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schleunigst ins Ausland sendet, wenn die Flüchtlinge an irgend einem Ort der WÄt gesehen worden sein sollen. Jene 45 Mann beschäftigen sich aber mit nichts anderem, als die zu beobachten, die mit den Daurignacs und' Humberts in vertrautem Verkehr gestanden haben. Rechnet man für jeden von ihnen mir 3 Frs. auf den Tag für Nebenausgaben an Wagen und an besonderen Auslagen, die chnen ihr Spürdienst verursacht, was sicher eher zu wenig als zu viel ist, so ergiebt sich, daß dieser Dienst jeden Tag 135 Frs., monatlich 4050 Francs und, da alle Aussicht vorhanden ist, daß er noch so lange sich hinziehen wird, jährlich 48 600 Frs. kostet, um die Frau Humbert noch nachträglich die Taschen der französischen Steuerzahler erleichtert, nachdem sie vorher nur eine Anzahl Dummer unter ihnen betrogen hat. Ueber die Kosten, die nun erst noch die Reisen der besonderen Agenten ins Ausland verursachen, weiß der „Figaro" nichts zu melden. Es liegt aber auf der Hand, daß sie noch erheblich mehr verschlingen, vorausgesetzt, daß die französiche Polizei in der That gleich so schnell mit der Entsendung dieser Agenten bei ber Hand ist, wie der „Figaro" versichert. Aber das dürste man wohl bezweifeln.
* Perbandt und Urpreußen. Der neuernannte Neneralinspekteur der Fußartillerie, Generalleutnant von Perbandt, dessen Bild unser Blatt kürzlich, brachte, gehört »einer der wenigen Familien an, die von den alten Preußen, Len durch den deutschen Orden unterworfenen und christianisierten Bewohnern des Preußenlandes, abstammen. Unter Lem ostpreußischen Adel, zu dem die Perbandts gehören, ffind nur drei Geschlechter nachweisbar, Abkömmlinge der »alten preußischen Edelinge, die zu den Göttern Perkunos, Hotrimpos und Pikolbos beteten. Es sind dies die Grafen Won Kölnern, von denen das jetzige Familienhaupt in Erinnerung an die altpreußische Landschaft Rotaugen den Vornamen Natansgo führt, die Geschlechter von Saucken imd von Perbandt. Von bürgerlichen Familien Ostpreußens können nur zwei ihre Abkunft von alten heidnischen Preußen nachweisen, die Podlech (deren Ahnherr. ein Häuptling Namens Padeluche gewesen ist) und die Glagau. Der Name Herkuhn gehört in seinem Anklang an den obersten Preußengott scheinbar auch hierher, er ift aber thatsächlich erst Lange nach der Heidenzeit in Ostpreußen aufgetaucht.
* Unterhaltung mit einem Menschen- fresser. Ein Kannibale der Fidschi-Inseln gab kürzlich — im Laufe eines Interviews, das er einem amerikanischen Journalisten bewilligte — seine sehr persönlichen Mein- nnßen über die Vorlieben der Kannibalen zum besten. Zunächst ziehen sie das Fleisch des Ozeaniers bei weitem dem oes Weißen vor. Tas Fleisch des Weißen ist sehr gesalzen, das des Polynesiers ist sehr viel milder. Nichts scheint jedoch in dieser Beziehung unter den Weißen schlimmer zu sein, als ein alter Matrose. Ter Geschmack des ulten Matrosen ist abscheulich; das kommt davon, daß dieser reichlichen Gebrauch von alkoholischen Getränken und Tabak macht; überdies ist er noch unmäßig salzig, kurz, kaum zu essen. Wäbrend der alte Schwarze dies sagte, befühlte er den Arm des Journalisten und stieß ihm den Fingier in einer Art zwischen die Rippen, die nicht durchaus platonisch ru sein schien; denn schließlich „in der Not frißt der Teufel Kliegen". „Sie fragen m\ä)v welches die besten Stücke sind ?" fügte der Veteran hinzu. „Zunächst der Kopf: die Alugen und das Gehirn und dann die Wangen. Die Wangen junger Personen sind ein sehr delikates Stück. Auch der Oberarm, die Waden und die Schenkel gehen noch, aber dos übrige taugt nichts, das ist für die Hunde." Und am Nachmittag suchte der Wilde, mit einem Gewehr bewaffnet, dm Journalisten wieder auf und bot ihm an, ihn an einen Ort zu führen, wo er „viele Papageien" finden würde. Ob- llvohl der Journalist als Weißer sehr gesalzen war, zog er es doch vor, nicht zu den Papageien zu gehen, und das iuar vielleicht sehr richtig von ihm gehandelt!
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Gisenvahn-Zeitung.
?? Birsteiu, 28. Juli. Hier fand eine Versammlung mehrerer L»mdräte aus dem Regierungsbezirk Kassel statt. Es wurde u. a. auch die Frage bezüglich des Weiterbaues der Bahn von her nach der Linie Lauterbach—Gedern angeregt. Tie Lmie soll die Orte Fischborn, Wüstwillenroth, Lichenroth und Ber- imlthshain berühren., Dieses würde den bedeutendsten Verkehr im L.'gelsberg geben, da der Hauptoerkehr sich bis jetzt meistens nach bet Städten Hanau, Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz, Wies- beben u. s. w. erstreckt, und die ebenfalls geplante Führung der Lmie über Gedern wenig Verkehr bekommen dürfte. Es werden ■ w'ütere Unterhandlungen in die Wege geleitet werden und man hofft auch aus eine baldige Entscheidung.
Kunst und Wissenschaft.
Graz, 29. Juli. Sechstes deutsches Sängerbund es je st. Bei der gestrigen Aufführung waren als Ehren- a«ste anwesend: Statthalter Gras Clary, Landeshauptmann Graf »Items und der Bürgermeister von Graz Dr. Graf. Heute Vor- ■ mittag fand auf der Höhe des Schloßberges ein Frühs choppen alter Burschenschafter statt, an dem reichsdeutsche und österreichische Kommilitonen teilnahmen. Aus Deutschland waren btjonders zahlreich die Gießener, Jenenser, Königsberger und Münchener Burschenschaften erschienen. Dr. Kaiser (Graz) sagte in “ ferner Ansprache: Wenn auch seit dem Jahre 1866 die Burschen- ;(fia(ten in Oesterreich und Deutschland nicht mehr in reger Fühlung mit einander stehen, umschlinge doch alle ein festes Band, nämlich bete gemeinsame nationale Gedanke. So mögen Sie denn, schloß bete Redner, die Empfindung haben, hier in einem deutschen Lande cmf deutschem Heimatsboden zu stehen. Nach Absingen des Gau- detamus hielt der Schriftsteller Heinrich Wastian eine von natio- maler Begeisterung erfüllte Rede, die stürmische Zustimmung fand. Mchtsanwalr August Neiß-Königsberg brachte einen Trüikspruch ouif den Präsidenten des Festausschusses, Ritter von Schmeidel, und b*n Festausschuß aus und erwähnte, Königsberg hoffe in abseh- b«rer Zeit das Sängerbilndesfest dort abzuhalten.
Gerichlsfaal.
Gießen, 29. Juli. Schöffengericht. Ein vereirateter Bäcker aus Marburg entwendete seinem hiesigen Meister jeden eunntag, wenn er zu seiner Frau fuhr — die sehr gute Topsknchen trafen konnte — etwa 50 Kilogramm Blütenmehl und nahm das geckohlene Gut mit nach Marburg. Als er diese Manipulation etwa zum neunten Male wiederholte, hatte sich der Meister, der
Kirche und Schule.
— Fortbilduugs- uu6 Fachschulen für Mädchen. Wer sich einen Ueberblick über die in Deutschland bestehenden Einrichtungen verschaffen will, den kann man auf ein Referat ver- nxtifen, das Prof. Lantz auf Veranlassung des Verbandes deutscher Ä-nverbeschulmänner erstattet und unter dem Titel „Fortbildungs- wnb Fachschulen für Mädchen" bei I. F. Bergmann, in Wiesbaden bec Oeffentlichkeit übergeben hat. Während der erste, allgemeine 1-ül sich über die Frauenbildungssrage und über die Notwendig- 1 keck der weiblichen Fortbildung verbreitet, bietet der zweite, Hauptteck einen lehrreichen Einblick in das, was man in Deutschland, Österreich und der Schweiz bisher auf diesem Gebiet geleistet hat.
inzwischen Lunte gerochen hatte, zur bestimmten Stunde auf dem Bahnsteig eingefunben und traf dort auch seinen unzuoerläffigen Gehilfen, der infolgedessen wohl oder übel ohne Gepäck nach Marburg abdampfen mußte. Später reklamierte dieser das absichtlich vergessene Reisegepäck unter Angabe eines fremden Namens, indessen hatte der betrogene Meister inzwischen die nötigen Schritte gethan, sodaß für diesmal jein Eigentum in seinen Händen verblieb, wie auch bei einer später in Marburg vorgenommenen Haussuchung fast das ganze gestohlene Mehl vorgefunden wurde, um demnächst dem rechtmäßigen Eigentümer zugestellt zu werben. Wegen Diebstahls erhält ber Angeklagte eine Gefängnis st rafe von brei Monaten, unter Anrechnung einer Woche ber erlittenen Untersuchungshaft. — Gegen einen Kaufmann aus Offenbach, ber von einem gutmütigen hiesigen Rabfahrer bas Rab entliehen unb bas anoertraute Gut versilbert hatte, wirb auf eine Ge° fängnisstrafe von 4 Monaten, abzüglich eines Monats ber erlittenen Untersuchungshaft anerkannt. Tas Urteil wirb sofort rechtskräftig.
zanSwirlschasl.
Dieburg, 28. Juli. Eine sehr bankenswerte Verfügung erging dieser Tage seitens des hiesigen Kreisamtes an die Bürgermeistereien des Kreises, um eine bessere Durchführung der Honigkontrolle auf dem Lande zu ermöglichen. Die Bürgermeistereien sind durch diese Verfügung angehalteu, die Anzahl und Namen der in ihren Gemeinden etwa wohnhaften Honighändler anzugeben. Wer den Schwindel kennt, der oft beim Verkaufe von Honig getrieben wird, muß diese Anordnung nur mit Freuden begrüßen.
Sandel und Merkest. Volkswirtschaft.
Dortmund, 29. Juli. In der heutigen außerordentlichen Generalversammlung derHarpener Bergbaugesellschaft wurde die vorgefchlagene Kapitalserhöhung um acht Millionen auf 60 Millionen Mk. beschlossen, ebenso die Ausgabe der früher bereits genehmigten Anleihe von sechs sJ)t i 11 i o n e n Mark 4proz. Obligationen. Die hierdurch flüssig werdenden Mittel sollen zum Ausbau der neuen Schächte und der sonstigen Neuanlagen dienen. Das der Gesellschaft nahestehende Bankeukonsortium übernimmt die neuen Aktien zum Kurse von 135 pEt. mit der Verpflichtung, sie zu 140 pEt. den alten Aktionären zur Verfügung zu stellen. Ter Versammlung wurde bekannt gegeben, daß der Ueber schuß des abgelaufenen Geschäftsjahres auf rund 14 Millionen Mark festgestellt sei. Hiervon sollen 8 Millionen Mk. zu Abschreibungen und 6 Millionen zur Zahlung einer Dividende von zehn Prozent usw. verwendet werden.
Wie die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft einem Berliner Blatte mitteür, weicht die Höhe der Abschreibungen, wie sie von der Schuckert-Gesellschaft jetzt vorgeschlagen werden, nicht so erheblich von derjenigen Summe ab, die man bei der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft als ausreichend erachtet, daß dadurch der Plan einer Interessengemeinschaft in Frage gestellt werden könnte.
Märkte.
?? Bermuthshain, 29. Juli. Der heute hier abgehaltene V i e h rn a r k t war in Rindvieh nicht befahren, dagegen in Schweinen sehr gut Aufgelrieben waren etwa 500 Stück. Meistens waren vorrätig junge Ferkel, die auch sehr gesucht waren. Das Paar kostete 6—8 Wochen alt 45—55 Mark, ältere 8 bis zehn Wochen alt, das Paar 60—70 Mark. Es wurde hieran alles verkauft. In sogenannten Einlegeschweinen (Frühjahrsferkel) war die Kauflust nicht so groß. Es wurden verkauft, das Paar mit 80 bis 100 Mark, bessere Ware das Paar zu 100—120 Mark. Doch war wenig Nachfrage. Fette Schweine kosteten das Pfund Schlachtgewicht 58—60 Pfg., Lebendgewicht pro Pfund 45—47 Pfa. Zncht- schweine waren nicht da. Ter Handel war im Allgemeinen sehr gut Die Preise sind durchschnittlich wie seither geblieben.________
Wöchentliche Werjicht der Todesfälle in der Stadt Sietzen.
28. Woche. Vom 6. bis 12. Juli 1902.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (infL 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 21,05, nach Abzug von 1 Ortsfremden 10,04 °/oo.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
L Lebensjahr: 2.—15. Jahr Tuberkulose d. Lungen 1 1 — —
Gehirnschlagfluß 1 1 — —
Herzleiden 1 1 — —
Darmkatarrh 1 — 1 —
Nierenschrumpfung 1 (1) 1 (1) — —
Krämpfen _______1_______—________1_______—
Summa: 6 (1) 4 (1) 2 —
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Schiffsnachrichteil.
„R e d Star Linie" Antrverpen.
— Der Postdampfer „Zeeland" der „Red Star Linie'" in Antwerpen ist laut Telegramm am 28. Juli wohlbehalten in New-York angekommen.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
D a r m st a d t, 30. Juli. Der Großherzog ist gestern von dem Besuch der Bayreuther Fe st spiele zu rück- ge kehrt. Er nimmt wieder Ausenthalt aus Schloß Wolss- garten.
Berlin, 30. Juli. Wie eine Korrespondenz meldet, wurden der sozialdemokratische Stadtverordnet e W e h l in Spandau und dessen Schwager verhaftet. Wehl, der eine Gastwirtschaft besitzt und in finanzielle Bedrängnis geraten war, soll angeblich mit seinem Schwager Urkundenfälschung begangen haben. — Das Haus Holsteinerufer Nr. 10 mußte auf polizeiliche Anordnung geräumt werden, da demselben die Gefahr des Einsturzes droht
Hamburg, 30. Juli. Von dem Dampferunglück des „Primus" wird noch gemeldet: Bis jetzt sind 14 Witwen mit Kindern und 50 Vollwaisen zu unterstützen. Das Komitee braucht 150 000 Mark, um die Hinterbliebenen davor zu bewahren, der Armcnverwaltung zur Last zu fallen. Hier besteht die Erwartung, daß Preußen auf die Bergungskosten verzichten wird, die sonst das Komitee bezahlen müßte. Jetzt treiben meistens nur Leichenteile an, da der rege Dampferverkehr die Leichen zerstückelt
Leipzig, 30. Juli. Die Staatsanwaltschaft hat auf die Einlegung der R e v i s i o n gegen das Urteil des Schwurgerichts vom 23. Juli gegen die Direktoren und Aufsichtsräte der Leipziger Bank Verzicht geleistet. Das Urteil gegen Dr. Gentzsch und die Aufsichtsräte ist somit rechtskräftig geworden.
L o n d o n, 30. Juli. Ter König war gestern tm stände, mit Hilfe eines Stockes einige Schritte zu machen.
London, 29. Jult (Unterhaus. Schluß.) Was die Arbeiterfrage anbetreffe, so erklärt Chamberlain, er begünstige jede Erleichterung, die der Einstellung von eingeborenen Arbeitern gewährt würde, aber er sei Gegner der Zwangsarbeit Redner spricht sich dann in anerkennendster Weise über die von Lord Milner geleisteten Tienste aus. Obgleich Milner in der Frage der Suspension der Verfassung in der Kapkolonie anderer Ansicht sei, wie die Regierung, betrachte die Regierung Milner doch als ihr wirk
samstes Instrument für die Lösung der Aufgaben der Fn-) fünft in Südafrika. Die Regierung verlange nicht, daß di, Buren ihre alte Tradition aufgeben. Sie hoffe, daß sie die besten Eigenschaften ihrer Rasse zeigen und mit den Engländern genteinsam für die Wohlfahrt Südafrikas unter englischer Flagge wirken würden. Er teile den Wunsche daß die königliche Gnade in reichem Maße auf dre unter iKriegsrecht ergangenen Urteile Anwendung finde, doch seien auch Fälle vorhanden, in denen Urteile wegen; Ausschreitungen schlimmster Art ergangen seien.
London, 30. Juli. Ein Mitarbeiter des „Manchester Guardian" hatte eine Unterredung mit Lukas Meyer. Der Burenführer erklärte, die Buren hätten niemals über 50 000 Mann int Feld gehabt. Sie hätten oft Mangel an Lebensmitteln gelitten. Die Nigger feien über die Bewegungen der englischen Truppen sehr gut unterrichtet gewesen und hätten in dieser Beziehung immer gute Dienst geleistet. Lukas Mayer erklärte noch, die Buren hätten sich bereits früher mit Kitchener verständigt, aber die Anwesenheit Milners in der Regierung habe eine Verständigung unmöglich gemacht.— Wie aus Hongkong gemeldet wird, wurden dort in der vergangenen Woche 33 Pest fälle festgestellt, wovon 23 tätlich verlaufen sind. — Wie nunmehr mitgeteilt wird, ist die Reise sämtlicher Burenführer nach England auf direkte Einladung Chamberlains erfolgt Der Kolonialminister erklärte, er wolle Rücksprache mit den Burenführern nehmen über die Auslegung der Friedensbedingungen und über die allgemeine Lage in Südafrika.
London, 30. Juli. Die Meldungen über den Auf» stand in Loanda lauten sehr ernst. Es wird eine allgemeine Erhebung befürchtet. — Hier werden Stimmen laut, welche ein energisches Einschreiten gegen Diejenigen fordern, welche fortgesetzt bestrebt seien, das Publikum durch falsche Nachrichten über dasBefinden desKönigs zu alarmieren.
Haag, 30. Juli. Die Militärärzte, die während des Burenkrieges von England gefangen genommen wurden, sind von Ceylon hierher zurückgekehrt
Paris, 30. Juli. Der Bischof Perigueux teilt dem „Echo" mit, daß es wahrscheinlich sei, daß die Kongregationen ermächtigt werden würden, chre geschlossenen Schulen in Wohlthätigkeitsanstalten umzuwandeln, in die die Schwestern zurückkehren könnten.
Cadix, 30. Julü Hier explodierte eine Niederlage von Sch ießbaumwolle, sieben Personen wurden schwer verletzt.
Lamalou les Bains, 29. Juli. Fürst Urussow, ein Bruder des russischen Bvffchasters in Paris, und früher Gouverneur von Sarskoje Sselo, ist heute (vorjmittag ge-- storben.
Barcelona, 30. Julü Ein General-Ausstand der Arbeiter der Baumwollspinnereien droht auszu- brechen, da die Arbeiter sich weigern, die Verträge mit der Direktion inne zu halten. Infolgedessen hat die Direktion sämtliche Arbeiter ausgesperrt
Wien, 30. Juli. Verheerende Unwetter sind in ganz Südböhmen niedergegangen. In zahlreichen Fällen zündete der Blitz und äscherte Gebäude ein. Bei Hohensurt wurden drei Personen durch Blitzschlag getötet
Graz, 30. Juli. Das königlich bayerische Trompeterkorps, dessen Darbietungen hier mit Enthusiasmus ausgenommen worden waren, verabschiedete sich heute im Festpark mit einem Konzert und war hierbei Gegenstand demonstrativer Beifallskundgebungen.
Lemberg, 30. Juli. Eine Deputation polnischer Edel» leute hat sich nach Wien begeben, um beim Ministerpräsidenten v. Körber um Intervention der Zentral-Regierung nachzusuchen, da die Situation im Streikgebiet immer gefahrdrohender wird und die bisher nach dort gesandten Truppen noch immer nicht genügen.
Belgrad, 30. Jult Offiziös wird auf das Bestimmteste versichert, daß das Königspaar am 15. Oktober in Begleitung des Nttnisterpräsidenten und zweier anderer Minister die Reise nach Rußland antreten und vom Zaren in Lioadia empfangen werden wird.
Washington, 29. Juli. Ein Telegramm des Kommandanten des amerikanischen Kriegsschiisfes „Machias" berichtet, daß in Cap Haitien große Unruhe herirschje. Ter Pöbel bedrohe die fremden Konsuln. Der Kommandant wolle ihnen an Bord des „Machias" Schntz gewähren unh.' eine Beschießung ohne vorherige Ankündigung verhindern.
Telephonischer Kursbericht«
.Frankfurt ». Bl.» 30. Juli 1902.
372% Reicheanleihe . . 102.70 3% do. ... 93.30 3Vi% Konsole .... 102.65 3% do......92.80
3'/r% Heesen .... 100.55 37,96 Oberhessen . . . 99.50 4% Oesterr. Goldretne . . 103.70 4l/2% Oesterr. ßilberrente 102.05 4% Ungar. Goldrente . . 102.35 4% Italien. Rente . . . 103.20 47,56 Portugiesen . . . 47.15 b°/ Portugiesen. .... 29.05 1% C. Türken .... 27.70 Türkenlose......113.00
4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 43.80 47,56 äussere Argentiner —.—
3% Mexikaner .... 26.40 47s7a Chinesen .... 92.10 Electric. Sch ackert ... 90.30 Nordd. Lloyd . . . . 106.10
Kreditaktien ..... 213.50 Diskonto-Kommandit. . . 183.40 Darmstädter Bank . . . 135.35 Dresdener Bank .... 142.90 Beniner Handelsges. . . 154.10 Oesterr. Staatabahn , . . 151.00 Lombarden ..... 17.50 Gottbardbahn.....169.70
Laurahütte......193.00
Bochum . ...... 179.50 Harpener......164L5
Tendenz: ruhig.
Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die
BrühPsche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen
Gartenstraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14.
Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeittrchrnern (2lrbcitcru jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vennitteln.
An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet.
-tngebot der Arbeitnehmer: 2 Hausburschen, 2 Taglöhner, 3 Lauffrauen, 1 Lausmädchen, 1 Dienstmädchen, 2 Waschfrauen. — 1 Schlosser-Lehrling.
Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Installateur, 1 Schneider, 7 Schreiner, 6 Dienstmädchen.
Lehrlinge: 1 Schneider, 1 Schuhmacher.


