4x[t% äuBBere Argentmer
Tendenz; Banken fest, das übrige ruhig.
100.90
41.90
27.10
dem man nach
107.80
44.20
3* 2% Hessen . .
3-6 Hessen . . .
4-6 Oesterr. Go'drente
Ob em Selbstmord vorliegt oder ein Unglücksfall stattgefunden hat, dürfte die Untersuchung ergeben.
37»% 30/, 37,°/.
3%
4-6 Ungar. Goldrente .
4°/ Italien Rente . .
47, -6 Portugiesen . .
0/ Portugiesen . . .
196 C. Türken . . . Türkenlose ..... 4% Griech. Monopo 1-Anl.
ReichsaDleihe do.
Konsole do . .
. 210.40
. 188.60
. 131.80
. kSU30
. 150.30 . 144 00 . 20.50 . 169.60 . 199.50 . 187.00 . 166.00
. 102.05
. 91.50
. 101.85
. 91.50
. 100.10
* 102*80
Frankfurt a. 11., 30. Januar.
. 26.70*
. 89.30
. 123.80
8 Nieder-Weisel, 29. Jan. Die hiesige Bürgschaft - wurde am 25. durch das Gerücht in Aufregung versetzt, daß der Witwer Johannes Haub sich an emem Rollseisi m seiner öofra’te erhängt habe. Das Gerücht beruhte denn auch auf Wahrheit. Die Ursache zu dem Selbstmorde — es ist dies innerhalb 10 Monaten der dritte tragische Fall in unserer : Gemeinde — dürste in Schwermut über den Selbstmord der . mU ihm verwandten vormaligen Ortseinnehmers-Eheleute hier , au suchen sein. Der Fall hat allgemeine Teilnahme für die Hinterbliebenen Haubs hervorgerufen.
Y Vom hohen Vogelsberg, 28. Jan. Es wird die Aufstellung eines General-Kulturplans für den hohen Vogelsberg geplant. Sämtliche Ortsvorstände der in Bedacht kommenden Gemeinden wurden bereits aufgefordert, in em ihnen zugegangenes Formular die im Besitz der Gemeinden befindlichen Grundstücke einzutragen. Dabei sollen gleichzeitig die den Gemeinden gehörigen Grundstücke, die in anderen Gemarkungen liegen, aufgesührt werden. .
r Vilbel, 29. Jan. Zwischen Vilbel und Berkersheim sprang heute mittag y,l Uhr em Passagier der 4. Klasse au5 dem in voller Fahrt befindlichen Znge heraus seinem alten Filzhut nach, den ihm der Wind entführt hatte. Der Sprung muß glücklich abgelaufen sein, denn man sah den Waghalsigen spornstreichs dem Zuge nachrennen, nachdem er sich wieder in Besitz seines Hutes gesetzt hatte.
Darmstadt, 29. Jan. In äußerst raffinierter Weise haben drei arbeitsscheue Burschen die Post in Darmstadt zu betrügen versucht, indem einer von Frankfurt aus eme postlagernde Einzahlung an den anderen nach Darmstadt richtete und sich den Umstand zu Nutze machte, daß der Postausgabeschalter für Briese und der Postauszahlungsschalter getrennt suft>. Der Adressat nahm am Briefausgabeschalter nach der Legitimation und Bestätigung durch den Beamten das Anweisungsformular in Empfang, änderte an einem der Schreibtische die Zahl .Neun" Mark, über welche die Anweisung lautete, in „Neunzig" Mark um und versuchte nun, am Post- auSzahlungsschulter den Bettag von 90 Mk. zu erheben. Der Beamte war aber vorsichtig, prüfte die Anweisungsbücher und sand die Fälschung. Der Fälscher war unterdessen verschwunden, doch gelang es der Kriminalpolizei, die Fälscher festzunehmen. Sie haben schon mehr derartige Betrügereien begangen.
Darmstadt, 29. Jan. Wie das „Darmst. Tagebl." erfährt, wird die Prinzessin Elisabeth am 5. Februar hier eintreffen.
Darmstadt, 29. Jan. Die Handelskammer Darmstadt und der Handelsvertragsverein, Ortsgruppe Darmstadt, haben gestern folgendes Telegramm nach Berlin abgesandt: Reichstagsabgeordneten Gothein (in dessen Abwesenheit an den Vorsitzenden der Zolltarifkommission), Berlin, Reichstag. Unterzeichnete Korporationen protestieren energisch gegen die zum § 8 des Zolltarifgesetzes gestellten Anträge auf generelle Einführung von Ursprungszeugnissen für alle eingehenden Waren, ebenso auf die beabsichtigte Beseitigung der dreimonatlichen Zollttedite.
Mainz, 29. Jan. Die hiesige Handelskammer teilt mit, daß vom 1. Mai ab eine w eitere Schnellzugv erbin- dun g zwischen München und Mainz über Frankfurt her- gestellt werden wird und zwar in folgendem Fahrplane: München ab 6.48 norm. Mainz an 2.22 nachm. Mainz ab 3.45 nachm. München an 11.55 nachts. In diesen Zügen laufen direkte Wagen von und nach Holland, so daß für die Mainzer Reisenden ein Umsteigen nicht erforderlich ist.
Mainz, 29. Jan. In mehrstündiger nicht öffentlicher Sitzung beschlossen die Stadtverordneten, den Theatervertrag mit Direktor Steinbach zu lösen und die Theaterdirektion auszuschreiben. — Um die Stelle haben sich bereits über hundert im Theater- und Kunstleben gut akkreditierte Persönlichkeiten beworben.
b. Mainz, 29. Jan. Der Präsident der hiesigen Eisen- bahndircktion hat sich nach Berlin begeben, um an den Konferenzen teilzunehmen, die gegenwärtig im Ministerium für öffentliche Arbeiten stattfinden.
Worms, 29. Jan. Die vorn hiesigen Gewerkschaftskartell während der letzten Tage angestellte Arbeitslosenzählung ergab für den Stadtbezirk Worms 204 Arbeitslose, die in hiesigen Betrieben angestellt waren, zum größten Teil aber seit Weihnachten ohne Beschäftigung sind. Trotzdem hat die hiesige Stadtvertretung von der Eröffnung von Notstandsarbeiten Abstand genommen.
Frankfurt a. M., 29. Jan. Der hiesige Zentralerem zur Förderung der Geflügel- und Vogelzucht „Ornis" versendet soeben die Programme zu seiner, vom 1. bis 3. März in den Hallen des Ausstellungsplatzes an der Forsthausstraße ftattfinbcnben Geflügel- und Vogel-Ausstellung. Insgesamt sind 170 Klassen ausgeschrieben, davon 68 für Hühner, 9 für sonstiges Großgeflügel, 80 für Tauben, 9 für Vögel und 4 für Gegenstände. Im Preisgericht werden 13 auswärtige Kenner mitwirken; schon jetzt stehen 66 Ehrenpreise zur Verfügung. Der Meldeschluß ist auf den 15. Februar festgesetzt; nähere Auskunft wird auf dem Bureau Große Eschenheimer- straße 31 im Hofe, 1. Stock, erteilt.
** Frankfurt a. M., 29. Jan. In der wissenschaftlichen Sitzung der Sencke n b er g isch en naturforschenden Gesellschaft machte am Samstag der Vorsitzende, Ober- leljrcr I. Blum, die Mitteilung, daß der v. Reinach-Preis für eine Arbeit, die einen Teil der Geologie aus dem Gebiet zwischen Aschaffenburg, Heppenheim, Alzey, Kreuznach, Koblenz, Ems, Gießen und Büdingen zu behandeln hatte, diesmal nicht vergeben werden konnte. Das Preisgericht bestand aus den Professoren E. Kayser in Marburg, O. Boettger und F. Kinkelin hier. Der Preis wird nunmehr der Bestimmung gemäß am 1. April d. Js. nochmals ausgeschrieben werden, und zwar mit dem doppelten Betrag, also mit 1000 Mark. Die Bewerber haben alsdann ihre Arbeiten bis zum 30. September 1903 an die Direktion der Gesellschaft einzureichen.
Kassel, 29. Jan. Oberpostsekretär Kümmel wurde wegen Unterschlagung amtlicher Gelder verhaftet.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Jäger Kraft von der 2 Kompagnie des Jäger-Batail- Ion§ Nr. 11 in Marburg wurde am Mittwoch tot auf dem Bahngeleise in der Nähe des Südbahnhofes gefunden. Der Körper lag zwischen den Schienen, der Kopf war fast vom Rumpfe getrennt und eine Schulter nebst Arm zerquetscht.
— Wieder Getteidefchwindcl iu Amerika. An der Chicagoer Getreidebörse herrschte am 27. ds. Mts. außerordentliche Erregung. James Patton hat über 10 Millionen Bushel Maihafer qecoruert. Tie Newyorker Getreidebörse wurde durch die Vorgänge flark affieitt und konnte nur durch kräftige Unterstützung vor einer Panik bewahrt werden. .
werden.
— Deutsche Gesellschaft für elektrische Unternehmungen Frankfurt a. M. Von den Obligationen dieser Gesellschaft sind rund 81/, Millionen zum Umtausch in Obligationen der Gesellschaft Lachmayer angemeldet. Die Anmeldefrist ist bis zum 12. Februar verlängert.
— Die Budapester Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft wird die gleiche Dividende wie im Vorjahre, nämllch 6 Prozent, verteilen.
4s,-6 Oes<err. bilberrente 101.15
101.10
Landwirtschaft.
— Der „Reichsanz." enthält die eudgittigeu Ergebnisse der Viehzählung im Deutschen Reich vom 1. Dezember 1900, denen wir entnehmen, daß die Gesamtzahl der Pferde 4195361 im Verkaufswerte von 2352 Mill. Alk. betrug gegen 3 836 256 Stück und 1881 Mill. Mk. Verkaufswert im Jahre 1892. Die Zahl ist hiernach in den acht Jahren seit 1892 um 359 105 ober 9,4 v. H. gestiegen, der Verlaufswert um 471 Mill. Mk. oder 25,0 v. H. Besonders stark zugenommen hat die Zahl der unter 1 Jahr alten Fohlen, nämlich von 186 893 aus 220 453, also um 33 560 oder 12,7 v. H« Maultiere und Maulesel sind 649 gezählt gegen 383 im Jahre 1892, Esel 7199 gegen 6320. Die Gesamtzahl aller Rinder betrug 18 939 632 gegen 17 555 694 im Jahre 1892, ihr Lebendgewicht 6664 Mill. To. gegen 5990 und ihr Verkaufswert 4182 Mill. Mk. gegen 3547. Die Zahl ist also um 1383 998 oder 7,9 v. H., ihr Gewicht um 674 Mill. To. ober 11,3 o. H. und ihr Verkaufswert um 633 Mill. Mk. oder 17,9 o. H. gestiegen. Es ist beachtenswett, daß sowohl bei den Pferden roie oei den R i n- bern der Wert viel stärker aeftiegen ist als die Stückzahl, woraus heroorgeht, daß die Viehzucht viel rentabler geworden ift Tie Zahl derSchweine ist feit 1892 von 12174288 auf 16 807 014, also um 4 632 726 oder 38,0 v. H. und ihr Verkaufswert von 685 auf 914 Mill. Mk., also um 229 Mill, ober 33,2 v. H. gestiegen. Daß der Wert hier nicht so stark gestiegen ist als die Stückzahl, ist eine Folge der sehr großen Zunahme der unter ein Jahr alten Schweine. Die Zahl der Ziegen betrug 3 266 997 gegen 3 091 287 Stück und ihr Vettaufswett 54,6 Mill. Mk. gegen 48,0. Bienenstöcke sind 2 605 350 gezählt gegen 2 034 449 im Jahre 1892, also jetzt 470871 oder 28 v. H. mehr. Ter Honigertrag, der zum erstenmal geschätzt, wird auf 149 510 Doppelzentner angegeben. Das Federvieh umfaßt 64 555 242 Stück, darunter 55 395 837 Hühner, 6 221 126 Gänse, 2 467 043 Enten, 351 165 Truthühner und 120 071 Perlhühner.
$lriulte itulvumjni.
Originaldrahtmcldungcn des Gießener Anzeigers.
Berlin, 30. Jan. Der sozialwissenschastliche Studenten.Verein hatte zu gestern abend eine stark besuchte Versammlung einbrrufen, um gegen die Auslosung des Vereins se tens des Rektois Stelluug zu nehmen. Es wurde schließlich eine Resolution angenommen, tue dem Bedauern über die Auflösung des Vereins Ausdruck gicbt und die Zustimmung zur Absendung einer Petition von Alten Herren au den Rektor erteilt. Gleichzeilig wurde der Vorstand eimächtigt, an Geheimrat Wagner eine Dank-Depesche abzusenden für sein Eintreten zu Gunsten dc8 Vere.ns.
Brüssel, 30. Jan. Von maßgebender Seite wird versichert, daß England bereit sei, mit der europäische» Buren Deputation als berechtigten Vertretern der Buren zu verhandeln. Die Deputation wurde in Unterhandlung eventuell eintreten, wenn der telegraphische Verkehr mit den im Felde stehenden Buren-Ecneralen freigegeben würde Die Pariser Reise Dr. Lcyds' und der Umweg Küppers über Paris geben zu der Vermutung Anlaß, daß für Hollands Vorgehen die Unterstützung der französischen Regierung gesichert sei. —i Dr. Leyds erklärte auf eine Anfrage: Irriger Weise würden mehrere Vorbedingungen für den Friedensschlutz erwähnt, die Kuyper ohne ihre Zustimmung der englischen Regierung mit- geteilt habe. Thats'ächlich existiere nur eine Vorbedingung. Diese kennten die englischen maßgebenden Kreise schon lange genug, um ohne langes Studium Ja oder Rein zu sagen. Die Balfour'sche Erklärung sei von beabsichtigter Zwei», beut ißt eit, also nur ein Manöver. — In gleichem Sinne sprach sich der Senator Pauliat, der Führer der französischen Bnren-Bewegung ans. Die Intervention Knypers in.; London sei Chamberlain nicht nur höchst erwünscht, sondern von diesem geradezu bestellt gewesen, um England die Demütigung einer mitteleuropäischen Großmacht zu ersparen.
London, 30. Jan. Hier zirkulieren unkontrollierbare Gerüchte, daß die Vereinigten Staaten von Nord- Amerika entschlossen sind, sich der Philippinen wieder zu entledigen und diese imKompenjationswege oder durch Verkauf in den Besitz einer anderen Kolonialmacht übergehen zu lassen-
Lon don, 30. Jan. Aus Berlin wird den Finanziab,. Times telegraphiert, daß der amerikanische Stahlkönig Schwab nach Berlin gekommen sei infolge einer Einladung des schlesischen Eisenhütten-Besitzers Fürsten Henckel-Donnersmarck. Nach Erledigung der geschäftlichen Unterredung habe Fürst Henckel-Donnersmarck Herrn Schwab zu einem intimen Diner geladen, an dem nur noch Fürst Herbert Bismarck, Feldmarscball Graf Waldersee und dex> österreichische Botschafter v. Szögyeny teilnahmen.
London, 30. Jan. „Daily Mail" veröffentlicht ein Telegramm aus dem Haag, worin mitgeteilt wird, daß iw der Note der holländischen Regierung die englischen Behörden ersucht werden, einem holländischen Aus-q schusse freies Geleit nach Südafrika zu geben, um dort die Buren über die wirkliche Lage in Europa zu? unterrichten. Die Angelegenheit wird im nächsten Kabinettsrat am Freitag in Erwägung gezogen werden. — Man erzählte sich gestern abend in den Klubs, daß die Minister, die Note als ohne jeden Wert bezeichneten, weil sie keinen bestimmten Vorschlag enthalte. Das Kabinew habe bereits in sehr höflichen Worten auf verschiedene' Bemerkungen der Note geantwortet. Man erklärt, falls-' die holländische Regierung von den Burensührern ermächtigt werde, Friedens-Vorschläge zu machen, so würden die englischen Minister diese einer ernsten Erwägung unterziehen. Auf alle Fälle hätte man sich Über die Wichtige keit der holländischen Note getäuscht. Hätte, sie die Wichtigkeit, die man ihr beilegt, so hätte die englische Regierung gezögert, Kenntnis von ihrem Inhalte zip geben.
Haag, 30. Jan. Von unterrichteter Seite wird versichert, daß die niederländische Note lediglich die Anfrage enthalten habe, unter welchen Bedingungen England Frieden schließen wolle. Von der Antwort wird es abhängen, ob Holland die Initiative zur Friedens-Vermittelung ergreifen werde.
Wien, 30. Jan. Das Organ des Auswärtigen Amtes ist der Ansicht, daß der holländische Ministerpräsident Knypers kaum mit einem Frie d en s wu n s che an die englischen Staatsmänner herangetreten wäre, wenn er befürchtet hätte, unerwünscht zu kommen und eine Zurückweisung zu erhalten. Alles beute daraus hin, daß, die englische Regierun g, nachdem der volle Was- fen-Erfolg der englischen Armee anerkannt ist, gern bereit fei, den Schrecken des Krieges ein? Ende zu machen und solche Friedens-Bedingungen zu stellen, daß aus dem blutgetränkten Boden Südafrikas noch die Versöhnung der Rassen emporsprießen könntz.
Petersburg, 30. Jan. Der Journalist Amph.i-- theatrow ist gestern früh in seiner Wohnung verhaftet und sofort nach Sibirien (Irkutsk) verschickt worden. Der Grund dafür ist ein Pasquill auf die» kaiserliche Familie, das er in der Possija veröffentlichte. Die Zeitung wurde sofort von der Regierung für immer unterdrückt- Das Pasquill schildert das Leben einer Gutsbesitzers-Familie. Aus den ersten Augenblick erscheint es harmlos und nur Eingeweihten ist es verständlich. Eine Fortsetzung wurde noch in Aussicht gestellt. Amphi- theatrow's Handlungsweise wird allenthalben scharf ge- tadelt.
Telephonischer Kursbericht.
Kunst und Wistenschasl.
— Die berühmte italienische Schauspielerin Adelaide Ristort beging am 29. b. 2JL ihren 80. Geburtstag. Ter großen Künstlerin gingen aus ganz Italien Glückwunschtelegramme und Blumenspenben zu. Die Königin-Mutter übersandte mit einem huldvollen Schreiben ein goldenes mit Brillanten geschmücktes Armband. — Der Deutsche Kaiser ließ Adelaide Ristori durch den deutschen Botschafter unter Ausdrücken des Bedauerns, die große italienische Künstlerin, deren Genie ehemals auch das deutsche Publikum in Begeisterung versetzt habe, nicht persönlich zu kennen, Glückwünsche aussprechen und einen Blumenkorb über- reichen. (Dem feinsinnigen Geschenke unseres Kaisers an die Stadt Rom, die sich nun bald im Besitz einer deutschen Meisterstatue Goethes befinden wird, ist eine neue Aufmerksamkeit Wilhelms 1 . gegenüber der ganzen italienischen Ration gefolgt, und die Römer werden aufs neue die außerordentliche Liebenswürdigkeit des Trägers der deutschen Kaiserkrone rühmen und preisen. Fast sieht es so aus, als ob Kaiser Wilhelm nach der großen Auslandsrede des Grafen Bülow und dessen legeren Bemerkungen über den Dreibund besonderen Wert auf herzliche Beziehungen zu Italien lege. Alan erinnert sich dabei aber auch, daß der Kaiser bereits vor Jahren einem Italiener, dem Komponisten der „Bajazzi", Leon- cavallo, den Auftrag erteilte zur Schöpfung einer Roland-Oper, deren Vollendung allerdings noch immer auf sich warten läßt, und andererseits daran, daß Kaiser Wilhelm den 70. Geburtstag und den Tod eines unendlich Größeren, des Deutsch-Schweizers Böcklin, unbeachtet vorüber gehen ließ. D. Red, des Gieß. Anz.)
3v/o Mexikaner . .
4*/z / Chinesen Ehctr.c. tic* ackert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstadt r Bank . Dresd ner Back . . Ber iner Handelsges-,, Oesterr Staatobahrl . Lombarden . J . Gottharibahn . . . Lanrai-ütte . . j. . Bochum . . « i, « Harpener . . . .
Gerichts 1 aal.
Kassel, 29. Jan. Tie Strafkammer beschloß die Zeugenvernehmung des Direktors Schmidt in dem am Montag beginnenden Prozeß gegen die Aufsichtsräte der Trebettrocknungs- Gesellschaft, sofern er noch vor Schluß der Verhandlung eintrifft.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Hamburg, 29. Jan. Die Finanzdeputation fordert zur Einreichung von Angeboten auf eine Hamburgische Staatsanleihe von 50 Millionen Mark zu 3», Prozent oder im Bettage von 55 Millionen Mk. zu 3 Prozent auf. Angebote sollen bis zum 15. Februar gemacht werden und bis zum 18. Februar gebunden bleiben. Tie Anleihe soll dienen zu Landankäufen für ötaatsbauten und zur Rückzahlung schwebender Schulden.
— Schwierigkeiten in der Tabakbrauche. JnSchwetzingen hat Fabrikant Brodesser, wie wir hören, den Konkurs an« gezeigt. Die Ueberschuldung soll 65 000 Mk. betragen. Ein anderes Geschäft in Schwetzingen bietet den Gläubigern 40 pEt. Voraussichtlich werden noch einige Geschäfte der Tabakbranche von gleichen Schicksal betroffen. Auch in Mannheim sprach kürzlich von Schwierigkeiten bei einer Tabakfirma, die aber unseren Informationen so gut wie behoben sind.
— Städtcanleihen. Sowohl die Subskription auf die neue 3i/,proz. Frankfurter Anleihe, wie diejenige auf die Kölner Stadtanleihe wurde wegen Ueberzeichnung sofort nach Eröffnung wieder geschloßen. — Die neue 3*/rprozentige Offenbacher Stadtanleihe soll anfangs Februar zur Zeichnung aufgelegt
Vermischtes.
• An Kaisers Geburtstag wurden beim Festmahl des Offizierkorps in Lindau nach altem Brauch zwischen den Garnisonen Lindau und Memel poetische Fest- grüße geweselt. Das Offizierkorps in Memel telegraphierte:
Die deutsche Flur im Jubel lebt,
Ter über alle Lande braust, Und siegesfroh den Degen hebt Tie kampfgestählte Mannesfaust, Und grüßt den Kaiser!
Ob auch des Landes Raum un5 trennt, Gemeinsam ist des Blutes Spur;
In jedem Bruderauge brennt
Ein heil'ger Strahl beim Treueschwur:
„Tas Herzblut für den Kaiser!"
Von Lindau ging folgender Gegengruß ab:
In Nord und Süd, vom Berg zum Strand, Im ganzen weiten Vaterland
Schlagt hochgestimmt mit gleichem Schlag Das deutsche Herz am Kaisettag!
Den Bodensee durchwogt der Rhein — Laßt uns mit Euch die Hüter sein Des deutschen Stroms, wie es vor Jahren Im Sieg oereint die Väter waren!
Alldeutschland halte stets die Wacht!
Dem Kaiser sei em Hoch gebracht!
Dem Kaiser Heil in Fried und Streit!
_____________So schall es heul' und allezeit.
Unwersitäls Nachrichten.
— Der Prorektor der Jenenser Universität verfügte die Verhinderung sämtlicher bisher üblich gewesener studentischen Mensuren in


