Nr. 1»4
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Freitag 30. Mai 19OÄ
152. Jahrgang
Zweites Blatt.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger 87
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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2>U ynrlige Yummer mufaßt 10 Seiten.
Käste aus dem Ksteu.
Potsdam, 29. Mai.
Der Kronprinz von Siam traf beute vormittag kirr- vor 9 Uhr auf dem hiesigen festlich geschmückten Haupt» bahnhofe mittelst Sonderzuges ein, in Begleitung des Prinzen Eitel Friedrich und deS Kommandeurs des La» dettenkorpS Generalleutnant Frhrn. v. Seckendorfs, die dem Kronprinzen bis Charlotten bürg entgegengefahreu waren. Die Leidkompagnie des L Garde^kegiments yi Fuß hatte mit der Fahne und Musik auf dem Bahnhofe Aufstellung genommen. Beim Einlaufen der Zuges präsentierte die Kompagnie, die Musik spielte die siamesische Nationalhymne. Stur* vorher waren die Herren der siamesischen Gesandt» fchaft aus Berlin ringe troff en, die den Kronprinzen auf dem Bahnhose emvfinaen. Unter den Anwesenden befand sich aucy der Bruder des Kronprinzen, Prinz Paribatra, der in dem Lichterfelder Kadettenkorps aufgezogen wird. Nach Herzlicher Begrüßung und Vorstellung des Gefolges sowie Militär- und Civilbehörden nahm der Kronprinz nach Ab- schreiten der Ehrenkompagnie den Parademarsch ab und fuhr bar auf in Begleitung des Prinzen Eitel Frieorich nach dem Stadtschloß Von dort begab sich der Kronprinz von Siam, abgeholt vom Prinzen Eitel Friedrich um 12y< Uhr mit dem gesamten Gefolge mittelst Hofwagen durch die geschmückten Straßen der Stadt nach dem dienen Palais, wo er vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen wurde. Am Nachmittag legte er am Sarkophage des Kaisers Friedrich im Mausoleum an der Friedenskirche einen Kranz mit rotweißer Schleife nieder. Der siamesische Gesandte und die Mitglieder der Gesandtschaft waren zugegen. Darauf stattete d^r Kronprinz den in und bei Potsdam wohnenden Fürstlichkeiten Besuche ab.
Ter Schah vonPersien traf um 6 Uhr nachmittags hier rin und wurde empfangen vom Kaiser, den Prinzen, der Generalität, dem Staatssekretär des Auswärtigen von Nichthofen. T-ie Ehrenwache bildete eine Kompagnie Garde- jag er, deren Musik die persische Nationalhymne spielte. Der Kaiser, in der Uniform des L Garde-Regiments und der Schah in persischer Uniform mit dem Bande und Großkrenz des Roten Adlerordens schüttelten sich wiederholt die Hand und begaben sich nach Abschreiten der Ehrenkompagnie im offenen Wagen nach. der Orangerie, wo bei dem Eintreffen des Schahs die persische Reichsstandarte gehißt wurde. Eine Kompagnie des L Garderegiments bildete die Ehrenwache. Nach der Vorstellung der Gefolge kehrte der Kaiser mich dem Neuen Palais zurück. 'Der Schah besuchte um 7 Uhr das Mausoleum und legte am Grabe des Kaisers und der Kaiserin Friedrich Kränze nieder. Dann empfing der aKiser den Gegenbesuch des Schahs und überreichte ihm eigenhändig den Schwarzen Aolerorden. Der Schah überreichte dem Kaiser eine hohe persische Ordensauszeichnung. Zur Abendtafel war geladen der Kronprinz von Siam, Prinz Paribatra und Prinz und Prinzessin Friedrich August von SaMen.
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olitif dje Bedeutung wohnt diesen Besuchen infofern bei, als die Vortrefflichkrit der Beziehungen beider Länder zum Deutschen Reich dadurch offiziell bestätigt wird. Im übrigen erregt das Erschrinen des siamesischen Throm- folgers besonderes Interesse, weil es das erste Mal ist, dckß ein so hochgestellter Vertreter des hinterindischen Staates am deutschen Kaiserhof weilt. Während der wirtschaftliche Einfluß Teutschla.rds in Siam in den letzten Jahren erheblich gewachsen isc, blieb der „amtliche" Verkehr ziemlich deschränkL Deutsche Kriegsschiffe waren in den Häfen SiamS lange Zeit hindurch überhaupt nicht anzutreffen. Erst vor einigen Monaten zeigten Schiffe des ostafiatischen Geschwaders dort die Flagge, und der Besuch eines höheren deutschen Seeoffiziers, des Vizeadmirals Bendemann, in Bangkok mag die unmittelbare Veranlassung gegeben haben zur Reise des Kronprinzen von Siam nach Berlin. Auf die wirtschaftliche Stellung Deutschlands in Siam kann dieser Besuch selbstverständlich nur günstig einwirken. Die Siamesen haben heute schon in geschäftlicher Hinsicht am liebsten mit Deutschen und auch Japanern zu thun, weil sie von dieser Seite politischer Nebenabsichten sich nicht zu versehen haben. Man darf sogar sagen, daß zwischen Bangkok und Tokio politisch ein ausgespvochen.es Freundschaftsverhältnis besteht. Gegen Engländer und Franzosen aber, die beide bestrebt sind, ihre Machtsphch:e, besonders im Mekongthal, auszudehnen, hegen die Siamesen Mißtrauen, was sich auch im Handel und Verkehr bemerkbar macht. In der Kausfahrteischifffahrt mit Siam steht die deutsche Flagge obenan.
Persien wird den deutschen Interessen wesentlich näher gerückt sein nach Vollendung der Bagdad bahn. Gebietserwerbungen aus diesem Anlaß plant Deutschland auch an der persischen Seite des gleichnamigen Golfes nicht. Muzafser-eddin darf also in dieser Beziehung ebenso beruhigt sein wie Abdul Hamid betreffs des an der türkischen Seite des persischen Golfs belegenen Kaveit. Bekanntlich ist Deutschland auf den im vorigen Jahre von London aus gelegten „Leim" der Kaveit- frage nicht gegangen. Der Wettbewerb um die politische Vorherrschaft am persischen Golf bleibt den Russen und Engländern überlassen. Tas weiß der Schah von Persien, und die Besuchstage am deutschen Kaiserhofe werden chn in dieser Ueberzeugung bestärken-
Politische Tagesschau.
„Die Kolonialn'.''idigkeit in Deutschland" konstatiert Karl Peters ..l der Londoner „Aiuanzchronik". PeterS ist beranntüch der Initiator der deutschen Ostafrika»
Politik, und fein Urteil darf leider wohl als zutreffend gelten. Peters schreibt unter anderem:
„Auf den Schwung frischen Unternehmungsgeistes scheint auf der ganzen Linie eine tiefe Resignation eingetreten zu fein. Die Kolonien haben nicht gehalten, was sie uns versprachen. Nachdem oas Reich nunmehr an 20 Jahre Kolonialpolitik getrieben hat, kann man auch kaum noch den alten Trost vorbringen, daß wir „noch in den Kinderschuhen stecken". Britisch- Südafrika sowie der Kongostaat sind in ihrer wirtschaftlichen Entwickelung weit an unseren eigenen Kolonien vorbeigeeilL In Deutschland scheint man am Ende seines Witzes zu sein. Nirgends ein produktiver neuer Gedanke, aus dem man frische Hoffnung zu schöpfen vermöchte; allerorten entweder g-raue Spe k u- lation oder direkte Niedergeschlagenheit."
Peters macht dafür hauptsächlich den starren Bureau- kratismus des deutschen Kolonialsystems verantwortlich. Die Männer der Praxis seien an diesem <schablonenhasten Bureaukratismus stets gescheitert.
„Mit der bloßen Erwerbung von überseeischen Gebieten ist es nicht gethan. Es kommt darauf an, sie sich wirtschaftlich anzugliedern und nutzbar zu machen. Tie deutsche Flagge mag über noch so vielen Landern der Erde aufgehen; so lange, bis unser Volk es lernt, eine gesunde, ges chäf tlich e Kolonialpolitik zu treiben, bleiben sie einfach eine Belastung für unser Volk, die man am besten wieder über Bord wirft. Diese Aufgabe aber ist mit Phrasen und kolonialpolitischen Mätzchen daheim nicht zu lösen, sondern nur durch praktisches Planen und fleißige Arbeit in den Kolonien."
Kolonialfreundliche Blatter vom Range des „Hamb. Korr." und der „Rhein.-Wests. Ztg." vermögen diesem Urteil nicht zu widersprechen Sie geben in der Hauptsache dem herben Kritiker recht, aber zum Ueberbordwerfen des kolonialen Ballastes vermögen sie sich gleichwohl nicht zu entschließen. Die „Rhein.-Wests. Ztg." erklärt, es sei in der Thctt an der Zeit, daß in der Lertung des deutschen Kolonial- wesens eine radikale Aenderung eintrete. Das kaufmännisch-wirtschaftliche Moment müsse künftig zur überwiegenden Geltung gebracht werden. Die „Rhem.- Westf. Ztg." will mit Dr. Peters zunächst die Verkehrswege entwickelt haben.
Dreibund statt Zweibund?
Einem Berliner Blatte wird aus Paris depeschiert: Die Erweiterung des,Zweibundes durch den formellen Beitritt Dänemarks wäre nach einer Petersburger Privatmeldung beschlossene Sache.
Daß die Rußlandfahrt des Präsidenten Loubet kein greifbares Ergebnis gezeitigt hat, will den Franzosen nicht in den Sinn. So konstruieren sie sich denn ein solches, und zwar in Anlehnung an die allerdings ungewöhnlich herzlichen Ansprachen, die Loubet an den greifen König von Dänemark richtete. Vor nicht langer Zeit hieß es, Spanien werde sich dem Zweibund anschließen. Damit war es nichts. Nun ist ja die Wahrscheinlichkeit des Beitritts Dänemarks größer, in der Wirkung würde es aber ungefähr auf dieselbe hinaus kommen, denn auch die staatliche Bedeutung des nordischen Königreichs ist gering. Die regierenden Häuser in Kopenhagen und Petersburg sind bekanntlich durch Verwandtschaft verbunden; zwischen Dänemark und Frankreich hat sich neuerdings eine gewisse handelspolitische Allianz herausgebildet insofern, als dänische und französische Rhederrien zum gemeinsamen Betrieb der Ozeanschiffahrt — zunächst nach Ostasieu — sich vereinigt hoben. Es wäre also nicht unmöglich, daß Dänemark, zumal es gar bald um seine koloniale Herrlichkeit geschehen sein wird, die Anlehnung an den Zweibund in aller Form zu vollziehen geneigt ist. Die politische Konstellation in Europa würde dadurch in keinem Betracht wesentlich geändert.
Fürst Ferdinand von Bulgarien.
wird der nächste Gast am Zarenhofe sein. Er tritt, in Begleitung des Ministerpräsidenten Dankew, am 8. Juni die Reise nach Petersburg an. Ein freundschaftlicher Besuch, der im Hinblick auf die Gestaltung der Balkan Politik/ soweit die Haltung Bulgariens in Betracht kommt, beruhigende Aussichten eröffnet Denn der Zar wünscht nicht, daß das Balkanfeuer auflodere, und fein Wunsch ist jetzt, wo Rußland Bulgarien in seinen Finanznöten Beistand geleistet hat, dem Fürsten Ferdinand unbedingter Befehl. Wann König Alexander von Serbien endlich in die Lage kommen wird, den langersehnten Besuch an der Newa abzustatten, ist noch immer ungewiß Vor dem Spätsommer keinesfalls, denn Ende Juli oder Anfang August ist Kaiser Wilhelm Gast des Zaren bei den Flottenmanövern an der russischen Ostseeküste. Die Thronfolge frage in Serbien harrt noch der Lösung; König Alexander erklärte unlängst in einem Interview, daß er die" Hoffnung auf Nachkommenschaft keineswegs aufgegeben habe. In Rußland aber hält man die baldige Regelung der Thron- folgefrage für wünschenswert, doch nicht in dem der Königin Dr aga genehmen Sinne. Möglicherweise sind die Anschauungen hierüber zwischen Belgrad und Petersburg noch nicht in Einklang gebracht.
Gelegentlich der Adreßdebatte in der S-obranje ergriff Donnerstag der Ministerpräsident Tanew das Wort: „Unsere Politik", sagte er, „ist durch den aufrichtigen Wunsch der Regierung gekennzeichnet, mit allen Staaten, insbesondere mit unseren Nachbarn, fteundschaftliche Beziehungen zu unterhatten."
Zum Ariedensichluffe.
Nach einer Meldung aus London ist der Minister» rat am Donnerstagmittag im Auswärtigen Amte zu
sammengetreten. Auch der Kolonialminister Chamberlain erschien, obwohl er an Gicht leidet. Infolge der plötzlichen Einberufung des Ministerrates war bte Menschenmenge, die sich eingefunben hatte, kleiner als in früheren Fällen. Die allgemeine Spannung wächst, ohne daß die zuversichtliche Hoffnung aus baldigen Fricdensschluß fönte.
Im Unterhause erklärte Balfour, er hoffe dem Hause am Montag das Ergebnis der jüngsten Besprechungen in Südafrika mitzuteilen, aber er kann nicht bestimmt versichern, daß er in d?r Lage fein werde, dies zu thun. Bis eine Mitteilung über das Ergebnis der Verhandlungen in Südafrika gemacht werden kann, halte ich es nicht für dienlich, in die Beratung des! Budgets einzutreten. Ich sagte am Dienstag, ich hielte es nicht für dienlich, das Budget zu beraten, solange die Angelegenheiten in der Schwebe seien. Das Wort „Schwebe" (balance) ist sinnwidrig so ausgelegt worden, als nehme es auf Erörterungen und Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts, über das Budget selbst Bezug. Dem ist aber nicht so. Der einzige zweifelhafte Punkt war, ob das Haus ersucht werden könne, über das Budget zu beraten, ehe mir genau wissen, wie wir hinsichtlich der zur Zeitin Südafrikavor sich gehenden Verhqndluugen stehen. Da noch ein Schatten von Zweifel besteht, ob ich in der Lage sein werde, am Montag die endgiltige Erklärung abzugeben, schlage ich vor, am Mittwoch die Beratung des Budgets zu beginnen.
2er letzten englischen Verlustliste zufolge fand am 25. Mai ein Gefecht zwischen Aliwalnorth und Jamestown statt. Ein Offizier und fünf Mann wurden verwundet .
Tie K o n f e r e n z ist am 28. in Pretoria geschlossen worden. Am Abend reisten die Burendelegierten nach Vereen iging ab. Wie Reuters Shire au erfährt, deuten die vorhandenen Anzeichen auf einen befriedigenden Aus» gang der Verhandlungen hin. Es besteht Grund zu der Annahme, daß keine Schwierigkeit erhoben wurde, den Buren das Recht zuzugestehen, ihre Waffen zur Verteidigung gegen Eingeborene und Wilde Tiere zu behalten.
Heer und Flotte.
Durch Allerhöchste Kabinetsorbre vom 27. d. M. ist Kontreadmiral Fritze, Inspekteur des Torpedowesens, für die Dauer der diesjährigen Herbstübungen der Flotte zum Ehef des zu bildenden Geschwaders der Uebungsflotte ernannt. Kontreadmiral Galster, Inspekteur der Marine- Artillerie, ist zuni 2. Admiral desselben Geschwaders und bis zum Zusammentritt desselben zum Chef der Kustenpanzer-- Reseroedivision ernannt
Für bi e dies jährigen Res erve - und Land- wehr-Uebungen ist eine außerordentlich ft arte Heranziehung von Mannschaften des Beurlaubtenstandes normiert worden, und zwar gegen die der Vorjahre um 10 Prozent stärker. Diese Aenderung basiert darauf, daß diejenigen Leute der Reserve, welche infolge der zweijährigen Dienstzeit hinzugetreten sind, begonnen haben, in das Landwehrverhältnis überzutreten, und deshalb wird nunmehr die Verwirklichung des Restes der bei der Einführung der zweijährigen Dienstzeit als notwendig bezeichneten Vermehrung der Hebungen vorgenommen. Im Jahre 1891 wurden insgesamt 174 726 Mann zur Hebung eingezogen, in diesem Jahre sind 192 760 2)lann in Ansatz gebracht worden, was für diese beiden Jahre- *ein Mehr von 18 034 Mann ergiebt.________________________________________________________________.
^Deutsches Reich.
Berlin, 29. 9)tai. Zur gestrigen Abendtafel bei dem Kaiser war der Reichskanzler Graf v. Bülow und der Chef des Marmekabinets Frhr. v. Senden-Bibran geladen. Nach der Tafel hatte der Kaiser eine Besprechung mit dem Reichskanzler. Heute hörte Seine Majestät die Vorträge des Chefs des Generalstabs Generals der Kavallerie Grafen v. Schlieffen und des Chefs des Militärkabinets Generalleutnants Grafen v. Hülsen-Häseler. Heute mittag empfing der Kaiser im Neuen Palais den Kronprinzen von Siam.
— Tie Ansprache des Kaisers an die zweite Garde-Infanterie-Brigade nach dem gestrigen großen Gedenk-Ererzieren war rein militärsachlich gehalten und lautete: „Ich freue mich, daß meine Brigade auch heute voll und ganz ihre Pflicht gethan und meine Erwartungen nicht getäuscht hat. Das Exerzieren war wie immer stramm und genügte meinen Anforderungen an Euch. Ich spreche hiermit der Brigade meine vollste Anerkennung aus und hoffe, daß Eure Diensttüchtigkeit immer so bleiben wird. Adieu, Kameraden!"
— Während die Kaiserin Anfang Juni Schloß Haus- baden bei Badenweiler verläßt und nach Potsdam zurück- kehtt, um gemeinsam mit dem Kaiser die Reise nach Marienburg anzutreten, wird die Schwester der Kaiserin, Prinzessin Feodora von Schleswig-Holstein, mit den jüngsten kaiserlichen Kindern noch bis Ende Juni auf Schloß Haus- baben in ber Sommerfrische verbleiben.
— Ter prenß. .. Siaatsanz." veröffentlicht eine Verfügung des Ministers ber öffentlichen Arbeiten betreffend eine ander- weite Verwaltungsordnung für die Staatseisen-- bahnen und die Aufhebung b er Eisenbahn-Tele- gravhen- Inspektionen.
Metz, 29. Mai. Die „Lothr. Nachr." berichten über einen Grenzzwischenfall, der sich am Samstag ui


