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Telephonischer Kursbericht«
3% Mexikaner
8i/g°/o Heesen . , 3 56 Oberheaaen
456 Oeaterr. Goldrerrte
55. Kauptversammlung des evaugettscheu Kustav-Adolf-Aereius.
Kassel, 84 Sept.
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der Mk bd hiesigen lüchtltngk md Hm Der HMuvz, oxxn% \m t (&am^on Dfftnbüi) tn Mum, her vor fraß )ejction veranlaßlen, ent 4er mMrischtt Mode : seinem TmppeM p
4°/o Italien. Rente . . . 4‘/2% Portugiesen . * .
3°/ Portugiesen. . . .
156 C. Türken . * ♦ < Türkonlose......
4% Griech. Monopel.-AnL
Reiohaanleihe do.
Konsole , do. . .
101.90
92.00
101.95
92.00
100.06
99.70
103.10
O vl^G 87M 106.60 216J0 187 Ä) 136.60» 148.00! 167.00 168.60
20.00 177 XX) 204.00 180 J0 168.00
'iitL Oberbürgermeister A dickeS hielt eine herzliche An- a rache, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß sich .ischen der Bürgerschaft und dem Militär gute Beziehungen reiroideln mögen.
102.70
60.40
80.90
28.95
121.80
43.90
war sehr stark mit Jungvieh bsiahren und von vielen Kauflustigen besucht, weshalb der Handel ein lebhaper wurde. Die Preise behaupteten nahezu ihre bisherige Höhe; 6—8wöchige Ferkel kosteten 32—46 Mk. das Paar, Einleger 7b—100 Mk. das Smck.
Vermischtes.
• Brände. In Reggio di Calabria entstand eine Feuersbrunst, die große Ausdehnung annahm und in kurzer Zeit 150 Häuser einäscherte. Der Bewohner bemächtigte sich eine furchtbare Panik. 600 Personen sind obdachlos und befinden sich in großer Not. Verluste an Menschen- leben sind nicht zu beklagen, — Bei einer Feuersbrunst verbrannten in Roubaix eine 62jährige Frau und ihre 3'/,jährige Enkelin.
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und "vrrsammiuna ab, E Dr.Mhart an >• H begrüßte die Ver> ^chastSbericht. Das Er. )b 752.23 Slatf, AuSgab« Gg U96 837.55 Mark, Einschließlich der Prämie lliitzige unb wohlthätige er Rest fließt in den Re. losten, vom 1. Jamun i aus 81/, Prozent, für Prozent festzusetzen. - Mahl sand im,6am* ir ging letzte Woche so sen LiS an den Sensen Frostschaden entstand. Dem auf einem Dienst, eitz dahier begegnete heute nfanterist deS 168. RegtS. der Soldat des Polizisten §auJ unb erwecke gerade >L MH längerer Ber.
■ Wolf-Verein unterstützt würden. Nicht wemger als irgend rna nb sind wir bereit zur Befolgung deS: „Ertraget einer )en andern in der Liebe." Es ist beschämend, daß LandA- eute nicht Frieden mit einander sollen halten können. Mn muß zuerst innere Toleranz üben, d. h. Achtung vor r nnden Ueberzeugungen; die muß dann in der Presse und || tu Versammlungsreden bewährt werden .und zwar auf s graben Seiten. Der Geisteskampf muß weiter gehen mit fretinen Waffen. Redner fordert von den maßgebenden Kvtho- iilen Vereinigung mit uns zum Eintreten für gegenseitige II chttliche Toleranz in Sachen der Mischehen und der Mnder- il Erziehung, der Behandlung der Kranken und der Gestor- || de-nen. DaS würde zum Frieden aus Erden, Gott zu einem L-ohlgefallen und dem Höchsten zur Ehr dienen.
Pfarrer D. Hartung- Leipzig erstattet den Jahres-
4l/s% Oesterr. Silberrente 101J30 456 Ungar. Goldrente . . 101.95
war damals eine Fleischnot im heutigen Umfange auch nicht möglich, weil man in Berlin selbst noch tüchtig Viehzucht trieb und die rundlichen Schweinchen Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht oft genug entgegen liefen, wenn der hohe Herr in seiner schönen Residenzstal^ einmal lustwandeln ging. Damals war eben hinter jedem Hause ein geräumiger Hof mit .Stallungen und einem verläßlichen Schweinelob en, und die Berliner hatten nicht nötig, auf die Produkte der umwohnenden Dörfler zu warten. So ganz sür umsonst sind wir schließlich auch nicht die gesundeste und reinlichste Großstadt der Welt geworden! — Aber man kann es wirklich verstehen, daß unsere lieben Hausfrauen, die nicht eine unbeschränkte Wirtschaftskasse haben, in diesem Herbst mit sorgenvollen Gesichtern einheraehen und die vier Rechnungsarten viel eingebender bei ihren Einkäufen zu Rate ziehen, denn je! Kostet doch ein Pfund Kochfleisch vom Rind — bei einem soliden Schlächter mit kleinbürgerlichen Preisen gekauft — 80 Psg., vom Kalb sogar 90 Psg.; und muß sie für Karbonade vom Borstentier doch setzt schon 1,10 Mk., für Schweineschnitzel sogar 1,40 Mk. bezahlen. Ach, die Berliner Schlächter wissen nur zu gut, welche Stücke die Herren Ehemänner am liebsten auf dem Tisch sehen, und bei diesen legen sie die Schraube natürlich am kräftigsten an. Für Kalbschnitzel opfert die Hausfrau jetzt 1,60 ML; in den Geschäften, wo man das Renommee mitbezahlt, soaar 2,40 Mk. Guter Schinken ist bis aus 1,80 Mk. geklettert; Speck kostet 90 Pfg. und 1 Mk. Aehnlich verhält es sich mit den Wurstwaren. Und dabei kennen unsere Verkäufer die schöne Sitte des „Ausschlags" der Wage ganz und gax nicht. Das Gewicht stimmt, aber auch aufs Haar. Zugabe ist eine falsche Sentimentalität, durch die man minbepend zwei Jahre später Rentier wird! Daß die Zunft der Knochenhauer trotz aller hohen Preise, die sie fordert, in einer kritischen Zeit lebt, beweisen übrigens die zahlreich-» Bankerotte
gerade in diesem Jahre. Die hohen Ladenmieten schlucken den größten Teil des Vierdienstes ftret, und so provitiert schließlich auch nur der Großhändler. Ein Glück, daß bie Wildperiode mit niedrigen Preisen eingesetzt hat unb so die Kalamität nicht noch schttmrner macht; das Geflügel tft durchweg auch teurer wie in anderen Jahren!
Durch die Zufuhr von aßen Seiten hat man in Berlin meist sehr niedrige Db ftp reife. Es ist erstaunlich^ was zur Zeit der Hochreife die Erdbeeren mm Beispiel billig sind. Augenblicklich geht's uns so mit Wsintrcmben. Nur darf man nicht hei den ambulanten Händlern hersinfollen, die mit ihren Wagen von Straße zu Straße ziehen und' das Pfund ihrer „Goldtrauben" oder ,Mttetrcmben" rc. noch 5—10 Pfg. billiger anbieten tote der solide Kaufmann. Entweder ist die Ware nämlich minderwertig oder das Gewicht ist falsch. Die Sitte, aus der Düte schnell ein paar Pflaumen oder Trauben zu essen, um den mahnenden Magen noch eine Stunde langer hinzu halten, ist selbst unter Erwachsenen der besseren Stände hier ziemlich verbreitet. Keinem von diesen fällt te ein, Lu kontra ltterem ob dieses „Pfund Trauben" auch wirklich ein Pfund if£ Und nun gar die Kleinen, die zur Schule wandern mijd ihr Frühstück dadurch ergänzen sollen. Sie erhalten oft kaum die Hälfte des richtigen Quantums. Dieser einträgliche Handel ist in Berlin rissig beliebt. Junges Volk, baS nicht Lust zu einer regulären Arbeit hat, zieht im Verein mit gleichaltrigem W-eibsvolk ,aus, sich damit sein Brot ni — verdienen. Wehe dem, der an der Richtigkeit der Wage oder des verabfolgten Quantums zu mäkeln prägt! Die d reiste Grobheit dieses Gelichters ist asnüaenb 5e- kannt! Und trotz alledem satten tagtäglich Tausende auch die Bescheid wissenden — ans diesen Unfug herein, anstatt in das nächste seßhafte Geschäft zu gehen, wo fte ehrlich bedient werden. Die Welt will nun einmal
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
18. Sonntag nach Trinitatis, den 28. September. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nächstfolgenden Sonntag den 5. Oktober findet im Haupt- gottesdienst Beichte und heil. Aberrdrnahl für Matthäus» und Markusgerneinde statt. Dieientgen Gemeindemitglteder, die daran teilnehmen wollen, werden gebeten, sich vorher bei dem Pfarrer ihrer Gemeinde aruurneldeu.
Psarrasststent Bogt wohnt Goethestraße 27, 4.
Zu der Johanne» kteche.
Vormittags 9*/» Uhr: Pfarrer Euler.
Beichte unb bell. Abendmahl für die LukaS- und die Johannes- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormitt. II1/« Uhr: KindergotteSdlenst für die LukaSgemeinde.
Pfarrer Euler.
Sonntag, abends 8 Uhr. Versammlung uub Bibeibefprechung im Konfirmanden!aal der JoyanneSktrche. 1. Lorr. 1, 4—8.
Katholische Gemeinde*
DamStag den 27. September.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag den 28. September.
19. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6*/, Uhr an: Gelegenhell zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion.
Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hell. Messe.
, r 9>/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 21/, Uhr: Christenlehre, darauf Andacht.
Bon Mittwoch an ist im Oktober täglich deS abends um 61/, Uhr Rofenkranzandacht mit Segen.
Gottesdienst in der Synagoge Montage, Israelitische NeÜgionsgemeinde.
Samstag, den 27. September 1902.
Vorabend: 6 Uhr. MorgenS: 8" Uhr.
Nachmittags: 4 Uhr.
Sabalhausgang: 7 Uhr.
Methodiften-Gemeiude. (Asterweg 16.) Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag nachm. 4 Uhr: Predigt.
Mittwoch abend 8*/a Uhr: Bibelstunde.
4,/sVq Chinesen . , . Electric. Bchuckeri . , Nordd. Lloyd . .. Kreditaktien . . . . Diakonto-Konnnandit. , Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . , Berliner Handelsgut. . Oesterr. ßtaatsbahn . , Lombarden . . . . Gotthardbahn . . . . Laurahütte . . . . . Bochum ...... Harpener.....
Plaudereien aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.)
Berliner Fleischtheuerung. — Die gute, alte Zeit. — Preise iob heute. — Obst bei den StratzeuhLudleru. — Die Welt will betrogen sein!
Selten haben die Stoßseufzer über die gute alte Zeit o kräftige Echos gefunden als Heuer in den Zeiten der ifleif Steuerung. Denn daß eine wirkliche Teuerung mist, kann auch der „eingefleischteste" Grenzhüter soweit s sich um ib!ie Ochsen und Schweine der Pußta handelt, iaht mehr bestreiten. Daß sich speziell etliche der Berliner - hlächter die kritische Situation zu Nutze machen und >i»! Preise über die Gebühr hin au streiben, sei >o«t vornherein zugegeben. Das war indessen schon zu ilten Zeiten so, sonst hätte der Nürnberger Rat sicher ; liiöt so strenge Gesetze für seine „Fleischhauer" notig ge- Mt, die uns in einem alten Gedicht, wie folgt, ans- -ckoahrt sind:
„Der Fleischverkauf ist also bestellt: Schlägt man eine Kuh oder Stier, So sind dazu zwei oder vier. Die das Fleisch schätzen gar eben, Wie man jegliches Pfund soll geben. Um drei Pfennig oder um zw e en! — Muß an einem Brett gemalet stehn Das Geld und auch das Tier dabei, So sieht auch jeder, was es sei,
Und die Leut nicht schätzen für Narren, Verkaufet Kuh fleisch für Farren" rc.
Auch der Berliner Rat schrieb vor drei Jahrhunderten, ilsin Brandenburg und Meißen ein fetter Ochse fünf Selben galt, den Meistem die Kleinpreise vor. Freilich
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Der heutige yestgottesdienst füllte die weiten Räume großen MartinSkirche so feyr mit DrangsalS Hitze, daß tn anderer Stelle ein zweiter Gottesdienst eingerichtet narben mußte. In demselben predigte Professor Stonf^ Heil Haupt auS Halle.
Nach dem Festgottesdienst wurde dis erste öffentliche )«nptversatmnlung vom O. K. R. Pank eröffnet. Panks gleitende Ansprache hatte zum Leitmotiv die Mahnung, Miakeit ün Geiste zu pflegen, nicht Einer leih eit, aber Ünrsöhnutig auch über die Nationalitätsgrenzen hinaus. SÄ werden in dieser Hinsicht Anklagen widerlegt, welche >on magyarischer und tschechischer Seite erhoben worden imb, besonder- die Verleumdung, als ob in Oesterreich )i.* Evangelischen Hochverrat planten und darin vom Gustav- Wols-ÄZerein unterstützt würden. Nicht weniger als irgend
Neueste Meldungen.
Originaldfahtmeldungen des Gießener «nzeiger^.
Loudon, 26. Sept. Telegramme aus Washington richten über ein anarchistisches Attentat gegen den Präsidenten Roosevelt. Diese Nachricht wurde aber alS» bald dementiert. Ein weiteres Telegramm au8 New-Pork be- richtet, datz ein Attentat gegen da» Hotel ,»« goldenen Adler in Washington stattgefundea hat. Da» Hotel wurde teilweise durch eine Bombe zerstört, welche durch einen gewissen Mackeray geworfen wurde. Mackeray beging s» fort Selbstmord. Wie es heißt, handelt e» sich nicht um ein politisches Attentat, da Mackeray seit zwei Zähren in de« Hotel wohnte und noch kürzlich einem großen Bankett beigevohut hat,j welches der Eigentümer de» Hotels gab. 80 Personen wurden bet der Explosion verletzt.
London, 26. Sevt. Eine Depesche deS Reutersc^r^ Bureaus berichtet aus Pretoria vorn 24. Okwber i Dtej Regierung übernahm die Berantwortlichkett für die bet1 dem Waisenkommissar der ehemaligen südafrikanischen Re-' publik h nterlegten Gelder Minderjähriger. DaSj Kapital und die Zinsen werden an dem jeweiligen Fällig^ keitstermin gezahlt. Die von dem früheren SBaifentonte, missar verwahrte Summe belief sich annähernd auf Lstr. 280 000, von denen nur Lstr. 8000 gesetzmäßig angelegt! waren. Ter Restbestand wurde von Beamten der ehemaligen Regierung, als sie aus dem Lande flohen, os- schlagnahmt. ।
Brüssel, 26. Sept. Königin Henriette hat den Haupttell ihres Barvermögens im Betrag von 50 000 FrL. ihrem alten Leibdiener vermacht. Das Palais in Spa, wo die Königin die letzten zehn Jahre gewohnt hat und wo sie gestorben ist, erhält ihr Privatsekretär Goffinet, der bereits; den Marstall erhalten hat. Die Schmucksachen gehen an W drei Töchter Luise, Stephanie und Clementine über.
Marseille, 26. Sept. In der Nähe von Birofay fand zwischen zwei Polen, die sich in Paris zur Bervoll- kommnung in der französischen Sprache aufhietten, ein Duell statt, bei dem einer der Duellanten getötet wurde.
Wien, 26. Sept. Der in Roveredo in Haft befindliche Advokat Murri verlangt mit Ungeduld, den italienischen Gerichten ausgeliefert zu werden. Er leugnet entschieden, in Geldverlegenheiten gewesen zu sein und will 65 000 Lire besessen haben.
Belgrad, 23. Sept. Die Lage in Mncedonien hat sich drohend gestaltet. In Konstantinopel scheint man Unruhen in Macedonien zu befurchten. Bon allen Setten langen Truppen-Berstärmngen an. Auch auS Altserbten, kommen beunruhigende Nachrichten. Der Albanesen-Häupte ling Mustafa Feradagie hat sich Boljetinaz angeschlossen und mit 1000 bewaffneten Albanesen fein Lager in der Nahe von Mitrowitza aufgeschlagen, welches er in Brand zu stecken droht. Es tarn bereits zu einem Zusammenstoß mit türkischem Militär, wobei es aus beiden Setten Tote und Verwundete gab.
Moskau, 26. Sept. Die Primadonna ber Dptx m Kaluga wurde von einem 18jährigen Kaufmannssohn auS Eif ersucht auf der Promenade erdolcht.
New-Pork, 26. Sept. Das Befinden beB Präsidenten Roosevelt ist befriedigend. Die Aerzte haben dem Kranken vollkommene Ruhe vorgeschrieben. Der Präsident wird daher nur einige Mitglieder deS Kabinett empfangen, sowie diejenigen Personen, die beauftragt sind, ihn über gewisse wichtige Fragen zu informiren. Man glaubt, daß keine Komplikationen ein treten werden, eS müßte denn sein, daß der verletzte Knochen am Knie angegriffen fei, was jetzt nicht festgestellt werden kann.
die Ausrottung beS Deutschtums in Oesterreich Mnarbette. Alles daS zeige, wie sehr es unter den Katholiken Oesterreichs gähre unb wenn hier unb dort Uebertritte erfolgt en, so sollte der Gustav Adolf-Ger ein für die religiöse Versorgung derselben möglichst viel thun, um sie dem neuen Glauben zu erhalten. Redner bittet schließlich um Unterstützung deS Lillier MrchbaueS, zu dem ber katholische Bürgermeister bereits den Baugrund lotzerttoS überlassen habe.
Pastor Torre von- Frankfurt a. M. verwies auf das Auftreten AbbS DourrierS, da- in Verbindung rntt den kürz- lich erfolgten Uebertritten von 40 bis 50 französischen Priestern deullich zeige, wie auch in Frankreich bte Los von Rom- Bewegung immer weitere Fortschritte mache. Die Priester seien der Unruhe des katholischen Pfarrhauses müde, und die Unterstützung der aus der Kirche ausgetretenen Geistlichen sei dringend nötig, da sie meist so ungebildet seien, daß sie nur noch tn niederen Berufen, so alS Droschkenkutscher, Verwendung finden könnten. In Paris seien sogar 4—5 ehemalige Geistliche als Rosselenker angestellt. Auch die Thatsache, daß der ehemalige katholische Priester und jetzige Ministerpräsident Combes seine berühmte Rede in Sachen der Kongregationen gehalten habe, infolge seiner Agitation gegen Rom in das französische Parlament gewählt worden sei, gebe doch zu denken. Die Zeichen der Zeit forderten die Aufmerksamkeit des Vereins heraus.
Psarreor Faehue-Kaaden in Nordböhmen bat um Liebesgaben für die nordböbmischen Gemeinden.
Es sprachen bann noch Pastor Geißler aus Bosnien, Pfarrer Gutemar aus Arco in Südtirol und der Pfarrer von Graslitz in Böhmen.
Die Hauptversammlung wählte Hamburg als Ort der nächstjährigen Tagung. Die kleine Liebesgabe von 21000 Mark beschloß man der Gemeinde Villach in Kämthen zuzuwenden.
ie richt. 8042 Gemeinden stehen in unserer Pflege, bar- unter tn Nassau 40, Hessen-Kassel 26, Hessen-Darmstadt 28, vssterreich 516, wo der nationale Streit bei deutschen und »slawischen Evangelischen schweigt, wo Überall die Schulamt Seufzer auspreßt, wo aber auch das Diakonissenhaus 'Mneufiräjen in eine größere Gemeinde überzusieoeln den !)Üit hat, wo an mehr als einer Stelle aus einer Pfarre ■ ll ren 6—10 werden. Der katholische Bonisaciusverein mit ü 48 509 Mk. Jahreseinnahme, — die Erbauung vieler ttlholischen Kirchen in sonst rein evangelischen Gegenden, jiii das Gewissen wach erhalten zu der Erkenntnis, daß &!t* Pflege ber evangelischen Diasporen eine Pflicht ber
A ehe unb ber Selbsterhaltung zugleich ist.
Im Anschluß an die erste Hauptversammlung trat die ni-chtöffentliche Versammlung der %bgeorbneten der vermiedenen Zweigvereine zusammen, um über einige interne ingelegenheiten des Gesamtvereins -u verhandeln. Danetten sprach Pfarrer Dnschek ans Kolin über den Pro- IiestautismuS unter den Tschechen. An diese U Si-Sung schlossen sich Hw ei Abendversammlungen an. In trr ersten, die im Festsaale deS Evangelischen VereinS- icurfe» tagte, führte Superintendent Kar man n-Schw etz d en ÜOrsitz. Er schilderte die Lage in der Diaspora West- । pi mßenS, die gleichermaßen gegen PoloniSrnuS und Rvma- li^mus anzu kämpf en habe. Ein .Untergang deutscher unb i^ngelischer Kultur in jenen Geaenden sei jedoch nicht zu teffilrchten, denn wenn auch die ehemals deutschen Cdelleute Ei t Hutten-EzapsD), p. Lttllkstein, v. WollschlLger, v. Rosfow o. a., unter der polnischen Herrschaft ihr Deutschtum voll- 1 sLadig verloren ober auf gegeben hätten, so habe doch der i Iri-irerzett auS Westfalen, Friesland, Med er sochsen ufto. ein- ^ttvanderte deutsche Bauernstand in den gesegnetenWeichsel- riKberungen trotz per jahrhundertelangen harten Berfol- Sicna durch den volnrschen KlerikalismuS niemals fein I^ttschttun unb [ein iEvangelium verleugnet und fei noch .ernte der festeste Wall gegen alle deutschfeindlichen und LMievangelischen Strömungen. (Lebhafter Beifall.) Aber :u-tzdem sei es nötig, chnen durch den Gustav-Adolf-Merein lt: chen und Schulen zu bringen, um auch ihrem Nachwuchs !eu Väter Glauben zu erhalten.
Pastor May- Cilli schilderte die Verhältnisse in dieser r teiermärkischen Stadt, die zur Zett mitten in ber LoS von kiwin-Bewegung stehe, nachdem sie schon vorher durch den .iMversitätsstreit, die Sprachenverordnungen u. a. m. in hwen Tiefen aufgeregt worden sei. Eine bemerkenswerte ö6rberung habe die Bewegung dort von seiten der Katho- ü!-n selbst erfahren, die von ihren Priestern bisher forte ;essetzt gequält und getreten worden seien. So sei der Mrger- natifter mit seiner ganzen Familie übergetreten und auch iei armen Slovenen meldeten sich massenhaft, um des ZLzens des Evangeliums teilhaftig zu werden. Vom Amts- loitt der Stadt sei der zum Besuch kommende Erzbischof rocar als fanatischer Agent jener Macht bezeichnet worden, w seit Jahrhunderten Oesterreich beunruhige und die auf


