lichen Betriebe in Deutschland. Auch hinsichtlich des Viehbestandes wurde ermittelt, daß Ostelbien in der Pferde- haltuna des bäuerlichen Betriebes Westelbien etwas, Süddeutschland aber um das Doppelte übertrifft. Bei den übrigen Viehgattungen tritt der bäuerliche Besitz in Ost- elbien zwar hinter Destelbien erheblich zurück, wird aber von Süddeutschland mir beim Rindvieh überholt.
Es soll nun zunächst die Bodennutzung der bäuerlichen Betriebe und besonders ihre Getreideproduktion dargestcllt werden. Der deutsche Landwirtschaftsrot hat schon früher reichhaltiges Material zu der Frage geliefert. Dabei ergab ich, daß die bäuerlichen Betriebe eine weit größere Menge Brotgetreide auf den Markt liefern, als der Großgrundbesitz. Die kann bei diesen Ergebnissen stand halten die Behauptung der freibändlerisch Gesinnten, der deutsche Bauer habe keinen Vorteil von den Getreidezöllen. — lieber die Lage der Landwirtschaft wur- )en in Preußen, Bayern, Württemberg, Baden und Hessen Erhebungen angestellt und dabei zahlreiche Beispiele von Getreideverkäufen in bäuerlichen Betrieben erwiesen. So konnte von 75 Betrieben, deren Größe sich zwischen 1,25 Hektar bis zu 9,80 Hektar bewegte und von denen 36 in Baden und 27 in Hessen lagen, nachgewiesen werden, daß dieselben zusammen 1055 T.%. Getreide, davon 600 Tz. Brotgetreide mit einem Gesamtwerte von 18052 Mark verkauft hatten. Die Einnahme aus dem Getreideverkaus chwankt bei den 75 Betrieben von 10 Mari bis zu 1025 Mark, wobei bemerkenswert ist, daß die Einnahme von 10 Mark ein Betrieb von 3,25 Hektar hatte und daß eine o geringe Einnahme wie 32 Mark nicht nur bei dem kleinsten Betriebe von 1,25 Hektar, sondern auch bei einem Betriebe von 8,51 Hektar zu verzeichnen war, während andererseits schon ein Betrieb von 4,62 Hektar eine Einnahme von 658 Mark aus dem Getreideverkauf erzielt hatte. Es wurde hieraus gefolgert, daß das Interesse am Getreideverkauf weniger von der Größe des Betriebes, als vielmehr von der durch Boden, Klima und Absatzverhältnisse bedingten Betriebsweise abhängt. — Bei weiteren Ermittelungen kleinbäuerlicher Wirtschafte in Bezug auf den Getreideverkauf ergab sich, daß in 59 Wirt- chaften bis zu 5 Hektar 41 oder 70 Prozent Getreide verkauften. In 341 Wirtschaften von 5 bis 20 Hektar hatten nur 24 ober 7 Prozent keinen Getreideverkauf. Bei der ersten Gruppe schwanken die Einnahmen aus dem Getreideverkauf von 0 bis 825 Mark. Diese höchste Einnahme wurde erzielt in einer Wirtschaft, die nur 4,25 Hektar groß war. Eine Wirtschaft von nur 2,80 Hektar 'n Hessen hatte eine Einnahme aus dem Getreideverkaus von 507 Mark gleich ein Drittri der Gesamteinnahmen aus der Wirtschaft, während die größten Wirtschaften dieser Gruppe mit 5 Hektar nur je 165 Mark, 52 Mark und in einem Falle keine Einnahmen aus dem Getreidebau erzielten. Ein Betrieb von nur 1,93 Hektar verkaufte für 72 Mark Getreide oder 34 Prozent der Gesamteinnahmen.
Unter den 341 Wirtschaften der zweiten Gruppe von 5 bis 20 Hektar hatte ein Betrieb von nur 11,22 Hektar in Hessen die höchste Einnahme aus dem Getreideverkauf mit 4086 Mark, eine andere Wirtschaft von nur 7,31 Hektar im Regierungsbezirk Wiesbaden hatte einen Erlös aus dem Getreideverkauf von 1069 Mark, ein Betrieb von 9,17 Hektar hatte 1099 Mark aus dem Getreideverkauf, oder 47 Prozent der Gesamteinnahmen. Ein Betrieb von 8,96 Hektar in der Provinz Hannover 1597 Mark oder 17 Prozent der Gesamteinnahme. Ein Betrieb von 14,25 Hektar in der Nheinprovinz 2021 Mark, oder 64 Prozent der Gesamteinnahme. Diese Beispiele schon geben ein deutliches Bild von dem Interesse der bäuerlichen Bevölkerung an den Getreidezöllen. In der Folge soll das Interesse noch in anderer Art dargethan und bewiesen werden.
Die Bodenbenutzung in Ost elbien, Westelbien und Süddeutschland ohne Unterscheidung nach Betriebs-Größenklassen von 1883—1900.
Von der Gesamtfläche des deutschen Reiches mit 54 Mill. Hektar entfallen 35 Mill. Hektar oder 65 Prozent auf die landwirtschaftliche Fläche, 14 Mill. Hektar ober 26 Prozent auf die Forsten, 2 Mill. Hektar ober 4 Prozent auf Oed unb Unlanb, 2 ein Drittel Mill. Hektar oder 41/2 Prozent auf Wege, Gewässer usw. und V2 Mill. Hektar ober 1 Prozent auf Haus unb Hofräume. Diese Verhältnisse sind seit 1883 unveränbert geblieben. Die scheinbare Abnahme ber lanbwirtschaftlichen Fläche um beinahe 600 000 Hektar beruht in ber Hauptsache auf einer schärferen Trennung ber Weiden und Hutungen von bem völlig nutzlosen Oed- unb Unlanb in Westelbien, insbesondere in der Provinz Hannover unb zum geringen Teil in ber thatsächlichen Zunahme ber Forsten um fast 100 000 Hektar. Doch ist eine solche Zunahme nur in Ost- unb Westelbien zu konstatieren, in Süddeutschland haben die Forsten seit 1893 um 26 600 Hektar verloren.
Von der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Teutschland entfallen allein 42 Prozent auf Ostelbien, 35 Prozent auf Westelbien und nur 23 Prozent auf Süd- deutschland.
Von der gesamten Forstfläche in Deutschland liegen 37 Prozent in Ostelbien, 33 Prozent in Westelbien und 30 Prozent in Süddeutschland.
Don 100 Hektar der landwirtschaftlich benutzten Fläche entfallen auf Ackerland ca. 78 Prozent, auf Wiesen ca. 13 Prozent, auf Weiden ca. 6 Prozent in Ostelbien. — Auf Ackerland ca. 71 Prozent, auf Wiesen ca. 15 Prozent, auf Meiden ca. 10 Prozent unb auf Weinberge ca. 0,2 Prozent in Westelbien. — Auf Ackerland ca. 67 Prozent, auf Wiesen ca. 25 Prozent, auf Weiden ca. 4 Prozent, auf Weinberge ca. li/3 Prozent in Süddeutschland.
Bemerkenswert ist der große Prozentsatz ber Wiesen in Süddeutschland, die burcb die Graswüchftgkeit ausgedehnter Bezirke, die in den Vorbergen der Alpen ganz besonders zum Ausdruck kommt, erklärlich ist.
Von der gesamten Getreidefläche in Deutschland mit 14 700000 Hektar entsallen aus Ostelbien 43i/s Prozent, auf Westelbien 35 Prozent, auf Süddeutschland 211/2 Prozent.
Von ber gesamten Weizen fläche in Deutschland mit ca. 2 Mill Hektar entfallen auf Ostelbien 34 Prozent, auf Westelbien 39 Prozent, auf Süddeutschland 27 Prozent.
Don ber gesamten Spelzfläche (Dinkel) in Deutschland mit ca. 318000 Hektar entfallen auf Ost- und Westelbien je 0 Prozent, auf Süddeutschland 100 Prozent.
Von ber gesamten Roggenfläche in Deutschland mit ca. 6 Mill Hektar entfielen auf Ostelbien .54 Prozent, auf Westelbien 34 Prozent und auf Süddeutschland 12 pCt.
Von ber gesamten Gerstensläche von 1706 000 Hektar entfallen auf Ostelbien unb Süddeutschland je 36 Prozent und auf Westelbien nur 28 Prozent.
Don der gesamten Haferfläche mit 4100 000 Hektar entfallen aus Ostelbien und Westelbien it 40 Prozent und auf Süddeutschland 20 Prozent-
Seit bem Jahre 1883 tue Getreidefläche um 420 937
erfuhr, hatten mich die zwei fremden Männer des Raubmordes beschuldigt, der am Sonntag von einem Kroaten in Ilbeshausen im Vogelsberg verübt wurde. Dem Polizeikommissar muß die Beschuldigung selbst etwas ungeheuerlich vorgekommen sein, beim er machte mich bei oer Entlassung barauf aufmerksam, baß ich gegen bie zwei Leute, bie aus bem Vogelsberg extra hierhergekommen waren und mich so bestimmt für den gesuchten Raubmörder, auf dessen Erareisung 500 Mark Belohnung gesetzt sind, bezeichneten, klagbar vorgehen könne, wozu er mir in ber Weise behilflich war, baß er beren Personalien feststellte. Auch sonst war bie Polizei verhältnismäßig höflich. Im Polizeigefängnis wurde mir erlaubt, einen Brief an meine Angehörigen zu schreiben, worin ich den Vorgang erzählte und um 60 Mark bat, damit ich mich, wenn ich auf freien Fuß käme, persönlich an Ort und Stelle über die Vermögensverhältnisse der Denunzianten informieren und Klage erheben könne. An sofortiger Entschädigung wurden mir als Höchstbetrag 10 Mk. zugesagt.
Bodennutzung und GetreideproduLtiou der bäuer- tichen Vetrieke.
Nachrichten vom deutschen Landwirtschaft?rat aus Ostelbien, Westelbien und Süddeutschland.
Man schreibt uns:
Ueber die Getreidezölle, die Zolltarifvorlage, besonders über den agrarischen Teil derselben ist so viel geschrieben und gesprochen worden, und immer scheint der Gegenstand noch nicht erschöpft. Tie Getreidezölle werden von der gegnerischen Seite seit dem Jahre 1880, als zuerst ein sehr geringer Getreidezoll eingesührt wurde, bekämpft. Man behauptete einmal, die Konsumenten würden durch den Zoll belastet, und weiter, nur ein kleiner Teil der deutschen Landwirte, bie Großgrundbesitzer, hätten Vorteil von den Getreibezöllen, bie Reineren Lanbwirte, bie bäuerliche Bevölkerung habe keinen Vorteil von den Getreibezöllen, ba sie meist kein Getreide verkaufen könnten. Ein großer Teil derer, die diese Behauptung immer wieder lasen, denen sie immer wieder als unumstößlich vorgetragen wurde, fingen an zu zweifeln, ob die Einführung ber Ge- treibezölle auch im Interesse ber großen Masse der deutschen Landwirte liege. Man kannte in weiten .Kreisen die Verhältnisse der ländlichen Bevölkerung nicht. Unsere meisten Nationalökonomen, die auf den Lehrstühlen unserer Universitäten sitzen, waren ebensowenig unterrichtet über jene Verhältnisse, ja, viele stimmten mit ein in den Ruf: die Getreidezölle nützen nur den Großgrundbesitzern, da der Bauer meist nur seinen eigenen Bedarf an Brot- ftüchten erzeuge. Der Hinweis auf die schon in ben 80 er Jahren von den Regierungen Hessens unb Babens veranstalteten landwirtschaftlichen Erhebungen, welche bewiesen, daß auch ber Bauer Getreide verkaufe, nützten nichts. Man zweifelte kurzer Hand jene Ergebnisse an, do sie ja von Landwirten gemacht worden seien und parteiisch und daher unrichtig ermittelt wären.
Gegen diesen Strom gegenteiliger Meinungen konnten die Landwirte nicht aufkommen. Aber unaufhaltsam hat sich im Laufe der Jahre die Wahrheit Bahn gebrochen. Besonders im Verlauf ber letzten zwei Jahre, nachdem alle Unternehmungen zur Erforschung der bäuerlichen Verhältnisse verglichen, geläutert unb 'zusammengestellt werben konnten, ist ber Beweis unwiderleglich erbracht, daß die bäuerliche Bevölkerung Deutschlands in erster Linie an bem Getreibezoll teil hat, ba bie bäuerliche Bevölkerung Bei weitem das meiste Getreide auf den deutschen Markt bringt. In dieser Beziehung steht sogar die bäuerliche Bevölkerung Ostelbiens in zweiter Linie. — Es werden wiederum einige Jahre vergehen, ehe sich die Gegner der Getreidezölle an diese Wahrheit gewöhnen, ehe sie sie anerkennen. Auf die Tauer werden sie sich den Thatsachen nicht verschließen können und die Wahrheit siegt am Ende immer.
Es wird in ber Folge, so lange nm bie Ergebnisse ber Erforschung ber bäuerlichen Verhältnisse, insbesonbere bie der Getreideprobuktion gestritten wird, hauptsächlich Über die Frage gestritten werden, welcher Flächengehalt eines Besitzes ist bem Großgrundbesitz, welcher dem bäuerlichen Besitz zuzuweisen. Schon vor zwei Jahren wurde von der gegnerischen Seite anerkannt, daß man bem Groß- grunbbesitz zuweisen müsse bie Wirtschaftsflächen über 100 Hektar, unb baß Güter unter 100 Hektar bem bäuerlichen Besitz zuzuweisen seien. Es ist anzuerkennen, baß diese Linie nicht immer zutreffend ist. Es wird aber eine stets zutreffende Grenzlinie sich nicht finden lassen. Im allgemeinen trifft es zu, daß wer nur bis 100 Hektar bewirtschaftet, sich persönlich bei allen vorkommenden Arbeiten bei der Bewirtschaftung beteiligen muß. Er muß wenigstens immer dabei fein, anleiten, auch mit yifaffen. Ist die zu bewirtschaftende Fläche größer, so würde eine solche Thätigkeit nicht selten geradezu ein Fehler fein. Dor Bewirtschafter einer wesentlich größeren Fläche wie 100 Hektar wird gewiß alle Fäden der Wirtschaft in den Länden haben, aber er wird sich selten an der Arbeit selbst beteiligen können, er hat nachzusehen, ob seine Anweisungen überall befolgt werden, und er wird eines Aufsehers, eines Verwalters und schließlich mit dem steigenden Besitz eines Oberbeamten bedürfen, der ihn in diesen seinen Aufgaben unterstützt. Schon hier haben wir es mit Großgrundbesitz zu thun. Ich glaube nicht, daß unsere Gegner in Zukunft die Grenze von 100 Hektar, die den bäuerlichen und ben Großgrundbesitz scheiben soll, angreifen, bisher haben sie es wenigstens nicht gethan. Es wirb eben keine absolut zweifellose Grenze zu finben fein.
Alle nachstehenben Ausführungen unb Ergebnisse stützen sich auf biefe Scheibelinie: bis 100 Hektar bäuerliche Wirtschaft, über 100 Hektar Wirtschaft des Großgrund- befttzes.
Neu wird den Leser die geographische Teilung des Bauernlandes in Ostelbien, Westelbien und Süddeutschland anmuten. Diese Einteilung ist von ben Gegnern geschaffen. Sie ist übernommen, weil in biefer Abgrenzung Die Verschiedenheiten ber landwirtschaftlichen Verhältnisse zufällig gut zum Ausdruck kommen. Das ostelbische Gebiet mußte am eingehendsten geprüft werden. Es ist seit zwei Jahrzehnten bas am meisten besprochene unb umstrittene Gebiet, war aber bis dahin für die meisten Zeitungsschreiber und Leser das unbekannteste. Man nannte es kurzer Hand das Land der großen Güter und der nichtsnutzigen Junker.
Die cingerjenbften Feststellungen ergaben, daß daS Bauernland in Ostelbien fast ebenso groß ist als das in Westelbien, unb daß das ostelbische Bauernland daS süddeutsche noch erheblich an Fläche übertrifft. Nur in ber Zahl ber bäuerlichen Betriebe bleibt Ostelbien hinter ben bäuerlichen Betrieben in Sübbeutschlanb zurück, doch bilden seine 600 000 bäuerlichen Betriebe der Fläche nach -immerhin 26 Prozent ober etwas über y* aller bäuer-
Hektar gewachsen, dieser Zuwachs füllt zum weitaus größten Teil auf Ostelbien. In Westelbien ist die Anbaufläche von Weizen unb Hafer erheblich gestiegen, während bie Ger st en fläche erheblich gesunken ist, in S ^'utschlanb scheint ber Spelz- unb Weizenbau stetig z- .rzugehen. auch ber Anbau von Gerste nimmt nicht zu, während bie Hafer- unb Roggen fläche seit 1883 stetig steigt. Seit 1893 scheint indessen ein völliger Stillstand ober gar ein Rückgang im Anbau von Brotgetreibe eingetreten zu fein, währenb die Anbaufläche von Gerste etwas, die von Hafer aber um fast 200 000 Hektar Angenommen hat, was mit ber abweichenden Preisentwickelung ber Getreidearten int Einklang stehen würde.
Dem Getreidebau wird in Deutschland die größte Fläche des Ackerbaues eingeräumt, ca. 62—63 Prozent in ben brei Hauptgebieten. Beim Getreide finb hier auch bie Hülseufrüchte unb Mischfrüchte eingeschlossen. Tie Hack- früchte errrichen in Westelbien die relativ größte Ausdehnung, doch kommen Ostelbien und Süddeutschland bald nach. Tie Handelsgewächse haben in Süddeutschland verhältnismäßig die größte Fläche des Ackerbaues inne, inde- sinkt die Anbaufläche seit 1883 in den drei Hauptgebieten. Die relativ größte Anbaufläche von Futterpflanzen bat Süddeutschland, bemerkenswert ist die starke Zunahme derselben in Ostelbien. seit 1883 um 1V2 Prozent deS Ackerlandes, oder 183 000 Hektar. — Das am meisten charakteristische Merkmal in der Entwickelung der deutschen Landwirtschaft ist bie enorme Abnahme ber reinen Brache, feit 1883 in Ostelbien um 3 Prozent, in Westelbien um 2 Prozent, in Sübbeutschlanb um 2Vs Prozent, insgesamt in Deutschlanb 2i/2 Prozent ober um 600000 Hektar, mit ber Abnahme der Ackerweibe zusammen um 1 Mill. Hektar. Hierzu haben wohl beigetragen bie immer mehr Verbreitung finbenben Hilfsbünger, ber Anbau ber GrünbungS- pflanzen unb bie burch bie Not gebotene intensivere Ausnutzung bes Bodens, bie nur burch bie Arbeiternot in Schranken gehalten wirb. — Tie relativ größte AuS- behnung ber Brache hat zur Zeit Sübbeutschlanb mit 6,6 Prozent bes Ackerlanbes, bann folgt Ostelbien mit 5, 6Prozent unb Westelbien mit nur 2,6 Prozent.
Schluß folgt
Kunst und Wissenschaft.
Aesthetik bet Städte, von Eh. Buls, Bürgermeister der Stadt Brüssel. Autorisierte Uebersetzung von PH. Schäfer. Zweite Auflage. Verlag Emil Roth, Gießen. Preis 1 Mk. — Er back freudig begrüßt werden, daß dies ganz ausgezeichnete Werk bes kunstbegeisterten Bürgermeisters von Brüssel durch eine vortressbche Uebersetzung den Interessenten zugänglich gemacht ist. Leider fehlte es ja nicht an Beispielen aÜerArt, wie ssnnlos eine rein als Der- waltuugssache ausgesetzte Bearbeitung der Stadterweitenmgen gegen jede künstlerische Behandlung dieser Frage ausgetreten ist unb die derzeitige heftige Reaktion gegen die gewonnenen Resultate in wohl der beste Beweis für das Verfehlte all dieser Anlagen. Er behandelt in seiner Schrift zunächst den technischen Gesichtspunkt der Frage; die Anlage der Verkehrsstraßen, besonders der sog. Diagonalstraßen, sodann den aesthetischen Gesichtspunkt, namentlich bic leider so beliebte Freilegung großer Kirchenbauten; im archäologischen Teile tritt er ein für die Erhaltung alter, historischer Einlagen, auch der von den Straßeningenieuren so verhaßten Türme unb Stadtthore, die man ja ebenso leicht umgehen kann, wie durchgehen. Sehr wahr sind auch die Ansichten über die Privatbaukunst (S. 30 ff.) und nicht minder interessant die Urteile über den sog. offuieden Geschmack, im Gegensätze zum volkstümlichen, bürgerlichem Und nicht jum letzten, wenn auch das letzte, ist das Kapitel übet den administrativen Standpunkt zu würdigen^ daß leider mtr zu viel durch ssnnlos große Straßenanlagen die Steuerkraft der Städte aufs Empfindlichste in Anspruch genommen wird.
Zeilschriftcnknnde. Dieses vielseitige und interessante Ge» biet unserer historischen Forschung hat bisher seitens ber Wissenschaft noch nicht die Beachtung gefunden, die eS bei der fulhireüen Bedeutung ber als Zeitschrift ober Zeitung erscheinenden rrno- dischen Litteratur beanspruchen darf. Umsomehr dürfte eS interessieren, daß die „Deutsche Bibliographische Gesellschaft" alS ersten Baiid ihrer Publikationen eine Uebersicht über die Geschichte unb den ganzen Inhalt ber Zeitschriften unserer romantischen Periode (ca. 1800 bis 1830) vorbereitet und noch in diesem Winter erlchei- nen läßt. Die Zeitschriften, an denen die Gebrüder Schlegel, 21 Tieck, Kleist, Arnim, Fouguä, Kind, Genh, Görrcs, Zschokke, Gra. Loben unb viele andere als Redakteure ober Mitarbeiter tbätig waren, werden hier zum ersten Mal systematisch bearbeitet unb fo vieles neue, schwer zugängliche Material unserer Kenntnis unb ber litterarhistorischen Forschung dargeboten. Unter den zahlreichen Mitarbeitern zu diesem ersten Bande finben wir die Professoren Sauer-Prag, O. F. Walzcl-Bern, Witkowski-Leipzig, Elster-Marburg, von Weilen-Wien, Reinh. Steig, Dütschke-Berlin, Lederer- Prag, und eine ganze Reihe jüngerer Litterarhistonker. Die lrin- leitung dazu hat einer unserer ausgezeichnetsten Kenner der Romantik übernommen. Tas Erscheinen des ersten Bande? tft, zum größten Teil durch freiroiQige Stiftungen hochherziger Gönner, gefiebert. Beitrittserklärungen, die zum billigen Bezug der Publikationen berechtigen, erbittet die Gesellschaft an den Sekretär Tr. pouben, Berlin-Schöneberg, Ebersstr. 91.
Ueber trockene Flechten schreibt Herr Oberstabsarzt und prakt Arzt F. 91 in TI.: Jh" „ObermeyerS Herba-Seife" hat in zwei Fällen von trockenem, ab» schilferndem Ausschlag, beidesmal an den Beinen, geradezu brillam gewirkt und zwar in dem einen Falle nach dreijähriger erfolgloser Anwendung aller möglichen Salben. Z. h. in Apotheken, Drogerien u. Fabrikant I. Gioth, Hanau 13. Best.: 90% Seife, 3 /, Arnica, 2 . Salbei, 1,5% Wasserbecherkrt., 8,5% Harnkrt.__
„Der Spielplan ist geändert, *> /■F weil Herr Banderini wegen Heiserkeit abgesagt har/ fff Solche und ähnliche Ankündigungen liest man alle ^age zum Aerger des Publikums, der Direktion und derKunuler JF selbst. Und doch ließe ssch jeder Heiserkeit unb damit der
Notwendigkeit einer Absage leicht begegnen, wenn <zmiget und Schauspieler ssch an den ständigen Gebrauch von Kay'S echten Lodener Mineral-Pastillen gewöhnen wollten. Dieselben üben auf den Magen nnb Tarrn einen äußerst wohlthuenden Einssuß auS. Tie Schachtel foftei nu~ Pfg. und ist m allen Apotheken, Drogerien und Mmeml- wasserhandlungen zu haben.
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