Ausgabe 
27.2.1902 Zweites Blatt
 
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Eisenbahn Zeitung.

DaS Eisenbahn-Projekt des Abg. Foutz-Butzbach betreffs einer direkten Verbindung zwischen Fulda und dem Rhein über Hersfeld, Butzbach, Uf rügen Idstein, a n q e n s ch w a l b a ch, Laub oder Lorch soll, rote derFrank,. Sctnmq" gemeldet roird, schon seit mehreren fahren die preußische Lisenbähnbehörde beschästigen und sei die Ausführung eurerseits aus

Sonntag geriet em Vergnügungsreiter in der Nähe be§' Schiffenbcrgerwaldcs mit seinem entliehenen Pferde auf eine Wiese. Diese war derartig sumpfig, daß das Pferd einsank und nur mit großer Mühe herausgebracht werden konnte. Das Tier, das beträchtlich zu Schaden gekommen war, mußte zu Wagert in das Tierhospital gebracht werden.

** Eine Wildkatze von außergewöhnlicher Größe ist hetlte dem Pelzgeschäft des Herrn Kretzschmar, Marktstraße 22, aus der Umgegend zugeschickt worden. Herr Kretzschmar hat das Tier für kurze Zeit vor feinem Geschäft ausgestellt, wo

Berlin, 26. Febr. Der Kaiser besuchte heute den Reichskaitzler Grafen Bülow und hörte später im Schloß die Vorträge des Chefs des Livilkabinetts, des Ministers Studt und des Präsidenten des Oberkirchenrats Dr. Barkhausen. Hierauf wohnte der Monarch der Schlußbesichtigung der Mllitärturnanstalt bei, die ihr 50jähriges Jubiläum feiert.

Karlsruhe, 26. Febr. In der heutigen Budgetkommis- sionssitzung machte der Eisenbahnminister von Brauer Mit­teilungen über die Stuttgarter Konferenz, an der auch Ver­treter des ' Neichseisenbahnamts teilgenommen haben. Alle Verwaltungen seien einig, daß in einer Zeit der wirtschaft­lichen Depression an eine Verbilligung der Personen­tarife nicht zu denken sei. Ueber einige Verbesserungen sei eine Einigung erzielt. Im Sommerfahrplan soll bei Schnellzügen, die nicht dem internationalen Verkehr dienen, der Zuschlag wegfallen (Eilzüge). Für Baden komtnt der Früh- und Abendschnellzug MannheimBasel m Betracht. Die Verwaltungen einigten sich weiter dahin, nie­mals einseitig vorzugehen. Das zunächst Erstrebende werde eine Verständigung über die Wagenherstellung sem, die den ganzen Wagenmarkt als einen einheitlichen ansieht.

Strassburg, 26. Febr. Reichsländische Zeitungen berichten über einen interessanten Grenzzwischenfall wie folgt: Gestern trafen, mit der Eisenbahn aus Deutschland kommend, 40 herumziehende Musikanten in Pagny, der ersten fran­zösischen Station an der Grenze, ein. Hier wurden sie beim Umsteigen in den französischen Zug angehalten und die Weiter­fahrt wurde ihnen verweigert. Sie erhielten den Restbetrag ihrer Fahrkarten, die bis Nancy galten, zurück und mußten nach Deutschland zurückkehren. Als sie nach dem deutschen Grenzorte Flensch kamen, wurden sie von deutschen Gen­darmen angehalten und über die Grenze nach Frankreich zurücktransportiert. Kaum hatten sie wieder 50 Meter das französische Gebiet überschritten, als die französische Grenzpolizei erschien und ihnen befahl, wieder umzu­kehren, sogar mit Stöcken auf sie tosschlug, um sie zum Hinüberziehen zu ztvingen. An der Grenze, wo der deutsche Gendarm noch stand, warf die französische Polizei einfach das Gepäck der Leute über die Grenze hinüber auf die deutsche Seite. Nun mußten die Leute an der Grenz - liegen bleiben. Sie haben hinreichend Geld bei sich. Die deutschen Gendarmen stehen diesseits, die französische Grenz­polizei jenseits auf dem Posten. Die Musiker haben schwedische Pässe und geben an aus Christiania zu kommen.

Aus Atudt und Land.

(Der Abdriick der unter dieser Rubrik beftndlichcnOriginal-Nachrichtcn ist nur unter genauer Quellenangabe: ,,Gieß. Auz." gestattet.)

Gießen, 27. Februar 1902.

Audienzen. Ter Großherzog empfing am 26. Feb­ruar u. a. den Gutsbesitzer Landtagsabg. Weith von Nieder- Wöllstadt, den Bürgermeister Landtagsabg. Zinßer von Schlitz, den Eisenbahndirektor Schobert h, Direktions­mitglied der Kgl. Preltß. und Großh. Hess. Eisenbahndirektion zu Mainz.

** Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat am 26. Febritac den Amtsrichter in Zwingenberg Schmidt zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg mit Wirkiing vom 1. März ernannt. Der Großherzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Umsladt Helm auf fern Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesund­heit in den Ruhestand versetzt. Der Groß her zog hat

gezogen. .

Allgem. Deutsche Kleinbahngesellschaft. Em großer Teil der Obligationäre will entschieden Protest gegen den von der Revisionskommission vorgeschlagenen Sauieruiigsplan erheben. Ruch soll es in der Gerteralversammlutig in Diskussion gepellt werden, ob die Verwaltung sich nicht hat Verstöße zu schulden kommen lassen, für die persönlich haftbar gemacht werden kamt. Nach allem wird man annehmen dürfen, daß die Vorfchläge der Reoiftons- kommifsion auf heftige Opposition stoßen werdet:.

Türkische Anleihen. Ueber die Unifikation der türkischen Anleihett fomnit alle Tage eine andere Nachricht. Nun heißt es tvieder, daß dieselbe abermals hmausgefchobett ist. Man wird gut daran thun, namentlich den diesbezüglichen Pariser Nachrichten nicht zu trauen. Dieselben sind sehr unzuverlässig und werden regelntäßig in der Presse lanziert, wenn für Türkenlose Stimmung gemacht werden soll.

Märkte.

+ Büdingen, 26. Febr. Der gestrige Petrim ar ft war vorzugsweise mit Schweinett befahrett. Die Ferkel, 78> RZochen alt, erzielten sehr hohe Preise, das Paar zu 50 bis 5o JJi£. Xie Nachfrage nach Einlegfchweinen war nicht so bedeutend, der Preis daher für diefe etwas gedrückt. Rindvieh war unbedeutend aus- getrieben, da nur die nächstliegenden Ortschaften zum Auftrieb zu- gelassen wurden, zumal die Maul- und Klauenseuche m der Um­gegend wieder ausgetreten war. , ,

Limburg a. d. L., 26. Febr. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.31 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 10.40 Mk., Gerste 9.30 Mk., Hafer 8.22 Mk., Erbfeu 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

es von Interessenten besichtigt werden kann.

" Verhaftungen. Wegen Verbrechens gegen § 126» des Strafgesetzbuchs wurden weitere 2 Personen in Untersuchungs­haft genommen. Ein in einem hiesigen Hotel bediensteter Hailsbursche niußte wegen verschiedener Unredlichkeiten in Haft genommen werden. Desgleichen wurde cm hiesiger Taglöhner verhaftet, der den Gehilfen seines Vaters be­stohlen hat. Ferner mußten zwei Fortbildungsschüler, die vorgestern Abend betrunken in die Schule kamen imd, nach­dem sie von deni Lehrer aus der Schule gewiesen worden waren, auf der Straße ruhestörenden Lärm verübten, in Haft genommen werden.

** Diebsiahl. Ein Dienstmädchen stahl ihren beiden Mit- bediensteten bei ihrem Weggang verschiedene Gegenstände.

den Amtsrichter Schneider in Alzey auf sein Nachsuchen| mit Wirkung vom 1. März seines Dienstes entlassen, den Gerichtsassessor Rau an§ Mainz zum Amtsrichter m Alzey mit Wirkung vom I.März 1902, den Gerichtsapessor Brehm aus Mainz zum Amtsrichter in Pfeddersheim mit Wirkung vom 2. März ernannt. Der Großherzog hat den Ober­förster der Oberfürsterei Michelstadt, Forstmeister Rauten- busch, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. April m den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver- IlCf)C" Theologisch« Prüsung. In der theologischen Fakultät der Landesuniversität fanden gestern die mündlichen Prüfungen ihren Abschluß. Von den 13 Kandidaten, die sich ursprüng­lich zur Prüfung gemeldet hatten, haben sechs bestanden. Es sind dies die Herren: Bender, Hofmann, Schneider, Schulz, Waas und Wörishoffer.

*» Von der Universität. Wie wir erfahren, hat Prof. Dr. Kaluza den an ihn ergangenen Ruf an unsere Uni­versität als Nachfolger des Prof. Dr. Wetz abgelehnt.

»* Das Regierungsblatt Nr. 8 enthält folgende Bekannt­machung, die Beaufsichtigung privater Verftcherungsunter-

Sie wurde zur Anzeige gebracht.

S. Darmstadt, 26. Febr. In den maßgebenden land­wirtschaftlichen Kreisen ist man z. Z. damit beschäf­tigt, Stimmung für ein den Handels- und Handwcrker- tammern ähnliches Institut zu machen, welches eigene Umlagen erhebt, und dem jeder selbständige Landwirt obli­gatorisch angehören muß. Wie wir hören, haben eine An­zahl Landtagsabgeordnete ihre Zusage erteilt. Wie ver­lautet, soll demnächst ein parlamentarischer Abend der 2. Kammer in den Räumen des Ständehauses stattftnden, auch ist angeblich ein zweitägiger Ausftug der Kammer zur Besichtigung einiger Bauwerke m Oberhessen, deren Beratung bevorsteht, vorgesehen. Seit einigen Tagen haben an­scheinend böswillige Zungen verbreitet, daß em hiesiges Warenhaus an einem bestimmten Tage abbrennen werde. Tas Gerücht veranlaßte große Menschenaufläufe vor dem Hause. Bis jetzt konnte man den Briefschreibern solche sollen es sein nickt auf die Spur kommen. Nach

nehmungen betreffend: ... t m

1. Die Beaufsichtigung aller bestehenden, sowie aller zum Ge­schäftsbetrieb neu zuzulassenden privaten nehmungen, deren Geschäftsbetrieb auf Has Gebiet des Großher­zogtums dessen beschränkt ist, ist durch Kaiserlichek Verordnung vom 3. Februar 1902 (Reichsgesetzblatt Nr. 7 Seite 43) auf Grmid des 8 3 Absatz 1 des Gesetzes über die privaten Versicherungsunter- nehmungen vom 12. Mai 1901 dem Kaiserlichen Auffichtsamt für Vrwatversicheruna übertragen worden. Die den Kreisamtern nach >er BekanMmachung vom 21. Juni 1901, die Abführung des I Reichsgesetzes über die privaten Versicherungsunternehmunaen vom 12 Mai 1901 betreffend, übertragenen Obliegenheiten sind damit aufgehoben. 2. Bezüglich der Sterbekasse für die Beamten und ständigen Arbeiter m den Bezirken der Königlich Preußischen Eisen- bahnmrektion zu Frankfurt a. M. und der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion zu Mainz mit dem Sitze in Kmnkfurt a. M. hat der Reichskanzler auf Grund des 8 3 Absatz 2 des Gesetzes über die privaten Versicherungsunter-1 nehmungen vom 12. Mai 1901 bestimmt, daß die Beaufsichtigung bis auf Weiteres durch die zuständige Königlich Preußische Landes­behörde stattzusinden hat.

** Von der Eisenbahn. Gestern wurde der neue Loko­motivschuppen bei Klein-Linden in Benutzung ge­nommen. Die Maschinen, etwa 1012 an der Zahl, die früher in dem alten oberhessischen Schuppen, hinter dem Hotel Lenz, ihren Standort hatten, haben nun m dem neuen Schuppen ihren Platz. Seit gestern gehen auch die Güter-

leuchtungsanlagen Herstellen. . .. >.

Neue rumänische Anleihe. Es verlautet, daß die Gon- oertiemnq der 1899 ausgegebenen 175 Mill. Frs. rumänischer Schatzbonds unter deutscher Mitwirkung vorbereitet wird. In Ver­bindung damit werden 75 Mill. Frs. Rente begeben werden. Später eingelaufene telegraphische Meldungen stellen es bestimmt in Abrede, daß über die Eonversion der rumänischen Schatzbonds oder eine neue rumänische Anleihe irgendwelche Verhandlungen im Gange seien; wenn letztere beabsichtigt wäre, könne solche nicht vor Ende des Jahres in Frage kommen. Uns scheint es daß es sich hier um einen ballen dessai handelt. Sobald man merkte, daß die nötige Gegenliebe in denmaßgebenden Kreisen" nicht vorhanden war, wurde der Ballon drastisch ausgedrückt wieder em-

Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft.

Buderuö'sche Eisenwerke, Wetzlar. Tie seit Kurzein in Betrieb genommene Röhrengießerei der Buderus schen Eisen­werke versandte gestern den ersten Waggon Rohren.

Frankfurter Frühjahrs-Ledermesse. Die diesjährige Frühjahrs-Ledermesse beginnt für Sohl- und Oberleder am Dienstag dem 1. April und eudlgt am Samstag dem 5. Aprrll 9V| , - Das Einlagern des Leders in die stadttsche Lederhalle ist bereits

züge der Strecken Fulda und Gelnhausen direkt durch ben (88ejell(4|lljt. Ueber die Gestal-

oberhessischen Bahnhof nach dem südlich gelegenen Rangier- tung Generaldirektor

bahnhof, um von dort für die verschiedenen Richtungen, nach Kirdorf in der geftrigert 0^11^. ®eneralü^ L®

denen die betreffendenen Wagen weiter laufen sollen, oder sagte, etroa folgendes: In der

aber an die entsprechenden ^^^sglers ber G^rabfer- em7 vollständige Stagnation eiugetreten da infolge

tigung verteilt zu werden. Durch diese Neueinrichtung istg ^eivöhnlich milden Winters der Hausbrandhandel vollständig der oberhessische Bahnhof ganz bedeutend entlastet und damit darniederlag. Auch im Koksgeschäft sei im Januar eine vollstan- eine ganz erheblich verstärkte Betriebsfähigkeit ge^affen. bige un a6 n i d) ta iV Cg e n ü g e n b

Ferner vermindert sich dadurch der Rangierdienst ganz erheb- N £ t £ ? ß aJ) e Im Februar sei ein besserer Absatz zu ver- lich, was besonders für den Verkehr an der Stelle, wo die schien aewesen und zwar habe ein Mehrabsatz bezw. Mmderem- oberhessischen Gleise die Frankfurterstraße schneiden, von Vor- Schränkung der Förderung von 7 bis « Prozent gegen'dem Ja- teil ist. Wie verlautet, sollen Übrigens der alte oberhessischeuar ftattgeiunben ®enn aud) ubei:bt ®e^tuu9 Maschinenschuppen und die anderen alten Bauwerke auf dem I Bergroer? selbst unter den obwaltenden ungün-

Gelände des früheren oberhessischen Güterbahnhofs sämtlich L-ti*n roieber befriebigenbe Ergebnisse liefern. Die

entfernt werden. Nach Fertigstellung der Bahnhofsumbauten, Dwidende von 12 Prozent sowie die Erhöhung des Kapitals von soweit diese den oberbessischen Bahnhof betreffen, soll dann 54 auf 60 Mill. Mk. wurde genehmigt.

noch eine weitere Entlastung jener Stelle der Frankfurterstraße ^^ser^a?gor1e'^iacht, Ikue Aiedensvechmid?unge>i sollen in vom Rangierdienst eintreten, well es dann möglich sein wird, laicht sein. Was davon zu halten ist, brauchen mir Miseren Lesern das Rangieren für die Personenzüge innerhalb der ober- ^dft weiter auseinander zu setzen.

hat für St.M^^ Sitzung^er^ General-

Freitag, abends 9 Uhr, eine öffentliche Versammlung furl^ Prozent, wie im Vorjahre, nach reichlichen Abschreibungen Kaufleute ins Cafo Ebel einberufen, in der Alfred Roth- Verstärkung der Reserven vorzuschlagen. .

Lrambura über Die wirtschaftliche Krisis und die Handlungs- Görlitz, 26. Febr. Der Verband deu tscher L»tas- gehilfen" sprechen wird. An den Vortrag wird sich eine freie ber änßerst'gedUickten Preise soll schleunigst

Aussprache schließen. (n Kraft treten, nachdem die wenigen noch ausstehenden Fwinen

" Ein verunglückter Sonntagsreiter. Am vergangenen ben Beitritt vollzogen haben. Die allgemeine Einstellung des Be- Sanntaa aeriet cm Veranügungsrciter in der Nähe des triebeS wird für sämtliche Fabriken geplant, welche ülaj lux

hat sich vorläufig ein Fünfer-Komitee gebübet, das den . Begründern der erwähnten Vereinigung demnächst dre Vor- , schlüge betreffs der permanenten Organisation der Geschäfts- führung und des Arbeitsfeldes des neuen Vereins zu unter- , breiten haben wird. Dem letzteren werden hervor agende ( Vertreter der deutscksen Industrie, des Handels uno der Kunst und Wissenschaft angehören. ,

Die neuesten Depeschen aus Newyork nrelden: Um 11 Uhr erschien Kontreadrniral Evans. Ms- rnittags fuhr der Prinz zu Shetry, wo er an der yuc vorn Bankier Adams empfangen wurde. Nach der Vor­stellung im Vorzimmer wurde der Prinz in den wundervoU dekorierten Speisesaal geführt, wo das Lunch eon der hundert Großen der Industriellen stattsand. Prinz, Heinrick) präsidierte der Tafel. Ihm zur Rechten saß Pierpont Mor- qaii. dtach der Tafel brachte der Prinz eine angeregte Unter­haltung über ^industrielle Gegenstände in Gang. Shetrys Haus war von Tausenden umlagert, die ben Prinzen mit lautem Hurra begrüßten. Bei dem Festmahl wurde dem Prinzen ein Büchlein überreicht, welches die Lebensgeschichte und das Bild jedes Einzelnen enthielt und seine Bedeutung erläuterte. ,

Zu dem von derNewyorke r-staatsztg." veranstalteten Diner waren etwa 1200 Vertreter der amerikanischen Presse erschienen. Hermann Ridder von derStaatsztg." be­grüßte den Prinzen mit den Worten:Ew .Königl. Hoheit verletzten die Monroe do etrin, indem Sie als Vertreter des Kaisers nicht nur ein S.iück amen- kanischen Bodens, sondern uns alle erober­ten." Er erinnerte an die historische deuisch-amerikanische Freundschaft und an General Steuben, welcher der erste Präsident des deutschen Vereins in Newyork wurde, und schloß mit den besten Wünschen für das Wohlergehen des Prinzen. Der Toast wurde stehend angehört. (Stürmifcher Beifall.) Whitelaw Reid von derNewyorker Tribüne feierte den Präsidenten als Inhaber des für die Ameri­kaner höchsten Postens in der Welt und Roosevelt persönlich als kraftvollen zielbewußten Mann am Steuer, er feierte ben Kaiser als Vertreter alles Besten in Deutschland, ber von der Welt jetzt in seiner persönlichen Größe anerkannt worden sei. Er weiß, was er will ,spricht es gerade heraus und handelt gerade danach, wie es Roosevelt in ähnlicher Weise auch thut. Obwohl oberster Kriegsherr, erhielt der Kaiser den Frieden ,hob die Lage der Arbeiter, förderte Kunst, Litteratur und alles Schöne uiü), Gute und wachst an Größe von Jahr zu Jahr. Drei Nationen sind von Gott und ber Natur zu ewiger g e g en f e(t£tg er Freundschaft bestimmt, die Vereinigten Staa­ten, Deutschland und England. Zwischen den ersten beiden bestand stets eine intime Freundschaft, schon des vielen deutschen Blutes wegen. Auch der Kaiser ist davon durchdrungen. Indem ich auf des Kaisers Wohl trinke, verbürge ich mich für die Zustimmung der ganzen amem- kanischen Presse.

Deutsches Reich.

der z. Zt. im Landtag herrschenden Stimmung scheirck mach sich nach und nach zu der Meinung bekehren daß

eine Steuererhühung unausbleiblich sem durst , *

man sich über deren Form noch nicht klar. Voraussichtlich dürften Einkomnien- und Vermögenssteuer jammen ge­troffen werden; für eine Weinsteuer ist absolut keine Meinung

Darmstadt, 26. Febr. Die Aufregung in der Stadt über das Bahnhofsumbauprojekt der Mainzer Eisenbahn- direktion wächst. Die industriellen, gewerblichen und kon^ merziellen Kreise sind sich darüber einig, daß es unbegreiflich ist wie man in einem aufstrebenden Gemeinwesen emes augen­blicklichen Vorteil- halber Einrichtungen zuftimmen kann, die die wirtschaftliche Zukunft der Stadt in Frage stellen, ^ies wird zum Ausdruck kommen in einer für Donnerstag ein­berufenen Versammlung der wirtschaftlichen Korporation, zu der zugleich alle staatlichen und städtischen Behörden, die Kabinetsdirektion und das Kollegium der Hochschule em- geladen sind. , .

Offenbach, 26. Febr. In der Leb e r f a b-r 1 k von Matter unb Sohn in ber Rohrstraße, einem sehr ansaebehnten Fabriketablissement, brach heute nachmittag in einem alten Nebengebäude, das bie neuen ©eiten- aebäube verbindet, Feuer aus. Tas Gebäude, dreOtod ?erei, ist zwei Stockwerke hoch. Der Dachstuhl, sowie das Oberaeschoß sind vollständig niebergebrannt unb M^n jetzt noch in Flammen. Vernichtet sind Vorräte, textest ist niemanb. Die Feuerwehr arbeitet angestrengt. Betrieb in allen Teilen des Etablissements wirb ungestört aufrecht erhalten. Die Gefahr einer Weiterverbreitung bes tfiuer* 296. Febr. In der heute Nachmittag hier

stattaehabten Generalversammlung der Herdbuch-Gesell­schaft für das Vogelsberger Rindvieh wurde be­schlossen, anfangs Juni hier eine Viehschau mit Preisver­teilung zu veranstalten.

** Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Im Weinberg in Wetzlar wurde am Mittwoch eme un- I bekannte männliche Person erhängt vorgefunben.