Ausgabe 
27.8.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 200

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegl.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl ffchen Untvers.-Buch-u. Stein­druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

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Erstes Blatt. 152. Jahrgang

Mittwoch 27. August

Sietzener Anzeiger

** General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

Bezugspreis: monatlich 75Ps., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.Viertel­jahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zetlenpreis: lokall2Pf^ auswärts 20 Psg.

Verantwortlich', für den polit. u. atlgem. Teil: P. Witiko; für Stadt und Land" und .Gerichtssaal"! Curt Plato; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Gießen, 22. August 1902.

Betreffend: Entschädigung für an Milzbrand und für an Rauschbrand gefallene Tiere; hier: Ernenn­ung der Schätzer.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

arr die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Die Dienstzeit der in 1899 gewählten Lchätzn und deren Stellvertreter wird demnächst ablaufen, mir geben Ihnen daher auf, binnen einer Woche zu berichten, welche vier Personen als Schätzer, bezw. als Stellvertreter für Ihre Ge­meinde seitens des Ortsvorstandes vorgeschlagen werden. So­weit die seitherigen Schätzer noch am Leben und dienstfähig sind, empfiehlt es sich, dieselben wieder vorzuschlagen.

I. 83.: Dr. Heinrichs.

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Geuiartung Garbenteich.

Dienstag den 16. September 1002 findet die Ueberweisung der neuen Grundstücke und die Versteigerung der Massegrundstücke vom II. (letzten) Felde an Ort und Stelle statt.

Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Gemeindehaus zu Garbenteich, woselbst auch die Versteigeriingsbedingungen be­kannt gegeben werden.

Tie Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen: 1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden.

2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Aus­führung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingterAb- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben.

Friedberg, den 22. August 1902.

Der Großh. Bereinigungskommissär:

I. V.: Schnittspahn, Regierungsassessor.

Nolitische Tagesschau.

Kavallerie für den Osten.

Aus Berlin, 25. August, wird uns geschrieben:

Es liegt in der Msicht der Heeresverwaltung, eine Reche von Landstädten Posens und Westpreußens mit Garnisonen zu belegen, um die dort besonders schwie­rige Stellung der deutschen Gewerbetreibenden und Ge­schäftsleute dem vordrängenden Polentum gegenüber zu stärken. Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, wird dieses Garnisoniernngsprojelr seinen Niederschlag in der nächsten Militärvorlage finden, und zwar speziell in der Forderung von Neusvrmationen für die Kavallerie. Man will dadurch dem männlichen Nachwuchs der ostdeut­schen Landwirte mehr als bisher Gelegenheit geben, bei Ableistung der Militärpflicht die ja mit Vorliebe bei der Kavallerie und auf Grund freiwilliger Meldungen er­folgt in der Nähe der heimatlichen Schotte und in persönlicher Verbindung mit ihren Angehörigen zu bleiben. Es wird erwartet, daß nicht zuletzt unter diesem Gesichts­punkt der ReickMag den Mchrsorderungen für die Kavallerie sich geneigter erweisen werde, als bei der Militärvorlage im März 1899. Im übrigen gilt die Neuforderung für Heereszwecke vor Ablauf des bis zum 31. März 1904 reichenden Quinquennats nicht für wahrscheinlich, schon im Hinblick auf die Finanzlage.

Heer und Flotte.

Berlin, 25. August. Aus Anlaß der H e r b st m a n v - der des 3. Armeekorps wurden verliehen: Die Krone zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub dem Gereeralmajvr BartelS-Berlin, die Brillanten zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub dem Landes­direktor Frhrn. v. Manteuffel, der Rote Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub dem Oberpräsidenten von Bethmann- Hollweg, der Rote Adlerorden zweiter Klasse dem Grafen zu Lynar. Ferner wurde dem Vorsitzenden des Provinzial­ausschusses der Provinz Brandenburg Grasen von Wila- mowitz-Möllendors der Charakter als Wirklicher Geh. Rat mit dem PrädikatExzellenz" verliehen.

Der Katholikentag in Mannheim.

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Mannheim, 26. August.

Der zweiten geschlossenen Generalversammlung ging heute vormittag eine Generalversammlung des Volksvereins für das katholische Deutsch­land voraus. Der Vorsitzende, Fabrikbesitzer Franz Brandts-München-Gladbach, gedachte zunächst des Ab­lebens des Abg. Dr. Lieber und teilte dann mit, daß der Volksverein zur Zeit 210000 Mitglieder zähle. Der Jah­re s b e r i ch t wurde vom Generalsekretär Dr. Pieper-Mün- chen-Gladbach erstattet. Der Volksverein zählte im Jähre 1901 insgesamt 185 011 Mitglieder (Hessen - Darm­stadt 3699). Ende Juni 1902 zählte er 209 000 Mitglieder. Der Verein habe, führte Redner aus, im. vergangenen Jahre heftige Kämpfe zu bestehen gehabt. Diese seien ganz besonders durch die Zoll- tarifvorlage entstanden, gegen welche die Sozial­demokratie eine heftige Agitarion entfaltete. , Dieser Agi­tation sei der Volksverein mit aller Entschiedenheit eni> gegengetreten. Die Einnahmen des Vereins beMern fich

aus 162 721 Mark, die Gesamtäusaoben auf 138 540 Mark. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Neu in den­selben wurden berufen Reichjsgerichtsrat Dr. Spahn-Leip- zug, Abg. Cahensly-Limburg, Pfarrer Graßmeyer-Münster und Seminarlehrer Scheffers-Paderborn. Eine längere Rede hielt Justizrat Dr. Lrimborn-Köln- Dieselbe befaßte sich hauptsächlich mit den Bestrebungen des Volksvereins und betonte u. a., der Volksverein habe die Aufgabe, dahin zu wirken, daß das gesamte katholische Volk wie ein Mann zum politischen Zenrrum stehe. Alsdann sprach Land­gerichtsrat Dr. Grö b er-.Heilbronn über die Apologetik- Er verteidigte die katholisch-e Lehre gegen alle Angriffe und Beschuldigungen, die gegen sie von gegnerischer Seite erhoben würden. Buchhändler Hutter-Freiburg be­zeichnete es als notwendig, daß alle Katholiken fick) zum politischen Zentrum bekennen, damit dieses wisse, daß das katholische Volk hinter ihm stehe. Die Generalver­sammlung des Volksvereins wurde mit einem dreifach-en Hoch auf den Kaiser, den Papst und den Großherzog von Baden geschlossen.

In der zweiten geschlossenen General-Ver­sammlung wurde der Bonifaziusverein der werkthäti- gen Unterstützung empfohlen, ebenso die katholische kauf­männische Vereinigung. Ferner wurde die Errichtung einer Annoncenexpedition möglichst in Verbindung mit der Zen­tralstelle der Volksvereine beschlossen, und ein Antrag Ries- Ludwigshafen angenommen, daß redegewandte Männer aller Stande sich der Zentralstelle für die kathol. Vereine zur Verfiigung stellen mögen. Schließlich gelangte ein An­trag des Oberbürgermeisters Dr. Antoni-Fulda und des Justizrates Custodis-Kulu zur Annahme, in dem der Ein­tritt in die A n t i d u e l l l i g a empfohlen und die Erwar­tung ausgesprochen toirb,. daß dem Duell, besonders dem mor alt sch en Duellzwauge, ein Ende bereitet werde. Darauf wurde die Versammlung geschlossen.

Die zweite öffentliche Versammlung der Katholiken Deutschlands wurde um 5 Uhr eröffnet. Präsi­dent, Chefredakteur Dr. Cardauns, gab Kenntnis von folgendem Antworttelegramm des Kaisers: S. M. der Kaiser und König haben den Ausdruck der Treue seitens der dort vereinten Katholiken Deutschlands huldvollst entgegenzunehmen und mich zu beauftragen ge­ruht, der Generalversammlung allerhöchsten Tank aus­zusprechen. o. Lueanus, Geh. Kabinettsrat." Die Ver­sammlung brachte nach Verlesung des Telegramms ein stürmisch aufgenommenes Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. Bischof Ehrler-Speyer bemerkte, daß gegen die ka­tholische Kirche von allen Seiten ein Vernichtungskampf geführt werde. Wenn man aber heute diese großartige Versammlung sehe, brauche ma^'um die Zukunft der ka­tholischen Kirche nicht besorgt zu sein. Das katholische Volk hat die katholische Presse, die große Macht der katholischen Kirche, geschaffen. Man hat geglaubt, wenn die Weltherr­schaft des Papstes gevrochen fei, bann werde auch die geist- liche Herrschaft ein Ende haben. Das katholische Volt hat aber um so fester zum heiligen Throne Petri gehalten. Der Bischof wandte sich zum Schlüsse gegen den sich immer mehr ausbreitenden Unglauben. 'Nach der mit großem Beifall angenommenen Ansprache verlas der Präsident ein Telegramm, das vom Kardinal-Staatssekre­tär Rampolla-Rom eingelrosfen ist, und folgende:. Wortlaut hat:Ter heilige Vater hat von der herzlichen Begrüßung vieler tausender deutscher Katholiken mit Freude und Genngthuung Kenntnis genommen und erteilt allen Denen, die der Generalversammlung anwohnen, gern und freudig den apostolischen Segen. Der heilige Vater giebt sich der Hoffnung hin, daß es ihm im nächsten Jahre ver­gönnt fein möge, eine große Zahl deutscher Katholiken in Rom zu segnen." Sodann nahm Universitütsprofessor Braig das Wort, welcher sich in längeren Ausführungen über den katholischen Glauben und die wissenschaftliche For- chung verbreitete. Braig führte aus, die katholische Kirche ei niemals eine Feindin der Freiheit gewesen, ebenso tehe die katholische Kirche zu den Ergebnissen Der Wissen­schaft in keinerlei Gegensatz^ Die katholische Kirche wolle nur die Wahrheit. <ie ist auch stets bemüht gewesen, wahre Kunst und auch wahre Wissenschaft zu förbern. Prakt. Arzt Dr. G a s s e r t - Freiburg sprach über ben Wert unb bic Bedeutung der katholischen Orden in der Gegen­wart. Zum Schluise sprach Rechtsanwalt Dr. Feigen- winter-Basel über das Thema: Ter Katholik unb das moderne Erwerbsleben. Allen Rednern wurde reicher Beifall gespendet. Um 8.45 Uhr wurde die Versammlung ge­schlossen. Heute abend sand in der Festhalle und im Saalbau ein Kommers statt.

Aus Stadt Mül KaaS.

Gießen, ben 27. August 1902.

§ Jagdliches. Mil dem 31. August endet die all­gemeine Hegezeit in Wald und Feld.

§ Seit 31 Jahren verschollen. Ein Mitkämpfer von 1870/71, Michael Fuld aus Altenstadt, zuletzt wohnhaft gewesen in Frankfurt a. M., ist seit der Schlacht bei Sedan verschollen; derselbe wird laut Aufgebot an der Gerichtstafel jetzt aufgefordert, sich bis zum 19. März 1903 bei dem kgl. Amtsgericht Frankfurt a. M. zu melden, da er sonst für tot erklärt werden wird.

** Ein Kursbuch für ben Viehverkehr. Nach einer Mitteilung bes Präsidenten des hessischen Landwirt- schastsrates an die hessischen Landwirte wird das Reichs- eisenbahnantt im Herbst dieses Jahres ein Kursbuch für ben Viehverkehr herausgeben. Dasselbe enthält u. a. bie Fahrpläne aller Vieh- und Eilgüterzüge, ber gemischten Züge, bie für ben Viehfernverkehr in Betracht fommenben Güterzüge und ber zur Viehbeforderung sreigegebenen

Personenzüge auf ben Haupteisenbahnen; ferner eine Zu­sammenstellung ber wichtigeren Bestimmungen für ben Viehverkehr, die allgemeinen Tarifvorschriften, einen Aus­zug aus ben Bestimmungen über bic Verladung unb Beförbe- rung von Icbenben Tieren auf Eisenbahnen, bie Verkehrs­beschränkungen infolge veterinärpolizeilicher Anordnungen unb bie Beförderungspreise der Staatseisenbahnen, Be- sörberungsvorschrisreu der Eisenbahnen, ein Verzeichnis ber wichtigeren zwischen ben Eisenbahnverwaltungen ver­einbarten Zugverbinbungen für Biehbeförberung in Wag- gonlabungen rc.

lieber Ausgrabungen in der Gemarkung Kaichen berichteten wir kürzlich. Von unserem rl.-Bericht- erstatter wird uns nm dazu geschrieben: Die Mitteilungen in Nr. 197 desGieß. Anz." aus Kaichen erinnern an die Gemarkung Nieder-Flor st adt im Kreise Friedberg. Auch dort giebt es einenBroil", eineDäibsaich" und eine Sta(n)retsch". Die Staretsch ist in der Nähe der Stern­bacher Kirche auf einem Hügel. Früher wurden dort eine Menge Steine weggefahren; vielleicht den Abhang herab- rutschen lassen (daher Sta(n)retsch?). Dem Schreiber dieser Zeilen fam ber Ort vor als eine Befestigung aus der Steinzeit, weil heute noch der Boden mit eigentümlich geformten kleinen Steinen besäet ist, die alle eine bestimmte Form haben und wahrscheinlich zu Verteidigungszwecken dienten. Die Platten der Umfassungsmauern sind vermutlich in späteren Zeiten weggefahren worden, um zu Bauten ver« wendet zu werden. Vielleicht hat ein Forscher Interesse an dem Ort.

-ü. Erbstadt, 26. Aug. Durch Tabakrauchen in unmittelbarer Nähe eines Erntewagens hat sich ein hie­siger Landwirt großen Schaden zugefügt. Er war im Be­griff, einen hochbeladenen Getreidewagen Heimzubringen, als dieser plötzlich auf freiem Felde in Hellen Flam men stand. Die ganze Ladung ging nebst dem Wagen zu Grunde. Nur mit Mühe gelang es den herbeigeeilten Leuten, die Zugrinder aus höchster Gefahr zu retten.

v. Worms, 26. Aug. Man hört, daß das finanzielle Ergebnis des 26. Mittelrheinischen Kreisturnfestes nicht so günstig ist, wie erwartet wurde. Besonders die indirekten Einnahmen (für Bier- unb für Weinkonsum) sind hinter dem Voranschlag wesenllich zurückgeblieben. Man rechnet bisher allerdings nur mit einem Defizit von etwa 1000 Mk.

- o. Homburg v. d. H., 26. Aug. Das bekannte, vor­trefflich geleitete Hotel zum Adler ist um die Summe von 500 000 Mk. in anderen Besitz übergegangen. Die Heber- nähme findet am 1. Oktober statt.

Cronberg, 26. Aug. Der Schaffner Wilhelmy stürzte heute während der Fahrt von einem Zuge a b. Bei der Ankunft hier merkte man fein Fehlen unb fand ihn mit eingedrücktem Schädel auf ber Strecke tot liegend vor.

Kleine Mitteilungen aus Hessen unb ben Nachbar st aaten. Im Sozialbem akratischen Ver­ein zu Offenbach besprach man dieser Tage bie Tages­ordnung der am 7. September in Worms stattfinbenden hessischen Landeskonferenz. Dabei wurde angeregt, eine 50prozentige Erhöhung der Beiträge zur Landeskasse eintreten zu lassen, da auf die Dauer mit dem bisherigen Beitrag nicht auszukommen sei. ft a fernen - Inspektor Scheidet in Butzbach ist in gleicher Diensteigen­schaft nach Glatz i. Schl, versetzt worden. Wegen der kürzlich in Gambach festgestellten Scharlach-Krankheit wurde das für letzteren Ort bestimmt gewesene Militär in einigen umliegenden Ortschaften einquartiert. In Mainz wurde auf der Messe ein Mann verhaftet, der im Gedränge mit einer langen Nadel Frauen und Mädchen stach. Eine Er­klärung über feine Handlungsweise konnte der Verhaftete nicht abgeben._____________________________________________________

Vermischtes.

* Berlin, 26. Aug. Eine Masscn-Einlieferung in bie hiesige Tollwutschutzstation hat gestern ftattge- funben. Es handelt sich um 12 Personen aus ber Ortschaft Messers bei Lauda in Schlesien, die vor einigen Tagen von einem tollwütigen Hunde gebissen worden waren.

* Potsdam, 26. Aug. Der des Mordes verdäch­tige Otto Wagner hat heute eingestanden, die Frau Justizrat Jssmer ermordet zu haben. Wie jetzt fest- gestellt ist, war die Ermordete im Besitze von 100000 Mk. in Wertpapieren. Man nimmt an, daß dem Mörder diese in die Hände gefallen sind. In der Wohnung wurden diese Wertpapiere nicht gefunden. Da Wagner sich nicht im Be­sitze von Geldmitteln befand, hält man es nicht für unmög­lich, daß fein Komplize sich mit dem Raube davon ge­macht hat.

* Delitzsch, 25. Aug. Im Jahre 1899 wurde bei hiesige Magistratsassessor Simon wegen schwerer Unregelmäßigkeiten, bie bei ber Vergebung städtischer Lieferungen vorkamen, zu fünf Jahren Gefängnis ver­urteilt. Nach 3jähriger Haft im Gefängnisse zu Halle ist der Mann, ber schon im vorgerückten Alter steht unb voll­ständig gebrochen fein soll, jetzt begnadigt worden.

Lübeck, 26. Aug. Bei der Niederlegung eines alten Giebelhauses stürzte der Treppengiebel ein und riß einen Arbeiter mit in bie Tiefe. Derselbe ist bereits seinen