will, ohne auch mtr ihre erste und Äußerliche Psticht, die der Anwesenheit, zu erfüllen, dann wird sie nur durch den parlamentarischen Staatsstreich ihren Willen durchsetzen können, und sie wird dadurch der Erhöhung der Lebensmittelzölle eine neue Last von Gehässigkeit aufbürden.
Die rumänische Thronrede.
König K-irl von Rumänien hat am Freitagmittag das Parlament in Bukarest mit einer längeren Thronrede eröffnet. Es heißt darin: Mit dem gesamten Lande haben wir im vergangenen Frühjahre den fünfundzwanzigjährigen Jahrestag des ruhmreichen Krieges und der Proklamation der Unabhängigkeit dieser großen Thatsachen gefeiert, woraus das Königreich Rumänien hervorgegangen ist. Im Herbfl tfl die Erinnerung unserer Waffenthaten auf demselben Felde erneuert worden, wo unsere alte Tapferkeit in dem von den verbündeten russischen und rumänischen Heeren Unternommenen heißen Kampfe wieder erwachte. Ter warme Empfang, der mir in Bulgarien seitens des Fürsteri Ferdinand und seines Volkes zu teil wurde, hat dieser Erinnerung eine besondere Bedeutung gegeben und die Zusammenkunft Rustschuk und Plewna hat die freundschaftlichen Bande beider Länder fester geknüpft. (Lebhafter Beifall.) Tie Thronrede konstatiert dann, daß die Beziehungen in allen Staaten die besten sind. Tie sinanzielle Lage festigte sich so befriedigend, daß zwei Budgets mit Ueber- schüssen abschließen und daß die verfügbaren Summen des Staatsschatzes reichlich, genug waren, um im voraus die provisorische Anleihe vom letzten Frühjahr von 17 092 722 Lei zurückzuzahlen, obwohl sie erst am 15. Juni 1903 fällig war. (Lebhafter Beifall.) Tie Regierung wird jetzt das dritte Budget vorlegen, in dem die Ausgaben sich auf der im Frühjahr festgesetzten Höhe halten, d. h. auf der Höhe von 218.5 Millionen. Tie Thronrede kündigt eine Abänderung des allgemeinen Komptabilitätsgesetzes an, um über die regelmäßige Verwendung des Einnahmeüber- schusses Bestimmungen zu treffen, ferner ein Gesetz über die Aushebung der gemeindlichen Oktrois, ein weiteres betr. Organisation der Volksbanken. Tie Thronrede schließt: Die Vorsehung hat die Bemühungen des Landes, die ganz besonders schwierige Lage zu überwinden, gesegnet. Ich bin überzeugt, daß sie, beseelt von einem klarsehenden Patriotismus, mit demselben Eifer und derselben Selbstverleugnung ihre Arbeit, die so erfreuliche Früchte gezeitigt hat, fortsetzen und meiner Regierung die notwendige Stütze bieten zur Erreichung unseres gemeinsamen Zieles, das ist das Glück unseres geliebten Vaterlandes. — Tie Thronrede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, den 29. November 1902.
•* Gedenktage. Auf Wallerstein in Franken wurde am 30. November 1744 Karl Ludwig Knebel geboren, welcher mit Goethe über ein Menschenalter im traulichsten Verkehr stand. AuS diesem Grunde bilden seine Tagebücher und sein umfangreicher Briefwechsel eine wichtige Quelle zur Kenntnis jener goldenen Litteraturepoche. Hingegen werden seine philosophischen Abhandlungen und seine Gedichte kaum noch gelesen. Knebel wohnte und starb zu Jena am 23. Februar 1834.
** Zum Advent. Die Festglocken läuten. Man hört's an den, schönen vollen Klang, daß die große Glocke dabei ist. Was hat das zu bedeuten? Morgen ist doch der erste Advent, und beginnt die Adventszeit. Ja, ja, das ist die schöne Zeit, in der den ganzen Sonntag die Läden geöffnet sein dürfen, in der die Straßen von geschäftigen Menschen wogen und die Käufer sich in die Läden drängen. Da geht das Geschäft flotter, als im ganzen Jahr, und mancher Geschäftsmann, der bis dahin recht geseufzt hat über die chlechten Zeiten, fängt an, sich schmunzelnd die Hände >u reiben. Ja, die Geschäftswelt weiß die Adventszeit zu chätzen, sie weiß, daß sie die Rüstzeit für Weihnachten ist, raß sie ihren Glanz und ihre Bedeutung von dem Weihnachtsfest empfängt, sie preisen, Christen und Juden, den Melthciland, der jedes Jahr dem Geschäft eine solche goldene Zeit bringt. Liber darum läuten doch die Glocken nicht. Sie rufen zum Gotteshaus, sie laden zum Gottesdienst der feiernden Gemeinde. Ja, wer hat dafür jetzt Zeit und Sinn? Ter Mensch will doch vor allem leben und verdienen, und auch im Hause ist jetzt so viel zu sorgen und zu schaffen. Run, es giebt Gottlob auch noch solche, die anders denken. Das sind vor allem unsere Kinder. Tie ahnen etwas von dem geheimnisvollen Quell des Lichtes und der Freude, der hinter und über all dem äußerlichen Wesen quillt und sprudelt, und aus dem allein erst dem Leben sein Glanz und sein innerer Wert erwächst. In Scharen strömen sie gerade zur Adventszeit zu unseren Kindergottesdiensten, in denen ihnen von diesen heiligen Tingen, von dem Aufgang des ewigen Lichtes in der Menschengeschichte erzählt wird, und in denen sie unsere köstlichen Lieder ihm zum Preise anstimmen. Und es sind nicht bloß die Kinder. Am 1. Mvent schart sich wirklich eine festliche Gemeinde um Gottes Wort und Sakrament. Und am 2. und 3. Advent versammeln die abendlichen Wendmahlsfeiern eine größere Zahl von Wendmahlsgästen, namentlich jugendlicher, als sonst, um den Mtar. Es muß doch eine besondere Anziehungskraft in dieser Zeit liegen. Was ist's? Es ist ja wohl der Vorschmack von Weihnachten, dem lieblichen Freudenfest. Ein Schimmer von seinem Glanz ist über die ganze Zeit gebreitet. Wie klingt's da so festlich: „Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit" und „Wie soll ich Dich empfangen und wie beaegn' ich Dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier". Schade um jeden, der das nicht miterleben kann, oder der sich dessen entwöhnt hat. MleS, was das Mltagsleben bringt, trägt die Gefahr in sich, daß wir darin untergehen, haß unsere geistige Persönlichkeit dadurch gehemmt, unterdrückt und geknechtet wird. Wir bedürfen einer starken Gegenwirkung, einer innerlich erhebenden und befreienden Macht, wenn wir nicht unterliegen sollen mit unserem besten Teil. Was soll uns geplagten modernen Menschen helfen? Kunst und Wissenschaft? Ja, wo sie rein und lauter aus dem ewigen Quell der Wahrheit fließen, können sie uns gute Gesellen auf dem Lebensweg sein. Wer in welcher Ungestalt bieten sie sich uns, der großen Menge wenigstens, oft an! Und auch im besten Falle sind sie nur Diener der ewigen Wahrheit, Liebe, die nach ihr selbst verlangend machen. Zu ihr selbst führt die Wventszeit, in jene Zeit, da der große GcisteSfrühlina für die Welt anbrach, da der Ruf erscholl: „Tas Reich Gottes — die Herrschaft des Geistes und DillenS Gottes über der Menschen Herzen — ist nahe herb, igekommen". Tort sind neue unausscköpfliche G^sleSkraf.e der Welt erschlösse worden, Kräfte, die eine stetige innerliche Erneuerung an
regen, «ermöglichen und verbürgen. Freilich werden sie nur dem zu eigen, der auf die Mahnung hört: „Thut Buße", d. h. der bereit ist, sich durch innerliches sich Umrenken, Umfühlen und Umwollen unter die Herrschaft der ewigen Wahrheit unb Liebe, unter die Herrschaft Jesu zu teilen. Das ist allerdings an keine kirchliche Festoämung, auch nicht an die Wventszeit gebunden. Wer aber etwas von jenem Geistesfrühling an sich erlebt hat, der kann auch der innerlichen Wventsstimmung, wie sie in Wort und Lied der Gemeinde zum Ausdruck kommt, nicht entbehren und wird sie sich durch die verzehrende Hast dieser Tage nicht verkümmern lassen. Das Licht der Adventstimmung aber heißt: Jesus.
O wohl dem Land, o wobl der Stadt, So diesen König bei sich yat!
Wohl allen Herzen insgemein. Da dieser König ziehet ein Er ist die rechte Freuden forme. Bringt mit sich lauter Freud und Wonne.
LU. Promotionen. Im Monat November 1902 wurden an der Universität Gießen promoviert: 1. cand. theol. Adolf Bender au5 Darmstadt. 2. Gerichtsaccessist Adolf Ostern ans Mainz. 3. Approbierter Arzt Max HeniuS aus Schönstieß. 4. Approbierter Arzt Otto Buchinger ans Gießen. 5. Approbierter Tierarzt Theodor Tie de auS Berlin. 6. Großh. Forstassessor Jakob Weber aus Gießen. 7. Wisienschqftl. Hilfslehrer Ludwig Doermer auS Gießen.
•* Akademische Vorträge. Mit Rücksicht auf die beschränkte Zahl der im physikalischen Auditorium verfüg- baren Plätze muß leider der von Profesior Drude in Ansicht genommene physikalische Vortrag ausfallen. Statt desien wird Geh. Hofrat Profesior Behaghel am Freitag, den 5. Dezember, über den »Einfluß des Schrifttums auf den deutschen Sprachschatz" sprechen.
*• Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde- Herr Dr. Theodor Koch vom königl. Museum für Völkerkunde in Berlin, der bereits im Mai 1900 vor der hiesigen Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde über seine Reise in Zentralbrasilien im Quellgebiet deS Schingü, eines rechten Nebenflußes des Amazonenstromes, berichtete, schilderte diesmal den Beginn dieser Reise, die ihn auf mehrwöchentlicher Fahrt von BuenoS-Aires auS den La Plata, Paranä, Paraguay und feine Zuflüsse Sao Lourenyo und Cuyabä aufwärts durch Argentinien, Paraguay und einen großen Teil Brasiliens bis nach Cuyabä. brachte, der kleinen Hauptstadt deS zentralbrasilianischen Staates Mato Grosso, von wo die eigentliche Expedition in das unbekannte Innere ihren Ausgang nahm. Gute Lichtbilder, die die wechselvolle Natur und die Bewohner der durchreisten Gegenden zur Anschauung brachten, unterstützten in wirkungsvoller Weise den Vortrag. DaS Stromgebiet deS Paraguay wird noch heute von einer großen Anzahl unbezwungener Jndianerstämme bewohnt, die )is jetzt frenibetn Eindringen einen hartnäckigen und erfolgreichen Widerstand entgegengesetzt haben und erst im vorigen Jahre zwei Expeditionen den Untergang bereiteten. Besonders der Gran Chaco, ein riesiges Areal von über 600 000 Quadratkilometer, daS sich vom Rio Paraguay bis zum Fuß der Kordilleren erstreckt, ist noch fast ganz unerforscht und in den Händen der freien Indianer, von denen der Vortragende einige charakteristische Typen im Bilde vor- ührte. Der blutige Rachekrieg, der gerade in den letzten Jahren zwischen diesen Reiterstämmen und den Grenzansiedlern tobt, beruht auf Gegenseitigkeit und ist in erster Linie auf daS Konto der beteiligten Regierungen und ihrer verfehlten Behandlung der Indianer zu setzen. Der Grundstock der Bevölkerung Paraguays bildeten und bilden noch heute die Guarani-Indianer, wenn auch das ursprüngliche Bild feit dem furchtbaren Kriege der Triple- Allianz, Brasiliens, Argentiniens und Uruguays, gegen das kleine Land, 1865—1870, ein wesentlich anderes geworden ist, und, wenigstens in den Städten, das Mischlingselement vorherrscht. Besonders die Weiber zeichnen sich durch hübsche regelmäßig geschnittene, oft schöne Gesichter, mit fein gebogenen Nasen und großen dunklen Augen auS. Von Natur gutmütig und leicht lenkbar, machten diese Guarani es den Jesuiten verhältnismäßig leicht, sie vermöge ihrer vorzüglichen Methode kulturell auf staunenswerte Höhe zu bringen und mit ihnen einen wohlorganisierten Staat zu schaffen, bis die ungerechte und grausame Vertreibung der Väter ihrem segensreichen Wirken ein vorzeitiges Ziel setzte und ihr blühendes Werk bald in ein Nichts zerfiel. DaS Quellgebiet des Rio Sao ßourenco ist von dem starken Volk der Bororo bewohnt, einem reinen Jägerstamm, der noch wenig bekannt ist und bis vor 20 Jahren die erbittertsten Feinde der brasilianischen Ansiedler bildete. Der Vortragende gab von diesen Indianern, die sich durch ihre Körpergröße vor den anderen Stämmen auSzeichnen, eine Reihe trefflicher Lichtbilder, sodaß jeder unbefangene Zuschauer an den ebenmäßigen, noch von keiner Kleidung verdorbenen Körpern der Na- turfinber seine Freude haben mußte. Mit einer humoristischen Schilderung des Lebens und Treibend in dem Städtchen Cuyaba, dem Grenzpunkt der Civilisation, und der leiblichen Beschaffenheit, Sitten und Gebräuche, Feste und Spiele der noch von europäischen Einflüßen unberührten Indianer des Schingu in Wort und Bild schloß der Vortrag.
— .Der Hessische Kamerad". Zeitung der Krieger- kameradschast »Hassia". Die 1. Probenummer, die soeben erschienen ist, enthält folgende Ankündigung: »An sämtliche Kameraden VereinSoorsitzende! Mit dem 31. Dezember 1902 hört die .Parole" auf, unsere VerbandSzeitung zu sein. Von nun an ist das satzungsgemäß von jedem Verein zu haltende Blatt nur noch „Der Hessische Kamerad". Auf ihn müßen alle Vereine abonniert sein. Darmstadt, im November 1902. Das Präsidium der Kriegerkameradschaft .Hassia": Eram ol ini.
§ Butzbach, 28. Nov. Schweren Schaden erlitt der hier wohnhafte Fuhrknecht Schmidt, als er mit dem Wagen 'einer Dienstherrschaft auf dem Heimwege bei Kirch-GönS einem voranfahrenden Wagen nacheilen wollte. Hierbei fuhr nämlich daS von Schmidt gelenkte Gefährt über ein paar nebenan liegende Schutthaufen der Cbaußee, so daß Schmidt das Gleichgewicht verlor und vom Wagen herabstürzte; er trug einen doppelten Arm- bezw. Beinbruch davon. Schwer verletzt brachte man ihn nach dem Spital; der Verunglückte hat eine starke Familie.
Mainz, 28. Aov. Bei der heutigen Wahl zur Han
delskammer wurden nachstehende Herren gewählt: Aua. Feine, Tr. Otto Gastell, Eugen Georg Haffner. Jolef Harth, Georg Hirsch, P. Melchers, C. Mettenheimer, St. C. Mickel, Karl Schmahl, Heinrich Schwarz, Karl V?'°mann unb Lucian Wolf. Am Montag, 1. Dez. d. I. nachm-:ta»s 2 Uhr, wird im evangelischen Vereinshaus hier eine Mitglieder- Versammlung des Hessischen Pfarrve- ins statt- finben, in der auch über die Frage nach dem Vorsitz des Geistlichen im Schulvorstand verhandelt werden wird. — Bei einer Versteigerung im hiesigen Gesellenhaus erstand eine Trödlerin einen alten Waschtisch. Bei näherem Nachsehen fand sie zwischen einer Schublade und der Rückwand des Waschtisches einen wertvollen goldenen Ring. — Tie Verhandlungen zwischen der yessi- schen Regierung und dem Reichsschatzamt wegen der Erwerbung des freiwerdenden Festungsgeländes in Kastel sind jetzt soweit gediehen, daß in nächster Zeit die Verträge wegen Uebergang des Geländes an den hessischen Staat zur Unterzeichnung gelangen werden. Cb nach Abschluß dieser Verträge sofort mit dem Niederlegen der Festungswerke begonnen werden kann, darüber verlautet vorerst nichts.
Frankfurt, 28. Nov. Im Main hat gestern Mittag um 2 Uhr ein unbekannter junger Mann den Tod gesucht und gefunden. Er sprang van der Wilhelmsbrücke in- Wasser und war sofort in den Fluten verschwunden. Bald darauf landete man die Leiche und brachte sich nach dem Friedhof. Ter Verstorbene war etwa 26 Jahre alt Papiere fanven sich bei ihm nicht vor. — Aus falschem Ehrgeiz erschoß sich auf dem Sachsenhäuser Friedhof her Güterexpedient Heinrich Lang. Er war im Eisenbahn- sekretärs-Examen durchgefallen und hatte sich das Jo sehr zu Herzen genommen, daß er seinem Leben ein Ziel setzte. Eine hochbetagte Mutter trauert um den einzigen Sohn.
Handel und $lrrkfljr. Uolkümirischafl.
Schnellpressenfabrik WormS, Ehrenhard u. Gramm, Akt.-Ges. Wurms. Tie mit 500 000 Mk. Aktienkapital arbeitende Gesellschaft erzielte in 1901 02 einen um etwa 100 000 M. niedrigeren (ziffernmäßig nicht genannten) Umsatz und sah sich zu Arbeiterentlassungen, wie auch weiteren Preisrednktionen gezwungen. Es bleibt nach Abschreibungen von 27 865 Mk. (i. V. 46 882 Mk.) ein Reingewinn von nur 1022 Mk., die vorgetragen werden (i. V. 45 682 Mk., woraus 40 656 Mk. zu Ertraabschreibungen, der Rest znm Vortrag). Eine Dividende kommt also abermals nicht zur Verteilung. In der Bilanz lallen die relativ hohen Verbindlichkeiten von 627 365 Mk. (571 926 Mk.) auf, denen an Wechseln und Baar 93 890 Mk. (90 978 Mk.) und an Debitoren nur 283 634 Mk. (298 891 Mk.) gegenüberstehen.
— Die nächste Ziehung der Oertert.- Ungar. (Franz.) Staatsbahn-Aktien E m. I und II findet am 5.Dezember cr. statt.
— Der Aufsichtsrat der Glückauf-Brauerei Aktien- Gesellschaft in Gelsenkirchen-Ueckendorf hat beschlossen, in der auf den 22. Dezember b. Js. anberaumten Generalversammlung eine Dividende von 8 Proz. vorzuschlagen (i. D. 9 Proz.».
— An ber Frankfurter Börse würbe die Zulassung der Mk. 1 Millionen Aktien Lit. D. und Mk. 2 Millionen Aktien Vit. K, ferner Mk. 20 Mill. 4proz. Obligationen Ser. 17, Mk. 40 Mill. 4proz. Obligationen Ser. 18 und Mk. 10 Mill. 3'/,vroz. Obligationen Ser. 19 der Frankfurter Hypothekenbank zur Notierung im öffentlichen Börsen-Knrsblatt genehmigt.
— Ter Jahresabschluß für 1901 02 der Braunkohlen- und Briguettes-Jndustrie Akt.-Ges. wurde in der gestern abgehaltenen General-Versammlung genehmigt. Die Dividende wurde auf 7 Proz. festgesetzt.
Kohlen. ES notieren : Rubr-Fettnuß Körnung I und H Mk. 200 bis Mk. 210; Nußschmiedekohlen Mk. 170 bis Mk. 175; Deutsche Anthracit Nußkohlen- Mk. 330 bis Mk. 340; Englische Anthracit Nußkohlen Mk. 400 bis Mk. 410; Ruhrflammnuß Körnung I und II Mk. 180 bis Mk. 190; Ruhrflammnußkohlen IH Mk. 160 biv Mk. 170; Fettschrot Mk. 140 bis Mk. 145; Ruhr-Bruchkoks Mk. 235 bis Mk. 245; Aussiebgries Mk. 110 dis Mk. 120. Alles per 10 Tonnen ab Mannheim. Trotzdem das Wetter wärmer geworden ist, hat sich der Wasierstand des Rheins nicht aufgebeffert und und die Zufuhren bedingt durch die hohen Schiffs- und Schleppfrachten nach Mannheim sehr spärlich.
Tabak. Im Laufe der Berichtswoche wurden die Haardtorte Neuthardt zu Mk. 30 unb Spöck zu 30—31 verkauft; in der Pfalz die Orte Knittelsheim zu Mk. 22, Rülzheim zu Mk. 23. In Seckenheim würben bis jetzt zirka 6000 Zentner in ber Preislage von M. 25—27 verkauft. Für die noch unverkauften zirka 1800 Zentner Tabak fordern die Pflanzer Mk. 28. In alten Tabaken sind uns Umsätze nicht bekannt geworden. Im badischen Cberlanbe herrscht noch völlige Ruhe; im Allgemeinen macht sich eine lehr ruhige Stimmung bemerkbar. In losen psälzer Rippen geschäftSlo-, lose feine Mk. 9—10, gebündelte Mk. 11—12.
Petroleum. Tie offizielle Notierung ist in vergangener Woche etwas in die Höhe gegangen, doch blieb die Marktlage im "Ulgemeinen unverändert. Die Eindeckung deS Bedarfs bewegt sich nach wie vor in ruhigem Rahmen.
Getreide. Auch während der vergangenen Woche blieb die Stimmung im Getreidegeschäst fest, aber auch die Umsätze bewegten sich wie bisher in ziemlich engen Grenzen. Je mehr die Zett der Ernte in Argentinien heranrückt, desto zuversichtlicher werden die Meldungen über einen brillanten Ausfall derselben, ober e4 tfl gerade aus diesen Gründen besonders bemerkenswert, daß nur vereinzelte Offerten und auch diese nur zu hohen Preisen von Argen- tinien oorliegen. Tie amerikanischen Forderungen sind beute ea. 1 Mk. billiger als vor acht Tagen, Rußland uttb Rnmänien find unverändert. Roggen ist ruhig. Gerste: Fnttergerste feft, Braugerste sehr fest. Hafer unverändert. Mais unverändert feft für nahe Ware. Tie heutigen Notierungen sind: Redwinter H Mk. 125. Kansas U Mark 125,5—124,5. Südrnsi. Weizen W.120-140. Rnman. Weizen Mk. 125—135. Rufs. Rsagen Mk. 103. Russische Fnttergerste Mk. 93-94. Ruff. Hafer Mk. 105-125. Laolata- MaiS r. t. Mk. 112. Mixed Mais Jan.-Ablad. Mk. 95-96 per Tonne cif Rotterdam.
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