Ausgabe 
27.12.1902 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr-. 804

Erschein* täglich außer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Stehener Kamillen, blattet viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der B r ü h l 'scher, Un roers.-Buch-u. Stein- druc'ereisPietsch Erbens Redaktion. Lrpeditto« und Druckerei:

Echulpraße 7.

Adrefle für Depeschenr «nzeiger «ießeu.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Erstes Blatt. 15Ä. Jahrgang Montag 29. Dezember 1908

Ä » VrzugSpreiS:

OiMr Wsr W NN monatlich75Ps.,viertel-

GleßenerAmelgerW

General-Anzeiger w .ssssjh,

v den polit. u. allgern. Teiv

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen

zeiqenteil: HanS ®edj

Ki« innere AolitiL Aentschkands im Jahre 1902

^ie innere Politik Deutschlands stand fast ganz unter d«tt Zeichen der Zolltarifverhandlungen, «selbst im breip Aschen Landtag zog sich der Kumpf ünt den Zolltarif als roter Faden durch die Verhandlungen, wenngleich damit nicht gesagt sein soll, daß diese Körperschaft nichts anderes geschossen hätte. Nachdem die preußische Regierung am 4. Januar mit der Zulassung der Realabiturienten zum Nechtöstudium bahnbrechend vorgegangen war, sah sie sich durch die maßlose Agitation der polnischen Propaganda, welche auS dem Wreschener Prozeß Kapital zu schlagen suchte, veranlaßt, vom Lande größere Mittel zur Stärkung de- Deutschtums im Osten zu verlangen. Es kam aus diesem Anlaß am 13. Januar zu einer großen, teilweise sehr erregten Debatte, in welcher Graf Bülow positive Er­klärungen über die künftige Polenpolitik abgab. Tie wicht­igeren Aufgaben deS Landtages waren damit erschöpft. Der Reichstag hatte mehr zu thun, wenngleich sich zunächst auch hier die Hauptarbeit in der Kommission und hinter den Kulissen abspielte. Am 9. Januar trat die Zolltarif- kommission zu ihrer ersten «Sitzung zusammen und schon wenige Tage darauf prallten hier die Gegensätze zwischen Freunden und Gegnern der Vorlage scharf auf einander. Zufrieden war wohl keine Partei mit dem Tarif, alle wollten sie für sich mehr herausschlagen, ganz gleich, ob es sich um Agrarier, Industrielle oder Handeltreiderche handelte. Tie Sozialdemokraten sehen in dem Tarif sogar ein vorzügliches Agitationsmittel für die kommenden Wahlen und hatten von vornherein die Parole ausgegeben> daß der Tarifenttvurs nicht Gesetz werden dürfe, damit sie bei den Wahlen damtt operieren könnten. Hier Schutzzoll, hier Freihandel, tönte der Schlachtruf. Am 7. Februar erklärte der Reich,Äkanzler im Land wir ts chaftsr at ausdrück­liche daß die Regierung für eine Erhöhung der von ihr vorgeschlagenen landwirtschaftlichen Zollsätze nicht zu haben fein werde und verwies im Interesse der derechjtigten Wünsche der übrigen Erwerbszweige auf die Notwendig­keit, die mittlere Linie einzuhalten. Ter Bund der Land­wirte hiett diese Erklärung nicht für ausreichend und er­klärte oen Zolltarif in der vorliegenden Fassung für un­annehmbar. Ter äußersten Linken, der sich inzwischen als Vertreter des Großhandels die freisinnige Vereinigung angeschlossen hatte, war diese Bundesgenossenschaft hach willkommen und so hatte der Tarif kaum irgendwelche Aussicht auf Annahme. Es war daher sehr natürlich, daß sich auch, äußerlich bald eine heftige Spannung Uv eschen den extremen Parteien und denjenigen, dis wenigstens etwas retten woltten, zeigte und so kam es denn in der Zolltarifkommission selbst schon am 14. Februar zu heftigen Zusammenstößen, als Herr v. Kardvrfs die Geschäftsordnung entgegen den Anschauungen der Mehrheit handhabte. An seine Stelle trat der konservative Abgeordnete Rettich! als Präsident. Inzwischen batte aber die äußerste Linke be­gonnen, durch Obstruktion die Erzielung irgend welcher praktischer Ergebnisse nach Möglichkeit zu erschweren, da- burdi wurde zunächst eine Scheidewand zwischen der Linken und beniemgen errichtet, welche wenigstens etwas erreichen wollten. Aus diesem erst losen Zusammengehen ent- wickelle sich allmählich eine Koalition der nichtagrarischen

Konservativen, Reichsparteiler und Zentrumsleute, welcher eS auch, schließlich am 26. Februar gelang, in der Kom­mission den sogenannten Kompromißantrag auf Einführ­ung des 6 Miark-GetteidezolleS iint> Bindung der Mindest- zolle für Vieh durchzubringen. Tie Nationalliberalen hatten sich demgegenüber von vornherein auf den Boden der Regierungsvorlage gestellt. Während die Kommission dann zur Beratung der einzelnen Tarifpositionen schritt, erledigte der Reichstag selber die Brüsseler Zuckerkon- öention und das Zuckersteuergcsetz.

Während der Parlamentsferien tagte die Zolltarif­kommission gegen Entschädigung toeiter, und so konnte am 11. August die Kommission die erste Lesung des Tarifs beenden und am 2. Oktober die Tarifberatung in allen Lesungen für Erledigt erklären, nachdem noch am Tage zuvor Graf Posadowsky die Verpflichtung übernommen hatte, behufs Klärung der in der itommiffion wiederholt angeschnittenen Kärlellfrage eine Enquete von selten der Negierung vorzunehmen. Am 14. Oktober trat dann der Reichstag wieder zusammen und nun begann eine Reihe der schwierigsten Verhandlungen, die wohl je der deutsche Reichstag geführt hat. Tie Linke war so unvorsichtig, vor­weg mit ihren Mafien zu prahlen, und nötigte die Gegner dadurch, größtenteils gegen den eigenen Willen, zu einem immer engeren Zusammengehen. Am 21. Oktober nahm das Haus zwar noch die Konunissionsbeschlüsse für Getreide an. Ta aber von feiten der Regierung aufs Neue betont wurde, daß sie diesen Beschlüssen, namentlich aber auch der Bindung der Viehzölle nach, unten niemals zustimmen könne, andererseits die Annahme des Anttages für die äußerste Linke das Signal war, mit ihrem schwer st en Ge­schütz drein zu fahren es regnete Tauer reden, Geschäfts- ordnungsdeballen und namenlliche Abstimmungen wur­den die Koalitionsparteien mehr und mehr dem Standpunkt der Nationalliberalen zugeführt. «Schließlich kam eine Eini­gung der Mehrhettsparteien gegen die extreme Linke zu stände, welche in dem am 13. Viobember angenommenen Antrag Aichbichler auf Abänderung des Modus der na- meullichen Abstimmungen sich zuerst betätigte. Seitdem nahmen die Verhältnisse im Reichstag einen akuten Cha­rakter an, die Linke wehrte sich mit allen Mitteln der Geschäftsordnung verzweifelt gegen jedes weitere Bor- wärtstommen des Tarifs. Thalsächlich waren bis zum 25. 9tobember noch nicht einmal die zwölf Paragraphen des Tarifgefetzes erledigt. Leider überschritt die Linke in ihrem Verhalten aber dermaßen die Grenzen der parla- mentarischen Würde, daß man bereits begann, Vergleiche zwischen dem Reichstag und anderen Parlamenten zu ziehen. Tie Freunde der .Vorlage standen nun vor der Alternative, nichts zu erreichen, ober wenigstens etwas durchzusetzen, zu dem die Regierung nicht von vornherein nein' sagen konnte. Zur Erfüllung ihrer Wünsche in letzterer Hinsicht verhalf chnen der am 27. November ein­gebrachte Antrag Kardorff auf Enbloe-Anncchme des Tarifs unter Erhöhung gewisser Jndusrriezölle und vorläufigen Beibehaltung der Wmmissionsbeschlüsse. Ta die Linke in diesem Antrag die Guillotine für ihre Bestrebungen er­blicken mußte, kam es zu unerhörten (Svenen im Parla­ment. Und nun griff die Rechte, welche in der Wahl

ihrer Mittel auch immer skrupelloser wurde, dabei abca sich immer mit dem Verhalten der obstruierenden Parteien Decken konnte, zu weiteren Beschränkungen der GeschästK- ordnung, indem sie dem Präsidenten Die Erlaubnis gabN das' Wort zur Geschäftsordnung nur nach freiem Ermessen zu erteilen, und die Rededauer hierbei auf fünf Minuten beschränkte. Tamit war das Schicksal der Linken besiegelt, zumal auch die Mehrheitsparteien alle ihre Reserven heran­zogen und schon von Beginn des Tezember an sich be­schlußfähige Häuser stellen tonnten. Am 11. Tezember wurde Der Antrag Kardorff und damit die zwette Lesung des Tarifs angenommen. Am 12. Tezember wurde bann der enbgütige Antrag Herold zwischen -weiter und dritter Lesung formuliert, der die Regierungsvorlage bei ben| Getreidezöllen unter Erhöhung Des Zolles für Braugerste von 3 auf 4 Mark wiederherstellt und auf Bindung der Biehzölle nach unten verzichtet. Tiefer Antrag wurde in der Nacht vom 13. auf 14. Tezember nach mehr alsj achtzehnstündiger Debatte angenommen. Die Regierung Halle damit ihren Zolltarif erlangt. Tie in der _ Kvm- miffion noch gefaßten Beschlüsse, welche der Regierung nicht genehm sind, werden mit Hilfe einer Novelle an das Haus ihre Erledigung finden.

Was unser Verhältnis zur Curie anbelangt, fb hatte bereits am 15. Januar der Papst prinzipiell seine Zu­stimmung zur Errichtung einer katholischen Fakultät an oer Universität Straßburg i. Elf. erteilt. Wenn sich, die vollstänbige Regelung bieser Frage auch bis zum Ende bes Jahres hingezogen hat und Frhr. v. Hertling noch manchesmal die Alpen hat kreuzen müssen, ehe alles klipp und klar war, das eine steht fest, unsere Beziehungen zum päpstlichen Stuhl sind die denkbar besten. Zum 25jährigen Pontifikaljubiläum bes Papstes überbrachte am 6. Marz Generaloberst v. Los demselben ein eigenhändiges Glück­wunschschreiben des Kaisers, und bald darauf nahm der! Kaiser selbst Gelegenheit, in feierlicher Rede auf die An­schauungen des Papstes über Die Wohlfahrt der Katholiken in Deutschland hinzuweisen.

Bon großer Bedeutung für unser deutsches Vaterland war der 1. April, denn an diesem Tage traten die Verträge mit Württemberg in Kraft, durch welche wir für das ganze! Reich mit alleiniger Ausnahme Bayerns eine einheit^ liche Marke unb somit em neues einigendes Band er­halten Haden. Von besonderer Wichtigkett für Elsaß- Lothringen war die Aufhebung des Diktatur­paragraphen am 9. Dttu. Wenige Tage daraus gab! auch der Reichstag seine Zustimmung. Hier möchten wiL aucr,i die für unsere innere Politik bemerkenswerten Reden erioähnen, toeLdje Se. Majestät am 5. Juni beim Johanniters fest in Marienburg und am 4. September in Posen über die Polenfrage gehalten hat und in denen er sich zu­nächst als bat Gehorsam heischenden König, dann aber als den Landesvater hinstellt. Von inneren Unruhen, mit denen fast alle unsere Nachbarstaaten, sogar die fried­liche «Schweiz, zu thun hatten, sind wir verschont geblichen, abgesehen von einem unbedeutenden Zusammenstoß Arbeits­loser mit der Polizei in Frankfurt a. M. am 10. Januar, auch unter Ausständen hatten wir in geringem Maste zu leiden. Dagegen flößt die immer Wetter um sich greifende

tzine Weihnachtsfeier in Metyteyem.

Ten großen katholischen Gottesdienst am Weihnachts­abend in der GeburtMrche zu Bethlehem, dem ehrwurdi- gen Denkmal alter christlicher Baukunst, schttdert em Teil- ne^mer in Bethlehem. Wir standen

Mtt der großen Menge in der Geburtskirche, ^derselben Stelle, wo nach der Uebertteserung vor 2000 Jahren das größte Drama in der Geschichte der Welt fernen Anfang nahtw Hier wurde der Hettand in riner fttippe gehren öpbl aber wird das große Ereignrs anders als damals gefeiert Tie rollenden Töne der Orgel, die sich mit der fieudigen Festmusik ausdehnen und anfchwellen, verllcn- deten den Beginn der Messe und das Nahen der Prozesswn. Chorsänger mit Talaren, Aiönche, Prrefter mit Gtolen, Ävtten weltliche und geistliche Brüder traten in an­scheinend endlosem Zuge unter Absingung der^FestesHymne ein. Zuletzt kam der Bischof mit Krummstab und Mttra und segnete alle, während er durch ine tmeenbe Menge SuÄhritt. Tann folgten die katholischen Konsuln und ihr Gefolge unter Vorantritt der türkischen PolizeifolDaten, und alle nahmen vor dem Altargitter Platz Jetz begann > alün^ende Feier, die fünf Stunden wahrte. Am Hochf- altar strahlte alles in glänzendem Licht. Die Jnvestttur des Bischofs begann und der Chor mit den ^A^chen

-stimmen begann seinen langen prächtigen Gefang.

- die Lutt erbebte, als die mehr als 100 Stimmen ®ut unb Ä. etttangen. Tas Prächtig« Ritual dauerte Stunden die erregten Beter oder Zuschauer merkten dies

Tie cvnitie war erhoben und gewecht worden, und die "-llkommeue Stille der Nacht beherrscht« ein« Augen, die a^oia: Menge. Tie Glocken verkündeten die herlrge

S? 12 geschlagen, so wurde über dem War ein iwrhan^ sortgezogM, und die Gestalt eines p.m'hnrenen Kindes wurde den Augen der er» n^»^H^n;pnae ae^eiat ^ioch einmal tönten die Glocken gnsfenen . 9 ÖöJJÖ __ Glocken wetteiferten mit

- in Mtem 3ubet und Glückseligkeit.Christus '°aebore ", Ä 5 v°u °ll°u Lippen und der reicht 5b°? ianq wie nie vorher von der Jrerche rn dcnHerzM der Beter, und in Gedanken erinnerte sich ,eder de-denk- ^Wieder^Ech^ ^StMe. Große Lichter wurden an- gezündet und unter den Chor, dee GelstlMert und die

Konsuln vertettt. Zu zweien führten die Chorsänger immer lauter singend den Weg zur Geburtskapelle selbst. Tie Kerzen glänzten dann und wann in der Entfernung unter den Hallen und Kapellen der großen Kirche- Tie Konsulats­beamten folgten, und zuletzt kam der Bischof, der m den Armen einen Korb aus Stroh mit der Gestalt eines Kindes in Windeln trug, dessen Hand segnend erhoben war. Tie Gläubigen knieten nieder, als fidji die hohe Gestalt des Priesters nahte und küßten den Saum seines Kleides. Der Gesang wurde allmählich schwäche^ als die Prozession sich zurückzog. Tie Spur der Füße, der immer mehr sich ent­fernende Gesang leitete uns, als wir die Grotte besuchten, deren Wände wie die Ueberlieferung meldet auf die Geburt Christi, die Ankunft der Hirten und die Anbetung der drei Wnige geblickt haben. Tas Kind wurde auf den Platz gestellt, an dem Christus geboren sein soll, auf den Altar gelegt, der die Stelle der Krippe bezeichnet, und dann zog die Prozession zur Kirch,e zurück, und der Gottes­dienst nahte seinem Ende. . .

La (Tarmellte", die Novität der Pariser Komischen Oper. Tie Komische Oper in Paris gab am 16. Dez. die erste Vorstellung der neuen vieraktigen OperLa Carmelite" von Reynaldo Hahn, einem in Caracas geborenen Deutschen von 28 Jahren. Schon im Jahre 1898 hatte Hahn auf Der gleichen BühneL'Jle du Reve" auf» führen lassen, die jedoch nur eine achtbare Schülerarbeit war. Ter Fortschritt ist erstaunlich. Denn die Karmeliterin ist ein sehr glücklicher Versuch, die Spieloper mit ernstem Hintergrund zu erneuern. Der Erfolg ließ, wie man dem Rh. C." schreibt, nichts zu wünschen übrig und machte sich in der Wiederholung von drei Stücken geltend. Ter bekannte Dichter und Kritiker Catulle Mendes hat übrigens durch die geschickte Tramatisierung der Geschichte der Louise de La Balliere, die, nachdem sie Ludwig XIV. verlassen hatte,Karmeliterin" wurde, wesentlich zum Erfolge bei­getragen. Er hat die Geschichte der Musik zuliebe von allen historischen Einzelheiten befreit. Ludwig XIV. wird ein fad) König genannt, Bossuet Bischof, und die Tarnen tragen bloß ihre Eigennamen. Ter erste All stellt in amüsanter Weise die Probe zu einem Singspiel bar, worin der König die erste Rolle har und ihm die La Balliere als Diana entgegentritt. Tas eben an den Hof gekommene- Mädchen schwärmt für den König und dieser belauscht sie insgeheim und erwidert fofort chre Neigung, die mitten

im Theaterspiel ihren Ausdruck findet, da der König voll-, ständig aus der Nolle fällt. Im zweiten Akt wird Louise (so heißt die La Balliöre im Stück) umsonst vom Bischof gewarnt. In einem leidenschaftlichen Tuett ergiebt sie sich dem König, während die eifersüchtige Athänals (Montespan) eine schwarze Messe bestellt, um den König für sich au ge­winnen. Im dritten Att hat sich der König der AthsnaiS rugewandl, und Louise will ins Kloster gehen, aber der Bischof findet sie nicht würdig genug. Sie demütigt sich nun so sehr, daß sie ihrer glücklichen Nebenbuhlerin als Zofe dient, und dafür wird sie im vierten Akt feierlich als Nonne eingelleidet. Am Schlüsse verzeiht ihr sogar die Königin und beneidet ihr Los. Ter erste und der letzte Akt sind dem Komponisten am besten gelungen. Ter erste ist fast ganz im Stile des 17. Jahrhunderts gehalten, und im letzten herrscht die religiöse Musik von klassischem Ge­präge vor. TieKarmeliterin" ist auf alle Fälle eine große Verheißung für Die Zukunft. Emma Calve, für welche die Titelrolle gesd>rieben ist, hat einen großen Triumvh erlebt und darf die Karmeltterin als ihre beste Partie neben die Carmen stellen.

Eine Bahn auf den M o n t Blanc. Ter Ruhm der sd)weizerischen Jungfraubahn läßt den französischen Ingenieuren keine Ruhe, und sie wollen jetzt dem Mont Blanc mtt einem Schienenstrang zu Leibe gehen. Wie aus Bern telegraphiert wird, bezeichnen §err Ballot, der Direktor des Observatoriums auf Dem Mont Blanc, und zwei Professoren Deperret aus Lyon in einem Gutachten den Bau einer elektrischen Bahn auf die Spitze des Mont Blanc als ausführbar. Die Bahn würde beim savoyscheu Dorfe Houches beginnen und 17y2 Kilometer lang sein. Das Projekt wurde dem französischen Minister des Innern zur Genehmigung unterbreitet.

N a ch Der Flotte des Lerxes. Deren Schiffe feit 2300 Jahren auf Dem Meeresboden liegen, sollen laut einer Nachricht von Athen jetzt Nachforschungen angestellt werden. Die Veranlassung dazu bietet die Erfindung eineä neuen Instruments von eigenartiger Wirkung, das Den Namen Hydroskop erhalten hat. Schon seit zwei Jabren hat dieser Apparat zur Entdeckung altertümlicher Schatze auf Dem Meeresboden wunderbare Dienste geleistet. Man will ihn ferner dazu benutzen, um das von pompejus zur Entführung Der in Athen geraubten Kunstschätze gecharterte Schiss aufzuspüren. Tie^ Fahrzeug editr vor etwa 195H Jahren im griechischen Jnselmeer Schiffbruch.