Ausgabe 
25.11.1902 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Kum Jode Knipps.

Der WitweKrupp gingen folgende Telegramme des Kaisers und der Kaiserin zu: Neues Pa­lais, 22. Nov. Excel lenz Frau Geheimrat Krupp Essen (Ruhr). Soeben erhalte ich die erschütternde Nachricht, daß Ihr Gemahl für uns alle unerwartet entschlafen ist. Tie Kaiserin und ich trauern tiefergriffen mit Ihnen um den Verewigten, welcher so jäh aus dem Streben gerissen ist, der ihm vom Schicksal übertragenen gewaltigen Aufgabe in strengster Pflichterfüllung gerecht zu werden. Möge Gott der Herr Ihnen und Aren Töchtern Kraft geben, das Schwere, das er Ihnen jetzt auferlegt hat, zu tragen. Wilhelm.

Neues Palais, 22. Nov. Frau Krupp Essen (Ruhr). Ich muß Ihnen, liebe Frau, nochmals persönlich aus­sprechen, wie erschüttert ich durch den frühen Tod Ihres Mannes bin und mit wärmster Teilnahme Ihrer gedenke. Gott stütze und tröste Sie und Ihre lieben Töchter in Ihrem tiefen Schmerz. Auguste Viktoria.

Ferner gingen vom Staatssekretär des Reichsmarine­amts, Vizeadmiral v. Tirpitz, und vom Vorstand des Ver­eins für bergbauliche Interessen Beileidstelegramme zu.

Tie Berliner Kriminalpolizei, die die Beschlag­nahme desVorwärts" in Sachen Krupp durch­geführt hat, ist in dieser Affaire auch nach dem Tode Krupps weiter thätig. Es haben bereits mehrfache Ver­nehmungen stattgefunden, um den Urheber der Krupp ver­dächtigenden Meldungen zu ermitteln. Tie Untersuchungs- Lehörde glaubt dafür Anhaltspunkte zu haben, daß maß­gebende Persönlichkeiten der sozialdemokratischen Partei­leitung bereits zur Erkenntnis gekommen sind, daß die Redaktion desVorwärts" sich bei der Aufnahme der Meldung über die Vorgänge auf Capri hätte düpieren lassen.

Von den beim Tode Krupps zugegen gewesenen Aerzten ist eine Tarstellung über den Verlauf der Krankheit und den Tod Krupps verfaßt worden, welche die Unterschrift der anwesenden, zum Teil hervorragenden ärztlichen Autori­täten. Unter anderen war auch der Berliner Nerven­arzt Vogt, der Berliner ärztliche Beistand des Ver­storbenen, am Totenbett. Tas Schriftstück ist vorläufig nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt. Man wird aber Wohl nicht fehlgehen in der Annahme, daß es später ein­mal, vielleicht imVorwärts"-Prozeß, eine bedeutende Rolle spielen wird. Auch in diesem Bulletin soll die Ueberzeugung ausgesprochen sein, daß die Verdächtigungen der sozial­demokratischen Presse mit dem erfolgten Gehirnschlage Krupps in einem ursächlichen Zusammenhänge steht.

Ausland.

London, 24. Nov. (Unterhaus.) Wanklyn (Unio­nist) richtete an Chamberlain die Frage, ob es wahr sei, daß ein Geistlicher der holländisch-reformierten Kirche der Kapkolonie seiner Pfründe wegen loyalen Verhal­tens während des Krieges beraubt worden sei, daß ein anderer Geistlicher dazu gezwungen wurde, um Verzeihung dafür zu bitten, daß er im Sinne der Herbeiführung des Friedens thätig gewesen sei und daß die National Scouts und loyale Bürger boykottiert seien, während man den Rebellen Entschädigungen gewähre. Chamberlain ent­gegnet, die Angaben der beiden Geistlichen seien richtig. Er bedaure die Sache sehr, denn nichts könne mehr darauf hinwirken, die Einigung und Wohlfahrt Südafrikas zu erschweren: die Mitteilungen iiker den Boykott seien über- trieben. Er werde die Angelegenheit aber mit größter Auf­merksamkeit verfolgen. Zweifellos bestehe ein Grund zu Klagen. Was die Entschädigungsfrage be- tteffe, bestimme die letzte im Kapparlamente angenommene Akte, daß der für diesen Zweck besttmmte Geldbettag in erster Linie loyalen Bürgern gegeben werde. Wenn aber nach Befriedigung ihrer Ansprüche noch ein Ueberschuß bleibe, dann sollte eine Entschädigung denen gewährt werden, die zuerst sich den Aufständischen anschlossen, dann aber sich ergaben und loyal blieben und zwar für Verluste, die sie in der Zeit erlitten, wo sie loyal gewesen seien. Tie eng­lische Regierung werde nicht gestatten, daß irgendwelche Geldsummen aus englischen Mitteln oder Mitteln Trans­vaals durch Schadloshaltung von Rebellen verwandt wer­den. (Beifall.) Hierauf bringt Gerald Balfour folgende Resolution ein: Tas Haus billigt die in der Zuckerkand cutton niedergelegte Politik und ist für den Fall, daß die Konvention die Ratifikation erhält, die nötig ist, um ihr bindende Kraft zu geben, bereit, die notwendigen Maßnahmen zu ihrer Durchführung zu genehmigen.

Brüssel, 24. Nov. Ter Graf von Flandern hat am Sonntag einen Schlaganfall erlitten und einen zweiten heute. Ter Graf hat infolgedessen das Augenlicht auf einem Auge verloren. Man befürchtet einen weiteren Schlaganfall. (Ter Graf v. Flandern ist der Bruder des Königs von Belgien, geb. 1837, vermählt mit der Prinzessin Maria von Hohenzollern. T. Red.)

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 25. November 1902.

** Zur Feier des heutigen Geburtstages Sr. K. H. des Großherzogs fand gestern abend Fackelzug und Zapfenstreich statt. Nach demselben spielte die Regiments­kapelle auf dem Brandplatze mehrere Musikstücke, denen ein großes Publikum beiwohnte. Die ZeughauS-Kaserne ist mit Guirlanden prächtig geschmückt, die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser haben heute geflaggt, überall herrscht daS festliche Treiben, das mit dem GebuttStage des teuren Landesherrn untrennbar verknüpft ist.

** Auszeichnungen. Aus Darmstadt wird uns telegraphiert: AuS Anlatz des Geburtstages deS Groß­herzogs wurden eine große Reihe von Auszeichnungen ver­liehen. Es erhielten Finanzminister Dr. Gnauth das Komturkreuz 1. Klasse mit der Krone des ^rdienstordens Philipps des Ekoßmütigen; der erste Präsident der Krieger­kameradschaftHassia" Oberstleutnant Cramolini das Komturkreuz 2. Kl. desselben Ordens: den Charakter als Oberbürgermeister der Bürgermeister Mecum von Gießen; der ord. Prof. Dr. Drude, der ord. Hon.-Prof. Tr. Fromme, der ord. Prof, und derzeitige Rektor der Lud- wigSuniversität D. Tr. Krüger und der ord. Professor Dr. Vossius das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; daS silberne Kreuz desselben Ordens der Stadtgärtner Iop Balser und Lehrer Hrch. Eifert; das Ritterkreuz 1. Kl. desselben Ordens Land­gerichtsdirektor Tr. Güngerich.

*' Enteignung des Baugeländes für die neuen veterinär-medizinischen Institute. In den am 22. d. M. .zu

TSnDe geführten Verhandlungen vor dem ProvtnztalauSschuß wurde die Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten in den Besitz des Geländes eingewiesen. Dasselbe, seither den Gails Erben gehörig, liegt an der Frankfurterftraße, gegen­über der psychiatrischen Klinik, und mißt rd. 18 000 Quadrat­meter. Als Entschädigung wurde 6 Mark für den Quadratmeter festgesetzt. Der Staat hatte 6,50 Mk. ge­boten, die Besitzer 13 Mk. verlangt, die Lokalkommission 5,70 Mk. taxitt. Für die Entwertung des Baugeländes, welches noch in ihrem Besitz verbleibt, verlangten die Gailschen Erben eine Entschädigung von 5000 Mk. Diese Entschä­digung wurde abgelehnt.

* Vom Provinzialsiechenhaus. Der Zeitpunkt, an dem das Provinzial-Siechenhaus seiner Besttmmung über­geben wird, ist nun endgiltig auf den 1. April 1903 fest­gelegt. Die Lieferungen für die innere Einrichtung und Aus­stattung mit Betten rc. sind zur Zeit ausgeschrieben und müßen spätestens am 1. März an Ort und Stelle sein. Die Anstalt besitzt alle Einrichtungen der modernen Hygiene: elektrisches Licht, Zentralheizung, Waßerleitung und Kanali­sierung.

- VomZuge überfahren wurde gestern nachmittag gegen */, 4 Uhr auf der Station Friedelhausen der Frucht- Händler Klingelhöfer aus Mainzlar. K. wollte den Zug nach Marburg benutzen, kam aber etwas zu spät und wurde, als er eben den, nach Marburg abfahrenden Zug besteigen wollte, von dem, in den Bahnhof einlaufenden, von Gießen kommenden Eilgüterzug erfaßt und herabgeschleudett. Er er­litt eine so schwere Verletzung am Hinterkopf, daß der Tod augenblicklich eintrat.

Vermischtes.

Berlin, 24. Nov. Die hiesige Kriminalpolizei ver­haftete auf Grund eines Steckbriefes den Rechtsanwalt Paeple aus Kolmar in Posen, der vor einiger Zeit wegen angeblicher amtlicher Verfehlungen von dott geflüchtet war.

* Paris, 24. Nov. Die Nachforschungen in der Hum­bert-Affäre sind in ein neues Stadium getreten und laßen wie die Blätter melden, eine baldige Entdeckung der Schwindler ermatten. Die Matteiller Sicherheits-Polizei hat strengen Befehl erhalten, sämtliche Passagiere der spanischen und italienischen Dampfer, welche zwischen Barcelona und Marseille vettehren, zu überwachen. Es besteht nämlich die Vermutung, daß ein Teil der Familie sich in Genua, ein anderer Teil in der Umgebung von Barcelona aufhält und die vettchiedenen Familienmitglieder sich zu vereinigen ver­suchen werden. Man ist nunmehr sicher, daß Niemand der Schwindler-Familie sich nach Südafttka eingeschifft hat.

* Paris, 24. Nov. Die in der Boula ine-Affäre angeklagten Personen sind gestern nach Rouen gebracht worden, wohin sich auch der in der Angelegenheit gleichfalls kompromittierte Appellationsgerichtsrat An- drieu begeben hat. Die Verhandlungen beginnen heute. In der Rue de la Convention stießen gestern zwei Straßenbahnwagen zusammen, wobei eine Anzahl Passagiere verletzt wurden. Bei einem Eisen­bahnunglück in der Nähe von Fecamp wurden die beiden Lokomotivführer und die beiden Heizer getötet. Zwei Reisende wurden verletzt. Die Ursache des Zusammenstoßes war dichter Nebel. Der Matettalschaden ist- bedeutend. Der Stationsvottteher von St. Pierre ist wegen Nachlässigkeit im Dienst seines Amtes enthoben worden.

* Rom, 24. Nov. Im Gebäude der englischen Bot­schaft erfolgte heute früh eine Gas-Explosion. Sämtliche Scheiben des Gebäudes wurden zettrümmert. Drei vorüber­gehende Lastträger wurden verletzt. Die Feuerwehr löschte den Brand nach kurzer Zeit.

* Ermordung eines italienischen Offiziers. In Noviligure an der Riviera spielte sich ein intimes Drama zwischen Dr. Bajardi, Besitzer einer großen Apotheke und dem Major de§ 11. Jnf.-Rcgts. d'Amato ab. Der Doktor schoß den Major nieder, nachdem er mit ihm in seinem Arbeitszimmer eine längere Unterredung gehabt hatte, in deren Verlauf man den Offizier wiederholt »Sie Elender!" rufen hätte. Der Mörder entfloh.

* Lemberg, 24. Nov. In den Erdwochsgruben der Aktiengesellschaft für Naphtaindusttte zu Boreslaw ist in der Nacht infolge Explosion von Gasen ein Feuer aus­gebrochen. 14 Schächte sind ein Raub der Flammen ge­worden. Sieben Häuser wurden eingeäschett, eine Person getötet und eine schwer verletzt. Man hofft, den Brano lokalisiren zu können.

* Lagos, 21. Novbr. Der zwischen Savocdia und Nadrag verkehrende Postwagen wurde von Räubern angefallen und der den Wagen begleitende Gendarm erschossen. Da die Pferde durchgingen, mißlang der Raub. Der Postillon wurde, weil der Mitschuld verdächtig, verhaftet.

* Ein unzertrennlicher Begleiter des Reichskanzlers Grafen Bülow ist sein schwarzer Pudel. Von diesem Reichspudel erzählt man, daß jüngst ein süddeutscher Landwirt ihn als einen englischen be­zeichnet und gemeint hätte: der werde int Gegensatz zu Bismarcks deutscher Doggegeschoren, wie wir von den Englännern." Ter Reichskanzler hat daraufhin seiner­zeit in einer Unterhaltung mit einem Parlamentarier äußerst vergnügt geäußert:Unsinn! ES ist ein ehrlicher deutscher Pudel. Er stammt aus der Hundezüchterei Caesar und Minka, Zahna. Geschoren muß er allerdings werden."

Gcrichtssaal.

kr. Gieße«, 21. Nov. (Schöffengericht.) Fünf Junge Burschen auS Lollar hatten am 14. Mac abends einen Ausflug nach Taubringen unternommen. Tort kehrten sie in eine Wirt­schaft ein und waren, als die Polizeistunde langst vorüber war, nicht mehr hinauszubttnaen. DerWirt mußte den Nachtwächter holen, der Nachtwächter den Politeidiener und dieser rtef noch zwei Crl^ bürget zu Silke. Mit vereinten Kräften gelang es, die »Ritter von der GcmütlichkeitE aus dem Torfe zu jagen. Unterwegs risien sie zudem noch etliche Baumstützen aus. Degen gemeinschaftlich be­gangenen Hausfriedensbruchs wurden die Leute zu je zwei Monaten Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens ver­urteilt, während der Vertreter der Anklage drei Monate Gefäng­nis und sofortige Verhaftung wegen Fluchtverdachts beantragt hatte. Tic Ehefrau H. und deren beide Töchter waren wegen Körperverletzung mit gefährlichem Werkzeuge, wegen Hausfriedens­bruchs, und weaen Bedrohung, begangen gegen die Ehefrau Bcllofi zu Gießen, unter Anklage gestellt. Tie Angeklagten sollen diel

Frau u. 71. mR einer KwvWeMche fn da? (ScTlCDr gtfchragen, den Obren gezerrt und ihr die Wangen zerkratzt haben. Ta jedoch außer der Verletzten selbst die Zeugen nichts Belastendes auszu­sagen vermochten, wurden die Angeklagten freigesprochen.-^ Tem Oekonom Heinrich Z. von Gießen wurde zur Last gelegt, daß er die Vorsichtsmaßregeln, welche vom Kreisamte zur Verhütung des Einsührens oder Verbreitens von Seuchen anqeorbnet fino, wissentlich verletzt habe, indem er es unterließ, das in seinen Stallungen vorübergehend eingestellte Vieh sofort bei der Polizei anzumelden. Das Gericht war der Aitsicht, daß das Won .so­fort' im Gesetze eng zu interpretieren fei, und verurteilte den An­geklagten, da das Gesetz bei der Gemeiugesährlichkeit dieser Delikte nur Gefängnis kennt, zu drei Tagen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens.

ihitnfrritfit5-i!nrhriditnL

Geh. Medizinalrat Bros. Dr. A. Tob old in Berlin, der Senior unter den deutschen Laryngologen, feierte am Sams­tag seinen 75. Geburtstag. In Meiningen starb der a.-o. Pro­fessor der Anatomie an der Universität Halle Tr. E. M ehn ert im Alter von 37 Fahren.

Bonn, 24. Nov. Ter Strafrechtslehrer Geh. Justizrat Prof. S e u f f e r t ist in der letzten Nacht gestorben.

Avs;nz m tkv fiirrfjrnbiidjrrn brr Stabt C5irßrn.

Evangelische Gemeinde.

Getränte. Markusgemeinde. Den 16. November. Heinrich Friedrich, Bierbrauer zu Gießen, und Wilhelmine Elisabeth« Eger, Tochter des vetttorbenen Bäckermeisters Gustav Eger zu Gießen. L u k asgemeinde. Ten 15. November. Dr. Lud­wig Theodor Möser, Chemiker zu Gießen, unb Matte Krauß, Tochter des Stationsvorstehers i. P. Peter Krauß z,t Rülfenrod. Ten 19. November. Tr. Friedrich Wilhelm Georg Heinrich Fresenius, Großerzogl. Gerichtsassessor zu Darmstadt, und Ida Fannn Auguste Karoline Busse, Tochter des vetttorbenen Kaufmanns Gottfried Bune zu St. Louis.

Getaufte. Matthä usgemeinde. Den 16. November. Tem Arbeiter Balthasar Erb eine Tochter, Anna, geboren den 29. August. Denselben. Dem Taglöhner Johannes Grün eine Tochter, Emma, geboren den 16. Oktober. Denselben. Tem Ländler Friedrich Wilhelm Keiner ein Sohn, Friedrich Karl, geboren den 22. Oktober. Markusgemeinde. Den 16. November. Dem .Kaufmann Edgar Borrmanu eine Tochter, Johanna Margarete Matte Elisa Emma, geboren den 16. November. Lukas- gemeinde. Tem Glasermeister Georg Hofmann eine Tochter, Anna Minna Paula, geboren den 30. September. Denselben. Ter* Wirt und Spezereihändler Ludwig Gräs eine Tochter, Elsa Elisabeth Katharine, geboren den 27. September. Johannes- gemein be. Ten 16. November. Elise Kathattue Sicglinqer, Tochter des am 5. Mai 1902 verstorbenen Böckers Heinrich Sieq- linger, geboren ben 20. Oktober. Denselben. Dem Former Anton Zirbus eine Tochter, Wilhelmine Margarethe Emilie Frida, geboren ben 22. Oktober.

Beerdigte. Matthäusgemeinbe. Den 19. November. Marie Happel, Fabrikarbeiterin, lebig, 50 Jahre alt, starb ben 17. November. Lukasgemeinde. Den 16. November. Lina Reitz, geb. Sauber, Ehefrau bes Bahnarbeiters Heinrich Reitz, 24 Jahre alt, starb ben 14. November.

Nlonatli t jlrbrrfidit brr Wrsfälk in (Hrfjrn. Monat Oktober 1902.

Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (infl. 1600 Mann Militärs

Sinnt.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vie ber Tobeskälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene:

im

vom

Masern

1. Lebensjahr:

2.-15. Jahr

4

1

3

Typhus Wochenbettkrank-

1

1

beiten

Tuberkulose der

2(2)

2(2)

Lungen

Tuberkulose anderer

Kl)

KD

Organe

4(2)

3(2)

1

Lungenentzündung

3(1)

3(1)

_

Lungenkatarrh

7 (1)

4(1)

3

Gehiruschlagfluß

2(1)

2(1)

Herzleiden

2

2

Atrophie

1

1

Neubildungen

1

1

Sonst. Krankheiten

19 (6)

15 (1)

2

2

Verunglückung

Kl)

1(1)

Summa:

48 (15)

35 (15)

4

9

fiuiniirnjliiftiriditrn.

Gestorben: Konrad Finkenagel in Butzbach.

Schiffsiutchrichten.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenvlaiz.

Bremen, 22. Nov. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Vostdampser ^Hannover", Kapitän H. Jacobs, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr morgens wohlbehalten in Balimore angekommen.

Ncnclte jtlrlinnigni.

OriginaldrahLmclduttgen des Gießener Anzeiger.

Berlin, 25. Nov. DasB. 2/ meldet ou5 Essen, daß das Testament KruppS am Montag eröffnet worden sei. Ter Fortbestand deS Werkes ist danach gewähr­leistet. Das ,B. T." meldet auS Tu iS bürg: Der be­trunken heimkehrende Schultze wurde von seiner Ehe­frau erwürgt. Sch. hinterläßt zehn Kinder.

London, 25. Nov. Nach einer längeren Rede Cham­berlains beschloß das Unterhaus mit 213 gegen 130 Stimmen, Harcourts Gegenresolution abzulehnen und Bal­fours Resolution, welche die Brüsseler Zuckerkon­vention zum Gegenstand hat, anzunehmen.

Clermont-Feraud, 25. Nov. Der Ausstand in* Kohlenbecken ist beendigt.

Lissabon, 25. Nov. Die Königin leistete den Cor­tes den Eid als Regentin.

Newyork, 25. Nov. InHavanna ist der General- tret! proklamiert worden. Einzelne Straßenbahnwagen wurden demoliett, mehrere Beamte verletzt.

Hochfeine, stilvolle i Hof-Möneir-bnk und

« . Kunst-chreinerel von

Einrichtungen | -ää

758 Etablissement allerersten Ranges

Greua. Hessischer und Keiserbch Russischer Hoflieferant

Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtung?" Auf Wonseb kostenlos* Interbreitjnq meiner Biapl-Kolteküon