Ausgabe 
30.10.1902 Drittes Blatt
 
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9

Zweifel.

II« SreiS Grürrberg.

2.

3.

5.

8.

9.

19.

20. 3L

22.

33.

34.

verbinden. w r

Abg. Stadthagen [Soz), der mit lauten Mha-Rufen empfangen wird, spricht unter großer Unruhe und fortwährenden Unterbrechun­gen etwa eine viertel Stunde lang zur Geschäftsordnung. Im Zu­sammenhang bleiben seine Ausführungen unverständlich, zumal da ' * --- * * U. A. weist er unter großer

A, Friedberg: Stadt (20, 6889) Tamm (freis.) 382. (Nicht aewäblt Jockel (not-lib) 346'

Saasen mit Bollnbach, Veits berg und Wirberg (1, 479)

Stangenrod (1, 306) Georg Reichmann, Antif. 38

[9hd)t qcrooblt Johannes WM, 10]

Steinbach (1, 984)

Treis a. d. Lda. (3, 1138)

Weickartshain il, 378) mit Stockhausen (136) Johannes

Trüller VL, Antif. 38

iNicht gewählt Karl Knoß (f. w. D.) 19]

III. Lrciü Friedberg.

(Antif.) 42.

[91. g.: PH. Zimmer I. (lib.) 35.

6. Beuern (1, 995) Bürgermelster Otto 21.

[91. g.: Wilh. Arnold V. (Antif.) 14.

7. Burll)ardSselden (1, 683) Joh. Haas IV. (Antif.) 27.

[91. g.: Bürgermstr. Hofmann (natL) 18.] Geilsl>ausen [1, 476) Peter Seipp 25.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 29. Ott. TieStaatsb.-Ztg." weiß heute abend zu beruhten, daß die zur Zeit im königlichen Schau­spielhause gastierende französische Tragödin Sarah Bernhard die Tochter des jüdischen Pferde­zasters Feibel Bernhard auä Frankfurt a. O-

91 g. Stein, Bürgermeister.

12. Lauter (1, 418) Bürgermeister Aff 45

[9lid)t gewählt Hemr. Feldmann L 7]

13. Lindenstruth (1, 344) Ludwig Temes L, Antif., 17

[9hd)t gewählt Bürgermeister Scheid (lib.) 10]

14. Londorf (1, 850) Bürgenneister Aumann (not) 39

[Nicht gewählt Karl Göbel L (Antif.) 2]

15. Lumda (1, 390) Joh. Heßler III, AnNs. 28

[Nicht gewählt Wilh. Hehler (Bauernbund, w. D.) 10]

16. Odenhaufen (1, 297) mit Appenborn (11).

17. Oueckborn (1, 529)

1. Illbach (1 Wahlmann, 341 Einwohner)

Aüendorf a. d. Lda. (2, 1116) Martin Wallenfels (Rfpt.) 79, Karl Strack (Rfpt.) 77. Die beiden Wahlmänner werden

18. ReinhardSham (1, 286), Peter Kornmann, f. w. D. 19

[Nicht gewählt Kaspar Löchel (Antif.) 6]

Reiskirchen (1, 768) Johannes Wagner 24

[Nicht gewählt Philipp Konrad Becker VTL 18, und Wilh.

Becker IL 16]

Wahlmäunerrvahlerr.

I. Wahlkreis Gießen.

Im Ganzen wurden abgegeben 1020 Stimmen, davon ent­fielen 686 auf den Kandidaten der bürgerlichen Parteien, Justizrat Tr. G u t f l e i f ch, 334 auf den Kandidaten der Sozialdemokraten, Krumm. Die Wahl des Justizrats Gutfleifch ist dadurch außer

ein anständiges BegrDmß bereiten; wir hingegen haben die Absicht, diesen Antrag durch die Diskussion inS rechte Licht zu sehen und dafür zu sorgen, daß solche maßlosen Forderungen mit dem rich­tigen Namen bezeichnet werden. Der Vorschlag des Äbg. Sattler hat, so gut er auch gemeint ist, keinen Zweck. Wir nehmen den Antrag Wangenheim ernst. Denn bei dem Einfluß, den gerade dieser Theil der konservativen Partei auf die Reichsregicrung hat, öerbient ein solcher Antrag sehr ernst genommen zu werden. [Sehr gut! links: Unruhe rechts.) Ich glaube. Sie unterschätzen bxe Gefahr, die in diesem Antrag liegt. Jedenfalls halten wir den Antrag für einen solchen, der die eingehendste Würdigung verdient, auch wenn dieselbe Position später noch einmal zur Verhandlung kommt. Ist das aber richtig, dann sind Sie es [nach rechts), die die Verhandlungen verlängern wollen, und wir sind es, die sie abkürzen wollen. [Heiterkeit und Unruhe.) Wenn Sie überhaupt von Obstruktion reden wollen, so suchen Sie auf Ihrer Seite, nicht auf unserer. [Beifall linß.)

Abg. Frhr. v. Wangenheim (kons.): Daß totr eine Reihe von Positionen zurückgezogen haben, war als Konsequenz hier schon gefaßter Beschlüsse ein Gebot der Logik. Tie Gärtnereizölle aber konnten wir aus dem Antrag nicht herauSlaffen, denn es ist kein Zweig der landwirthschastlichen Produktion in der Kommission von den verbündeten Regierungen so schlecht behandelt worden, wie die Gärtnereizölle. [Sehr wahr! rechts.) Nach den Aeußerungen, die wir in der Kommission vom Regierungstisch auS gehört haben, müssen wir annehmen, daß man beabsichtigt, die Gärtner bei den Vertragsverhandlungen wieder ausfallen zu lassen, und deshalb blieb uns nichts übrig, als für diese Zölle die Bindung zu be­antragen. Es handelt sich für uns nur darum, eine General­diskussion über die Gärtnercizölle herbeizuführen. Lehnen Sie dann die Mindestzölle zu einer Position ab, so werden wir tn Konsequenz dieser Abstimmung unsere weitern Anträge zurückziehen.

Abg. Dr. Sattler: Hätte der Vorredner Recht, dann würde ja überhaupt die Diskussion über den ersten Punkt genügen. [Heiterkeit.)

Abg. Frhr. von Wangenheim flons.): Das konnte uns ja voll­ständig recht fein, wenn in der Weise verfahren wird, daß nur über einen Punkt bebattirt wird. Ich glaube aber kaum, daß der Präsident geneigt fein wird, bei den Küchengewächsen auch schon über Blumen diskutiren zu lassen.

Abg. Richter [freis. Vp.) beantragt, fortab generell nach den Nummern des Tarifs vorzugehen und die Anträge auf Mindest­zölle stets mit den betreffenden Nummern des autonomen Tarifs zu

Theis (freis.) 95.

Fauerbach o. d. H. (1, 547)

Gambach (2, 1406) Konrad Laux (Antisemit) 32, Jakob Schmidt VIL (Antif.) 32.

Griedel (1, 825) Konrad Wissel II 30, 2 S1 zersp.

Hoch-Weisel mit Maibach und Bodeenrod (1, 956) Bürger­meister Werner 14.

Kirch-Göns (1, 622).

Langenhain mit Ziegenberg (1, 459) Bürgermeister Rumpf (lib.) 8.

Munster mit Hausen und Oes (1, 310) Bürgermstr. Reineck, Münster 8.

Münzenberg mit Trais-Manzenberg (1, 1061).

Nieder-Mörlen (1, 808) Joh. PH. Witzei L (Eentr.) 23.

9L g.: Heinr. Möbs X. (Eentr.) 16, Joseph Kremer HI. ((Str.) 1.

Nieder-Weifel (2, 1387) Konrad Hildebrand XI. (Rfpt.) 83, Phil. Hildebrand I. (Rfpt.) 83.

Ober-Mörlen mit Hof Hasselheck (4, 2095).

Oppershofen (1, 645) Andreas Heinstadt I. (Eentr.) 24. Ostheim (1, 461) Beigeordneter Herrn. Schrimpf L 23. Pohl-Göns (1, 581).

Rockenberg (2, 1182) Karl Dietz 32, Joh. Gg. Anselm 30.

IV. «reis «lSfcld.

Alsfeld.

Atzenhain Heinr. Zulauf (Antif) 51. Flensungen.

Ilsdorf.

Lehnhcim Heinr. Dickhardt (lib.) 34.

9L g. Heinr. Bräuning (Antis.) 5.

Merlau Joh. Schönhals (Antis.) 29, Jakob Bamberger (freis.) 15.

() Darmstadt, 30. Ott. (Eig. Drahtb.) Die gestrige Wahl hat ein überraschendes Resultat ergeben: Bei der ersten Zählung erhielten Buff-Mornew eg (nl.) 1826 Stimmen und Lan genbach-Seng (freis.) 1832 St. Nachträglich stellte sich heraus, daß sechs Zettel un- giltig waren. Eine genauere Zählung ergab dann für beide Parteien Stimmengleichheit und zwar je 1823 Stimmen. Es ist indessen sehr wahrscheinlich, daß die Freisinnigen mit einigen Stimmen Majorität siegen werden. Don 8900 Stimmberechtigten beteiligten .sich 3856 an der Wahl, also 41 Prozent gegen 37 Prozent bei der letzten Wahl.

Offenbach. (Eig. Trahtb.) Ulrich (Soz.) 2733 St., nicht gewählt: Fei st mann (lib.) 2508 Stimmen.

Mainz. 50 Prozent der Wähler haben abgestimmt, von 10 537 Wahlberechtigten haben 5066 Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch gcmad)t Auf die Wahlmänner der Sozialdemokraten entfielen 2982, auf die des Zen­trums 1379 und auf die der Nationalliberalen 690 Stim­men. Die Sozialdemokraten haben demnacl) mehr Stim­men erhalten als die beiden ihnen gegenüberstehenden Parteien zusammen. Nachdem sich die Demokraten und die Teutschfreisinnigen entschlossen hatten, die Soualdemvtta- ten zu unterstützen war das Resuttat vorauszusehen. Durch den Ausfall der heutigen Wahl ist Mainz somit für die nächste Legislaturperiode wiederum durch zwei Sozial­demokraten vertreten. Kandidaten der Sozialdemokraten sind die beiden bisherigen Abgeordneten Tr. David und HaaS.

Dingen. Bei der Landtagswahl ging Pennrrch (Ztr.) als Sieger hervor.

Ingelheim-Finthen. 26 Zentrumswahlmänner und 19 freisinnig-sozialdemokratische Wahlmänncr wurden gewählt. In Marienborn hat, da die freisinnigen und die Zentrums-Wahlmänner die gleiche (Äimmen^chl er­halten haben, das Loos zu entscheiden. Tie Wahl des bisherigen M>g. Dr. Frenay (Ztt.) ist gesichert.

9L g. Wilh. Krug II. 17.

Grünberg (3, 1992) Georg Keil (lib.) 65, Ludw. Emmll (lib.) 67, Heinr. Konr. Zimmer (lib.) 61.

[9t. g.: Christ. Frank (lib.) 8.]

10. Harbach (1, 343) pemr. Stark (Antis.) 12.

[91. g.: Georg Münch III. 3.]

11. Kcsselbach (1, 437) Wilh. Becker IV. (Antis.) IL

für Hirschei eintretcu.

[Nicht gewählt: Bürgerin. Rein 54, Karl Otto 47.] Allertshausen (1, 268) mit Climbach (249) Bürgermeister Stein-Elimbach (fr. w. B.) 17.

[Nicht gewählt: Heinr. Hittgartner IL]

Beltersham (1, 298) mit Göbelnrod (244) Heinr. Röhrig 33.

[91. g.: Wilh. Müller 10.]

Bersrod mit Winnerod (1, 395, 34) Wilhelm Hammel II.

Gelegenheit sei, über alle möglichen Dinge zu reden und so die Debatte zu verlängern. .

Nach kurzer weiterer GcscbäftsordnungS-Dcbatte beginnt gegen 6 Uhr die namentliche Absttmmung über den Antrag Singer aus Vertagung. , r ,

Ter Antrag wird mit 210 gegen 87 Stimmen abgelehnt, zwei Abgeordnete enthalten sich der Absttmmung.

Abg. Herold [Eentr., bemerkt zm Geschäftsordnung). Nach dem § 53, Absatz II, der Geschäftsordnung beantrage ich, über sämmtliche Anträge Vangenheim zur einfachen Tagesordnung über- zugeh cn. [Lebhafte Bewegung und große Unruhe links.)

Präsident Gras Ballcsttem: Nach der Geschäftsordnung hat bei einem solchen Antrag ein Abgeordneter für und einer da­gegen das Wort. Tas Wort dafür hat Abg. Herold.

Abg. Herold: Ich bitte Sie, meinen Antrag anzunehmen. In der Begründung kann ich mich ganz kurz fassen, denn der Antrag Wangenheim enthätt so viele verschiedenartige Materien, zu denen wir noch nicht Stellung genommen haben, und er ist so aussichtslos, daß eine eingehende Debatte ganz unmöglich und zwecklos ist

Tas Wort gegen den Antrag Herold erhält:

Abg. Dr. Hahn: Wenn der Kornbauer und der Viehzüchter durch Minimalzölle geschützt wird, dann ist es eine Forderung der augleichenden Gerechtigkeit, daß auch der Gärtner in gleicher Weise geschützt wird. Wir waren umsomehr zu unserem Anträge ge­zwungen, als es nicht unbekannt geblieben ist, daß die verbündeten Regierungen sich mit der Absicht tragen, gerade die Gärtnerei­produtte als Kompensationsobjette bei den Handelsvertragsver­handlungen zu benutzen. Wir wollen die Gärtner schützen, das sind werthvolle Existenzen, die sonst zu Grunde gehen müßten. Sie würden es nicht verantworten können, wenn Sie einfach über bett Antrag Wangenheim zur Tagesordnung übergingen. [Große Un­ruhe.) Ich werde gegen den Antrag Herold stimmen. Vielleicht vereinigen wir auf den Antrag Wangcnheim noch eine so große Minorität, daß die Regierungen bei Handelsvertragsverhandlungen Gärtnereiprodukte nicht so schlecht behandeln, wie sie jetzt gewillt sind, zu thun. .

Hierauf wird über die Anträge Wangenhetm zur ein­fachen Tagesordnung entsprechend dem Antrag Herold übergegangen. Gegen den Antrag Herold ftimmen nur die Sozialdemokraten, bie freisinnige Vereinigung, ein Thell der Konservativen unb einige Antisemiten.

Hierauf vertagt auf Vorschlag bes Präsidenten baS Hau- bie weitere Berathung auf Donner st ag 12 Uhr. (Dieselbe be­ginnt mit der namentlichen Absttmmung über den ganzen Absatz 8 des § 1 des Zolltarifgesetzes, wie er sich jetzt gestaltet hat.)

Schluß nach 6^ Uhr.

Vermischtes.

Stettin, 29. Ott. Auf einem "Felde wurde die 16- jährige Schnitterin Marianne Urbaniak ermordet und beraubt aufgefunden. Der That verdächtig ist der Stiefvater der Ermordeten. Nach demselben wird gefahndet- Breslau, 29. Ott. In Woischwitz hat die Ehefrau des Arbeiters Nitschke ihre drei Kinder im Atter neu, 11, 9 und 7 Jahren vergiftet, und dann auf gleiche Weise Selbstmord begangen. Sie scheint die That in einem Anfalle von Schwermut begangen zu haben.

* Weimar, 29. Oft Zu der Meldung von der 8er-* Haftung der bekannten Frauenrechtlerin Fräulein Dr. Anita Augspurg erfährt das MattDeutsch­land" aus bester Quelle folgendes: Fräulein Augspurg war Samstag abend 7i/r Uhr hier ein getroffen und fiel >em auf dem Bahnhof stationierten Schutzmann durch chr eigentümliches Gebahren auf. Aus die Aufforderung des Schutzmannes, ihren Namen und den Zweck ihres hiesigen Aufenthaltes anzugeben, verweigerte fte jegliche Auskunft und verlangte, zum Vorstand des hiesigen PolizciwefeuS geführt zu werden. Trotz mehrmaliger Aufforderung, ihren Namen zu nennen, beharrte Fräulein Augspurg aus chreu Verlangen, worauf sie zur Polizeiwache gebracht wurde.. Ta der Polizeichef abwesend war, wurde sie von einem Kriminalbeamten vernommen und nach ^ngobe ihrer Per- onalten sofort wieder in Freiheit gesetzt. Der Gemnnde- vorstand richtete am Montag an Fräulein Augspurg em offizielles Schreiben, in welchem das Bedauern über den Vorfall ausgesprochen und ihr mttgeteitt wird, daß der betreffende Schutzmann zur Verantwortung gezogen wer­den soll. Von anderer Seite wird noch gemeldet, datz Fräulein Augspurg sich in Weimar aus dem Wege zum Bahnhofe befand und in ganz unauffälliger Werse die Straße hinaufgegangen sei, als sie sich zu ihrem Erstounm plötzlich von einem Schutzmann angehalten sah, der sw schon etwa fünf Minuten lang verfolgt hatte Ter Schutz­mann forderte von der Dame nicht gerade hofluh 2ttEnft über die Zeit chrer Anwesenheit in Weimar. Ter wahrhetts- gemäß erteilten Antwort legte der Beamte keine Bedeuttmg bei. Auf die Frage der Dame, ob fte mellercht verhastich werden sollte, erwiderte der Beamte, er habe allett>uigS diese Absicht, worauf Fräulein Augspurg sofort mtt ihm wieder zur Stadt zurücüehrte. Auf dem etwa vrertelstün- digen Wege hatte sich ein Schwarm von 4050 Neu gierigen zu den Beiden gesellt. Auf der Polizeiwache wurde auf wiederholtes bestimmtes Verlangen der Sistierten em höherer Beamter von ihrer Anwesenheit in Kenntnis ge­setzt, der sofort die völlige Haltlosigkeit ihrer Arretierung einsah. Am nächsten Tage ist ein amtliches Schreibm bet der Dame eingelaufen, in welchem das Vorkommnis bebauert und mitgeteilt wird, daß der Schutzmann unverzugtvch rettistz^rt ^sei. ^r bekannte Arzt Dr. Senz, der.

an den Burenkampfen teilgenommen hat, ist an Blnt^ Vergiftung gestorben. r» or..

^Guatemala, 29. Ott. Durch vulkanische AuS- brüche sollen die blühendsten Distrikte der Laff«zpno schweren Schaden genommen haben. Ter Um sang beäaiL* standenen Schadens ist aber wegen der strengen Zensiw der einlaufenden Nachrichten noch uicht genau ui etTaiTuau Tie mit Erdbeben verbundenen Ausbrüche dauern fort, * Der Kassierer des Lemberger Staats^ bahn Hof er Ritter Don Tr zc in skr wurde lungst nach Dernntreuung Don 6800 Kronen flüchtig und gnrg nag Monaco. Er sandte von dort auö an d>e Lemberger Strucks ' bahn-Tirektion einen Brief, in dem er mitt mite, er habe ' in Monaco an der Spielbank 70000 ürvnen gewonnen, t»- von er 7M0 Tvoncn R Ersah der Tesraudafonen zurück- sende. Tas Geld lag dem Briese beu

Große Unterlchlagungen von Steuer, aeldern sind, wie man aus Chri,tiania meldet, der- selbst entdeckt worden Fast säm t tich e Steuererbebcr . sotten bei den Tesraudationen beteiligt sein. Mehrere Seamtc wurden bereits entlaßen. £ie benwfreuten men sind bedeutend 'umal die Betrügereien seit zehn ^ahre» . verübt wurden.

daß ihm ein anständige- Äegräbniß yfl Theil wird. sHetterkekt.) Dtt eigentliche Diskussion über die Posttwnen selbst kommt ja spater doch zu ihrem Recht bei jeder Positron des Tarifs selbst Ich memer- seits kann nur erklären: Ich würde gegen erne derartige Behanb- Iimg bes Antrags Wangenheim an dieser Stelle durchaus fern, wenn damit die Diskussion über die Positionen im Tarif selbst aus­geschlossen sein sollte. Wie die Sache aber jetzt geplant ist, habe ich nichts dagegen. [Beifall bei den National-Liberalen.)

Präsident Graf Ballestrem: Ich bin nicht in der glücklichen Lage des Herrn Abg. Dr. Sattler, den Herren Kollegen gute Rath- schläge ertheilen zu können. Ich kann nur verfahren, wie es bie Geschäftsordnung verlangt. Der Anttag der Herren Frhr. von Wangenheim und Genossen lautet dahinin § 1 den Absatz 2 wie folgt zu fassen". Ich mußte ihn also bei tz 1 zur Verhandlung stellen. Ich habe aber zur Genüge gezeigt, daß die sachliche Dis­kussion über diese Gegenstände erst beim Taris selbst zu erfolgen hat. Hier handelt es sich lediglich darum, zu entscheiden, ob diese Positionen überhaupt geeignet sind, in den Mindesttarif hinein- genommen zu werden. Einen anderen Sinn hat die Behandlung des Anttags Wangenheim an dieser Stelle nicht.

Abg. Richter [freis. Vp.): Der Präsident hat ganz Recht, baß 'n an bestimmte formen gebunden ist. Aber andererseits wird durch seinen Vorschlag doch der Weg verlassen, den totr bisher ein­geschlagen haben. [Sehr richtig! links.) Wir haben uns dahm ver­ständigt, daß es toidersinnig wäre. Minimal- und Maximalzölle ge­trennt zu diskuttren. Wollten totr Prämien auf Obstruktion setzen, so müßten toir für den Anttag Wangenheim fein, weil ich annehmen könnte, daß dann über jede Tarifnummer zwei getrennte Diskus­sionen stattfinden. [Sehr gut! links.) Aber ich bin überzeugt, daß sich Herr von Wangenheim nur von sachlichen Gründen leiten läßt. [Heiterkeit.) Es geht doch nicht an, daß es in baä Belieben eines Abgeordneten gestellt wird, je nachdem er seine Anträge auf­rechterhält oder zurückzieht, die Tagesordnung vollständig zu ver­schieben. [Sehr gut! linlSJ Auf der Tagesordnung steht der ganze Zolltarif mit seinen 946 Positionen. Da könnte hier jeder Abge­ordnete an jedem Tage plötzlich durch Beantragung eines Mindest­zolls irgend eine beliebige Nummer vorziehen, und bas Haus würde vollkommen von dem Belieben des Herrn von Wangenheim oder irgend eines Anderen abhängig fein. Dazu kommt, daß man sich vorher auf eine Diskussion einrichten muß.

Parlamentarisches.

D e r t i n, 29. Olt. Ein parlamentarischer Berichterstatter meldet: Mehrere Fraktionen des Reichstages hietten heute Sitzungen ab, il a. sei im Zentrum heute eine Aende- rung derGefchäftsordnung angeregt und eingehend besprochen worden. Das Zenttum wolle die Zulässigkett von namentlichen Abstimmungen in gewissem Grade einschränken. Vorläufig sind nur unverbindliche Wünsche ausgesprochen worden.

München, 29. Ott. DieAllg. Ztg." meldet: Die Mitteilung, daß Finanzminister Frhr. v. Riedel im Bundesrat für den 3Mark-Gersten^oll dadurch den Ausschlag gab, daß er als ältestes Mitglied des Bundes­rates zuerst absttmmte, ist aus drei Gründen unzu-, treffend. Erstens wird im Bundesrat, wenn namentlich abgestimmt wird, nach Staaten abgestimmt, und zwar in der in der Reichsverfassung angegebenen Folge, dann aber nahm Finanzminister Riedel an der bettesfenden Sitzung des Bundesrates überhaupt nicht teil. Schließlich ist bie Abstimmung über den Gerstenzoll and) eine einstimmige gewesen.

B. Friedberg Gemeinde: Butzbach (7, 3940) Friedrich Grauer I ist. Daselbst und später in Berlin sei sie schon in Lind«, (frei).) 95, Wilhelm Grüninger (kreis.) 94, Karl Hader- " mann I (freis.) 95, Christoph Melchior (freis.) 96, Ernst Muth (freis.) 95, Konrad Sommeriad (freis.) 95, Joh.

Abg. Singer: Ich betone nochmals, baß hier eine Heber- raschung vorliegt. Selbst bie Referenten haben nichts davon geahnt. Die Behauptung, daß der Schluß der Debatte vorzeittg eingetreten ist, halte ich durchaus aufrecht. Es ist nie oder doch nur selten vorgekommen, daß, wie heute, gleich nach dem ersten Redner bie Debatte geschlossen wurde. [Sehr richtig! linZSJ Das ist nur dem Umstande zuzuschreibcn, daß die Herren von der Rechten ------------ ---

plötzlich in beschlußfähiger Zahl hier erschienen waren. Der Abg. er der Tribüne den Rücken kehtt. . - -

Sattler nimmt den Anttag Wangenheim nicht ernst, aber er will ihm I Heiterkeit der Linken nach, daß der Anttag Wangenhetm eine gute