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30.7.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 176

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der B r ü k) l'scheu Unioers.-Buch u.Stein­druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Zweites Blatt. 152. Jahrgang

Mittwoch 80. Juli 1903

Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Eietzen

I

Bezugspreis: monatlich75 Pf., viertel« jährlich Mk. 2L0; durch Abhole^ u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePoft Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal I2PL auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witt ko; für Stadt und Land" und Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Ale heutige Dummer umfaßt IO Seiten.

KeKanntmachung.

Nachdem die bei dem Rinde des Moses Simon II. von Pohlgöns vorhandenen seuchenverdächtigen Erscheinungen laut Mitteilung Großherzogl. Krersoeterinäramts Gießen ver­schwunden sind, wird die von uns am 24. l. Mts. angeord­nete Stallsperre hiermit aufgehoben.

Gießen, den 30. Juli 1902.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler.

Volitische Tagesschau.

Die Zolltarifkommisfion

setzte am Dienstag die Beratung des Abschnittes 17, unedle Metalle, Abteilung Eisen und Eisenlegierungen, fort. Die Pos. 777, Roheisen 1 Mk., Pos. 784, Rohluppen 1,50 Mk., Pos. 843, Eisenabfälle, Brucheisen 1 Mk., Glühspan, Eisen­blechabfälle bis 5 Millimeter Stärke zollfrei, werden ge­meinsam beraten. Es liegen mehrere Anträge aus Ermäßi­gung und Beseitigung der Zollsätze vor. Beumer tritt für die Erhaltung des Roheisenzolles ein und bestreitet, daß die Syndikate die Preise Hochbielten. Hieran trügen vielfach die Händler die Schuld. Mit der Beseitigung des Roheisenzolles würden die Grundlagen der Industrie er­schüttert. Redner beantragt, für Stahlblöcke von über 25 Mk. Wert 4 Mk. Zoll statt 1,50 Mk. Fischbeck möchte wissen, wie es sich mit der angekündigten Abrechnung der Agrarier mit den Eisenindustriellen verhalte, die bis auf die zweite Lesung aufgeschoben sei, und behauptet, die günstige Wirkung der Eisenzölle beruhe auf Täuschung, der Roheisenzoll schade zehnfach mehr unserer Weltmarkt- industrie als er nütze. Eickhoff meint, ausländische Material sei unserer Industrie unentbehrlich Handels- niinifter Möller erwidert, die Beseitigung der Eisenzölle in den 70 er Jahren war der größte Fehler, den je ein deutsches Parlament gemacht hat, sie war der Nagel zum Sarge der Industrie und schädigte die Arbeiter und das gesamte wirtschaftliche Leben schwer. Deshalb dürfe an der jetzigen Grundlage der Eisenindustrie nicht gerüttelt und der Zoll nicht geändert werden. Die verbündeten Regierungen müßten ober auch den Antrag Beumer ablehnen aus zolltechnischen Gründen. Abg. Graf Kanitz tritt für die Notwendigkeit der Zölle ein, ver­urteilt aber das Roheisensyndikat, das die Verbraucher ge­zwungen habe, bei zu hohen Preisen Verträge abzuschließen. Gr werde persönlich, jetzt für die Vorlage stimmen, im übrigen aber abwarten, was aus dem Tarif werde und darnach im Plenum definitiv Stellung nehmen. Abg. Stötzel tritt im Interesse der Arbeiter für den Zoll ein. 3r. Hahn verlangt volle Parität der Zölle für Landwirtschaft und Industrie. Die Lage der Landwirtschaft sei weit schlechter, als die der Industrie, trotzdem wolle man jener den Zollschutz ver­sagen, den man der Industrie gewähre. Solange nicht die Parität gewährt werde, stimme er für Zollfreiheit des Roheisens. Goth ein meint, das beweise, daß Hahn den Kuhhandel zwischen der Landwirtschaft und der Industrie fortsetzen wolle. Redner begründet seine Ansicht, daß mit Rücksicht aus die steigende Gisenausfuhr des Auslandes die Zölle nicht ganz beseitigt werden dürften, ermäßigt müßten sie aber werden, um gegen die Syndikate einen Druck auszuüben, da gesetzlich gegen diese nicht vorgegangen werden könne. Bernstein (Soz.) beantragt, falls die Vorlage angenommen werde, eine Anmerkung anzufügen, daß der Bundesrat ermächtigt werde, den Zollsatz außer maft zu setzen, falls das Eisenkartell Roheisen und nicht schmiedbare Eisenlegierungen für das Ausland unter dem pir das Inland festgesetzten Preis verkauft. Bernstein tritt ober überhaupt für Zollfreiheit ein. Gegen ein Verschleudern der Waren des amerikanischen Trusts helfe ein Ein mar k- Kvll auch nicht, da helfe nur ein Einfuhrverbot. In der ^jollfreiheit müsse Deutschland den anderen Ländern voran­gehen. Staatssekretär Gras P o s a d o w s k Y entgegnet, das sei zur Zeit unausführbar. Ein Einfuhrverbot gegen die amerikanische Schleuderwirtschast werde auch die andere Industrie schädigen. Den Trusts empfehle er weise Mäßi­gung. Der Schutzzoll habe erreicht, daß Deutschland heute fron Krisen in England unabhängig sei. Was heute gegen ben Eisenzoll gesagt sei, wurde auch 1879 vorgebracht, aber hatte ohne jene Schutzzolloperation Deutschland wohl diesen gewaltigen Aufschwung erlebt? Solange andere Staaten sich zu großen schutzzöllnerischen Gevieten zusammen- shlössen, solange sei es verkehrt, von der Vorlage abzu- When. Nach längerer Debatte wird in allen drei Positionen die Vorlage angenommen und der Antrag Bernstein ab- Bllehnt. ________

Die Juden in Deutschland.

Soeben ist, wie wir schon erwähnten, von einem erst fror kurzem zusammengetretenen Komitee ein Verein für Mische Statistik mit der Zentrale in Berlin gegründet worden, der sich die Ausgabe gestellt hat, alle vorhandenen Angaben über die Zahl und Lebensweise der über die xmze Erde zerstreuten jüdischen Bevölkerung zu sammeln ob dieselben durch eigene Erhebungen zu ergänzen. Dann s«ll ein ständiges Bureau für jüdische Statistik errichtet werden^ dessen Publikationen die Veränderungen im Zu- stmd der jüdischen Bevölkerung fortlaufend zu registrieren fetten. Das hierfür erforderliche Material soll von stati­stischen Arbeitsgruppen gesammelt werden, wie solche bereits in Berlin, Wien, Odessa, Marschau und Krakau bestehen, inb des weiteren an möglichst vielen Orten zu organisieren (üb.

Diese Thatsache lenkt bie Aufmerksamkeit auf bie Stärke bes jübischen Elementes. In Dentschlanb bilben bie Juden nur 1,1 pCt. ber Gesamtbevölkerung. Die Verteilung ber Juben auf bas ganze Deutsche Reich ist babei sehr un­gleichmäßig, ba diese sich in einigen Distrikten förmlich zusammendrängen, während sie in anderen Gegenden kaum angetrofsen werden. Es giebt Gegenden in unserem Vater­lande, wo die Juden mehr als 6 pCt. der Bewohnerschaft schäft bilden, und im Gegensatz hierzu andere Gebiete, in denen überhaupt kein Jude ansässig ist. Besonders stark vertreten sind sie im Elsaß, int nördlichen Teile der drei süddeutschen Staaten und in den preußischen Provinzen Hessen-Nassau und Posen. Auffallend gering dagegen ist ihre Zahl im südwestlichen Teile Bayerns, im Königreich Sachsen, in den thüringischen Staaten, in Oldenburg, Mecklenburg und den mittleren preußischen Provinzen. Daß die Juden überwiegend Städtebewohner sind, ist bekarmt, und dieser Umstand macht sich beispielsweise auch bei dem kleinen Staat Hamburg sehr bemerkbar. Nach der letzten Volkszählung nehmen Die einzelnen Konfessionen folgende Bruchteile ber Gesamtbevölkerung bes Deutschen Reiches ein: Protestanten 62,8 pCt., Katholiken 35,8 pEt., sonstige Christen 0,3 pCt., Israeliten 1,1 pCt., Sektierer unb Kon­fessionslose 0,3 pCt. Da nun burch bie letzte Volkszählung am 1. Dezember 1900 Die Zahl ber Bewohner Deutschlands auf 56 345 014 festgestellt würbe, so waren damals im ganzen 619 795 Juben im Deutschen Reiche ansässig. Diese Zahl hat sich natürlich bis zum heutigen Tage etwas vergrößert, jeboch nicht sehr bebeutend, da alljährlich viele Juben aus­wandern und andere zum Christentum übertreten. 1885 wurden nur 563172 uneb 1871 nur 512153 Juden im Deutschen Reiche gezählt. Der prozentuale Anteil der jüdi­schen Bevölkerung ist also während der letzten drei Jahr­zehnte im ganzen Deutschen Reiche fast derselbe geblieben, obgleich er in Den einzelnen Bundesstaaten selbst sehr ver­schieden ist, wie die nachstehenden Angaben zeigen: Es entfallen nämlich auf 10 000 Einwohner in Preußen 120, in Bayern rechts des Rheins 88, links des Rheins 150, in Sachsen 27, in Württemberg 62, in Baden 160, in Hessen 260, in Mecklenburg-Schwerin 38, in Mecklen- burg-Strelitz 50, in Oldenburg 44, in Braunschweig 41, in Anhalt 58, in Waldeck 130, in Schaumburg-Lippe 94, in Lippe 77, in Lübeck 86, in Bremen 57, in Hamburg 290, in Elsaß-Lothringen 220, in Sachsen-Weimar 38, in Sachsen- Meiningen 70, in Sachsen-Altenburg 3, in Sachsen-Coburg- Gotha 27, in Schwarzburg-Sondershausen 30, in Schwarz­burg-Rudolstadt 8, im Fürstentum Reuß ä. L. 10 unb Reuß j. L. 12 Juben.

Den Arbeiten bes Vereins für jüdische Statistik, die alle diese Verhältnisse in den anderen Staaten llarlegen wollen, sieht man mit Spannung entgegen ,da die Resultate hoch­interessante Vergleiche zwischen den verschiedenen Ländern gestatten werden.

Ein Kulturkampf-Meeting der Pariser Familienmütter hat dort am Sonntag auf dem Konkordienplatz stattgefunden. Darüber wirb aus Paris berichtet:

Da man wußte, baß bieFamilienmütter" auf An­regung ber Baronin Reille, Gräfin de Man unb der anderen Damen, die sich neulich direkt an Frau Loubet wenden wollten, eine Petition nach dem Ministerium des Innern zu bringen beabsichtigten, so waren die Zugänge militärisch ab­gesperrt. Desgleichen auch die Thore des Elysäe-Palastes, aus dem der Präsident der Republik und seine Familie nach Rambouilletgeflohen" waren, wie die Oppositions- presse sich ausdrückt, obwohl die llebersiedelung der Familie Loubet nach dem Jagdschlösse schon längst für die letzte Juli­woche angesagt war. Gegen 4 Uhr war der weite Platz mit Leuten angefüllt. Viele trugen das Abzeichen der Anti­klerikalen, eine kleine künstliche Heckenrose, andere die drei­farbige Kokarde oder auch nur die Kornblume und manche hatten ein Kreuz aufgenäht. Schmäh- und Hochrufe auf Loubet und Combes und als heftige persönliche Beleidigung warfen die Manifestanten der gegnerischen Lager einander die vierzig Sous" vor, welche'sie von ihren Auftraggebern für das Krakehlen erhalten haben sollen. Stellenweise kam es zu Faustschlägen und zu Steinwürfen und nicht bloß Steine, sondern auch eiserne Stühle flogen von der Tuilerienterrasse herab, die zuerst den Klerikalen gehörte, Dann aber von ihren Gegnern eingenommen wurde.

Unter den Verhafteten befanden sich am Ende des Tages vier Abgeordnete. Ein Manifestant zu gunsten der Schwestern, dem die Polizei ihren besonderen Schutz ange­deihen ließ, war der einstige Polizeipräfekt Andrieux, der im Jahre 1880 in den berühmt gewordenen perlgrauen Hand­schuhen die Märzdekrete gegen die Jesuiten ausführte. Er trug auch am Montag perlgraue Handschuhe und schrie ans vollem Halse das Losungswort ber Kornblumen:Liberte, liberte I

Die Kundgebung der Damen ließ lange auf sich warten und zuletzt machten die Manifestanten sich ein Spiel daraus, einander zu fragen:Oüquest .nadame Leiaudy? Frau Lebaudy gehört zwar nicht zu der Gruppe ber Damen Reille und de Mun, aber sie hat ein offenes Schreiben an den Vorstand der Konferenz über den Mädchenhandel ge­richtet, worin sie die Herren für die 100 000 kleinen Fran­zösinnen zu interessieren suchte, welche durch die Aushebung der Kongreganistenschulen in die Gefahr geraten könnten, die den Gegenstand der Konferenz bildete. Es diente zur Zer­streuung, daß ein elegantes junges Weib im blauen Kleide, einen dreispitzigen Marquishut auf dem gewellten Scheitel,

den blauen Sonnenschirm hochschwingend, sich durch bie Menge Bahn brach,Liberte, liberte!" rufend. Es bildete sich rasch ein Gefolge um die Manifestantin, der von Geg­nern zugerufen wurde:Die Rute, gebt Ihr doch die Rute."

Um die gleiche Zeit geriet Syveton in ein Gedränge ung wurde leicht verwundet. Sonst scheint kein Blut ge­flossen zu sein, wohl zum Leidwesen derDamen", die seit drei Tagen damit drohen. Erst nach 5 Uhr zeigten sich bie Damen de Mun, Reille, de Pomaiolhs, Cidiel, Piou, geleitet von dem Grafen de Mun, den Abgg. Lerolle und Denys Cochin und mehreren Pariser Gemcmderäten in der Nähe des Grand Palais. Sogleich bildete sich ein Zug, der unter dem Ruse Liberty, Liberal" die Avenue de Marigny ein­schlug. Hier wurde er von einem Cordon von Polizisten, hinter dem berittene republikanische Garde stand, aufgehalten. Die Abgeordneten wiesen ihre Insignien vor und bemühten, sich bei dem Polizeipräfekten Lepine für drei der Damen und zwei Frauen aus dem Volk um die Erlaubnis, bis zum Ministerium des Innern vorzudringen, um eine Petition ab­zugeben. Der Präfekt ging darauf nicht ein und erklärte, der Ministerpräsident sei abwesend. Als diese Antwort den Damen! hinterbracht wurde, antwortete die Baronin Reille:Auch gut, wir werden aber wiederkommen." Dann hielten sie mit Ihren Begleitern einen Umzug über die Place de la Con­corde, wo man sie ehrte, aber auch schmähte, und blieben hieraus bis gegen 7 Uhr in der Nähe, um Deputationen zu empfangen, und im Gespräche mit den Leuten zum energischen Widerstande anzuspornen.

Die afrikanische Frage

kam am Dienstag im englischen Unt.erhau.se zur Sprache. Gibson Bowles fragte, ob die Regierung Kenntnis! davon habe, daß zwischen Frankreich und Spanien ein Ver­trag geschlossen sei, durch den die a f r i kan i s ch e n Be si tz- un g en Spaniens in Adrar Tmarr (Westafrika) etwas! verkleinert, Dagegen diejenigen Frankreichs ent­sprechend vergrößert worden seien und wie Spanien für seine Zustimmung zu diesem Abkommen entschädigt worden sei. Unterstaatssekretär Cranbgrne entgegnet, der Vertrag zwischen Spanien und Frankreich sei nicht auf die westliche Sahara beschränkt, sondern betreffe auch die Grenzen zwischen den spanischen und französischen Besitz­ungen am Golf von Guinea. Bei der Beratung des EtatH für das Kolonialamt wünscht Campbell San norm an Auf­klärung über einige Punkte hinsichtlich Südafrikas. Er freue sichv die bisher feindlichen Buren freundschaftliche Gefühle bekunden zu sehen; er bitte aber um Auf­schluß über die wirkliche Lage der Buren, die noch vorr kurzem gegen England in Waffen standen. Er bezweifle^ daß es angebrachr sei, die Buren, welche die Leistung des! Unterthcmeneides verweigern, zu bestrafen und halte ess für besser, ihnen ein Beispiel von ber Milde des Königs! zu geben. Die beste Lösung der Schwierigkeit seien gute Nachbarschaft, kaufmännische und industrielle Beziehungen, die durch Heirat geknüpften Bande der Familie und Ge­meinsamkeit der Interessen. Chamberlain erwiderte: Was die Kolonialkonferenz anbetreffe, so seien alle Mit­glieder von Dem Wunsche beseelt, die einzelnen Teile des! Reiches einander näher zu bringen. Er glaube, daß die Konferenz einen Schritt weiter bedeuten werde zu jener) Einigung des Reiches, die er im Auge habe. Eine vollstän­dige sofortige Zurückführurig der Burengefangenen in das Vaterland sei unmöglich. Er sei Optimist genug, anzunehmen, die Selbstregierung würde sich eher erreichen lassen, als man glaube. Tie Buren selbst seien gegen die llebemahme von Aemtem durch Viänner ihrer Rasse und hätten erklärt, sie würden Engländer bevorzugen, wenn sie ihnen sympathisch seien. (Beifall.) Cs würde daher zunächst ratsam sein, bis einige bittere Erinnerungen aus­gelöscht seien, englische Beamte in größerer Anzahl an der Verwaltung zu beteiligen. Bezüglich Der Besteuerung der Bergwerke erklärt Chamberlain, die Regierung werde in keiner Weise in die Entwickelung der Minen ein­greifen, in ihnen lägen sichere Einnahmequellen, die zur Wiedererlangung eines Teiles der Kriegskosten verwendet werden könnten.

Wie dieCentral News" aus Kapstadt melden, wurde dort in der Groote Kerk eine Tochter des Generals! Telarey mit dem Kommandanten Ferreira getrennt General löouis Botha war Brautführer. Als die ver­sammelte Gemeinde den General T e w e t bemerkte, begann jie mit beinahe wahnsinnigem En th u s ia sm us zu jubeln. Ter holländische reformierte Pastor Tr. Steyt- Ler, der früher einmal erklärte, er sei nur loyal unter dem Zwang, tadelte die Demonstratton und drohte, die Zere­monie zu schließen und die Kirche zu verlassen. Daraus wurde Die Gemeinde ruhig und die Zeremonie vollzog sich ohne weiteren Zwischenfall. Als aber.Dewet mit der Hoch,- zeitsgesellschaft die Kirche verließ, jubelte die fast allein aus Afrikandern bestehende Volksmenge lebhaft und riß ihm beinahe die Kl ei düng vom Leibe.

Deutsches Keich.

Berlin, 29. Juli. Aus Emo en wird gemeldet: Ditz Hohenzollern" mit Dem Kaiser an Bord ist heute abend hier eingetroffen. Der Kaiser wird morgen den Außenhafen besichtigen. Später erfolgt auf einer Salonpinasse die Fahrt zur Stadt, wo die Geretteten vom Torpedoboot S. 42 vor­gestellt werden sollen. Auch wird der Kaiser das Rathaus besuchen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten Budde und der Geh. Oberregierungsrat v. Balcntini trafen bereits heute nachmitatg hier ein, ebenso die StationsyachtAlice