Ausgabe 
28.7.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 174

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener .samillen- biätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'sehen Unwers.-Buch- u. Stein­druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpedition und Druckerei:

Schul st ratze 7,

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Erstes Blatt.

152. Jahrgang

Montag 28. Juli 1902

MtzenerAnzeiger

General-Anzeiger 'ea*'

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

BezngSpreiSr monatlich 76 Pf., viertele jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen Monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.-viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenpreis: lokal 12 Pf­auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für Stadt und £anb* und Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Juli. Aus Saßnitz wird gemeldet: Der Kaiserist an Bord der ,Lohenzollern." heute abend hier eingetroffen.

Heute wurde in Cadinen der Geburtstag ^des Prinzen Oskar gefeiert. Vormittags wohnte die Kaiserin mit den Prinzen und Umgebung dem Gottesdienst in der im Park gelegenen Kapelle bei. Nachmittags fand eine Bewirtung der Gutsleute und der Dorfkinder statt. Zur Mittagstafel waren der Landrat v. Etzdorf und Ge­mahlin sowie der Ortsgeistliche geladen.

Der Besuch, des Königs von Italien in Berlin wird, nach der römischenPatria", im letzten Drittel des Monats August stattfinden; der König wird vom Minister des Auswärtigen Prinetti begleitet sein. Ter Aufenthalt des Königs in Deutschland wird fünf Tage dauern.

Wie dieEhemn. Allg. Ztg." mitteilt, soll der erste Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Freiherr v. Wangenheim, durch Dr. Roesicke ersetzt werden. Ter antisemitische Abg. Liebermann v. Sonnenberg soll zum zweiten Vorsitzenden ernannt werden. DieStaatsbürgers." bezweifelt die Richtigkeit der letzten Meldung.

In Rom werden, wie derKurjer Pozn." erfährt, Schritte gethan, um die sterblichsen Ueberreste des Kardinals Ledochowski in den Posener Dom überzuführen, wo man die Erzbischöfe von Gnesen-Posen zu begraben pflegt. Es soll, falls der Plan zur Durchführung kommt, im Tom eine feierliche Trauerandachl abgehalten werden. Erz­bischof v. Stablewski erließ aus Anlaß des Todesfalls ein Rundschreiben an die Geistlichkeit, das am Sonntag in allen Kirchen statt der Predigt von der Kanzel herab ver­lesen wird.

< Tas Direktorium des Zentralverbandes deutscher Industrieller hat an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, in der um Ablehnung des An­trages v. Hehl, Bassermann u. Gen. gebeten wird, nach welchem dem Bundesrat die Befugnis gegeben werden soll, für bestimmte Gewerbe, in denen Arbeiterinnen oder jugend­liche Arbeiter neben ihrer Befchö-ftigung an der Fabrik vom Arbeitgeber zu Hause beschäftigt werden, diese Beschäfti­gung außerhalb der Fabrik zu beschränken.

DasStatist. Jahrb. f. d. Deutsche Reich" enthält eine Zusammenstellung über die Rechtsprechung der Gewerbegerichte int Jahre 1900, aus der sich ergiebig daß zwischen den einzelnen Gebieten des Reichs hinsichtlich der Zahl und des Ausgangs der vor die Gewerbegerichte gebrachten Rechtsstreiligkeiten sehr große Verschiedenheiten bestehen. Vor den 316 Gewerbegerichten, die im Deulschien Reich vorhanden waren, wurden 84164 Rechtsslreitigkeiten anhängig; davon entfallen 50 664 aus Preußen, 12 407 auf Sachsen, 6083 auf Bayern, 3150 auf Hamburg, 3049 auf Baden, 2555 auf Württemberg, 2103 auf Hessen und 1142 auf Elsaß-Lothringen.

Kiel, 26. Juli. Der frühere französische Ministerprä­sident Waldeck-Rousseau ist an Bord der Aacht Ariane" heute von Kopenhagen hier eingetroffen.

Ausland.

London, 26. Juli. Der König wohnte an Bord seiner Pacht einer Sitzung des Geheimen Rates bei und unterzeichnete zwei Erlasse, in denen die Krönung auf den 9. August festgesetzt und dieser Tag zum Bank- fei er tag gemacht wird. Obwohl Lord Lister, der bei oer Operation des Königs konsultativ mitgewirkt hat, gestern abend erklärte, er halte die Wahl des 9. August zum Krönungs-Termin nicht für unvorsichtig und übereilt, be­stehen in Hofkreisen starke Zwerfel, ob es möglich sein wird, die Feier an dem genannten Tage zu absolvieren, ohne gerade das Leben des Königs aufs Spiel zu setzen. Angesichts seines gegenwärtigen Zustandes scheinen diese Zweifel nur zu berechtigt. Der Wnig hat bis heute noch keinen Schritt gehen können. Die Zeremonie ist zwar nach Möglichkeit abgekürzt worden. Immerhin aber wird der König während der anderthalb stündigen Dauer der Ceremonie etwa 500 Fuß weit in der Abtei zu gehen und mehrere Stuken zu steigen haben, und ob er dazu obendrein unter der Last des schweren goldgewirkten Krönungsmantels heute über 14 Tage im stände sein wird, erscheint mehr als fraglich Thatsache ist, daß in der Hof­gesellschaft Unsummen darauf gewettet worden sind, daß im letzten Augenblick ein nochmaliger Aufschub der Feier sich als notwendig erweisen wird.

Southampton, 26. Juli. Ter frühere Buren- general Lucas Meyer ist heute hier aus Südafrika nngetroffen. Er sagt, daß die Regelung der Verhältnisse bisher mit Befriedigung begrüßt werde. Man werde aber sehen müssen, wie die britische Regierung die Buren behandeln werde. Wenn die den Buven gemachten Ver­sprechungen erfüllt würden, sehe er keinen Grund zu einer llnzufriedenheit. Er glaube, daßderFriedevonTauer sein werde. Ter General geht nach. Dresden, um seine Zrau zu besuchen, und gedenkt, Ende Oktober nach Süd- ifrika zurückzukehren.

P a r i s, 27. Juli. Nach einer Depesche aus Brazzaville aom 26. d. Mts. ist der Kommandant der Kongomiliz^ l!anglair, in der Nähe von Libreville von Elephanten- jägern ermordet worden. Der Milizosfizier Laurent, -ter von Mponnios angegriffen wurde, tötete den Häupt­ling des Tories Janboc. Der Gouverneur Grodet kann Degen des niedrigen Wasserftandes nichts unternehmen.

Lissabon, 36. Jutt. Wie aus guter Quelle rnitge- itilt wird, beabsichtigt die Negierung, die aufzunehmcndc

Anleihe im Betrage von 200 Millionen mit den Erträgen aus den Kolonien zu garantieren. Wie es heißt, wird England die Anleihe übernehmen.

Rom, 27. Juli. Der italienisch-schweizerische Konflikt ist gelöst. TieTribuna" sagt, alle Schwte- rigkeiten seien dank der freundschaftlichen Vermittelung Deutschlands überwunden worden, das Italien einen neuen Beweis seiner herzlichen Freundschaft gegeben habe.

Wien, 26. Juli. Ter niederöfterreichische Landtag nahm den Tringlichkeitsantrag Kolisko betreffend die ge­setzliche Festsetzung der deutschen Sprache als ausschließliche Unterrichtssprache an sämt­lichen Schulen Niederösterreichs einstimmig an.

K a p st a d t, 27. Juli. In einer Versammlrmg in Paarl hielten Botha und Telarey Ansprachen an die An­wesenden. Botha sagte: Ganz Südafrika steht jetzt unter einer Fahne. Müssen wir sagen, wir sind besiegt worden? Nein. Eine dunkle Zukunft liegt vor uns, aber der Glaube und die Hoffnung wird uns hindurchsühren. Afrika ist unser Vaterland, unsere Erbschaft, auf das unsere Geburt uns ein Anreckst giebt. Wir sollten danach streben, Afrika zu einem glücklichen Heim zu machen, und gemeinsam daran arbeiten, die h e r a n w a ch s e n d e Gene­ration so zu erziehen, daß auch sie den künftigen Beherrschern des Landes gehört. Delarey führte aus, er achte jeden britischen Gegner, aber er fühle sich betrübt, wenn er an die National Scouts denke. In dem Namen Afrikander könne jetzt ein Ausdruck des Vor Wurfes liegen, wie einst im Namen Hugenotten, aber er werde zu einem Ehrennamen werden.

Mun anschließen. Andererseits hat die Regierung viele Glückwunsch-Adressen aus der Provinz erhalten, in denen die antiklerikale Politik des Kabinetts gebilligt wird.

Auch in der Provinz haben die antiklerikalen Regie­rungsmaßnahmen bisher keine erheblichen Folgen gehabt. Nur in einzelnen Orten kam es zu einzelnen größeren Straßenskandalen, wie in Lille, Mouvaux, Lyon, Dün­kirchen, Privas, Concarneau rc., wo bei Schlägereien Pu­blikum und Polizei verwundet wurden und Verhaftungen vorgenommen werden mußten.

Dow französischen Kulturkampf.

Am Samstag wurde mit der Zustellung des Dekrets, das die Schließung von kongregalistischen Nie­der l a s s un gen in Paris und im Seinedepartement ver­fügt, begonnen. In der Schule in der Rue Salneuve wurde den Schwestern gestattet, zu bleiben, weil eine Waiscnansta.lt und ein Greisenasyl mit der Schule verbunden sind, die Schule selbst wurde geschlossen Die Schwestern in der Rue Saint Maur wurden von ungefähr 50 Personen, an deren Spitze sich Girard und Jaume, die ehemaligen Gefangenen desFort Chabrol", befinden, thatsächlich ge­fangen gehalten und verhindert, das Haus zu verlassen, obgleich sie sich der ihnen von ihrer Oberin erteilten Weisung gemäß nach ihrem Mutterhaus begeben wollten. Am Samstag Nachmittag aber haben sie dann doch das Haus räumen können. In Paris soll einKongreß für Freiheit des Gewissens und Volksabstim­mung (Referendum)" abgehalten werden, der die Rück­gängigmachung der gegen die Ordensschwestern ergriffenen Maßregeln betreiben soll. Ein vorbereitender Ausschuß ist zusammengetreten. In einer von derLigue de la Patrie Franyaise" auf Samstagabend zur Wahrung der Freiheit des Unterrichts einberufenen Versammlung führte Jules Lemaitre den Vorsitz. Der Saal war bis aus den letzten Platz gefüllt; unter den Anwesenden befanden sich viele Frauen. Coppee und Lemaitre hielten Ansprachen. Coppee griff die Regierung heftig an.Im Hinblick auf die heu­tigen Kundgebungen", erklärte Coppee,werde vielleicht morgen Frauenblut fließen, aber es werde das­selbe Blut sein, das in den großen geschichtlichen Tagen Frankreichs floß." Vor dem Versammlungslokale waren um­fassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Einige Gruppen, die Hochrufe auf die Freiheit ausbrachten, wurden zer­streut, mehrere Personen wurden verhaftet, darunter ein Priester, ©iner Gruppe von etwa 200 jungen Leuten gelang es, die von der Polizei gebildete Absperrungskette zu durch­brechen und eine Kundgebung zu veranstalten. Doch wurden sie von der Polizei zerstreut. Obwohl auch Gegenkünd- gebungen stattfanden , bei denen Scl)mährufe gegen die Nationalisten ausgebracht und die Arbeitermarseillaise ge­sungen wurde, kam es doch zu keinem erheblichen Zwi­schenfall.

Am Sonntag besetzten starke Abteilungen von Polizisten zu Fuß und zu Pferde den Concordienplatz und die Elyseischen Felder, auf denen Kundgebungen der christlichen Frauen Frankreichs stattfanden. Auf dem Concordienplatze war eine größere Anzahl Anhänger der Kongregationen und Sozia­listen zusammengeströmt, die sich unter großem Lärm stritten. Die Kundgebungen bewahrten ihren friedlichen Charakter. Man lachte und hatte die Polizei zum Besten wegen ihrer Bemühungen, beide Parteien auseinanderzuhalten und die Anhänger der Kongreganisten sowie einzelne Priester zu schützen, welche sich auf den Platz gewagt hatten. In der Avenue des Champs Misees kam es zu einer Schlägerei, wobei einige Verhaftungen vorgenommen wurden. Gegen 4 Uhr 45 Minuten wandte sich eine große Anzahl von Leuten ,die eine Gegenkundgebung veranstalteten, und Meder mit den Pfaffen" schrie, nach der Avenue Gabrielle. An einer Straßenecke stießen diese mit Anhängern der Kon­gregationen zusammen. Die Gegenkundgebung wandte sich gegen die Mitglieder des KlubsUnion artistique", der an den elyseeischen Feldern liegt. Die Leute warfen mit Steinen,Erde, Schmutz und Hüten; Polizisten rückten heran, räumten die Straße und nahmen einige Verhaf­tungen vor. Ein zweiter Zusammenstoß ereignete sich an der Ecke der Rue Royale, wo Sozialisten eine Priester kappe herumtrugen undNieder mit den Pfaffen" riefen. Eine Patrouille berittener Polizisten zerstreute den Auflauf. Gegen 6 Uhr trafen einige hundert Anhänger der Kongre­ganisten, geführt von einem klerikalen Deputierten, mit Sozialisten in den Champs Glysees zusammen. Es kam zu Thätlichkeiten, Bei denen mehrere Personen Verwundet wurden.

DerGauloiS" veröffentlicht zahlreiche Briefe von Aka­demikern, die sich einem Protestschreiben deS Grasen de

Are Irrvrläums-Kegatta der Gießener Iwder- Kesellschast

am gestrigen Sonntag wies eine große Zahl von Meldungen auf. Dies mag mit Veranlassung gewesen fein, daß zum ersten Male der Versuch gemacht wurde, drei Boote zugleich laufen zu lassen. Ob dieser Versuch zur dauernden Einrich­tung bei künftigen Rennen wird, darüber wird von Fall zu Fall entschieden werden müssen. Die große Zahl der Mel­dungen hatte auch zur Folge, daß vier Vorrennen gefahren werden mußten, wodurch manche sonst treffliche Mannschaft vom Hauptrennen ausgeschlossen war. Auffällig war, daß die sieggewohnte FrankfurterGermania" vollständig leer aus­ging. Das Gleiche widerfuhr der Gießener Rudergesellschast, die den im ersten Rennen gewonnenen Vierer im zweiten aus Einspruch des Wetzlarer Ruderclubs nochmals gefahrenen Rennen an Wetzlar verlor. Im Allgemeinen wurden die Nennen durch scharfen Gegenwind, der namentlich die Vor­rennen nachteilig beeinflußte, erschwert. Die Beteiligung des Publikums, besonders auswärtiger Sportfreunde, war diesmal eine große, so daß in dieser Hinsicht das Rennen mit zu den besten bisher stattgchabten gehörte.

Rach dem Vorrennen fand um 10 Uhr Frühschoppen auf dem Bootsplatz, darauf Festmahl im Saale des Gesell­schaftsvereins statt. Von den hier ausgebrachten Toasten ist besonders derjenige des Rektors unserer Ludoviciana hervor­zuheben. Der Rektor brachte ein Hoch auf den Vorstand der Gießener Rudergesellschast aus, hob dessen große Verdienste für die Hebung des Rudersports in unserer Unioersitätsstadl hervor und sprach den Wunsch aus, daß die Studentenschaft sich diesem gesunden Sport mehr widmen möge. Frank- Hanau toastete auf den Ehrenvorsitzenden, die Ehrenmitglieder und Freunde der Gießener Rudergesellschast, was den Ehren­vorsitzenden, Stadtv. Kirch veranlaßte, den Dank für diese Ehrung abzustatten.

Ueber den Verlauf der Regatta teilen wir Folgern des mit:

1. Junior-Einer. Der Ruderoerein Hellas-Offenbach cnM. ging allein über die Lahn. Zeit 7,45 Min.

2. G roher Vierer. Wanderpreis der Stadt Gießen Sieger von 1900: Frankfurter Rudergesellschaft Germania. Letztere beabsichtigte am Vormittag, die Verteidigung des Preises aufzuge­ben; sie meldete aber später wieder, sodaß die brei gemeldeten Boote von Start gingen. Der Offenbacher Ruderoerein von 1874 überließ auf halber Lange die Bahn den beiden Frankfurter Mann­schaftenSachsenhausen" undGermania". Nach scharfem Bord- an-Bord-Rennen siegteSachsenhausen" nut halber Bootslänge. Zeit:Sachsenhausen" 6,247v,Germania" 6,27-/5.

3. Vierer. Preis von der Lahn. Sieger von 1900: Ruderclub Ems. Tie Gießener Rudergesellschast übernahm kurz nach dem Start die Führung und behielt dieselbe mit über Bootslänge bis ans Ziel. Ruderverein Ems folgte als zweiter, Wetzlarer Ruder- club als Dritter. Letzterer erhob Einspruch gegen die Giltigkeit des Remiens, da er aus halber Bahrr vonEms" angelaufen wurde. Dem Einspruch wurde stattgegeben und unter Ausschluß von Ems das Rennen noch einmal gefahren. Dasselbe wurde von Wetzlar leicht gewonnen. Zeit 6,43.

4. Einer, Lahn-Pokal. Waiiderpreis des Deutschen Ruderverbandes. Sieger von 1900: Frankfurter Ruderoerein. Das Renneil wurde vom Mainzer Ruderverein leicht gewonnen. Zeit 6,59/6. Ruderverein Hellas-Offenbach war in 7,1575 Zweiter, während die Hanauer Rudergesellschast Hasiia das Rennen aufgab.

5. Zweiter Vierer. Preis des Regatta-Komitees. Wetz­larer Rudcrclub und Offenbacher Rilderverem fuhren auf der ganzen Bahn ein scharfes Rennen; die knapp halbe Bootslänge betragende Differenz konnte Wetzlar indeß trotz kräftigen Endspurts nicht ausgleichen und mußte Offenbach als ersten durchs Ziel lassen. Zeit: Offenbach 6,44* 6, Wetzlar 6,44* 6.

6. Junior-Achter. Jubiläumspreis von Gönnern del Gießener Rudergesellschast. Der Franksurter Ruderverein durch­fuhr als erster das Ziel in 6,9, ihm folgte mit zwei Bootslängen Abstand der Frankfurter Ruderklub in 6,19/6.

7. Dollen-Zweier. Der Erefelder Ruderklub 1883 fuhr in 7,59 allein über die Bahn.

8. Junior-Vierer. Preis, gestiftet t>on einem Freunde des Rudersports. Erster: Frankfurter Ruderklub in 6,31 l/s, zweiter: Hanauer RudergesellschastHassia" 1884 6,47Vs. Leicht aeivonnen. Die Gießener Rudergesellschast gab vorm Ziel das Rennen auf.

9. Akademischer Vierer. Der Kampf um dieses Rennen wurde von den beiden Heidelberger Mannschaften allein aus­getragen. Erster: Rudergesellschast Heidelberg 6,32, zweiter: Heidelberger Ruderklub 6,34* G.

10. Großer Achte r. Großherzogs - Preis. Wanderpreis, verliehen von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog. Sieger von 1900: Frankfurter Ruderoerein. Gemeldet 5 Boote, an Start: Frank- urter Ruderoerein und Frankfurter Rudergesellschast Sachsen­hausen. Letztere übernahm die Führung vom Start ab und behielt ic bis zum Ziel. Zeit: Sachsenhausen 5,25, Frankfurter Ruder- verein 5,50. Scharfes Rennen.

11. Ermunterungs-Vierer. An ©tart: Frankfurter RudergesellschastGermania", Hanauer RudergesellschastHassia" 1884, Gießener Rudergesellschast. Erster: Hanauer Rudergesellschast 6,47, zweiter: Frankfurter RudergesellschastGermania" 6,49V8, dritter: Gießener Rudergesellschast (ohne Zeitabnahme).

Nach Beendigung der Rennen fand die übliche Preis«- Verteilung auf dem Bootsplatze statt. Die Reunion int Saale de§ Gesellschastsvereins war zahlreich besucht.