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Nr. 279
Erscheint täglich auBti Sonntag«.
Dem «Siebenei Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt bie Siehener Familien, blätter viermal In der Woche betgelegt.
ftotanonebrud u. Verlag der v r ü h l'schen Unioers.-Bach- u.Slem- b ruderet lPietich (irben) Rebaflton, (ijrpebutoti und Druderel:
Schulstratze T« iUbteil« tüx Depeschenr
Anzeiger Gtetzeu. |^frnlprrd)an1dilii6'J?r 51.
Erstes Blatt.
152. Jahrgang
Donnerstag 27. November 1902
MtzenerAnzeiger
’u' General-Anzeiger ö "**
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Ae»n gSpret-r monatlich 75 Pi^ otertef* tfibrhd) Mk. 2.20; durch Abhole- u. ^roetgflellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Dik. 2.— otertel» iährl. auejcbl BesteUg. Annahme oon Anzeigen für die lagesnummes bi« vormittags 10 Uhr, ZetlenpretS. lokal I2Pf, auswärt« 20 Psg.
Verontrvoktlich: für den polil. m. öligem. Yeti; P. Witiko: für »Stadt und Vanb* und ,®ertd)t«|oale; Curt Plato; für den An» ietqentetl; Han« Beck.
Der neue hessische Landtag.
ES klingt einigermaßen paradox, aber es ist eine That- stache: Die zweite Kammer hat sich vertagt, bevor sie über» Blaupt eröffnet war! Wie das? Nun, am Montag sind die Leiden Häuser deS hessischen Landtags zu ihrer Konstituierung »usammengetreten. Die zweite Kammer hat an diesem Tage Ir Präsidium gewählt und am Dienstag ihre Ausschüsse. Dann hat sie sich am Dienstag nachmittag y,2 Uhr auf ckwa eine Woche vertagt und Dienstag nachmittag nach i/,3 Ulhr sind im Residenzschloß beide Häuser deS Landtags in sckerlicher Weise mit einer Thronrede eröffnet worden. Man mag hiergegen einwenden, daS sei nur noch als eine formelle (Eröffnung zu bezeichnen — die Vertagung der Kammer ixor dieser Eröffnung bleibt als Thatsache bestehen. Die eiste Kammer hat dagegen auch formell korrekt gehandelt, mdem sie noch am Mittwoch vormittag eine Sitzung anbe- Mumte und sich dann vertagte.
Wir wären auf diese Ironie deS Schicksals heute nicht bctfonberS zurückgekommen, wenn nicht die neue Kammer- mehrheit gleich in der ersten Sitzung eine lehrreiche Probe bcaoon gegeben hätte, in welcher Weise die Herren in Zu- ffanft Politik zu treiben gedenken. Die beiden Schriftführer im früheren Landtag waren der antisemitische Abg. Sch mal- ch und der nationallib. Abg. Brauer. Die Karnrnermehr» ttzkit hat nun bei der Wahl deS Präsidiums sämtliche bisherige Abgeordnete in ihren alten Aemtern wiedergewählt, luur den Abg. Brauer nicht; an feiner Stelle wurde mit 84 gegen 12 Stimmen Herr Ulrich-Offenbach gewählt, der u ufern Lesern ja zur Genüge bekannt ist.
Also die große Mehrheit der bürgerlichen Abgeordneten wählte einen Sozialdemokraten in b aS Ka mmerpräsidium! Und warum? War eS etwa ein usuelles Recht der fünf hessischen Sozialdemokraten, einen Litz im Präsidium zu beanspruchen? Man kann zugeben, d-oß die Nationalliberalen ja immer noch durch zwei sich zu ihrer Partei zählende Abgeordnete darin vertreten sind, und bcibalb ruhig den dritten Platz einer anderen Parteirichtung üHerlassen konnten. Ganz recht, aber weshalb besetzte man n cht den Schriftführerposten mit einem Mitglied der Freist nnigen, denen ja doch bei der jüngsten Wahl auch de facto beri nationallib. Mandate in den Schoß gefallen sind? Weshalb mußte der neue Mann gerade ein Sozialdemokrat fein?
Man erzählt sich in parlamentarischen Kreisen, daß Herr Mrich vor seiner Wahl zum Schriftführer vor die Frage ge» stt illt worden sei: „Unterziehen Sie sich, wenn wir Sie zum Schriftführer wählen, auch allen Anforderungen resp. Ffsrmalitäten des BureauS?" Ter Gefragte habe geantwortet: „Ich werde meine Pflicht erfüllen!" Darauf die Bemerkung: „Ja, diese Antwort genügt nicht, geben Sie eine bestimmte Antwort." Die Rückäußerung: „Ich werde »mein e Pflicht thun!" Damit begnügte sich die Mehrzahl bar Abgeordneten und entschloß sich zur Wahl deS Herrn Ullrich.
ES kann keinem Zweifel unterliegen, daß zu den Pflichten
eines Schriftführers der Kammer auch die RepräfentationS- pflichten gehören. Wie der neue Schriftführer über diese denkt, hat er uns gleich zu Beginn der Tagung deutlich offenbart. Als der Kammerpräsident am Geburtstage des GroßherzogS an diesen schönen Festtag erinnerte und Sr. Kgl. Hoheit die besten Glückwünsche der Volksvertretung auch für die weite Reise außsprach, blieb der Platz des 2. Schriftführers leer und bei der offiziellen Landtagseröffnung im Residenzschtoffe war der neue Schriftführer wieder nicht zugegen. So erfüllt Herr Ulrich seine Pflicht! Es ist ja der Welt höchst gleichgiltig, wie der Sozialdemokrat Ulrich denkt und handelt, aber es ist für das hessische Volk in seiner erdrückenden Mehrheit nicht gleichgiltig, in welcher Weise daS Präsidium seiner berufenen Vertretung in feiner Gesamtheit handelt. DaS Oberste ist der Respekt vor jedem ehrenvollen Amte. Hält sich jemand auf Grund seiner politischen Richtung nicht in der Weise im Stande, wie eS die bei weitem überwiegende Volksmehrheit für paffend erachtet, so ist es takt- und geschmackvoller und vollends würdiger, auf ein solche? Amt zu verzichten. Für noch korrekter und den Gefühlen der Wählerschaft entsprechender aber hätten wir eS gehalten, wenn die Kammermehrheit den Betreffenden vor den jetzigen und zukünftigen Schwierigkeiten überhaupt bewahrt und an seine Stelle einen Mann berufen hätte, der stolz darauf ist, ein loyaler, national gesinnter Bürger zu sein.
Aas cLeichenöegängnls Krupps.
Essen, 26. Nov.
Die Beisetzung Kirnpps farrb unter Beteiligung der ganzen Bevölkerung der Stadt Essen und der Spitzen der Behörden in feierlicher Weise statt. Der Sarg Krupps war im Erdgeschoß des Stammhauses der Familie Krupp aufgebahrt. Von Ministern waren anwesend: v. Goßler, v. Rheinbaben, Möller, Budde und v. Tirpih, ferner Vertreter der städtischen Behörden, Vertreter großindustrieller Werke aus ganz Deutschland, die Oberbürgermeister von Essen und der umliegenden Städte.
Der Kaiser traf kurz vor 10 Uhr am Stammhause der Familie Krupp ein. Unter den Familienmitgliedern befanden sich der Inhaber der Berndorfer Metallwarenfabrik, Arthur Krupp, und die Brüder der Frau Krupp. Superintendent Mngemann sprach ein Gebet. Alsdann setzte sich unter den Klängen von Chorälen und Trauermarschen der Leichenzug in Bewegung. Auf die Kruppsche Feuerwehr, die den Zug eröffnete, folgten viele Hundert Kränze und Blumenarrangements, die von je zwei Angehörigen des Werkes getragen wurden. Tann folgten die Beamten der Verwaltung Hügel. Unmittelbar vor dem Leichenwagen wurden die Orden des Verstorbenen und der vom Kaiser gewidmete, aus Veilchen, Orchideen und Palmenzweigen zusammengesetzte Kranz getragen. Der prachtvolle Kranz, den die Marine geschickt hatte, bestand aus Lorbeer und Prygantänen mit großem Palmwedel. Hinter dem Leichenwagen schritt der Kaiser zwischen Arthur Krupp und General v. Vissing. Es folgten die anderen Mitglieder der Familie Krupp, Vertreter der Fürstlichkeiten, die Minister, Generale,
das Direktorium, viele frühere Mitglieder desselben, darunter Geh. Finanzrat Jencke, und die übrigen Leidtragenden. Ter Zug bewegte sich durch ein Spalier, das 24 000 Essener Arbeiter des Kruppschen Werkes, sowie die Kriegerund andere Vereine, die Schulen und em Bataillon des! Infanterieregiments Rr. 159 bildeten.
In sämtlichen Straßen waren reiche Trauerdekorationen angebracht, von den Häusern wehten Flaggen halbmast, die schwarzumflorten Laternen brannten. Eine ungeheure Menschenmenge hielt die Trauerstraße besetzt. Mif dem Privat- friedhofe der Familie Krupp war das Grab des Vaters des Verewigten, Alfred Krupp, reich mit Kränzen geschmückt. Zu Häupten des offenen Grabes war ein Arrangement von Lorbeerbäumen und Palmen auf geb aut Tie Kruppsche Feuerwehr nahm zur Seite desselben Aufstellung. Deu Kaiser und die Herren des Gefolges, sowie die nächsten Leidtragenden standen zu Häupten der Gruft. Unter den Gefangen von Gesangvereinen der Arbeiter wurde der Sarg in die Gruft gesenkt, während der Kaiser salutierte.
Msdann hielt Superintendent Klingemann die Gedächtnisrede, in der er die Verdienste und die christliche Gesinnung des Entschlafenen hervorhob. Bei ihm sei das Erbteil eines guten Namens in guten Händen gewesen, darum sei es allen unerträglich gewesen, daß dieser Name von Bosheit und Lüge angetastet werden fornite. Friedrich Alfred Krupp sei ein guter Mensch gewesen, von seltener Lauterkeit des Gemüts, schlichten und liebreichen Herzens, von sittlich feinem Empfinden. Seinen Hinterbliebenen und Mitarbeitern war er ein treuer Freund, gütig gegen jedermann, hilfsbereit gegen Vaterstadt und Vaterland, eilt für alle gut und edel empfindender Bürger. Wohlthuend hätten alle den hochherzigen Entschluß des Kaisers empfunden, der Beisetzung beizuwohnen, denn in wahrhaft christlicher Gesinnung sei Friedrich Alfred Krupp aus dem Leben geschieden. Nach dem Gruß an seine Lieben seien seine letzten Worte gewesen: „Ich scheide ohne Groll und ohne Bitterkeit; ich scheide in Frieden mit allen Menschen, auch mit denen, die mir das Schlimmste angethan."
Hierauf sprach der Vorsitzende der Gußstahlsabrik, Landrat a. D. R o e 11 g e r. Er hob die Bedeutung und die mannigfachen Gaben des Verstorbenen hervor, der in der Oeffentlichkeit lange nicht so allgemein gewürdigt worden fei, als er es verdient habe. Insbesondere hätte Krupp es verstanden, fernen Mitarbeitern, die er sich ausersehen, freien Willen zur Entwickelung ihrer individuellen Selb- ständigkeit.zu lassen. Die einzig dastehenden Wohl- fahrtseinrichtungen seien bis ins kleinste auf seine eigene Mitarbeit ^urückzuführen. Im Namen aller Kruppschen Werkangehörigen dankte Redner dem Kaiser für die durch fein Erscheinen dem Verstorbenen gebrachte Ehrung und schloß damit, daß es eine Schande für Deutschland sei, daß Deutsche sich hätten finden können, die die gemeinen Erfindungen von Ausländern weitergetragen hätten.
Mit Gesang schloß die Feier. Der Kaiser zog der Superintendenten Klingemann ins Gespräch und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die von Krupp geschaffenen Wohlfahrtseinrichtungen bestehen blieben. Hierauf fuhr der Kaiser mit Husaren-Eskorte zum Hauptbahnhof, von einer
WeihnachLs -^tltteratur.
Ernst von Wildenbruch, von dem dieser Tage tm königlichen Schauspielhause zu Berlin eine fünfaktige T'mgövie „Röntg Saurin" zum ersten Male in Szene gQiitg, ist soeben auch eine neue Erzählung erschienen, rce - Mama" (Grotesche Verlagsbuchhandlunb, Berlin). Em Trama ist auch diese Erzählung, das Trauer,piel eines 8 ndes. Wildenbruch, der Lichter der Leidenschaft, der Tra- miitifer, der die wuchtigsten Konflikte, die stürmischsten KLigensätze auf die Bühne bringt, Wildenbruch, oer in seinen Dramen die heißblüttgsten Helden aufeinanderplatzen läßt, Wldenbruch, der Dichter der überschäumenden Kraft und her hochausliodernden Begeisterung, ist zugleich der beste ftonner der Kinderseele. In das Kadettenhaus zu Pots- ion führ*t uns die Geschichte, die uns im ersten Teil mit Mi verschieden gearteten Knaben bekannt macht, mit der ^nderlichen Geschichte ihrer Freundschaft, mit ihrer Luft irrb ihrem Leid. Eine echte Tichterseele, die sich so innig ui das Gemüt eines Kindes versenken und die kleinen harzensangelegenheiten eines Knaben so wichttg nehmen hnn, die bei einer Kinderbalgerei, bei einer Pstaumenmus- »emmel, bei den Leiden und Freuden einer Rechenstunde jo. liebevoll verweilen kann. Und nun sehen wir ein er- iMtterndes Menschenschicksal aufs Innigste mit der Kinder- M)ichte sich verflechten. Ein Herzensschicksal eigentlich ire äußeren Ereignisse, die mannigfachen Phasen der eigentlichen Handlung, liegen weit zurück. Wir haben es da !ii;entlich nur mit einem Nachklang zu thun. Das sttlle, innerliche Nachspiel eines längst verklungenen Romans, der zeräuschvoll anfing und traurig endete, bildet den Inhalt
Erzählung. Ein glänzender Offizier von ungewöhnlichen Gaben und ungewöhnlichen Aussichten hat dereinst )W stolze, herrliche Mädchen verlassen, das er liebte, und jait sich um Der reichen Mitgift willen einer ungeliebten jciu verbunden. Tie Verlassene heiratete ihrerseits einen ir wen, anständigen Offizier, der im Schatten seinen langsamen, freudlosen Weg geht. Tie Kinder der beiden, die einest geliebt und doch nicht gefunden hatten, schließen mKadettenhause innige Freundschaft. Tie dereinst schnöde 8e:classene wird die „Vice-Mama" vom Sohne dessen, der ie verraten, die Vice-Mama, an der der Knabe mit schwär- necischer Liebe hängt. Wie der diesen Bund stört, wie
das Kind darüber zu Grunde geht und wie die in Schmerz und Verzweiflung sich wiedersindcn, die sich dereinst in Jugendglanz getrennt, das erzählt Ernst von Wildenbruch mit seltener Gemütsinnigkeit und überzeugender Treue.
Noch ein neuer Rosegger. Wir erwähnten neulich, daß in L Staackmanns Verlag in Leipzig kürzlich ein neuer Roman von P. K. Rosegger erschien. „Weltgiftt", ein Buch, das sich mit seinen gesunden Urteilen über soziale Fragen den besten Werken dieses Dichters anreiht. In einem zweiten, in demselben Verlage erschienenen Buche ,„Waldf erien" wendet sich jetzt Rosegger an die Jugend. Tie frischen Erzählungen aus dem Leben des Volkes unterscheiden sich wohlthuend von der üblichen farblosen Jugend- Htteratur mit ihrer rührseligen Moral. Ein prächtiges Buch für die deutsche Jugend, künstlerisch von gleichem Werte wie die von leidenschaftlichen Kämpfen durchwehte Erzählung „Weltgift".
„F reundHei n", von EmilStrauß. Emil Sttauß gehört zu den wenigen echten Poeten, die man in diesem Jahre neu entdeckte. Ein echtes deutsches Erzählertalent, von dem man bisher nichts gewußt hat. lieber diese schöne Entdeckung hat man allen Grund, froh zu sein. Seinem Inhalte nach freilich ist das Sttaußische Buch nicht froh. Im Anfänge freilich wehen über die heitere Jugend von „Freund Hein" die Schatten nur wie Schatten fliegender Wolken hin. Bald weilen sie und düstem, daß es schier Nacht wird, — am Mangel des Verständnisses bei seinem Vater und seinen Lehrern, so gut sje's alle meinen mögen, am Mangel des Verständnisses für ihn und an seiner eigenen überfeinen Art geht Hein früh zu Grunde — wie der seltsame Held in der großen schwedischen Dichterin Selma Lagerlöff köstlichen Erzählung „Ingrid" (Verlag von Jos. Roth in Stuttgarts Doch greife man zu dem Buche selber, das bei S. Fischer in Berlin erschienen ist. Taß man reich wird, wenn man es kauft, dafür bürge ich.
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Warnecke, Hauptwerke der bildenden Kunst in geschichtlichem Zusammenhänge erläutert. Mit 440 Abbildungen tm Text und vier Farbentafeln. (Leipzig. E. A. Seemann. Preis 6 Mk.) Es ist keine kleine Aufgabe, die ganze Entwickelung der bildenden Kunst von den Aegytern bis auf unsere Tage auf den Raum von etwa 250 Seiten in ihren Hauptzügen zu schildern und dabei noch gelegent
lich Anleitung zum Betrachten zu geben, wie es der Verfasser hieo gethan hat. Ter lebendig und klar, ohne alle Phrase und doch nicht tvocken geschriebene Text ist mit mehreren Hunderten von Abbildungen durchsetzt, die den Umfang des Buches auf 450 Seiten anschwellen machen. Ueberall ist hier bei Bettachtung der Hauptstationen des Weges, den der Sttom der bildenden Kunst genommen hat, auf das Wichtigste und Kennzeichnendste eingegangen. Tie sichere Führung läßt auf die große Erfahrung in der Unterweisung schließen, auch in der neuesten Kunst sind die hervorragendsten Erscheimtngen sicher gewürdigt. In unserer Zeit der Sehnsucht nach ästhetischer Bildung wird ein solcher Kompaß wie der des kundigen Verfassers dieser Uebersicht dem Suchenden auf dem Meere der Erscheinungen Zeit irnb Weg weisen. Eine besondere Zugabe wertvoller Art find die vier sehr schönen Farbentafeln, die uns von einem größeren Sammelwerke aus demselben Verlage, das die „alten Meister" in prächttgen Reproduktionen uns nahe bringt, schon lieb und tiertraut sind. In Ansehung des Umfangs und reichen Bilderschmucks erscheint der Preis merkwürdig niedrig.
Deutsche in Rom. Studien und Skizzen aus elf Jahrhunderten von G. v. Graevenitz. Mit hundert Abbildungen, Romplänen und Stodtansichten. IX und 307 S. (Leipzig, E A Seemann. Preis geb. 9 MI.) — Ununterbrochen, seitdem Karl der Große zu ersten Malen die Alpen überschritten hatte, geht der Zug der Deutschen nach Italien, und Rom zu sehen, ist die bleibende Sehnsucht der Germanen. Ter Verfasser hat das interessante Thema der Romsahrten in zehn Kapiteln behandelt: Karl der Große, Otto der Tritte». Deutsche Gäste im 15. Jahrhundert, Die deutsche Nationalstiftung, Luther, Hutten, Winckelmann, Mengs. Goethe, Carstens bilden die einzelnen Etappen seiner Schilderung. Schon diese Andeutung zeigt, wie wertvoll und ergiebig das Thema sein muß, wie es nach allen Seiten Licht auf das Kulturleben Roms wirrt und wie melgestalttg die Einwirkungen der ewigen Stadt auf ihre Besucher sein mußten. Ter Verfasser hat seine fruchtbare Aufgabe mit ttefgeschöpfter Kenntnis des Gegenstandes behandelt und abgerundete Kulturbilder gegeben, die für jeden Kenner des ehemaligen Brennpunktes der Welt von hohem Reiz sein werden.


