Zweites Blatt.
Donnerstag 25. September 1908
GichenerAnzeiger
** General-Anzeiger v
Die Heutige Mmmer umfaßt 8 Seiten.
Deutsches Reich
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zwölf'
152t Jahrgang
Die Weßnot.
Die Erklärung des Bundes der Landwirte über „die „angebliche Fleischnot" ist in Millionen von Exemplaren durch das ganze Reich verbreitet worden, und die uns heute unter der Ueberschrist „lieber die Viehnot" zuge- zangene „Entgegnung" des Vorlandes, des deutschen Flei-
— Das Befinden des Oberpräsidenten v. Goßler läßt neuerdings, nach Danziger Meldungen, viel zu wünschen übrig. Es scheint sogar, daß man mit einer kritischen Wendung in dem Gesundheitszustände desselben rechnen muß.
Köln, 24. Sept. Die Delegiertenversammlung der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz beschloß das Reglement für das zu errichtende internationale Arbeitsamt, das in den Hauptzügen besagt: Das internationale Arbeitsamt ist ein wissenschaftliches Institut. Es hat die ihm durch das Statut der internationalen Vereinigung, beziehungsweise die ihm auf Grund des Statuts durch das Komitee der Vereinigung zugewiesenen Aufgaben durchzuführen. Das internationale Arbeitsamt wird den Charakter strengster politischer Neutralität wahren. Des weiteren wurde ein Beschluß gefaßt, in dem die Versammlung das Verbot der Nachtarbeit für Frauen grundsätzlich für gerechtfertigt erklärt, und eine Kommission beauftragt, diesem Verbot Geltung zu verschaffen. Ferner gelangte eine Erklärung zur Annahme, in der die Einsetzung einer Kommission beschlossen wurde, die Mittel uno Wege suchen soll, um eine die Gesundheit schädigenden Wirkungen des Phosphors und Bleiweißes herbeizuführen, und den Gebrauch des Blciweißes soweit als möglich zu unterdrücken. Das Bureau solle.dahin wirken, daß die Staats- und Gemeindebehörden bei den von ihnen zu vergebenden öffentlichen Arbeiten die Verwendung des Bleiweißes gänzlich verbieten. Schließlich wurde Basel als Ort der nächsten Tagung gewählt und danach die Versammlung geschlossen.
lang Schlossgasse.
e Ersatzteile. M laLReparatur-Werkstitte.
Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schulstraße 7.
Berlin, 24. Sept. Die Yacht ,Lohenzollern" hat Befehl erhalten, am 6. November zur En g lan d r e i s e des Kaisers seeklar zu sein.
— Kronprinz Friedrich Auaust von Sachs Generalleutnant und kommandierender General des zu
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Schuhmachermaschint;
ten Armeekorps, ist zum General der Infanterie befördert.
— Das Wolffsche Telgr.-Bureau meldet aus Peking vom 23. September: Der Chef des deutschen Kreuzer-Geschwaders, Kontreadmiral Geißler, und der deutsche Geschäftsträger v. d. Goltz, wurden heute im Sommerpalaste von dem Kaiser und der Kaiserin-Regentin empfangen. Tie Audienz nahm einen befriedigenden Verlaus. In einem längeren Gespräch gab die Kaiserin-Regentin den Wunsch kund, mit dem deutschen Kaiser gute Beziehungen zu pflegen.
Ausland.
London, 24. Sept. Die Prinzessin von Wales sieht einem freudigen Familien-Ereignis im November entgegen.
Brüssel, 24. Sept. Es zirkulieren allerlei Gerüchte. Die Polizei trifft außerordentliche Maßregeln. Tie katholische kleine Bourgeoisie ist sehr erregt und wünscht die Abdankung. Die liberale „Chronique" schließt einen Artikel wie folgt: Einen sittenlosen Bürger und einen ausschweifenden Für st en stellt man aus dieselbe Stufe. Ein Fürst, der nicht menschlich ist, verliert den Rest seines Ansehens. Je höher er gestellt sei, um so höher müsse seine Moral stehen. Fluch über die, welche an Stelle des Herzens ein Protokoll tragen! Ein Redakteur des „Petit bleu" hatte Unterredung mit dem Leibarzte der verstorbenen Königin Dr. Thiriard, welcher erklärte, die Einfachheit der Trauerfeierlichkeiten sowie die Unterlassung der Einbalsamierung habe den Wünschen der Königin entsprochen. Der König habe ihm mitgeteilt, daß seine einstige Beisetzung noch in einfacheren Formen gehalten sein werde, wie sich später aus seinem Testament ergeben werde. Dr. Thiriard erklärte ferner, daß er die Reise des Königs nach Luchon angeordnet habe, da der König an einem Halsübel leide. — Den Blättern zufolge, wird der König heute nachmittag nach Luchon abreisen.
Wien, 24. Sept. Der Kaiser besuchte heute vor« mittag das Schützenfest und wurde vom Erzherzog Rainer und dem Statthalter empfangen. Nach einer Huldi- gungsansprachc des Statthalters und einer Erwiderung des Kaisers nahm dieser die Vorstellung der Obmänner der einzelnen Schützenverbände entgegen, darunter des Vorstandes des deutschen Pistolenschützenbundes sowie der Vertreter des deutschen Schützenbundes, des Bundesvorstandes Billipv und Kommerzienrats Körting. Letzterem gegenüber bemerkte der Kaiser, daß die deutschen Schützen wohl mehr Uebung mit dem Armeegewehre haben, und zollte den deutschen Schützen mit Armeegewehren, deren Vortrefflichkeit sich zeigte, hohe Anerkennung.
Budapest, 24. Sept. Heute wurde hier die Generalversammlung des internationalen Vereins der Gast- Hofbesitzer unter Vorsitz von Otto Hoyer-Aachen eröffnet Im Namen der Regierung begrüßte die Versammlung Staatssekretär Szell, im Namen der Stadt Oberbürgermeister Marcus. Nachdem der Geschäftsbericht erstattet war, sprachen der Vorsitzende und der Syndikus des Vereins über die Regelung der Ruhezeit der Angestellten. Beide führten aus, daß die jetzige Regelung den thatfächlichen Verhältnissen nicht Rechnung trage. Es folgten weitere Referate über unlautere Reklame im Gastwirtsgewerbe und A u s st e l l u ng von Zeugnissen. Der Verein bewilligte sodann Mark 9500 für wohlthätige Zwecke und wählte als Ort der nächsten Generalversammlung Eisenach.
N e w y o r k, 24. Sept. Zu der Operation des Präsidenten Roosevelt wird gemeldet: Man glaubt, daß das offizielle Bulletin nur beruhigen solle und die Krankheit gefahrvoller ist, als zugegeben wird. Tas „Newyork Journal" glaubt zu wissen, daß das Geschwür sich in der Lendengegend befinde. Tie Aerzte weigern sich, ein Bulletin auszugeben. Tie Eitermenge sowie die Tyatsache, daß die Aerzre dem Patienten keine Sekunde aufrecht zu stehen gestatten, lassen auf eine eiternde Schienbeinentzündung schließen.
Newyork, 24. Sept. Nach einer Depesche aus Port os Spain hat ein kürzlich aus Ciudad Bolivar entronnener deutscher Großkaufmann vor den Behörden in Port of Spain endlich folgendes ausgesagt: Am 20. August hißte das venezolanchche Kriegsschiff „R e st a u - rador", als es flußaufwärts dampite, um Ciudad Bolivar zu bombardieren, die Flagge der Unionstaaten, um die Stadt, ohne Argwohn zu erregen, erreichen zu können. Beim Zollhaus angerommen, feuerte der „R e st a u r a d o r" mitten indie Stadt, wodurch in den Fremdenvierteln verschiedene Personen getötet,und Baulichkeiten
Nr. 225
Erscheint täglich
außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gtehener Zamillen- -kätter viermal in der
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scherverbandes wird zweifellos ebenfalls bis in die entlegensten Dörfer vertrieben werden. Veranlaßt worden ist die Entgegnung der 35 000 Fleischermeister durch die Behauptung des Bundes, die Fleischer benützten die Klagen über den Mangel an Vieh, um die Fleischpreise hinaufzuschrauben, durch diese „Verleumdung" fühlen sich die Fleischer gekränkt. Was die .Sache anbelangt, so wird zunächst daraus hingewiesen, daß zur Beurteilung des gegenwärtigen Notstandes besonders die beiden letzten Jahre in Betracht kommen. Innerhalb dieser zwei Jahre seien die Schweineschlachtungen in den Schlachthöfen um 20 v. H. zurückgegangen, und trotzdem sei der Auftrieb an Schweinen auf den Viehmärlten fortgesetzt so schwach gewesen, daß er der verminderten Nachfrage nicht genügen konnte. Die Folge dieser Umstände war, daß die Preise um 30 v. H. in die Höhe gingen, und viele Tiere abgeschlachtet wurden, die nicht ausgeinästet waren, und deswegen nur Fleisch geringerer Güte lieferten. Rindvieh sei nicht so knapp gewesen, allein an kerniger Ware hatte es auch hieran und namentlich in letzter Zeit gefehlt. Schafe werden allerdings, wie Herr v. Podbielski aus der Düsseldorfer Tierschau angab, nach Frankreich ausgeführt, das Flugblatt der Fleischer meint jedoch dazu: „Daß der Ueberschuß von Schafen an die Stelle der fehlenden Schweine und Rinder treten könnte, verrät eine kindliche Naivetät."
Im weiteren fragt das Flugblatt, was die Fleischer und die Fleisch verbrauchende Bevölkerung verlangen, und es antwortet:
Die Agrarier stellen es so dar, als werde ohne weiteres die Oesfnung der Grenzen für die Schlachtvieheinfuhr gefordert. Tas fällt ja teinem Menschen ein- Im Gegenteil auf das allernachdrücklichste fordern wir den strengsten und wirksamsten Schutz gegen jede Seucheneinschleppung. Das wollen wir sowohl im Interesse der Landwirtschaft wie der Fleisch verbrauchenden Bevölkerung. Wir fordern ausdrücklich, daß nur absolut gesundes Vieh eingeführt werde, daß dieses .Vieh an der deutschen Grenze von einem deutschen Tierarzt noch einmal auf seinen Gesundheitszustand untersucht, dann in plombierten Wagen nach den städtischen Schlachthöfen gebracht und dort geschlachtet werde. Vieh, das unter diesen Vorsichtsmaßregeln eingeführt wird, kann uns niemals eine Seuche bringen. Das ist nicht blos eine Behauptung, sondern kann durch Thatsachen unwiderleglich bewiesen werden. Denn noch niemals ist durch die in den oberschlesischen Jndustriebezirk eingeführten Schweine oder durch das aus Oesterreich eingeführte Rindvieh, für welche Tiere die erwähnten Vorschriften bereits gelten, eine Seuche bei uns hervorgerufen worden. Eine Seuchengefahr besteht also nicht im geringsten, wenn unter diesen Schutzmaßnahmen die Einfuhr von Schlachtvieh gestattet wird. Die gegenteilige Behauptung ist ein hohles Gespenst, mit dem die Agrarier die Bevölkerung graulich machen wollen, um sich die Konkurrenz des ausländischen Viehes vom Halse zu halten. Als letztes Argument gegen die Vieheinsuhr machen schließlich die Agrarier geltend: Die Schlachtviehpreise seien in den anderen Ländern so hoch, daß auch nach Oesfnung der Grenzen eine Einfuhr von dort nicht stattfinden könnte. Wenn sie das glauben, dann ist ja auch ihre Furcht vor der Konkurrenz des Auslandes nicht begründet, dann können sie ja um so eher ihren Widerspruch gegen die Oesfnung der Grenzen fallen lassen. Wir fassen unsere Ausführungen gegenüber dem Flugblatte des Bundes der Landwirte dahin zusammen: In Deutschland besteht ein Mangel an Schlachtvieh, namentlich an reifem Schlachtvieh und insbesondere an Schweinen. Die Unterstellung, daß das deutsche Fleischergewerbe den Viehmangel fingiere, um die Fleischpreise zu erhöhen, ist eine schmachvolle Verleumdung; die Wirkung des Viehmangels ist eine solche Steigerung der Viehpreise, daß es weiten Schichten des Volkes unmöglich ist, sich den Fleischgenuß in dem nötigen Maße zu verschaffen. Darunter leidet die Wehrhaftigkeit und die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit des deutschen Volkes; daraus droht im besonderen eine ernste Gefahr für den wirtschaftlichen Bestand des alten, schwer und redlich arbeitenden Fleischerhandwerts. Diese Verhältnisse verlangen gebieterisch, daß die Zufuhr von Schlachtvieh aus unseren viehreichen Nachbarstaaten in größerem Umfange als bisher ermöglicht wird, und zwar soll dies unter solchen Sicherheitsmaßregeln geschehen, die jede Bedrohung des heimischen Viehstandes mit Seuchengefahr ausschließt.
Zum Schlüsse wendet sich das Flugblatt gegen die Drohung des Bundes der Landwirte, Genossenschaftsschlächtereien in den Städten einzurichten, falls der Fleischerverband ihm noch weiterhin widerstrebe. Tie Fleischer sprechen von „mißglückten" bündlerischem Versuche, den Fleischvertrieb an sich zu reißen und weisen die Drohung als „eilte Großsprecherei" zurück.
Kirr Ausruf der Aurengenerale,
kn dem sie die private Unterstützung der Völker zur wirtschaftlichen Wiederaufrichtung ihres in Grund und Boden verwüsteten Vaterlandes erbitten, ist erschienen. Ohne jede Schärfe gegen die Urheber der Leiden ihres Volkes appellieren sie lediglich an das Mitgefühl der zivilisierten Welt. Die Buren sagen ,sie seien nach einem Kampfe von mehr als 21/2 Jahren gezwungen gewesen, die ihnen gestellten Friedensbedingungen anzunehmen. Die in Vereeniging versammelten Vertreter hätten die Generale beauftragt, sich nach England zu begeben, um dort eine Linderung des unermeßlichen Notstandes zu erlangen, der die ehemaligen Republiken betroffen. Da es den Generalen nicht gelungen sei, in England Hilfe zu finden, so müßten sie einen Aufruf an Europa und Amerika richten. Sie dankten für die den Frauen und Kindern in den Konzentrationslagern gewährten Unterstützungen. Die Angehörigen der Republiken seien nach dem Kriege völlig zu Grunde gerichtet, die gänzliche Verwüstung des Landes sei unbeschreiblich, 30000 Häuser und viele Dorfs chaften seien nieder gebrannt und zerstört. Tie Generäle bitten deshalb um Liebesgaben zur Unterstützung der Witwen und Waisen, der Verstümmelten und Bedürftigen, sowie zur Erziehung der Kinder und erklären, sie besprächen die schrecklichen Folgen des Krieges nur, um zu zeigen, wie groß die Not sei, keineswegs aber um die Gemüter von neuem zu erregen. Der kleine Betrag, welchen England nach den Bedingungen der Uebergabe leisten werde, sei, auch wenn er um das Zehnfache vermehrt werde, völlig ungenügend, um allein die durch den Krieg erlittenen Verluste zu decken; die Witwen, Waisen, die Verstümmelten, die Bedürftigen und die Kinder, zu deren Gunsten allein der Aufruf erlassen werde, würden davon wenig, zumeist sogar nichts erhalten. Der Aufruf schließt mit der Bitte um ein brüderliches Zusammenwirken der Komitees in den verschiedenen Ländern.
Dieser Ausruf wird ja zweifellos bei uns zu Lande die beabsichtigte Wirkung nicht verfehlen. In London aber hat er natürlich einen schlechten Eindruck gemacht. Die „Pall Mall Gazette" wittert die Mitwirkung des Dr. Leyds bei der Abfassung des .Schriftstückes. Es wäre, sagt das Blatt, würdevoller für die Generäle, die jetzt britische Unterthanen sind, gewesen, das Wehklagen zu unterlassen, wenn sie das Mitleid der Welt beanspruchen. Die „Westminster Gazette" fürchtet, die ersten Früchte des Aufrufes würden eine Wiederbelebung des Zornes gegen England und vielleicht eine Wiederbelebung des Unwillens gegen die Buren und deren Führer in England fein. Das letztere wollen wir nicht hoffen, und das erstere wird auch nicht über die Maßen gehen, sachliche Kritik eines Verhaltens aber, die selbstverständlich nicht zu seinen Gunsten ausfallen kann, wird sich England jetzt wie in ferner Zukunft gefallen lassen müssen. Die Geschichtsschreibung des ersten Lustrums des 20. Jahrhunderts wird immer für England unerquicklich bleiben.
Die nächste Woche wird die deutsche Reise der Burengeneräle bringen und der Welt beweisen, daß das deutsche Volk ein Herz hat, und Würde genug, um offiziöser Ermahnungen nicht zu bedürfen.
Man schreibt uns aus Berlin, 24. September:
Der Aufruf, den die Burengeneräle „an alle gebildeten Nationen" erlassen, findet hier lebhafte und warme Zustimmung. Man hebt hervor, mit welcher Mäßigung die Burengeneräle den Zweck ihrer Rundreise erklären und wie taktvoll sie vermeiden, irgendwelche für England kränkende Worte zu gebrauchen. Beschämend aber ist für das reiche England die schlichte Feststellung der Thatsache, daß die englische Regierung der „Milderung des ungeheuren Elends", dem die Witwen und Waisen in den beiden südafrikanischen Republiken ausgesetzt sind, mit verschränkten Armen gegenübersteht. Der ganze Umfang der vandalischen Zerstörungswut der britischen Truppen wird völlig klar aus der Mitteilung der Burengeneräle, daß wenigstens 30 000 Häuser von den Engländern während des Krieges verbrannt oder vollständig zerschmettert worden sind. Nichts ist charakteristischer für diese von englischen Staatsmännern als „human" gepriesene Kriegführung. Nach der Darstellung, die Chamberlain nach den mit den Burenführern gepflogenen Konferenzen der Oeffent- lichkeit gab, konnte der Schein hervorgerufen werden, die Unterlegenen hätten frivoler Weise absolut unbillige Forderungen gestellt. Unwahrheiten haben kurze Beine. Das zeigt sich auch hier. Das Hauptbestreben der Burenführer ging dahin, England zu einer besseren Fürsorge für seine neuen Unterthanen zu veranlassen. Und diese Versuche sind fehlgeschlagen. Ein jämmerliches Almosen ist es, das die englische Regierung den Buren bietet. Die ganze zivilisierte Welt, an die sich die^Burengeneräle mit einem ergreifenden Hilferuf wenden, wird mehr Herz und mehr Verständnis für ein zu Boden getretenes Volk haben. Von allen Seiten werden den Buren Spenden zufließen, doppelt reichlich in dem Bewußtsein, daß die englische Regierung in eine um so grellere Beleuchtung gerückt wird, je mehr in anderen Ländern Opfersinn und wahre Humanität das thun, was die Pflicht und Schuldigkeit Englands war.
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