Ausgabe 
31.7.1902 Erstes Blatt
 
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Jin dlay, Salem, Jll., Zu Leß Run, Ronshausen, Du Lac, Wis.

w, 1

am 12. Juni Peter Trautmann. Zu Frau Anna Marg. Kraft, geb. Gotta. Washington Co., O., Frau Dorothea geb. Banger, 82 Jahre alt. Zu Fond Georg Arhelger. Zu Nashville,

Psarrstelle an der Stadtgemeinde zu Darmstadt, Dekanat Darmstadt, übertragen, den Amtsrichter Friedrich Koch in Büdingen zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, den zweiten Beamten bei der Landeslotterie-Direktion Finanzamtmann Dr. Julius Lehr zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Büdingen, beide mit Wirkung vom 1. September 1902, ernannt.

* * Prof. Dr. Strahl, Direktor des anatomischen In­stituts der hiesigen Universität, teilt uns mit, daß er eine Berufung nach Tübingen nicht erhalten habe. Wir be- dauern, gestern von privater Seite falsch unterrichtet worden zu sein.

ff Fakultätsprüfungen. Laut Bekanntmachung am schwarzen Brett der Universität sind die Meldungen zu der im Wintersemester 1902/03 stattstndenden juristischen Fakultätsprüfung bis spätestens 15. Oktober bei dem betr. Dekan einzureichen. Die schriftliche Prüfung beginnt am 20. Oktober, 9 Uhr, wozu besondere Ladung nicht ergeht. Für Vorprüfung und Staatsprüfung der Studierenden des Kor st faches sind dieselben Termine zwecks Meldung bezw. als Beginn der schriftlichen Prüfung angesetzt. Gesuche um Zulassung sind bei dem Vorsitzenden der cameralistischen Prüfungskommission einzureichen. Die Prüfung für Kandidaten des höheren Lehramts dauert vom 22. Juli bis L August.

* * Auf eine gute Hühnerjagd in diesem Herbst technet man in Jägerkreisen. Die Völker sind sehr zahlreich and stark.

"Medizinische Werke in den Händen von Laien. Hatte man früher lebhafte Klage über die Verbrei­tung sogenannter Schundromane zu führen, die das Volk an Leib und Seele vergifteten, so tritt uns neuerdings die Verbreitung medizinischer Werke in den Kreisen der Beoöl- lerung als ein Krebsschaden entgegen. Man ftndet heute in den Wohnungen vieler kleiner Leute Bücher wieBilz, Itaturheilverfahren",Platen, die neue Heilmethode" und «ndere. Diese Bücher haben schon an und für sich einen Höchst relativen Wert; chre Verfasser, blutige Laien von chause aus, haben von dem Bau des menschlichen Körpers ßckber nur mangelhafte Kenntnis, die Laienleser aber gewinnen dadurch die verkehrtesten Anschauungen, sodaß die Bücher «her Schaden als stützen anrichten. Einen besonders erheb­lichen Nachteil aber bringen sie allen leicht empfänglichen, subjektiv empfindenden Personen, namentlich Kindern und grauen, die bei der Lektüre von Krankheitsbüchcrn nur zu Leicht zu der Wahnvorstellung gelangen, von allen möglichen wnb unmöglichen Krankheiten besessen zu sein. Wir warnen daher aufs nachdrücklichste davor, derartige Bücher in Hände gelangen zu lasten, für die sie nicht passen.

* * In Amerika verstorbene Hessen. Zu Newark, £)l. I., am 27. Juni Dr. Fritz Thum. Zu Hazleton, Pa^ im Alter von 49 Jahren Frau Joh. Führer. Zu

Illl, Frau Clara Schmidt, geb. Kraft, 60 Jahre alt. Za Olivia, Minn., Frau Maria Elisabetha Mühl­haus geb. Kümmmel. Zu Preble Co., Ohio. Herr Georg Schaid. Zu Quincy, Jll., Herr Joh. Jacob Maz. Zu Brighton, Jll., am 1. Juni die Wittwe Cath. Margarethe Paul. Zu Milwaukee FrauFriedericke Lohn, geb. Jahnke. Im hohen Alter von 96 Jahren in Monroe, Wis., Herr Johann Krauel, geb. in Ber­muthshain, Hessen. Plötzlich in Hilda, Tex., der am 8. Oktober 1857 zu Lauterbach im Hessischen geb. Herr Jo- h.ann Müller. Zu Bridgeport, £)nt, Herr Adam tzuff.

§ Groß-Gichen, 30. Juli. Wir berichteten kürzlich b'M dem Fange eines Fischotters in dem hiesigen, samst recht fischreichen Backe. Gestern ward derselbe Fisch- Pachter von gleichem Glücke begünstigt. Wieder hing ein kapitaler Fischotter von einem Gewichte von 19 P stuck iei der Falle. Am Fischreichtume des Baches wird man ivohl bald den Abgang dieses Paares der allergefährlichsten ' Kschräuber merken. Würde man an anderen Flußläufen mit gleichem Eifer den Fischottern zu Leibe gehen, der Zischbestand wird bald ein anderer werden.

§ § Nieder-Ohmen, 30. Juli. Wegen dringenden Verdachtes eines Meineides gelegentlich einer Schlägerei- Mffaire wurde ein hiesiger Einwohner in die Untersuchungs­haft abgeführt.

Mainz, 30. Juki. Der Leutnant Vogt, der wegen Zweikampfes mit dem Oberleutnant Richter im 88. In­fanterie-Regiment zu zweijähriger Festungshaft verurtellt und jcezt nach Verbüßung der Hälfte der Strafe begnadigt worden ist, gehört nicht mehr dem hiesigen 13. Husarenregiment an, > .jrt vielmehr nach Ausweis der Rangliste mit schlichtem Ab­schied entlassen worden. Von seiner Versetzung in ein anderes Regiment kann also keine Rede sein. Auch sein Gegner, Oderleutnant Richter, dessen Gattin Veranlassung zu dem sOaell gewesen sein soll, gehört der Armee nicht mehr an; ec wurde im Juli v. I. in das 96. Infanterieregiment ver- I je 5t und im November auf seinen Antrag mit Pension ver- aLschiedet.

Kastel, 29. Juli. Der in St. Louis (Amerika) wohnende Nwßbrauereibesitzer Adolphus Busch, Bruder des hiesigen Weinhändlers und Grundbesitzers Anton Busch, hat wiederum l'eme Anhänglichkeit an Kastel bewiesen, indem er durch feine ö::au Lilly den hiesigen Oberlehrern 500 Mk. für bedürftige K nder ohne Unterschied der Konsession überweisen ließ. Diese Smime soll alljährlich für den gleichen Zweck zur Verfügung Mellt werden.

Frankfurt a. M., 30. Juli. Der Oberpräsident o. Zedlitz und der Regierungspräsident Dr. Wentzel weilten zetern in unserer Stadt, um, wie es heißt, das Nähere wegen bevorstehenden Besuches des Kaisers mit den hiesigen L.chörden zu besprechen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den r ch b a r st a a t e n. In Mainz ist Emil Koch im Lebensjahre gestorben. Koch war eine Stütze derNarr- icclla", mehrere Jahre chr Sekretär und später chr Prä- :|itent Durch den Bruch eines Dammes auf der Ingel­heimer Aue stürzte die Lotouiotive eines Materialzuges in

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L Juli 1902. Minisieriuvl; nthält ein » nb die Ackgabt iamenie. iriog hat d« isi-l i * Horn « Trog-» fc m i- s. H"" l jür Tr-u-

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den Floßhafen. Das Personal der Maschine konnte sich durch Abspringen retten.

Uermischtrs.

* Aus dem Odenwalde, 30. Juli. Sie beißen auf Granit, hat unser Reichskanzler gesagt, als die Eng­länder an dem deutschen Heer mäkelten, und ein Landmann im Odenwalds hat das Wort zur That gemacht. Er hat die Herren Engländer im wahren Sinne des Wortes auf Granit beißen lasten. Das Erträgnis der Heidelbeerernte aus dem Mümmlingthale und den anstoßenden Seitenthälern wurde nämlich durch Vermittelung von Haupt- und Unteragenten vorzugsweise nach London versandt. Die Beerenfrucht wurde in Körbchen von gleicher Größe und annähernd gleichem Ge­wicht verpackt, nach Hamburg verschickt und dann auf dem Wasserwege nach England verfrachtet. In London mm machte man die überraschende Entdeckung, daß sich in einer statt­lichen Anzahl von Körben unter den Heidelbeeren auch viele Steine verschiedener Größe befanden, die eine beträchtliche Gewichtszunahme sichern sollten. Der Thäter ist ein Bäuer­lein aus einem Dörfchen bei Höchst im Odenwalde. Er hatte den Engländern Odenwälder Granitsteine anstatt Heidelbeeren und sich dieselben nach dem Gewicht theuer bezahlen lassen. Die Londoner dürften den Unredlichen dem­nächst belehren, daß man auch in England Steine von Hei­delbeeren sehr wohl zu unterscheiden weiß. Aber immerhin der Reichskanzler hatte Recht: sie beißen auf Granit!

* Hannover, 30. Juli, lieber die Stadt ging heute ein heftiges Gewitter nieder. Während desselben wurde beim Exerzieren ein Soldat des 73. Infanterie-Regiments durch einen Blitzschlag getötet.

* Elbing, 30. Juli. Wie dieE. 3.* meldet, ken­terte am Montag Abend auf dem Blachsee bei Gerswalde (Kreis Mohrungen) ein Boot mit 4 Insassen. Ein junger Mann und zwei junge Mädchen ertranken, ein drittes junges Mädchen konnte sich retten. Die Leichen sind bisher nicht gefunden worden.

* Paris, 30. Juli. Chabanaix, der Mörder des Dr. Orden st ein, richtet aus der Untersuchungshaft an seinen in der Nähe von Limoges wohnenden Vater einen Brief, worin er ihm rät, nicht zu glauben, was die Blätter über die Gründe seines Verbrechens erzählen, und versichert, diese seien nur ihm und seinem Anwälte bekannt. Der Ge­fangene bittet den Vater um etwas Geld. Die Untersuchung scheint zu stocken; es heißt, es werden jetzt in der Provinz Nachforschungen gehalten, die Aufklärung schaffen sollten. Daß der Mörder und sein Opfer einander nicht kannten, gilt jetzt für ganz unwahrscheinlich.

* Paris, 30. Juli. Wie derTemps" meldet, ist in dem berühmten Wallfahrtsorte Lourdes eine große Feuersbrunst ausgebrochen, wobei mehrere Menschen umgekommen sein sollen. Einzelheiten fehlen noch.

* Innsbruck, 30. Juli. Am Sonntag ist Dr. Ex ner aus Berlin auf dem Wege von der Rudolfshütte nach Kals abgestürzt und verschied bald darauf.

* Kairo, 30. Juli. In Kairo wurden 41 neue Cholera-Erkrankungsfälle und 35 Todesfälle festge­stellt, in Mucha 21 neue Cholera-Erkrankungsfälle und 14 Todesfälle.

* Zu dem rätselhaften Todesfälle in der Irrenanstalt Herzberge bei Berlin, über den wir be­reits berichtet haben, wird gemeldet, daß nunmehr die Witwe des in der Anstalt verstorbenen Kohlenhändlers Gustav Ackermann den Vorfall bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht und eine Exhumierung und ärztliche Unter­suchung der Leiche beantragt hat. Der Erste Staatsanwalt hat die sofortige Untersuchung eingeleitet. Von Seiten des Kuratoriums für das städtische Jrrenwesen ist eine Unter­suchung angeordnet und von der Direktion der Irrenanstalt Bericht eingefordert worden.

* Ein Leipzig er Student als Einbrecher. Nachdem in der letzten Woche in Leipzig Keller- und Laden- einbrüche in auffällig großer Anzahl zur Anzeige gelangt waren, wurde jetzt endlich der Thäter auf frischer That er­tappt und nach einem mißglückten Fluchtversuch festgenommen. Er entpuppte sich als der 28jähr. Student der nordischen Sprachen Johann Philipp Wilhelm H^ gebürtig aus Han­nover. Bis jetzt sind ihm bereits 20 Einbruchsdiebstähle nachgewiesen worden. H. hat regelmäßig mit Stemmeisen und Nachschlüsselgearbeitet", von denen sich in seiner Woh­nung eine sehr stattliche Zahl vorfand. Auch sonstiges Ein­bruchswerkzeug hatte er zur Hand. Aus den Kellern, Ge- schäftsläden und Wohnungen, die er erbrach, nahm er alles mit, was ihm in die Hände fiel, Geld, Schmuck und andere Wertsachen, Uhren, Kleidungsstücke, Genußmittel, besonders Spirituosen. Der diebische Student wurde zur weiteren straf­rechtlichen Verfolgung an die Staatsanwaltschaft zu Leipzig abgeliefert

* lieber den drahtlich schon gemeldeten Ab­sturz von der Zugspitze wird aus Partenkirchen ge­schrieben: 30 Meter unterhalb des westlichen Gipfels der Zugspitze, auf der Höllenthalseite, wurde am Samstag Abend die Leiche eines verunglückten Touristen gefunden. Da sich bei derselben zwei Eispickel befanden, vermutete man sofort, daß noch eine Person hier abgestürzt sein mußte. Leider be­stätigte sich diese Vermutung, denn am Sonntag Vormittag fanden Bergführer etwa 100 Meter unterhalb des ersten Fundortes die Leiche eines Touristen. Hilferufe wurden nicht vernommen. Der Tod dürfte, nach der Lage der Leiche zu schließen, auch sofort eingetreten sein. Heber den Vorgang des Unglücks kann man nur Vermutungen anstellen. Die beiden Verunglückten sind der Reallehrer Kreutzer und der Nealschulaffistent Pöllein aus Regensburg. Das Unglück ist schon am 20. Juli passiert, an welchem Tage sich die beiden Herren in der Höllenthalhütte ins Fremdenbuch einge­schrieben haben. Die Leichen wurden nach Partenkirchen verbracht. Kreutzer wurde mit einer Wunde an der Schläfe todt aufgefunden. Ob diese oder der angebliche Schlaganfall die Todesursache war, wird erst die Leichenschau ergeben. Die Leiche des Assistenten Pöllein, die bereits reichlich mit Geröll bedeckt war, wies zahlreiche äußere Verletzungen auf und es ist des letzteren Tod anscheinend unmittelbar nach dem Sturz erfolgt, was für die Angehörigen immerhin ein gewisser Trost sein dürfte. Pöllein hat nach der ärztlichen

Leichenschau außer Zerschmetterung der beiden Achseln einen' Schädelbruch erlitten. Der 100 Meter oberhalb gefundene Kreutzer wies außer der Schädelwunde am Kopfe noch Haut» abschürfungen auf, die darauf schließen lassen, daß er infolge einer beim Absturz erlittenen Gehirnerschütterung bewußtlos liegen blieb und ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verschied. Außer den Verletzungen am Kopfe wies der Verunglückte keinerlei roeitere äußere Verletzungen und keinerlei Bruch auf.

* Zigarrenabschnitte und Wirtschaftliche Lage. DieTägl. Rdsch»." erzählt: Einen Gradmesser für die wirtschaftliche Lage bilden, wie sich, während des letztem Rückganges deutlich zeigt, auch die Zigarrenabschnitte, die von Vereinen und Privatpersonen zu wohllhätigen Zweckew «gesammelt zu werden pflegen. Diese Spitzen müssen, bevor sie ihre eigenUiche Bestimmung erreichen, in bareA Geld umgefetzt werden. Tie Hauptabnehmer der Vereine und Privatsammler sind die Zigarrenhändler, die die Spitzen wieder an ihre minder gut gestellte Kundschaft: absetzen. Rauch,er, die nicht viel antegen können, mischen sich aus den Spitzen, die durchweg einen guten Tabak ent» halten, und einer geringen und billigen geschnittenen Ware: einen viel schmackhafteren Rauchtabak zurecht, als sie ohne- diesen Zusatz kaufen könnten, iliun zeigte sich aber wäh­rend des letzten wirtschaftlichen Aufschwunges und früher wird es nicht anders gewesen sein, daß die Abnehmer mit der Steigerung des Wohlstandes und der allgemeinen Lebenshaltung von ihrer Mischung doch nach und nach, einer besseren, reinen Sorte übergingen, die sie sich früher nichtleisten" konnten. Die Zigarrenhändler wußten bald, nicht mehr, wie sie die gesammetten Spitzen loswerden sollten; fast niemand wollte sie mehr haben. Dem wirb* schaftlichen Rückschritt folgte aber nach kurzer Zett der Um» jchwung auch aus diesem Gebiete, das, so geringfügig eH auch in dem gesamten wirtschaftlichen Betriebe erscheinen mag, als Gradmesser doch bemerkenswert ist Die Nach­frage ist jetzt so groß, daß sie das Angebot wett über­steigt. Berliner Zigarrenhändler haben sich bereits an aus­wärtige Sammelstellen gewandt, aber auch dort ist nichts zu haben Sie können gar nicht soviel heranschaffeu, wie verlangt wird.

* Der kleine Philosoph. Der Lehrer der Aich« nahmeklasse einer Berliner Gemeindeschule hat versucht, die lleinen Abcschützen in die ersten Geheimnisse der Religion einzuführen ZuGott dem Vater, dem Schöpfer aller, Tinge" hat sich« der kindliche Geist ahnungsvoll erhoben. Tie neu erstandene Frühlingsnatur predigt es ja jung mrd all:Gott lebt!"Wo ist denn nun Gott?" fragt der Lehrer die Kleinen ,/Jm Himmel", antwortet ein Knabe, und andere sind derselben Ansicht.Nun, Georg, was willst Du sagen?" Der kleine Georg, ein bildhübscher Knabe mit großen, braunen Augen und schwarzem Haar, der sich überdies schon als ein hervorragender Maler entpuppt hat- sieht den Lehrer klug und treuherzig an und antwortete ,Hn mein'n Kopf, Herr Lehrer!"In Deinem Kopf?" fragt der Lehrer verwundert9ia ja", fährt Georg selbstbewußt fort, indem er mit seinen Künstler fingern auf die Sttrne tipptmit mein'n Kops denke ich es mir doch!"

Eisenbahn-Zeitung.

Herborn, 27. Juli, Am 1. August d. I. wird die< Neubausttecke Herborn Hartenrod, eine Nebenbahn mit Normalspur, eröffnet. Folgende Stationen liegen an der neuen Linie: Oberndorf, Eisemroth, Uebernthat Bffchoffen, Offenbach a. d. Dill, Bicken, Ballersbach, Herborn-Seelbach und Burg a. d. Dill. Die Gesamtstrecke untersteht der Esten-- bahndirektion Frankfurt a. M.

** Eine interessante Streitfrage, die durch die Einführung der 45 tägigen Rückfahrkarten besondere« Bedeutung erlangt hat, ist vor einiger Zett von der Bahn-« behörde entschieden worden. Es handelt sich um die Frage,! ob für ein Kind, das zwar vor Antritt der Fahrt noch nicht zehn Jah^re all war, dieses Aller aber erreich, ehe diel Rückfahrt begonnen worden ist, das Fahrgeld für Kinder! ober für Erwachsene entrichtet werden muß. In dem vor- llegenden Falle war dem Vater des betreffenden Kindes! von der Heimatstation ein Kinderbillet verabfolgt worden. Auf der Rückfahrt das Kind war inzwischen zechu ^rhre^ alt geworden ergaben sich Schwierigkeiten, und der Vater des Kindes wurde zur Nachzahlung veranlaßt Auf eine später an die Eisenbahndirellion gerichtete Rekla­mation, die auch dem Ministerium vorgelegen hat, wurde; ihm das nchchverlangte Geld zurückerstattet mit dem Be­merken, daß für die Beurtettung des Allers der Tag^ des Fakrtanttitts in Betracht lomnre. An dieser Bestim­mung oer Verkehrsordnung sei bei Einführung der Rück­fahrkarten mit 45 tägiger Dauer nichts geändert wordem

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Juli

Barometer aus 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

30. 2

751,0

20,8

9,5

52

WNW.

2

Sonnenschein

30.

750,4

16,2

10,3

75

NNE.

1

Bew, Himmel

31. 735

748,9

14,6

11,4

92

SW.

1

Hoc

ifte Te

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rr am

29. t

is 30.

Juli 21

,1° C.

Niedrigste

tt

1)

29.

30.

11

,3°C.

MöchkvUilhe Werstcht Lrr Todesfälle m der Stadt Sießes.

29. Woche. Vom 13. bis 19. Juli 1902.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 finkt 1600 Mann Militär) iLterblichkeitsziffer: 22,08, nach Abzug von 6 Ortsfremden 10,04 %o.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene:

im Lebensjahr:

vom

2.-15, Jahr

1.

Lungenschwindsucht

1

1

Dchlheritis

KD

1 (1)

Krebs

1 (1)

1 (1)

_

Rückenmarkleiden

1

1

_

Bauchsellentzünbung

1

1

Nierenentzündung

1(1)

1(1)

Blutarmut

1

1

Bronchitis

1

1

Blutvergiftung

Kl)

1(1)

Lebensschwäche

1(1)

1(1)

Verunglückung

KD

1(1)

Summa:

11(6)

6(3)

4(2)

1 (1)

Anm.: Die in

Klammen: gesetzten Ziffern geben

an, wie viel

der Todesfälle in der betreffeirden Ürantheit auf von auswärts nach

(Bienen aebcadite Kranke kouunerr.