Ausgabe 
25.10.1902 Drittes Blatt
 
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Landtagswahl.

Mitbürger!

Am Mittwoch den 29. Cttober laufenden Jahre? findet die Wahl von 50 Wahlmännern statt, welchen es obliegt, für die nächsten 6 Jahre den Abgeordneten unserer Statt zur zweiten Kammer der Landstände zu wählen.

Die unterzeichneten beiden Vereine haben sich verständigt, bei der diesmaligen Wahl zusammen zu gehen und mit Entschiedenheit für die Wiederwahl unseres seitheriges be» -oährten Abgeordneten, des Herrn

fadilsamlb Minsk Ar. Seid Gotfkisdi wr

einzutreten, welcher in den letzten drei Jahren in würdigster und erfolgreichster Weise die Interessen unserer Stadt und de? ganzen Landes im Landtag vertreten hat.

Wir nehmen an, daß wir mit unserem Vorgehen im Sinne der gesamten Wählerschaft unserer Stadt oder doch der großen Mehrheit derselben handeln; und schlagen hiermit zu Wahlmännern die nachstehend verzeichneten Herren vor, von welchen wir unterstellen, daß sic unsere Auffassung teilen und in deren Hände wir vertrauensvoll die Wahl des Ab. geordneten zu legen bitten.

1. Berg, Carl, Schuhmachermeister

2. Brück, Carl, Goldarbeiter

3. Doering, Hermann, Rendant

4. Dornseiff, Carl, Landgerichtsrat

5. Dörr, Martin, Schlossermeister

6. Eichenauer, Hermann, Fabrikant

7. Emmelius, Louis, Kommerzienrat

8. Erb, Budolf, Professor Dr., Oberlehrer

9. Euler, Philipp IV., Schneidmüller

10. Faber, Carl August Adolf, Spenglermeister

11. Gaffky, Georg, Dr., Geheimer Medizinalrat

12. Gail, Wilhelm, Kommerzienrat

13. Georgi, Ludwig. Kommerzienrat

14. Grünewald, Wilhelm, Rechtsanwalt

15. Hanau, Eduard, Fabrikant

16. Haubach, Theodor II., Nähmaschinenhändler

17. Haupt, Fritz, Dr. Sanitätsrat

18. Heiche l

19. Heil, Dai»..

20. Heyiigenstädt, Louis, Kommerzienrat

21. Hirschhorn, Budolf, Justizrat

22. Helfrich, Friedrich, Rentner

23. Helm, Friedrich, Weinhändlcr

24. Hochstätter, Heinrich, Kaufmann

25. Hornberger, Louis, Fabrikant

26. dann, Karl, Realgymnasiallehrer

27. Jughardt, Heinrich Emil, Kaufmann

28. Jung, Ludwig, Dr., Rechtsanwalt

29. Keller, Andreas, Ortsgerichtsmann

30. Kirch, Jean, Hoflieferant

31. Klingspor, Karl, Fabrikant

32. Koch, Georg, Jngenier

33. Koch, Georg Wilhelm, Zahnarzt

34. Löber, Wilhelm VI., Bäckermeister

Loos, Carl, Kaufmann

oo. Marx, Conrad, Zimmermeister

37. Möhl, Carl Adolf, Metzgermcister

38. Möhl, Georg Emil, Fabrikant

39. Müller, Emil Heinrich, Schrcincrmeister

40. Petri, Louis II., Bauunternehmer

41. Plank, Wilhelm II., Gerbcrmeister

42. Back£, Ludwig, Bankier

43. Both, Conrad II., Weinhändler

44. Bullmann, Ludwig, Revisor

45. Schmall, Emil II., Fabrikant

46. Schirmer, Heinrich, Fabrikant

47. Schwan, August, Weinhändler

48. Spiess, Johannes II., Rentner

49. Wimmenauer, Karl, Dr., UnioersitätS-Professor

50. Winn, Heinrich, Bauunternehmer.

Gießen, den 22. Oktober 1902.

1434

Der freisinnige Verein.

Der nationalliberale Verein.

Wahlaufruf.

Gießen.

Die nationalliberale Partei hat in ihrem jüngst in Eisenach abgehaltenen Dclegiertentag ein glänzendes Lebens- und Kraft- zeugniS abgegeben. 6700 Delegierte aus dem ganzen Deutschen Reiche haben sich in ihren Ansichten und Entschließ­ungen über die wichtigsten das Deutsche Reich bewegenden Fragen vereinigt.

Der Hessische Landesausschuß der nationalliberalen Partei hat in seiner Sitzung vom 19. Oktober d. I. über die hessischen Angelegenheiten beraten und einmütig folgenden Wahlaufruf zu den bevorstehenden Landtagswahlen beschlossen:

Es muß auch in Zukunft unser oberster Grundsatz bleiben, daß wir berufen sind, das allgemeine Wohl zu fördern und bei sich widerstteitenden Anforderungen verschiedener Stände und Jnteressenpruppen einen billigen Ausgleich zu finden.

Wir sind allezeit bereit, den Interessen der Landwirt­schaft gerecht zu werden, insbesondere gewillt, zu einer Or- ganisatton des landwirtschaftlichen Berufsstandes mitzuwirken, aber unter Vermeidung allzu großer Belastung der Land­wirtschaft.

Alle Bestrebungen, die auf die Förderung von Handel und Industrie sowie auf eine Besserung der Lage des Mittelstandes, namentlich im Kleinhandel und Gewerbe abzielen, sind unseres Wohlwollens und unserer Unterstützung von vornherein sicher.

Der Förderung de§ Wohnungswesens für Unbe­mittelte auf Grund der bestehenden Gesetze werden wir unsere eifrige Fürsorge angcdeihen lassen.

Wie von jeher werden wir auch in Zukunft für die be­rechtigten Interessen des ArbeiterstaudeS eintreten, dagegen werden wir die auf die Zersetzung von Staat und Gesell- schäft gerichteten Bestrebungen der Sozialdemokratie mit aller Entschiedenhett bekämpfen. Jedes Zusammengehen mit den Sozialdemokraten bei den Wahlen ist für uns ausgeschlossen.

Wir halten fest an den unveräußerlichen Rechten des Staates in Kirchen- und Schulaugelegeuhciten.

Es bleibt nach rote vor unser Bemühen, die Gemeinden

zu entlasten, namenllich ärmeren Gemeinden für SchulhauS- bauteu größere Mittel als seither zuzuwcnden und die lieber» nähme der persönlichen Kosten der Fortbildungsschule auf den Staat herbeizuführen.

Ein besonderes Augenmerk ist auf die Unterstützung ärmerer Landesteile beim Ausbau ihrer Verkehrswege zu richten.

Andererseits muß im Hinblick auf die enorme Höhe der Landessteuern auf weise Sparsamkeit in der Staats­verwaltung, insbesondere auch im Bauwesen Bedacht ge­nommen werden.

Unumgänglich ist eine Revision des Gesetzes über den Urkundenstcmpel.

Die Reform der Verwaltuugsgesetze darf nicht länger verschoben werden; dabei muß namentlich eine Entlastung der Kreise und Provinzen und damit der Gemeinden ins Auge gefaßt werden.

Eine sachgemäße gesetzliche Umgestaltung des Gcmeinde- steuerwcsens ist geboten und unserer Mitarbeit sicher, und zwar unter Berücksichtigung der Lage der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungstelle.

Wir sind bereit, zu einer Verbesserung deS Wahl­gesetzes, welche das Staatsinteresse wie die berechtigten In­teressen der Wähler in liberaler Weise wahrnimmt, mitzuwirken.

Wähler, laßt Euch nicht von schmeichelnden Lock­rufen und volltönenden Versprechungen umgarnen!

Die nationalliberale Partei sucht vom Boden der bestehenden Verhältnisse auS Besserung für alle derselben bedürftigen Berufsstände, daS hat sie in jahrelanger, unermüdlicher Arbeit bewiesen.

Darum wählt Wahlmänner, welche die Gewähr bieten, daß Männer in die Kammer gewählt werden, die in uationallibcraler Gesinnung daS Beste für daS ganze Land zu erstreben bereit sind.

Thue Jeder seine Schuldigkeit, wir haben nach allen Seiten zu kämpfen! Nur dem Mutigen und Kräftigen gebührt der Sieg!

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