behauptung aufzustellen, Herrn Löh- nings Verlobung mit der Tochter eines ehemaligen Feldwebels /ei nicht der Grund der Maßregelung gewesen, sondern seine Mißbilligung einer entschiedenen Polenpolitik. Dem steht die von Löhning wörtlich wiedergegebene Be- merkurg des Oberpräsidenten gegenüber: „Die mir mitgeteilten Aeußerungen zur Polenpolitik können Ihnen den Hals nicht brechen." Man wird also vergeblich sich bemühen, das politische Motiv als maßgebend hinzustellen. Es wer taktisch geschickt, daß Herr Löhning in seiner Darlegung gleich seine politische Meinungen ausführlich erörtert hat. Wäre dies nicht mit der erforderlichen Offenheit geschehen, so konnte leicht gesagt werden: der Beamte war unhaltbar, er widersetzte sich oer Politik der Regierung. Nun muß man allerdings zugeben, daß, zumal ein hoher Beamter, wenn, er in Opposition tritt zur Politik der Regierung, sich nicht darüber beklagen kann, wenn die Regierung ihm nicht mit Wohlwollen vergilt. Mer erstens hat die Verwaltung des Herrn Löhning mit der Ausführung der Polenpolitik nichts zu thun, und zweitens handelt es sich um Aeußerungen zur Polenpolitik, die im mündlichen and schriftlichen Verkehr mit Beamten höheren Ranges erfolgt sind. Cs kann nicht schaden, daß innerhalb solcher Kreise, die man zu den leitenden rechnet, gelegentlich auch eine abweichende Meinung sich geltend macht. Herr Löhning bat, wie immer man auch über die Polenpolitik denken mag, oen Mut gehabt, seine Kritik zum Ausdruck zu bringen.
Nicht ohne pikantes Interesse ist in der gestrigen Abend- ausgabe der „Kreuzztg." die nachträgliche Wiedergabe der Aeußerungen des Oberpräsidenten, v. Bitter, in der Unterredung mit Löhning. Das Organ der Konservativen hebt folgenden Satz., den angeblich Herr v. Bitter gesprochen, durch den Druck hervor: „Gin Ministerialrat, ein Ober-Regierungsrat mag eine solche Heirat schließen". Im „Briefkasten" fügt die „Kreuzztg." folgende Alosse hinzu: „Herrn B. hier. Auf Ihren Wunsch drucken vir die sonderbare Aeußerung des Oberpräsidenten v. Bitter unter den Berliner Nachrichten ab." Augenscheinlich hat Der Sinn jener Aeußerung — vorausgesetzt, daß sie den Thatsachen entspricht —: es komme bei einem Ministerialrat, einem Ober-Regierungsrat nicht so genau auf standesgemäße Heirat an, Verdruß in den in Betracht kommenden Seamtenschichten erregt In der konservativen Partei hat man die Beamten-Maßregelungen wegen der Kanal- Opposition in Erinnerung behalten, wenn auch die gemaßregelten Herren zuguterletzt „die Treppe hinauffielen", d. h. in höhere Aemter befördert wurden. Die Aeußerung Des Herrn v. Bitter dürfte bewirken, daß Herr v. Löhning auch auf der Rechten Sympathien gewinnt, und daß somit bei der Besprechung des Falles im preußischen Landtag Kinanzminister Frhr. v. Rheinbaben einen schweren Stand haben wird. Die Spannung wächst, in welcher Weise für jetzt eine amtliche Stellungnahme erfolgt. Täuscht nia>t alles, so hat der Ehemalige Provinzialsteuerdirektor noch ckliche „Pfeile im Köcher". Die Rechtfertigung dieser auf- jehenerregenden Pensionierung wird so umfassend als möglich sein müssen, Punkt für Punkt eingehend auf die Löh- ningsche Darlegung.des Falles.
Die „Pos. Ztg." verzeichnet das Gerücht, daß der Oberregierungsrat Gesch in Posen demnächst in das Finanzministerium berufen werden wird. Gesch ist bekanntlich derjenige Beamte, auf dessen dem Finanzminister gemachte Mitteilung Provinzialsteuerdirektor Löhning das gegen chn .eingeschlagene Verfahren zurückführt!
Politische Tagesschau.
Universitätsfragen.
Die „Kreuzztg." macht darauf aufmerksam, daß in Preußen bei der neuen Universität Münster zum erstenmal eine „r echts- und staatswissenschaftliche Aakultät" entgegentritt statt der in allen preußischen Universitäten sonst üblichen „juristischen Fakultät". Die Kaatswissenschaftlichen Fächer, z. B. Nationalökonomie und Zinanzwisseuschast, sind sonst in Preußen überall der philo- ßophischen Fakultät eingefügt, in Münster dagegen der juristi- jchen Fakultät überlassen. Während dies für Preußen, wie xefagt, etwas Neues darstetlt, findet es sich im übrigen Deutschland hier und da genau so; man begegnet aber auch anderen Verbindungen. Das genannte Blatt giebt davon folgende Zusammenstellung:
In Bayern hat jede der drei Universitäten ihr besonderes Gepräge. München hat 5 Fakultäten, di.' theologische, juristische, staatslvirtschaftliche (so — nur hier!), medizinische und philosophische. Diese letztere ist wieder in zwei Sektionen geteilt. In Würzburg finden wir vier Fakultäten, neben der theologischen, medizinischen und der gleichfalls in zwei Sektionen — eine philologische historische und eine naturwissenschaftlich-mathematische — geteilten philosophischen eine „rechts- und staatswissen- schastliche". Erlangen ist genau wie die bisherigen preußischen Universitäten organisiert. Auch, Badens zwei Universitäten haben verschiedenartige Fakultätseinteilung. Während Heidelberg, wie Preußen, nur eine juristische Fakultät kennt, hat Freiburg i. B. eine „rechts- und staats- wissenschastliche", bei beiden ist die philasophis cheFakultät nicht wie in Bayern in zwei Sektionen, sondern in zwei
Fakultäten geschieden. Leipzig, Gießen, Jena und Rostock haben die alte preußische Organisation. Straßburg dagegen hat, wie jetzt Münster, eine „rechts- und staatswissenschaftliche" Fakultät und daneben eine „philosophische" und eine „mathematisch^naturwissenschaftliche". Tübingen hat die am meisten gegliederte Organisation, nämlich sieben Fakultäten: zwei theologische, die juristische, die medizinische, philosophische, staatswissenschaftliche und naturwissenschaftliche. Hier sind also die Staatswissenschaften ganz selbständig geworden. In Oesterreich haben alle Universitäten: Wien, Graz, Innsbruck, Prag, Czernowitz, dieselbe Organisation, die jetzt Münster erhalten hat. In der Schweiz entbehren Freiburg und Neuchatel, ganz wie Münster, der meoizigischen Fakultät, und Neuchatel nennt sich wie bisher Münster, trotzdem es eine „juristische Fakultät" hat, noch „Akademie". In beiden ist die philosophische Fakultät in üblicher Weise geteilt. Basel hat neben der theologischen, juristischen und medizinischen eine in die üblichen zwei „Mteilungen" zerfallende philosophische Fakultät. In Bern ist es ebenso, nur hat es noch eine katholischtheologische Fakultät neben der evangelischen, und als etwas ganz Singuläres eine veterinär-medizinische" Fakultät. In Summa also sechA. In Genf finden wir neben den ersten drei Fakultäten als vierte eine „litterarische und sozialwissenschaftliche", und als fünfte die „naturwissenschaftliche". Tie Staatswissenschaften gehören also hier, wie bisher in Preußen, der philosophischen Fakultät an. Lausanne entspricht hinsichtlich der ersten drei Fakultäten dem alten preußischen Typus; außerdem aber giebt es eine „philosophische" und eine „namrwissensch,aftliche", die sich wieder in drei Sektionen — die mathematischf-naturwissenschiast- liche, die pharmazeutische und technische gliedert. In Zürich findet sich neben der theologischen, medizinischen und der in die bekannten zwei Sektionen geteilten philosophischen Fakultät, eine „ftaatswissenschaftliche", zu der aber auch die juristischen Dozenten gerechnet werden. Und schließlich in Dorpat begegnet uns die in Preußen übliche Organisation, nur daß es keine einheitliche philosophische Fakultät giebt, sondern eine „historisch-philologische" und eine „physiko-mathematische". Daß in Preußen Bonn und Breslau fünf Fakultäten besitzen, nämlich zwei theologische, ist bekannt.
Man sieht, die Mannigfaltigkeit ist ziemlich groß. Ganz gleichartig sind Gießen, Jena, Leipzig, Rostock, Königsberg, Berlin, Greifswald, Kiel, Halle, Marburg, Göttingen Erlangen; fünf Fakultäten (zwei theologische) haben Bonn und Breslau in Preußen. Mit dessen jüngster Universität Münster tritt nun die erste grundsätzliche Aenderung der Fakultäten in Preußen ein.
Vom französischen Kulturkampf.
Ministerpräsident Combes empfing am Mittwoch den Vorsitzenden des Stadtrats von Paris, Escudier, der die in Paris durch die Schließung der Schulen der Kongreganisten geschaffene Lage besprach. Ministerpräsident Combes antwortete, daß alle Maßnahmen getroffen seien, um alle Schüler der Kongreganistenschulen in die öffentlichen Schulen aufzunehmen.
In Brest wurden in bretonischer Sprache abgefaßte Flugschriften verteilt, in denen die Landbewohner zum Widerstand aufgereizt werden. Die Wachen vor den Schulen der Schwestern sind überall verdoppelt worden. — In Saint- Meen wurde auf zwei Personen geschossen, welche riefen: „Nieder mit den Priestern!" Die Personen wurden aber nicht verletzt. Mehrere religiöse Anstalten in Saint-Etienne beschlossen, Widerstand zu leisten. Die Sozialisten wollen 'zu gunsten der Anwendung des Gesetzes Kundgebungen veranstalten. — Der Polizeikommissar in Con- carneau begab sich nach der Niederlassung der Schulschwestern, um diesen zu raten, sich zu unterwerfen, konnte aber nicht bis zu der Schule Vordringen, da der dorthin führende Weg von Schiffern, Fischern und Frauen bewacht wurde.
Deutsches Reich.
Berlin, 30. Juli. Aus Brunsbüttelkoog wird gemeldet: Der Kaiser ist an Bord der „Hohenzollern" heute nacht 12 Uhr hier eingetroffen und trat sofort die Weiterreise nach Kiel durch den Kanal an.
— Eine Ehrengabe an den Kaiser wird die Kolonie der deutschen Reichsangehörigen in Reval und Estland dem Monarchen gelegentlich seiner bevorstehenden Anwesenheit auf der Rhede von Reval durch die deutsch« Botschaft in St. Petersburg überreichen lassen. Das Geschenk besteht in einem reich mit Silber verzierten Album mit künstlerisch hergestelltem Titelblatt und sechzehn photographischen Aufnahmen, welche die bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Reval darstellen. Begleitet ist das Album von einer Adresse, die vom Präses des Revaler Vereins deutscher Staatsangehöriger unterzeichnet ist. — Staatssekretär v. Tirpitz wird im Gefolge des Kaisers die Reise nach Reval mitmachen. Auf dieser Fahrt wird außer dem Kreuzer „Prinz Heinrich" auch der Kreuzer „Nymphe" die Kaiseryacht hohenzollern" begleiten.
— Am heutigen 4. Todestage des Fürsten Bismarck wurde von der kameradschaftlichen Vereinigung „Fürst Otto von Bismarck" an dem Bismarckdenkmal ein Kranz niedergelegt.
— Ter Oberhäuptling Manga Belt aus Kamerun, der Sohn des bctannten Dualla-Häuptlings King Bell, weilt zurzeit mit zwei Söhnen und einem Enkel in Berlin. Bell will mit der Kolonialabteilung des Auswär
tigen Amtes Im Interesse seines Volkes in Verbindung treten.
— Die „Dtsch. Tgsztg." äußert sich heute abend zu dem beabsichtigten Rücktritt des Frhrn. v. Wangen^ heim vom Vorsitz des Bundes der Landwirte u. a. wie folgt: Alle Kombinationen der Presse sind müßiges Gerede. Es ist genau so, wie Frhr. v. Wangenheim gesagt hat. Sein Weggang bedeutet für den Bund keinerlei Systemwechsel. Dazu ist der Bund eine zu festgefügte Organisation, und die Richtung der Bundespolltik wird auch nicht von dieser oder jener einzelnen Person bestimmt, sondern beruht auf den kollegialischen Beschlüssen des Bundesvorstandes. Nur wenn das ganze Kollegium zurückträte, wäre eine Aenderung in der Richtung dieser Politik denkbar. Im übrigen geben wir die Hoffnung noch nicht auf, daß die gegenwärtige Msicht des Frhrn. v. Wangenheim schließ lich doch nicht zur Verwirklichung gelangt.
— Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge erhielten anläßlich des Besuches des Prinzen Heinri ch in den Verein. Staaten mehrere amerikanische Staatsangehörige Orden, darunter der Bürgermeister Ashbridge-Philadelphia, Bürgermeister Fleischmann-Cincinnati, Bürgermeister Wells- St. Louis und der Cxgouverneur Francis-St. Louis den Roten Adlerorden 3. Klasse, der Präsident des Germania- Männerchors Fischer-Chicago und Universitäts-Professor Klenze-Chicago den Roten Adlerorden 4. Klasse, Herr Mel-- Ville-Stone-Newyork den Kronenorden 2. Klasse.
— Wie aus London telegraphiert wird, werden Prinz Heinrich und Gemahlin der Krönung König Eduards am 9. August nicht als offizielle Vertreter des Kaisers, sondern lediglich als Verwandte der englischen Königsfamilie beiwohnen. Auch die übrigen Höfe werden nicht durch Angehörige der regierenden Familie, sondern durch die Botschafter bei der Krönung vertreten sein.
Hamburg, 30. Juli. Aus Anlaß des Todes-- tages Bismarcks legte Fürst Herbert Bismarck, der gestern in Friedrichsruh cingetroffen .ist, einen Kranz imj Mausoleum zu Friedrichsruh nieder. Auch von anderem Seiten trafen Kränze ein, so von der Gräfin v. Rcmtzaul und dem Verband deutscher Industriellen.
München, 30. Juli. Der General der Infanterie z. D. Friedrich v. Buz ist heute gestorben-
Heer und Flotte.
Kastel, 30. Juli. Die hier gebildete Radfahrer-» abteilung des 18. Armeekorps, welche in den letzten Tagen recht beträchtliche Leistungen im Tourenfahren, wie z. B. nach Münster a. S, Limburg, Boppard usw., zeigte, also an manchen Tagen etwa 150 Km. zurückgelegt hatte, wurde gestern im Gefechtsexerzieren im Gelände und heute vormittag im Ginzelexerzieren auf der Esplanade bei Fort Bingen durch den Kommandeur der 41. Jnsanteriebrigade, Generalmajor v. Bredow, besichtigt.
Ausland.
London, 30. Juli. Die Konferenz auf dem Auswärtigen Amte über den Vertrag mit China billigte das Abkommen, sodaß die Regierung ihre Zustimmung zu dem Vertrage geben dürfte.
— In Liverpool traf die Nachricht ein, daß der Kommandant der Eingeborenen-Miliz im französischen Kongo-Gebiet d'Anglais von Paduins bei Libreville ermordet worden sei.
— Aus der Delagoa-Bucht laust die Melduüg ein, daß nach einem neuerdings veröffentlichten Edikt alle Passagiere, die auf portugiesischem Gebiet zu landen wünschen, 20 Pfund Sterling hinterlegen und sich naäy, acht Tagen melden müssen. Wenn sie nach dieser Frist keine Arbeit gefunden haben, ohne die nötigen Subsistenzmittel zu besitzen, werden sie ausgewiesen.
— (Unterhaus.) Gibson Bowles fragt an, ob die Regierung über die Landankäufe durch den russischen Konsul auf der Bahreininsel im Persischen Golf in Kenntnis gesetzt sei und ob die Regierung zu dem' Zwecke, Verwickelungen in Persien vorzubeugen, die bevorstehende Ankunft des Schahs von Persien benutze, um sich mit ihm und der russischen Regierung ins Einvernehmen zu setzen über die Maßregeln zur Sicherung der Unabhängigkeit und Unantastbarkeit Persiens durch den formellen Vertrag. Staatssekretär Cranborne beantwortet die erste Anfrage verneinend. Hinsichtlich der zweiten erklärt er, er vertraue daraus, daß das Haus von ihm keine Erklärung über die Gegenstände verlange, die möglicherweise mit dem Schah bei Gelegenheit des Besuches besprochen werden. Premierminister Balfour verkündet, daß Lord Elain wahrscheinlich zum Vorsitzenden der U n t e r s u ch n n g s - kommtssion über den Krieg ernannt würde, die sich mit der Prüfung der Aufwendungen für die Beschaffung von Soldaten, Munition, Ausrüstungsgegenständen und Transportmitteln während des Krieges beschäftigen werde und mit der Untersuchung über die kriegerischen Operationen vor der Besetzung Pretorias.
— Die „Central News" melden aus Kapstadt: Louis Botha, Dewet und Delarcy besuchten heute den Gouverneur und den Premierminister. Nachmittags schifften sich die drei Generale nach Southampton ein. Ihre Wagen wurden durch die Straßen gezogen, eine große Bolksnienae bejubelte sie äußerst herzlich. In einem der Wagen wurde eine transvaalsck>e Fahne entfaltet, die anderen Insassen des Wagens nahmen aber die Fahne sofort weg. Tie Behörden machten lein:n Versuch, dieDemonstrationen zu unterdrücken.
Brüssel, 30. Juli. Botha, Dewet und Delorey werden zu Gunsten ihrer im Kriege verarmten S-itaminesgenosselc in Europa Vorträge halten. — Die


