Ausgabe 
27.2.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 49 Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Donnerstag 27. FebrnarLSOS

Ursch-»«» »Sgl»» außer SonnlagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Krsstschen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Aie heutige Kummer umfaßt 10 Seiten-

Preußisches Abgeordnetenhaus.

36. Sitzung vom 26. Februar.

In der zweiten Beratung wird das Arbciterwohnungs- gesetz, wonach weitere 12 Mill. Mark für den Bau von Arbeiterwohnungen gefordert tverden, d.'battelos ge­nehmigt. Hierauf wird die Beratung über dasMinister­gehalt" im Etat des Innern fortgesetzt.

Abg. Friedberg (nl.) wendet sich gegen die gestri­gen Ausführungen des Frhrn. v. Zedlitz. Nicht gegen den Bund derLandwirte als Organisation, sondern gegen desfeil unsachliche und verletzende Agitation hätten sich die Aativnalliberalen gewendet. In der Zollfrage würden die Letzteren an d en Minim alz.ö llen der Regierungsvorlage fest halt en; sie seien in dieser Frage fest entschlossen, zur Regierung zu stehen.

Abg. Goth ein (srs. Vg.): Wir halten es fiir verkehrt, wenn man die S o z i ä l d e m o traten wie die Pest fliehe. Tie Freisinnigen ließen an die Sozialdemokraten keine Einladungen ergehen, aber sie fürchteten sie auch nicht, wenn sie in ihre Versammlungen kämen. Wenn das ein Minister eine Verbrüderung nenne, so sei das wohl das stärkste Stuck, das bisher geleistet worden sei. (Sehr richtig! links.) Redner verbreitet sich dann über den früheren L a n d r a t in G r i m m e n, der ein großes Pump­genie gewesen fei. Gegen eine parteiische Handhabung dar Verwaltung sollten sich auch die Konservativen er­klären ; bei der Kanalvorlage hätten auch sie Erfahrungen gesammelt. (Bravo!)

Minister Frhr. v. Hammer ft ein will auf die Grim- rnener Angelegenheit nicht nochmals eingehen, zumal er die Verinurung habe, daß die Rede Gotheins weniger für dieses Haus gemünzt gewesen sei, als vielmehr für draußen als Wahlrede. (Unruhe. Widerspruch. Abg. Gothein ruft: Ter Minister ohne Gründe.)

Abg. Kreitling (srs. Bp) erörtert nochmals die An­gelegenheit Kauffmann und kommt dann auf die letzte Rede des Grasen Pückler-Kleintschirne gegen die Juden zu sprechen (Dgl. unser Moraenblatt), worin zu Äewaltthätigkeiten aufgefordert worden fei. Der Polizei- leulnanr habe die Dinge ruhig angehört. Keine sozral- demokratische Versammlung würde der Auflösung entgangen sein, wenn solche Ausführungen gemacht worden wären.

Schließlich wird der Titel Ministergehalt bewilligt. Die weitere Debatte betrifft das Verhältnis der Militär- anwürter zu den Zivilanwärtern, die Frage der Entlastung der Amtsvorsteher und die Besserstellung der landrätlichen Bureaubeamten. Darauf vertagt sich das Haus.

Srirrz Keiurich in Amerika.

New York, 26. Febr. Nachdem es die ganze Nacht bis heute früh schwer geregnet hatte, nahm das Wetter in den Vormittagsstunden weniger drohendes Aussehen an. Prinz Heinrich verblieb an Bord derHohen- zollern"; die geplante Ausfahrt nach dem Grant-Denk­mal, der Columbia-University und der Normalschule wurde aufgegeben. Um 2y« Uhr begann das von den Ver­tretern der Industrie und des Handels zu Ehren des Prinzen veranstaltete Gabelfrüh st ück im Sherry'schen Restaurant. Bei dem Frühstück war auf jedem der acht Tifche ein Tafelaufsatz aufgestellt, gebildet aus Orchideen urw kostbaren aus deutschen Knollen gezogenen Tulpen, aus M iniatur-Leuchttürmen mit Kaiserkronen und Tafel- geschcrr der Dresdener Porzellanmanufaktur, jedes Stück trägt den Hohenzollernwappen. Die Dekorationen im Saal Ovaren Meisterstücke der Blumenkunst. Die Arrangeure des Frtlhstucks waren Morgan, Rockefeller, Vanderbilt, ^ames <:iillmann, Alexander Orr und einige andere; sie hatten bei den Einladungen die Verdienste der Einae- ladenen um die amerikanische Industrie im Auge ae- halten. ^.wald der Prinz bei Sherrys anlangte, brach die draufzen flehende tausendköpfige Menge in Hochs aus, die mehrere >7aufergevierte weit zu vernehmen waren' ~lc arrangeurc hatten großartige Vorbereitungen gemacht ;nnUÄfQua)tn!d,t' wie ein europäisches Blatt - '00 Dollars kofiete, fo war sicherlich doch eine aewaiiLöc -umme aufgewandt. Die Damen der Einge- 'af.-en in den Logen. Die Toaste, die bei diesem Fruhftuck ausgebracht wurden, finden unsere Leser in der Parlamenrsbeilage. '

A;n Aoend sand Fackel zu g der deutschen Ver­eine itatt. Am Zuge beteiligten sich 320 Vereine mit ungefähr 101000 Fackelträgern und 24 Musikkapellen. Ter nahm vom Gebäude des Arionvereins aus den Vor- bermaric- des Zuge- ab. Ter Festpräsident Dr. W e v l a n d hret folgende Ansprache:Tausende hier sind V^r treter ebenso vieler Millionen Amerikaner deurscher Ab- ^cn ^ru^r ^bs deutschen Kaisers begrüßen Obwohl heute amerikanische Bürger, sind wir an das alte Baterland nut unzähligen Banden geknüpft. Nack der Ruckkeyr möge Ew. Hoheit Ihrem Bruder und Deutschland sagen, dag wir hier mit unentwegter Liebe die Geschichte de» deutschen Reiches verfolgen und mit innigster Freude so allgemein geliebten Vertreter hier begrüßen" Dr Weyland überreichte dann dem Prinzen eine ^kunstvoll ausgeftattcie Adresse und em Album mit den Namen aller^ deutsch en Vereine und mit poetischer Widmung.

-Lay Bankett, das dieNewyorker Staats-^ta" heute abend im Hotel Waldorf-Astoria zu Ehren des Vrrn- «m Heinrich gab, begann um 8 Ubr. Ten Vorsitz führte Hermann Ridder, der Mitbesitzer der ,.N. Y. StaatsLa" i in folgender Reihenfolge ausgebracht-

Präsidenten Roosevelt und den Deutschen Kaiser von Wchttelaw Reid, Chefredakteur derNew York Tribüne"

2. Willkommen unserem hohen Gaste von Ridder, und eine Erwiderung des Prinzen Heinrich. 3. auf die Presse von St. Clair McElway, Chefredakteur desBrooklyn Eagle". 4. Sachsenblut. Was wir Deutschland in der Litteratur, Kunst, Wissenschaft und Musik verdanken, von Charles Emory Smith, Chefredakteur derPhiladelphia Press." 5.Internationale Freundschaft" von Charles William Knapp, Chefredakteur derSt. Louis Republie". Die ge­nannten vier Chefredakteure sind die hervorragendsten amerikanischen Journalisten. Der Präsident des Bankett- Komitees ist Melville E. Stone, Generaldirektor derAsso­ciated Press."

Zu den früheren Berichten möchten wir in diesen Nachträgen noch einige Mitteilungen geben, die sich nicht im Rahmen des drangvollen Depeschendienstes unter­bringen lassen. Die vom Prinzen Heinrich der Fa­milie des Präsidenten mitgebrachten Prä­sente überraschten sowohl durch ihre große Zahl wie durch ihre künstlerische Gestaltung und ihren hohen Wert. Zwei Gegenstände ragen durch künstlerische Ausführung und Kostbarkeit besonders hervor. Es ist dies erstens ein im Empirestil gearbeiteter, massiv goldener Rahmen mit dem Ematlporträt des Prinzen. Ter Rahmen ist mit Brillanten übersät, die in den verschiedensten Farben sprühen. Das andere Hauptstück ist eine aus Nephrit ge­schliffene Dose mit goldener Montierung und ebenfalls mit Brillanten besetzt. Ten Deckel ziert ein von einer Krone überragtes H. Chiffre und Krone sind ebenfalls aus Diamanten gebildet. Nephrit ist ein sehr schwer zu bearbeitender Stein von außergewöhnlicher .Härte. Unter der reichen Kollektion goldener Zigaretten-Etuis befinden sich mehrere Exemplare, die in Brillanten den facsimi.- lierten NamenszugHeinrich, Prinz von Preußen" und die Jahreszahl 1902 tragen. Außer diesen Gruis hat der Prinz mehrere goldene Dosen mitgenommen. Auch diese zeigen in Brillanten ausgeführt, das von der Krone über­ragte H. Allein das für Miß Roosevelt bestimmte Gesehen: trägt das Bildnis des Kaisers. Wenn alle übriger: Gaben des Prinzen mit dem Porträt des Geschenkgebers geziert sind, so hat dies seinen Grund in dem amerikanischen Gesetz, das dem Präsidenten und sämtlichen Staatsbeamten verbietet, Geschenke von gekrönten Häuptern anzunehmen. Weitere Geschenke für den Präsidenten Roosevelt sind eine Büste des Kaisers in Garde du Korps-Uniform mit Adlerhelm, und eine vom Kaiser angefertigte Marine- Tabelle.

Tas von Fräulein Roosevelt nach dem Stapel­lauf an den Kaiser gerichtete Te le g ran: m lautet in deutscher Uebersetzung wie folgt:Seiner Majestät Kaiser Wilhelm, Berlin.Meteor" glücklich vom Stapel gelaufen. Ich gratuliere Ihnen und danke Ihnen für die mir erwiesene Liebenswürdigkeit und sende Ihnen meine besten Wünsche. Alice Roosevelt."

Bei der Vorstellung im Opernhause saßen der Bürger­meister von Newyork und Karl Schurz neben dem Prinzen, rechts der Botschafter vvon Holleben. Als Prinz Heinrich erschien, wurdeHeil Dir im Siegerkranz" gespielt. Das Publikum hörte stehend zu und begrüßte den Prinzen enthusiastisch. Auch als später in einem nationalen Pot­pourri dieWacht am Rhein" undHeil Dir im Sieger- lranz" wiederholt wurde, stand das Publikum abermals auf. Prinz Heinrich wohnte der Vorstellung nicht bis zu Ende bei.

Während der Gala-Oper brach im Perrückenzimmer Feuer aus, das jedoch rasch gelöscht wurde und nur wenig Schaden anrichtete. Das Publikum hatte nichts da­von wahrgenommen. Die Stimmung war enthusiastisch. Prinz Heinrich wie Präsident Roosevelt wurden mit nicht endenden Hochrufen gefeiert. Der Prinz verstand es, sich eine gewaltige Popularität zu erringen.

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Newyork Herald" erklärt, die märchenhafte Pracht, die im Opernhause gesehen wurde, sei niemals in einem ähnlichen Institut der Welt zu finden gewesen. Abgesehen von den Dekorationen waren die Torletten der Damen, speziell die enormen Mengen von Diamanten, staunens­wert. Thatsüchlich war die ganze amerikanische Aristo­kratie von San Francisko bis 'Newyork, vom Süden bis zum Norden, zum Opernabend gekommen. Tie Blätter Der» Än im übrigen mit Genugthuung die Thatsache, daß inz, als er mit dem Bürgermeister Low zum Diner fuhr, verlangte, daß die draußen im strömenden Regen ausgestellte Ehrenestorte entlassen werde.

Tas G a st m a h l auf d e rH o h e n z o l l e r n" währte anderthalb Stunden. Prinz Heinrich saß zwischen Frau Mosevelt und Fräulein Alice Roosevelt. Gegenüber dem Prinzen saß der Präsident zwischen dem deutschen Bot­schafter von Holleben und dem Staatssekretär des Reichs­marineamts von Tirpitz, neben diesem Frhr. v. Seckendorfs. Außerdem nahmen die Herren des Gefolges des Prinzen und des Präsidenten daran teil, sowie einige hervorragende Amerikaner und Deutsche. Telegramme des Kaisers an den Prinzen und an Alice Roosevelt gingen ein, die sofort beantwortet wurden. Prinz Heinrich rief dem in der Nähe stehenden Botschafter v. Holleben zu:Kommen Sie doch mal her, ich muß einen Schreibtisch haben"; er drehte daraus scherzend den Botschafter herum, klappte einen Bogen Papier auf seinem breiten Rücken und schrieb die Kabeldepesche.

Viele Aussprüche des Prinzen, so heißt es, trafen ins Schwarze. So gab er auf die Frage, wie ihm die Wolken­kratzer gefielen, die charakteristische Antwort, ihn inter­essiere es wenig, wie viele Stockwerke die Häuser aufwiefen, er sei vielmehr gekommen, hier die Menschen kennen zu lernen. Dieses Wort hat außerordentlich gezündet und

Nach einer Mitteilung des Architekten Eduard Wich­mann in Kiel, der dem Newyorker Herald, Pariser Aus­gabe, erklärt aus zuverlässigster Quelle geschöpft zu haben, hat Prinzessin Heinrich, bekanntlich die Schwester unseres Großherzogs, aus einem Gefühl schöner Großmut heraus, eine Kabeldepesche an ihren Gemahl gerichtet, in der sie diesen inständig bittet, er möge doch Die unge- h e u e r l i ch e A u s g a b e von fast einer Viertelmillion Mark für das G a st m a h l der Millionäre Newyorks, über das wir oben berichten, nicht an nehmen. Er s m«ch nicht seine Person im Zusammenhang mit einer > , mo- losen und schädlichen Geldoerschwendung bringen! Mochten jene reichen Herren doch das würde sie unendlich lieber sehen das schöne Geld an die vielen Armen 'Newyorks geben, vielleichl als Stannntapital zu einemP rin z Heinrich-Heim". Wie viel edler wäre eine solche Ver­wendung dieser Summe!

Prinz Heinrich ist von den jüngsten Kindern des Kaisers gebeten worden, auch in Amerika sie ja nicht zu vergessen und ihnen recht oft A n s i ch t s p o st t a r t e n zu schicken. Prinz Heinrich hat diesen Wünschen Erfüllung verfprochen. Auch die Kinder des Prinzen selbst sind eifrige Sammler von Ansichtspostkarten; sie haben schon eine hübsche Kollektion beisamnien, unter der sich Karten aus China, Japan, Jerusalem usw. befinden.

Interessant sind englische und österreichische Preß- ftimm en. Die LondonerMor n in g Po st" meldet, der deutsche Kaiser hätte keinen besseren Vertreter, als den Prinzen Heinrich wählen können, um ihn nach Amerika zu senden. Es sei nicht jedermann gegeben, in Amerika sich die Volkstümlichkeit zu erwerben, aber der Prinz errang fie mit einem Schlage, und die von ihm daselbst gemachten Erfahrungen werden für ihn und durch ihn für den tfnifer sehr nützlich fein für die künftigen Beziehungen Deutsch­lands mit Staaten von mehr demokratischen Einrichtungen. TerStandard" schreibt: Die Hoffnungen, die für den Erfolg des Besuches des Prinzen gehegt wurden, seien voll-- komnien erfüllt . Tas Willkommen ,welches dem Prinzen von dem Präsidenten entboten worden ,sei mehr als ein vorübergehender Höflichkeitsatt. Es sei kein Zweifel dar­über, daß infolge des Besuches des Prinzen Deutschland und Amerika thatsüchlich bessere Freunde ge­worden seien.Daily News" fuhrt aus: Die Taufe der neuen Jacht des deutschen Kaisers bot Gelegenheit zu gewaltigen nationalen Freundschafts-Kundgebungen für Deutschland, die zweifellos nicht von ihrer Herzlichkeit ver­lieren während der übrigen Tauer des Besuches dev Prinzen in Amerika, Der Kaiser sei eine Quelle von überraschenden Ideen, aber er habe niemals einen besseren Gedanken ge­habt, als den, die neue Jacht in Amerika bauen zu lassem Das WienerFremdeub 1 a11" jagt: Die Wirkung der zwischen^Deutsasiand und den Vereinigten Staaten aus­getauschten Sympatyietiindgebungen wird so leicht nicht ver­loren gehen. Die Deutschen und Amerikaner können mit gutem Genüssen sagen, daß die Geschichte ihrer Völker von gegenseitiger Feindschaft nichts zu meiden weiß, Mehr noch wirkt die Thatsache, daß sich die politischen Wege Deustschk- lands und der ^Vereinigten Staaten nirgends kreuzen. Das N. Wiener Tageb 1." schreibt: Wenn auch augenblicklich ein positives Ergebnis der Reise des Prinzen nicht vorzu- finben ist, so werden doch diejenigen, welche in die weitere ^erue schauen, genug Gelegenheit finden, am fernen Horizont den intimen Freundschastsbund zwischen beiden Reichen zu erblicken.

Wir meinen, diesen Stimmen ist durchaus recht zu geben. In den Trinksprüchen an Bord derHohenzollern" sind die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutsche land und den Vereinigten Staaten mit Herzlichkeit ge­würdigt, und es ist von beiden Seiten der Wunsch ausgedrückt worden, daß Äas Ereignis die beiden Nationen enger an­einander knüpfen möge. Aber die Bedeutung der Reise des Prinzen Heinrich liegt nicht nur auf dem Gebiete der Auslandspolitik. Es ist auch ein kräftiger Appell an die in Amerika lebenden Trutschen, sich ihres Deutschtums au erinnern, auch ihrerseits das Band, das sie mit der alten Heimat verbindet, zu festigen. In der Union lebt so mancher Mann deutscher Abstammung, aus dem etwas geworden ist, der cS weit gebracht hat. Daß es viele unter ihnen giebt, die ihren Einfluß, ihre soziale Stellung, ihre reichen Mittel dazu verwenden, um, was an ifynen liegt, deutsche Sitte und Gesinnung zu pflegen und den einwan­dernden Landsleuten Beistand zu leihen das läßt sich leider nicht behaupten. Gerade das erregt den Spott der Amerilaner, dag der Teutsche, besonders dann, wenn es ihm gelungen ist, in der neuen Welt festen Fuß zu fassen, das Deutsche verlernt" und etwas daraus hält, alsAmerikaner" betrachtet zu werden . Man weift mitunter darauf hin, daß in Newyork und anderen großen amerikanischen Städten gan^e Straßenzüge sind, in denen nur deutsch gesprochen werde. Ja, aber was für ein greuliches, von Amerikanismus überwuchertes Teutsch! Um es zu verstehen, braucht es fast ebensoviel Sprachstudiums, wie zur Aneignung der Landes­prache selbst .In gebildeten amerikanischen sZamilien da­gegen hört man vielfach ein tadelloses, aeeentfreies Deutsch prechen. Im Derjlojjenen Jahrhundert sind etwa 15 Mil­lionen Teutsche nach Nordamerika ausgewaiwert.

Zur Förderung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten hat sich, wie das Berliner Bureau derNew­yorker Staatsztg." mitteilt, eine Vereinigung einflußreicher Männer in Berlin gebildet, deren Aufgabe es sein wird das gegenseitige Verständnis der beiden Nationen nach Kräften zu fördern und falschen Darstellungen auf (Äund eigener Sachkenntnis entgegen zu treten, sowie auf die Er- roeiterung der Handelsbeziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und der Nordamerikanischen Union tzinzuwirken. M