Ausgabe 
27.11.1902 Zweites Blatt
 
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Lande bleiben; allmählich nrirb auch der Bedarf der übrigen Länder der Erde im Betrage von 40 Millionen Mk. durch künstlichen Indigo gedeckt werden und diese 40 Millionen Mk. werden in der Hauptsache nach Deutschland hereinkom- men. In den heißen Ländern, vor allem in Indien, werden die wertvollen Gelände der Jndiqopflanzungen für den An­bau von Nahrungsmitteln, für Reis, Weizen und Thee frei und die Thatkraft der englischen Kolonisten wird sich mit den veränderten Verhältnisien schon abzufinden wisien, gerade so gut ohne bleibenden Schaden, wie sich vor 30 Jahren Süd- Frankreich mit der Vernichtung des KrappbaueS durch die Alizarinfabriken abgefunden hat. Um welche Flächen eS sich hierbei handelt, ersieht man daraus, daß allein die jetzige Anlage der Badischen Anilin- und Sodafabrik eine Menge Indigo in den Handel bringt, welche dem JahreSertrag von 120 000 Hektaren Jndigopflanzungen entspricht, und doch ist dies vorerst nur wenig über die Hälfte deS Bedarfes de§ Deutschen Reiches. Wie bei allen großen technischen Er­rungenschaften handelt eS sich auch bei der Synthese des Indigos nicht um einen einzigen glücklichen Erfindungs­gedanken. Vielmehr ist der Erfolg erzielt durch 30jährige wisienschaftlich-chemische Untersuchungen, durch 20jährige Arbeit im Fabriklaboratorium, durch systematische Ausnutzung aller wissenschaftlichen und technischen Hilfsmittel, durch fort­währende engste Wechselbeziehungen zwischen wisienschaftlcher und technischer Chemie.

Verkehrs-Verein. Wegen des zu bildenden Vereins zur Hebung des Fremden-Verkehrs für unsere Stadt, wird die vom Vorstand des Gastwirte-VereinS einberufene öffentliche Versammlung in der kommenden Woche stattfinden.

* Eissport. Der Eisverein hat heute bereite die Eis­bahn wieder geöffnet.

Die Erneuerung der Lose zu der am 5. und 6. Dezember stattfindenden Ziehung der 2. Klasse der Hessisch-Thür. Staatslotterie muß vor dem 29. November geschehen.

et Groß-Felda, 24. Nov. Der OrtSgewerbe- oerein Groß-Felda veranstaltete eine Versammlung am 23. November in Stumpertenrod. Durch vorherige öffentliche Bekanntmachung und Einladung waren die Bewohner von Stumpertenrod, sowie Handwerker von Windhausen, Köddingen, Helpershain, Ober- und Unter-Seibertenrod in stattlicher Anzahl erschienen. Ungefähr 40 Mitglieder des veranstaltenden Vereins, besonders von Groß-Felda, Kestrich und Windhausen, beteiligten sich an der Versammlung. Der Vorsitzende deS Vereins legte den Zweck der Versammlung, nämlich: Zu­sammenschluß der Handwerker des Bezirks durch den Gewerbe­verein und Jntereffengemeinschaft der Landwirte und Hand­werker, klar. Der Leiter der Handwerkerschule zu Groß-Felda, Architekt Kockerbeck von Gießen, hielt einen trefflichen Vortrag über die Entstehung der Landwirtschaft und der Gewerbe und deren Beziehungen zu einander.

Darmstadt, 26. Nov. Wie die Blätter auS bester Quelle erfahren, ist die in gestriger Thronrede enthaltene Ankündigung der Wiedereinbringung der Regierungsvorlage, das direkte Wahlrecht betr., auf die p ersönlich e Jni- liative Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS zurück­zuführen.

Eisenbchn-Zcitung.

Londorf, 24. Nov. Ter schwierigste Teil der B a h n str e ck e '»ondorf-Lollar, die am 1. Ium d. I. eröffnet rourbe, liegt zwischen hier und Allenbock a. Lumda. Hier war em Tamm von utwa sieben Meter erforderlich, der schoneennnal vor Eröffnung der '.Sahn zufammengerutscht war. Jetzt hat sich die Brücke über die türeisstraße von hier nach Allenborf gesenkt und bedenkliche 'Me erhalten, iroßdem man erst vor einigen Wochen zwei stacke Gteinstützen angebaut hatte. Ter Boden besteht hier nämlich aus L°ett, der bekanntlich stets nachgiebt. Man war nun genötigt, die Uunbamente der Brücke diirch Anlagenmg von Betonmaffen mit bedeutenden Kosten zu befestigen. Um Erschütterungen zu ver­kleiden, muffen die Züge möglichst langsain über die Brücke laufen.

Frankfurt a. M., 26. Nov. Im Sihungssaale des hiesigen Kauptbahnhofes sand heute eine Sitzung des Bezirks-Eisen- »a h n r a t e s Frankfurt a. 'tatL Ans Antrag des Geheimen Negierungsrates Federath (£. rg) wurde ein Antrag, die Aus- uahmetari'e für Manilahanf auf Hans aus den deutschen U o l o n i e e n auszudehnen, für dringlich erklärt und angenommen. Ketreffs des Personenveckehrs aus der Strecke AlsfeldFulda

Kunst und Miffcnschast.

Gerhart Hauptmann ist eben dabei, den Stoff des Meyer- »eer'schenProphet* zu einem Drama zu gestalten. Einem Interviewer derZeit" teilte Hauptmann mit, erarbeite an einem ba§ Auftreten der Wiedertäufer in Münster im 16. Jahrhundert 'behandelnden Stücke:Die Wiedertäufer". Die Hauptgestalt -bi Johann von Leiden. Schon seien mehrere Akte fertig, fünf werben es im Ganzen. Hauptmann schreibt bas neue Stück in Knittelversen. Sein neuer Roman sei eine Uebetragnng bes 'L h r i st n s - Motivs in bie moberne Zeit, spielt in nieberen Volks- 'Siebten unb schilbert einen jungen Mann, der ähnliche Schicksale 'ivie Christus erlebt, immer höher steigt, bis er tragisch endet, dauptmann arbeitet schon sieben Jahre an dem Roman und glaubt, baß er in etwa drei Jahren wird veröffentlicht werden können. Er will die ganze Entwickelung, die der christliche Glaube durch- »cemacht darin schildern, so daß der Gegensatz zwischen wahrem -md falschem Christentum offenbar wird. - In Schreiber hau *in Volksschauspielhaus zu errichten, war einer seiner «ieblingspläne, aber er werde ihn wohl niemals ausfuhren. Tie «Gründung hätte nur dann einen Zweck, wenn er sie selbst leiten Konnte, er fürchtet aber, daß sie ihn zu sehr m Anspruch nehmen würde.

Vermischtes.

* 22 000 Heiratsanträge. Aus Petersburg wird berichtet: Paul du Chaillu, der bisherige Afrikaforscher, ist jetzt nach Petersburg gekornmenn, um russisches Leben zu studieren. Er beabsichtigt, einige Jahre im Lande zu bleiben und feine Erfahrungen später in einem Buche niederzulegen. Ter Zar gewährte ihm eine Audienz und itahm fünfzehn Bande seiner verschiedenen Reisewerke ent­gegen. M. du Chaillu hielt kürzlich auch in dem Saal der britisch-amerikanischen Kirche vor einem Publikum, das aus Mitgliedern der Petersburger englischen Kolonie bestand, einen Vortrag und erzählte unter anderem, daß er wäh­rend feines Aufenthaltes in Westafrika etwa 22000 Heiratsanträge erhalten habe. An einem einzigen Tage bot ihm ein schwarzer König 753 Bräute an. kr zog sich aus der Verlegenheit, indem er dem König sagte, wenn er eine nähme, würden die übrigen 752 doch eifersüchtig sein. Ter König stimmte ihm sofort bei und forderte ihn also auf, alle zu heiraten . . .

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von

zugelassen.

Märkte.

Tuberkulose der Lungen

Tubeckulose anderer

hatten Dr. Denmger (Mainz), Ingenieur Schiele (Gießen) und RegierungSrat Noack(Darmsiabt) beantragt, bie Eisenbahnbirektion Frankfurt zu ersuchen, bie Persouenwagen des im Sommer um 7.57 vormittags in Alsfelb von Gießen ein- treffenben Güterzuges bis Lauterbach zur Der- fonenbeförderung weiter lausen zu lassen. Dieser Anregung soll entsprochen werben. Stabtältester Schmidt (Nord- Hansen) beantragt, bie Eisenbahnbirektion zu Kassel um Wieber- einführung unb fernere Beibehaltung bet Schnellzuge 49 imb 50 zwischen Berlin unb Kassel zu ersuchen. Dieser Antrag rourbe ein­stimmig befürwortet, da die Züge sehr stacke Fregnenz hatten und ein Schnellzug mit 8. Klasse aus der betreffenden Strecke fehlt. Geh. Reg.-Rat Dr. Federath-Olsberg unb Fabrikbesitzer Friedt, v. Schenk- AmSberg beantragen, bie Eisenbahnbirektion Kassel zu ersuchen, ein weiteres Tages-Schnellzugsoaat KölnBerlin über die obere Ruhrthalbahn einzurichten. Vor der Vecktaatlichung wurden diese den Verkehr zwischen London und Petersburg vermittelnden schnellsten Züge nach Berlin gefahren, aber nach der Verstaat­lichung plötzlich eingezogeu, unb seitdem entbehren die Anwohner der oberen Ruhrthalbahn eine direkte Zugverbindung nach Berlin. Ter Antrag rourbe einstimmig befürroortet.

Schiffsnachrichten.

Red Star ßinie* Antroerven.

Der PostdampferRroonlanb" derRed Star ßmte* in Ant­werpen ist laut Telegramm am 24. November wohlbehalten in New-Pock angekommen.

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.

Israelitische Neligiansqemeinde.

Samstag, den 29. November 1902.

Vorabend 4.80 Uhr. Morgens 9 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. Schtiftetklätuug.

Sabbathausgang 5.15 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Veligionsyefelllchast.

Sabbathfeier am 2 9. November 190 2.

Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.

Predigt.

Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.15 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 7 Uhr, abends 4.00 Uhr.

Wöchentliche Ukdkißcht dtt Todesfälle mderZtadtGieße».

46. Woche. Vom 9. bis 15. November 1902.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (infl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 22,09, nach Abzug von 6 Ortsfremden: 10,047oo.

Familien Nachrichten.

Geboren: Dem Major Wolf von Wurmb in Mainz ein Sohn.

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vie der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

L Lebensjahr: 2.15. Jahr

Neueste Meldungen,

vriginaldrahtmeldungen deS Gießener Anzeiger.

Kiel, 27. Nov. Hier verlautet, daß die Kreuzer Niobe, Ariadne und Amazone kriegsmäßig aus­gerüstet werden, um uachlDeuezuela zu dampfen.

r. Gießen, 27. Nov. (Viehmarktbeticht). Auf dem gestrigen Ochsenmackt waren 100 Stück Vieh meistens Jungvieh aufgetrieben. Der Handel war überaus flau, weil es an Reflek­tanten fehlte. Die Handlet auS der Provinz begehrten besonders schwere Ochsen, die nicht am Mackt waren, kauften jedoch bessere Mittelware, die mit 750800 Mark weggingen. Leichtere Paare wurden zu 650700 Mack veckaust, doch blieb der Ochsenmackt überftänbig. Der Austrieb an Schweinen betrug 1000 Stück, worunter auffallend wenig Ferkel waren. Das Geschäft auf dem Schweinemackt war anfänglich sehr schlecht, da es an Käufern fehlte und die wenigen Landleute sich im Kauf zurückhaltend ver­hielten, schon in Rücksicht auf die drohende Knappheit in Kartoffeln, bte infolge bes Faulens bieser Frucht allgemein bestirchtet wirb. Erst gegen bas Enbe bes Marktes, nachbem bie Verkäufer bie Tiere billiger anboten, kam ein lebhafter Hanbel zustanbe, bet aber nicht erreichte, baß bet Mackt geräumt rourbe. Es rourben veckaust 35 Wochen alte Ferkel 2636 Mack, bis 10 Wochen alte 40 dis 50 Mack, bis 14 Wochen alte Tiere 5570 Mack. Lauset kosteten 75100 Mack, schwerere Tiere dis 140 Mark. (Die Schweine- vreise sinb per Paar angegeben). Nächste Markttage und zwar die letzten in diesem Jahr am 9. unb 10. Dezember (Weihnachtsmarkt).

Limburg a. d. 8., 26. Novbr. Frachtmarkt. Durch­schnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.40 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk^ alteS Korn 00.00 Mk., neues Korn 10.60 Mack, Gerste 8.73 Mk., alter Hafer 7.01 Mk^ neuer 0.00 9JIL, Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

Kandel und Nerlrehr. Volkswirtschaft.

Berlin, 26. Nov. Ter -Reichsanzeigeck melbet: In bet heu­tigen Sitzung bes Zentralausschtlsses ber Reichsbank be­merkte bet Porsitzenbe, Reichsdankpräsibent Dr. Koch, baß seit ber Diskonterhöhung vom 4. Oktober bie Lage bet Reichsbank sich wesentlich gebessert habe, insbesonbere sei bie Anlage um Mk. 332 Millionen gefallen. Gegenwärtig fei biete Mk. 37 Millionen kleiner als 1901, Mk. 68 Millionen kleiner als 1899, aber Mk. 72 Millionen größer als 1900. Tie Wechsel allein seien gegen 1901 um Mk. 55, gegen 1900 um Mk. 27, gegen 1899 um Mk. 160 Millionen geringer. Einen erheblichen Posten ber Anlage btlbeten bie biskontierten Schatzanweisungen bes Reichs. Ter Metallvorrat stehe zwar hinter 1901 um Mk. 38 Mill, zuckick, betrage aber Mk. 84 dezw. 161 Mill, mehr als 1900 bezw. 1899. Der Golbbestanb sei, abgesehen von 1901, nur 1894 stärker gewesen. Tie fremben Gelber seien mit Mk. 546 Mill, um Mk. 113 Mill, geringer als im Vorjahre, nament­lich bie öffentlichen Guthaben. Der Privatbiskont am offenen Mackt sei roieber auf 3 */e pCt. gefallen. Die Golbbewegungen nach unb vorn Auslanbe seien geringfügig, bie fremben Wechselkurse nicht besorgniserregenb. Zu einer Diskontveränberung liege keine Ver­anlassung vor. Der Zentralausschuß hatte hiergegen nichts zu er­innern unb genehmigte fobann bie Auszahlung ber Abschlagsbivi- bettbe ber Reichsbankanteile von 1/< pCt. für bas laufenbe Jahr ab 15. Dezember unb stimmte ben Vorschlägen bes Bankjustitiarius in Dresben wegen ber Auswahl von Mitgliebern bes bei ber künf­tigen Reichsbank-Hauptstelle baselbst zu bilbenben Bezirksausschusses durch den Reichskar^ler xu. Sodann werden noch einige Gattungen Obligationen zur Beleihung im Lornbardoerkehr ber Reichsbank

Organe

2(2)

1(D

KD

DipbtheritiS

1<1)

KD

Krebs

KD

1(1)

Altersschwäche

1

1

Lebensfchwache

2(2)

2(2)

Nierenentzünbung

1

'

1

unbet. Ursachen

1

1

Summa:

11 (6)

6 (2)

8(2)

3 (2)

Straßburg, 27. Nov. Die Handelskammern M Colmar, Mülhausen und Straßburg richteten an die elsaß- lothringischen Reichstags-Abgeordneten die dringende f&itte, im Interesse der Haltung einer der wichtigsten Industrie­zweige des Landes mit allen Mitteln dahin wirken zn! wollen, daß der deutsche Reichstag den in der RegierunaS- Vorlage vorgesehenen Zollsätzen auf Baumwolle g a r n e und Baumwollgewebe seine Zustimmung er­teile. Die Bedeutung dieser Frage für Elsaß-Lothrrngen ergebe sich aus der Thatsache, daß die Baumwoll-Industrie des Landes in der Spinnerei und Weberei allein rundi 35 000 einschließlich der zahlreichen Hilfs-Industrie wohl annähernd 50 000 Arbeiter beschäftigt und somit eine Ge­samt-Arbeiter-Bevölkerung von 100 000 bis 150 000 Per­sonen ernährt.

London, 27. Nov. General Botha ist soweit wieder- hergeftellt, daß er im Laufe dieser Woche auf das Land übersiedeln wird.

Rom, 27. Nov. Tie katholischen Vereinigungen beab­sichtigen, dem Papste beim Lateran einen Ehren-Obe- l i s ke n zu errichten, an welchem auf drei Broncetafeln seine drei Enchkliken über die christliche Temokratie angebracht werden sollen. Tie Enthüllung ist für den 15. Mai nächsten Jahres geplant.

Rom, 27. Nov. Die Heeresleitung beabsichtigt die Schaffung von vier Regimentern Garde, deren ständiger Garnisonort Rom sein soll.

Rom, 27. Nov. TasGiornale d'Jtalia" veröffent­licht eine Unterredung seines Londoner Kvrrespondenten mit einem hervorragenden englischen Staatsmann über die marokkanische Frage. Ter Staatsmann sprach die Ansicht aus, daß Spanien keine Festsetzung einer euro­päischen Macht an der Küste von Marokko dulden werde. Frankreich strebe vermutlich nach dem Besitz von Tanger, England aber würde die Besetzung Tangers als Casus belli betrachten. Deutschlands Inter­essen würden es vermutlich an die Seite Englands führen. Italiens Abkommen mit Frankreich werde sich mir auf die Vergrößerung von Algier beziehen.

Zürich, 27. Nov. Heute wird Delarey mit Familie erwartet, um die von dem schweizerischen Burenkomitee gesammelten Gelder, etwa 150000 Franks, in Empfang zu nehmen.

New York, 27. Nov. Einem Telegramm aus King- stone zufolge hat ein neuer Ausbruch des Souff­ri e r e stattgefunden. Georgetown mußte geräumt werden

Telephonischer Kursbericht«

Frank fort a. 31., 27. November 1902.

8*/a% Reicheanleihe . . 101.95 30/g do. ... 91.20 3i/,°/o Konsola .... 101.80 30 / do......91.20

31/e°/n Hessen .... 100.00 3 % Oberhessen . . . 99 80 4% Oesterr. Goldrente . . 103.10 4'/,-6 Oesterr. Silberrente 101.30 4% Uncar. Goldrente . . 101.00 40/ Italien. Rente . . . 103.10 4V, % Portugiesen . . . 48.40 3°/ Portugiesen. .... 30.00 1% C. Türken .... Türkenlose......121.20

4% Grieoh. Monopol -Anl. 43.85 4XI1% äussere Argentiner.

8°/o Mexikaner ...» 23.70 41/e"/- Chinesen .... 90.55 Electric. SoV ackert ... 78.00 Nordd Lloyd . . . . 95.30

Kreditaktien .... 209.75 Diskonto-Kommandit. . . 186.90 Darmstädter Bank . . . 136.50 Dresdener Bank .... 142.20 Ber'iner Handelsges. . . 155 30 Oesterr Staatsbahn . . . 147.90 Lombarden ..... 17.70 Gottharibahn.....180.00

Lanrahütte ...... 199.50 Bochum ....... 165.10 Harpener......165.90

Tendenz: ziemlich fest.

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Bekanntmachung betr.: Vergebung des Brautlegats der Herz-Baruch-Stistung.

Die dreijährigen Zinsen rubr. Stiftung im Betrage von ca. Mk. 250 kommen Ende ds. Jahres zur Vergebung. Bedücktige jü­dische Waisenmädchen des Groß­herzogtums Hessen, roelche verlobt sind und demnächst heiraten, wollen sich, falls sie Anspruch darauf erheben, unter Vorlage ihrer Papiere bis zum 20. De­zember an den mitunterzeichneten Landjudenschaftsvorsteher Hanau wenden. 8242

Gießen, den 25. Nov. 1902.

Die Stiftungsverwaltung:

Der Provinzialrabbiner Dr. Sander.

Der Landjudenschaftsvorsteher E. Hanau.

Bekanntmachung.

Freitag, den 5. Dezbr. d. I. vormittags 10 Uhr wird ein ber Gemeinde Wieseck gehöriger fetter Bulle auf dem Faselhofe baselbst meist­bietend versteigert.

Ferner wirb als Ersatz für diesen Bullen ein junger, fprungfähiger Bulle, Sim- menthaler Raffe, zu kaufen gesucht. 8218

Diesbezügliche Angebote wolle man alsbald an bie unterzeichnete Bürgermeisterei richten.

Wieseck, 24. Novbr. 1902. Gr. Bürgermeisterei Wieseck.

Sommerlab.

Kclhlvcrband Gießen-Lahr.

Wohlthätigkeits-Berein. 8262

Laut Beschluß vom 26. b. Mts. soll ein Teil ber Ueberschüsse an hiesige arme bebürftige Leute in barem Gelbe verteilt werben unb können Melbungen, nur schriftlich, beim ersten Vorsitzenben, Herrn I. Weisel, Sonnenstraße 6, bis zum 30. b. Mts. ein­gereicht werben. Der Borstand.

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