Ausgabe 
30.1.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 25 Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Donnerstag 30. Januar 1902

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Univers.-Buch- u.Stern- druckeret (Pletjch Erben) Redaktion, Grpebition und Druckerei:

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am

Ale Heutige Wummer umfaßt 10 Seiten

Zur Honorierung der Kasseuarzke.

Im Korresponbenzblatt des ärztlichen Landesvereins im Großherzogtum .Hessen veröffentlicht Med.-Rat Dr. Krug als Vorsitzender der Krankenkassen-Kommission eine

Unannehmbar!"

Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 29. Jan.: In der Zolltarifkommission ist heute von der Regierung eine kategorische Erklärung abgegeben worden. Staats­sekretär Graf Posabowsky wies die von der Rechten ge­stellten Anträge über Ursprungszeugnisse für die Waren- Einfuhr kurzer Hand zurück: im Falle der Annahme der die Industrie in hohem Grade beunruhigenden Anträge sei die Zolltarifvorlage aussichtslos. Empfindliche Gegenmaß- regelu des Auslandes würden die notwendige Folge solcher Bestimmungen sein. Es ist an der Zeit, daß die Regierung in ter Zolltarifkommission dem Hin und Her, dem Durcheinander von Anträgen ein Ziel setzt, indem sie sofort sich darüber äußert, was annehmbar ist, und was nicht. Die Beratungen verlieren sich nachgerade ins Uferlose. Abg. Singer (Soz.) hatte nicht Unrecht mit der Bemerkung: Man wisse schließlich gar nicht mehr, was die Antragsteller wollen.

Der Keheirnerkaß des Staatssekretärs v. Tirpitz, der die Vorbereitung einer neuen Flottenvorlaqe zum Gegenstand hat, hat folgenden Wortlaut:

Unter dem 6. Januar 1902 ist seitens des Reichs-Ma- rine-Aints ein Erlaß ergangen, der folgenden Wortlaut hat:

Bei Ausstellung der Berechnungen zum jetzigen Flotten- gesetz diente als Grundlage für die Gesamtentwickelung der Marme lediglich der Gesichtspunkt, jährlich eine gleiche Anzahl von schiffen in Bau zu geben, und zwar wurde das jährliche Bautempo auf 2 Linienschiffe, 1 großen Kreuzer, 3 Heine Kreuzer festgesetzt.

(Sine parallel laufende planmäßige Steigerung der Jndiensthaltungen, im besonderen der möglichst beschleu­nigte organisatorische Aufbau der Schlachtflotte mußte in den Berechnungen vorläufig außer Acht gelassen werden, da eine dem anwachsenden Schiffsbestande entsprechende Steigerung der Jndiensthaltungen für die Jahre 1905 bis 1910 so hohe Bedarfszahlen für dieFortdauernden Aus­gaben" ergeben hätte, daß die Flotten-Vorlage ohne neue Steuern nicht durchführbar gewesen und infolgedessen aufs äußerste gefährdet worden wäre.

Nach den bisherigen. Absichten soll dem Reichstage

Politische Tagesschau.

Minister v. Thielen.

Der preußische Verkehrsminister v. Thielen vollendet heute, am 30. Januar, sein 70. Lebensjahr. Herr v. Thielen ist soeben erst von schwerer Krankheit genesen! Wenn man seine Amtsthätigkeit, zumal als Eisenbahnminister, gerecht kritisieren will, dann muß man berücksichtigen, daß Miquel seit dem Eintritt Thielens in das Ministerium, im Jahre 1891, mit aller Energie darauf gehalten hat, daß die reichen Eisenbahn-Erträge in möglichst bescheidenem Maße Verkehrserleichterungen und anderen Reformen, Be­amten-Aufbesserungen, Personalvermehrungen usw-, dienst­bar gemacht wurden. Herr v. Thielen hat manches Zu­geständnis an die Oeffentlichkeit dem Finanzkollegen förm­lich abringen müssen. Die Einführung der 45 tägigen Rück- fahrtkarten erfolgte erst nach dem Ausscheiden Miquels aus dem Amte. Des Ministers Hauptwerk ist die preu­ßisch-hessische Eisenbahnbetriebs-Gemein­schaft, über deren Mert die Meinungen ja bekanntlich sehr geteilt sind. Sehr förderlich ist das Kleinbahngesetz der Verkehrsentwickelung gewesen. Mit Kanalvorlagen hat Herr v. Thielen bekanntlich minderes Glück gehabt. Persön­lich erfreut er sich vieler Synrpathieen.

im Winter 1904/05 eine Novelle zum Flottengesetze vorgelegt werden.

Ter Inhalt der Novelle selbst wird sich zwar nur auf die zahlenmäßige Vermehrung der Auslands schiffe er­strecken, die beizufügende Begründung aber wiro 1. den Schiffsbauplan für die nächsten fünf Jahre (1906 bis 1910), 2. einen Ueberblick über bi: Entwickelung der Gesamtkosten der Marine innerhalb dieser Bauperiode (1906 bis 1910) geben müssen. t

Falls im Winter 1904/05 die sinanziellen und inner- politischen Verhältnisse des Reiches dies irgendwie ge­statten, wird man den Versuch machen müßen, in der vorzulegenden Begründung zur Flottennovelle die plan­mäßige Entwickelung der Jndiensthaltungen in den Jahren 1906 bis 1910 dem wachsenden Schiffsbestand und dem zu beschaffenden Berufspersonal anzupassen, und zu diesem Zwecke eine ausreichende Steigerung derFortdauern­den Ausgaben" in den Berechnungen vorzusehen.

Eine wie hohe jährliche Steigerung derFortdauernden Ausgaben" seiner Zeit in die Reichstags-Vorlage in Aus­sicht genommen werden kann, ist eine etatspolitische Frage, Deren Entscheidung Vorbehalten bleiben müsse.

Von größter Wichtigkeit aber ist es, baldmöglichst klare Anschauungen darüber zu gewinnen, welche Steigerung der Jndiensthaltungen nach Maßgabe des zu beschaffenden Berufspersonals bis zum Jahre 1910 einschließlich bei nor­maler Entwickelung möglich .ist, und welche Geldmittel dazu erforderlich sind.

Zu diesem Zwecke ersuche ich, im Einvernehmen mit den anderen beteiligten. Gruppen des Hauses: 1. einen Jndiensthaltungsplan nach Maßgabe des 1910 verfügbaren Schifsbestandes und des bis 1910 bereit zu stellenden Berufspersonals (Kapitel 52), 2. den Gesamtbedarf an Militärpersonal (Kapitel 51) zur Durchführung dieses Jn- diensthaltungsplanes aufzustellen und mir vorzulegen.

Als Muster für den Jndiensthaltungsplan ist der all­jährlich für den Etat aufgestellte Jndiensthaltungsplan unter namentlicher Aufführung der einzelnen Schiffe bezw. Angabe des Schiffstypus zu benutzen, damit nach diesem Plan Kapitel 52 berechnet werden kann.

Eine Schiffsliste der im Jahre 1910 dienstbereiten Schiffe liegt bei

Bei Aufstellung derselben ist angenommen, daß 1. das jetzige Bautempo von jährlich 2 Linienschiffen, 1 großen Kreuzer und 3 Heinen Kreuzern auch von 1906 bis 1910 beibehalten wird, 2. Linienschiffe uno große Kreuzer fünf Jahre, kleine Kreuzer 4 Jahre, Torpedoboots-Divisionen 3 Jahre nach der Bewilligung ihrer Probefahrten beendigt haben und dienstbereit sind.

Bei Aufstellung des Jndiensthaltungsplanes ersuche ich im besonderen folgendes zu erwägen:

A. Auslandsschiffe.

Mir werden bis zum Jahre 1910, also für acht Jahre, mit einer erheblichen Steigerung der Auslands-Jindienst- haltungen rechnen müssen.

(Folgt ein Tableau und unter B. ein Verzeichnis der heimischen Schlachtflotte.)

Die Wirkung derKnthüllung".

Aus Berlin, 29. Januar, wird uns geschrieben:

Von der Enthüllung desVorwärts" über die nächste, für 1904/5 geplante Flottenvorlage kann eigentlich nur die Regierung überrascht, und zwar peinlich über­rascht sein, weil wiederunt ein durchaus vertrauliches Atten- tück, das Schreiben des Staatssetretärs v. Tirpitz, in >ie Hände von Sozialdemokraten gelangt ist. An und für ich erfährt man aus der Veröffentlichung wenig neues. Daß das Flottenprogramm kein unabänderliches ist, daß die Äiarnieverwaltung vor allem auf die s. Z. gestrichenen Auslandsschi sfe zu r ückzu ko m m en beabsichtigt, das war wiederholt schon Gegenstand der Erörterung in der Presse. Neu ist nur der Ilmstand, daß bereits bei der letzten Marinevorlage die Frage einer der Vermehrung der Schiffe entsprechenden Steigerung derIn dien st h alt- u n g" der Schisse ins Auge gefaßt wurde, daß aber bte Marineverwaltung diese Frage vorläufig fallen ließ, um durch die starke Erhöhung der fortdauernden Ausgaben, ver- dunden mit neuen Steuern, bte Flottenvorlage nichtaufs äußerste zu gefährden". Das ist allerdings gewiß, daß da­mals die Verlambarung solcher weiteren Pläne bte Flotten­vorlage zum Scheitern gebracht Haden würde. Unb eben deshalb, weil biese Gefahr bestand, wird es nicht allzu sehr der Marineverwaltung zu verbenken sein, daß sie diese Kon­sequenzen ber Schiffsvermehrung einstweilen nicht aufs Tapet brachte. In ber Politik kann nicht immer alles bas gesagt werben, was man weiß Auch bie offenherzigsten Parteipolittker müssen nicht selten aus taktischen Gründen schweigen, bis ber richtige Zeitpunkt gekommen ist, bieKarten auszubeckeu. Vtan geht zu weit, von einerTäuschung" des tags zu sprechen, weil bie Marineverwaltung nicht bcn ganzen Plan preisgegeben hat. Die neuen Marinepläne liegen noch in weitem Felbe. Niemanb weiß wie sich nach brei Jahren bie Finanz Verhältnisse des Reiches gestaltet, ob sie nicht vielleicht eine Blüte wiedererlangt haben, bie für Wehrzwecke größere Ausgaben erlaubt. Außerdem han- bclt es sich vorerst um Projekte ber Marineverwaltung, nicht am eine Vorlage ber Verbündeten Regierungen. Tas Ganze istZukunftsmusik". Jedenfalls ist kein Grund, sich schon jetzt zu erregen.

Erklärte doch ber Wortführer bes Zentrums, Dr. Müller-Fulba, ber an dem Zustandkommen ber Flotten­vorlage großen Anteil hat, heute in ber Bubgetkommission des Reichstages,ber Erlass habe nichts erschreckendes an an sich Staatssekretär v. Tirpitz bedauerte ben Diebstahl amtlich vertraulichen Materials^ und führte aus, ber Er­laß sei nur eine Konsequenz ber Stellung bes Reichsmarine- arnts zum Flottengesetz. Herr v .Tirpitz bezog sich auf feine ReichstagKred»:. vom 6. Juni 1900. Diese Rede, die in derNorbd. Allg. Ztg." zum Abdruck gelangt, enthält zwar die Bemerkung, baß die Regierung die Streichung der Forderungen für bie Auslandsschiffe nur alseine Vertagung der Entscheidung dieser Frage" angesehen wissen wollte; aber die Rede enthält keine Andeutung über die erhöhte Jndiensthaltung. Gerade diese Andeutung, ist ja auch nach dem Erlaß ausdrücklich vermieden worden, um bie Flottenvorlage nicht zu gefährden.

Nach ben Urteilen der Berliner Blätter zu schließen. Lat die Enthüllung keineswegs so sensationell in den Partei­lagern gewirkt, wie die Urheber der Veröffentlichung des Erlasses angenommen haben mögen. DieBoss. Ztg." ver­mutet, das amtliche Schriftstück werde besonders in den Kreisen des Zentrums peinliches Aussehen machen. Das ist, wie aus ben Erklärungen bes Abg. Müller-Fulda her­vorgeht, nicht ber Fall. Das Berliner Zentrums-Organ, bie Germania", bezeichnet aber bas Verschweigen der für später beabsichtigten erhöhten /^Jndiensthaltungen" als einesehr bedenkliche Taktik. TieRationalztg." konstatiert, ber Erlaß bringe durchaus nichts neues unb überraschendes. Daß für bie neuen Schiffe 'Mannschaften ersorberlich sein wür­den, habe niemand bezweifelt. DasBerl. Tagebl." wirst die Frage auf, wie ber Reichstag die Enthüllung ausnehmen werde ? Die agrarischeDeutsche Tagesztg." erklärt, keine Veranlagung zu haben, sich zu den noch ganz in Dunkeln liegenden Plane irgendwie bindend zu äußern. Nach der Auffassung berNeuesten Nachrichten" fällt bie Berösfent- nqjunß _ eines beraitigen Aktenstückes unter ben § 92 des Strafgesetzbuchs und involviere den Landesverrat.

Zuschrift, die er von einem hessischen Arzt erhalten hat und welche mit verblüffenber Deutlichkeit bie trost­losen Verhältnisse barthut, roelc^e bei manchen Kranken­kassen bestehen. Der betreffenbe Arzt schreibt: Ich habe im Monat 9L, ben ich als einen stillen bezeichnen muß für bie Krankenkasse in X-, das 5 Kilometer von meinem Wohnort entfernt liegt, 287 Besuche. 8 .Extrabesuche, 1 Ope­ration, 40 Konsultationen und 3 Nachtkonsultationen, im ganzen also 339 Einzelleistungen gehabt, welche nach ben Mindestsätzen der Landestaxe berechnet, 338 Mark kosten würben- Ich bekomme von ber Kasse als Honorar 1200 Mark für bas Jahr, monatlich also 100 Mark- Da ich ber schlechten Wege unb des Wetters wegen 45 Mark für Fuhrwerk verauslagen mußte, so verblieben mir im ganzen 55 Mark ober für jebe Leistung 16 Pfg. ober für jede tax- mäßig zu berechnenbe Mark 14 Pfg. Sollte wirklich bas Verlangen ber Aerzte nach Erhöhung der Krankenkassen­honorare unberechtigt sein?

Uebrigens finb bie Bezahlungsverhältnisse ärztlicher Arbeit auch außerhalb ber Kassensphäre an vielen Orten außerorbentlich schlechte. So suchte kürzlich durch Inserat in ärztlichen Zeitungen bie Gemeinde Selzen im Kreise Oppenheim, bem wohlhabendsten Teil Rheinhessens, einen Arzt- Sie bietet ihm für bie Behandlung ber Ortsarmen ein jährliches Honorar von 600 Mark unb für Behandlung ber Gemeindekrankassen-Mitglieber 400 Mark. Außerbem gestattet (!!) sie bem Arzte für jeden Krankenbesuch bei einem Gemeindeangehörigen, ber nicht zur schon genannten Kategorie gehört, bei Tage 50 Pf. unb bei Nacht 1 Mark zu liquidieren. Die enorme lieberfüHung des ärztlichen Staubes ermöglicht es, auch um solche Hungerlöhne Be­werber zu finben.

Deutsches Deich.

Berlin, 29. Jan. Der Kaiser hörte heute ben Vor­trag bes Chefs bes Civilkabinetts v. Lucanus unb besich­tigte später ben neuen Dom unb bas Pergamonmuseum.

Die noch lebenden ehemaligen Lehrer bes Kai­sers in Cassel am Friebrichs-Gyrnnasium sowie bes Kaisers Mitabit urienten an bieser Anstalt mürben, wie bereits kurz gemeldet, am 25. Januar im Schlosse von bem Kaiser empfangen, anläßlich bes 25jährigen Gedenk­tages des vorn Kaiser an dieser Anstalt bestandenen Abitu- rientenexamens. Der Kaiser unterhielt sich mit jedem der erschienenen Herren in leutseligster unb ungezwungenster Weise, und es würbe fast ausschließlich nur über bie Kasseler Schulzeit gesprochen und Erinnerungen hierüber ausgr-- tauscht. Der Empfang dauerte über eine halbe Stunde. Es nahmen an dem Empfange als ehemalige Lehrer nur Dr. Hußner, Direktor des Friedrichs-Gymnasiums in Cassel, und Direktor Dr. Hartwig-Frankfurt a. M. teil. Bon ben 17 Mitabiturienten waren nur 10 persönlich erschienen, well bie übrigen im Auslanbe weilen oder durch Krankheit ver­hindert waren; es waren erschienen: Landgerichtsrat Klepp- ler, Regierungsrat Schmidt unb Rechtsanwalt Jouvenal, sämtlich aus Cassel, Professor Brauneck-Hamburg, Regier­ungsrat Blankenborn-Hildesheim, Staatsanwalt Ganslanbt- Marburg, Landgerichtsrat Heyer-Neuwied, Geh. Bergrat Langemann-Aachen, Landgerichtsrat Sommer-Frcmksurt a. M. unb Regierungsrat Ziemann-Königsberg i. Pr.

Gestern würbe ber f r an z ö s i s ch e Sch r i f t st e ll er und Capitän Jules b e Cuverville, Direktor der französischen Revue Armee et marine und Bicepräsident der Bereinigung der französischen Militär-, Marine- und Kolo­nialschriftsteller, v o m K a i s e r e m p f a n g e n. be Cuver­ville hat unsere Marineeinrichtungen in lliel studiert, er hat bie Werkstätten unb Werften besucht unb ist voll des' Lobes unb ber Anerkennung über bas Gesehene. Sein Urteil über seemännische Angelegenheiten gewinnt noch dadurch, an Wert, baß er bie Marinen fast aller europäischen Staaten stubieri und auf seinen weiten Reisen auch sonst noch sehr eingehende militärische Beobachtungen gemacht hat.. Ter französische Offizier war entzückt über die Leutseligkeit des Kaisers, er fand sein Aeußeres viel jünger und viel weniger, ernst, wie man den Monarchen gewöhnlich dargestellt sieht.. Tatsächlich überrascht aber war er über die minutiöse Kenntnis, bie ber Kaiser über militärisch-maritime Gegen- stänbe entwickelte, bie sich auch namentlich auf Frankreichs beziehen. Der Kaiser ist absolut unterrichtet unb sehrau courant", wie v. Cuverville meinte. Jedenfalls besteht bas Bestreben einer gegen fettigen Annäherung, und biese mußte sich hauptsächlich; auf praktische, namentlich koloniale Bestrebungen zwischen ben beiben Mächten be­ziehen. Der französische Offizier und Schriftsteller hat von Deutschlanb bie allerbeste Meinung und bcn allergünstigsten. Einbruck.

General v ck>. Goltz ist bas Großkreuz bes Roten Ablerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ftinge ver­liehen worben.

Ter Besitzer ber Fibekommißgüter Brcdeneck undReth- wisck, Konrab Heinrich von D o n n e r, ist in ben Freiherm- stano erhoben worben.

DerReichsanz." veröffentlicht eine Bekanntmach­ung betr. bas Verfahren bei Anträgen auf Verlänger-i, un g der Ladenschlußzeit. DasReichsgesetzblatt" veröffentlicht eine Bekanntmachung betr. Aerrderungmr berJ Betriebsordnung für bie Haupteisenbahnen Deutschlanbs.

DemBerl. Tagebl." zufolge ist dem elsässischen Reichstagsabg. Schlumberger bie Mitteilung zuge­gangen, ber Kaiser beabsichtige im Mai, nach Besicht tigung der Arbeiten auf der Hohkönigsburg auch die Stadt Mülhausen zu besuchen, um einen Einblick in bie Jn-> bustrieverhältnisse zu erhalten.

Die Ernennung bes Reichsgerichtsrats v. Buchwal^