Ausgabe 
29.9.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

15A. Jahrgang

Zweites Blatt.

Montag 29. September LVVT

DK heutig« Vommer umfaßt 10 Skitm.

ung am Vorstand Vir^ow und die

fi o t und der

deck über den Zolltarif.

Politische Tagesschau.

Bom Pattettag der Freifimrigeu Volkspartei.

Nr. 828

Wrf^etnt täglich außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit den, Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen' blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Siein- druckeret (Pietsch Erben) Rebaftion, Gxpeditto» und Druckeretr

Schnlpraße T.

Adresse lür Depeschenr Anzeiger Gießen.

Fernsprrchanschluß Nr. 61.

Verträge. Die Partei bdämpfe jede Sonderbestrebung auf Kosten der übrigen Gesellschaft. Hierin seien Agrarier und Sozialdemokraten durchaus verwandt, wie kürzlich in der Andeutung derkrachenden Throne" auch sich öffentlich dokumentiert habe. Tann wurde über die Parteroryanisation nach einem Antrag Müller-Sagan beschlossen, während ein Antrag Mielke dazu adgelehnt wurde.

Aog. Müller-Meiningen sprach über die Fleisch-

Heer «nd Flotte.

Jena, 28. Sept. DasJenaer Volksblatt" verzeichnet das mit immer größerer Bestimmtheit auftretende Gerücht, Leutnant Tht^me vom 3. Bataillon des 94. thur. Jnf.-Regt., der im Januar d. I. den Studenten Held in einem Pistolenduell erschossen hat und des- 6alb vom Kriegsgericht wegen Zweikampfes mit tödlichem Aus gang zu 2 Jahren 2 Monaten Festungshaft verurteilt worden ifc fei zu Anfang dieses MonatS begnadigt' worden.

Deutsches Reich.

Berlin, 28 Sept. Der Kaiser hat während seines Aufenthaltes in Hnbertusstocc neun Kriegsartikel vollzogen, die an Stelle der bisher geltenden, unterm 31. Oktober 1872 erlassenen treten und den Truppenteilen zur Kenntnis zu bringen sind. Es ist die Bestimmung ge­troffen, baß den der deutschen Sprache nicht kundigen Soldaten die neuen Kriegsartikel in ihrer Muttersprache vorgelesen Weeden, zu welchem Zweck Uebersetzungen in litauischer, polnischer, dänischer und französischer Sprache sofort hergestellt werden sollen.

Lin heute früh der Berliner koreanischen Gesandt- schast zugegangenes amtliches Telegramm demen­tiert die am 25. September vom PariserFigaro" ver­öffentlichte Nachricht von dem angeblichen Tode des Kaisers von Korea. Das amtliche Telegramm be­

Wilhelm Bohn zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Oppenheim, Regierungsassessor Martin Emmerling zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Offenbach, Regierungs­assessor Heinrich Gebhardt zum Polizeikornmissar bei dem Poltzeiamt Darmstadt mit dem Titel Polizeiamt mann und dem Rang eines Kreisamtmanns, Regierungsassessor Her­mann Pfeiffer zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Schotten ernannt Am 24. September wurde der Pro- vinzialdirektor der Provinz Oberhessen Dr. Andreas Breidert in Gießen von den Dienstverrichtungen eines Mitgliedes der Prüfungskommission für das Justiz- und Verwaltungsfach entbunden und an dessen Stelle der Mini­sterialrat im Ministerium der Finanzen Dr. Johanne- Be cker zum Mitglied der bezeichneten Kommission er­nannt. Am 27. September wurde dem ständigen Hilfs­arbeiter bei dem Ministerium der Finanzen, Oberfinanz- assessor Hermann Freiherrn Schenck zu Schweins­berg der Charakter als Regierungsrat verliehen und der Vorsitzende der Direktion der Main-Neckar-Eisenbahn, Geb. Baurat Altvater, mit Wirkung vom 1. Oktober ab mit der kommissarischen Versebung der Dienstgeschäfte eines Mitgliedes der Abteilung für Finanzwirtschast und Eisen­bahnwesen des Ministeriums der Finanzen betraut, der Kontrolleur bei der Landeslotterie-Direktion Veter Bittel zum Oberbuchhalter, der technische Kontrolleur bei der Landeslotterie-Direktion Alexander Pille zum technischen Sekretär, der Registrator bei der Landeslotterie-Direktion Ludwig Pons zum Sekretär, und der Bureauassistent bei der Landeslotterie-Direttion Adam No he zum Buchhalter sämtlich bei der Direktion der Hessisch-Thüringischen Staatslotterie mit Wirkung vom 1. Oktober an ernannt

** Töchterschule für Gießen. Unter diesem Titel vereinigt das soeben erschienene Heft 164 der De u t- schen Konkurrenzen (Herausgeber Prof. A. Neumeister in Karlsruhe, Verlag Seemann u. Co. in Leipzig) die hervor­ragendsten Entwürfe, die seinerzeit für diesen Wettbewerb eingereicht wurden. In Auf- und Grundrissen," Schnitten usw. und erläutert durch das Prototoll des Preisgerichts bietet das handliche Heft eine Fülle wertvollen Ma- terials und kann Architekten und Technikern, vor allem Stadtbauämtem zur Anschaffung empfohlen werden. Zum Preise von Mk. 1,80 kann das Heft durch alle hiesigen Buch­handlungen bezogen werden. Ein Preisgericht hatte seiner­zeit bekanntlich die Preise folgenden Herren zuerkannt: den 1. Preis Prof. Eugen Beck-Karlsruhe, den 2. Preis den Architekten P au l Wa l e r-Leipzig und ArthurWe ner-Leipzig, den 3. Preis dem Architekten Alwin Gen- schel-Hannover. Ter Entwurf der Architekten Ferdi-, nandKöhler und PaulKranz - Charlottenburg wurde an gekauft Welcher Entwurf indessen zur Ausführung kommt, ist noch nicht bestimmt worden.

** Handfertigkeitsunterricht. Zu der Reihe der Erziehungsmittel, denen die Neuzett zu chrem Rechte zu verhelfen verspricht, gehört die erziehliche Knaben- banbarbeit. An knüpfend an den in jedem Kinde vor- yandenen Bethätigungstrieb bemüht sie sich, denselben in geordnete Bahnen zu leiten. Das Eingehen auf diesen lebendigen, aus sich selbst quellenden Trieb des Kindes! ist aber nicht nur naturgemäß, sondern auch erzieherisch wertvoll, weil sich eine Fülle von Anregungen für die Entwickelung des Willens, des Gemütes und des geistigen Lebens aus der physischen Arbeit unmittelbar ergeben, Was der Mensch darzustellen strebt, fängt er an zu ver­sieben". Auch die Ausbildung von Auge und Hand sind nicht gering anzuschlagen. Hierin berührt sich der Hand­fertigkeitsunterricht gerade mit den neueren kunsterziehe­rischen Bestrebungen, daß er sich bemüht, das Kindsehen^ zu lernen, d. h. anzuleiten. Es ist sehr anzuerkennen, daß unsere Stadt schon feit einem Jahrzehnt alljährlich im Winter Kurse eröffnet, in denen unserer arbeitsfreuoigen männlichen Schuljugend aus allen Lehranstalten Gelegen­heit geboten ist, Auge und Hand zu üben. Näheres ist aus dem Inseratenteil ersichtlich.

* Theaterverein. Der Vorstand hat in seiner letzten Sittung mehrere Beschlüsse gefaßt, welche die An­ordnung Der Plätze und die ersten Vorstellungen in diesem Winter betreffen. Wir sind in der Lage, dieselben int Folgenden mitzuteilen: 1) Die beiden ersten Reihen der Sperrsitze werden von der Verlosung ausgeschlossen und! schlecht hörenden oder sehr kurzsichtigen Mitgliedern Vor­behalten. Der Preis dieser bevorzugten Plätze ist mit dem der Logenplätze gleich. 2) Zur Entlastung der Sperr­sitze wird für die Theatervereinsvorstellungen der Bühne gegenüber eine große Loge Mittelloge gebaut, deren Plätze zum Sperrsitzpreise abgegeben werden.. 3) Zur Deckung der sehr großen Kosten des Wiehe- und des So r m a-Gastspiels, wird ein kleiner Zuschlag zum Abon­nement erhoben im Betrage von 2 Mark (Hintere Sperrsitz­reihen 1,50 Mark) pro Platz. Die Tageskassenpreise bei diesen beiden Gastspielen sind auf 6 Mt. für Loge, 5 Mk. für Sperrsitz (letzte Reihen 3,50 Mk.) festgesetzt. 4. Um das neuengagierte Personal dem Theaterverein baldigst bekannt zu machen, wird der Vorstand für eine in Kürze aufzu­führende Novität eine größere Anzahl Billets von Der Direktion erwerben, die Den Mitgliedern zum Preise von 1 Mark in beliebiger Zahl und auf beliebigen Plätzen zur Verfügung stehen. Anmeldungen neuer Mitglieder nimmt bekanntlich Herr Challier, Neuenweg, stets entgegen.

() Zu den Landtags wählen. Aus Mainz wird uns geschrieben: Verschiedene auswärtige Blätter haben letzter Tage die Mitteilung gebracht, daß bezüglich der bevorftehenden Landtagswahlen zwischen den Na« tionalliberalen, dem Zentrum unb Der frei' sinnigen Partei eine Koalition wegen Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten für Mainz zu stände ge­kommen sei. Diese Mitteilung hat keinerlei that- sächlichen Untergrund. Keine der drei genannter»

richtet, der Kais« sei bei bester Gesundheit und das Land völlig ruhig.

ES verlautet, daß die Kanalvorlage in Gestalt eine- Entwurfes einer Wasserverbinduna Berlin-Stet­tin und Dortmund-Rhein umfassend in dem vor­aussichtlich Ende November zusammentretenden preußischen Landtag teilweise wieder eingebracht werden soll.

Infolge Waffenschmuggeleien japanischer Händler auf den Karolinen und der Ausweisung dieser Händler von der Insel Ruck wird, derNat.-Ztg." zufolge, der kleine KreuzerCormoran" demnächst nach dieser Inselgruppe eine längere Rundreise auSsühren, um dort die deutsche Flagge zu zeigen.

Anschließeick) an den Kongreß der Deutschen Kolonialgesellschskst wird am 11. Oktober in An­wesenheit des Reichskanzlers und sämtlicher Minister ein Festmahl im Kaiserhof stattfind en, an dem etwa 800 Per­sonen teilnehmen werden.

Bremerhaven, 28. Sept. Das von Kriegervereinen der Hafenorte und dem Vaterländischen Frauenverein Den im hiesigen Kriegslazarett verstorbenen Chinakriegern errichtete Denkmal auf dem hiesigen Friedhof wurde heute feierlich enthüllt.

Dresden, 28. Sept. Gegenüber irrigen Meldungen hiesiger und auswärtiger Blätter wird festgestellt, daß die Reise des sächsischen Staatsministers v. Metzsch nach Württemberg und Baden lediglich veranlaßt worden ist durch die ihm übertragene Mission, den dortigen Höfen die Th ronb esteiguna des Königs von Sachsen zu notifizieren. (SßgL Wochenschau.)

Ausland.

Sofia, 28. 6ept Ter russische Großfürst Niko­laus, der am Mittwoch den Sultan besuchen will, ist mit Dem FürstenFerdinand von öu 1 garten unter dem Jubel der Bevölkerung unterhalb des Dorfes Sch ip ka eingetcojfen, nachdem er die Balkanftraße von Trmowo aus passiert hatte. Stach der Vorstellung der bulgarischen Generale und Minister wurde die GedächtniSkirche im Dorfe Schipla eingeweiht. Die Feier hatte ausschließlich mili­tärischen Charakter. 1500 mit Medaillen geschmückte Vete­ranen von den bulgarischen Druschinen aus dem Feldzug von 1877/78 gaben die militärische Staffage ab. Der Groß­fürst und Fürst Ferdinand toasteten auf einander.

Newyork, 28. Sept. Präsident Roo sevelt zeigte heute eine bedeutend höhere Temperatur, und neue g e- schwürartigeErscheinungen veranlaßten die Aerzte, eine neue Jncision zu machen, wobei gefunden wurde, daß die Knochen angegriffen sind. Die Aerzte trafen Maßnah­men, die ihres Erachtens gewährleisten, daß Die Genesung ununterbrochen bleibt.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, den 29. Sept. 1902.

* Der Großherzog hat am 27. September dem Hofmaler und Professor A. Noack in Darmstadt das Ehren- kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver­liehen aus AnlaH von dessen 80. Geburtstag. Der Mini­sterialrat und Vorsitzender der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege Geheimerat Ferdinand Emmerling wurde mit Wirkung vom 16. Oktober I. I. an auf sein Nach such en unb unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und vorzüglichen Dienste in Den Ruhestand versetzt. An seine Stelle tritt der bisherige Vortragende Rat im Ministerium des Innern Oberregierungsrat August Weber als Ministerialrat im Ministerium des Innern. Der Vor­tragende Rat in der Abteilung für Schulangelegenheiten des Ministeriums des Innern Oberregierungsrat Wilhelm Best zum Ministerialrat im Ministerium des Innern, die vrtragenden diäte bei der Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Ministeriums des Innern Hein­rich Nover und Dr. Karl U s i n g e r zu Vortragenden Mten im Ministerium des Innern, der ständige Hilfsarbeiter bei dem Ministerium des Innern Regierungsrat Franz Höl- zi n g e r zum Vortragenden Rat bei der Abteilung für Land­wirtschaft, Handel und Gewerbe des Ministeriums des In­nern unter Verleihung des Amtstitels als Oberregierungs­rat, der Kreisamtmann bei dem Kreisamt Friedberg Dr. Eugen Wagner unter Verleihung des Charakters als Regierungsrat zum ständigen Hilssarbetter bei der Ab­teilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Mini­steriums des Innern ernannt. Dem ständigen Hilssarbetter bei dem Ministerium des Innern Adalbert Frhr. v. Starck wurde der Charakter als Regierungsrat erteilt. Ministerial- sekretär im Staatsministerium Dr. Ernst Weber zum ständigen Hilssarbetter bei dem Ministerium des Innern unter Verleihung des Charakters als Regierungsrat, der Kreisamtmann bei dem üreisamt Offenbach Dr. Joseph Valckenberg zum Ministerialsekretär im Staatsministe­rium, der Kreisamtmann bei dem Krei-amt Groß-Gerau Dr. Paul Wörner bei dem Kreisamt Friedberg, der Kreisamtmann bei dem Kreisamt Oppenheim Dr. Karl Kehr ein zum Kreisamttnmm bei dem Kreisamt Groß- Gerau, der Kreisamtmann bei dem Kreisamt Schotten

jäh. a spretsr

W W immaUich7k> viertel-

GletzenerAnzelgerW General-Anzeiger "SS-

v v für den pol11 u. aügent*

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

v U jeiflenteU: HanS Beck.

Bei dem großen öffentlichen Kommers sprach Eugen Richter. Er definierte die gegenwärtige Lage der Oppo­sition dahin, daß sie für das Bestehende kämpfe, denn der Zolltarif sei eine Umsturzvorlage. Er erinnerte daran, daß er 1884 in Hamburg das später so gegen ihn ausgebeutete Wort von der Zucker-, Schnaps- uno Schweinepolitik gesprochen habe, weil auch heute die Schweinepolitik wieder in Blüte stehe. Richter ging bann auf die Fleischnot unb die Haltung der Regie­rung ein. Aber auch der Reichstag habe bessere Zetten gesehen, wo es als unanständig für einen Abgeordneten galt, Vertreter von Erwerbsgruppen zu sein. Die Verwirrung der Tarifkämpfe gleiche der beim Turmbau zu Babel und hoffentlich werde der Zollturm auch ebenso zusammen- stürzen. Ob Graf Bülow in Fragen der inneren Polittk eine Meinung habe, wisse niemand. Richter äußerte sich bann gegen Die Konservativen, Antisemiten unb National- liberalen unb wandte sich zum Schluß ausführlich gegen die Sozialdemokraten. Man solle sich durch deren anscheinendes Üraftmeiertum bei Bekämpfung des Zoll­tarifs nicht täuschen lassen. Ihnen sei es nur um die Agitation zu thun. Jüngst in München habe Bebel gejubelt, daß seine Partei tu jedem Falle vom Zolltarif Nutzen haben müsse, ob er durchgehe oder nicht. Tas heiße die zroße Frage zum Stimmcmverben ausnutzen. So erllärt ich auch die sozialbemotratische Taktik. Anstatt auf Zu- ammenfaffung aller vertragsfreunblichen Kräfte binzu- arbeiten, kämen sie in der Kommission mit der schablonen­haften Forderung der allgemeinen Zollfreiheit. Liberale Optimisten wollen zwischen den verschiedenen Richtungen der Svzialbemolratie unterscheiden; die eine Richtung sieht den Kladderadatsch nahe bevorsteheird, die andere läßt das Endziel im Nebel, aber alle arbeiten sie an der Ver­giftung des Verhältnisses zwischen Arbeitern unb Arbeit­gebern. Auch die Sozialbcmolratie sei eine Klassenpartei, wie die Junker. Darum bleibe nichts übrig, als Fort­setzung des Kampfes gegen zwei Fronten! Tie Rede fand nach Hamburger Meldungen frenetischen Beifall.

Am Sonntag wurde ein Antrag Müller-Sagan, für die nächsten Reichstagswahlen bas in Mrnberg aufgestellte Programm mit den inzwischen nötig ge­wordenen Abänderungen zu bestätigen, angenommen, ebenso ein Antrag Gyßling auf Betreibung einer anderen Wahlkreiseinteilung, während ein Antrag auf Einführung eimsMinisterverantwo rtlichkeitsge- setzes zurückgezogen wird. Dann begründet Wiener seinen Antrag über die Stellung zum ReichShaushalt. Militärische Neuforderungen werde die Partei sorgfältig prüfen, gegen Bahnbauten in den Kolonien stets Front machen unb die M a t r i ku la r bei­trage als wertvolle konstitutionelle Schranke gegen un- gemessene Ausgabensteigerung solange verteidigen, bis eine bewegliche Reichseinkommen- ober Vermögenssteuer eingeführt sei. Wieners Antrag wird angenommen, Dagegen ein Amendement Schoeler, die Quotisierung der indirekten Steuern «zu verlangen, abgelehnt.

Es folgte weiter die Annahme eines Antrages gegen Zurücksetzung von Beamten im Anschluß an Den Fall Löh ning. Ferner wird das landwirtschaftliche Programm Der Partei beraten und die Anträge Wenzel unb Kopsch werden angenommen. Die Agitation auf dem Lande soll forthin energischer aufgenommen werben. Ein Antrag, der die G e r i ch t s f e r i e n a b s ch a f f e n will, wird auf Vorschlag von Richter bis zu genauerer Prüfung vertagt.

In der ersten Sitzung des unter Ausschluß der Öffent­lichkeit in Hamburg ftattfinbenben freisinnigen Parteitages wurden zu Stellvertretern deS Vorsitzenden Schmidt-Elber- eld gewählt: Ktttler, Beckh und Menzel. Auch der MterS- »räfident Dr. LanaerhanS nahm auf Wunsch der Versamm- ung am Vorstandsttscbe Platz. Nach einem Nachrufe auf

Virchow und die anderen verstorbenen hervorragenden Parteigenossen hiell der Vorfitzeirde Abg. Schmidt eine längere Rede über die politische Lage und die Handels-