Nr. 74
vrscheirrt tLgtt» außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamtlien- blätter viermal in der Woche beigelegt.
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Samstag 29. März 1008
152. Jahrgang
Erstes Blatt.
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Stadt und Land" und „Gerrchtssaal":R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
GirKenerAnzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
P. W.
SB
Auferftanoene wird uns diese Freude nicht miß- Verzögerungen nunmehr envlcch hinausg^andt hat. Es
das das sagt
Und so rufen wir denn zum Osterfeste^ mit dem Dichter unserer Tage, toenn auch in anderem Sinne, nicht in dem des bloßen rücksichtslosen Rechtes der Person-- lichkeit, sondern in dem des Rechtes Aller wie dess!
Leben. In seinen letzten Lebensworteu, nachdem er menschliche Gefilde gegen die Meeresflut gesichert hat, Faust:
„Tas ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Frech eit und das Leben,
Euch ist der Meister nah. Euch ist er da!
Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen, Ten die verderblichen, Schleichenden, erblichen Mängel umwanden . . . Christ ist erstanden Aus der Verwesung Schoß. Reißet von Banden Freudig Euch los!
Thätig ihn preisenden, Liebe beweisenden, Brüderlich speisenden, Predigend reisenden, Wonne verheißenden,
Ter täglich sie erobern muß."
Unserem Volke ist das große Glück beschieden gewesen, ein seit Jahrhunderten von den Besten erstrebtes Gut nach langen Mmpfen sich zu erobern: die nationale Einigung. Sie brachte den deutschen Landen ein neues Leben. Zwar kamen die verdienten Früchte dieser welthistorischen That erst allmählich zur Reife, aber sie reiften köstlich und trugen reichen Segen. Für alle Gebiete der politischen und sozialen, gewerblichen und wissenschaftlichen, kaufmännischen und ackerbauenden Arbeit gab es eine unübersehbare Fülle neuer Älussaaten, neue Ziele, neue Aufgaben. Weiter und weiter dehnte sich der Gesichtskreis internationaler Verbindungen, mutig, ja bald sogar übermütig regte sich der Unternehmungsgeist in Fabriken und Werkstätten, gründlicher behandelte die Dichtung die großen Probleme des seelischen Lebens, furchtloser entschleierte die Wissenschaft die verborgenen Geheimnisse der Natur. Neberlieferung und Autorität, Schlendrian und Gewohnheit fing man an, wie alte Götzen von ihren Säulen zu schleudern; das alt gewordene, gereifte 19. Jahrhundert hörte auf, davor das Knie zu beugen. An soie Thür pochten unaufschiebbare Neugestaltungen der wirtschaftlichen Ordnung, der Verkehrsmittel, des Unterrichtswesens, der Kriegsbereitschaft, der
Politische Tagesschau.
Nationalliberale und Tabakzoll.
Zu der Meldung, daß in der Zolltarifkommission von den vier Mitgliedern der nationalliberalen Partei nur der Abg. Quentin gegen die Zollerhöhung gestimmt habe, schreibt die „Nationallib. Korresp.", daß nur die Abgg. Fitz und Dr. B l a n k e n h o r n mit den vier Konservativen für eine Zollerhöhung für Rvhtabak auf 100 Mk. gestimmt haben. Ersterer hätte als Vertreter eines Pfälzer Wahlkreises den Antrag seiner, rheinisch-hessischen Nachbars, des S^errit v. Hehl, ausgenommen, den Zollsatz aber später auf 100 Mark ermäßigt, nachdem der bayerische Bundesratsbevollniächtigte diesen Satz für erwünscht erklärt hatte. Dr. Blankenhorn stimmte für diesen Satz, der einem oft geäußerten Wunsch der badischen Regierung entspricht. Gegen jede Zollerhöhung erklärten sich die Abgg. Dr. Paas ch e und Quentin. Sie dürften auch, so'schließt die Mitteilung der „Nationallib. Korresp.", die weitaus größte Zahl ihrer Parteigenossen hinter sich haben, da nicht einmal alle Abgeordneten aus Baden, Rheinhessen und der^ Pfalz für einen erhöhten Zollschutz eintreten.
Eine Bauernversammlung gegen die Getreidezö'llc.
Aus Elsaß-Lothringen wird geschrieben:
. Am letzten Sonntag tagte im unterelsüssischen Dorfe Hatten eine vom Bürgermeister des Ortes geleitete Versammlung, in der der Gutsbesitzer Wolf über den Zolltarif unter besonderer Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Zölle referierte. In seinen Ausführungen trat er der Behauptung entgegen, daß die Landwirtschaft in ihrer Gesamtheit notleidend sei. Ohne Widerspruch zu finden, führte er aus, daß die Mehrzahl unserer Bauern, trotz der für die Landwirtschaft nicht günstigen Verhältnisse, doch vorwärts gekommen sei, und meint, daß eine Erhöhung der Getreidezülle der Mehrheit unserer Landwirte nicht nur keinen Nutzen bringen, sondern im Gegenteil schaden werde. Besonders aber wandte er sich gegen die Zölle aus Futtermittel, die die kleinen uno mittleren Bauern als die Träger unserer Viehzucht schädigen und auch denjenigen, die Getreide verlausen tonnen, den aus den Gelreidezöllen gezogenen Gewinn wieder nehmen würden.
Auch die Erhöhung des Hopfenzolles bezeichnete er als verwerflich, weil für den Hopfenbauer schädlich. Die feinen Sorten böhmischen Hopfens würden trotz des Zolles eingeführt werden, dagegen würde die Gefahr entstehen, dag insbesondere der elsässische Hopfen sein Haupt-Absatzgebiet nach Belgien und Frankreich verlieren würde, da zu erwarten wäre, daß diese Staaten eine Erhöhung unseres Hopsenzolles mit einer Erhöhung ihres Zolles beantworten würden. Die deutschen Hopsen-Proouzenten seien aber auf die Ausfuhr angewiesen, lvas schon aus der Thatsache hervorgehe, daß wir viermal mehr Hopsen ein- als aussühren.
Wie die Erhöhung der Futtermittelzölle, so werde auch die Erhöhung der Zolle auf sämtliche landwirtschaftliche Bedarssarrikel für den Lauern schädlich wirken. Der Referent faßte feine AuSjührnngen dayin zusammen, daß die Bauern gegen die Erhöhung der Zölle und für langfristige Handelsverträge eintreten müßten, da das Wohl und Wehe unseres Bauern ft andes verknüpft sei mit dem Wohl oder Wehe der industriellen Ar- beiterbevölterung, die tue Hauptabnehmerin der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ist.
Zum Schluß nahm die Versammlung folgende Resolu- tion an: . c o
„Die Versammlung vermag in dem neuen Zolltarif keine, den Bauernstand nachhaltig fördernde Tendenz zu sinoen, hält dagegen eine Verteuerung der Futtermittel, emc Verteuerung sämtlicher landwirtschaftlicher Bedarfsartikel für verhängnisvoll. Insbesondere protestiert sie gegen jede Hoch,chutzzollpolitik. Sie erblickt in der Fortführung unserer beirährten, für oas Blühen unseres wirt- schastlichen Lebens notwendigen Handelsvertragspolitik die Vorbeoingulig der gedeihlichen Weiterentwickelung des mit der Gesamtheit verknüpften Bauernstandes."
Eine notwendige Verstärkung der Schutztruppe.
Aus Kolouialtceisen iüilu ulu! geschrieben:
Die Schutztruppen,rage ist bei der Beratung des Kolo- uialetats gar nicht erörtert worden. Dagegen wird sie, • mwr Voraussicht nach, aui dem im Herbst ui Berlin zu- : .ammenrretenoen K o lo n i a l-K o n g r eb eingehend be- ! handelt werden. Besondere Beachtung verdienen in dieser Einsicht die Verhältm,,e in Kamerun. Die Ermordung !ftes Oberleutnants Nolte hat eindringlich erkennen lassen, ! jü|j es im Hinterlande dieser Kolonie um die persönliche ! Sicherheit noch schlecht bestellt ist. Gerade Rese Gegenden aber )dio das j.vi. von orsch..ngsexpcditionen, die auch
^enlschlano nach jahrelangen Vorarbeiten und w^derholten
Ueberwindung des Lebens, zum Teil wenigstens, ab- und einer mehr tändelnden Neoromantik zugewandt, die in Gefahr steht in Weichlichkeit und Flachheit zu verfallen. Vielleicht darf man im allgemeinen nicht ohne Grund behaupten, daß in der Gegenwart die Extreme sich berühren, um entweder einander kampflos, plötzlich, schier unvermittelt abzulösen oder aufs erbittertste zu bekämpfen — wie in der Kunst, so im Leben. Tort wird der Monarch durch eine Polizeiarmee «ängstlich umschanzt, hier scheut sich in schöner Unvoreingenommenheit der Fürst nicht an festlichem LLbend sich „gemein" zu machen, mit den theoretisierenden Bekampfern des Monarchismus zwanglos zu plaudern. Suchen die Einen bei der Vertretung ihrer Berufsinteressen mit rücksichtsloser Trittfestigkeit eisenbeschlagener Sohlen über jedes Hindernis hinwegzukommen, so meinen andere, daß die Stunde nicht fern sei, wo jeder Bürger von Staatswegen zum Straßenkehren in eigener Person angehalten werden dürfte. Tie- selbe Polizei, die für Ordnung und Sicherheit sorgen soll, nimmt durch unbegreifliche Mißverständnisse unschuldige, harmlose Personen fest. Die Betriebskräfte und Verkehrsvermittelungen der Eisenbahnen zeigen sich, wie wir fast allenthalben und fast täglich im Kleinen, im Großen erst dieser Tage wieder aus dem Altenbekener Eisenbahnprozeß ersahen, den fortwährend sich steigernden Anforderungen nicht gewachfen. Der zelotischen Intoleranz, die die Mauern nicht hoch und die Gräben nicht breit genug machen kann, damit kein Ungläubiger in ihr Heiligtum" eindringen könne, antworten wahnwitzige Gotteslästerung und cynischer Christushaß.
Nun, die Wandlungen der Menschheit sind ähnlich dem Wechsel der Jahreszeiten. Dem Sommer, in dem neben dem zarten jungen Weizen um die Wette auch das Unkraut wächst, und in dem die süßen Laute der Nachtigall auch das mißtönige Krächzen der Krähe unterbricht, folgt der Winter, den wir auch in Geduld zu ertragen gelernt haben, wenn er auch noch so hart ist, und mit ganz anderen Plagen uns Heimsucht als es die störenden Begleiterscheinungen des Sommers sind. Dem Minter folgt schließlich doch auch immer der Frühling, und trotz aller Unbill erwacht die Lebensfreude doch
Seemacht, der Rechtspflege. Ein Volk, das in diesem Wett- . bewerb zurückbleibt oder unterliegt, so verkündete eine neue Weisheit von der Welt, scheidet aus der Reche der Kulturvölker aus. Wer die Augen hatte zu sehen, der sah, wenn er bisher auch vielleicht anderer Anschauung gehuldigt hatte, zum mindesten für unsere Tage die Notwendigkeit der Welt in Waffen, schon angesichts des Ausganges des spanisch-amerikanischen Krieges, der da lehrte, daß in der modernen Welt nicht die verrosteten Schwerter ritterlicher Ahnen entscheiden, sondern die blanken Waffen in der Faust, die sie am tapfersten schwingt. Und es entscheiden auch nicht die ehrwürdigen Pergamente wohlverbriefter Vorrechte, sondern die kühn und beharrlich geltend gemachten Ansprüche bürgerlicher Gleichheit vordem Gesetze.
Und wo heutzutage ein Wille ist, da ist auch immer noch ein Weg oder sogar mancher Weß zur Auswahl, ihn zu verwirklichen. Kaum hat ein genialer Kopf das Leitmotiv einer folgenreichen Neuerung auf dem Felde der ' Technik, der Heilkunde, der Optik angegeben, so sind hundert Hände bereit, es in ebenso vielen Variationen durchzu- führen. Aus ihren stillen Klausen sind die Männer der i Wissenschaft in die Laboratorien der Chemie, in die Fa-! britätionsräume der Elektrotechnik herausgetreten, um dir Lorbeern ihrer Vorfahren in lohnenderes Gold zu verwandeln. Die Schriftftellerei ist nicht mehr der Zauberstab einer eng umgrenzten Zunft, sondern der Alterweltskiel, den in Mußestunden nahezu jeder fuhrt, der auf Bildung einigen Anspruch macht. Welcher Aufschwung der öffentlichen Meinung hat sich zu Gunsten der Stellung der Frauen vollzogen! Alle Studien ergreifen sie, alle Laufbahnen schlagen sie — trotz Bülow und Studt, den Beherrschern des preußischen Kultus, nicht der deul,chen Kultur — ein, betreiben alle Geschäfte, üben alle Künste aus, bereisen alle Erdteile.
gönnen. Denn er kam nicht nur, uns das Jenseits der himmlischen Ruhe und Seligkeit aufzuschließen, sondern auch, uin das Diesseits mit den Keimen und Kräften seines Geistes zu erfüllen, und mit vollem Verständnis für den Ostersegen schreibt deshalb Paulus im Brief an die Römer: Wie Christus auserweckt wurde von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.
neu zur Osterzeit.
Tie Kinder jauchzen, daß sie nun wieder, der Haft des winterlichen Hauses entronnen, spielen und jagen können draußen auf der Straße — leider freilich bei uns gar zu viel und unstörbar auf dem Trottoir, ohne Rücksicht auf den Verkehr der „Großen". Sie, die Kleinen, glauben und hoffen auf die Zukunft. Wie wird's, so sagen sie täglich wohl an die Tutzendmal, schön sein, „wenn ich einmal groß bin!" Was wollen sie alles schassen in jener goldig erträumten Zukunft! Wie neidcnswert ist dies Vertrauen auf die eigene Thatkraft! Auch sie werden sich die Freiheit und das Leben durch tapferes Tagewerk zu erobern haben, und werden dieses Leben lebenswert finden in dieser Arbeit, die sie zu führen vermag weit hinaus über die Kraft der eigenen Hände zur Kraft des Weltgerichtes. Betrachten wir sie, die da draußen ihre Kreisel drehen im jungen Lenz, selber im jüngsten Lebenslenze stehend, dann weht ein Hauch des Hoffens auch uns um Kopf und Brust. Wir wissen es ja, es dreht sich alles im Kreise wie dieses Kinderspielzeug, die Erde und die Weltgeschichte, die Geschicke der Gesamtheit und des Einzelnen! Aber jedem Wachsenden bietet das Leben neuen Reiz, in der eigenen Arbeit, die man für sich und für die Gesamtheit leistet. Wir wissen es, daß alle Wunden vernarben, auch die, die unserem Handel und Wandel die Zeit soeben geschlagen hat. Es geht ein Hauch von neuer Hoffnung durch die Lande. Unzweifelhaft stehen unsere wirtschaftlichen Verhältnisse im Begriff, sich wieder um einiges zu bessern; wir sehen wieder lichte Streifen aut Himmel, nicht allein in Wahrheit das Zo- diakalicbt, das an nebligen Marz- und April-Tagen gleich nach Sonnen-Untergang den weftlteyen Hunmel bestrahlt, sondern auch im übertragenen Sinne, an jenem Phantasiehimmel, der eben noch grau in grau gemalt uns erschien, und es kommt über uns wie Fauststimmung:
Hs leöe das Leöen!
EineOsterb.etrachtu.ng.
Mr haben unlängst in unserem, nun schon der sommerlichen Ruhe anheim gefallenen Stadttheater Sudermanns neues Drama „Es lebe das Leben" gesehen. Die Aufgabe, die der Dichter sich stellte, wuchs ihm über die Kraft. Seine Lösung des Problems vom Lebenswerten des Lebens haftet ganz am Irdischen, bringt uns nicht die Freimachung davon, seine Ueberwältignng. Me hat Goethe in seinem Faust das Problem gelöst! Sudermanns „Held^ wird vom Leben bezwungen, Faust bezwingt
Einzelnen:
Es lebe das Leben!
Freilich, mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts! gönnen, trat leider in dem gewaltigen Aufschwung, der uns hellem Frohlocken gestimmt hatte, ein Stillstand, ja ein Rückgang auf verschiedenen Gebieten ein. Grade um die Osterzeit des vorigen Jahres herrschte in deutschen Landen fast allgemein der düsterste Pessimismus. Die deutsche „Weltpolitik" kehrte dann aus Ostasien nicht ruhmvoll heim, Industrie und Handel laborieren zur Zeit noch an einer bedauerlichen Ueberproduktion, immer dringender meldet sich die Notwendigkeit eines starken Schutzes für die notleidende Landwirtschaft. Die deutsche Dichtung .endlich hat sich von der menschlichen Seelenanalyse, vom Begriffenen und Bewältigten, von der Erkenntnis des Realen, von der Durchdringung und
Gießen, 24. März 1902.
Betreffend: Die Beitreibung der Gemeindeausstände.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Wir empfehlen Ihnen, Ihre Gemeinde-Einnehmer, soweit dieselben noch im Rückstände find, aufzufordern, alsbald die Mahn- und Pfandbefehle über rückständige Gcmeindeschuldig- keiten vorzulegen._________________________v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Betr.r Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen.
In der Zeit vom 2. April l. Js. bis einschließlich 8. April l. Js. liegen auf dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Daubringen zur Einsicht der Beteiligten offen das Verzeichnis über die Herauszahlungen:
1. für zum Bau der Nebenbahn Lollar—Londorf abgetretenes Gelände mit 4 °/o Zinsen pro 1900 und 1901;
2. für Pachtentschädigungen pro 1900 und 1901 für diejenigen Besitzer, welche für das zum Bahnbau Lollar—Londorf abgetretene Gelände Ersatz in Land erhalten.
Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschluffes innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist schriftlich bei Großh. Bürgermeisterei Daubringen einzureichen.
Friedberg, den 20. März 1902.
Der Großherzogliche Bereinigungskmnmissär: Spamer, Kreisamtmann.


