Sambrinus gefeiert Merwärts herrschte eine gehobene
Dornstadt, 28. Jan. (T arm st. Ktg.") Zum gestri- A— ^«.stmahle der Beamten und Bürger un ^albau waren über 100 Gedecke aufgelegt Staatsminister
richtete folgende Ansprache an die Anwesenden: ^Meine .frerren! Wie alljährlich am 27. Januar, so muh' beute wieder zu rmsereS Kaisers hehrer Geburts- masfeier in festlichem Kreise vereinigt, sind es Gefühle freudigen Tantes und zugleich Gefühle freudiger Zover- ückt die uns für Seine Majestät beseelen. Wohl sind wir' uns des Ernstes der Zeit bewußt, und kennen die Sorgen welche die Leiter und die Vertreter der Nation wie diese selbst bewegen, indessen wir dürfen und wollen vertrauen auf den lauten Kern, der in unsrem Volke lieat und bauen auf seine gesunde Kraft, die es zur frohe geführt hat und mit Gottes Hilfe befähigen wird, auch weiter auf dieser Höhe zu verharren. Vor allem aber und mehr noch wie zuvor sind heute un,cre Blicke auf Seine Majestät den Kaiser gerichtet Mit freudigem Danke und berechtigtem Stolze erkennen wir an, was Kaiser Wilhelm II. für uns, für Deutschlands Entwickelung aus geistigem und materiellem Gebiete, für seine Ehre und Machtstellung gethan, und mit freudiger Zu- Jerfid)t sehen wir die Geschicke des Vaterlands in Seine kräftige Hand gelegt, und Seiner weitblickenden Einsicht anvertraut ~
Meine Herren! Lassen Sie uns, wie seither, unbeirrt durch den wogenden Kampf der Parteien und unbeirrt durch den heftig entfachten Widerstreit der Meinungen, treu und fest zu Kaiser und Reich stehen und lassen Sie uns unsere ehrerbietigsten und auf- richtigsteii Wünsche zum heutigen Tage für Seine MaMat und Sein kaiserliches Haus zusammenfassen in den Rus:
Seine Majestät, unser Allergnädigster Kaiser, Kaiser Wckhelm IL, König von Preußen hoch, hoch, hoch! Oberbürgermeister M o r n e ü>e a gedachte in einer Ansprache des hohen Landesherrn, Allerhöchftwelcher sich. yim Dolmetsch der Gefühle, welche die Versammlung beseelten, am Kaiserlichen Hofe gemacht habe. Auch dieses Hoch wurde enthusiastisch ausgenommen und die Hymne stehend an gehört Wie später Oberbürgermeister Morneweg mit» teilte, wurde an den Kaiser die Absendung folgenden Telegramms beschlossen:
Sr. Majestät Kaiser Wilhelm, Berlin.
Ew- Majestät bitten die aus Anlaß der Allerhöchsten Geburtstagsfeier zum Festmahl versammelten Beamten und Bürger der Stadt den Ausdruck ehrfurchtsvollster Glückwünsche genehmigen zu wollen.
Rothe, Morneweg,
Staatsminister. Oberbürgermeister.
London, 28. Jun. Bei dem Feste im Carlton-Hotel, dem die deutsche Kolonie auf Einladung des deutschen Botschafters Grasen Wolff-Metternich gefolgt war, führte der Botschafter in einer Ansprache aus, die Deut- chen Londons seien der Einladung gefolgt, weil sie die alte Heimat nicht vergessen, die in dem Oberhaupte des Reiches den vornehmsten Ausdruck finde. Von besonderer Bedeutung sei der heutige Tag für die Deutschen, die in diesem gastlichen Lande ihn begehen, deshalb, weil der Herrscher des Landes seinen Sohn, den Thronerben, hinaus
gesandt uni) Kaiser Wilhelm die Freude bereitet babe, gemeinsam mit ihm das Geburtstagsfest in Freundschaft un b Eintracht zu feiern. „Jeder gute Patriot, glaube ich, darf den Wunsch hegen, daß dieses von den Für st en gegebene Beispiel von Eintracht auch von den Völkern befolgt werden möge. Mit diesem Wunsche erhebe ich mein Glas mit dem Rufe: Ter Kaiser, König und Friedensfürst lebe hoch." — „Pall Mall Gazette" bringt einen sympathischen Beglückwünschungsartikel. Der Artikel rühmt die Fähigkeiten und die Vielseitigkeit des großen Herrschers und spricht seine Freude über den dem Prinzen voii Wales in Berlin bereiteten Empfang aus. Ter Hinweis des Kaisers auf die große Reise des Prinzen werde in England gern vernommen. Noch wohlthuender seien die Worte des Kaisers über die britische Armee. Ter Artikel schließt: der Besuch des Prinzen in Berlin weise auf die Be ständ i g ke it der beide Nationen vereinigenden Interessen hin.
Shanghai, 28. Jan. Tie deutsche Kolonie beging den Geburtstag des Kaisers in feierlicher Weise. Am Vormittag sand Parade der deutschen Garnison, später Frühstück beim deutschen Generalkonsul statt. Am Abend vereinigte sich die Kolonie zu einem Bankett.
Aus Stadt und Land.
(Der Albdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß, -luz." gestattet).
Gießen, 29. Januar 1902.
** Französische Vorträge und Rezitationen. Heute, Mittwoch, wird Lektor Goetschy feinen Zyklus von Vorträgen und Rezitationen schließen und die Frage: „Qu’ ent ce que l’esprit franqaib?“ zu erörtern versuchen.
•• Direktor Helm schreibt uns heute, unter Bestätigung unserer gestrigen Nachricht aus St. Gallen folgendes: „Ich gestatte mir, Ihnen die Mckteilung zu machen, daß ich zum Direktor des Kurtheaters in Bad Kreuznach gewählt worden bin. Nicht die Firma Kruse u. Helm ist gewählt, sondern ich allein."
** Irene Driesch, die wegen ihres auf morgen, Donnerstag, angesetzten Gastspiels jetzt den Mittelpunkt des Interesses in Gießen bildet, tritt am 2. Februar eine auf mehr als vier Wochen berechnete Gastipielreise an. Unsere Leser werden sich wundern, wenn sie hören, welche Anstrengungen der Künstlerin auf dieser Reise zugemutet werden. Frl. Triesch machte dem Vorsitzenden des Theatervereins darüb-w folgende Mittellung: „Am 2. Februar spiele ich in Köln, 3. in Bonn, 4. in Berlin, 5. in Frankfurt, 6. in Köln, 7. in Berlin, 8. in Frankfurt, 9. in Köln, 10. in Nürnberg usw. durch Süddeutschland, die Schweiz und Oesterreich". Eine Künstlerin ist also, sobald sie erst berühmt geworden ist, gewiß nicht aus Rosen gebettet, und Frü Triesch kann deshalb mit einiger Berechtigung schreiben: „Ich bin wie eine Sklavin festgekettet" und „Mein Leben gleicht einer atemlosen Hetzjagd." r
Z. Watzenborn - Steinberg, 27. Januar. Am 14. Januar konnte unser Polizeidiener Joh. Eberh. Reitschmidt, auf eine fünfundzwanzig- jährige Amtsthätigkeit als Gemeindediener zurückblicken.
Der Jubilar, der seinen schweren Dienst stets in tmtaji Pflichterfüllung versah, nahm als aktiver Soldat an den beiden Feldzügen 1866 und 1870/71 teil. Hoffentlich wird) er seine erprobte Kraft noch lange in den Dienst unserer? Gemeinde stellen können.
un. Großen-Linden, 27. Jan. Am SamStag, bau 26. d. M., feierte der Gesangverein „Germania" in dem festlich geschmückten Schaumschen Saale sein Winterfest. Tie flott gespielten Theaterstücke sowie die vorgetragenen Lieder unter Lellung des Dirigenten Harnisch sanden allgemeine Anerkennung und kräftigen Beifall. Ein Tänzchen hielt die Mitglieder bis gegen Morgen zusammen.
r. tzberstadt, 27. Jan. An Stelle des seitherigen Bei-' geordncten unserer Gemeinde, der dieses Amt 27 Jahre Der», maltet und eine Wiederwahl aus Gesundheitsrücksichten ab»- gelehnt hatte, wurde dessen Schwiegersohn Wilh. Müller? gewählt.
z. Muschenhelm, 26. Jan. Die seit vorigem Jahre im Bau begriffene Straße von hier nach TraiS-Münzenberg wird- in diesem Jahre vollendet werden. Die Planierung ist bereits fertiggestellt, sodaß nur noch der Ausbau, sowie der Bau einer Brücke über die Wetter zu erfolgen hat. Die große Mehr> zahl unserer Gemeindeglieder ist von der Anlage, die sie ein schönes Stück Geld kostet, ihr aber keine nennenswerten Vor-l teile bietet, nicht sonderlich erbaut. Der Verkehr zwischen! beiden Orten und auch der Durchgangsverkehr ist äußerst gering, da sich von Trais—Münzcnberg aus der Verkehr mehr nach Butzbach—Friedberg, von hier aus aber mehr nach Gießen zu wendet. Der Landwirtschaft bringt sie ebenfalls keinen großen Nutzen, da das Feld, sowie das Wicsenthal, das oon ihr durchschnitten wird, auch seither auf leichte Weise erreicht werden konnte. Hoffentlich hat sie von der künftigen Bahn Butzbach—Lich mehr Vorteile. Das Interesse, das dieser Bahn bei uns entgegengebracht wird, ist sehr groß. Die ®e=- meinde zeichnete für den Bau 45 000 Mark. — In diesem Jahre werden es 25 Jahre, daß der hiesige Gesangverein ins Leben trat. Gründer war Lehrer Hotz, gegenwärttg v-tz Nidda. Der Verein beschloß, das 25 jährige Jubiläum festlich zu begehen. Für den 29. Juni ist ein größeres Sänger/fest geplant. Aus diesem Anlaß werden demnächst an alle im Umkreise sich befindlichen Gesangvereine Einladungen ergehen.
Darmstadt, 27. Jan. Am 5. Februar, dem 80. Geburtstage des Prälaten D. Habicht, findet im „Darmstädter Hof" ein gemeinschaftliches Mittagessen stakst, woran auch die Mttglieder des Ooerkonsistoriums, die Familienangehörigen, sowie Freunde und Verehrer des Jubilars Anteil nehmen werden. — Die, welche sich an dem Essen beteiligen wollen, namentlich die von auswärts Kommenden, werden gebeten, dem Hotelbesitzer Wiener längstens bis zum 2. Februar mit Karte davon Kenntnis zu geben.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag den 30. Januar, abends 8 Uhr, im oberen Konsirmandensaal (Kirchstraße 9): Bibel stunde. Psalm 46, Pfarrer Schlosser.
empfiehlt sein 1H aller Art.
Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Ehr. Rebe Eheleute in Gießen wurden im Schlußtermine noch berechttgte Forderungen geltend gemacht.
Es beträgt in Folge dessen der zur Verteilung verfügbare Massenbestand jetzt 1407.06 Mk. Die nicht bevorrechtigten Forderungen betragen 16 560 Mk. Die Schlußdividende mußte deshalb von 9°/, auf 873% reduziert werden. 909
Das berichtigte Schlußverzeichnis ist auf der Gerichts- schreiberei Gr. Amtsgerichts niedergelegt.
Der Konkursverwalter.
Verdingung von Fährlöhnen
Das Anfahren von Holz re. für die slädttschen Anstalten, sowie die Leistungen derTages- fuhren für das Rechnungsjahr 1902/03 sollen
Samstag den 1. Februar, vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.
Die Bedingungen liegen auf unserem Bureau in den Neuen- Bäuen Nr. 43 (Zimmer Nr. 2, Schreibstube) zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage.
Eießen, 25. Januar 1902. Das Stadtbauamt.
Schmandt. 898
Hotzversteigerung im Gießener Stnbtnmlii.
Montag, den 3. Februar, vormittags 97, Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, in den Distrikten Uuterhag und Waldshute versteigert werden:
154 Fichten-Derbstangen mit
13,90 Festrn^
5 nn Eichen-Scheitholz
78 rm Naoel-Scheitholz,
358 rm Nadel-Knüppelholz,
135 rm Nadel-Stockholz, 7760 Wellen Nadel-Neistg.
Die Zusammenkunft ist auf dem alten Steinbacher Weg, am Waldeingang. 897
Gießen, am 27. Januar 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ________Mecum._______
Versteigerung.
Donnerstag den 30. d. Mts., vormittags 11 Uhr, versteigere ich dahier
17 Kuchen-Stämme.
Zusammenkunft der Steiglieb- haber in der Nordanlage," bei der Turnhalle.
Die Versteigerung findet voraussichtlich statt.
Gießen, den 28. Januar 1902. 896 Seipel, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Donnerstag den 30. o. Mrs., nachmittags 2 Uhr,
versteigere ich im Hofe des Gastwirts Otto Luft dahier (Neuenweg 28) auf Grund des § 489
G. B. infolge gerichtlicher Anordnung
ein Pferd (Goldfuchsstute).
Tie Versteigerung findet ganz bestimmt statt und kann das -p^rd genannten Tags von </:l llhr ab dortselbst besteh rigt werden.
Gießen, 28. Januar 1902.
895 Seipel, Gerichtsvollzieher.
Emil Kalbfleisch
Bildhauerei und Grabsteingeschäft. Grünbergerstrasse 16.
Infolge Aufgabe meines Geschäfts verkaufe mein grosses Lager in 386 ß-i»O llLffni n ATI jedem annehm- XJl dUöltvllwll baren Preise.
Geschäfts-Eröffnung.
Den verehrlichen Bewohnern von Klein-Linden, Gießen und Umgebung zur gefälligen Nachricht, daß ich feit dem 2. Januar die geometrische Praxis betreibe und halte mich in allen in meinem Fach vorkommenden Arbetten bestens empfohlen.
Karl Jung
Kroßherzogl. H omeler 2 Klasse.
Klein-Linden, Frankfurtersttaße 14. 835
Geschäfts - Empfehlung.
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