Darmstadt wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Staatsanwalts am Landgericht der Provinz Starkenburg, der Gerichtsassessor Schnittspahn in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Fürth, der Gerichtsasiessor Heyl in Gießen mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Altenstadt, der Gerichtsassessor G e h m in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei dem Amtsgericht Darmstadt I beauftragt. — Ernannt wurden am 18. Juni der Gefangenaufsehcr am Landeszuchthaus Marien- schloß Augustin Müller zum Gefangenwärter am Haftlokal in Schotten unter Belassung des Amtstitels „Gefangen- aufseher", und die Gefangenwärter an der Zellenstrafanstalt Butzbach Jakob Weil und Georg Grafcnstadt zu Gefangenaufsehern an dieser Anstalt.
** Da an der Feier aus Anlaß der 1000. Immatrikulation nicht alle Einwohner mit Kind und Kegel teilnehmen können, so macht ein Leser des Gießener Anzeigers den hübschen Vorschlag, denjenigen Personen, die an der Feier nicht teilnehmen können, ein Quartal der Kom- munalsteuer zu erlassen! — Man wird zugestehen, daß der Mann Humor hat.
** Zu Darmstadts Stadterweiterung. In der ,Franks. Ztg." macht ein Darmstädter Korrespondent recht beachtenswerte Vorschläge über die Ausdehnung der Stadt, bezw. die Bebauung neuen Geländes in Darmstadt. Er kommt zu der Ueberzeugung, daß die Bebauung des Exerzierplatzes in Darmstadt eine nicht zu umgehende, volkswirtschaftliche Notwendigkeit ist. Lassen wir ihn selbst sprechen:
„Also da sollte neues Gelände zur Bebauung erschlossen werden, and zwar der Exerzierplatz. Sehr bald würde sich dann bei dem schnellen Wachslum der Stadt hier em neues Viertel organisch angliedern: nahe dem Bahnhos und nahe dem Geschäftsverkehr. Die Rheinstraße, die einzige groß angelegte Straße Darmstadts, würde nicht nur die Hauptzusahrls", sondern auch die Hauptgeschäftsstraße werden. Das Schloß, das Museum und Theater, Hochschule, Post und Ministerium, die alle nahe beieinander unb bei der Geschäftsstadt gelegen sind, werden wieder .an ihren natürlichen Platz, d. h. in das Zentrum gerückt sein. Die Nheinstraße aber feum über die Eisenbahn hinweg als breite Pruntftraße, ähnlich den Ehamps Elysees in Paris, fortgesetzt werden. Auf der Seite des jetzigen Exerzierplatzes sollte em breiter Gartenstreifen angelegt werden. Hier konnte ein Restaurant und ein Kaffeehaus großen Stils der Gesellschaft den Sammelplatz geben, den sie während der vorjährigen Ausstellung im Platanenhain der Künstlerkolonie für kurze Zeit gesunden und eifrig besucht hat. Mit der Durchführung dieses Projektes würde daun endlich Darmstadt den großstädtischen Charakter erhalten, der ihm immer noch fehlt, der ihm nach der Zahl seiner Bewohner aber entschieden zukommt."
Das sind recht beachtenswerte Vorschläge, die in Darrn- tzadt vielleicht auf fruchtbaren Boden fallen werden.
Marburg, 24. Juni. O. H. T. V. Die 6. Programm- tour nach dem Taunus fand bei schönstem Wetter statt. Es trafen sich wiederum 12 wackere Leute im Zuge am' Südbahnhose, welche, nach kurzem Aufenthalt in Gießen, um 8.36 Uhr Langgöns erreichten, von wo sie die Wanderung teils durch üppige Kornfelder und unter reichbehan- genen Aepfelbäumen, teils durch schönen Wald begannen und gegen 9.40 Uhr in Niederkleen eintrafen. Hier wurden vi vom Lehrer Storck von Butzbach empfangen. Nach der ihotographischen Aufnahme eines aus dew 18. Jahrundert lammenden altdeutschen Hauses ging die Wanderung nach dem Zileebach entlang über Oberkleen nach Cleeberg, sehr idyllisch gelegen, mit einer alten Burg gekrönt, tvo sie gegen 12 Uhr emtrasem Nach kurzer Rast zog die Gesellschaft mit fröhlichem Gesang von Cleeberg ab, den gegenüberliegenden Bergrücken hinan, recht häufig Rückblicke aus die schöne Umgegend genießend durch herrliche Eichenwälder über den Schrenzer gen Butzbach hin. Kurz vor Austritt aus dem Wald oberhalb des Zellengefängnisses kam den Wanderern der Direktor Jäger entgegen und übernahm die Führung zu den Ausgrabungen der Römischen Bauten. An dem wieder errichteten Wachtturm erläuterte er die verschiedenen Aushebungen und Funde. Bald darauf wurde Butzbach erreicht. Nach dem Mittagsmahle wurde das Altertumsmuseum besucht, die alten Gebäude von Butzbach bewundert, aus dem Marktplatze das schöne Bild von Münzenberg, wozu eine Straße den Rahmen bildet, angestaunt und nach halbstündigem Abschiedsschpppen im schönen Garten des „Hessischen Hofes" um 7.26 llhr die Heimreise angetreten.
Vermischtes.
* Hamburg, 25. Juni. Gegen die Rhederei des Dampfers „Firsby" soll auf Schadenersatz geklagt werden. Die „Firsby" wurde vorläufig mit Arrest belegt. Im
Raume des gesunkenen Torpedobootes wurden von Tauchern drei Leichen gefunden.
• Dresden, 24. Juni. Die Nachbarschaft des Hauses Bräuerstraße wurde gestern Abend plötzlich durch mehrere schnell hintereinanderfolgende Schüsse allarmiert, die in der Wohnung des tschechischen Seilers Georg Skiba fielen. Als man in die Wohnung eindrang, fand man die im Anfang der 20er Jahre stehende Ehefrau des Seilers und ihre beiden Kinder in ihrem Blute liegend vor. Die Frau war bewußtlos und wies eine Schußwunde in der Nähe der linken Schläfe auf. Ein neben ihr liegender Revolver zeigte was geschehen war. Als die Frau wieder zu sich kam, erklärte sie, sie habe sich und die Kinder umbringen wollen, da sie lebensüberdrüssig sei. Der Ehemann giebt an, daß er mit seiner Frau im besten Einvernehmen gelebt habe. Am Nachmittag brachte sie ihm noch das Essen und scherzte mit ihm in der heitersten Weise. Nach dem Essen gab der Mann seiner Frau einen Geldbetrag, mit dem sie Steuern bezahlen sollte. Anstatt diesen Auftrag auszuführen, ging die Frau zu einem Altwaarenhändler und kaufte sich einen Revolver nebst Patronen, Sie begab sich darauf nach Hause und führte die That aus. Bevor sie ihren Entschluß zur Ausführung brachte, entkleidete sie sich. Eins der Kinder ist ms Genick geschossen und die Wunde erwies sich als gefährlich. Das andere Kind ist am Arm verletzt und dürfte zeitlebens einen steifen Arm davontragen. Alle drei Personen wurden nach dem Krankenhaus gebracht. Man hofft sie am Leben zu erhalten.
* Würzburg, 25. Juni. Bei Ochsenfurt kippte ein mit 11 Personen besetzter Kahn beim Uebecqueren des Main um. Drei Personen ertranken, die übrigen wurden gerettet.
* Mährisch-Ostrau, 25. Juni. Infolge neuerlicher Wolkenbrüche im Gebirge ist wieder Ueberschwemmungs- gefahr eingetreten. Die Stadt Friedland ist bereits unter Wasser. Die Ostrawitza ist aus ihren Ufern getreten.
* Neues vom Grafen Pückler. Wie die „Voss. Zig." erfährt, ist gegen den Grafen wegen der Herausforderung des Geh. Sanitätsrats Dr. Neumann zum Zweikampf das Strafverfahren eingeleitet worden. Geheimrat Neumann hat als Stabsarzt den Feldzug von 1870/71 mitgemacht; außer dem Eisernen Kreuz hat er sich noch die Rettungsmedaille erworben. Wie dem genannten Blatte aus Glogau mitgeteilt wird, befand sich Dr. Neumann in der Gesellschaft mehrerer höherer Offiziere, als ihm die Forderung des Grafen überbracht wurde. Der Gewährsmann der „Voss. Ztg." glaubt keinesw egs, daß Graf Pückler unzurechnungsfähig sei. Der Vorsitzende des Gerichtshofs, so meint er, habe klug gethan, als er den Grafen nicht zu scharf angefaßt habe, denn nur so habe das Tribunal sich die Gewißheit verschaffen können, daß der Angeklagte sich der Rechtswidrigkeit seiner Handlungsweise völlig bewußt gewesen sei. Darüber sei sich ganz Glogau einig, einig aber sei es sich auch in der Verwunderung darüber, daß der Vorsitzende den Grafen Pückler nicht abführen ließ, nachdem dieser Geheimrat Dr. Neumann an Gerichtsstätte so schwer beleidigt hatte. Lieber das Verhalten des Grafen während und nach der Verhandlung schreibt der Vertrauensmann des Blattes: „Während der Graf in dem ersten Teile der Verhandlung mit verschränkten Armen dastand und herausfordernd lächelnd dem Vorsitzenden von oben herab antwortete, während er dann mit dem Ausdruck des höchsten Zornes losschrie, als Dr. Neumann mit der Abgabe seines Gutachtens begann, verließ er nach der Verkündung des Urteils ganz geduckt den Saal. Erst nachdem er sich gestärkt hatte, bekam er wieder Mut, er stieß wütende Schimpfworte gegen Dr. Neumann aus, wie „Lump", Schweinehund", und sandte dann seinen Inspektor als Kartellträger hinaus".
* Die Pest. Wolffs Tel.-Bureau meldet aus Genua. An Bord des mit 700 Passagieren von Buenos-Ayres* kommenden Dampfers „Duea de Galliera" sind zwei pest- verdächtige Fälle conftatiert worden. Das Schiff liegt in Quarantäne.
* lieber die schmerzlich-mystisch-tiefsinnig- schwächliche Treibhaus - Litteratur unserer Aller- jüngsten stößt Edgar Steiger in der „Jugend" einen ehrlichen Zorn- und Notschrei aus. „Wer kennt", so ruft er, „das Treibhaus nicht, wo diese Literatur gezüchtet wird? Es ist das Nachtcafs. Dort sitzen, Cigaretten qualmend, die blei
chen Jünglinge tagtäglich bis in die Morgenstunden hinein und fabrizieren bei einer Tasse Kaffee ober noch besser bei einem Glase Absynth die deutsche Litteratur. Lauter Genies, einer genialer wie der andere. Jeder eine Welt für sich, Erde und Himmel zugleich. Wozu sollte er also Natur unb Menschheit nötig haben? Das Geräusch bes Lebens übertont nur bte heilige Stimme bes Innern; ber Anblick bet Not und des Elends raubt dem Dichterherzen die Ruhe, deren es zum Ausbrüten seiner Eier bedarf; der sociale Kampf, der da draußen tobt, könnte nur die Ewigkeitsgedanken zerstampfen, an denen der Ewigkcitsmensch wie an einer Leiter von Cigarettenwölkchen emporklettert. Wozu überhaupt noch Menschen sehen unb bazu noch Alltagsmenschen, die garnichts von dem tiefen Leib eines Cafehausdichters wissen? Da draußen muß einer schauen und — denken, wenn er etwas erhaschen will. Und das Denken ist der Tod aller Kunst! Nur wer sein Hirn so weit brachte, daß er das Denken verlernte, der darf sich mit Stolz einen Dichter nennen. Mühelos starrt er in die schwimmenden Farben der Cigarrettenwolken, mühelos hört er, wie ferne Silberglöckchen, die wirren Stimmen der Genies um ihn her — gestaltlose Farben und gestaltlose Töne, die sich zur tieferen Bedeutung zusammenballen. Zur tieferen Bedeutung ? Ach! das ist ja eben das Geheimnis dieser tieferen Bedeutung, daß Niemand sie deuten kann. Darum ist sie so tief — so tief — so tief--". Die Cafehausjünglinge mit
den großen Cravatten werden allerdings über einen solchen „Banausen" nur schmerzlich lächeln.
Gerichtssaal.
Berlin, 24. Juni. Einen erbitterten Kamps mit seinen früheren Vorgesetzten führt seit zwer Jahren der ehemalige Referendar Paul Loe- bell, der unter der Anklage der Beleidigung von dem Schöffengericht stand. Der Angeklagte mußte Familienverhältnisse halber im Jahre 1900 sein Studium aufgeben. Aus sein Gesuch wurde er bei der Ziegelei-Berufsgenossenschaft angenommen unter der Bedingung, daß er zunächst zu seiner Ausbildung sechs Monate unentgeltlich, zu arbeiten hatte. Vor Ablauf dieser Zeit kam es zwischen ihm und dem Geschäftsführer Bruchmann, seinem Vorgesetzten, zu Differenzen, weck dieser ihm mitteilte, daß die Kollegen o>es Angeklagten sich über sein unkollegialisches Benehmen beschwert hätten. Loebell schied aus, und von diesem Augenblicke an schien er es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu haben, Bruchmann und den Direktor Jahn von der Berufs- genossenschast zu verderben. Er richtete an das Reichsversicherungsamt und die Staatsanwaktschjaft Anzeigen über Anzeigen, worin er bie beiden der schwersten Strafthaten, der Unterschlagung, Urlundensälschung und des Betrugs be- zichtigte. Er sandte ihnen Briefe und Postkarten, die von Spott und Hohn stvotzten, und snckfte sich dazu die Feiertage, besonders das Weihnachts- und Pfingstfest, au5._ Eine dieser Karten war mit einer Abbildung der Strafanstalt Plötzensee versehen und trug die Abresse: „An den Direktor der Ziegelbäcker und Lehmtreter Herrn BrUchmann". Der Angeklagte hob stets hervor, daß er doch eine ganz andere gesellschaftliche Stellung einnehme, als seine Gegner, die ungebildet seien und nur der Protektion ihre Stellungen verdankten. Es haben die eingehendsten Ermittelungen stattgesunden, ob etwas Wahres an den Beschuldigungen des Angeklagten sei, aber auch nicht das Geringste hat sich berausfinden lassen. Trotzdem dem Angeklagten dies amtlich bekannt gegeben wurde, setzte er seine Anzeigen bei den Behörden und seine beleidigende Korrespondenz fort. Er konnte schließlich zur Verantwortung gezogen werden. Nach mehrstündiger Verhandlung waren alle Prozeßbeteiligten der Ansicht, daß der Angeklagte schwerlich geistig gesund' sein könne. Es wurde beschlossen, den Angeklagten während' einer Zeitdauer von sechs Wochen durch den Gerichtsohysikus Sanitätsrat Dr. Leppmann auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen.
Nach dem heutigen Stande der Wissenschaft nachweislich
das beste Mittel zur
Pflege der Zahne ä 4403
und des Mundes.
Bekanntmachung.
Die nachstehende Bekanntmachung des Großh. Feldbe- reinigungskommissärs zu Friedberg bringen wir hiermit zur Kenntnis der betr. Grundbesitzer.
Gießen, den 24. Juni 1902. 4676
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung,
Betr.: Felbbereinigung in ber Gemarkung Gießen, rechts ber Lahn; hier: ben allgemeinen Meliorationsplan.
In ber Zeck vom 25. Juni l. Js. bis einschließlich 8. Juli l. Js. liegt, auf bem Büreau Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer Nr. 2,
ber allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht unb Prüfungsprotokoll zu bemselben
zur Einsicht ber Beteiligten offen.
Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwenbungen hier- aeaen finbet statt:
Mittwoch den 9. Juli l. I., vormittags von IO1/., Uhr bis 11 »/2 Uhr, sm Büreau Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer Nr. 2, wozu ich bic Beteiligten unter bem Anfügen einlabe, baß bie Nichterscheinenden mck Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens % Bogen) ein- "weichen.
Friedberg, ben 18. Juni 1902.
Der Großh. Bereinigungskömmissär:
Spam er, Kreisamtmann.
Bekanntmachung.
Bei ber in ber Sitzung ber Stabwerordneten-Versannnlung vom 12. b. Mts. vorgenömmenen planmäßigen Verlosung ber am 1. Oktober b. Js. zur Rückzahlung kommenben Schulbverschreib- ungen ber Anlehen ber Stabt Gießen aus ben Jahren 1890 unb 1892 sind folgende Stücke gezogen worben:
a) vom 1890 er Anlehen:
Lck. A Nr. 32, 37, 112 unb 113 ä 2000 Mk.
„ B „ 29, 73, 88, 129, 138 und 146 ä 1000 Mk.
„ C „ 8, 43, 46, 54, 137, 150, 202, 293 unb 447 L 500 Mk.
„ D „ 26, 115 unb 143 ä 300 Mk.
„ E „ 56, 57 unb 93 ä 200 Mk.
b) vom 1892 er Auleheu:
„ F „ 41, 112 unb 150 L 2000 Mk.
„ G „ 64 unb 65 ä 1000 Mk.
„ H „ 7, 47 unb 48 ä 500 Mk.
„ J „ 44 ä 300 Mk.
„ K „ 1 ä 200 Mk.
Es wirb dies mit bem Bemecken zur Kenntnis ber Besitzer ber vorbemerkten Schulbverschreibungen gebracht, daß bie Einlösung berselben unb zwar:
a) von dem 1899er Anlehen:
bei ber Stadtkasse Gießen,
„ „ Deutschen Genossenschaftsbank von Soergel u. Parrisiuö u. Etc., Kommanbite Frankfurt a. M.
b) von dem 1892 er Anleheu: bei ber Stadtkasse Gießen,
„ bem Bankhause A. Heichelheim in Gießen,
„ „ „ Ephraim Meyer & Sohn in Hannover,
„ „ „ Mauer & Plaut in Cahel,
„ „ „ Gebrüder Neustadt in Frankfurt a. M.
erfolgen kann, sowie baß bie Verzinsung mit dem 1. Oktober 1902 aufhort.
Gießen, den 24. Juni 1902. 4668
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
In unser Handelsregister wurde heute eingetragen bie Firma: Heinrich Heller IV. in Lich. Angegebener Geschäftszweig : Bierbrauerei.
Lich, am 23. Juni 1902. 469?
_______________Großherzogliches Amtsgericht.
Universitätsfest.
Nach Beschluß ber städtischen Behörben wird zur Feier der Immatrikulation des tausendsten Studenten unserer Hochschule von ber Stabt am ftMitlHlOd) den 2. Juli ein Walbfest im Phckosophenwalb veranstaltet.
Um 5 Uhr nachmittags bewegt sich der Festzug vom Oswalds- aarten durch bie Neustadt über bie Marklstraße, Markt, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Südanlage, Bleichstraße, Loberstraße, Goelhestraße, Ludwigstraße, Ludwigsplotz, Grünbergerstraße und ben Trieb nach bem Festplatze. Alsdann Festkommers mit Konzert unb Tanz.
Die Bürgerschaft wirb freundlichst gebeten, an bem frohen Festtage teilzunehmen und chre Häuser zu scbmücken. Die Festschleifen, welche leicht sichtbar zu tragen finb unb ausschließlich zum Betreten bes Festplatzes berechtigen, werden von heute ab gegen Einzeichnung in eine Liste unb Zahlung von 2 Mk. für Herren (schwarzweißrot) unb 1 Alk. für Damen (rolrveiß) ausgegeben. Die Festteilnehmer sind zum unbeschränkten Genuß der von der Stadt gestellten Getränke unb Speisen berechtigt. Schluß ber Listen bei Erreichung einer bestimmten Teilnehmerzahl bleibt Vorbehalten. Auf bem Festplatze werden Schleifen nicht ausgegeben.
Die Listen sind aufgelegt:
a) auf ber Bürgermeisterei, Zimmer 15,
b) bei Herrn Metzger, Seltersweg 70,
c) bei Herrn Balser, Mäusburg 11,
d) bei Herrn Scharmann, Linbenplatz 3.
Gießen, ben 24. Juni 1902. 4552
Der Festausschuß:
I. A.: Mecum, Bürgerrneister.


