Ausgabe 
31.1.1902 Erstes Blatt
 
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unterrichtet werden, aufrücken. Dieser Zuwachs der 4. Klasse macht eine Dreiteilung nötig. Die 8. Klasse mit 140 Schülern in zwei Abteilungen wird auf 160 Schüler steigen, was ebenfalls eine Dreiteilung nötig macht; die­selbe Notwendigkeit ergiebt sich bei der 8. Klasse der Stadtmädchenschule, deren 171 Schülerinnen bisher nur in zwei Abteilungen unterrichtet werden konnten. Nach Fertigstellung der Baracken am Hamm steh-en die nötigen Räume zur Verfügung; die beantragten drei neuen Lehrerstelien werden, nachdem Stadtv- I a n n erklärt, für Vierteilung der 8. Klasse zu stimmen, wenn die nötigen Räume vorhanden wären, genehmigt.

Ueber den Antrag der Handelskammer auf Erricht­ung einer Krankenkasse für Angestellte des Kaufmannsstandes referiert Beig. Wolff. Nach dem vom Großh- Ministerium genehmigten, am 3. Februar .n Straft tretenden Ortsstatut sind ,ämtliche Angestellte im Kaufmannsstande, sofern ihr Gehalt 2000 Mark nicht über­steigt oder sie nicht einer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden freien Hilfskasse angehören, bei der Orts- rrankentasse zu versichern- In anderen Städten sind, wie Beig. Wolfs durch Umfrage festgestellt, die kaufmänni­schen Angestellten der Dersicherungspslicht unterwerfen, und es hat sich die Zuführung aller verftcherUngspflichtPen Personen in die Ortskrankenkassen bewährt- Zn Darm­stadt besteht eine besondere Kasse für kaufmännische An­gestellte, ihre Leistungen sind aber verhältnismäßig gering. Während die Vorstände des Detaillisten-Vereins und des Kaufmännischen Vereins sich gegen die Zuführung der Angestellten in die Orts lasse und für Errichtung einer Sonderkasse aussprechen, hat die Ortsgruppe des Ver­bandes deutscher Handlungsgehilfen (Leipzig) und der Handlungsgehilfenverband von 1858 unter Hinweis auf ihre, große Vorteile bietenden freien Hilfs lassen sich gegen Errichtung von Sonderkassen geäußert- Gegen die Zu­weisung der Angestellten des Kaufmannsstandes an die Ortskrankenkasse hat die Großh. Handelskammer Beschwerde bei dem Kreisamt eingelegt, und ersucht, die Frist zur Anmeldung der Versicherungspflichtigen bei der Ortskrankenkasse hinauszuschieben, bis der Entscheid ge­nannter Behörde üorliegt- Der Vorstand der Ortskranken­kasse teilt in einem längeren Bericht mit, daß Dreiviertel der im Handelsstande Beschäftigten bei der Ortskranken­kasse versichert sind; er empfiehlt Ablehnung des Ge­suchs um Errichtung einer Sonderkasse. Beig. Wolff erläutert hierauf eingehend die Gesichtspunkte, aus denen heraus die sozial-politische Kommission zu dem ein­stimmigen Beschluß gekommen ist, der Versammlung sowohl oie Ablehnung der Terminverlängerung wie des An­trags der Handelskammer auf Errichtung einer beson­deren Kasse zu empfehlen. Stadtv. Heichelheim tritt in eingehenden Darlegungen für Ablehnung des von der sozialpolitischen Kommission gestellten Antrags auf Ab­lehnung des Gesuchs ein und empfiehlt, dem Wunsche .her Kaufleute Rechnung zu tragen. Stadtv. Pirr be­spricht die Einrichtungen der Metzger-Jnnungstrankenkasse, die wesentlich zur Festigung des zwischen Meistern und Gesellen bestehenden guten Verhältnisses beigetragen habe; die Ablehnung des Gesuchs um Errichtung einer beson­deren Krankenkasse für die Angehörigen des Kaufmcmns- standes würde er bedauern. Beig. Wolff erkennt den Wert eines guten Verhältnisses zwilchen Arbeitgebern und Arbeitern an, das man gern mitnähme; hier handle es sich aber um die Leistungsfähigkeit der Kasse, und da bleibe die Metzgerkasse hinter der Ortskrankenkasse zu­rück. Stadtv. Löber teilt die Befürchtung wegen Schädigung der Ortskrankenkasse durch eine kaufmännische Sonder lasse nicht, und hält es für Pflicht der Behörde, die Sache zu unterstützen. Stadtv. Krumm erklärt nach einer persönlichen Bemerkung gegen Stadtv. Pirr wegen Hineintragens politischer Gegensätze in die Orts­krankenkasse, daß die Begeisterung in ben Kreisen der in kaufmännischen Geschäften Angestellten für eine Sonder- kasse sehr gering sei, eine Zersplitterung schädige die Ortskrankenkasse und die Versicherten. Redner weist schließ­lich auf einen Erlaß der Kreisämter an die Bürgermeiste­reien hin, worin die Gründung neuer Krankenkassen als nachteilig für die bestehenden bezeichnet wird und empfiehlt Annahme des Antrags der sozialpolitischen Kommission. Stadtv. Gaffky hält es nicht für geraten, die Jn- nungskasse der Metzger als mustergiltig zu bezeichnen; eine große Kasse sei leistungsfähiger als eine kleine. Sach­lich richtiger fei es, die Versicherungspflichtigen der Orts­krankenkasse zuzuweisen, soweit sie nicht in eine freie Hilfskasse eintreten wollten. Im Interesse der An­gestellten fei er gegen Hinausschiebung des für die An­gestellten festgesetzten Termins- Stadtv. Kirch hätte gewünscht, die Sache auch der Finanzkommission zu unter­breiten, und warnt davor, Angehörige des Kaufmanns­standes in die Ortskrankenkasse zu zwingen, so lange die Kaufmannschaft nicht darüber gehört werde- Er ist gegen den Antrag der fozialpolitischen Kommission- Bürger­meister Mecum bemerkt, daß hierfür die sozialpolitische Kommission eingesetzt sei und konstatiert, daß keinerlei Parteistandpunkt mit der Sache etwas zu thuu habe; er könne fast Wort für Wort das unterschreiben, was Stadtv- Krumm gesagt habe, und bezweifele, daß eine neue Kasse das zu leisten vermöge, was die Ortskrankenkasse leiste- Stadtv. Hanau bemerkt, daß in Offenbach, Mainz, Frank­furt a. M. die jungen Kaufleute den Ortskrankassen an­gehören, er bitte um Annahme des Kommissionsantrages. Stadtv. Dr. Guts lisch: die Frage, ob der Termin für die Anmeldung zur Ortskrankenkasse hinauszuschieben sei, müsse ausscheiden; die in kaufmännischen Geschäften Angestellten -hätten nach dem 3. Februar Anspruch auf Krankenunter­stützung, auch wenn sie nicht angemeldet seien; er hofft, daß die Folge der heutigen Diskussion das Fernhalten politischer Gegensätze innerhalb der Ortskrankenkasse sei, hebt den guten Stand der Ortskrankenkasse hervor, und erklärt, daß am besten an den Arbeitern gehandelt werde, wenn man sie in der Ortskasse belasse; eine große Kasse Biete auch mehr Sicherheit gegen Krisen und bei Epidemieen. Er spricht sich für Annahme des Kommissionsantrages aus. Stadtv. Wallenfels bemerkt, daß gerade das Hinein­tragen politischer Anschauungen in die Ortskasse die Kauf­mannschaft veranlaßt habe, eine eigene Kasse zu gründen; er empfiehlt, dem Antrag der Handelskammer Rechnung zu tragen. Stadtv. Dr. Gaffky erklärt, daß er für eine andere Kasse stimmen könne, wenn nicht zu befürchten sei, daß dann andere Berufskreise ebenfalls eigene Kassen gründen wollten. Damit werde aber die Ortskasse geschä­digt. Stadtv. Löber bemerkt, daß die Ortskasse ver­hältnismäßig wenig leiste. Stadtv. Heichelheim tritt der Auffassung entgegen, daß durch eine kaufnrännische Kasse die Ortskasse geschädigt werde. Stadtv. Hanau giebf einen kurzen UeberblicE über die Leistungen der OrtSkasse.

Stadtv. .ft»u m m wendet sich dagegen, für Zwistigkeiten unter den Mitgliedern der Lrtskaste ehrt poetische Partei

verantwortlich zu machen. Stadtv. Emm elins teilt mit,Laß eine sräh.r vorhanden gewesene^ilfLka.se ausMangel an Mitteln eingegangen sei; er glaube nicht an die Existenz­fähigkeit einer besonderen Kasse und stimme deshalb gegen den Antrag der Handelskammer. Beig. Georgi spricht sich für Verlegung des Termins zur Anmeldung der Ver- sicherungspflichtigen aus und wünicht, daß den Kaufleuten die Errichtung einer Kasse gestattet wird, die ihren Ver­hältnissen entspricht. Stadtv. Petri bestätigt, daß inner­halb der Ortskasse Parteipolitik getrieben würde und unterstützt das Verlangen des Kaufmannsstandes nach einer eigenen Kasse. Stadtv. Pirr weist auf das rigorose Vorgehen der Ortskasse hin, wenn die Anmeldung um einige Tage versäumt werde. Hiergegen verwahrt sich Stadtv. H a n a u in seiner Eigen­schaft als Vorstandsmitglied der Kasse; es entspreche nur den gesetzlichen Bestimmungen, wenn säumige Arbeitgeber bestraft würden. Nach Annahme eines Antrages auf Schluß der Diskussion und einigen persönlichen Bemerkungen wird zunächst über den Antrag auf Verlängerung des Termins für die Anmeldung abgestimmt. Der­selbe wird mit 16 gegen 13 Stimmen abgelehnt/ des gl. der Antrag auf Errichtung einer besonderen Kasse für die Angestellten des Kaufmanns­standes.

Ter Antrag der Bäcker-Innung auf Erricht­ung einer Krankenkasse wird, nach kurzer Debatte, in der Stadtv. Löber den Antrag begründet, und befür­wortet, auf Antrag der sozialpolitischen Kommission ab- gelehnt.

Dem Erziehungsverein im Dekanat Grünberg, durch den 3035 Kinder in Zwangserziehung und Waisen­kinder in Pflege untergebracht find, werden 120 Mark, entsprechens einem Satze von 4 Mark für jedes Kind als Beitrag zu den Verwaltungskosten bewilligt-

Das Gesuch des L- Lüter (Wolkengasse 26) um Er­laubnis zum Branntweinausschank wird nicht befürwortet, das Gesuch des Casimir Distel um Erlaubnis zum Wirt­schaftsbetrieb im Hause Riegelpfad 39 befürwortet-

Stadtv- Krumm fragt an, ob die Art des Beschnei­dens der Bäume in der Ostanlage und Plockstraße die Billigung der Bürgermeisterei gefunden habe- Bürger­meister Mecum erwidert, daß die Bäume auf Vorschlag des Stadtgärtners ähnlich denjenigen in der Südanlage Pyramidenform erhalten sollen-

Aus Stadt und Sani).

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Gießen, den 31. Januar 1902.

** Auszeichnungen. Der Großherzog hat dem Leutnant a.D. Kesting das Ritterkreuz 2. Kl. mit der Krone des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen, dem Vorsitzenden der Großh. Handelskammer Bingen, Großh. Kommerzienrat Coblenz zu Bingen, das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienst­ordens Philipps des Großmutigen verliehen. Der Groß­herzog hat dem Weichensteller H. Lang I. zu Ober-Eschbach die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Kaiser verliehenen Allgem. Ehrenzeichens erteilt.

** Militärdienstuachrichten. Prinz zu SolmS-Hohen- solms-Lich, Rittmeister und Eskadron-Chef im Regiment der Gardes du Corps, wurde ein Patent seines Dienstgrades verliehen.

- Prüfung der Schulamts-Aspiranten. Die erste dies­jährige Definitorialprüfung der Schulamts-Aspiranten und Aspirantinnen findet Montag den 28. April, vormitt. 8 Uhr, in der Aula des Ludwig-Georg-Gymnasiums in Darmstadt statt. Die Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung müssen bis längstens zum 29. März bei der zuständigen Kreis- fchulkommission eingereicht werden.

** Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogtums Hessen Nr. 15 hat folgenden Inhalt: Be­kanntmachung vom 30. Dezember 1901, betr. die kirchliche Statistik für das Jahr 1900. Nr. 1 hat folgenden Inhalt: Ausschreiben Nr. 1 und 2 vom 30. Dezember 1901, betr. Versteigerung des Grases von Kirchen- und Pfarrwiesen. Dienstnachrichten. Aufforderung zur Bewerbung. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: Die zweite evangel. Pfarrstelle zu Nidda, die evangel. Pfarrstelle zu Hirzen­hain, dem Fürsten zu Stolberg-Roßla steht das Präsentations­recht zu; die zweite evangel. Pfarrstelle zu Beerfelden, dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu; die evangel. Pfarrstelle zu Ermenrod.

** Alice-Schule. Dieser Tage sand die Generalver­sammlung der Alice-Schule statt, in der über die gegen­wärtige Lage der Schule berichtet wurde. Was die Thätig- keit und die Erfolge der Anstalt betrifft, so sei folgendes hervorgehoben: Daß die Schule in Gießen nicht in der glück­lichen Lage ist, mit großen Zahlen und bedeutenden Ueber- schüffen zu überraschen, liegt in den gegebenen Verhältnissen. Während vor 15 Jahren die Alice-Schule die einzige Anstalt war, in der weibliche Handarbeiten gelehrt wurden, sind in­zwischen gleichartige Institute, kleinere Handarbeitsschulen, lote Pilze aus der Erde geschossen. Selbstredend zerfällt da­durch da§ frühere Ganze in verschiedene Bruchteile, und es galt durch Einrichtung neuer Darbietungen, wie Bügel- und HandelSkurse weitere Einnahme-Quellen zu erschließen. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Koch sch ule, welche, mit eignem Gelde wirtschaftend, sich dem großen Ganzen der Alice-Schule angliedert und unter Leitung der Frau Baronin v. Buseck seit etwa 10 Jahren erfolgreich arbeitet. Seit Herbst 1901 wurde, in Verbindung mit demKaufmännischen Verein", einen Handelskursus für Damen errichtet, ber­rege Beteiligung fand. Unter der zielbewußten Leitung einer vorzüglich bewährten Kraft wird sicherlich darin sehr Gutes geleistet werden. Von den letzten 5 Jahren, 1896 bis 1901 stellen sich laut geprüfter Rechnung:

1896 97 Einnahmen? 6594.10 Mk., Ausgaben: 6041,21 Alk.

1897,98 3939,39 3697,92

1898/99 3831,47 3822,7cf

1899/1900 4268,84 3996,68

1900,01 4206,83 4041,59

Die auffallend höhere Einnahme de§ Jahres 1896/97 erklärt sich daraus, daß danach ein Kapital von 1800 Mk. zurück­gezogen wurde, sowie aus besonderen Zuwendungen aus der Hauptstaatskasse und Spar- und Leihkaffe im Betrage von 1100 Mk. In den darauffolgenden Jahren bestanden diese: 1897/98 in 420 Mk., 1898/99 in 600 Mk., 1899/1900 in 100Ö Mk., 1900/01 in 750 Mk. Dir Einnahmen und AuS- gabett der Kochschule betrugen^

Schneidern.

Lehrkursus.

5

erbrachte

Trotz der

4206,20

4654,98

4365,68

1897/98 1898,99 1899/1900

7

14

9

6

12

4068,02

3699,84

3567,73

1896,97

1897/98

1898 99 1899/1900

1900,01

29

11

14

20

37 in den

63

47

52

33

46

Bügeln.

17

22

16

13

7 Jahren

Sticken.

20

26

24

17

27

zwischen 20 bis 30 im Jahre, sich auf die einzelnen Kurse: Lehrkursus. Weißzeug.

Das Schulgeld der Alice-Schule

11 730,50 Mk.; das der Kochschule 5008,63 Mk.

verschiedensten Schwierigkeiten, mit denen die Schule zu kämpfen hatte, ist es ihr gelungen, sich ehrlich durchzuarbeiten, und so ift zu hoffen, daß sie auch in der Zukunft wachsen,

1896/97 Einnahmen: 3760,45 Mk., Ausgaben: Mk.

1900/01 3916,84 . .

Mitglieder zählte der Verein 330 360 p. I» Die Zahl der Schülerinnen der Kochschule bewegte sich durchschnittlich '' Die der Alice-Schule verteilt

blühen und gedeihen wird.

** Die allgemeine Hegezeit in Feld und Wald beginnt im

Großh. Hessen mit dem 1. Februar.

* Hessische Handwerkskammer. In wenigen Wochen findet zum erstenmal die Abnahme der gesetzlichen Prüfung für ausgelernte Lehrlinge des Handwerks statt. Teils sind es die Prüfungsausschüsse der Innungen, teils diejenigen der Orts-Gewerbevereine, vor welchen die Prüfungen abgelegt werden; wo diese beiden Arten von Vereinigungen nicht be­stehen, sind es die von der Handwerkskammer speziell ge­bildeten Prüfungsausschüsse der Kammer. Wie bei allen Neueinrichtungen, so herrscht auch hier noch große Unklarheit und Unkenntnis und massenhaft kommen an das Sekretariat der Handwerkskammer in Darmstadt Anfragen aller Art. In einer kürzlich stattgehabten Sitzung wurde dieserhalb seitens des Ausschusses für das Lehrlingswesen beschlossen, in den verschiedenen Kreisen des Großherzogtums die Vorstände der Innungen und Orts-Gewerbeoereine, sowie deren Prüfungs­ausschüsse zu gemeinsamer Besprechung einzuladen und bei dieser Gelegenheit Belehrung und Aufklärung in die beteiligten Kreise zu tragen. Es sind zu diesem Zwecke direkte Einladungen

ergangen.

* Postverkehrsnotiz. Postpackete ohne und mit Wertan­gabe werden fortan nach allen Orten des egyptischen Sudan angenommen. Die zulässige Höhe der Wertan­gabe richtet sich nach dem Beförderungswege. Nähere Aus­kunft erteilen die Postanstalten.

** Za Amerika verstorbene Heffen. Jakob Balz aus Biebelnheim, gest. in New-Pork, 47 Jahre alt. Käthchen Enders, geb. Ackermann aus Nieder-Saulheim, gest. in Denver (Col.), 35 Jahre alt. Joh. B. Fre ysi nger aus Bingen, gest. in New-Haven (Conn.), 54 Jahre alt. Philipp Schäfer aus Lindenfels, gest. in BacyruS (Jll.), 56 Jahre alt. Katharina Hartmann aus Reichelsheim, gest. in Springfield (Ohio), 86 Jahre alt. Katharina Ockstadt aus Büdingen, gest. in Washington; 76 Jahre alt. Heinrich Soldan aus Pferdsbach (Kr. Büdmgen), gest. in Pigeon (Mich.); Jakob Weber aus Oberheffen, gest. in Philadelphia, 72 Jahre alt.

et Butzbach, 30. Jan. Am Mittwoch fand die General­versammlung des Volksbildungsvereins im Gasthause Zum goldenen Löwen" statt. Dem Rechenschaftsberichte des Herrn G. Vogt nach beträgt die Mitgliederzahl nach Zugang von 6 nunmehr 166. Der Bibliothek wurden im abgelaufenen Vereinsjahre 4 336 Bände entliehen. 4 Vorträge wurden gehalten, die von 810 Zuhörern besucht waren. Rechner Steinhäuser berichtete, daß als Einnahmen zu den Beiträgen der Mitglieder von 325 Mk. die Zuwendungen des Mathildenstifts von 200 Mk. und des Vorschußvereins von 100 Mk. kamen. Für Bücher wurden 100, für Zeit­schriften 150 Mk. verausgabt. Der seitherige Vorstand wurde in seinen Aemtern belassen.

Schotten, 30. Jan. DasLehrerheim" bei Schotten wird in kurzem von der hessischen Lehrerwelt auf eigene und feste Füße gestellt werden, sodaß sein Fortbestand auf Jahre gesichert ist. Der Vorstand desLehrerheims Vogelsberg" erließ in den letzten Jahren einen Aufruf zur Zeichnung von Darlehen von 50 Mark zu 3 Prozent vom Hundert verzins­lich. Verbindlich sollten die Zeichnungen nur dann fein, wenn die Zahl 200 überschritten würde. Diese Zahl ist nun in den letzten Tagen erreicht worden. Weitere Zeichnungen sind natürlich willkommen. Spätestens in sieben Jahren be­ginnt die Rückzahlung der einzelnen Darlehen durch plan­mäßige Auslosung der Schuldscheine. Das Heim besitzt einen Wert von 37,787 Mark. Es ruht darauf eine Schuldenlast von 24,269 Mark.

I Vom nordwestlichen Vogelsberg, 30. Jan. In den Wal- düngen unserer Gegend finden letzter Tage die ersten Holz- ver st eigerungen in diesem Jahre statt. Die Preise für Brennholz sind bedeutend geringer als im Vorjahre. Während damals zwei Raummeter Buchenscheitholz auf durchschnittlich 18 bis 20 Mark kamen, werden diesmal 14 bis 16 Mark dafür bezahlt. Nadelscheitholz kostet 4 bis 5 Mark der Raum­meter, im vorigen Winter dagegen 5 bis 7 Mark.

Darmstadt, 30. Jan. Ein heiterer Zwischenfall ereignete sich am Dienstag bei der Aufführung desVeilchen- f reff er" im Hoftheater. Fräulein Grohö, die anfangs die Nolle desDienstmädchens Minna" gespielt hatte, wurde splötzlich krank und wurde im 3. Akte durch Fräulein Wis- thaler ersetzt. Als der Bursche Peter (Herr Schulze) seine Minna auf der Citadelle plötzlich in solch anderer Verkörper­ung erblickte, rief er ihr entgegen:Hast Du Dich aber ver­ändert!" worauf ungeheure Heiterkeit im Publikum.

Meteorologische Beobachtungen ______ der Station Gießen.

Jamlar

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit,

Windrichtung

Windstärke

Wetter

30.

026

754,6

4- 1,3

3,5

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4

Sonnenschein

30.

9^

758,8

- 0,7

4,3

70

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2

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