Ausgabe 
26.5.1902 Erstes Blatt
 
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Vermischtes

Hillgärtner ein

gebracht wurden.

', Metzger

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft

chkohlengruben zu verschmelzen Mill. Doll.

en.

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Vertreter für Gieße«: Carl Petri, Hier.

3696

zahl gleichalteriger Kameraden auf eurem Spielplatz mft dem Werfen deL Schleuderballe». Da flog der Ball dem Knaben derart auf den Kopf, daß baß Kind sofort einen heftigen Schmerz verspürte und nach Hause gebracht werden mußte, (ßs ist mittlerweile gestorben. Eine Kuh des Postaaenten Kredel in Kirch-Brombach brachte dieser Tage 5 Kälber zur Welt.

AkSM MS den Kirchkllbiichklll der Stadt Guße». Evangelische Gemeinde.

Die Sektsteuer

ist uuumehr tu dritter Lesung mit 50 Pfeuuig per Flasche angenommen und wird am 1. Juli 1902 iu Kraft trete«. Schaumwein im Besitze von Hanöhaltnugsvorständen, die weder Ausschank noch Handel mit Getränten betreiben, bleibt, sofern die Gesamtmenge nicht mehr alö SO Flasche« beträgt, von der Nachsteuer befreit!

Wir empfehlen den Gönnern unseresHenkell Trocken" hiervon Gebrauch zu machen und sich zum Be­zug au den Weinhaudel zu wenden.

Henkell & Co., Mainz.

gemeinde. Den 1H. Mai. August Marx, Oekonom zu Gießen und Anna Uhl zu Nidda. Den 19. Ludwig Hemberger, Bahn­arbeiter zu Gießen und Marie Mohr, Tochter oes Pflasterers Heinrich Mohr II. zu Annerod.

Beerdigte. Mathäusgemeinde. Den 22. Mai. Daniel Amend, Lehrer i. P., verheiratet, 84 Jahre alt, starb den 20. Mai. Katharine Weil, geb. Formhals, Witwe des LohndienerS Karl Weil, 73 Jahre alt, starb den 20. Mai. Luk as g e meinde, Den 19. Mai. Marianne Timpe, geb. Beppler, Ehefrau des 93an* Meisters Friedrich Timpe, 74 Jahre alt. starb den 17. Mai, Johan nesgcmeinde. Ten 21. Mai. Elisabeth Schick, ledige Tochter des Kaspar Schick, 20 Jahre alt, starb den 18. Mai,

bine Hardt, Tochter des Schmieds Peter Hardt kusgemeinde. Den 22. Mai. Georg Jakob zu Gießen und Karoline Charlotte Ockel, Tochter des Lekonomen Georg Ockel zu Gießen. Militärgemeinde. Den 21. Mai. Jakob gen. Konrad Seitz, Sergeant zu Gießen und Sophie Ottilie Friederike Leilich, Tochter des Wirts Peter Leilich. Lukas-

hatten, war er schon tot. ,

* Einen scherzhaften Druckfehler leistet sich der Loblenzer General-Anzeiger in Nr. 56. Er teilt seinen liefern mit, daß Miß Roosevelt in diesem Jahre weder nach London noch nach Berlin Kommen wird.Der Prüfte dent glaubt, feine Tochter sei bei ihrer großen Tugend den Anforderungen, hie der Aufenthalt in Loudon und Berlin an sie stellen würde, nicht gewachsen."

* Kiel, 23. Mai. Ein hiesiges Blatt verbreitet die Nachricht von einem groben polizeilichen Mißgriff. Ein völlig unbescholtenes junges Mädchen soll unter dem Verdacht der Unzucht verhaftet und bis zur ärztlichen Untersuchung zwei Nächte im Polizeigewahrsam gehalten

worden sein. r

* Mannheim, 23. Mai. Im Alter von 66 Jahren ftarb gestern Kommerzienrat Dr .Karl Disfenö, seit dreißig Jahren Präsident des Aufsichtsrates der Mann­heimer Tampfschleppschiffahrtsgesellschaft, in welcher Well­ung er seinem Vater gefolgt war. Ferner war er Prä­sident des Aufsichtsrates der Badischen Schiffahrtsasseku­ranzgesellschaft und Mitglied des Aufsichtsrates der Badi­schen Rück- und Mitversicherungsgesellschaft, sowie der Lebensversicherungegefellschaft Bita . ,

* Lemberg, 22. Mai. DemP. L." wird berichtet: Auf dem Gutshose in Wißenka bei Janow hat in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 12 Uhr der vierzigjährige Gutsbesitzer Franz Ritter v. Stan e k, der bisher als mehr­facher Millionär galt, mittelst eines sechsläufigen Re­volvers feine in den Betten liegenden Kinder, zwei S ö h n e u n d e i n e T o ch t e r, und hierauf seine im Schlaf­zimmer befindliche bildhübsche Frau erschossen. Ritter v. Stanek feuerte sodann einen Schuß gegen fid), selbst ab; die Kugel verfehlte aber ihr Ziel; 'vtanek holte rasch sein Jagdgewehr, zielte in die Herzgegend und fiel tot zu­sammen. In einem aufgefundenen Briefe giebt Ritter d. Staneck an, daß ihn der nngünftige Kauf des Gutes Sta- nefti (Bukowina), das zuvor dem Grafen Klemens Tztedus- zycki gehörte, zur Verzweiflung gebracht und in den Tod getrieben habe, da er es nicht ertragen konnte, feine Fa­milie durch verfehlte Güterspekulationen ins Elend ge­bracht zu haben. Für Stanestie hatte Ritter v. Stanek vor mehreren Monaten nahezu eine Million Gulden be­zahlt. Ter Selbstmörder war Berwaltungsrat der Galizi­schen Hypothekenbank und einer der Hauptaktionäre der Äsenbahn Lemberg-Janow.

* Eine tragikomische Episode spielte sich, wie wir in derLothr. Ztg." lesen, am vorletzten Tage der Maimesse in Metz an dem Wachsfigurenzelte ab. Unter den am Eingang aufgestellten großen Wachsfiguren befand sich auch die aktuelle Gruppe eines Briten und eines Buren. Ein dem Arbeiterstande angehörender Meßbesucher, der dort vorüberging, hatte kaum die beiden Wachskrieger wahr­genommen, als er in die Vorhalle des Zeltes hineinstürmte und dem wächserneii Engländer eine Ohrfeige versetzte, die diesem den Kops abriß und ihn so wirksam aus dem Ge­fechte stellte. Indessen mußte der Burenfreund diesen Sym­pathiebeweis bitter büßen. Er wurde verhaftet und wird sich wegen Sachbeschädigung zu verantworten haben.

Gerichtssaal.

sch. Gießen, 22.Mai. Schiedsgericht fürArbeiter- Versicherung. In der heutigen Sitzung führte Großh. Kreis­amtmann Tr. Heinrichs den Vorsitz. Ten von der Marie Gerbig zu Alsfeld geltend gemachte Jiwalrdenrentenanspruch hatte die Jnoalidenverflcherungsanstalt Großh. Hessen gegen das Gutachten des Ausschusses für Invalidenversicherung beim Großh. Kreißaml AlSfeld abgelehnt mit der Begründung, die gesetzliche Wartezeit sei bis zum Eintritt der Invalidität (1. Januar 1901) nicht zurück- qelegt. Eine im Jahr 1898 bescheinigte Krankheitsdauer von 13 Wochen könne deshalb nicht angerechnet werden, weil sie nicht an eine versicherungspflichtige Beschästigung, für welche Marken geklebt worden seien, anschlösse. Hiergegen versolgte die Gerbig Berufung, der der Erfolg mchl versagt werden konMe. Das Ge­richt kam auf Grund der chatsächlichen Verhältnisse zu der Ueber- Aeuaunq daß bei der Klägerin Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes'erst am 1. Oktober 1901 eingetreten ist. Tie Ansicht der Beklagten die bescheinigten 13 Krankheitswochen in 1898 seien nicht anrechnun'gsfähig, tonnte das Gericht nicht teilen, umsoweniger, als sich die Beklagte zur Rechtfertigung ihrerAnf chauung offenbar mcht mit Recht auf eine Entscheidung des Reichsverftcherungsamtes vom 20.März 1901 stützt Rach Lage der Sache konnte es für das Gericht keinem Zweifel unterliegen, daß die Klägerin eine oersicherungspslichtige Be­schäftigung ohne den Unfall bezw. die eingetretene Erwerbsunfähigkeit imJahr 1898 ausgeübt haben würde. Sie war also infolge des Unfalls an der Aufnahme weiterer versicherungspsttchttger Beschäftigung und somit an der Verwendung von Versicherungsbeiträgen verhindert. Wollte man nun die Krankheitswochen m diesem tfaüe nicht in Anrechnung bringen, so entspräche dies ebenforoemg dem sozialen Gedanken der Bestimmung des § 30 des Jnoaliderwersicherungs- gesetzes, deren Zweck lediglich der ist, dem Versicherten für den durch unverschuldete Krankheit verursachten Verlust an Beiträgen einen Ersatz zu schaffen, wie der Rechtsprechung des Reichs-

Rewyork, 28. Mai. Nach einer Meldung derWorld" ver­sucht Morgan, alle W e i ch k o h l e n g r u b e n zu verschmelzen mit einem Kapital von 200 Mill. Doll.

Bereiu Deutscher Eisen- uud Stahl-Industrieller. Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Slahlindustrieller belief sich die Roheisenproduktion des Deutschen Reiches (einschl. Luxemburgs) im Monat April au 672 912 To.; darunter PuddelroHetzen und Spiegeleisen 95 701 To., Bessemerroheisen 27 912 To., Thomasroheisen 422917 To., Gießerei­roheisen 126 882 To. Die Produktion im März 1902 betrug 681 849 To., im April 1901 651 944 To. Vorn 1. Januar bis 30, April 1902 wurden produziert 2 608 283 To. gegen 2643959 To. tm gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dtc Bauque Cttomane kann diesmal 15 Frs. Dividende zahlen, gegen 121/, Frs. im Vorjahr.

Tabak. Wir find nicht in der Lage, über eine Neuerung im Laufe der Berichtswoche m eiben zu können. Tas Geschäft ist ruhig und ist in der nächsten Zeit auch auf eine Besserung nicht zu hoffen, da die Fabrikanten über den Absatz ihrer Fabrikate sehr klagen. Abschlüffe sind uns nicht bekannt geworden. Tas kalte Wetter ubt, was die neuen jungen Pflanzen anbelangt, auf solche im Wachs­tum nur Nachteil aus und wollen solche nicht vorwärts gehen, und werden wir dieses Jahr auch nicht früh pflanzen können. In losen pfäher Rippen gesthäjtsros, lose seine 99,50 Mk., gedündete 11-1L50 M.

Getreide. Tie Stimmung im Ge rvetb eg ef chäst war während der abgclaufenen Woche ruhig aber fest, da von ttinec Seite dringendes Angebot vorlag. Tic Forderimgen zeigen gegen die Vorwoche keine Veränderung. SRoggcn 'ft fest. Gerste unvev» ändert. Hafer sehr fest, gut gefragt und hoher. MaiS hoher. Die heutigeii yloüerungen sind: Redwinter II M.. KanfaS II 136137 Mk. Laplala-WeizenMk., feinere Qualitäten 138139 Ml., jübrufi. Weizen 180142 Mk., ruff. Roggen 111 bis 112 Alk., ruff. Futlergerfte 103 Alk., russ. Hafer 135146 M., mireb Mais. Mk., Donau-Mais 99 Mk., i.'aplctta-Mms r. t. 99 Mk. pr. Tonne cif Rotterdam.

MraftfuttcrmittcL Bei ruhigem Geschäft haben die Preise ür disponible Ware irgendwelche Aenderungen nicht erfahren. Da­gegen hat die Meinung für fpätere Lieferung sich etwas gebessert, jumal die Marseiller Fabriken Lieferunaskontrakle zu bisherigen Kreisen iiicht mehr eingehen wollen und die ßorberungen um 3 vis 4 Mk. erhöhen. Bei Leinkuchen ist das gleiche der Fall, obwohl das Geschäft in dent Artikel recht still ist und sich wenig Kauflust ür spätere Lieferung zeigt. Baumwolliaatniehl neuer Ernte ist von den anterikanifchen Oelmühlen noch nicht angeboten; die zweit« band ist vereinzelt mit Offerten am Markt, obwohl hierfür an­scheinend noch jede Unterlage fehlt.

Bichmarkt. Tie Viehmärkle der vefichiedenen Plätze waren speziell für Großvieh stark betrieben. Ter Mangel an Vieh in der letzten Zeit hatte zur Folge, daß der neue Zu trieb schnell und zu hohen Preisen ausgekaust mürbe. Fettvieh war besonders am Markt gesucht. Schweine- und Rindviehmärkte waren stark befahren. Die Geschäfte wickelten sich flott ab.

Maria Franziska, geboren den 80. April. Dem Lokomotivführer Friedrich Konrad eine Tochter, Emilie Margarethe Elisabeth, geb. den 6. April. Dem Maurer Wilhelm Kipper eine Tochter, Johanna Emilie, geb. den 3. April. Dem Postschaffner Philipp Lemp eine Tochter, Margarethe Herntine Matte Katharine, geb. den 20. April. Den 19. Mai. Dem Rangierer Konrad Schomoer em Sohn, Emil Berthold Max, geb. den 6. Mai. Dein Diener Karl Krebs eine Tochter, Emmy, geboren den 18. April. Dem Schlosser Heinrich Pseuster, gen. Baumann ein Sohn, Balthasar August, geb. den 14. März. Johan nesgemeinde. Den 18. Mai. Dem Schmied Theodor Stein ein Sohn, Georg Daniel Simon Ludwig, geb. den 12. April. Ten 19. Mai. Dem Tapezier Karl Walter em Sohn, Karl Wilhelm, geb. den 3. März. Dem Schutzmann Wilhelm Gemmecker eine Tochter, Wilhelmine Dlisa- betlje, geb. den 25. Januar.

Getraute. Mathäusgemeinde. Den 18.Mai. Gustav Johannes Henn, Gemüsehändler zu Gießen und Anna Marie Jako- bine Hardt, Tochter des Schmieds Peter Hardt zu Gießen. Mar­kus gemein de. Den 22. Mai. Georg Jakob Emil Flick, Metzger

gemeinde. Den 18. Mai. Dem Hauptmann und Kompagnie- Ehes Traugott v. Bursztini ein Sohn, Rudolf August Georg, geb. den 31. Marz. Dem Sergeant Friedrich Wilhelm Stüber ein Sohn, Karl Friedrich, geboren den 24. April. LukaSgemeinde. Den 18. Mai. Dem Lokomotivheizer Karl Hammel eine Tochter,

versicherungsamts. Da nach Ansicht des Gerichts keine Anhalts­punkte dafür vorliegen, daß die Klägerin ohne den Unfall im Jahr 1898 in dieser Zett eine versicherungspflichtige Beschäftigung nicht aufgenommen hätte, formt der Anrechnung der KrankheitSwock)e>i auf die Wartezeit, die infolge davon erfüllt ist, nichts im Wege sieht, mußte dte Versicherungsanstalt xur Zahlung einer Rente vorn i 1. Oktober 19ul ab verurteilt werden. Auch in der Invaliden- Versicherungssache des Heinrich Schleumng zu Lber-Leernen wurde die JnvalidenversicherungSansialt aut Gewährung einer Rente oer- urteilt. Diesen Anspruch hatte die Beklagte deshalb abgelehnt, weil ür den Kläger in seinen Quittungskarten nur 85 Marken giftig, >ie übrigen seit dem Jahr 1895 eingeklebten 315 Marken aber zu Unrecht verwendet seien und sonach auf die Wartezeit nicht aus- lerechnet werden könnten. DaS Gericht schloß sich zwar nefer Anschauung der Versicherungsanstalt vollständig an, allein eS erachtete dauernde Erwerbsunfähigkeit als am 1. Oktober 1892 und nicht, rote die Beklagte angenommen, Anfang Juni 1901 emgetreten. Gemäß § 189 des Gesetzes mußte daher dem Kläger nach § 41 des Gesetzes eine Rente vom 6. Ium 1900 zugesprochen roerben. Ten von K. B. Wirth zu OberLchmitten geltend gemachten Altersrentenanspruch hatte die Versicherungs- anftalt abschlägig beschieden, da die, feinem Alter entsprechende, zu erfüllende Minimalwartezeil nicht zurückgelegt fei. Tie eingelegte Berufung wurde vom Gericht verworfen und der Bescheid der Be­klagten bestätigt. Mariano Del Gotto, z.Zt. im städtischen Liechen- haus zu Frankfurt a. M., will nach einem von dem Lekretär des kgl. italienischen Generalkonfulats zu Frankfurt aufgenommenen Protokolls Ende Juni 1900 in dem Betriebe des Eisenbahnbau-

nternehmers Lohre zu Jlbeshaufen dadurch einen Unfall erlitten haben, daß beim Zerkleinern von Steinen mit der Picke der Sttel der letzteren gebrochen und er rückwärts auf einen hinter ihm liegenden Stein gefallen fei. Er verspürte sogleich Schmerzen und begab sich in ärztliche Behandlung. Die behandelnden Aerzte stellten als Diagnose Rheumatismus und Blasenkatarrh fest. Nach vier Wochen nahm Del Gotto die Arbeit wieder auf, stellte sie ,edoch Ende 9tooember wieder ein. Auf Anraten des Krankenkassenarztes wurde er in die medizinische Universitätsklinik zu Gießen verbracht. Tie TiesbauberufSgenossenschast zu Wilmersdorf lehnte den Ent­schädigungsanspruch ab, weil ein Beweis für das Vorkommen des Unfalles nicht erbracht und anzunehmen fei, daß dasschwere Leiden" durch eine Krankheit hervorgerufen worden sei. Auf er­folgte Berufung versuchte nun daS Schiedsgericht zunächst durch Zeugen, deren Del Gotto mit Namen nicht anzugeben uermoefate, Näheres über den Unfall festzustellen. Die Mitarbeiter des Del Gotto waren jedoch alle abgereift, zum Teil nach Italien, zum Teil war deren Aufenthalt unbekannt. Zwei wurden in Frechen (Westfalen) aussindig gemacht. Diese wollen zwar von dem Unfall von Del Gotto selbst und auch von anderen Arbeitern erfahren haben, aber nicht Augenzeugen gewesen sein. Der Geschäftsführer deS Unternehmers Söhre giebt bei einer Vernehmung an, es sei nicht unwahrscheinlich, daß dem Gotto, der sich als ein ordentlicher Mensch erwiesen habe, ein Unfall, wie er ihn angegeben habe, Ange­stoßen fei; es fei auch möglich, daß ihmKläger hiervon etwas gesagt, er jedoch das Vorbringen nicht verstanden habe. Jedenfalls habe sich Del Gotto auch den behandelndenAerzten gegenüber nicht verständlich machen können. Ueber Schmerzen im Rücken habe Del Gotto einmal geklagt. Weiteres über den Unfall selbst war nicht zu ermitteln, weshalb em wissenschaftliches Gutachten der Direktton der medizinischen Universitätsklinik zu Gießen eingeholt werden mußte. Dieses sprich sich dahin aus, daß daL Rückenmarksleiden mit Bestimmtheit au einen Unfall zurückzusühren fei. Diese Anschauung wird eingehend begründet. Derselben Ansicht ist der Oberarzt und der behandelnde Arzt im Frankfutter Siechenhaus. Das Gericht vermochte mit Rück­sicht auf diese ärztliche Gutachten und in Würdigung aller in Be­tracht kommenden Alomente den ablchnenden Bescheid der Beruss- Genossenschast nicht für gerechtfertigt zu erachten und sprach dem Kläger nut Wirkung vom 1. Dezember 1900 die gesetzliche Voll­rente 528 Matt pro Jahr zu. Die KnappschaftsberusSge- nossenschast zu Saarbrücken hatte den von dem G. Stein zu Dorheim bezw. dessen Witwe gestellten Antrag auf Enschädigung abgelehnt. Stein war in dem Bergwette Ludwigs Hoffnung von einer herabfallen- den Kohlenschicht getroffen worden. Er mußte von 2 Arbeitern befreit werden. Die Verletzung schien zuerst eine geringfügige zu fein. Nach einiger Zeit stellten sich jedoch Lähmungserscheinungen ein, die von dem behandelnden Arzt und dem leitenden Arzt des Konitzkysttstes in '" u

Mathilde Emma Elisa- ben 23. April. Dem Fuhrmann Wilhelm Sohn, Karl Friedrich, geboren den 21. April. Dem Schneider Heinttch Hahn eine Tochter, Katharine Elisabeth, geb. den 13. April. Dem Fuhrmann Konrad MauS ein Soyn, Justus, geboren den 30. März. Dem Dachdecker Heinttch Christian Panz eine Tochter, Luise, geb. den 15. April. Dem Friseur Karl Schmidt ein Sohn, Ferdinand, geb. den 9. April. Dem Taglöhner Ludwig Schmidt XII. ein Sohn, Peter, geb. den 3. April. Dem Metzger Friedrich Wenzel eine Tochter, Elsa Katha­rine Elisabech, geb. den 23. A^ril. Ten 19. Mai. Tem Fabrik­arbeiter Ehristian Becker ein Sohn, Otto Peter Konrad Joseph, geboren den 13. April. Dem Postschaffner Wilhelm Kern eine Tochter, Lina Elisabeth, geb. den 17. April. Dem Fuhrmann Jost RüSpeler ein Sohn, Ernst Ludwig, geb. den 3. April. Militär-

Kandwirlschaft.

Berlin, 24. Mai. Saatenstand des Deutschen Reiches um Mitte Mai: Wmlerweizen 2,4 (Mai 1901 3,5), Sommerweizen 2,T (2,5), Winterspelz 2,4 (2,3), Winterroggen 2,7 (8,0), Sommerroggen 2,6 (2,3), Sommergerste 2,7 (2,4), Hafer 2,8 (2,5), Klee 2,7 (8,0), Luzerne 2,9 (2,8), Wiesen 2,9 (2,5), wegen Auswinterung re. um­gepflügte Fläche in Prozenten der Anbaufläche: Wmlerweizen 0,8 (Mai 1901 38,1), Winterspelz 0,2 (0,9), Winterroggen 0,2 (9,0), Klee 1,3 (10,8), Luzerne 1,9 (9,4). Der günstige Stand her Saaten im April verschlechtert nch infolge der andauernd ungünftiaen Witterung erheblich. Besonders stark litten die Sommerfrüchte. Die Frühjahrsbestellung ging dis Ende April glatt von Statten. Winterweizen litt weniger als Winterroggen, letzterer litt nament­lich auf leichtem, nassem Boden stark und wurde dort spitz. Jmmer- hin wird mehrfach hervorgehoben, daß auch jetzt noch keine ernsteren Besorgnisse für das Gedeihen der Wintersaaten beständen, sofern bald wärmeres Wetter einträte. Die Bestelluna der Felder mit Sommerung konnte dis zum Eintritt deS nassen WetterS nichs überall beendet werden.

den Kindern seiner Mrtsleute, denen er sehr zugetyan war, Spiel-eng, packle es in Pappschachteln und versah diese mit Dem Namen der einzelnen Beschenkten. Für die Unkosten, die chnen entstehen würden, hinterließ Sonn­tag seinen Wirtslettten eine bestimmte Summe. In einem Abschiedsbriese bat er sie, falls sie ihn noch am Leben treffen sollten, keinen Arzt zu holen, da es ihm schrecklich wäre, den Schritt noch einmal thun zu müssen. Auch an seine Angehörigen und Freunde schrieb er Abschiedsbriefe mit der gleichen Bitte. Nach all diesen Vorbereitungen öffnete er sicy^ mit einem Messer an der linken Hand die Pulsader. Da ihm jedoch aus diesem Wege der Tod wohl zu langsam zu fominen schien, so griff er in der fünften Morgenstunde zum Revolver und gab zwei fecmiffe auf sich ab. Die erste Kugel ging fehl. Nun septe er die Waffe an die Brust und traf ins Herz. Als feine WirtSleute die verschlossene Thür seines Zimmers erbrochen

Ceibniz M armelade

Zu haben bei Hofl. J. Roux, Marktplatz No. 6. 3506

Bad-Nauheim mit dem Unfall in Zusammenhang __________j. Am 4. August starb Stein. Die Genossenschaft ordnete die Sektton der Leiche an, die von dem 1. Assistenzartt des path. Instituts in Gießen, Dr. Geipel, vorgenommen wurde. Dieser konstatterte als Todesursache eine Gehirngeschwulft, die bereits vor dem Unfall bestanden habe und mtt dem Unfall nicht in ur­sächlichem Zusammenhänge stehe. Die Genossenschaft lehnte den Anspruch deshalb ab. Der eingelegten Berufung mußte statt- gegeben werden. Das von dem Schiedsgericht eingeholte Gutachten der Direktion der psych. Universitätsklinik, das auf dem von Dr. Geipel sestgestellten objektiven Befund basiert, kommt zu der wissenschaftlich begründeten Anschauung, daß der Tod des Stein mit größter Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit dem Unfall stehe, zum mindesten aber sei der Tod durch den Unfall beschleu­nigt worden. Letzteres wurde von dem Vertreter der Beklagten Angegeben, somit ohne weiteres die Entschädigungspflicht anerkannt. Trotzdem beantragte der Vertreter der Beklagten Abweisuna der Berufung. Das Gettcht kam auf Grund des Gutachtens Großh. Direktion der psych. Universitätsklinik, das sich mit anderen von Autoritäten auf biejem Gebiete abgegebenen Gutachten deckt, zu der Uederzeugung, daß der Tod des Verunglückten m Zusammen­hang mit dem Unfall steht. Der Witwe wurden deshalb die gesetz­lichen Renten (die Rente für den Verstorbenen bis 4. August 1901 und vom 5. August 1901 die Hinterbliebenenrente) zugesprochen. Joh. Teis von Nieder-Florstadt will sich beim Weilen von Bruchsteinenplötzlich" einen Bruch zuaezogen haben. Tie Stein- bruchsberufsgenosienschaft lehnte den Entschädigungsanspruch ab. Tas Gericht erachtete die eingelegte Berufung für begründet und verurteilte die Beklagte zur Zahlung einer Rente von 10 Prozent. Der Müllerbursche Bouillon von Ober-Ems hatte sich eine Finger-Verletzung zugezogen. Der Rentenanspruch wurde von der Müllerei-Berussgenoffenschaft abschläglich beschieden, weshalb B. Berufung verfolgte. Tas Gericht beschloß die Entscheidung aus­zusetzen, um vorerst noch einen Gettchtsarzt zu hören.

In dem in der Sache des Zimmergesellen Wilhelm Wien von der Hess.-Nass. Baugewerksberussgenoffenschaft gemäß § 88 ®. U. V. G. gestellten Antrag auf Einstellung der Rente wurde ftattae- geben, Da in dem Zustande des Wien nach Ansicht des Gerichts eine solche Besserung emgetreten ist, daß er nicht noch als erwerbs- beschränkt anzusehen ist.

Das Leben genommen hat sich in Berlin aach umständlichen Vorbereitungen gestern früh der 22 Jahre alte ftub. Phil. Ludwig Sonntag. Der junge Mann, der auS Leipzig stammt, seit einigen Semestern an der Berliner Universttä.t immatrikuliert war und in der Wilhelmshavenerstraße 12 wohnte, glaubte, an einer unheilbaren zkrankheit zu leiden. In den Pfingsttaaen war noch seine Mutter in Berlin, um ihn mit nach Hause zu nehmen; er ließ sich jedoch dazu nicht bewegen, da fein Entschluß, aus dem Leben zu scheiden, feststand. Am 15 d. M. hatte er fein Zimmer gekündigt. Er kaufte ' sehr zugethan

n und versah

Getaufte. Mathäusgemeinde. Ten 18. Mai. Dem Tapezier Wilhelm Rohrbach eine Tochter, Elisabeth Helene, geb. den 14. März. Dem Kellner Konrad Schomber ein Sohn, Theo­dor, geb. den 18. März. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Heinttch Nau eine Tochter, Pauline Crescentia, geb. den 27. Februar. Dem Taglöhner Heinrich Sauer ein Sohn, Heinttch, geb. den 27. Februar. Den 19. Mai. Dem Knecht Johannes Laub eine Tochter, Matte Elisabethe, geb. den 15. April. Zwei uneheliche Söhne, Karl und Max, geb. den 4. März. Ein unehelicher Sohn, Julius, geb. den 8. April. Markusgemeinde. Den 18. Aiai. Dem Schreiirer Georg Beck eine^ Tochter^ M< bett), geboren