Ausgabe 
25.9.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

beschädigt wurden. Die Konsuln und die ganze Bevölkerung erhoben Protest. Ein Telegramm aus Washington besagt: In zwei hier aus Caracas eingegangenen De­peschen teilt der amerikanische Gesandte, Boisen, mit, er habe voll Entrüstung von Venezuela Abbitte wegen des Verhaltens desRestaurador" pnd Salutierung der ameri­kanischen Flagge durch dieses Schiss verlangt. Venezuela willfahre sofort dem Verlangen und bat in ingemessener Weise um Entschuldigung. Der Kommandeur desRestau­rador" hißte die amerikanische Flagge und salutierte sie. Die Angelegenheit wird noch vom Marinedepartement weiter erwogen.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, 25. September 1902.

Hofnachrichten. Gestern um 10^ Uhr empfing der Großherzog den Kaiserl. russischen Ministerresidenten Fürsten Koudascheff. Die Prinzessin Elisabeth traf gestern vormittag von Jagdschloß Wolfsgarten in Darmstadt ein und ist am nachmittag wieder nach Wolfsgarten zurück­gekehrt, während der Großherzog sich zur Jsagd nach Viern­heim begab.

Personalien. Der Oberlehrer an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt, Prof. Dr. Hermann Gräfe, ist auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst ent­lassen, der Oberrechnungsrevisor, Rechnungsrat Gottlieb Schmierer zu Darmstadt auf sein Nachsuchen unter An­erkennung seiner treugeleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober d.J. an in den Ruhestand versetzt, der Reoisions- gehilfe bei der Oberrechnungskammer Georg Simon aus Darmstadt ist zum Oberrechnungsrevisor bei der 11. Jnstifikatur- Abteilung der Oberrechnungskammer ernannt und der Sergeant Wilhelm Schröder in Mainz zum Pedellen an der Realschule und dem Progymnasium zu Michelstadt er­nannt worden.

ßd. Von der Universität. Wie uns telegraphisch aus Darmstadt gemeldet wird, ernannte am 24. September der Groß Herzog den ordentl. Professor der juristischen Fakultät der Universität Münster Dr. Heimberger zum ordentl. Professor der juristischen Fakultät der Landesunioersität zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober an.

** Eine Theaterprobe. In dem großen Saal an der Wallthorstraße, den wir Gießener heute noch unser Theater nennen, wurden gestern abend die, vom Gießener Theaterverein hergestellten neuen Dekorationen auf ihre Bühnenwirkung untersucht. Wir wir schon mitteilten, hat der Theaterverein nicht allein die Bühne bedeutend ver­größern lassen, sondern auch sämtliche Dekorationen, soweit dies notwendig war, den jetzigen Größenverhältnissen anpassen lassen. Außer einer Dekoration, die ganz neu hergestellt ist, sind auch die anderen Dekorationen wieder aufgesrischt, ver­bessert bezw. erneut worden. Im Einklang damit hat der Verein die Beleuchtung der Bühne, die bisher in vieler Be­ziehung mangelhaft war, sehr vervollkommnet; im Proscenium stehen jetzt statt zehn Lampen deren sechszehn, und die zweite Hälfte der Bühne hat überhaupt neue Beleuchtung erhalten. Diese Verbesserungen haben bewirkt, daß die Bühne gegen früher nicht mehr wiederzuerkennen ist, und die Gießener Theaterfreunde werden überrascht sein, was aus ihrem Theater geworden ist. Es wurden gestern abend drei Dekorationen gestellt: Ein großer bürgerlicher Salon, der die ganze Tiefe der Bühne einnimmt, derselbe Salon, auf die Hälfte ver­kleinert, und endlich eine Waldlandschaft, die sich im Hinter­grund auf ein wildromantisches Felspanorama öffnet. Die Dekorationen sind sehr präzis gearbeitet und schließen die Bühne gegen den weiteren Bühnenraum vollkommen ab, so­daß indiskrete Blicke hinter die Coulissen unmöglich geworden sind. Der große Salon ist ein kleines Meisterwerk der Theatermalerei; wie wir schon mitteilten, ist er von Herrn Jenny entworfen und gemalt. Den Prospekt bildet eine sehr große, vierteilige Glasthür, durch die hindurch man in eine prächtige Wildbahn des angrenzenden Parkes sieht. In der Mitte der Bühne wird der Salon durch, in die Seiten­wände eingegliederte Säulen in zwei Teile geteilt, die auch gleichzeitig die Grenze zwischen der alten Hauptbühne und der neuen Hinterbühne bilden. Einen vornehmeren und in­timeren Charakter aber gewinnt der Salon erst, wenn er um etwa ein Drittel verkleinert wird und dadurch erlaubt, daß hinter der Glasthür noch eine Bogenhalle oder eine Veranda gestellt wird, die einen prächtigen Uebergang vom Salon zum Park schafft. Die Waldlandschaft endlich ist ebenfalls auf die ganze Bühne ausgedehnt worden und gehört jetzt sicher­lich zu den wirkungsvollsten Dekorationen des Theaters. So­weit es überhaupt möglich war, ist die Bühne jetzt verbessert worden. Einen Nachteil freilich wird sie behalten, und zwar die zu geringe Höhe. Dem ist jedoch so leicht nicht abzu­helfen; uiid eine solche Absicht besteht auch nicht, da sich die Anzeichen mehren, die für Gießen ein neues Theater in nicht zu ferner Zeit in Aussicht stellen. Für das Geschaffene ge­bührt jedoch dem Theaterverein vollste Anerkennung, und zwar umsomehr, als er das Theater, das als Saalbau­theater kaum für die dramatische Kunst bestimmt war, in seiner jetzigen Form und relativen Vervollkommnung sozusagen aus dem Nichts hat entstehen lassen.

tonalliberaler Verein. Unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Emme lins fand gestern Abend im kleinen Saale des Hotels Großherzog von Hessen die gut be­suchte Generalversammlung des nationalliberalen Vereins statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsitzende dem dahingeschiedenen Gründer der nationalliberalen Partei, Rudolf von Bennigsen, einen warmen Nachruf und bat die Anwesenden, als äußeres Zeichen dankbarer Anerkennung und ehrenden Angedenkens sich von ihren Sitzen zu erheben. Zur Landtags wähl wurde einstimmig beschloßen, die Wieder­wahl des seitherigen Abgeordneten Justizrat Dr. Gutslei sch zu empfehlen und mit dem Freisinnigen Verein ge­rne infam die nötigen Vorberatungen zu treffen; in die hierfür bestimmte Kommission mürben die Kommerzienräte ®mmelius und Heyligeastaedt und Stadtv. Kirch ge­wählt. lieber die auf der Tagesordnung des am 10.12. Oktober in Eisenach stattfindenden Parteitages stehenden An­träge entwickelte sich eine sehr intereffante und lebhafte Dis­kussion, an der sich Prof. Dr. Biermer, Geh. Hofrat Dr. Siebe ck, Komuierzienrat Heyligenstaedt, Landgerichts­rat Dornseiff, Stadtv. Kirch u. A. beteiligten. Zu de­

legierten wurden außer den bereits otwynannten drei Herren noch Amtsrichter Dr. Fuhr in Ortenberg gewählt, diese vier Herren mit der Vertretung des Wahlkreises auf dem Parteitag beauftragt. Noch eine kurze Besprechung des Programms für den Winter, in welchem u. A. vier Vorträge, zwei wissenschaftliche und zwei von lokalem Interesse, vorgesehen wurden, ging dem alsdann erfolgten Schlüsse der Beratungen voraus.

Darmstadt, 24. Sept. Auf tragische Meise hat auch der Freund des Architekten Patriz Huber, ein Redakteur im Kvch'fchen Kunstverlage, geendet. Bekanntlich wollte sich Huber demnächst mit einer jungen Witwe in Darmstadt verloben. Vor einigen Tagen besuchte nun jener Redakteur Huber in dessen Berliner Atelier und setzte ihn davon in Kenntnis, daß er sich mit jener Dame verlobt habe. Nunmehr hat auch jener Redakteur seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht.

Mainz, 24. Sept. Eine ungeheure Menschenmenge umsäumte Die Straßen, durch welche sich der Trauer» zug mit der Leiche Patriz Hubers, der sich, wie gemeldet, in Berlin erschossen hat, vom Zentralbahnhofe aus bewegte. Eine ergreifende Trauerrede hielt Pfarrer Vogt. Der Beerdigung wohnten bei der Vater des Huber, Lehrer an der hiesigen Kunstgewerbeschule, seine Schwester, )ie Malerin Huber, sein Bruder, der Berliner Architekt, von denDarmstädter Sieben" Christiansen und Behrens. Ein leinlicher Zwischenfall ereignete sich, als der Sarg ms dem Eisenbahnwagen gehoben wurde. Ter Sarg erwies ich viel zu groß für den Leichenwagen. Als derselbe zur Hälfte in den Wagen gezwängt war, mußten die Tannew- Guirlanden, mit denen der Sarg geschmückt war, abgerissen werden. Als der Sarg auch jetzt noch nicht in den Leichen­wagen ging, mußte er an den Seiten mit Messern abge­schnitten werden. Dasselbe Schauspiel wiederholte sich in noch viel peinlicherer Weise au, dem Friedhöfe. Der Sarg hatte sich so fest in den Wagen gezwängt, daß er mit Beilen behauen werden mußte. Alle Versuche, den Sarg mittels Hebeln aus dem Wagen zu heben, scheiterten, der Leichenwagen selbst hob sich jedesmal mit. Erst als der Leichenwagen ganz auf die Seite gelegt wurde, gelang es, den Sarg herauszubekommen.

Worms, 24. Sept. Gestern nachmittag erfolgte die Beerdigung der sterblichen Hülle des Professors Dr. Nies. Ein Blick auf die große, nach Hunderten zählende Schar ernster Leidtragender zeigte, daß hier kein gewöhnlicher Mann begraben wurde. Von den Herren Kreisrat Dr. Kayser, Oberbürgermeister Köhler und den übrigen Spitzen der Be­hörden bis zum schlichten Arbeiter im Sonntagsrock konnte man zahlreiche Angehörige aus allen Kreisen der Gesellschaft bemerken, die gekommen waren, um dem auf so tragische Weise aus dem Leben Geschiedenen auf seinem letzten Gang das Ehrengeleit zu geben. Daneben waren viele Deputa­tionen von auswärts, das hiesige Lehrerkollegium und ehe­malige Kollegen des Verblichenen aus Mainz, Darmstadt, Gießen :c. zugegen. Tie glänzende Trauerversammlung erschien gleichsam wie ein lauter, öffentlicher Protest gegen die unerhörte Unbill und Niedertracht, die der Vorstorbene von Seiten gewissenloser Menschen zu erdulden hatte. Der Trauerkondukt bewegte sich in einem langen Zuge unter Vor­antritt des Pfarrers Walter und der männlichen Familien­angehörigen von der Leichenhalle aus zum offenen Grabe. Hier angekommen, hielt der Geistliche eine ergreifende Ge­dächtnisrede. Trotzdem von der Familie Kranzspenden dankend verbeten worden waren, ließen es sich die Vertreter der einzelnen Korporationen nicht nehmen, auch eine Anzahl dieser äußeren Zeichen dankbarer Verehrung mit herzlichen Abschiedsworten an der offenen Gruft niederzulegen. Als Vertreter der VerbindungAlt-Adelphia" zu Gießen und der A. H. legte Professor Scholl-Maiyz, begleitet von mehreren Chargierten und A. H., einen prächtigen Kranz mit folgenden Worten nieder:Wir haben schon so manchem Adelphen den letzten Abschiedsgruß hinabgesendet, aber noch nie hat es uns so ergriffen, noch niemals standen wir so unter dem Banne eines lähmenden Schrecknisses, wie heute. Er war uns ein lieber Verbindungsbruder, er stand so gern mit Rat und Thal zur Seite, den Alten, wie den Jungen. Und wenn er in dem Kreise der Unsrigen weilte, wenn seine beredten Worte von seinen Lippen kamen, dann blickten wir mit Stolz auf den wackeren Kämpfer für unsere Sache." Mit herzlichen Worten des Dankes und des ehrenden An­denkens schloß er seine Ansprache. Es wurden noch zahl­reiche weitere Kränze, so von der nationalliberalen Bürger­schaft, der Freimaurerloge, der Lehrerschaft des Gymnasiums, der älteren Mitglieder des Hoftheaters in Darmstadt, dem nationalliberalen Verein von Worms u. A., niedergelegt und dann entfernten sich die Leidtragenden allmählich, dem in die kühle Erde Gebetteten einen letzten Gruß in die Ewig­keit nachrufend. Das Präsidium der Wormser- Handelskammer übersandte derWormser Volkszeitung" folgende Berichtigung:

Bezugnehmend aus den Artikel:Eine Grabrede an die Lebenden" ut Ihrer gestrigen Nummer, ersuchen wir Sie hiermit aus Grund des § 11 des Preßgesetzes, in Ihrem heutigen Blatt Folgendes auizuuehmen:Es ist nicht wah r, daß unserem ver­storbenen Sekretär Hrn. Pros. Tr.Nies irgend welche Maß­regeln id e g e n Entlassung rc. von uns angedroht worden sind. Hochachtend! Ter Präsident der Großh. Handelskammer: M. Baruch. Ter Vizepräsident: W. Koelsch."

Tie Redaktion derWormser Volksztg." macht zu dieser Zuschrift folgende redaktionelle Anmerkung:

Obgleich diese Berichtigung den Anforderungen des § 11 des Preßgesetzes keineswegs entspricht, geben ivir sie hier trotzdem wieder mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß in unserein Artikel vonMaßregeln roegen Entlassung anicht d i e Rede war.

Die betreffende Stelle des Artikels derWormser Volkszeitung" lautet dagegen wörtlich:

Ter Grund der beklagenswerten That war eben nicht das Vorkommnis und die beiden humoristischen oder humoristisch seii» sollenden Artikclchen, soiidern die von der Handels­kammer angedrohten Maßregeln und eine schwere psychische Krisis, die buxd) die plötzliche Selbsterkenntnis und die Erkenntnis der moralischen und gesellschaftlichen Situation, in der der Unglückliche sich befand, hervorgerufen wurde das Be­wußtsein, sich ut der Partei unmöglich gemacht zu haben/

Hanau, 24. Sept. Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, in Gemeinschaft mit der Stadt­verordnetenversammlung beim Bundesrat und dem zuständigen Ministerium um Aufhebung der Viehsperre vorstellig zu werden.

Kleine Mitteilung en au§ Hessen und den Nachbarstaaten. Bei den in der Gegend von Büdingen ausgeführten Angrtffsübungen mit schwerer Artillerie wurden

einem Obergefreiten des Fußartillerie-RegtS. Nr. 3 beide Beine überfahren. Dem Vernehmen nach ist der Mann in Büdingen an seinen Verletzungen gestorben. Glück hatte ein Schneider aus Eichelsdorf in der hessischen Landes- lotterte. Derselbe, ein junger unverheirateter Mann, hätte sich mit seiner hoffnungsvollen Braut schon lange verheiratet und ein eigenes Geschäft gegründet, wenn es nur immer nicht an dem leidigen Geld zur Erwerbung eines Wohnhauses ge­mangelt hätte. Jetzt gewann er in der hessischen Landes­lotterie 3 0 0 0 M k. Nunmehr hat er sich ein Haus erwor­ben und wird demnächst in den Hafen der Ehe einlaufen.

Vermischtes.

* Berlin, 23. Sept. Bei dem Zusammenstöße eines Rollwagens mit einem Straßenbahnwagen im Westen Ber­lins wurden 4 Personen, die sich auf dem ersteren befanden, schwer verletzt. Die Passagiere der Straßenbahn kämen mit dem Schrecken davon.

* Breslau, 23. Sept. In einer Ziegelei in Königs­hütte ist gestern der Arbeiter Fudatta bei lebendigem Leibe verbrannt. Er hatte sich im Ofen zum Schlafen hingelegt und wurde durch Rauch und Gase betäubt. Der Unterleib und die Beine waren bei feiner Auffindung be­reits vollständig verkohlt. Auf dem Bahnhof Ditters­bach verunglückte bei den Schüttungsarbeiten ein Arbeiter dadurch, daß ihm durch einen infolge Bruches des Trans­portseiles herabfallenden Kasten der Brustkasten zerdrückt wurde.

* Oesters und (Schweden), 25. Sept. Aus der Ge­meinde Lillherdack wird gemeldet, daß die Ernte völlig f e h l g e s ch l a g e n sei und eine Hungersnot befürchtet werde.

* Brüssel, 24. Sept. Gestern hat sich in der Nähe des in den Ardennen gelegenen königlichen Schlosses cm ernster Automobilunfall gugetragen, bei dem bte vier Insassen des Automobils schwere Verletzungen davon­trugen. Die Verwundeten wurden ins Schloß gebracht.

* Paris, 24. Sept. Der wiederholte Versuch des Grasen de la Vause, mit seinem BaHon das Mittel­meer zu überfliegen, ist gestern wiederum ge­scheitert.

* Der Schmuck der Charlotte Wiehc. ilünft- lerinnen sind zuweilen vergeßlich, und wenn sie über einen Schatz natürlich in Gold und Edelsteinen verfügen, so kann man mit tödlicher Sicherheit darauf rechnen, daß er entweder gestohlen oder unterschlagen, zum mindesten aber einmal verloren wird. Es ist so schön, wenn dann von der Fassungslosigkeit der Diva, von den vergossenen Thränen oder von dem unermeßlichen Werte der Schmuck­stücke gesprochen wird, die sich natürlich zu ebenso selbst­verständlicher Freude der göttlichen Künstlerin zur rechten Zeit durch irgend ein Wunder wieder einstellen. Also passierte es auch Charlotte Wiehe! Sie ließ im Bahnhof Hannover eine eigens dazu mitgebrachte Handtasche stehen. Natürlich befanden sich in dieser Handtasche die Schmuck­sachen, die sie von der Kaiserin von Rußland und von der Königin von England zum Geschenk erhalten hatte. Bald aber tarn das übliche Telegramm, daß die Tasche roieber- gesunden sei. Möge es den anderen Künstlerinnen zur Warnung bienen! Uebrigens ist Frau Wiehe, die wir in Gießen demnächst auch tennen lernen werden, die Gattin des ungarischen Komponisten Bereny und als Künstlerin am wirksamsten in dessen schaurigem musikalischen Mmo- bramaTie Hanb."

Ein zweites starkes Er b b eb en ist auf dem geodätischen Institut zu Potsdam beobachtet worden. Die Instrumente verzeichneten Ausschläge von 100 Mm. Der Erdbebenherd ist wiederum in einer Entfernung von 10000 Kim. zu suchen. Auch die Instrumente der Erdbebenwarte zu Laibach verzeichneten ein Fernbeben, dessen Herd in einer Entfernung von 10000 bis 12 000 Kim. liegen muß.

* Das Ableben b er Königin Wilhelmi ne von Ho11anb anstatt der Todesmeldung von der Kö­nigin Henriette von Belgien bringt allen Ernstes in ihrer Nr. 214 vorn 21. d. Mts. die in Passau erscheinendeDonau- Ztg." Das Blatt widmet der verstorbenen Königin, welche 1880 geboren, also nur ein Alter von 22 Jahren erreicht habe, einen Nachruf, der mit der Mitteilung schließt, datz die junge Königin, welche der Liebling des ganzen Volkes gewesen, infolge einer Fehlgeburt zwar seit längerer ^cit gekränkelt habe, daß aber nichtsdestoweniger die Nachricht von dem Tode überrascheiid komme. . . ."Ons Wilhel- minche" wird nach dem alten Volksspruche nun noch recht lange dem Leben erhalten bleiben!

* Zum Morde in Bologna. Zur Beantwortung der Frage, wie ein so ehrenhafter Mann, wie der Pro­fessor Murri, solche ungeratenen Kinder haben könne, weisen italienische Blätter darauf hin, daß ein Großoheim des Mörders im Jahre 1847 ebenfalls wegen Mordes hin- gerichtet wurde. Ferner wird behauptet, daß die Geschwister Murri eher nach der Mutter als dem Vater geartet seien. Neuerdings ist auch die Verhaftung der Mutter von den Behörden ernsttich erwogen worden. Man fand bei der Gräfin Bonmartini einen Brief von ihrer Mutter, der un­mittelbar nach der Entdeckung des Mordes geschrieben wurde und mit den Worten beginnt:Endlich bist Tu von ihm befreit!" c _

* Bären auf d e r Mendel. Dom Menbelpaß wird berichtet: Es sind wirkliche Bären, die sich wieder einmal in das Mendelgebiet verstiegen, keine aufgebun­denen. Doch sollen sie harmlose Tiere sein, von denen niemand Angst zu haben brauchte. Am vergangenen Sonn­tag machten sich St. Felixer Jäger auf die Suche. Ein Jäger schoß den jungen Bären, der sich eben der väter­lichen Obhut entzogen hatte, an, prügelte den Verwundeten dann weidlich durch, bis dieser wie leblos auf einer Wiese liegen blieb. Nach dieser kühnen That legte sich der Mann in die Sonne schlafen. Als er erwachte, hatte sich der kleine Meister Petz längst getrollt. Die Spuren der Bären führten nach Ulten. Der alte Bär soll eine abnorme Größe be­sitzen. Man glaubt, daß die Bären durch das Schießen in den Manovem bei Fondo aufgescheucht wurden, sonst fliegen diese alten Reste Tiroler Urzeiten nicht so wett in die THaler nieder. Tie Aufregung über diese neueste Ent­deckung ist in hiesiger Gegend aber gar nicht groß. Wtrd der Bär eines Menschen ansichtig, so läuft er davon er ist menschenscheu. Dem Waldhüter kam er einmal auf Schußweite in die "Mhe, doch in ungünstiger Schußstellung; bis er sich eine bessere suchte, hatte das Tier Reißaus ge­nommen. Es fehlen hier und da Schafe, doch sonst ver­läuft alles ohne Unruhe, selbst die weiblichen Boten, welche allein die Wälder durchwandern, zeigen keine Furcht.

_ Die1

ein vor

I

t r-'t^briE können

Atz

S. Stooeir

-auie Mo tiM«

1 achtete an * jrpebitton

Die wertvoll ' ' üp)ebitvon je

>mvs unb J

I'«

I wichtige M - ö"

UL'

lelegraph

I WitW1, ^corells, He

I aet die neue L versuchte, Mi cttibatt Wel

\ Ortung der coni ju seine v'angsinsnw Llarconi ein Zeichrnwieb bte großarti iroei deutsch jr. Elady

verwandten Lerwenbun, Ätbtt eleltr Minder, ei nur wenn bi bauet habe! uchte sehr ( sicher M iurd) (eint praktischen! gehihrt - nächsten ®e Tr. Hetn Lampe iu SJlernfM pauptwtige

»*, ionbon apgt Haniafäifitä 110 b e 61 a xanoba unb

-Te bemrich Lc geboren, fr lohne Ar, Stellung er entfaltet. « SUbenina z, nicht über Oauin hat beherrscht L d- Sieb. An , -Tn 'ordern 193 gäbe an bai f^ir haben 'Gerung r WMeUen -nuner wie unserer Lcu inage, ob

uns die le lachen, aus Murzen s nchen Lag gläubigen ^ropagant 2? gegen «aenntnis uchen Nois

01 e vertrau «n 9. £e, nflen be Jafuüat

praller ^'uqjch,

MAann ank. 7 Art wtbie^e

Je» (etf,

ober 512t !tQ9e vor A°r! Öl1

«llini »1 Ar bon 232.