Ausgabe 
30.8.1902 Zweites Blatt
 
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ußland sind an-

fchristen, das heißt, mich herrschender rJl- äna!?®L 3" losen Mark.

lolchc, die nicht reichsrechtlich geregelt 5nT?®', .Iti>t9rrtd> Mark, gebündelte II-lW- Jns-lge der matt«-n amerikam chen treffen Tie Delikte wider die Litt1'^ r1 en be- Getreide. Wei»ei emgetretenen guten Wetters, weiches durch das Reich.'ftraigeftnbuch <msKb!»SN»^ a6tr eine ?or,en u'10 d-g'endl^ otantai^ durch die leuchte . -.*7 ^7; 7 ^rt-^a)iießllch gereaelte Mn- den m Teutscdland wieder einigermaßen gut machen

^^^ObeÜcmdeLgertcht tn ^ttrmstadt, dem die unteren D'tterung entstandenen edinM.*m Getreidegeschäft in der letzten

Gerichte schon rm Interesse einer einheitlichen kann, har sich bi Amerika ist heute ca. 2 Marl

folgen, Hal icdoch jenen Artikel 2 1 1 fürn* möP Halste der aSJ?fthÄ!S?-L .Ankünfte m Rußland sind an-

landesrechtlich mir in Kraft die befop

gen o^eisdarer alter Ware. . vermlrk gesucht. Gerste:

Gerichtssaal.

fr. Gießen, 29. Ang. Schöffengericht. Gegen einen Taglöhner und eine Taglöhnerin toar wegen Kon- kubin a ts gemäß Art. 211 des hessischen Polizeistras- gesetzbuches polizeiliche Anzeige ergangen. Die Frage, ob das Konkubinat als solches strafbar sei, ist in der Wissen­schaft lebhaft bestritten. Tos Reichsstrafgesetzbuch führt nämlich dasselbe unter den Delikten wider die Sittlichkeit nicht aus. Außer dem Reichsstrafgesetzbuch bteibeij -yi&w.

Jjiung der Kontrakte zu jedem Rumänien ist immer noch zu ^'.sonders groß, doch be-

Burkhardsfelden, 26. August. Der Vorstand des Kriegervereins Burkhardsfelden hat em Schreiben an uns gerichtet, das, obwohl es keineswegs etwa den Vorschriften des PreßgesetzeS entspricht, dennoch hier roiebergegeben sei. LS nimmt Bezug auf eine uns zugegangene Not^ über die Gravelotte-Feier dieses Vereins und besagt, daß dem Verein die in jener Notiz genannten Herren gar nicht angehören. Das Schreiben teilt uns ferner mit, daß jene Veranstaltung vom Bürgermeister Hofmann eröffnet wurde, der in sachlicher Weise die Bedeutung des Tages schilderte und zum Schluß ein Hoch auf Kaiser und Großherzog ausbrachte. Die ganze Feier verlief in gemütlichem, militärischem Tone und es sei durchaus kein Zank und Stteit oorgekommen. Erst in später Stunde verließ der Verein in bester Ordnung baS Vereins­lokal. Soweit die Zuschrift, der wir hiermit gern Raum geben. Unser Berichterstatter hat uns danach offenbar eine falsche Nachricht zukommen lasten, was wir bedauern. Der Kriegerverein aber wird gut thun, in Zukunft über seine Veranstaltungen an uns selber zu berichten, wodurch er am besten unrichtigen Zeitungsnachrichten begegnet Auch andere Vereinigungen können daraus eine Lehre ziehen. Die Zeit-ungsberichterstattung durch die Vereins­schriftführer kann nicht oft genug von uns erbeten werden.

§ Butzb ach, 29. Aug. Bäckermeister Paul hier ver­kaufte fein in der Langgasse stehendes Neben Hans, mit ca. 90 Quadratmeter Flächeninhalt, an Ferdinand Flory Witwe von Butzbach für den Preis von 6500 Mk Die Uebergabe soll am 7 Qktober erfolgen.

Wölfersheim, 29. Aug. Heute morgen ging das Preßhaus der Braunkohlengrube infolge Staubexplosion in Flammen auf. Das Gebäude ist total niedergebrannt; da das Feuer, ähnlich wie in Trais-Horloff, mit Gewalt und momentan ausbrach, war an ein eigentliches Löschen nicht zu denken, obwohl die Feuerwehren von Wölfersheim, Södel, Berstadt und Wohnbach bald zur Stelle waren. Der Brand konnte jedoch lokalisiert werden. Soviel bis jetzt bekannt, sind Personen nicht verunglückt. Eigentümlich ist es, daß die Presserei acht Tage lang stillgestanden hatte infolge Defektes, heute konnte der Betrieb wieder eröffnet werden, da das schadhaft gewordene Ersatzteil eingetroffen und gleich nach Wiederaufnahme des Betriebs erfolgte der Brand.

Q Darm st adt, 29. Aug. Mit Beginn des Winter­semesters wird an der Technischen Hochschule zu Darmstadt ein ganz neues Kolleg, und zwar über chemisch - technische und geologische Vor­arbeiten zur Trinkwasser-Versorgung der Städte re. gelesen werden. Die Art der Vorlesung ist insofern neu, als in derselben zwei Dozenten, und %toar der Landesgeologe Dr. Steuer und der Vorstand der chem.-technischen Prüfungsstation Prof. Dr. Sonne zusammen abwechselnd lesen werden. Die Vorlesungen wer­den durch Experimente und Exkursionen in die Umgebung von Darmstadt interessanter gestaltet.

Offenbach a. M., 29. Aug. Die Stadtverord­neten haben einstimmig beschlossen, bei der Großh. Re­gierung dahin vorstellig zu werden, daß dieselbe bei dem Bundesrate die Aushebung der Grenzsperre für Schlachtvieh beantragt. DieOffenb. Ztg." schreibt dar­über:Außerhalb der Äigesordnung kommt der schriftlich gesellte Antrag, den Oberbürgermeister Brink zu beauf­tragen, im Diamen der Dtadtvertretung bei der Großh. Regierung dahin vorstellig zu werden, daß dieselbe beim Bundesrat die Aufhebung der Grenzsperre für Schlachtvieh beantrage und auf rasche Erledigung dieses Anttages hinwirke, zur einstimmigen Annahme, nachdem der Antragsteller die Gründe für den Antrag vorgebracht hat. Tie hohen Fleisch- und Wurstpreise seien eine Folge der Fleisch not, und diese wiederum eine Folge der Grenzsperre. Tie einzelnen Kommunen hätten die Pflicht, in Berlin zu zeigen, daß man gegen die an die Agrarier gemachten Konzessionen protestiere. Wenn das nichts fruchte, werde er beantragen, die Erhebung des Ok­trois für Schlachtvieh auszusetzen."

Frankfurt a. M., 27. Aug. Seit gestern weilt in üem in Castans Panoptikum neu eröffneten Saale für wissen­schaftliche Vorführungen und Abnormitäten eine Singhalesen- Truppe. Diese der Urbevölkerung der Insel Ceylon ent­nommene Vereinigung von Männern und Weibern darf als eine außerordentlich schätzenswerte ethnographische Sehens­würdigkeit bezeichnet werden. Die olivbraunen Menschen ver­schiedenen Alters gefallen durch schönen Gliederbau und meist nicht unsympathische regelmäßige Gesichtsbildung. Im Be­sonderen trifft diese Beurteilung auf die Männer zu, die den Oberkörper insofern nackt zeigen, als er nur mit einer Ver­schnürung aus Perlen und Elfenbeinplättchen geziert ist. Beine und Unterkörper sind in seidene Gewänder gehüllt und vollständig so bekleidet sind die Weiber. Gemäß den Er­klärungen ihres Managers bietet die Truppe eine Reihe von Vorführungen heimatlicher Gewohnheiten in Bezug auf Spiel und Tanz, auf Feierlichkeiten religiösen Charakters und andere Feste. Die interessante Schaustellung kann jedermann zum Besuche empfohlen werden, und besonders Schulen haben Gelegenheft, eine lehrreiche ethnologische Sonderheft kennen All lernen.

aße Nr'ü Hafer: unoer- ohnunge, und höher. Tie 'r. h. 6- ^Alk.; Kcuiias LMk.

Birke»fuß. Weizen 12L50

folgen, hat jedoch jenen Arttkel211 für nodi Air? demnach das Konkubinat für ftrafbnv » 9

Tie beiden Angeklagten sollen in ärgern isen^d^M 7 miteinander m außerehelicher Verb in du na r.KDefr- um deswillen bereits öfters vorbestraft Tie Ti ' r-f hat 7 außereheliche Kinder geboren, das letzte ami -?rin d. Z. Heute kommt der Fall wieder zur Verharr.,' die Angeklagten gegen den ergangenen Steafbefefir « - Tage Hast lautend^ Einspruch, erhoben haben. 1?

pfälzer Tabakgeschäfte während der abgelaufenen Woche berichten zu können. Tas Geschäft ruht vollständig, Umsätze von Belang kamen uns nicht zu Gehör. Die Witterung ist, wie ichon gemeldet, der im Felde stehenden Ernte nicht günstig, sofern nicht ausgiebiger Meaen ein,v, v. icbwinden alle Hoffnungen auf em gutes Zigarren- L%6iuet 5xZjpnnerwLülzer Rippen geschäftslos, lose seine 99.Ö0

In losen' Marl.

der Verhandlung gerat die Angeklagte dermaßen in Wut und Aufregung, daß die Verhandlung unter Verhängung einer Ordnungsstrafe von 3 Tagen Hast auf eine halbe Stunde ausgesetzt werden muß. In den Sitzungssaal wieder eingeführt, wiederhott sich die unerquickliche Szene, die An- aeklagte droht wiärerholt, alle ihre Kinder ermorden und sich selbst aufhängen zu wollen, worauf ihr wiederum drei Tage Haft zudikttert werden. Die weitere Verhandlung wurde, da noch neue Zeugen zu laden sind, auf nächste Woche vertagt. Die Angellagte wurde zwecks Vollstreck­ung der Hast sofort abgeführt. Dem F. zu Großen- Linden war zur Last gelegt, am 16. März vorsätzlich und rechtswidrig fremde bewegliche Sachen beschädigt zu haben, indem er m der Pepplerscheu Wohnung oortselbst mehrere Fensterscheiben eingeschlagen und einen Vorhang gewaltsam abgerissen haben soll. Auf Grund der Aussagen von Zeugen wurde der Angeklagte, der zur Zett bereite eine Strafe absitzt, zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt, die in eine Gesamtstrafe von 5 Wochen Gefängnis verwandelt wur­den. Der Schuhmacher W. zu Heuchelheim war ange- ktagt, seine Stieftochter Margarethe W. mit ,^alsabschnei- ben,z bedroht zu haben. Tie als Zeuge geladene Ehefrau und deren Tochter machten von dem Rechte der Zeugnisver­weigerung Gebrauch. Der Vertreter der Anklage beantragte 15 Mk. Geldstrafe, während das Gericht auf 3 Mk. Geld­strafe event. 1 Tag Gefängnis erkannte. Der.Kellner S. aus Rostock, wegen Betrugs bereits vorbestraft, war abermals des Betrugs beschuldigt, begangen an der Kell­nerin Henriette S., indem er sich eine Reihe Getränke ver­abreichen ließ, und dann in einem unbemerften Augenblick ohne bezahlt zu haben, verschwand. Der Angeklagte wurde zu 14 Tagen Gefängnis, die wegen der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt anzusehen waren, verurteilt. Des an dem Wirt Friedrich Sp. zu Kleinlinden gemein­sam begangenen Tiebstahls waren angeklagt der Peter B. aus Vigossa und der Ziliani B. aus Padua. Tie beiden sind geständig, daß der eine Geld in Höhe von 5.20 Mk. aus der Ladenkasse entwendet hat, während der andere Wache stand. Das Urteil lautete auf je 4 Wochen Gefängnis, sowie auf Zahlung der Kosten des Verfahrens. Ten zweiten Abschnitt der heuttgen Sitzungen bildeten eine Reihe Beleidigungssachen im Wege des Privatklageverfahrens. Es wurde ferner in einer Beleidigungssache dreier Stu­denten der Veterinärmedizin verhandelt. Tie Parteien sind sämtlich durch Rechtsanwälte vertreten. Der Zuhörer­raum hat sich allmählich bis auf den letzten Platz mit Studenten gefüllt. Hauptgegeustcmd der Anklage bildet ein Spottvers, der im Winter vorigen Jahres von den Privatbellagten gesungen oder verbreitet worden sein soll. Außerdem sollen die Beklagten noch ähnliche Aeußerungen gethan hoben, unter anderen auch, Kläger habe schon mit dem Messer gestochen, es sei ihm schon der Revolver ad- genommen worden. Ter Beklagte T. giebt zu, den be­treffenden Vers gesungen zu haben. Ter Privatkläger hat eine Reche von Zeugen, teilweise von auswärts benannt, die aber über die Zeit, zu welcher die Beleidigungen ge­fallen sind, sowie zu welcher Kläger die Person der Belei­digenden erfahren hat, feine genaue Auskunft erteilen können. Hierauf kommt es aber zunächst an, da von dieser Zett ab die dreimonatliche Antragsfrist läuft, nach deren unbenutztem Ablauf die Klage nicht mehr angestrengt wer­den kann. Tie drei geladenen Zeugen, welche über das private Verhalten des Klägers Auskunft erteilen sollen, wissen nur das Beste über denselben auszusagen. Hier­gegen wollen die Anwälte der Beklagten den Beweis er­bringen, baß bereu Aeußerungen auf Wahrheit beruhen. Die Verhanblung wird sodann auf ben 26. September, vormittags 11 Uhr, vertagt.

Marburg, 29. Aug. Die Ferienkaminer des Landgerichts verurteilte heule die Hebamme Kahler aus Amönau, weil sie ver­säumt halle, bei einer fiebernden Wöchnerin sofort einen Arzt heranzuziehen, zu zwei Monaten Gefängnis. Da die Kranke gestorben war, lautet die Anklage eigentlich ans fahr­lässige Tödtung, doch wurde diese nach dem Urteil verschie-- dener sachverständiger Autoritäten nicht für ganz erwiesen erachtet. WM und Herkchr. iJolksiuirtfdfaff.

Frankfurt a. M., 29. August. Tie Bank für in« b u ft r i e 11 e Unternehmungen verteilt wieder keine Dividende. Ter Reingewinn beträgt 260 862 Mark und der Vorjahrsvortrag 245 448 'Mark, welche zu Abschreibungen auf Effekten speziell auf Beteiligung bei der Portlandeementfabrik Ingelheim benutzt werden.

Erfurt, 29. Aug. Der Aussichtsrat der Metall war en« Aktien-Gejellschast vorm. H. Wißner in Mehlis beschloß in seiner heutigen Sitzung, der zum 22. Oktober ds. Js. einzu­berufenden Generalversammlung nach reichlichen Abschreibungen die Ausschüttung einer Ttvidende von '10 Proz. gegen 6 pCt. im Vorjahre vorzuschlagen.

Portugiesische Staatsanleihen. Nachdem durch Dekret vom 9. August bestimmt worden ist, in welcher Weise die durch das Gesetz vom 14. Mai er. beschlossene Konversion genannter An­leihen der Portugiesischen Staatsanleihen durchgeführt werden soll, erläßt die Jnete do Credito Publteo eine Bekaimtmachung, durch welche die Inhaber der gegenwärtigen 3proz., 4proz. und 4'/,proz. Titel der äußeren Schuld ausgefordert werden, diese einzureicheti, damit sie tn neue 3proz. Titel konvertiert werden fönnen. Zugleich mit der Einreichung soll den Inhabern der gegenwärtigen 3proz. Titel der Supplementbetrag gezahlt werden, ivelcher aus sie als Anteil an den Zolleinkünften des am 30. Juni er. abgelaufcnen Wirtschaftsjahres gerechnet im Turchschnitt der letzten acht Jahre entfallen sollte. Und ebenso wird den Inhabern ber gegenwärtigen 4proz. und 4',,proz. Titel bei der Einreichung derselben und der am 1. Oktober fälligen Coupons ber Zinsbetrag für bie Monate April, Mai und Ium gleichzeitig mit dem ihnen zukommenden Supplementbetrag zugezahlt.

Petroleum. Obwohl die offizielle Notierung auch in der verfloßenen Berichtswoche unverändert blieb, ist doch eine Besserung in der Marktlage wahrnehmbar, da wegen ber näher herangerückten Bedarsszeit mit ber noch rückständig ge­bliebenen Eindeckung doch schon teilweise begonnen wird.

Tabak. Wir lind nicht in der Lage, über eine Besserung im

Amerika ist h< .Ankünste in R

greife au» dem Markte genommen? üanb ^tCt? $le u,n'd5e roarem K immerhin gute Nachfrage > Roggen.- chromote Ware ist L-»a yruttergeriie fest. Braugerste: rubi i ">=>« M-is: Nah- War- , <7 telcn Dotierungen (mt>: N-üwimZ! l-LoO, Numan. Wetzen 124435 M.

bis 137 Mk.; Ruff. Roggen Sept. Abldq. 99101 Mark; Ruff^ Futtergerste 94 Mk.; Rufs. Haier 126128 Mk.; Rufs. Hafer DtL- Nov. Abldg. 107112 Mk.; Donau-Mais 104 Mk.; Laplata Mais r. t. 102 Ätt.; per Tonne cif. Rotterdam.

Märkte.

mr. Gießen, 29. Aug. Pferdemarkt. Tie Anmeldungen zu dem am 10. September d. Js. an den städtischen Matttanlagen ltattfinbenben Herbst-Pferde- und Fohlemnattl laufen zahlreich ein, derselbe durste sich daher seinen Vergängern würdig anrechen. Die Lose (1 Mk. pro etüd) finden guten Absatz. Tie Kommission hat bereits mit dem Ankauf der Gewinne begonnen. Der erste Preis besteht aus 1 viersitzigen eleganten Halbverdeckwagen nebst Pferd und silberplatttettem Geschirr; der Wagen ist in _ ber hiesigen Wagenbauerei von Louis Kühne, Asteriveg 2, das silberplaUierte Geschirr von dem Sattlermeister A. Heß IL, Matttstraße, hier hergestellt worden. Die nächsten Haupttreffer bestehen aus neun Pferden und Fohlen, sowie landwirtschaftlichen Geräten und prak­tischen Gebrauchsgegenftänden, z. B. Fahrräder, Nähmaschinen, Schreibtischen, Waschmaschinen, Haushaltungsgegenständeu u-j.ro. Die Verlosung findet am Tage nach dem Mattle, am 11. Sep­tember, statt.

Gießen, 30.Aug.Marktbericht. Auf demheuttgenWochenmattl kosteten: Butter pr.Pfd. 0,901,10 SIL Hühnereier pr. St. 78 Psg., 2Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 00-00 Pfg., Enteneier 0OPsg., Käse pr. Stck. 59 Pf., Käsematte 2 Stck. 00 Psg., Erbsen pr.Liter 19 Psg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Toudenpr. Paar 0,650,80 ML Hühner pr. St. 1,001,40 AlL Hahiten pr. Stück 0,600,90 ML Enten pr. Stück 2,002,30 Alk., Gänse pr. Pfd. 0000 Psg., Lchsensleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Riiidsleisch pr. Pfund 6064 Psg., od)roeine- fleisch pr. Pfund 7080 Psg., Schwemefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 6670 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfunv 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,007,50 All., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,007,00 Dtt., Mftch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Psd. 000 Pfg., in Körben 0000 Psg.

Kunst und Alisscnschnst.

Das Werk des Herzogs der Abruzzen über feine Polarreise soll im November erscheinen. Ter Titel lautet: La Stella polare nel mare arctico. Der Herzog widmet das Buch der Königin-Mutter.

Kandwirtschust.

§§ Bom vorderen Vogelsberg, 29. Aug. Wenn man den an den Staatsstraßen befindlichen noch jungen Dbftbaum- pslanzungen seine Ausmerksamkeit schenkt, wird man erstaunen über den reichen Apfelsegen, mit dem die Bäumchen überall behängt sind. Vielfach hat man die Aeste mittelst Stangen und Stricken hinausbinden mrissen, sollten sie anders unter ihrer Last nicht brechen. In Bttnen und Zwetschen ist dagegen imr ein gam minimaler Ertrag zu erwarten. Die Zwetschen hatten bekanntlich im vorigen Jahre eine Vollernte.

Halle a. d. S., 23. Aug. Die ,Saale«Ztg." meldet: Ein- flußreiche Mitglieder des Halleschen Kornhaujes, das als erstes vorbildlich wirken sollte, drängen angesichts der dauernden Miß­erfolge aus die Auflösung der Genofsenschast und bie Kündigung ber Silos gegenüber der Staatsregierung

Arbeiterbewegung.

Schuhmachcr-AuSstand in Offenbach. In der Schuhfabrik Hassia (Inhaber Liebmami) in Offenbach a. M. ist es zu Differenzen zwischen den Goodyear-Ueberholern und dem Fabri­kanten gekommen infolge geplanter Lohnregulierungen. Es kam zur Kündigung der Arbeiter.

Barcelona, 30. Aug. Sämtliche Bäckergesellen von Gerona sind in den Ausstand getreten. Sie wollen denselhen bis zur voll- ftänbigen Befriedigung ihrer Forderung fortsetzen. In der Stadt herrscht große Ausreaung.

Florenz, 29. Aug. Im Anschluß an den Ausstand einer Metallwaarenfabrik in Pignone, der bereits seit einigen Tagen anhält, legten heute sämtliche Metallarbeiter, Schriftsetzer, Eigarrenarbeiterinnen und Tisch­ler die Arbeit nieder. Die Metallarbeitex forderten alle übrigen Arbeiter auf, morgen in den Ausstand zu treten. Bis jetzt ist der Ausstand jedoch ein teilweiser. Man hofft, daß es zu keiner allgemeinen Arbeitseinstellung komine. Die Stadt zeigt ihr ge­wöhnliches Aussehen. Tie Behörden trafen die ersorderlichen Maß­regeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung.

Drieskusten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigL)

Herrn Prof. Dr. P. Ergebensten Dank! Wie Sie sehen, haben wir sofott davon Notiz genommen.

Neueste Welouiiljeu.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 30. Aug. Heute vormittag sand die große Herb st parade der Ber liner Gar nison auf dem' Tempclhoferfelde vor dem Kaiser und seinem hohen Gaste statt. Tie Zugangs st raß en zum Daradeselde füllten sich schon lange vor der festgesetzten Zeit, 9 Uhr. Von allen Seiten her rückten die Truppen der Garnison mit klingen­dem Spiele ein, um ihre Platze einzunehmen. Tas mili­tärische Schauspiel verlief bei prachtvollem Wetter. Ter Kaiser und der König von Italien begaben sich vom Groß­görschener Bahnhofe aus zur Parade und bestiegen dort ihre Pferde.

Berlin, 30. Aug. Aus Anlaß der gegenwärtigen Hofsestlichkeiten in Berlin ist die Polizei mit besonders strengen Maßnahmen gegen die Anarchisten vorgegangerr. Eine große Anzahl italienischer Staatsange höriger, die im Verdachte der Bethätigung anarchistischer Gesinnung standen, wurde ausgewiesen. Einige der Betreffenden, welche sich dem Vollzüge der Ausweisung durch die Flucht entzogen, werden jetzt zur Verhaftung gesucht.

Paris, 30. Aug. Blättermeldungen Zufolge sind neuerdings im französischen Kon go gebiet Un­ruhen ausgebrochcn. Wie es heißt, griffen mehrere hundert Eingeborene, unterstützt von englischen Ansiedlern, eine französische Niederlassung an, wobei eine Anzahl Franzosen niedergemetzelt wurden. Eine f r a n< zösiscye Hilsskolonne, welche in Eilmärschen herbei­eilte, msußte sich wieder zurückziehen.

Wien, 30. Aug. In militärischen Kreisen verlautet, daß aus dem Geheimarchivdes rumänischen Ge- neralstabes wichtige Festungspläne entwen- d e t und ans Ausland verkaust worden seien. Auch der Generalplan der Mobilisierung soll sich unter den ent­wendeten Akten befinden. Tie Uiitersuchung soll ergeben haben, daß ungarische Agenten im Spiele waren, welche im Interesse des russischen Generat- st a b e s gehaiidelt hatten. Ter Vorfall erregt in Bukarest ungeheueres Aufsehen unb wurde dem König Karol nach Gastein in geheimen Chissern telegraphisch mitgeteitt.

Wien, 30. Aug. In einem Interview, welches der aus- der Hast entlassene Oberleutnant Mattachich mit einem Redakteur derReichswehr" hatte, bezeichnete Mattachich alle Gerüchte, daß er während der Hast mtt der Prin­zessin Luise von Koburg in irgendwelcher Verbin­dung gestanden habe, als vollständig ersunden.

Prag, 30. Aug. Wie dieBohemia" meldet, wurde die Redaktion desP 0 liz e i an z e i g er s" dem Kom­missar Prewernscy übertragen.